1. Medien im Trump-Fieber?
(deutschlandfunk.de, Sascha Wandhöfer, Audio: 49:51 Minuten)
“Jeden Morgen neue Nachrichten aus den USA. Das nervt viele Hörerinnen und Hörer. Und sie finden: Oft sind Berichte zu oberflächlich, geben Lügen des US-Präsidenten zu unkritisch weiter. Sind die Medien im Trump-Fieber?” Über diese Frage diskutieren beim Deutschlandfunk Rieke Havertz von der “Zeit”, ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen und Medienjournalist Klaus Raab.
2. Überwachungskonzern Palantir verklagt die “Republik”
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Markus Reuter schreibt, dass der US-Überwachungskonzern Palantir gerichtlich gegen das Schweizer Magazin “Republik” vorgehe. Das Unternehmen wolle eine Gegendarstellung zu einer Recherche erzwingen, die Sicherheitsrisiken und die Ablehnung der Software durch die Schweizer Armee thematisiert habe. “Republik” habe aufgedeckt, dass das Schweizer Militär eine Zusammenarbeit wegen der Gefahr eines nicht verhinderbaren Datenabflusses an US-Geheimdienste ausgeschlossen habe.
3. Muss man für ein Volontariat beim ZDF bereits Influencer sein?
(dwdl.de, Simon Pycha)
Wie Simon Pycha berichtet, habe das ZDF mit der Abfrage von Follower-Zahlen im Bewerbungsverfahren für Volontariate eine hitzige Debatte ausgelöst. Kritiker würden befürchten, dass journalistische Kompetenz zunehmend durch bloße Selbstdarstellung und Reichweite ersetzt werden. Von Seiten des öffentlich-rechtlichen Senders heiße es zur Verteidigung, die Follower-Angabe sei kein Ausschlusskriterium, sondern solle als alternativer Kompetenznachweis für Bewerberinnen und Bewerber dienen.
4. Lesen und lesen lassen
(taz.de, Tilman Baumgärtel)
Tilman Baumgärtel beklagt in seinem Essay, dass elaborierte Kulturtexte in der heutigen Aufmerksamkeitsökonomie kaum noch Resonanz fänden, da die Reichweite von Printmedien schwinde, und Social-Media-Algorithmen differenzierte Inhalte systematisch benachteiligen würden. Debatten entstünden heute zunehmend durch virale Posts in Sozialen Netzwerken statt durch das klassische Feuilleton. Dies führe dazu, dass Autorinnen und Autoren ihre komplexen Texte nun in verkürzten Videoformaten anteasern müssen, um überhaupt noch wahrgenommen zu werden.
5. News-Podcasts: Kompass für den Krisenmodus
(blog.medientage.de, Petra Schwegler)
Laut einer aktuellen Audio-Studie von Seven.One seien News-Podcasts im Jahr 2025 zum meistgehörten Genre im deutschsprachigen Raum avanciert und hätten mit knapp 40 Millionen Downloads sogar Comedy und True Crime überholt. Dieser Zuwachs werde maßgeblich durch das permanente gesellschaftliche Krisenklima getrieben. Internationale Studien würden diesen Trend bestätigen.
6. Wieso hat RTL Gil Ofarim so leicht davonkommen lassen?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 21:46 Minuten)
TV-Kritikerin Anja Rützel äußert im “Übermedien”-Podcast ihr Entsetzen darüber, dass Gil Ofarim jüngst das RTL-Dschungelcamp gewonnen habe, obwohl er zuvor durch falsche Antisemitismus-Vorwürfe gegen einen Hotelmitarbeiter in einen Skandal verwickelt gewesen sei. Rützel wirft dem Sender vor, Ofarim eine Plattform für Unwahrheiten geboten zu haben, ohne diese in der Sendung selbst einzuordnen.
7. Wenn im Journalismus Sprache versagt
(oe1.orf.at, Rosanna Atzara & Stefan Kappacher, Audio: 30 Minuten)
Zusätzlicher Link, da mit eigener Beteiligung: Beim österreichischen Medienmagazin “Doublecheck” (Ö1) geht es um die unreflektierte Übernahme von Euphemismen und Verschleierungen durch Medien. Insbesondere bei der Berichterstattung über Femizide würden Fachleute wie Corinna Milborn neben dem “6-vor-9”-Kurator eine voyeuristische Täterperspektive bemängeln: “Stellen Sie sich vor, jeden Tag würde ein Banker von einem Kunden erschossen, weil der sein Geld verloren hat. Würden wir das ‘Finanzstreit’ nennen? Oder ‘Bankentragödie’?”



