Diekmanns Rente reicht noch nicht

Man muss mit der Politik des langjährigen Sozialministers Norbert Blüm (CDU) nicht übereinstimmen, aber wenn er der „Bild“-Zeitung und ihrer Rentenkampagne „Manipulation von Statistiken und Diffamierungen“ und „willfährigen Lobbyismus“, „Panikmache“ und „blinden Eifer“ vorwirft, hat er damit ohne jeden Zweifel Recht.

Blüm sagt, er habe den „Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann zu einem „öffentlichen Disput über ‚BILD und die Rente'“ aufgefordert. Erst nach Wochen habe er Antwort bekommen — eine Absage. Er habe erst dann Zeit dafür, schrieb Diekmann an Blüm, wenn er in Rente gehe:

„Weil ich derzeit Dank Ihres Wirkens noch viel für meine private Altersversicherung arbeiten muss.“

In einem Brief an den „Bild“-Chefredakteur, der auf den „Nachdenkseiten“ des früheren SPD-Bundestagsabgeordneten Albrecht Müller veröffentlicht wurde, schreibt Blüm:

Darf ich Sie fragen, wie hoch die Lücke ist, die durch mein Wirken in Ihrer Rentenanwartschaft geschlagen wurde und wie groß das Zubrot ist, mit dem Sie durch Ihre Arbeit für BILD diesen Verlust kompensieren müssen?

Die „Bild“-Renten-Diskussion diene nur dazu, den Umsatz der Privatversicherungen anzukurbeln, behauptet Blüm. „Das ist gut für das Geschäft der Allianz, mit der Sie in der Aktion ‚Volksrente‘ zusammen in einem Bett liegen.“ Dass Diekmann sich einer Auseinandersetzung darüber immer wieder entziehe, kommentiert er so:

Sie sind ein Feigling!

Danke an Martin S., Holger M. und Benjamin H.!