In eigener Sache: BILDblog braucht Unterstützung

Ab heute geht’s für BILDblog wieder in den traditionellen Winterschlaf. Diesmal werden wir das Nickerchen aber um einen Monat verlängern, also bis Ende Januar. „6 vor 9″ wird in dieser Zeit nicht erscheinen und andere Einträge nur bei besonderen Anlässen.

Die kleine Pause brauchen wir, um uns mal gründlich von dem ganzen Dreck der letzten Monate zu befreien. Aber vor allem aus finanziellen Gründen.

BILDblog, also unsere kleine Redaktion, besteht aus drei freien Journalisten. Hinter uns steht kein Verlag, keine Partei und kein Ölmilliardär. Wir finanzieren uns über sehr geringe Werbeeinnahmen und sonst ausschließlich über das, was Sie, unsere Leser, uns freundlicherweise spenden.

Wir stecken viel Zeit in den Kampf gegen die täglichen Beklopptheiten, und wir machen es supergerne, aber wir müssen auch unsere Miete bezahlen. Anders gesagt: Je weniger Geld reinkommt, desto weniger Zeit können wir ins BILDbloggen investieren. Und leider kommt momentan zu wenig rein.

Wenn wir BILDblog in Zukunft weiterführen wollen wie bisher, brauchen wir Ihre Unterstützung.

Wenn Sie also dabei helfen wollen, dass wir im Februar erholt aus dem Winterschlaf erwachen und wieder mit voller Power an den Start gehen können, würden wir uns sehr über eine Spende und noch mehr über einen Dauerauftrag freuen. Geht auch ganz einfach — per Überweisung, Paypal oder persönlicher Übergabe des Geldkoffers. Auf dieser Seite: bildblog.de/bildblog-unterstuetzen stehen alle Daten und Infos.

Gerade in den vergangenen Wochen hat sich in besonderer Weise gezeigt, wie fahrlässig einige Journalisten mit ihrer Macht umgehen, und wie wichtig es ist, dass solche Methoden und Fehler öffentlich gemacht werden. Wir sind froh, das hier im BILDblog tun zu können, auch wenn es uns manchmal ganz schön fertig macht und sich einiges sowieso nie ändern wird, Stichwort „EU-Gericht“, Stichwort „Opferfotos“, Stichwort „Bild“.

Wir glauben aber, dass unsere Arbeit dazu beiträgt, dass manche Journalisten zweimal überlegen, bevor sie etwas schreiben — und Leser, bevor sie etwas glauben, vor allem der „Bild“-Zeitung. Und wir wissen, dass viele von Ihnen unsere Arbeit zu schätzen wissen. Viele E-Mails, die wir erhalten, enden mit einem Dank für unsere Arbeit oder einem „Macht weiter so!“ Machen wir gerne. Ab Februar 2015. Sie können uns dabei unterstützen, indem Sie uns treu bleiben. Und spenden. Wenn Sie mögen. Vielen Dank.

Wir bedanken uns auch ganz herzlich bei allen, die uns in diesem Jahr mit Hinweisen versorgt, die uns unterstützt, gelesen und weiterempfohlen haben, ganz besonders bei:

Adrian B., Alex, Alexander K., Alexander M., Alexander S., Andreas, Andreas G., Anita, Arnd Z., Basti, Bastian M., Bene F., Benjamin K., Benjamin S., Björn S., Boerris K., Boris R., Börries, Bruesseldorfer, Carsten P., Carsten S., caschy, Christian K., Christian M., Christian M., Christian S., Christian V., Christoph, Christoph A., Christoph L., Christoph S., Christopher R., Christos, CL, Claudia, Daniel, Daniel H., David, Dominik, doppelpod, Eva, Fabian H., Felix R., Felix S., Finn S., Flavio F., Franzi, G. K., Hannes S., Heiko W., Hendrik L., Hitradio OHR, Holger A., Imre G., Ingo H., J., Jan M., Jan W., Jessica, Johannes S., Jonas, Jonas G., Jonas J., Jörg F., Julia S., Jürgen F., Jürgen L., Kai L., Karl K., Karl-Heinz U., Karsten B., Karsten D., Katharina, Katharina C., Kerstin H., Kiki, Klaus, Kuni, Kurt Wolfgang S., Lars, Lars A., levu, Lisa H., Lothar Z., Lutz K., M. R., Malte W., Manfred S., Manuel L., Marcelo S., Marcus, Marius, Markus, Martin, Martin K., Martin S., Marvin S., Matthias B., Matthias M., Matthias S., Max, max_m3000, Maximilian P., Meik, Michael M., Michael N., Michalis P., Micky M., Miriam K., Mirko V., Mo, Moritz D., Moritz N., Moritz S., Nick M., Nico W., Nils M., O. S., Oliver K., Oliver M., P. S., Pascal W., Patrik, Paul, Peter M., Peter M., Philipp, Philipp O., Philipp R., Philipp S., pottwale.de, pre, Ralf K., René K., Robert, Robert C., Robi, Robin L., Ronald, Sabine, Sabine B., Sandra M., Sarah T., Sascha, Sascha D., Sascha K., Sebastian, Sébastien Z., Sejfuddin, Sören C., spotnik, Stefan G., Stefan K., Stefan S., Stefan W., Steffen S., Stephan S., Stephan T., Steve, stitch, T. D., Thomas L., Thorben, Thure, Tjalf P., Tobias M., Tobias S., Torsten K., U. P., Uwe R., Uwe S., Veeck, Werner H., Wimo, Wolfram L., Yannick, Yannik O. — und allen anderen, auch den vielen, deren sachdienliche Hinweise wir nicht berücksichtigen konnten!

