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Nachruf mit Fehler

Es ist kein Geheimnis, dass Nachrufe auf bedeutende Persönlichkeiten oft schon lange im Voraus geschrieben werden, damit sie erstens möglichst schnell vorliegen und zweitens keine Flüchtigkeitsfehler mehr beinhalten.

Einigermaßen tragisch ist daher, was dem Deutschen Depeschendienst (ddp) jetzt passiert ist, als der seinen Mitbegründer Martin E. Süskind würdigen wollte, der am Samstag nach schwerer Krankheit verstorben ist:

Zwei Jahre später wechselte er zur "Süddeutschen Zeitung" und war ab 1975 einige Jahre als Redenschreiber für den damaligen Bundeskanzler Willy Brandt tätig.

1975 war Brandt schon nicht mehr Bundeskanzler.

Die ddp-Meldung findet sich zur Zeit bei „Spiegel Online“, „RP Online“ und – milde umfrisiert, aber an der entscheidenden Stelle unverändert – beim Mediendienst Meedia.

Der ddp-Konkurrent dpa hat die Geschichte ironischerweise richtig in Erinnerung:

Süskind war ab 1975 auch Redenschreiber des damaligen SPD- Vorsitzenden und Ex-Bundeskanzler Willy Brandt (SPD).

Mit Dank an Andreas H.

Nachtrag, 20:40 Uhr: „RP Online“ und Meedia haben ihre Formulierungen inzwischen geändert. Meedia weist auf diese Änderung sogar in den Kommentaren hin.

2. Nachtrag, 22:20 Uhr: Auch „Spiegel Online“ hat den Fehler jetzt transparent korrigiert.