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Raser

Die „Bild“-Zeitung hatte sich in der Schuldfrage und Unfallursache schnell festgelegt. Am ersten Tag ihrer Berichterstattung über den tragischen Tod der Schauspielerin Julia Palmer-Stoll fragte sie noch: „Achtete sie nicht auf den Verkehr?“ Aber schon am folgenden Tag nannte Bild.de den Fahrer des Autos in der Adresszeile „todraser“. Später berichtete „Bild“ von einem Gutachten, das der Vater der Toten in Auftrag gegeben haben soll, wonach „der Unfallfahrer mindestens 70 km/h, eventuell noch schneller gefahren sein muß“. „Bild am Sonntag“ legte nach: „Der Todesfahrer war viel zu schnell!“

Bewahrheitet hat sich das nicht. Nach einem Gutachten im Auftrag der Staatsanwaltschaft hätte der Fahrer zwar bremsen können, aber, so „Bild“ im Oktober:

Das Gutachten hält auch fest, daß sich der Unfallfahrer an die vorgeschriebene Geschwindigkeit (50 km/h) hielt.

Heute nun berichtet die „Bild“-Zeitung, wie andere Zeitungen auch, dass die Staatsanwaltschaft gegen den Autofahrer wegen fahrlässiger Tötung einen Strafbefehl über 150 Tagessätze beantragt hat. Anders als andere Zeitungen schließt „Bild“ daraus, dass das Leben von Julia Palmer-Stoll „nur 7.500 Euro wert“ gewesen sei. In anderen Zeitungen steht, dass der Unglücksfahrer „mit etwa 50 Stundenkilometern“ gefahren sei, also nicht schneller als erlaubt. In „Bild“ steht das nicht. „Bild“ nennt den Fahrer heute stattdessen:

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Danke an BUG für den Hinweis.