Der Mörder ist immer der Türke

In der vergangenen Woche suchte die Berliner Polizei nach zwei jungen Männern, möglicherweise „südländischer Herkunft“, die im Stadtteil Reinickendorf einen Mann erstochen haben sollen. Am Montag wurden zwei Tatverdächtige verhaftet. Am Dienstag berichtete „Bild“ und nannte die beiden „Murat G.“ und „Nasir L.“.

Das sind nicht ihre richtigen Namen. „Bild“ hat die Namen der Verdächtigen geändert und vergessen, das irgendwo anzugeben. Was soll’s. Wahrscheinlich heißen die beiden in Wahrheit „Özgür“ und „Muhammed“. Oder „Rahim“ und „Ibrahim“? Irgendwie so halt.

Nein, ganz anders. „Bild“ hat nämlich nicht nur die Namen der Verdächtigen geändert, sondern auch ihre scheinbare Herkunft. Wie der „Tagesspiegel“ berichtet, sind die Tatverdächtigen „Deutsche, gänzlich ohne den so genannten Migrationshintergrund und ‚mit treudeutschen Namen‘, wie die Staatsanwaltschaft am Montag beteuert hatte und dies gestern auf Nachfrage wiederholte“.

Danke an Ulrike S. und Henryk J.!

Nachtrag, 15.9.2006: „Bild“ wurde für die diskriminierende Namenswahl vom Deutschen Presserat öffentlich gerügt.