braucht Ihre Unterstützung!
Wir investieren viel Zeit und Herzblut in dieses Blog, verdienen aber kaum Geld damit. Damit wir trotzdem unsere Miete bezahlen können, würden wir uns freuen, wenn Sie unsere Arbeit finanziell unterstützen. Wie das geht, erfahren Sie hier.

Wirtschaftsprognosen, Sauna, Pegida

1. „BILD-Zeitung stellt Aussage von Omid Nouripour falsch dar“
(radioeins.de, Lorenz Maroldt, Audio, 4:22 Minuten)
Der Chefredakteur des „Tagesspiegel“, Lorenz Maroldt, kommentiert die „Bild“-Story „Politiker fordern: Christen sollen im Weihnachts-Gottesdienst muslimische Lieder singen“ (BILDblog berichtete).

2. „Vom Nutzen des Nichtwissens“
(fuw.ch, Mark Dittli)
Mark Dittli befasst sich rückblickend auf 2014 mit der Zwecklosigkeit von Wirtschaftsprognosen: „Keine Bank hat die Halbierung des Ölpreises vorhergesehen. Im Frühjahr war es unter Ökonomen weitgehend Konsens, dass sich die Wirtschaft in Europa erholen wird. Das Gegenteil geschah. Zu Beginn des Jahres lautete die allgemein akzeptierte Meinung, dass die Zinsen amerikanischer Staatsanleihen steigen, weil die US-Notenbank ihre Geldpolitik drosselt. Doch die Zinsen sanken.“

3. „Alter Wein in neuer E-Reading-Studie: LCD-Lesen hält wach“
(lesen.net, Johannes Haupt)
Eine Studie der Harvard Medical School unter 12 Probanden – und die Berichte darüber in den Medien.

4. „Journalistin recherchiert in ‘Schwulensauna’ und ruft dann die Polizei“
(tagesspiegel.de, Mohamed Amjahid)
Für ihre Doku-Serie „Schwule und Aids in Ägypten“ filmt Mona Iraqi eine Polizeirazzia in einer Sauna in Kairo mit dem Handy: „In ihrer Sendung gibt sie zu, dass sie die Polizei verständigt habe: ‘Diese Praktiken sind gefährlich für unsere Gesellschaft und ich habe die Aufgabe, Ägypten vor der Ausbreitung von Aids zu schützen’, erklärt sich Iraqi in ihrer Sendung.“

5. „An Epidemic of False Video Footage Swamped Big News Stories in 2014″
(pbs.org, Madeleine Bair, englisch)
Madeleine Bair befasst sich mit gefälschten Videos: „We will never be able to stop pranksters, activists, propagandists, or ‘filmmakers’ from misleading the public with fake or falsely contextualized images. Our only defense is better tools and practices — by filmers, uploaders, viewers, and tech companies — to verify that what we see is real.“

6. „Irritation durch Irritierte“
(deutschlandfunk.de, Stephan Detjen)
Stephan Detjen schreibt, man müsse die öffentlichen Zusammenkünfte des Bündnisses Pegida „als Irritation durch Irritierte“ verstehen: „Die angemessene Reaktion darauf dürfte nicht allein in Verurteilung und Ausgrenzung bestehen. Vielmehr wäre es ebenso nötig, zu prüfen, wo in der Medienöffentlichkeit jene blinden Flecken liegen, in deren Wahrnehmungsschatten gefährliche Gegenöffentlichkeiten entstehen.“ Siehe dazu auch „Pegida und Meinungsfreiheit: Dummheit ist keine Schande“ (faz.net, Friederike Haupt).

Bild  

Die Schaumvorschläger von „Bild“

Heute verkündet „Bild“ mit großem Tamtam:

Als Beweis hat das Blatt auch den offiziellen Brief abgedruckt, der im Namen des „Bild“-Chefredakteurs Kai Diekmann an das Komitee in Oslo geschickt wurde — und dort vermutlich in irgendeiner Schublade verschwinden wird. Zeitungen sind nämlich überhaupt nicht vorschlagsberechtigt.

Mit Dank an Lutz K.

