Schirrmacher, Street View, Genossen

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Mein Kopf kommt nicht mehr mit“
(spiegel.de, Frank Schirrmacher)
Frank Schirrmacher spricht aus, was schon viele Journalisten im Stillen gedacht haben: „Was mich angeht, so muss ich bekennen, dass ich den geistigen Anforderungen unserer Zeit nicht mehr gewachsen bin.“

2. „Vertriebskanal Grundschule“
(medienkonsum.wordpress.com, Stefan Winterbauer)
Stefan Winterbauer zählt auf, was seinem Sohn in der Grundschule von Verlagen alles angedreht werden soll, zum Teil gefördert durch eine indirekte Provision der Lehrerinnen und Lehrer. „Die Unbedarftheit von Kindern wird von einigen Firmen gnadenlos ausgenutzt.“

3. „Zensur im Namen der Freiheit“
(weltwoche.ch, Alex Baur)
Der Schweizer Datenschützer Hanspeter Thür hat wegen „schwerwiegenden Persönlichkeitsverletzungen“ beim Bundesverwaltungsgericht Klage gegen Google Street View eingereicht. Alex Baur fragt: „Wer interessiert sich schon für unbekannte, zufällig ins Web geratene Gesichter und Autonummern?“ Und glaubt: „Unter dem Deckmantel der Persönlichkeitsrechte soll der freie Informationsfluss unter staatliche Kontrolle gebracht werden.“

4. „Massen-Trauer in den Medien“
(ndr.de, Video, 6:03 Minuten)
„Zapp“ fasst nochmals den Abschied der Medien von Robert Enke zusammen. Die Trauer der „versingleten“ Gesellschaft um einen den allermeisten persönlich total unbekannten Menschen sei medial vermittelt und hätte ohne Vorbilder wie der gigantischen Trauerfeier für Lady Diana wohl nicht stattgefunden.

5. Interview mit Paul Steiger
(theeuropean.de, Alexander Görlach)
Paul Steiger, Chef von Pro Publica, freut sich auf die Zukunft des Journalismus und ist sich sicher, „dass wir in den nächsten Jahren ein Feuerwerk an Experimentierfreude erleben werden“. „Anstelle großer Unternehmen mit Umsätzen von Hunderten Millionen Dollar werden kleinere treten, die vielleicht nur eine bis 15 Millionen pro Jahr umsetzen und sich ihren Platz erkämpfen wollen. Es wird eine Fülle an verschiedenartigen Geschäftskonzepten geben.“

6. „Oskar, der mitteilte, sich einzubringen gedachte, weil er, obzwar“
(burks.de, Burkhard Schröder)
Burkhard Schröder staunt über den Inhalt eines Newsletters von Carsten Schatz, Landesgeschäftsführer der Partei „Die Linke“, der informiert, wie „Gen. Klaus Lederer“ „über die Presseinformation des Genossen Oskar Lafontaine“ informierte.