Recherchen, Boxer, Medienrevolutionen

Es gibt keine Trennung mehr zwischen Blogger und Journalisten, die Recherche tritt in den Hintergrund und „bei Peter Turi war es ein bisschen wie bei Henry Maske“. Die Presseschau.

1. „Vertrag von Lissabon – Londons Presse und Irlands Nein“
(faz.net, Henning Hoff)
„Im Juni haben die Iren den Vertrag von Lissabon abgelehnt. Ein EU-Papier macht dafür den wachsenden Einfluss europaskeptischer Medien aus Großbritannien verantwortlich. Der Vorsitzende der Journalistengewerkschaft in Irland warnt vor einer ’simplen‘ Schuldzuweisung.“

2. „Wo steht der Recherchejournalismus in Deutschland?“
(dradio.de, Michael Meyer)
„Recherche gilt als Grundtugend und wichtigstes Werkzeug eines jeden Journalisten: Je gründlicher, desto besser. Doch in den letzten Jahren hat gerade die Recherche in den Redaktionen gelitten: Knapper werdende Budgets, personelle Ausdünnung und größer werdender Zeitdruck sorgen dafür, dass die Recherche zunehmend in den Hintergrund tritt.“

3. „SPIEGEL-Beitrag ‚Freispruch für Gen-Baumwolle‘ liest sich wie eine Pressemitteilung von Monsanto“
(spiegelblog.info, T. Engelbrecht)
Das Spiegel-Blog beschäftigt sich mit dem Spiegel-Artikel „Freispruch für Gen-Baumwolle“ vom 17.11.2008 und beleuchtet einige Hintergründe.

Nachtrag: Über Engelbrecht und seine „journalistische“ und „wissenschaftliche“ Arbeit gibt es mehrere kritische Berichte – zum Beispiel bei ScienceBlogs und bei Esowatch. Mit dem Spiegelblog und der Argumentation des Autors hat sich Torsten Dewi ausführlich beschäftigt, erst mittels Kommentaren im Spiegelblog, jetzt in einem ausführlichen Beitrag in seinem Blog. (19.1.2009, ore)

4. „Zurück im Ring“
(tagesspiegel.de, Tim Klimeš)
Zurzeit geradezu inflationär zu lesen sind Erfolgsstories über den Mediendienst turi2 von Peter Turi, dem in der Branche „immer wieder Schlampigkeit und Ungenauigkeit vorgeworfen“ wird. Diesmal macht Turi seine Rückkehr in den Ring als Henry Maske: „Die ‚Zwei‘ steht für seinen zweiten Versuch, im Internet erfolgreich zu sein. Ein Versuch auch, ‚wieder zu leben, die Familie wieder ernähren zu können‘, sagt Turi.“

5. „Es gibt keine Trennung in Blogger und Journalisten“
(skroll.ch)
„Es gibt nur noch Personen, die publizistisch tätig sind und sich im Geschäftsmodell, dem Inhalt/Genre, der Zusammenarbeit, der Darstellungsart, dem Verbreitungmedium, der Beteiligungsmöglichkeit und Einbindung von Rückmeldungen sowie der Vernetzung unterscheiden.“

6. „Total undigital“
(dasmagazin.ch, Thomas Zaugg)
„Noch immer glauben einige Blogger, die reine Form ihrer Blogs sei der Stoff, aus dem Medienrevolutionen gärten. Dabei entgeht ihnen und oft uns allen, dass es gerade im Zeitalter der Information eben niemals nur auf die Form und Vermittlung der Information ankommt, sondern auf den Inhalt, die Qualität.“