Wissenschaft, Misstrauen, WhatsApp

1. „Übertreibungen in universitären Pressemitteilungen“
(nzz.ch, Alan Niederer, 18. Dezember)
Nicht Journalisten sind hauptverantwortlich für zugespitzte, verzerrte oder übertriebene Nachrichten aus der Wissenschaft – sondern die Kommunikationsabteilungen der Hochschulen, so ein Text in The BMJ: „Die Forscher haben drei Kategorien von Verzerrungen untersucht: Übertreibungen bei Gesundheitsratschlägen; Übertreibungen bei sogenannten Korrelationsstudien, aus denen in unzulässiger Weise eine Ursache-Wirkungs-Beziehung herausgelesen wird; Übertreibungen bei Tierstudien, aus denen ohne Relativierung auf den Menschen geschlossen wird.“

2. „Stefan Plöchinger: Erfolg ist eine gute Geschichte“
(irights.info, Nina Galla)
Ein Interview mit Stefan Plöchinger, Chefredakteur von Sueddeutsche.de: „Im Journalismus soll es in erster Linie darum gehen, das Weltgeschehen zu dekodieren und erzählenswerte Geschichten aufzutun – nicht in erster Linie um Reichweite oder darum, seine Arbeit als Content zum Verteilen zu sehen. Erfolg ist im Journalismus: eine gute Geschichte. Reichweite kommt dann automatisch.“

3. „WhatsApp – der neue Kanal für Journalisten?“
(daniel-bouhs.de)
Konrad Weber gibt Auskunft über Erfahrungen, die SRF mit Nutzerinteraktionen via WhatsApp gemacht hat: „WhatsApp ist in Deutschland aktuell die meistinstallierte App. (…) Diese riesige Verbreitung stellte uns vor die Frage, wie wir dieses Potential auch journalistisch nutzen könnten.“

4. „Fast jeder Zweite misstraut den Medien“
(zeit.de)
Eine Umfrage unter 1043 Personen ergibt, dass lediglich 40 Prozent von ihnen den Eindruck haben, die Medien in Deutschland würden „im Allgemeinen objektiv und unabhängig“ berichten. „Am stärksten ist das Misstrauen in die Medien im Osten. Dort halten sie laut der Umfrage 55 Prozent für einseitig und gelenkt und nur 34 Prozent für objektiv und unabhängig.“

5. „‘Pegida hat den Nerv der Bevölkerung getroffen'“
(deutschlandfunk.de, Mario Dobovisek)
In einem Gespräch über das Bündnis Pegida thematisiert Mario Dobovisek einen von ihm verspürten „Hass gegen die etablierten Medien“. Werner Patzelt, Politikwissenschaftler an der TU Dresden, antwortet: „Es gibt keine Gesprächsbereitschaft zwischen den Demonstranten und den Medien, weil viele genug davon haben, in den Fernsehausschnitten oder in den Dokumentationen im Internet einfach als töricht, dumm und sozusagen im Tal der Ahnungslosen, weiterhin von relevanten Informationen abgeschnitten, dargestellt zu werden.“

6. „Sämtliche PEGIDA-Anhänger in Wahrheit RTL-Reporter“
(der-postillon.com)

Vom Untergang des Abendlandes kann „Bild“ ein Liedchen singen

Wenn die „Pegida“-Bewegung heute wieder Zuwachs bekommt, dann liegt das mit Sicherheit auch an Schlagzeilen wie dieser:

Das berichtet die „Bild“-Zeitung heute — in der Print-Version unter der Dachzeile: „Politiker fordern“.

Im Text heißt es:

Es soll eine Geste des Friedens, ein Zeichen der Verständigung sein: Christen sollen in den Gottesdiensten an Heiligabend auch ein muslimisches Lied singen!

Das regen Politiker und der Zentralrat der Muslime in Deutschland an.

„Es wäre ein tolles Zeichen des friedlichen Zusammenlebens der Religionen, wenn in der Kirche ein islamisches Lied gesungen würde und in der Moschee ein Weihnachtslied“, sagte der Grünen-Menschenrechtsexperte Omid Nouripour (39) zu BILD. (…)

Der baden-württembergische SPD-Abgeordnete Thomas Funk (52) erklärte: „Wir brauchen Verständnis, Achtung und Toleranz.“ Er fände es gut, wenn sich das „mit einem Lied befördern lässt“.

Welche muslimischen Lieder kommen infrage?

Der Chef des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek (45), macht einen Vorschlag: Tala’a al-badru alayna („Heller Mondschein leuchtet“) des Sängers Yusuf Islam (66, hieß vor der Konvertierung Cat Stevens). „Das wäre ein wunderbares Zeichen des Friedens und der Anteilnahme“, sagte Mazyek zu BILD.

Frieden und Anteilnahme waren unter den „Bild“-Lesern allerdings weniger zu spüren, sondern vor allem: Wut.

Bei Facebook schreien sie:

wir sind doch hier in deutschland oder?! wir sollten unsere kultur schützen und uns nicht in unserem eigenen land an andere anpassen! (60 Likes)

Ich glaube es hackt wenn die Muslime unsere Lieder singen, können wir weiterreden! (394 Likes)

Wie sagte ein Herr Sarazin noch…..
DEUTSCHLAND SCHAFFT SICH AB. (308 Likes)

Ich geh nachher lieber deutsche Lieder mit der PEGIDA singen (354 Likes)

Banane in der Birnen? Wird ja immer schlimmer. Geht doch mal gucken ob sie demnächst in der Moschee auch Schweineschnitzel und Glühwein verteilen als Zeichen eines GEMEINSAMEN Zusammenlebens. Lach (115 Likes)

Auch in anderen sozialen Netzwerken und in den Kommentarspalten der Islamhasserblogs brach ein (erneuter) Sturm der Empörung los.

