Tamedia, Edipresse, Scheuring

Edipresse und Tamedia fusionieren, Christoph Scheuring erklärt, warum ein LKW kein Brummi ist und Spießer Alfons rät, PR unter P wie Papierkorb abzulegen. Die Presseschau.

1. Edipresse und Tamedia: Fusion in der Schweiz
(tamedia.ch, Medienmitteilung)
Bedeutende Umwälzungen in der Schweizer Verlagslandschaft: Die Nummer 2 und die Nummer 3 der Verlagshäuser (Umsätze 2007) fusionieren. Als Konkurrenten verbleiben Ringier und die NZZ Gruppe. Und als kleinere Marktteilnehmer die Basler Zeitung Medien, die AZ Medien Gruppe, die LZ Medien Gruppe und die Südostschweiz Mediengruppe.

2. „Falsche Freunde“
(blog.handelsblatt.de/indiskretion, Thomas Knüwer)
„Von der zweifelhaften journalistischen Qualität eines ‚Spiegel‘-Titels.“

3. Interview mit Christoph Scheuring
(reporter-forum.de, Ariel Hauptmeier)
Der Reportage-Journalist Christoph Scheuring in einem 11-seitigen Interview (PDF-File). Er rät jedem Anfänger, „sich nicht alles gefallen zu lassen“ und bei den redigierenden Kollegen um Formulierungen zu kämpfen. „Du musst deinen Stil entwickeln, du musst um deinen Stil kämpfen. Nur so kannst du unterscheidbar werden. Aber der Grad ist schmal zwischen einer Leidenschaft für die Sprache und Renitenz.“

4. „Rettungsplan für Verlage!“
(off-the-record.de, Spießer Alfons)
Spießer Alfons hat ein Rezept, „wie in den Medien auch kritische Beiträge möglich“ sind: „Was die PR-Abteilungen da Tag für Tag an die Redaktionen schicken, wird fortan ablegt unter P wie Papierkorb! Keine Schleichwerbung mehr für Produkte, die Werbegeld einsparen wollen, weil die Redaktionen die Werbung kostenlos verarbeiten!“

5. „Warum Montgomery scheiterte“
(cicero.de, Hans-Jürgen Jakobs)
Hans-Jürgen Jakobs, verantwortlich für sueddeutsche.de, schreibt über „Private-Equity-Monster“: „Staunend verfolgt die globale Bürgerschaft, wie moderne Zaren vom Typus Rupert Murdoch ihre Imperien erweitern, wie sich Oligarchen mal kurz eine Zeitung kaufen, wie ein Silvio Berlusconi mitten in Europa dank seiner Medien absolutistisch herrschen kann oder wie der französische Polit-Aufsteiger Nicolas Sarkozy von lauter kleinen Medienfürsten umringt ist, die veröffentlichen, was ihm nutzt, und verschweigen, was ihm schadet.“

6. „Ein Fall für Karlsruhe“
(stern.de, Bernd Gäbler)
„Die Attacken führender Unionspolitiker gegen den ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender zeigen: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist anachronistisch organisiert. Das Bundesverfassungsgericht sollte klären, ob die geforderte ‚Staatsferne‘ im ZDF-Verwaltungsrat tatsächlich gegeben ist.“