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„Bild“ brachte alles ans Licht

Na, bravo. Wie gut die Idee ist, sich mit einem Brief an „Bild“ zu wenden, sei mal dahingestellt. Für „Bild“ immerhin lohnt sich die Sache, sie kann dann Sätze schreiben wie diese:

„Von Mitschülern gefesselt und gedemütigt! Klassenkameraden deckten in einem Brief an BILD alles auf“

Oder diesen:

„Erst ein Brief von Schulkameraden an BILD brachte alles ans Licht.“

Oder diesen:

„Seine Mutter erfuhr erst durch BILD von dem Vorfall“

Oder diesen:

„Die Mutter des Jungen erfuhr erst durch BILD davon.“

Und „Bild“ kann ausführlich aus dem „langen Brief, den ‚Eine Gruppe besorgter Schüler‘ an BILD schickte“, zitieren, kann ihn faksimilieren und abbilden (siehe Ausriss).

Was „Bild“ hingegen nicht kann, ist anonymisieren.

Zwar hat sich die Zeitung entschieden, den Namen des „Opfers“, wie die „besorgten Schüler“ ihren Mitschüler nennen, im Artikel zu ändern und in dem „Brief an BILD“ die Namen der „Täter“ zu schwärzen. (Und das ist gewiss schon deshalb eine gute Idee, weil „Bild“ jeglichen Beweis für die Anschuldigungen schuldig bleibt.)

Doch was, bitte schön, soll die ganze Anonymisiererei, wenn sich am unteren Rand des abgebildeten Briefs dann doch noch, deutlich lesbar, der vollständige Name von zumindest einem der Beschuldigten findet?

Mit Dank an bsm für Hinweis und Scan.