Geht’s noch? Sollen wir den °Nicht-Christen° jetzt noch den Arsch lecken? Toll! Eher sterbe ich, als musl. Lieder zu singen!

WIE BESCHEUERT UND VERRÄTERISCH GEBEN SICH DIESE ISLAM-ARSCHKRIECHER NOCH BEI DER ABSCHAFFUNG UNSERER KULTUR UND UNSERER WERTE?!

Diese Anbiederung kann man nur noch widerlich nennen. Eine Bankrotterklärung ersten Ranges.
Bin glücklicherweise aus diesem Jesus-Verein ausgetreten.
Warum wird nicht auch das Horst-Wessel-Lied gesungen, oder “Hohe Nacht der klaren Sterne, die wie helle Brücken stehen…”?
Da ist doch auch von Brücken die Rede, die zur “Versöhnung” gebaut werden sollen.

Auf der Facebookseite des Grünen-Politikers Omid Nouripour stehen inzwischen Kommentare wie …




Auch Wolfgang Bosbach (CDU) hat sich schon zu Wort gemeldet — via „Focus Online“:

„Weihnachten ist kein Hochamt für Multikulti, sondern ein christliches Fest, bei dem traditionell nur christliche Weihnachtslieder gesungen werden. Dabei soll es bleiben“, sagte Wolfgang Bosbach am Montag zu FOCUS Online. „Mir ist auch nicht bekannt, dass in irgendeiner Moschee ,Stille Nacht, heilige Nacht‘ gesungen wird oder es entsprechende Pläne gibt“, fuhr der Innenpolitik-Experte der Union fort. „Bevor Herr Nouripour vorschlägt, dass der Muezzin zur Christmette ruft, hoffe ich sehr, dass es beim christlichen Glockenläuten bleibt.“

Und man kann ihnen (Bosbach ausgenommen) die Verunsicherung nicht mal richtig übelnehmen, schließlich erweckt die „Bild“-Zeitung den Eindruck, als sei diese Idee — diese „Forderung“ — auf Nouripours Mist gewachsen und als gebe es schon konkrete Pläne für die Umsetzung. Auch andere Medien, etwa „Spiegel Online“ oder FAZ.net schreiben (bei „Bild“ ab), diese „Forderung“ sei von Nouripour „in die Debatte eingebracht“ worden.

Die Wahrheit sieht aber ganz anders aus. Tatsächlich stammt die Idee nämlich von „Bild“.

Omid Nouripour erklärte uns das Zustandekommen des Artikels heute so: Am vergangenen Dienstag habe ihn „Bild“-Autorin Karina Mößbauer (die den Artikel zusammen mit Ralf Schuler geschrieben hat) angerufen und sinngemäß gesagt:

Wir bringen zu Weihnachten ja immer gute Nachrichten. Und da haben wir uns gefragt, ob es nicht eine schöne Idee wäre, wenn in christlichen Weihnachtsgottesdiensten muslimische Lieder gesungen würden.

Daraufhin habe er geantwortet: Nein, das sei keine gute Idee. Wenn, dann sollte es eine Art Tausch geben: Muslimische Lieder in der Kirche, christliche Lieder in der Moschee. „Tolle Idee!“, habe die „Bild“-Autorin geantwortet.

Ja, toll. Denn so musste sie nur noch ein, zwei andere passende Zitate einsammeln — und fertig war die Schlagzeile. Vermutlich stand sie sogar vorher schon fest, und die „Bild“-Autoren haben nur so lange rumtelefoniert, bis sie prominente Stimmen gefunden hatten, die dazu passten.

Die Rechnung ist jedenfalls aufgegangen: Der Artikel gehört zu den Meistgelesenen auf Bild.de, wurde bei Facebook tausendfach geteilt.

Und die „Pegida“-Leute haben ein Scheinargument mehr für ihre Demonstrationen.

Auf seiner Facebookseite schreibt Omid Nouripour heute:

Der Vorschlag, wie er da steht, ist von der BILD-Zeitung – einem Politiker muslimischen Glaubens in den Mund gelegt. Mein Vorschlag war der eines Austauschs. Es würde auch vielen deutschen Moscheen gut zu Gesicht stehen, wenn dort die Weihnachtszeit besinnlich begangen werden würde.

So manche Reaktionen auf meiner Facebook-Seite zeigen, wie richtig mein Vorschlag eigentlich ist. Der gesellschaftliche Graben, der sich in unserem Land derzeit auftut, ist nicht der zwischen Christentum und Islam, sondern der zwischen demokratischen Kräften und der Feinde der Demokratie – ob Islamisten oder Pegida. Der Schulterschluss der Demokraten ist notwendig, nicht eine weitere Spaltung der Gesellschaft – wie ihm der Artikel der BILD-Zeitung Vorschub leistet.

So gelingt es der „Bild“-Zeitung mal wieder, den Keil noch weiter zwischen die Religionen zu treiben. Das ist natürlich nichts Neues. Aber man muss schon verdammt skrupellos sein, um dafür ausgerechnet die Zitate zu missbrauchen, die genau das Gegenteil bewirken sollten.

