Neven DuMont, Darwin, Winnenden

Dreimal Winnenden, zweimal Gedanken über die Zukunft der Zeitung, einmal Pressefreiheit in der Türkei. Die Blog- und Presseschau zum Wochenbeginn.

Fordert Charaktere in den Medien: Alfred Neven DuMont (Keystone, Archiv)
1. Interview mit Cigdem Atakuman
(spiegel.de, Daniel Steinvorth)
Cigdem Atakuman, Chefredakteurin von Bilim ve Teknik, wird nach einer Titelgeschichte über Charles Darwin entlassen: „Die Titelgeschichte über Darwin sei ein großer Fehler gewesen, ein unentschuldbarer Fehler. Im jetzigen politischen Klima in der Türkei könne so was als Provokation verstanden werden.“

2. Interview mit Alfred Neven DuMont
(sueddeutsche.de, Hans Werner Kilz)
Verleger Alfred Neven DuMont glaubt, den Zeitungen heute brauchen vor allem Charakter, um sich unentbehrlich zu machen: „Wenn Sie unsere Öffentlichkeit anschauen – von den Bischöfen bis zur Politik, Unternehmer, Gewerkschaften -, es ist eigentlich mehr ein ineinander übergehender Einheitsbrei. Ich will nicht gerade sagen charakterlos, das klingt vielleicht ein bisschen wild, aber charakterarm, profilarm.“

3. „Die hohle Hand beim Staat ist kein Rezept gegen die Medienkrise“
(onlinereports.ch, Peter Knechtli)
„Wenn sich die Medieninhalte immer stärker am Showbizz-, Beauty- und Promi-Barometer und seinem beliebigen Wahrheitsgehalt orientieren, während gleichzeitig die Mittel für tiefgründige Analysen und Recherchen fehlen, dann verlieren die Medien ihre fundamentale Funktion als Informations-Vermittlerin.“

4. „schleifen, nichts als schleifen“
(intrig.antville.org, Peter Praschl)
„- Was haben Sie denn jetzt gestern erfahren?
– Dass die Twitteranten schnell sind. Dass sie schneller nichts wissen als die anderen, die alle auch nichts wissen.“

5. Die Abendnachrichten
(hanno.de, Hanno Zulla)
„Guten Abend, meine Damen und Herren, Sie sehen die Abendnachrichten. Es hat einen Amoklauf an einer Schule gegeben. Schrecklich, schrecklich. Wir zeigen Ihnen nun grausame Bilder.“

6. Sarah Jovanovic für RTL aus Winnenden
(youtube.com, Video, 1:18 Minuten)
Vor Ort sein ist schon mal gut. Noch besser ist es aber, wenn man mehr gesehen oder gehört hat als der Fernsehzuschauer selbst sehen und hören kann.