Meckel, Stellenkürzungen, ARD-Börse

In der heutigen Medienlese: Miriam Meckel antwortet, die Schweiz reagiert gleichgültig auf Kürzungen in den Zeitungen und Anja Kohl (Börse im Ersten) unter Beschuss. Ausserdem: Google sieht Bezahlmodelle skeptisch, Blogger ergänzen Journalismus und die polnische Presse in Aufruhr wegen Spiegel-Titel.

1. Miriam Meckels Antwort
(miriammeckel.de, Miriam Meckel)
Miriam Meckel antwortet auf Stefan Niggemeiers Artikel in der FAZ. Sie hält die momentane Debattenkultur um die Zukunft des Journalismus (online wie offline) für ein „Trauerspiel“. Sie selbst sei zu einem „Gegner (…) stilisiert“ worden, der sie nicht sei. Sie habe „viele sehr kluge und interessante Kommentare in den Blogs gefunden, aber auch ziemlich viel Bullshit.“

2. Kein öffentliches Echo auf Stellenkürzungen
(nzz.ch)
Die drastischen Stellenkürzungen bei den Schweizer Zeitungen „Tagesanzeiger“ und „Bund“ werden laut NZZ zwar wahrgenommen, es finde aber „kein Aufschrei, höchstens ein wenig Stirnrunzeln und ein bisschen Empörung vonseiten der schwachen Arbeitnehmerorganisationen“ statt. Gründe für die lauen Reaktionen seien die allgemein schlechte Wirtschaftslage sowie das Überangebot an Medientiteln.

3. ARD-Börsenexpertin arbeitet für DAX-Firmen
(carta.info, Marvin Oppong)
Anja Kohl, Börsenexpertin der ARD und oft persiflierte Figur, ist regelmässig für die Privatwirtschaft tätig, so Marvin Oppong. Er wirft ihr vor, Veranstaltungen moderiert zu haben, die von „DAX-Firmen, die auch Gegenstand von Kohls Börsenberichterstattung in der ARD sind“ mitfinanziert worden sind.

4. Google sieht Bezahlmodelle skeptisch
(ft.com, Video 10:22 min)
Googles CEO Eric Schmidt sieht Bezahlmodelle für Nachrichten nach wie vor skeptisch. Bis auf wenige, hoch spezialisierte Ausnahmen werde sich das Paid-Content-Modell nicht durchsetzen. Google selbst werde sich nicht an Zeitungen beteiligen, da dies eine Grenze zwischen Technologieanbieter und Content-Lieferanten überschreiten würde.

5. Studie: Blogger ergänzen professionellen Journalismus
(journalistiklehrbuch.wordpress.com)
Eine aktuelle [amazon 3531157671]Studie[/amazon], die “Vermittlungsakteure, -strukturen und -leistungen der aktuellen Internetöffentlichkeit” untersucht hat, kommt zu der Erkenntnis, dass „Blogger punktuell journalistische Leistungen erbringen und für die journalistische Recherche wichtig geworden sind“.

6. Wäscht Spiegel-Titelstory die Deutschen rein?
(taz.de)
Teile der polnischen Presse sind empört über die „Spiegel“-Titelgeschichte „Die Komplizen“ in der die These vertreten wird, dass der Holocaust ohne die Hilfe Nicht-Deutscher in diesem Ausmass nicht möglich gewesen sei. Das Magazin „Fakt“ schreibt: „Die Deutschen waschen sich rein“.