Nachtrag, 15.45 Uhr: Bild.de hat nochmal nachgelegt. Unter der Überschrift „Große Debatte um muslimische Lieder im Weihnachtsgottesdienst“ wird jetzt auch das Bosbach-Zitat („Weihnachten ist kein Multi-Kulti-Hochamt“) aufgegriffen, auch andere Politiker und Kirchenvertreter kommen zu Wort. Dabei wird weiterhin der Eindruck erweckt, es gebe die „Forderung“, muslimische Lieder in christlichen Gottesdiensten zu singen. Die Umfrage für die Bild.de-Leser („Deutschlands schnellste Meinung“) lautet dann auch: „Sollen wir im Weihnachtsgottesdienst auch ein muslimisches Lied singen?“ (Aktuell: 97% für „Nein, Weihnachten ist ein christliches Fest“.)

Vermutlich war das auch die Grundlage, auf der Bild.de die Zitate eingeholt hat. Hans-Peter Uhl (CSU) zum Beispiel rumpelt: „Die Forderung ist kompletter Unsinn! Ich beanspruche ja auch nicht, dass in einer Moschee ,Stille Nacht, heilige Nacht’ gesungen wird.“ Dass ein solcher Tausch gerade Teil des Vorschlags von Nouripour war, hat ihm der zuständige Zitate-Einholer von Bild.de offenbar lieber verschwiegen.

Das Facebook-Statement von Nouripour erwähnt Bild.de natürlich ebenfalls mit keinem Wort.

Nachtrag, 16.50 Uhr: „Spiegel Online“ hat den Artikel korrigiert und eine Anmerkung dazu veröffentlicht.

Nachtrag, 17.50 Uhr: Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, von dem der Vorschlag zum Cat-Stevens-Song kam, hat sich inzwischen ebenfalls vom „Bild“-Artikel distanziert. Gegenüber der Katholischen Nachrichtenagentur sagte er, er sei bei der „Bild“-Anfrage davon ausgegangen, dass eine konkrete Gemeinde vorhabe, ein Zeichen zu setzen, und deshalb um einen Tipp gebeten habe.

Nachtrag, 22.10 Uhr: Auch FAZ.net hat den Artikel (einigermaßen) korrigiert und eine Anmerkung hinzugefügt.

Nachtrag, 23. Dezember: Die „Bild“-Zeitung hat heute eine Pressemitteilung veröffentlicht, in der sie sich allerdings nur gegen den Vorwurf wehrt, sie habe Omid Nouripour falsch zitiert. Sein Zitat sei ungekürzt und unverändert abgedruckt worden, heißt es dort, was ja auch stimmen mag, aber immer noch nicht erklärt, warum „Bild“ aus einem „Vorschlag“ eine „Forderung“ machte und warum in der Überschrift nicht der Tausch erwähnt wird, sondern bloß die muslimischen Lieder in christlichen Gottesdiensten. „Bild“ geht auch nicht darauf ein, ob die grundlegende Idee von den Politikern kam, wie der Artikel suggeriert, oder doch von der Redaktion.

Inzwischen hat sich auch der dritte Politiker, der im Text zitiert wird, Thomas Funk (SPD), zu dem Artikel geäußert. Die Initiative sei natürlich nicht von den Politikern ausgegangen, sagte er gegenüber BILDblog, sondern von „Bild“. Er sei von „Bild“ gefragt worden, was er von der Idee mit dem Liedertausch halte; sein Zitat sei dann auch korrekt wiedergegeben worden. Dennoch sieht er in der Aktion im Nachinein ein „vergiftetes Geschenk“. Der Artikel sei ja augenscheinlich nicht auf Weihnachten gemünzt worden, sondern auf den „Pegida“-Montag, und „Bild“ habe den Artikel genutzt, um Öl ins Feuer zu gießen.

Nachtrag, 24. Dezember: Die Bundestagsabgeordnete Ute Finckh-Krämer (SPD) hat gestern auf Facebook mitgeteilt:

Ich kann bestätigen, dass Karin Mößbauer nicht nur Omid Nouripour diesen Vorschlag gemacht hat – sie hat mich nämlich auch gefragt, ob ich einen solchen Vorschlag unterstützen würde. Meine Antwort passte dann wohl nicht so gut in den Artikel, ich habe nämlich die Hoffnung geäußert, dass in vielen Weihnachtsgottesdiensten mit Respekt über Mitbürgerinnen und Mitbürger islamischen Glaubens gesprochen wird. Egal, ob sie schon seit Generationen hier leben oder gerade als Flüchtlinge hierher gekommen sind.

