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Chaotsein oder Nichtchaotsein?

Gestern berichtete die „Bild“ über zwei Berliner Jugendliche, die seit sieben Monaten in U-Haft sitzen, weil sie eine Brandflasche gegen Polizisten geschleudert haben sollen. Der Prozess gegen die beiden Schüler ist umstritten; sogar „Bild“ fragte Anfang September:

Doch stehen die Falschen als Mai-Randalierer vor Gericht?

Gestern zeigte die „Bild“ wieder ungewohnte Zweifel an der Schuld der Angeklagten:

Die Indizien sind dünn, die Verteidigung sicher: Es liegt eine Verwechslung vor.

Um aber keine Zweifel an der poltiischen Positionierung der Zeitung aufkommen zu lassen, erhielt der Artikel sicherheitshalber folgende Überschrift:

Gnade für Mai-Chaoten

Was immerhin eine gewisse Konsequenz hat, denn auch vor drei Wochen hatte „Bild“ die Schuld der Täter in der Schlagzeile schon festgestellt:

Mai-Randalierer vor Gericht

„Bild“-Routine halt.