Kommentare zu Tamedia / Edipresse

Drei Kommentare zum Zusammenschluss der Medienhäuser Tamedia und Edipresse, eine Ordnung der Journalistenseelen und ein Blick auf das Verhältnis zwischen Google und den Printverlagen. In der Presseschau heute.

1. „Publizistik nicht relevant“
(presseverein.ch)
Der Zürcher Presseverein, Vertreter von 1500 Journalisten, fragt sich, warum im Communiqué zum Zusammenschluss der Verlagshäuser kein Wort zur Publizistik fällt. Die Antwort: „Facebook und Google heissen nun die Konkurrenten. Die Publizistik ist nur noch ein untergeordneter Faktor.“

2. „Nous sommes tous des Zurichois“
(tagesanzeiger.ch, Jean-Martin Büttner)
„Gerade Edipresse hat gezeigt, dass Grösse noch keine Qualität garantiert. Manche Edipresse-Produkte neigen zu einer Berichterstattung, die Journalismus als eine Art Bewegungsmeldung begreift. Ihre Artikel erzählen plastisch und farbig, was zwar attraktiv zu lesen ist, aber oberflächlich bleibt.“

3. Übernahmekandidat Ringier?
(bundblog.derbund.ch, Artur Vogel)
Artur Vogel, Chefredaktor Bund (Tamedia), schätzt die Konkurrenz so ein: „Auch die NZZ-Gruppe wird einer Fitnesskur unterzogen, während Ringier eine klare Strategie vermissen lässt und damit längerfristig zum Übernahmekandidaten werden dürfte.“

4. „Google und die Printmedien“
(yourposition.ch, Lukas Stuber)
Lukas Stuber macht sich Gedanken über das Verhältnis zwischen Google und den Printverlagen: „Denn wenn die Verlage unter anderem Googles wegen ihre Online-Bemühungen einstellen, gibts weniger Qualitätscontent, den Google aggregieren könnte, worauf Google als Plattform für die User uninteressanter wird. Folge: Die Werbekunden wandern ab, und Google serbelt. Grund des Scheiterns: zu viel Erfolg.“

5. „Die Journalisten-Schablone“
(welti.ch, Philippe Welti)
In einem Artikel für den Schweizer Journalist (PDF-File) teilt PR-Berater Philippe Welti Journalisten, bzw. ihre Journalistenseele in verschiedene Kategorien ein. Mit dabei unter anderen: Thomas Benkö („Der Gadget-Junkie“) oder Frank A. Meyer („Der Repräsentant“).

6. „Live-Moderatorenwechsel nach Kollaps in Sendung“
(dwdl.de, Jochen Voß)
„Doppelmoderation geht eigentlich anders: Am Montag Abend begann das ‚Nachtjournal‘ bei RTL mit Ilka Eßmüller als Moderatorin – und endete mit Christoph Lang. Nach einem Kreislaufzusammenbruch Eßmüllers sprang der Kollege kurzerhand und unvorbereitet ein.“