Symbol-Bild am Sonntag

Sogar bei Ebay macht man sich schon lustig über die „BamS“.

Aber der Reihe nach. Denn am Sonntag war die „Bild am Sonntag“ mal wieder ausgesprochen exklusiv. Auf der Titelseite (siehe Ausriss) hatte die Sonntagsausgabe der „Bild“-Zeitung unter dem Schriftzug „BamS enthüllt“ einen zerknitterten Zettel abgebildet und darunter groß die Worte „Lehmanns Elfer-Spickzettel“ geschrieben (weil der deutsche Nationaltorhüter zuvor beim WM-Spiel gegen Argentinien vor laufenden Kameras auf einen kleinen Notizzettel geschaut und anschließend einen wichtigen Elfmeter gehalten hatte).

Sechs Seiten später druckte die Zeitung dann „das Abhörprotokoll“ dessen, was Franz Beckenbauer und Angela Merkel nach dem WM-Sieg der deutschen Mannschaft gegen Argentinien zueinander gesagt haben. Und auf Seite 90 zeigte das Blatt neben einem Foto des deutschen Radsportlers Jan Ullrich ein Mobiltelefon, auf dessen Display die Worte „Freund, wann können wir reden? Rudicio“ standen und nebendran die Überschrift: „Überführt ihn diese SMS?“

Nun ja…

Um mit Letzterem anzufangen: Die SMS war gar nicht „diese SMS“, sondern wurde, wie die „BamS“ selbst kleinlaut eingestand, „von BamS übersetzt“ und in irgendein Mobiltelefon montiert. Ebenso wie das „Abhörprotokoll“ von Beckenbauer/Merkel bei näherer Betrachtung offenbar eine Art Witz gewesen war, wie ebenfalls die „BamS“ selbst kleinlaut eingestand: „BamS hat versucht, nachzuempfinden: Worüber könnten die beiden wohl gesprochen haben?“

Und, um es kurz zu machen, auch „Lehmanns Elfer-Spickzettel“ war nicht Lehmanns Elfer-Spickzettel. Oder um’s mit der „Berliner Zeitung“ zu sagen: „Der Zettel ist nicht echt“ — wie übrigens im Kleinergedruckten natürlich selbst die „BamS“ (kurz auf der Titelseite, ausführlicher erst 68 Seiten später) kleinlaut eingestand:

„BamS hat den Spickzettel nachempfunden — Bundes-Torwarttrainer Andreas Köpke hat BamS verraten, was auf dem Lehmann-Spickzettel stand und daß er ihn mit Bleistift auf einen Zettel des Mannschaftshotels geschrieben hatte. BamS hat ihn auf Grund dieser Informationen nachempfunden.“

… „nachempfunden“? Inzwischen jedenfalls ist die „BamS“ mit ihrer Nacherfindung nicht allein: Bei Ebay gibt es nämlich mittlerweile weitere Spaßvögel, die — wie die „BamS“ — nachempfundene „Spickzettel“ (darunter sogar ein „BamS“-Originalausriss) zum Verkauf anbieten oder -boten. DFB-Sprecher Harald Stenger veranlasste das auf einer Pressekonferenz sogar zu der Aussage, das Stück Papier sei nach wie vor in Lehmanns Besitz. Eine überflüssige Bemerkung! Sind doch die Ebay-Spicker — wie in der „BamS“ — z.T. deutlich als plumpe Fälschung gekennzeichnet:

„die echtheit des zettels wird nicht garantiert. Ich will hier keinen übers ohr hauen.“