1. Markus Lanz, die AfD und der lässige Wiederaufbau unser Demokratie
(substack.com, Dirk Laabs)
Investigativjournalist Dirk Laabs wirft dem ZDF-Talkmaster Markus Lanz vor, durch unkritisches Diskursmanagement und Quotenfixierung maßgeblich zur Normalisierung der AfD beigetragen zu haben. Ausgehend von einer Begegnung im Jahr 2018, bei der Lanz bereits pauschalisierende Narrative über Migration bedient habe, zeichnet Laabs die Entwicklung der Talkshow nach. Dass sich Markus Lanz nun bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises mit Durchhalteparolen als Retter der Demokratie inszeniere, sei scheinheilig und zeuge von gefährlicher Realitätsverweigerung.
2. Menschengecodete Krise
(taz.de, Marie Kilg)
In der “taz” kommentiert Marie Kilg die “menschengecodete Krise”. Die Debatte um existenzielle Bedrohungen durch Künstliche Intelligenz, ausgelöst durch den öffentlichkeitswirksamen Abgang des Anthropic-Entwicklers Jacob Coxon, verschleiere die eigentliche Ursache der Risiken: Hinter jedem autonomen Schadenspotenzial stünden menschliche Entscheidungen, Trainingsdaten und gezielt programmierte Schleifen. Sprachmodelle würden nicht eigenständig handeln, sondern von Entwicklern mit Werkzeugen und Zielen ausgestattet. Der Vorstoß führender US-Tech-Konzerne für eine angebliche Selbstregulierung diene vor allem dem Schutz der eigenen Marktanteile vor Konkurrenten.
3. Musk droht Machern von kritischer Doku über ihn Klagen an
(derstandard.at)
Elon Musk habe den Machern eines Dokumentarfilms über den Tech-Milliardär mit rechtlichen Schritten gedroht. Musks Anwalt Alex Spiro werfe Regisseur Alex Gibney sowie beteiligten Unternehmen wie HBO und Universal vor, in dem beim Filmfestival von Venedig uraufgeführten Film “Musk” gezielt Falschinformationen und Diffamierungen zu verbreiten. Unter anderem habe das Filmteam einen Vorab-Faktencheck mit Elon Musks Umfeld abgelehnt und unbelegte Thesen über eine Wahlmanipulation via Starlink transportiert. Die Produktionsfirma Jigsaw habe die Vorwürfe zurückgewiesen. Eine kritische Auseinandersetzung mit einflussreichen Persönlichkeiten sei elementarer Bestandteil der Meinungsfreiheit.
4. Kann die “Humanisierung” des Journalisten Medienvertrauen schaffen?
(de.ejo-online.eu)
Die Forscherin und Journalistin Emilie Gambade habe in ihrer Doktorarbeit untersucht, wie das gezielte Ablegen der distanzierten “professionellen Maske” das schwindende Vertrauen in Medien wiederherstellen kann. Da Glaubwürdigkeit zunehmend über intuitive, emotionale Resonanz bewertet werde, helfe das Sichtbarmachen von Verwundbarkeit und persönlicher Motivation dabei, parasoziale Bindungen aufzubauen. Am Beispiel ihrer Doku-Serie “The Messenger” plädiert Gambade dafür, Journalistinnen und Journalisten nahbar als vollwertige Menschen mit eigenen Werten und Schwächen zu porträtieren.
5. Mentoring für mehr Vielfalt
(verdi.de, Till Schmidt)
Das Projekt “Mentoring@NRW” fördere Nachwuchskräfte mit Zuwanderungsgeschichte beim Einstieg in den Journalismus, um der sozialen Selektion durch unbezahlte Praktika entgegenzuwirken. Wie Projektleiterin Anna Kravčíková berichte, habe die Initiative seit ihrem Start vor sechs Jahren über 60 Talente in Medienhäuser vermittelt. Wegen finanzieller Kürzungen weiche das Programm nun auf ein intensives Camp-Format für 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus, das Themen wie Bezahlung, Story-Pitches und Rassismuserfahrungen adressiere. Ein besonderer Fokus liege dabei auf dem Lokal- und Regionaljournalismus.
6. Sie belügen euch und werden reich damit
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 18:44 Minuten)
Mats Schönauer deckt in diesem Video auf, wie mit KI-generierten Inhalten (“KI-Slop”) auf Social-Media-Plattformen massenhaft Klicks und Geld generiert werden. Als Beispiel dient der reichweitenstärkste deutsche YouTube-Kanal “Tsuriki Show”, der Milliarden Aufrufe mit automatisiert wiederholtem KI-Trash erziele. Transparenzhinweis: Mats Schönauer ist ehemaliger Leiter des BILDblog und Co-Autor des BILDblog-Buchs “Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet”.



