Der Hund in der Pfanne: verrückt

Zuerst müssen wir etwas klarstellen: Ja, in Vietnam und in einigen anderen Ländern Asiens werden Hunde gegessen, genau wie „Bild“ gestern berichtete. Um sie zu essen, muss man sie natürlich vorher schlachten und zubereiten. Aber das ist in Vietnam offenbar so normal wie, sagen wir, hierzulande die Sitte, Rinder zu schlachten und zu verzehren – eine Sitte übrigens, die wiederum für viele Inder undenkbar wäre.

Vor diesem Hintergrund ist es wenig sachdienlich, eine Geschichte über die Zubereitung von Hunden in Vietnam mit Bezeichnungen wie „Schock-Fotos“ oder „ekelhaft“ zu versehen. Für Vietnamesen dürften die Bilder alltäglich sein und auch nicht ekliger als für einen Mitteleuropäer Bilder aus einem Schlachthof.

Aber sei’s drum. „Bild“ schreibt außerdem:

„Dieser schwarz-weiße Straßenhund wird süß-sauer serviert. (…) Ein Schlachter schneidet einem Straßenhund die Kehle durch, hängt das Tier zum Ausbluten auf einen Haken.“

Woher „Bild“ wissen will, dass es sich um einen „Straßenhund“ handelt, wissen wir nicht. Die Beschreibung der Agentur, von der „Bild“ die Fotos übernommen hat, gibt darüber keine Auskunft. Und der Fotograf der Bilder, Tristan Savatier, berichtet uns, das sei Unsinn: „Diese Hunde (Schlacht-Hunde) werden in Farmen aufgezogen. Sie haben keine Namen. Sie sind wie jedes andere Schlachttier.“

Und wer nicht nur lesen will, was sich „Bild“, so Savatier, „ausdachte, um eine Boulevard-Geschichte daraus zu machen“, kann sich sämtliche Bilder und Beschreibungen hier anschauen.

PS: In dem „Bild“-Artikel heißt es außerdem:

„‚Thit chó‘, nennen die Einheimischen dieses zweifelhafte Vergnügen. Wörtlich übersetzt: einen (heißen) Hund essen.“

Wörtlich übersetzt allerdings heißt Thit Fleisch und Chó Hund. Hundefleisch also.