Suchergebnisse für ‘nicolaus_fest’

Helmut Markwort, Nicolaus Fest, New York Times

1. „News zu News bei Google“
(google-produkte.blogspot.de, Philipp Justus)
Nach einer via der Verwertungsgesellschaft VG Media von deutschen Printverlegern eingereichten Klage kündigt Google an, „Snippets und Thumbnails einiger bekannter Webseiten wie bild.de, bunte.de oder hoerzu.de nicht mehr anzeigen, also jener Verlage, die in der VG Media organisiert sind. Für diese Seiten werden wir nur noch den Link zum Artikel sowie dessen Überschrift anzeigen.“

2. „Verlage empört: Jetzt will Google nicht mal mehr ihr Recht verletzen!“
(stefan-niggemeier.de)
VG Media reagiert mit einer Pressemitteilung unter dem Titel „Google erpresst Rechteinhaber“ (vg-media.de, PDF-Datei) auf die Nachricht. Stefan Niggemeier schreibt dazu: „Die Verlage haben sich zuerst darüber beklagt, dass Google ihre Inhalte (angeblich) rechtswidrig nutzt. Nun beklagen sie sich darüber, dass Google ihre Inhalte nicht mehr rechtswidrig nutzt. Man kann den Irrsinn kaum noch angemessen kommentieren.“

3. „Mutig: Reporter bringen die Welt nach Nordkorea“
(ndr.de, Video, 8:55 Minuten)
Journalisten, die Bilder aus der Welt nach Nordkorea schmuggeln. Und Journalisten, die Bilder aus Nordkorea herausholen und der Welt zeigen.

4. „Fakten, Fakten, Fakten“
(zeit.de, René Martens)
Helmut Markwort, Mitglied des Aufsichtsrats des FC Bayern München, steht unter Verdacht, in seiner Zeit als „Focus“-Chefredakteur unter dem Pseudonym Moritz Rodach „Focus“-Texte über den Fußballverein verfasst zu haben.

5. „Nicolaus Fest verlässt die ‚Bams‘-Chefredaktion“
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Wie die Axel Springer AG mitteilt, verlässt Nicolaus Fest „das Unternehmen auf eigenen Wunsch, um in Zukunft als freier Journalist zu arbeiten“. Uwe Mantel schreibt: „Zuletzt fiel Nicolaus Fest, seit 2013 stellvertretender Chefredakteur der ‚Bild am Sonntag‘, mit seinem Kommentar ‚Islam als Integrationshindernis‘ auf, für den die ‚BamS‘ auch eine Rüge durch den Presserat kassierte.“ (BILDblog berichtete).

6. „Here’s The Unfortunate Math That Will Likely Force The New York Times To Make Even More Cuts…“
(businessinsider.com, Henry Blodget, englisch)
Henry Blodget rechnet aus, wie viele Journalisten die „New York Times“ im digitalen Zeitalter beschäftigen könnte: „So the New York Times might eventually be able to support a newsroom budget of $140 million as compared to the ~$200 million budget it has today. Using the same $150,000-per-journalist all-in estimate, this budget would support ~930 top-notch journalists. (…) But 930 journalists is about 300 fewer than the New York Times will employ after this latest round of cuts.“

„Wirr, unlogisch – und unfassbar unmoralisch“

Seit einigen Monaten profiliert sich Nicolaus Fest (rechts), Sohn des bekannten Hitler-Biographen Joachim Fest und Mitglied der „Bild“-Chefredaktion, als radikaler Gegner all dessen, was er abfällig „Multi-Kulti“ nennt. In der rechten Szene, die an diesem Wochenende in Köln versucht hat, einen Anti-Islam-Kongress zu veranstalten, wird er für seine langen Aufsätze auf Bild.de gefeiert. Unter dem Titel „HIEB- UND STICHFEST“ polemisiert er immer wieder gegen Zuwanderung und Integration von Ausländern in Deutschland (wir berichteten).

Vorläufiger Höhepunkt war sein Beitrag in der vorigen Woche, in den man, wenn man wollte, fast ein Lob des Völkermordes lesen konnte. Fest rühmt darin die „Vorteile homogener Gesellschaften“ und argumentiert, dass die Beseitigung von kultureller Vielheit Gesellschaften „Frieden und Stabilität“ bringen könne.

