1. EU-Kommission will Netz mit Alterskontrollen zupflastern
(netzpolitik.org, Sebastian Meineck)
Der vollständige Gesetzentwurf zum “EU Kids Act” gehe laut geleakten Dokumenten (PDF) deutlich über bisherige Eckpunkte hinaus und plane weitreichende Zugangshürden für große Teile des Internets. Neben einer Altersgrenze von 15 Jahren für Social-Media-Accounts sollen auch Videospiele, KI-Chatbots, Begleit-KIs und App-Stores verpflichtet werden, ihr Angebot nur noch in einer kindgerechten Version oder nach einer Altersprüfung zugänglich zu machen. Bürgerrechtsorganisationen und der Chaos Computer Club würden den Entwurf stark kritisieren. Die Pläne untergrüben die anonyme Netznutzung, würden eine unausgereifte Überwachungsinfrastruktur erfordern und die Grundrechte einschränken.
2. Ulrich Siegmund: freundlich lächeln, radikal denken
(youtube.com, Daniel Bröckerhoff, Video: 48:59 Minuten)
In der aktuellen Folge von “Flugmodus”, dem Videopodcast des NDR-Medienmagazins “Zapp”, geht es um Ulrich Siegmund, den “Feelgood-Rechtspopulisten” der AfD und dessen Arbeitsweise: “In dieser Folge zerlegen wir genau diese Methode – Baustein für Baustein. Warum wirkt ‘der nette Uli’ auf viele so vertrauenswürdig? Was steckt hinter der Taktik der ‘Selbstverharmlosung’? Und warum weicht er Fragen so geschickt mit Gegenfragen aus?”
3. Krawallmedien nicht auf den Leim gehen!
(verdi.de, Bärbel Röben)
Rechte Plattformen wie “Nius” und konservative Medien wie “Bild”, “Welt” und “Cicero” hätten die zeitweise Reservierung des vom Berliner Theater Volksbühne initiierten “Volksbads” für Schwarze Kinder zu einer bundesweiten Hetzkampagne über angebliche “Rassentrennung” aufgebauscht, woraufhin das Projekt wegen Gewaltandrohungen abgesagt werden musste. Die Medienwissenschaftlerin Bärbel Röben warnt vor dem Zusammenspiel rechter Krawallmedien mit der bürgerlichen Presse, das gezielt gesellschaftliche “Triggerpunkte” aktiviere und juristisch legitime Schutzräume diffamiere.
4. Meta haftet für Fakeanzeigen bei Facebook und Instagram
(spiegel.de)
Das Landgericht Frankfurt habe geurteilt, dass der Social-Media-Konzern Meta für gefälschte Werbeanzeigen und Betrugsprofile auf Facebook und Instagram unmittelbar hafte. Geklagt hätten die Plattform “Finanzfluss” und deren Gründer Thomas Kehl, dessen Name und Gesicht massenhaft für betrügerische Anlage-Scams missbraucht worden seien. Das Gericht habe Metas Argumentation zurückgewiesen, man sei lediglich ein neutraler Speicherplatz. Das Urteil sei noch nicht rechtskräftig.
5. Verbraucherschutzverein geht gegen Sky, Netflix und Apple TV vor
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Wegen angeblich einseitiger und unzulässiger Preiserhöhungen habe der Wiener Verbraucherschutzverein (VSV) Verbandsklagen gegen Netflix, Apple TV und den Sky-Streamingdienst Wow angekündigt. Der Verein werfe den Anbietern vor, laufende Abonnements über unwirksame AGB-Klauseln verteuert zu haben, ohne die gesonderte Zustimmung der Kundinnen und Kunden einzuholen. Zusammen mit einer Berliner Kanzlei und einem Prozessfinanzierer fordere der VSV Rückzahlungen von 200 bis 700 Euro pro Person. Eine Sprecherin von Sky habe das Vorliegen einer Klage bestätigt, wolle sich wegen des laufenden Verfahrens aber vorerst nicht äußern. Netflix widerspreche den Vorwürfen. Man habe bei Preiserhöhungen in Deutschland stets die Zustimmung der Kundschaft eingeholt.
6. Musikjournalismus zwischen Format und Experiment
(dfjv.de, Gunter Becker)
Der Journalist Gunter Becker beschreibt in seinem Beitrag die strukturelle Krise des traditionellen Musikjournalismus in Deutschland, der trotz des allgemeinen Musikbooms unter dem Sterben gedruckter Magazine, zeitlichem Druck und der Verdrängung in Radiorandzeiten leide. Musikerinnen und Musiker würden ihr Publikum heute über Social Media meist direkt erreichen und klassische journalistische Gatekeeper umgehen. Es gebe aber auch neue digitale Auswege und alternative Finanzierungsmodelle.



