medienlese – der Wochenrückblick

Während zwei von sieben Schweizer Ministern bereits eigene Medien machen, findet nun auch Aussenministerin Micheline Calmy-Rey Blogs cool. So sehen das aber nicht alle. Andrew Keen, „Internet-Profi“, warnt im Magazin-Text „Die Revolution ertränkt ihre Kinder„, dass das Internet nicht „Freund, sondern Feind der Kreativität“ sei. Er glaubt, dass mit Blogs der Medieninhalt personalisiert wird, „sodass wir nichts mehr lesen, was über unsere eigenen Gedanken hinausgeht“. Aber ist es nicht umgekehrt? Müssten nicht Leute, die seit Jahren die gleichen eingefahrenen Medienkanäle nutzen, mal wieder etwas lesen, was über ihre eigenen Gedanken hinausgeht? Beta schreibt dazu in einem Kommentar: „Interessant finde ich bloss, dass das Magazin den Text druckt. Blickt da der Adel der Schweizer Medien mit Besorgnis von der Burg herunter?“

Die neue Schweizer Umsonstzeitung Punkt CH startete am Mittwoch – die Website war allerdings schon am Dienstag zugänglich. Am Dienstag aber wünschte man sich noch keine Besucher und versuchte den Zugriff von interessierten Lesern mit beträchtlichem Aufwand zu verunmöglichen. Die Print-Ausgabe erschien dann am Mittwoch – viele mussten allerdings lange suchen, bis sie eine fanden. Verleger Charles von Graffenried zum Beispiel hat keine gekriegt, obwohl er in Bern dafür rumgelaufen ist. Die Ständer wurden aber ausgeliefert. Doch oft wurden sie von privater Hand gleich wieder eingesammelt und als Notenständer oder als Klo-Buchhalter missbraucht. Auch die Konkurrenz von Heute hat bereits einen. Man will wohl so gleich mal punkten bei der Bevölkerung – und die im Vorfeld negativ besetzten Ständer zu einem mit positiven Gedanken verbundenen Ding machen – im Idealfall zu einem „Kultobjekt“. Was niemanden so richtig überrascht – hat doch Initiant Sacha Wigdorovits die letzten paar Jahre ein PR-Unternehmen geführt.

Eine Karikatur von Russlands Präsident Wladimir Putin in SS-Uniform führte zu einem Antrag zur Schliessung der Zeitung, in der sie erschienen ist. Im Düsseldorf-Blog konnte nochmals nachgelesen werden, welche Worte genau die Entlassung von Eva Herman verursacht hatten.

116 244 Euro nach aktuellem Kurs verdient Jean-Bernard Münch von der SRG (Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft) für etwas mehr als 3 Tage Arbeit die Woche im Jahr, schrieb die NZZ und 20 Minuten fand heraus, dass die SVP zu einer Jugendbewegung wird. Es wurden Teilnehmer für eine Umfrage zu Web 2.0 in der Schweiz gesucht.