Zuckerberg, Newsnetz, Heinrich

Ein Profil für Facebook-Gründer Zuckerberg, Zuwachs für Tamedias Newsnetz und Die Zeit macht Heinrich zum neuen Wilhelm – in unserer Presseschau.

1. Facebook-Gründer Zuckerberg: „Mann ohne Profil“
(freitag.de/The Observer, Simon Garfield)
„Mark Zuckerberg vernetzt Millionen von Menschen mit persönlichen Daten auf Facebook. Über sich selbst schweigt der 24-jährige Gründer des sozialen Netzwerks lieber“ – also nähert sich Simon Garfield dem reichsten jungen Mann der Welt persönlich. Und über Gerichtsakten.

2. „Österreichs Journalisten: Sie ticken anders“
(Carta, Stephan Russ-Mohl)
„Österreichische Journalisten nehmen besonders gerne Einfluss auf die politische Agenda und neigen zu einer spezifisch österreichischem Form des Kampagnenjournalismus. Sie halten sich deshalb trotzdem für besonders kritische Aufklärer“ – und mehr als doppelt so viele wie in Deutschland sehen es als ihre Aufgabe, Unterprivilegierten zu helfen.

3. „es hypt“: Blick am Abend druckt Twitter-Nachrichten
(benkoe.ch, Thoms Benkö)
Der Nachrichtenchef von Blick am Abend erklärt: „wieso eigentlich twitter?“ und „was muss ein tweet erfüllen, damit er als ‚tweet des tages‘ in frage kommt?“

4. Newsnetz greift um sich
(Klein Report)
Tamedias Thurgauer Zeitung ist seit Donnerstag im Online-Verbund Newsnetz. Der Mantelteil von thurgauerzeitung.ch kommt nun aus Zürich, zwei Redakteure sind für regionale Inhalte zuständig. Zusammen mit Basler Zeitung, Berner Zeitung, Bund und Tages-Anzeiger kooperieren nun fünf Zeitungen im Netz.

5. „jmd. einen Heinrich unterjubeln“
(stefan-niggemeier.de, Stefan Niggemeier)
Die Zeit erlaubt sich einen großen Spaß – jedenfalls wird man nachträglich kaum das Gegenteil hören – und verballhornt die Wilhelm-„Staatsaffäre“, indem sie in einem Text über die Namensposse des Wirtschaftsministers Guttenberg den fälschlich verbreiteten Namen Wilhelm konsequent durch Heinrich ersetzt. Das kommt anscheinend nicht überall an – Niggemeier fragt sich, ob die Zeit „der senile Opa der Nation“ sei.

6. Massenmedien vs. Internet-Gewusel
(Neue Zürcher Zeitung)
Vorsicht, Selbstreferentialität: „Otfried Jarren hält die klassischen Massenmedien für unabdingbar. Ohne Presse, Radio und Fernsehen, welche die Informationen kanalisieren, könne eine Gesellschaft nicht funktionieren, sagt Jarren. Der Blogger Ronnie Grob dagegen lobt das demokratisierende Potenzial der neuen digitalen Techniken.“ Hier die Beiträge von Ronnie, „Das Internet fördert die Demokratie: Warum die Menge intelligenter und effizienter als Eliten entscheidet“ und Otfried Jarren, „Unersetzbare soziale Institutionen: Die verkannten Vorteile der klassischen Medien“.