Wochenrückblick Nr. 42

Elke Heidenreich will es brennen sehen, Schweizer Gericht beanstandet verdeckte Recherche, ARD und ZDF beenden Tour-de-France-Liveübertragung und das Internet macht „jung und klug“.

Elke Heidenreich will es brennen sehen, Schweizer Gericht beanstandet verdeckte Recherche, ARD und ZDF beenden Tour-de-France-Liveübertragung und das Internet macht „jung und klug“ – unser Rückblick auf die 42. Kalenderwoche.

Elke Heidenreich und Marcel Reich-Ranicki: Kampf dem Trash-TV (Keystone)
In einem hinreißenden Beitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung beschwert sich Elke Heidenreich, dass Literatursendungen wie ihre eigene einen unmöglichen Sendeplatz haben: „Klar, verschiebt uns in die Nacht und sagt dann: komisch, die Quoten sind niedrig. Man sollte im übrigen Quoten endlich mal kompetent hinterfragen.“ Seit Anfang des Jahres warte sie auf klare Ansagen, wann es wo mit ihrer Sendung im nächsten Jahr weitergehe. Ob es überhaupt weitergeht? Heidenreich hatte sich mit einem flammenden Appell („Reich-Ranickis gerechter Zorn“) auf die Seite von Marcel Reich-Ranicki und seiner Kritik am Fernsehen gestellt – „nun legt mir natürlich der gekränkte Intendant des ZDF nahe, nach meiner Kritik am Sender doch besser aufzuhören. Ich denke gar nicht dran.“ Entsprechend fällt die Überschrift aus: „Der Kampf fängt gerade erst an!“

Journalisten des Schweizer Fernsehens wurden vom Bundesgericht „zu bedingten Geldstrafen zwischen 5 und 15 Tagessätzen à 30 bis 350 Franken“ verurteilt. Die Sendung „Kassensturz“ hatte 2003 „in einer Privatwohnung heimlich Beratungsgespräche von Versicherungsvertretern mit einem Lockvogel gefilmt“, die Aufnahmen danach aber verfremdet, d.h. Gesicht und Stimme unkenntlich gemacht. Das Bundesgericht meinte, die gefilmten Aufnahmen seien nur von beschränkter Aussagekraft. Es sei „nicht notwendig gewesen, das Gespräch heimlich aufzunehmen“. Vielmehr sollte ein Journalist „in der Lage sein, nachträglich aufgrund kurzer Notizen ein Protokoll zu erstellen.“

Der noch nicht vor langer Zeit vom Magazin zur Weltwoche übergelaufene Peer Teuwsen wechselte als „Schweiz-Korrespondent“ zur Zeit. Thomas Gottschalk ärgerte sich über Berufskritiker. Er sei nicht mehr bereit, sich „nach 20 Jahren in diesem Geschäft rechtfertigen zu müssen“. Stern und Zeit wollten ihre Inhalte für Blinde „etwas zugänglicher zu machen“ und ARD und ZDF entschieden mal wieder, nun definitiv aus der Berichterstattung für die Tour de France auszusteigen.

Blick Online meldete in einer nicht als Werbung deklarierten Artikel, dass weiss die Trendfarbe von Autos sei und illustrierte das mit einem weissen Bikini und einer der CNN-Analysten wurde dabei erwischt, wie er sein Facebook-Konto prüfte.

Das Strassenmagazin Surprise darf nun, anders als letzte Woche gemeldet, doch auf schweizer Bahnhöfen verkauft werden und der Verlag Ringier kaufte die Website geschenkidee.ch und 11 Prozent der Internetnutzer schrieben ein Blog. Eine weitere Studie meldete, dass das Internet „jung und klug“ mache.

Meistgeklickt bei „6 vor 9“ wurde die Zusammenfassung von dwdl.de, was beim Fernsehpreis alles nicht gezeigt wurde, meistgelesen wurde Tamedias Wandel vom Seriös- zum Boulevard-Verlag.