Horx, Popel, Zeitungszeugen

Matthias Horx glaubt, dass Zeitungen boomen werden, die „Popel-Affäre“ als Lehrstück und der Zeitungszeugen-Beschlagnahmebeschluss war rechtswidrig. Die Presseschau.

Nazi-Kitsch am Kiosk: Zeitungszeugen (Keystone)

1. „Wie bunt das Leben in ‚hallo deutschland‘ wirklich ist“

(medienpiraten.tv, Peer Schader)

Peer Schader beschäftigt sich mit dem „Unfall- und Katastrophenmagazin ‚hallo deutschland'“ auf ZDF. Und fragt sich, ob man „eine Ansammlung aus anmoderierten Todesfällen mit gelegentlicher Exkursion ins Privatsender-Metier ‚journalistisch‘ nennen kann ohne sich dafür zu schämen.“

2. „Warum die ‚Popel-Affäre‘ ein Lehrstück ist“

(meedia.de, Georg Altrogge)

„Weil die ‚Braunschweiger Zeitung‘ kritisch über die Geschäftsführer eines Media Markts berichtete, sollen diese Anzeigenaufträge storniert haben. Und weil der Chefredakteur hart blieb, wird die Elektronik-Handelskette wohl einlenken, um den Imageschaden in Grenzen zu halten: ein ungewöhnliches Lehrstück der Medienrealität 2009.“

3. Interview mit Matthias Horx

(persoenlich.com, Matthias Ackeret)

Der gerne als „Zukunftsforscher“ titulierte Alles-und-nichts-Experte Matthias Horx beruhigt die Printverlage. Er hält Papier im Grunde für einen sehr guten Datenträger. „Geduldig, einfach zu bedienen, recycelbar.“ Die Verlage müssten sich nur auf ihre Kernkompetenzen verlassen: „Sinnproduktion, Opulenz, Haptik. Gute Qualitätszeitungen werden überleben oder sogar boomen.“ Der Qualitätsjournalismus sterbe auch nicht – „er wird nur ergänzt.“

4. „Zeitungszeugen-Beschlagnahmebeschluss war rechtswidrig“

(heise.de/tp, Peter Mühlbauer)

„Nach den urheber- erwiesen sich auch die propagandarechtlichen Vorwürfe als nicht haltbar.“

5. „Dritte Programme – Die Bundeslandsliebhaber“

(fr-online.de, Jan Freitag)

„Es weht ein Hauch von Heimat durchs Fernsehland, der sich zusehends zum Sturme auswächst. Unentrinnbar, unablässig, unkritisch. Wie ein behaglich stimmendes Volkslied. Kein schöner Land in dieser Zeit – die alte Weise des 19. Jahrhunderts scheint heute Motto für ein öffentlich-rechtliches Programmkonzept.“

6. „Besuch im Discount-Bordell – Billig willich“

(taz.de, Katharina Finke)

„In Hamburg gibt es seit 2004 das erste Discountbordell. Das Konzept ist so erfolgreich, dass die Betreiber jetzt Lizenzen für Franchise-Unternehmen anbieten.“