Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!
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1. Der Politik-Erklärer (mit Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte)
(youtube.com, Tanjev Schultz & Markus Wolsiffer, Video: 58:09 Minuten)
Zu Gast bei den “Medienverstehern” Markus Wolsiffer und Tanjev Schultz ist der “Politikerklärer” Karl-Rudolf Korte. An Wahlabenden gehe es ihm um die bundespolitische Einordnung, nicht um Sachpolitik, und gerade Live-Momente des Misslingens seien die interessantesten. Schultz bringt eine Medienkritik ein: Der Journalismus betone zu stark Streit, Macht und Strategie und vernachlässige die inhaltlichen Sachentscheidungen. Dies verstärke den Eindruck einer nur zerstrittenen Demokratie.
2. “Wenn das in Sachsen-Anhalt funktioniert, dann kann es überall funktionieren”
(uebermedien.de, Annika Schneider, Audio: 46:06 Minuten)
In der Reihe “Nice & Nötig” spricht Annika Schneider mit dem Podcaster Christian Bollert über dessen Projekt “Dazwischen”, für das er eine halbe Million Euro Fördermittel eingeworben habe. Sein Team von detektor.fm veröffentliche seit März wöchentlich Podcast und Newsletter zu Sachsen-Anhalt, einer medial unterversorgten Region. Man setze dabei nicht auf Landespolitik, sondern auf Alltagsthemen. Anders als viele Medien, die von einer “Schicksalswahl” sprächen, blickt Bollert betont zuversichtlich auf das Bundesland.
3. Resonanz statt Reichweite: Journalismus in freier Wildbahn
(laeuft-programmschau.podigee.io, Alexander Matzkeit, Audio: 29:09 Minuten)
Alexander Matzkeit spricht mit Alexander von Streit über dessen Projekt “Media Rewilding”, das untersuche, ob und wie Journalismus wieder sichtbarer werde, wenn er an öffentliche Orte wie Bühnen, Cafés oder Begegnungshäuser zurückkehrt. Von Streits These lautet, Journalismus solle weniger auf Reichweite als auf Resonanz setzen, also auf Beziehungen, die Vertrauen schaffen. In der Medienkritik bespricht Matzkeit das neue Arte-Erklärformat “Warum?”, dessen Frage-Rahmung er oft konstruiert findet.
4. Wie macht man einen Podcast über die USA?
(deutschlandfunkkultur.de, Mike Herbstreuth, Audio: 37:58 Minuten)
Anlässlich des 250-jährigen Bestehens der USA beschäftigt sich die Reihe “Über Podcast” in einer Spezialfolge mit USA-Podcasts, die das Land erklären wollen. Zu Gast sind Rieke Havertz und Klaus Brinkbäumer vom “Zeit”-Podcast “OK, America?”. Sie schildern, wie sich ihr Blick gewandelt habe, etwa zur Frage, ob die US-amerikanische Demokratie in bekannter Form überlebt. Außerdem gibt es Hörtipps wie den BBC-“Americast” und den NPR-Podcast “Landslide”.
5. Sebastian Fitzek, wie schreibt man einen Thriller?
(youtube.com, Jochen Wegner & Christoph Amend, Video: 6:30:32 Stunden)
In der Fortsetzung ihres beim ersten Mal abgebrochenen Live-Podcasts sprechen Jochen Wegner und Christoph Amend mit dem Bestsellerautor Sebastian Fitzek über dessen Handwerk. Anhand zweier aus dem Publikum gepitchter Plots zeigt Fitzek, wie ein Thriller über Figuren und Motivation gebaut wird. Zum Buchmarkt erklärt er, dass sein Geschäft die Bücher seien, nicht die teuren Shows. Ein Verlag bleibe für Vertrieb und Sichtbarkeit unverzichtbar (Achtung: Wie oft bei “Alles gesagt” sehr lang).
6. Wie wir mit KI manipuliert werden
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 21:07 Minuten)
Mats Schönauer zeigt in seinem YouTube-Video, welche KI-Fälschungen derzeit durch die Sozialen Medien geistern, von erfundenen Tierrettungen bis zu gefälschten Promitreffen, und gibt Tipps zum Erkennen. Verräterisch seien meist logische und physikalische Ungereimtheiten, unsinnige Schrift oder ein Blick auf Profil und Kommentare. Derlei KI-Inhalte würden die Grenze zwischen Fakt und Fiktion verwischen. Auf Erkennungstools solle man sich lieber nicht verlassen. Transparenzhinweis: Mats Schönauer ist ehemaliger Leiter des BILDblog und Co-Autor des BILDblog-Buchs “Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet”.



