Broder, WAZ, Heddesheim

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Schmerzensgeld für ‚Katzenhexe'“
(sueddeutsche.de, Ekkehard Müller-Jentsch)
„Für die ‚mediale Hinrichtung‘ einer Dorfbewohnerin muss eine Münchner Boulevardzeitung 30 000 Euro Schmerzensgeld an die Betroffene bezahlen.“

2. „Dick und doof über Berlin“
(achgut.com, Henryk M. Broder)
Auch Henryk M. Broder, regelmässiger „Spiegel“-Autor, meldet sich mit einer Meinung zum neuen Wandfries der „taz“ in Berlin. „In den 60er und 70er Jahren wäre das eine Sensation gewesen, die sofort den gesamten Berliner Polizeiapparat aktiviert hätte; heute regt sich außer ein paar taz-Grufties, die ihre tägliche Portion Soya-Milch durch eine Schnabeltasse zu sich nehmen, niemand darüber auf, nicht einmal der Chef der BILD, dem die Hommage gilt.“

3. „Neonazis und Twitter – Zeckenjagen in Berlin“
(blog.zeit.de/stoerungsmelder, Nico Unkelbach)
Nico Unkelbach beobachtet das Twitter-Konto der NPD Marburg, das zum „munter Zeckenjagen“ auffordert.

4. „Qualitätsjournalismus der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“
(pottblog.de, Jens)
Jens fragt sich, wie ein Qualitätsjournalismus-Anspruch mit der Bildüberschrift „Balack auf del Gloßen Mauel“ zusammengeht.

5. Interview mit Hardy Prothmann
(meedia.de, Stefan Winterbauer)
Hardy Prothmann betreibt das lokaljournalistische Heddesheimblog.de. Zu seiner Konkurrenz, den Lokalzeitungen, sagt er: „Die meisten Zeitungen sind Monopolisten. Genauso überheblich und gleichzeitig langweilig und insgesamt satt und lustlos ist ihre Berichterstattung. Und das übertragen sie 1:1 ins Internet. Außerdem wird geklüngelt, was das Zeug hält.“

6. Interview mit James Murdoch
(spiegel.de, Susanne Amann und Isabell Hülsen)
Schon etwas älter ist das „Spiegel“-Gespräch mit dem Sohn von Rupert Murdoch, James Murdoch. Der sagt: „Ich würde mich aber sehr unwohl fühlen, wenn der Beruf des Journalisten den Hobbyschreibern überlassen bliebe – das hieße nämlich, dass er nur noch von Idealisten oder von Reichen betrieben würde. Die Demokratisierung des Journalismus durch das Internet ist eine feine Sache, aber sie darf nicht dazu führen, dass Menschen dort für ihre kreative Leistung kein Geld mehr bekommen. Egal, ob Blogger oder Journalist.“