Ringier, Meinungen, Hersh

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Ringier wird Unterhaltungskonzern“
(handelszeitung.ch, Gret Heer)
Der Schweizer Verlag Ringier („Blick“) will in zehn Jahren nur noch einen Drittel des Umsatzes mit klassischen Medien machen. Die anderen zwei Drittel sollen von „transaktionsbasierten Internetseiten wie Geschenkideen und Scout24“ und dem Bereich „Entertainment, Electronic Media & Events“ erwirtschaftet werden.

2. SZ-Magazin vs. Bundeswehr
(meedia.de, ga)
Das Magazin der „Süddeutschen Zeitung“ beklagt fehlende Kooperation der Bundeswehr für die Geschichte „Briefe von der Front“: „Für die Dokumentation hatten etliche Soldaten, vom Gefreiten bis zum Oberstleutnant, ihre Briefe und Unterlagen zur Verfügung gestellt. Die Folge: Wochenlang verschickte die Bundeswehr Mails, mit denen das Erscheinen der Titelgeschichte verhindert werden sollte.“

3. „Die Kunst, anderer Meinung zu sein“
(zeit.de, Harald Martenstein)
Harald Martenstein denkt über Meinungen nach: „Die meisten Meinungen werden vertreten, weil es eh alle sagen, weil man sich davon einen Vorteil verspricht, weil man nicht unangenehm auffallen oder weil man einfach nur gemocht werden will, ein Grund so fragwürdig wie der andere.“

4. „Liebe Brigitte-Redaktion“
(maedchenmannschaft.net, Susanne)
Susanne fragt sich anlässlich von Abnehm-Tipps zu den Weihnachtstagen, wie ernst es Brigitte.de mit der Aktion „Ohne Models“ meint.

5. Besuch bei Seymour Hersh
(nzz.ch, Michael Marek)
Ein Besuch bei der lebenden Journalistenlegende Seymour M. Hersh, der in einem alten Büro ohne Sekretärin arbeitet und unter anderem von dort aus „die Schattenseiten US-amerikanischer Politik“ untersucht. Seine Theorie: „Wer nicht liest, der kann auch nicht schreiben.“

6. „Klang-Supermarkt zum Nulltarif“
(spiegel.de)
Da der Link zur „Spiegel“-Kritik gestern mehrere kritische Mails nach sich gezogen hat (und das zurecht, sie war tatsächlich überzogen), linken wir heute auf einen lesenswerten Text aus dem „Spiegel“-Archiv von 1977, in dem die Musikbranche davor gewarnt wird, an der Schallplatte festzuhalten; Parallelen zu anderen Zeiten und Branchen sind nicht zu übersehen. „Schon einmal, bei der Umstellung von der zerbrechlichen Schellack-Scheibe mit 78 Umdrehungen pro Minute auf die unzerbrechliche 33er PVC-Longplay, leistete die notorisch konservative Musikindustrie verbissen Widerstand.“