„Bild“ vernachlässigt „Medieninteresse“

Meldung 1513 der Müncher Polizei vom gestrigen Mittwoch ist nicht besonders lang, die Überschrift sachdienlich:

Polizeimeldung zum Selbsmord von Gregor Bruner: "

Wie viele andere Medien berichtet deshalb auch „Bild“ über den Selbstmord des Fleischhändlers Gregor Bruner:

Viele andere Medien berichten aber auch, was bereits in der kurzen Polizeimeldung Erwähnung fand:

Obwohl kein Abschiedsbrief vorhanden ist, bestehen keine Zweifel daran, dass der Suizid im Zusammenhang mit den Ereignissen der Firmenschließung steht, da laut der Ehefrau ihr Mann stark unter dem Medieninteresse in den letzten Tagen gelitten hat.

Die „Süddeutsche Zeitung“ beispielsweise präzisiert:

„[Bruner] hat mehrfach solche Andeutungen gemacht“, berichtet Josef Wilfling (…), Leiter der Sonderkommission „Kühlhaus“. Er habe „keinen Zweifel“, dass der Selbstmord in Zusammenhang mit dem Skandal stehe, der Mediendruck habe Bruner „stark belastet“.

Und die Nachrichtenagentur Reuters meldet gar:

Die Vorverurteilung in der Berichterstattung habe ihn mit zu dem Selbstmord bewogen, erklärte Verteidiger Daniel Amelung.

In „Bild“ steht davon (anders übrigens als bei Bild.de) kein Wort.