Schlingensief, Computermüll, Kall

Westlicher Computermüll in Ghana und China, Christoph Schlingensief und sein Opernhaus, ein Tamedia-CEO, der „vor allem in den Journalismus zu investieren“ will und der SRG-Scherbenhaufen nach Armin Walpen.

1. Martin Kall gegen das „Heruntersparen der Redaktionen“

(medienforum.nrw.de)

Bemerkenswerte Aussagen von Tamedia-CEO Martin Kall in seiner Keynote am Internationalen Printkongress. Kall riet anderen Verlagen, „vor allem in den Journalismus zu investieren“. Denn: „Wir können uns das Heruntersparen der Redaktionen nicht leisten.“ Ist das ein cleverer Schachzug, um die Konkurrenz zu verwirren? Schliesslich hat Tamedia bei seinem Flaggschiff Tages-Anzeiger eben die Printredaktion merklich ausgedünnt. Und auf tagesanzeiger.ch fährt das Unternehmen einen journalismusarmen Boulevardkurs.

2. „Die SRG in der Krise“

(nzz.ch, Francesco Benini)

„Armin Walpen geht und hinterlässt einen Scherbenhaufen.“

3. „Vertragspiraten“

(heise.de/tp, Peter Mühlbauer)

„Die FAZ, die seit Monaten eine Kampagne für neue Leistungsschutzrechte gegen ‚digitale Enteignung‘ fährt, lizenzierte Texte von Elke Heidenreich ohne deren Wissen und ohne finanzielle Beteiligung.“

4. „Der Tag, an dem das Fernsehen dabei war, als Michael Jackson starb“

(faz-community.faz.net/blogs/fernsehblog, Peer Schader)

Peer Schader fragt sich, warum die „ARD-Tagesschau“ mit Michael Jackson aufmacht und was Uri Geller in den „Tagesthemen“ macht. Und ZDF-Korrespondent Klaus-Peter Siegloch beobachtet in New York: „Es sind viele Fernsehanstalten hier, die live berichten.“ Hier ein Cartoon (picturesforsadchildren.com), der die Nichtinformationen gut auf den Punkt bringt.

5. „Digital Dumping Ground“

(pbs.org, Video, 20:29 Minuten)

Ein kleiner Teil des westlichen Computermülls wird vorschriftsgemäss entsorgt. Ein grosser Teil aber landet in Ländern wie Ghana, China, Vietnam oder Indien. Manchmal inklusive privaten Bildern und Kreditkartennummern.

6. „Ein Opernhaus für Ougadougou“

(schlingensief.com, Christoph Schlingensief)

Der lesenswerte Zeit-Artikel von Anita Blasberg über Christoph Schlingensief, der, „schwer an Krebs erkrankt, durch Afrika reist und einen Bauplatz für sein Festspielhaus sucht“, ist online. Aufkommender Kritik an seinem Unternehmen auf nachtkritik.de antwortet er: „Natürlich bin ich ein Onkel in der Sänfte„.