RTL, NDB, Lügenpresse

1. „Die verlorene Ehre der Massenmedien“
(tageswoche.ch, Matthias Oppliger und Thom Nagy)
Medienhäuser und ihre Journalisten rücken aus Sicht des Publikums „in gefährliche Nähe zu den manipulativen Eliten“, schreiben Matthias Oppliger und Thom Nagy in einem langen Text zur Vertrauenskrise der Medien: „Sie werden von einem wachsenden Teil der Öffentlichkeit als bewusst handelnde, aktive und ähnlich interessengesteuerte Täter wie etwa Politiker wahrgenommen.“

2. „Pegida und die ‘Lügenpresse’ – ein Begriff und seine Geschichte“
(buggisch.wordpress.com)
Christian Buggisch geht dem Begriff der „Lügenpresse“ nach: „In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde mit ‘Lügenpresse’ insbesondere die ausländische, als marxistisch und jüdisch geltende Presse diffamiert. Mit dem Kampfbegriff wurden die Publikationen der linken und ausländischen Zeitungen pauschal als ‘undeutsch’ und ‘vaterlandslos’ verurteilt.“

3. „RTL inkognito bei Pegida: So gefährdet man Glaubwürdigkeit“
(daserste.ndr.de/panorama, Volker Steinhoff)
Ein RTL-Reporter, der früher im Dienste des NDR stand, gibt dem NDR-Magazin „Panorama“ an einer Pegida-Demonstration als Bürger Auskunft. „Seine Aussagen geben weder seine Meinung noch die von RTL wieder“, vermeldet RTL zunächst, und entlässt ihn kurz darauf. Siehe dazu auch „Hallo RTL, bitte unbedingt schneiden!“ (taz.de, Deniz Yücel).

4. „Wenn Medien in den Krieg ziehen“
(infosperber.ch, Roman Berger)
Im Westen müsse man wissen, dass sich in Russland „Widerstand gegen die vom Kreml gesteuerte Kriegspropaganda“ rege, schreibt Roman Berger. „Auch ist die Vorstellung falsch, in Russland herrsche nur eine vom Regime trockengelegte Medienwüste. Den immer noch existierenden Oasen von Glasnost am besten geholfen wäre, wenn die westlichen Medien selber auf eine neue Kalte-Kriegs-Rhetorik verzichten und damit zu einer Deeskalation beitragen würden.“

5. „Presserat weist Beschwerde gegen WOZ ab“
(tagesanzeiger.ch)
Der Schweizer Geheimdienst NDB beschwert sich beim Schweizer Presserat, weil die „WOZ“ ihren Chef, Markus Seiler, ausspioniert hatte und „ihm unter anderem mit einem Auto auf seinem Weg zur Arbeit gefolgt“ war. Die Beschwerde wird abgewiesen, siehe dazu die „Stellungnahme des Presserats vom 10. Dezember 2014″.

6. „2014: Das Jahr in 12 Anfragen“
(blog.fragdenstaat.de)

Verspäteter Schlagzeilenerguss

Derzeitiger Aufreger bei Bild.de, Ressort „News aktuell“:

Das Portal keucht:

Hacker haben YouTube mit Porno-Videos bombardiert.

Wie die BBC berichtet, musste YouTube innerhalb weniger Stunden mehrere Hundert Videos löschen. Das Material wurde unter den Namen bekannter Kinder-Stars wie „Hannah Montana“ oder „The Jonas Brothers“ hochgeladen. Offenbar sollten besonders Kinder und Jugendliche die Schmuddel-Videos anschauen.

Besonders perfide: Viele der Videos begannen wie Kinder-Serien oder normale Musikvideos. Dann ein harter Schnitt, und man sieht Hardcore-Sex. (…)

Ein verstörter junger YouTube-User postete unter ein Video mit dem Titel „Jonas Brother Live On Stage“: „ Ich bin 12 Jahre alt und was ist das?“ Das Video wurde inzwischen gelöscht.

Das stimmt auch alles so weit. Bloß eine Kleinigkeit hat Bild.de beim Abschreiben des BBC-Artikels übersehen: das Datum. Die Geschichte ist über fünf Jahre alt.

Die Aktion mit den Pornovideos, auch bekannt als „Operation Porn Day“, fand bereits im Mai 2009 statt, aus dieser Zeit stammt auch der BBC-Text, den Bild.de zitiert und sogar selbst verlinkt hat. Und „die Spur“ führte natürlich nicht nur „nach Deutschland“, sondern in zig verschiedene Richtungen, denn es hatten sich Leute aus der ganzen Welt beteiligt.

Der Kommentar des „verstörten“ Youtube-Nutzers („I’m 12 years old and what is this?“) hat es übrigens auch schon zum Meme geschafft.

Mit Dank an Jan M. und Thorben.

Nachtrag, 22 Uhr: Stern.de und Nordbayern.de sind mal wieder blind hinterhergerannt. Stern.de hat den Artikel immerhin wieder gelöscht.

Das Foto bei Bild.de stammt übrigens (Danke an Stefan G. für den Hinweis!) aus keinem Porno, sondern aus dem Trailer zum Spiel „Hitman: Absolution“.

Nachtrag, 22.35 Uhr: Jetzt hat auch Bild.de den Artikel gelöscht.

