medienlese – der Wochenrückblick

Roger Köppels Kleider, das Inhaltsverzeichnis des Internet, Peter Turi beinahe Preisträger.

Roger Köppels Kleider, das Inhaltsverzeichnis des Internet, Peter Turi beinahe Preisträger.

Die Kleider des Chefredaktors der Weltwoche, Roger Köppel, scheinen zu interessieren. Nachdem im September 2007 eines seiner Gewänder als Konfirmandenanzug eingestuft wurde, konstatierte der Stylewatcher von wision.ch, dass Köppel innert einem Monat drei mal im selben Anzug in Fernsehsendungen aufgetreten ist. Ob Marie von Ebner-Eschenbach eine Hilfe sein kann? Sie sagte, gemäss zitate.net: „Man darf anders denken als seine Zeit, aber man darf sich nicht anders kleiden.“

Der Chefredakteur von Tomorrow, Jürgen Bruckmeier, kümmerte sich endlich um die Leute, die noch immer nach dem Inhaltsverzeichnis im Internet suchen – und schlug dafür sein Produkt vor. Er sagte: „Es gibt kein Inhaltsverzeichnis im Internet, da braucht es jemanden, der die Nutzer an die Hand nimmt.“

Während die Leser in der Schweiz ihr Gratisblatt in 20 Minuten durchgeblättert haben, schaffen das Leser in Litauen in 15 Minuten. In China wurde ein Bürgerjournalist von Gemeindeinspektoren totgeschlagen, weil er sich erdreistet hatte, sein Mobiltelefon aus der Tasche zu nehmen, um Fotos eines Bürgerprotests zu machen.

Wie schon viele Vorgänger musste eine weitere PDF-Zeitungsausgabe sterben, diesmal traf es den Daily Telegraph. Um das spezielle YouTube-Gefühl auch an hochauflösenden Bildschirmen zu erfahren, wurde eine YouTube-Brille erfunden. Raucherinnen und Raucher unter den Medienschaffenden rauchten durchschnittlich 16,5 Zigaretten am Tag.

Der Popkulturjunkie fühlte sich beraubt vom „ehemals großartigen Medienmagazin V.i.s.d.P.“ und die Pressekammer des Hamburger Landgerichts stellte ein öffentliches Interesse am Hochzeitsempfang von Günter Jauch fest: weil viele Prominente anwesend waren. Die Online-Werbung soll 2009 die TV-Werbung überflügeln (in Grossbritannien) und das Blog Rundschlag fragte nach der Qualität der neuen Kolumne „Herr Hürzeler fährt“ in der Gratiszeitung Heute.

Um ein Haar wurde Peter Turi ein Preis verliehen. Nun erhielt ihn aber Peter Turrini, und zwar weil er, so die Jury, ein „ein unübersehbarer Theaterdichter des deutschen Sprachraums und ein Klassiker des politisch und gesellschaftskritisch erneuerten Volkstheaters“ sei.