ProSieben, Schwarzer, Stewart, Davies

Alice Schwarzer vertraut weiterhin auf das Institut für Rationelle Psychologie, Nick Davies prophezeit Minimedien und in Winnenden werden Schüler bezahlt, damit sie sich weinend umarmen. Die Blog- und Presseschau heute.

1. „Winnenden: 100 Euro für eine Tränen-Aufnahme“
(wuv.de, Jochen Kalka)
„Schülern wurde gegen Cash diktiert, was sie vor laufender Kamera sagen sollten. Auch der Satz ‚Tim wurde von seinen Mitschülern gemobbt‘, soll gekaufte Filmware gewesen sein. Andere Schüler wurden, ebenfalls gegen ein Entgeld von 20 bis 100 Euro, gebeten, Blumen oder Kerzen abzulegen und sich dann weinend zu umarmen.“

2. „Gibt es noch recherchierende Journalisten?“
(carta.info, Marvin Oppong)
Alice Schwarzer belegt ihre Thesen in der Welt und im Standard zu den Auswirkungen von Pornografie mit Untersuchungen von Henner Ertel vom G.R.P. Institut für Rationelle Psychologie. Dieses wurde aber 2008 von Jochen Paulus in der Zeit als unseriös enttarnt. Gegen Henner Ertel läuft ein Strafverfahren, ihm „wird vorgeworfen, die Grade ‚Doktor‘ und ‚Professor‘ zu Unrecht zu führen.“

3. Pro7 Newstime täuscht Nachrichten vor
(dwdl.de, Jochen Voß)
„Am Wochenende verstörte ProSieben seine Zuschauer mit Programmtrailern im Stil einer echten Nachrichtensendung.“ Auf YouTube zu sehen einmal das in Rekordzeit gealterte Baby, einmal der von Insekten angegriffene Mann.

4. „Staatsfreier Raum“
(merkur.de, Karla Sponar)
„Die Medienexperten Stephan Weichert und Leif Kramp forderten vor drei Wochen im RM Gebühren für Qualitätszeitungen. Jetzt bekommen sie Kontra.“

5. Interview mit Nick Davies
(derstandard.at, Doris Priesching)
Guardian-Journalist Nick Davies: „Wir bewegen uns auf etwas zu, das ich ‚Minimedien‘ nenne. Kleine Gruppen von Journalisten gründen eine Webseite und besetzen eine kleines Gebiet, geographisch zum Beispiel eine kleine Stadt oder thematisch die Nahrungsmittelindustrie.“

6. „Komiker, Bürger, Säugetier“
(taz.de, Leonie Roos)
„Die politische Satire in Amerika erlebt mit Jon Stewarts ‚Daily Show‚ ein goldenes Zeitalter. Doch die eigentliche Zielscheibe der Kritik sind nicht Politiker, sondern die Medien.“