Hedi Wyler, Krippenspiel, Pegida

1. „‘Das Volk hat gesagt nein zu Einwanderung und Pasta'“
(woz.ch, Carlos Hanimann)
Eine Leserin bittet darum, herauszufinden, wer hinter dem Pseudonym „Hedi Wyler“ steckt, denn unter diesem Namen werden auf Schweizer Online-Portalen viele Leserkommentare veröffentlicht – „Kommentare voller Wut, manchmal (unfreiwillig?) zum Schreien komisch“. Es stellt sich heraus: „Hedi Wyler ist ein Mann Mitte vierzig. Historiker und Lehrer in leitender Funktion. Familienvater.“

2. „Krone macht traumatisierte Mutter zur ‘tobenden Türkin'“
(kobuk.at, Sara Hassan)
Ein Krippenspiel an einer Schule in Wien sei, so stellt es die „Kronen Zeitung“ dar, „von einer tobsüchtigen Türkin“ überschattet worden. Saran Hassan schreibt: „Die Frau ‘platzte’ nicht in die Vorbereitungen des besinnlichen Krippenspiel: Sie war schlichtweg eingeladen – wie alle anderen Eltern und Großeltern auch. Warum die Frau einen Nervenzusammenbruch hatte, erwähnt die ‘Krone’ mit keinem Wort.“

3. „‘Wort im Mund umdrehen'“
(tagesspiegel.de, Joachim Huber)
Joachim Huber befragt Kommunikationswissenschaftler Wolfgang Donsbach zum Bündnis Pegida: „Wir haben inzwischen neben der Politikverdrossenheit auch eine Medienverdrossenheit. Deren Ursachen sind vielfältig, aber eine besteht sicherlich darin, dass es den Medien oft nicht gelingt und es auch nicht beabsichtigt ist, über die Themen zu berichten, die den Normalbürger interessieren. Der Normalbürger ist oft nicht so, wie ihn sich eine intellektuelle Elite wünscht. Ihn, seine Sorgen und Einstellungen dann aber aus der Berichterstattung auszugrenzen, ist auch kein Weg.“

4. „Kontaktversuch: ‘Lügenpresse’ trifft Pegida“
(daserste.ndr.de, Video, 6:59 Minuten)
„Panorama“ besucht eine Pegida-Demonstration in Dresden: „Viele Teilnehmer eint die Ablehnung der etablierten Medien – mehrfach gab es auch von Seiten der Veranstalter die Aufforderung, nicht mit diesen zu sprechen, der Schlachtruf ‘Lügenpresse’ ist in Dresden immer wieder zu hören. Die Medien würden die Aussagen der Teilnehmer ohnehin nur manipulieren, verdrehen oder gar nicht erst senden.“ Um dem Vorwurf entgegenzuwirken, „die Aussagen würden sinnentstellend geschnitten oder bösartig verkürzt“, werden die Interviews zusätzlich in voller Länge online gestellt (Teil 1 / Teil 2).

5. „‘Was Journalisten machen, können Bürger auch'“
(zeit.de, Annika von Taube)
Annika von Taube spricht mit Daniel Drepper über ein „Crowdfunding-Projekt zur Förderung von Recherchen, das auch Nichtjournalisten offen steht“: „Ich finde es erschreckend zu sehen, wie viel Skepsis, sogar Hass den Journalisten in den letzten Monaten gerade im Zusammenhang mit der Berichterstattung zur Ukraine oder Syrien entgegengeschlagen ist, und was für einen Anklang ein Buch bekommen kann, das zum Teil abstruse Theorien verbreitet und alles über einen Kamm schert. Ich glaube, es wird eine große Aufgabe für die Medien in den nächsten Jahren, dieser öffentlichen Kritik zu begegnen und sie auszuräumen.“

6. „Der Kriegsfreiwillige“
(campus.nzz.ch, Robin Schwarzenbach)
Ein Interview mit Kriegsreporter Kurt Pelda, dem kürzlich mitgeteilt wurde, „dass man von Freischaffenden aus Krisenregionen nichts mehr nehmen könne, auch aus Gründen der Sorgfaltspflicht“. Die NZZ habe er nicht zuletzt wegen fehlender Freiheiten verlassen: „Als man mir ganz am Ende meiner Zeit wegen Sicherheitsbedenken verboten hatte, nach Papua zu fahren, bin ich trotzdem gegangen. Der Artikel ist dann im ‘Economist’ erschienen. Das war eine schöne Genugtuung für mich.“

Die nicht unumständlichen „Pegida“-Umfragen

Apropos „Pegida“. Anfang der Woche veröffentlichte „Zeit Online“ die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage …

… die von anderen Medien auch gleich aufgegriffen wurden:

Fast jeder zweite Deutsche hat Verständnis für Pegida-Demos

(Bild.de)

Eine Umfrage von Zeit online ergab, dass mit 49 Prozent knapp die Hälfte der Bundesbürger Verständnis für die Demonstrationen haben.

(noz.de)

Knapp die Hälfte (49 Prozent) der Deutschen hat nach einer Umfrage von „Zeit Online“ Verständnis für islamkritische Demonstrationen wie „Pegida“.

(abendblatt.de)

Jeder zweite Deutsche hat Verständnis für islamfeindliche Demonstrationen wie die von „Pegida“

(handelsblatt.com)

Laut einer Umfrage von „Zeit Online“ sympathisiert fast jeder zweite Bundesbürger mit Pegida und ihren Ablegern.

