Enteignet Springer, Twitter, Lebrument

Während die „Zeit“ das Netz als Feind und trügerisch einstuft, bringt „Time“ Twitter aufs Cover. Über die Finanzierung der „Enteignet-Springer“-Kampagne. Immer tiefere Bildhonorare. Die Presseschau.

1. „Augstein finanzierte ‚Enteignet Springer'“

(meedia.de, ga)

In einem online (noch?) nicht zugänglichen Feuilleton-Artikel in der Frankfurter Allgemeinen schreibt Peter Schneider, dass in die „Enteignet Springer“-Kampagne „beträchtliche Summen“ von „Spiegel“-Chefredakteur Rudolf Augstein und „Stern“-Chefredakteur Henri Nannen geflossen seien. Auf Anfrage von Meedia sagt Peter Schneider: „Springer war der größte Haifisch im Becken, das weckte auch Konkurrenzgefühle. Sicherlich waren da nicht nur noble Motive im Spiel, sondern auch der Versuch, einen marktbeherrschenden Verlag kleiner zu machen.“

2. „‚Angemessene‘ Vergütungen“

(bildjournalisten.djv-online.de)

„Was die Verleger jetzt anbieten – 22 bis 33 Euro fürs Bild“.

3. „Chinas Medien zum Tiananmen-Massaker“

(faz.net, Mark Siemons)

Noch immer wird in China jede Diskussion zum Tian’anmen-Massaker „im Keim erstickt“: „Seit zwanzig Jahren herrscht ein Schweigegebot, das in einem immer groteskeren Missverhältnis zu den Bemühungen der regierenden Partei steht, sich ein rechtliches und souveränes Ansehen zu geben – und diese von innen her vergiftet.“

4. „Rote Köpfe im Präsidium des Verbands Schweizer Presse“

(kleinreport.ch)

Hanspeter Lebrument, Präsident des Verbands Schweizer Presse, plant offenbar ein „politisches Manifest“: „Die rasant voranschreitende Medienkonzentration könne nur mit verbesserten Rahmenbedingungen gestoppt werden.“

5. „Die Dialektik des Jens Jessen“

(falk-lueke.de)

Das Netz als Feind“ hiess es vor zwei Wochen, „Das Netz trügt„, heisst es heute. Falk Lüke dazu: „Abgesehen davon, dass mich der EBolschewismusvergleich angesichts des Leninbildes in Herrn Jessens Büro leicht amüsiert: Soziale Umgangsformen einzufordern und eine zweifelsohne höchst pluralistische Gruppe wie die der Internetnutzer pauschal als ‚großmäulig‘ abzutun, das ist in einem Absatz schon mehr als Dialektik: Es ist einfach nur verlogen.“

6. „How Twitter Will Change the Way We Live“

(time.com, Steven Johnson)

Während deutschsprachige Publikationen über immer neue Technologien meckern, ehrt Time die Website twitter.com mit einer Titelgeschichte.