ORF, Eiltz, Spring, Gottlieb

Gespräche mit Roy Spring, Ernst Elitz und Martin Gottlieb, ein Manifest zur Rettung des ORF und die New York Times, die bei den europäischen Verlagen mehr Licht als Schatten sieht. Die Presseschau.

1. „Manifest: Rettet den ORF!“

(diepresse.com)

„Österreichs unabhängige Zeitungen starten die Aktion ‚Rettet den ORF‘: Denn Parteipolitik und Führungsprobleme bedrohen Existenz und Unabhängigkeit.“

2. „Macht die Glotze aus!“

(tagesspiegel.de, Mercedes Bunz und Nadine Lantzsch)

„Wenn heute keine Generation wütend an die Mattscheibe klopft und Einlass fordert, hat das einen Grund: Wir toben uns woanders aus. Über das Fernsehen ärgern wir uns nicht lang. Gut, kurz waren wir ein wenig wehmütig. Aber warum sollen wir uns übergangen und unterdrückt fühlen, wenn unser Computer die viel besseren Angebote macht?“

3. Interview mit Ernst Elitz

(fr-online.de, Daland Segler)

Der abtretende Intendant von Deutschlandradio Kultur erklärt, wie es „vollkommen wahnfrei“ gelungen sei, „den Altersdurchschnitt der Hörerschaft auf 49-50 Jahre zu senken“: „Wir bringen über den Tag keine langen Sendungen, sondern fünf, sechs, sieben Minuten lange Beiträge, immer unterbrochen von Kultur- oder auch Weltnachrichten, ein relativ kurzer Rhythmus, wo man einschalten, aber auch schnell wieder rausschalten kann“.

4. Interview mit Roy Spring

(persoenlich.com)

Kommunikatons-Allrounder Roy Spring fällt ein Urteil über die aktuellen Journalisten: „Je härter die Umstände, desto mehr versuchen die Journalisten ihre schwindende Bedeutung mit dem Anschein von Wichtigkeit zu kompensieren. So werden sie zu Missionaren ihrer Ideologien — statt neugierige Beobachter zu bleiben. Kein Wunder, macht es oft keinen Spass, ihre Texte zu lesen. Viele, die ich früher bewundert habe, sind heute fantasielose Wiederkäuer ihrer alten Ansichten.“

5. Interview mit Martin Gottlieb

(spiegel.de, Stefan Simons)

Für Martin Gottlieb, leitender Redakteur der ‚International Herald Tribune‘, ist die Zeitung noch nicht am Ende: „Zeitungen, heißt es, seien dem Tod geweiht wie einst Dinosaurier. Tatsächlich sind sie für Millionen Menschen noch immer die wichtigste Informationsquelle.“

6. „European Newspapers Find Creative Ways to Thrive in the Internet Age“

(nytimes.com, Eric Pfanner)

Die New York Times guckt neidisch nach Europa, das noch gar nicht richtig in der Medienkrise angekommen ist. Die Rezession habe noch nicht durchgeschlagen, weil sich europäische Zeitungen mehr auf Leser denn auf Werbung stützen würden. Positiv erwähnt: Axel Springer, Schibsted, VG Nett.