(funkhauseuropa.de)

Laut einer Umfrage der „Zeit“ zeigt dennoch jeder Zweite Verständnis für Anti-Islam-Demos.

(abendblatt.de)

Jeder zweite Deutsche hat Verständnis für „Pegida“

(wiwo.de)

Das ist allerdings nicht ganz richtig. In der Umfrage von „Zeit Online“ ging es nämlich gar nicht um „Pegida“. Oder zumindest nicht nur. Die Fragestellung lautete:

Das ist — ob mit Absicht oder nicht — zumindest sehr irreführend formuliert. Denn wer zwar Verständnis für Demos gegen den „Islamischen Staat“ hat, aber nicht für „Pegida“, hatte keine echte Antwortmöglichkeit (außer vielleicht dem schwurbeligen „Teils, teils“). Dabei hat es in der Vergangenheit durchaus Demos gegen den „IS“ gegeben (auch von Muslimen), die nichts mit „Pegida“ oder der angeblichen „Islamisierung des Abendlandes“ zu tun hatten.

Auch die Umfrage, die „Bild“ heute veröffentlicht hat („So denken die Deutschen über Pegida“), ist problematisch. Eine Frage lautete:

„Bild“ stellt es also schon in der Fragestellung als Tatsache dar, dass der Einfluss des Islam in Deutschland wachse*. Für „Spiegel Online“, wo die Umfrage heute kritisiert wird, ist das ein Zeichen dafür, dass die Befrager wohl „ein ganz bestimmtes Ergebnis erreichen“ wollten. Auch eine andere — nur online veröffentlichte — Frage wurde ungewöhnlich umständlich formuliert:

Positiv gestellt hätte sie womöglich ein ganz anderes Ergebnis gehabt.

Siehe auch: „Fragwürdige Erhebung: Angeblich fürchten 58 Prozent der Deutschen den Islam“ (Spiegel Online)

Mit Dank an Stefan G.

*Nachtrag, 19. Dezember: Im abgebildeten Screenshot spricht Bild.de von einem zunehmenden Einfluss des Islam, sowohl in der Print-Ausgabe als auch online heißt es aber auch mehrfach: … Angst vor dem zunehmenden Einfluss. Wie die Fragestellung im Original tatsächlich gelautet hat, können wir also nicht mit Sicherheit sagen.

Whistleblower, Informer, Dieter Nuhr

1. „Medienkritik: Reaktionen aus den Redaktionen“
(ndr.de, Video, 3:09 Minuten)
„Zapp“ konfrontiert Bernd Ulrich („Die Zeit“), Ines Pohl („taz“), Heribert Prantl („Süddeutsche Zeitung“) und Kai Gniffke („ARD aktuell“) damit, dass das Vertrauen in ihre Medien gesunken ist. Siehe dazu auch „ZAPP Studie: Vertrauen in Medien ist gesunken“ (ndr.de, Video, 13:40 Minuten).

2. „‘Na, du linksintellektuelle Prostituierte!'“
(stern.de)
Was eine ungenannte Reporterin des „Stern“ an einer Demonstration des Bündnisses Pegida in Dresden erlebte.

3. „Das montenegrinische Blatt fürs Grobe“
(derstandard.at, Adelheid Wölfl)
Eine Kampagne des montenegrinischen Ablegers der serbischen Boulevardzeitung „Informer“: „Während Ćalović also in aller Öffentlichkeit durch die Berichterstattung des Informer verdächtigt wird, Sex mit Hunden gehabt zu haben, tut das Blatt, das die Schmierenkampagne anführt, so, als wäre es um Aufklärung bemüht.“

4. „Die Schlächter müssen lächerlich gemacht werden.“
(planet-interview.de, Jakob Buhre und Laura Bähr)
Ein langes Interview mit Dieter Nuhr: „Ich bin in der alternativen Szene aufgewachsen, da glaubte man als junger Mensch, man hätte die Wahrheit in den Händen und alle, die es anders machen wollen, sind Drecksäcke und moralisch verkommen. Diese Eindeutigkeit, in der man als junger Mensch die Welt interpretiert, die schwindet irgendwann. Und man wird auch dadurch toleranter, dass man weiß, wie viel Scheißdreck man selber schon im Leben geredet hat. Da denkt man sich: Gestehe es den anderen Menschen doch auch zu!“

5. „Ein Weihnachtsmärchen“
(taz.de, Sebastian Heiser)
Auch die „taz“ berichtet über den Mythos eines Weihnachtsmarktverbots in Berlin Kreuzberg (BILDblog berichtete) „Nach Weihnachten 2013 ebbte die Berichterstattung zunächst ab, lange blieb es ruhig. Doch jetzt in der Weihnachtszeit kommt das Thema wieder hoch. Es dreht eine zweite Runde in den Medien – die dabei durchweg die Verdrehung der Islamhasser übernehmen, wonach der Beschluss des Bezirks sich gegen die Weihnachtsfeiern von Christen richtet.“

6. „Schweig, Verräter!“
(arte.tv, Video, 97 Minuten)
Eine Arte-Doku über Whistleblower.

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