Die preisgekrönte Reporterin und Autorin Carolin Emcke urteilt über seinen Text: „Das gab es so explizit wirklich lange nicht mehr zu lesen von Autoren, die nicht vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Es ist ein pseudohistorisch verkleideter Rassismus und eine gar nicht verkleidete Aufforderung zur Homogenisierung unserer offenen Gesellschaften.“

In einem Gastbeitrag für BILDblog antwortet sie auf Nicolaus Fests Plädoyer.

Hieb- und stichdurchlässig

Nicolaus Fest ist Mitglied der „Bild“-Chefredaktion und neuerdings auch Bild.de-Kolumnist.

In seiner Kolumne „Hieb- und stichfest schreibt er heute unter der Überschrift „Schlafe ruhig, Deutscher Presserat“ (und erstaunlicherweise mit dem Begriff „hurriyet“ in der Adresszeile) über die Berichterstattung „der türkischen Zeitungen wie Milliyet und Sabah“ über den Häuserbrand in Ludwigshafen. Die hätten nämlich – „unwidersprochenen Übersetzungen in deutschen Medien zufolge“ – u.a. über „Spuren von Neonazis“ am Tatort spekuliert. Fest schreibt:

Vor allem aber wundert angesichts derart massiver Verletzungen aller journalistischer Grundregeln das Schweigen des Deutschen Presserats. (…) laut Beschwerdeordnung kann der Presserat auch aus eigenem Antrieb und unabhängig vom Vorliegen einer Beschwerde tätig werden.

Warum dann jetzt diese auffällige Ruhe?

Wenn es um angebliche Schleichwerbung geht oder um den Persönlichkeitsschutz krimineller islamistischer Ex-Kommandanten wie Khaled al-Masri, ist dem Presserat die öffentliche Selbstdarstellung ein hohes Anliegen. Aber in einem Fall an der Grenze zur Volksverhetzung, wo durch vorsätzlich falsche Berichterstattung Türken und Deutschen gegeneinander aufgebracht wurden, kommt – gar nichts.

Schlafe ruhig, Deutscher Presserat.

Holla, möchte man Fest da zurufen. Oder lieber: Moment mal!

Denn abgesehen davon, dass wir den Eindruck haben, es handele sich beim Presserat ohnehin um eine vergleichsweise verschlafene Instanz; mal abgesehen davon auch, dass Fest sich mit den Hinweisen auf „angebliche Schleichwerbung“ und „Khaled al-Masri“ zweifellos auf Presseratsrügen gegen „Bild“ beziehen dürfte; und ganz abgesehen davon, dass sich „Bild“ als meistgerügte Zeitung vermutlich vor Rügen kaum noch retten könnte, wenn der Presserat sich tatsächlich aus eigenem Antrieb alle journalistischen Fehlleistungen der „Bild“-Zeitung vorknöpfte – abgesehen davon also, haben wir einfach mal beim Presserat nachgefragt.

Und Presserats-Geschäftsführer Lutz Tillmanns sagt uns…

  • … erstens: Der Presserat werde „fast nie“ von sich aus tätig, weil es innerhalb des Presserats (als zur Hälfte von den Verlegern getragenem Organ der freiwilligen Selbstkontrolle) „schwer kommunizierbar“ sei, wenn man von sich aus „Beschwerden generieren“ würde — und „das weiß auch Herr Fest“.
  • … zweitens: Zur Ludwigshafen-Berichterstattung türkischer Zeitungen „liegt bereits eine Eingabe vor“, mit der sich der Presserat befassen werde.
  • … und drittens: Es stehe der „Bild“-Zeitung ebenso wie Nicolaus Fest „selbstverständlich“ frei, eine Beschwerde an den Presserat zu schreiben.

Hinweis in eigener Sache: „Bild“ und die Axel Springer AG haben sich ja wiederholt beim Presserat darüber empört, dass BILDblog Beschwerden gegen „Bild“ eingereicht hat. Am 12. März will das Plenum des Presserats darüber beraten. Mehr dazu hier.