Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!
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1. Wie einflussreich ist Comedy?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 25:50 Minuten)
Holger Klein hat das angekündigte Ende des „ZDF Magazin Royale“ mit Jan Böhmermann zum Anlass genommen, sich mit „SZ“-Redakteur Jens-Christian Rabe zusammenzutelefonieren: “Was ist eigentlich gute Comedy? Wo hat investigative Comedy ihren Ursprung? Und warum hält er Jan Böhmermanns Begründung, er wolle noch einmal etwas anderes machen, für nicht ganz einleuchtend?”
Weiterer Gucktipp: Jan Böhmermann war bei „Deutschland3000“ mit Eva Schulz zu Gast: “Bei Deutschland3000 spricht er mit Eva darüber, warum er sich so entschieden hat und antwortet auf Spekulationen zum Ende seiner Sendung, wie Beef mit dem Sender oder gar politischen Druck. Eva fragt ihn, was all das für sein Team bedeutet – und wieso sein Rückzug in einem Moment kommt, in dem die AfD so stark ist wie nie zuvor.” (youtube.com, Video: 1:16:18 Stunden)
2. Hateland – Staffel 2: Schillshow
(ardsounds.de, Louis Klamroth, sechs Folgen mit je 36 bis 45 Minuten)
“Wie werden aus Sorgen politische Feindbilder? Wie wird aus Ausgrenzung Macht? Und was passiert, wenn Grenzüberschreitungen in Regierungsverantwortung führen?” Diesen Fragen geht Louis Klamroth in der Podcast-Serie „Hateland“ nach. In der zweiten Staffel beschäftigt er sich mit dem durch Medien groß gemachten Rechtspopulisten Ronald Schill. Obwohl Karriere und Absturz des in der „Bild“-Zeitung gefeierten „Richter Gnadenlos“ Jahrzehnte zurückliegen, kann man aus dem Fall viel über mediale Inszenierung, Selbstvermarktung und gegenwärtigen Populismus lernen.
3. Warum bekommt Peter Thiel einen Preis von Axel Springer?
(youtube.com, Anja Reschke, Video: 18:06 Minuten)
Bei „Fun Facts“ kommentiert Anja Reschke die Verleihung des Axel-Springer-Awards an den umstrittenen Tech-Milliardär und Palantir-Mitgründer Peter Thiel. Thiel, der sich bereits früh als Geldgeber hinter Donald Trump gestellt habe, reihe sich damit neben früheren Preisträgern wie Elon Musk oder Mark Zuckerberg ein. Reschke weist außerdem auf pikante wirtschaftliche Verflechtungen hin: Der Sohn von Springer-Chef Mathias Döpfner habe zuvor 50 Millionen US-Dollar von Thiel erhalten, um einen Investmentfonds aufzubauen.
4. Zehn Jahre funk: Erfolgsstory oder gefährliche Plattform-Abhängigkeit?
(ardsounds.de, Leonie Timm, Audio: 24:49 Minuten)
„Funk“, das junge Content-Netzwerk von ARD und ZDF, feiert zehnjähriges Bestehen und habe in der Zielgruppe eine Reichweite von 79 Prozent. Doch wie hoch ist der Preis für den Erfolg auf YouTube, TikTok und Co.? Bei „BR24 Medien“ sprechen „Funk“-Programmgeschäftsführer Philipp Schild und dessen Stellvertreterin Kristin Blum über ständigen Wandel, den Einfluss von KI und die unvermeidliche Abhängigkeit von kommerziellen Plattformen.
5. Stadtgespräch aus Bonn: Wie können wir Medien vertrauen?
(wdr.de, Anja Backhaus & Sebastian Tittelbach, Audio: 55:24 Minuten)
In einer Live-Debatte auf dem Bonner Münsterplatz diskutieren Medienwissenschaftler Martin Andree, „Generalanzeiger“-Vizechefin Sylvia Binner und „Übermedien“-Redakteurin Annika Schneider über schwindendes Medienvertrauen und die Dominanz digitaler Konzerne. Andree warnt, dass die Pressefreiheit de facto erodiere, weil US-Monopole über 60 Prozent der Aufmerksamkeit kontrollieren würden. Binner betont das Dilemma von Regionalzeitungen, die auf Plattformen angewiesen seien. Schneider plädiert gegen Schwarz-Weiß-Malerei. Das Publikum schätze fundierte Erklärformate und konstruktiven Journalismus.
6. Soaps im Hochformat: Das steckt hinter dem Milliarden-Boom
(ndr.de, Leon Müller. Video: 22:13 Minuten)
Das NDR-Medienmagazin „Zapp“ analysiert den weltweiten Siegeszug von “Vertical Dramas”. Dabei handelt es sich um extrem verdichtete Miniserien im Hochkantformat mit Episodenlängen von ein bis zwei Minuten. Weltweit setze die aus China stammende Industrie bereits Milliarden US-Dollar um. Getragen werde das Modell vor allem von Frauen über 30 Jahren, emotional zugespitzten Klischee-Plots sowie an Mobile Games angelehnten Micropayment-Systemen. Inzwischen würden auch öffentlich-rechtliche Sender wie Radio Bremen mit TikTok-Hochkantserien experimentieren.



