Spiegel, Neven DuMont, Steinmeier

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Spiegel“-Titel
(meedia.de, Georg Altrogge)
Georg Altrogge sieht den neuen „Spiegel“-Titel „Das verlorene Jahrzehnt“ aus dem Magazin „Time“ abgekupfert, das mit „The Decade from Hell“ aufmacht. „Zwar ist die optische Aufmachung grundverschieden, aber es erscheint wenig plausibel, dass man beim deutschen Nachrichtenmagazin Nr. 1 ganz ohne Blick auf die ernüchternde Analyse der US-Kollegen auf das Titelthema kam.“ Ebenfalls in der Kritik stand der „Spiegel“ im Sommer 2008, als der Titel „Macht Das Internet Doof?“ stark an den Titel „Is Google making us stoopid?“ („The Atlantic“) erinnerte.

2. Interview mit Konstantin Neven DuMont
(welt.de, Sören Kittel)
Verleger Konstantin Neven DuMont will etwas tun gegen die „Demokratiemüdigkeit“: „Ich kenne einen 18-jährigen Jungen, der fest in der ‚World of Warcraft‘ festhängt. Ich möchte versuchen, auch solche jungen Leute zurück in die Debatte um die Zukunft des Landes zu ziehen. Ich will gesellschaftspolitische Meinungsbildung fördern. Das sind wir unserem demokratischen System schuldig. Dazu brauchen wir Qualitätsjournalismus.“

3. „Bitte melde Dich!“
(blog.tagesschau.de, Christian Thiels)
Das Blog der „Tagesschau“ thematisiert das Schweigen von SPD-Politiker Frank-Walter Steinmeier zu Afghanistan: „Er ist nicht im Urlaub oder heiser, er schweigt nur. Nicht immer, aber immer, wenn es um eine wesentliche außenpolitische Frage geht, nämlich: Was wird aus Afghanistan, soll Deutschland mehr Truppen schicken und was wusste der frühere Außenminister eigentlich von den Ereignissen in Kundus?“

4. Interview mit Andreas Gross
(weltwoche.ch, Pierre Heumann)
SP-Politiker Andreas Gross kritisiert die „Deutschschweizer Zeitungen“, die im Vorfeld der Minarett-Initiative „leider nur oberflächlich und viel zu weit weg von den Menschen“ berichteten. „Heute glauben viele Medien nicht mehr, sie müssten die Wirklichkeit reflektieren, kritisieren und spiegeln. Sie möchten die Wirklichkeit selber setzen.“

5. „Roboter als Redakteure“
(zeit.de, Tina Klopp)
„Das Netz wählt die Themen, der Rechner liefert Texte, bezahlt wird nach Klicks und Anzeigenumsatz. Manche Medienbetreiber stellen sich so den künftigen Journalismus vor.“

6. „Bildzeitungsartikel und Gegendarstellung“
(freiebildungsaar.blogspot.com)
Eine nachgetragene Gegendarstellung zu einem „Bild“-Artikel mit dem Titel „Studenten verlaufen sich vors Rathaus!“ vom 26. November 2009.