1. Onlyfans für die AfD
(belltower.new, Felix Michaelis)
Bei “Belltower News” geht es um Social-Media-Profile, die rechtsextreme beziehungsweise AfD-nahe Botschaften mit sexualisiertem Content und Verweisen auf kostenpflichtige Plattformen wie OnlyFans kombinieren. Die identischen Slogans, die AfD-Nähe und die wiederkehrenden visuellen Codes würden nahelegen, dass hier gezielt eine konservativ bis rechtsextrem geprägte männliche Zielgruppe angesprochen werden soll.
2. Auch Griechenland verbietet Social Media für Nutzer unter 15
(zeit.de)
Griechenland wolle ab 2027 Kindern und Jugendlichen unter 15 Jahren den Zugang zu Plattformen wie Instagram und TikTok verbieten. Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis begründe den Schritt mit zunehmenden Angstzuständen, Schlafproblemen und dem wachsenden Druck durch soziale Vergleiche und Onlinekommentare. Zugleich dränge die Regierung auf ein koordiniertes Vorgehen in der EU und schlage ein europaweites “digitales Mündigkeitsalter” von 15 Jahren sowie verpflichtende Alterskontrollen für alle Plattformen vor.
3. Wiederbelebungsversuche und Autowracks: Unfallvoyeurismus in österreichischen Medien
(kobuk.at, Sophie Tiganas)
Eine Auswertung von Artikeln österreichischer Medien zeige, dass viele Redaktionen Unfälle mit “unzensierten Fotos von Autowracks, Rettungseinsätzen oder Leichenboxen” illustrieren und damit die Intimsphäre der Betroffenen verletzen. Besonders Boulevardmedien wie “Oe24”, “Krone” und “Heute”, aber auch einzelne Qualitätsmedien, würden dabei identifizierbare Opfer, Rettungsversuche oder persönliche Details von Angehörigen zeigen. Sophie Tiganas kritisiert, dass solche Darstellungen kaum zusätzlichen Informationswert hätten, aber Leid und Tod zur Sensation machen und Betroffene retraumatisieren könnten.
4. ORF entlässt Ex-Generaldirektor Roland Weißmann
(spiegel.de)
Der ORF habe das Dienstverhältnis mit seinem früheren Generaldirektor Roland Weißmann aufgekündigt, weil dieser laut einer internen sowie externen Prüfung gegen Compliance- und ethische Standards verstoßen habe. Eine sexuelle Belästigung “im rechtlichen Sinn” habe im konkreten Fall laut Untersuchung nicht vorgelegen. Der österreichische öffentlich-rechtliche Sender betone jedoch, von Führungskräften “nicht bloß die Einhaltung zwingenden Rechts” zu erwarten, “sondern ein sehr hohes Maß an Integrität”. Weißmann, der bereits im März wegen entsprechender Vorwürfe als Generaldirektor zurückgetreten sei, wolle die Kündigung nach Angaben seines Anwalts anfechten.
5. Ist die Journalistenschule eine Jobgarantie?
(journalist.de, Carlott Bru)
Carlott Bru schreibt, sie habe die Journalistenschule lange als Eintrittskarte in eine sichere Medienkarriere betrachtet und gehofft, danach stünden ihr alle Türen offen. Mit dem Ende der Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule werde ihr jedoch klar, dass auch eine renommierte Journalistenschule keine Jobgarantie biete. Ihre Ernüchterung bestehe nicht darin, dass die Journalistenschule nichts bringe, sondern darin, dass Prestige allein keine materielle Sicherheit schaffe.
6. “Sinn- und Stillos”: Heidenreich fordert Absetzung von Scheck
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Elke Heidenreich fordere in einem Gastbeitrag für die “Zeit” (nur mit Abo lesbar) die Absetzung von Denis Scheck und dessen ARD-Sendung “Druckfrisch”. Anlass sei Schecks Verriss von Ildikó von Kürthys Buch “Alt genug”, den Heidenreich als Ausdruck eines herablassenden und misogynen Tons gegenüber Autorinnen werte. Heidenreich sehe in Schecks Sendung keinen Kulturauftrag mehr, sondern eine sinn- und stillose Form der Literaturkritik.



