Preiserhöhung allein zu Haus

Früher hat man, wenn man nicht zuhause war, seine Lampen an Zeitschaltuhren angeschlossen und den Nachbarn einen Schlüssel gegeben, damit sie die Rolladen rauf- und runterziehen können.

Heute teilt man aller Welt über das Internet mit, dass man nicht zuhause ist — das spart Stromgebühren und die Flasche Wein für die Nachbarn. Die Einbrecher freuen sich auch über die Hinweise.

Über diesen (tatsächlich etwas überraschenden) Trend berichtete Bild.de in der vergangenen Woche und wusste mit einer Meldung aus Großbritannien zu überraschen:

Auf sorglose Netzwerker, die zu oft mitteilen, dass sie nicht zu Hause sind, sind mittlerweile auch Großbritanniens Versicherer aufmerksam geworden. Die Tageszeitung „The Telegraph“ berichtet, dass britische Versicherungen von eifrigen Nutzern sozialer Netzwerke bereits zehn Prozent höhere Gebühren für die Hausratversicherung verlangen. Die Zeitung beruft sich auf das Preisvergleichsportal „Confused.com“.

Egal, wie man es dreht und wendet: Das ist falsch.

Der „Telegraph“ berichtet nämlich mitnichten, dass Versicherungen schon jetzt höhere Gebühren verlangen, sondern lediglich, dass sie dies bald tun könnten.

Schon die Überschrift spricht da eine deutliche, wenn auch fremde Sprache:

Using Facebook or Twitter 'could raise your insurance premiums by 10pc'

Die Möglichkeit einer solchen Preiserhöhung wird auch im Artikel noch einmal betont:

Darren Black, Chef der Hausratsversicherungsabteilung bei Confused.com, sagte: „Ich wäre, angesichts der wachsenden Popularität Sozialer Netzwerke und von Orts-basierten Anwendungen, die nach vorne drängen, nicht überrascht, wenn Versicherungsanbieter diese Faktoren bei der Preisfestsetzung eines persönlichen Risikos berücksichtigen. Bei Leuten, die diese Seiten nutzen, könnten wir Preiserhöhungen von bis zu 10 Prozent erleben.“

Und wie es die Falschmeldung von Bild.de dann auch noch in die österreichische „Kronen Zeitung“ schaffte, steht bei den Kollegen von Kobuk!