NZZ mit Newsdesk, Blogs, BND

Blogs sind immer noch nicht tot. Empfehlungen für Journalisten in sozialen Netzwerken. 2009 will auch die „alte Tante“ NZZ einen Newsdesk einführen. Die Presseschau.

1. Die NZZ will den Newsdesk noch 2009 einführen
(werbewoche.ch, Pierre C. Meier und Urs Schnider)
CEO Albert Stäheli im Interview: „Es wird hier bei uns im 2. Stock des Hauptgebäudes das Newsdesk-Konzept eingeführt. Die Schulung der Leute läuft bereits, auch die Mitarbeitenden der NZZ-Printredaktion durchlaufen die Schulung im Onlinebereich. Die Idee ist, die Dossierkompetenz, die in allen Bereichen unseres Printproduktes hervorragend vorhanden ist, auch in den Onlinebereich zu bringen und umgekehrt.“

2. „Abschied von der Tante“
(weltwoche.ch, Kurt W. Zimmermann)
Während Roger Köppel im Editorial den Ringier-Verlag angreift, verabschiedet sich Kurt W. Zimmermann von der „Tante“ NZZ, doch es sei noch ein langer Weg, „denn das alte Prinzip der Verantwortungsscheu und Führungsskepsis ist erst auf der kommerziellen Etage verschwunden, nicht aber in der Redaktion.“ Die als „unaufgeregte Reflexion“ verklärte Langsamkeit sei oft nur Bequemlichkeit. „Allzu häufig hält das Blatt mit dem Tempo einer sich immer schneller drehenden Informationsindustrie nicht mehr mit.“

3. „Journalismus als Charity-Projekt“
(cicero.de, Alexander Görlach)
Der Ressortleiter Online bei Cicero, Alexander Görlach, macht sich Gedanken über den Verfall der klassischen Medien: „Denn mit der Verlagerung auf Newsportale, die dem Marktführer Spiegel Online nacheiferten und deshalb überall gleich aussahen, wurden bei gleichzeitiger Entlassung von guten journalistischen Köpfen das Deutungs- und Kommentierungspotenzial aus den Redaktionen ausgelagert und den freischaffenden Künsten zugeschlagen.“

4. „Empfehlungen für Journalisten in sozialen Netzwerken“
(akademie-fuer-publizistik.de, Kirstin Marquardt)
„Die Prognosen im Web 2.0 für 2009 sind sich in einer Hinsicht einig: Zu erwarten sind weniger revolutionäre Neuigkeiten. Das Neue wird Normal. Twitter wird von der Nischenanwendung zum Mainstream, Facebook das wirkliche Second Life werden. Viele Journalisten twittern bereits, immer mehr Redaktionen erkennen die Bedeutung, die soziale Netzwerke für sie haben könnten.“

5. „Morgendämmerung der Bloglandschaft“
(saschalobo.com)
Noch im November 2008 wurden sie von Wired für nahezu tot erklärt, doch sie leben nach wie vor: Blogs. Sascha Lobo weiss auch warum: Weil Twitter die spontanen Kurzeinträge übernommen hat. Was wiederum in Blogs zu ausgereifteren Beiträgen geführt hat: „Noch ein wenig eingekeilt zwischen den tapsigen Informationsriesen der klassischen Medien und dem hibbeligen Hyperaktivisten Twitter transportieren Blogs die Stimmung der digitalen Öffentlichkeit, das Gefühl der Netzöffentlichkeit.“

6. „Mr. Security“
(3sat.de, Video, 6:12 Minuten)
Was passiert eigentlich, wenn man an der gigantischen Baustelle des Bundesnachrichtendienstes (BND) an der Chausseestrasse in Berlin eine Leiter aufstellt und über den Zaun guckt? Der Aktionskünstler Christoph Faulhaber hat es ausprobiert.