1. Besserer Informantenschutz gefordert
(djv.de, Alexander Schaub)
Anlässlich der ersten Lesung zur Reform des Nachrichtendienstrechts im Bundestag habe der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) deutliche Nachbesserungen beim Informanten- und Quellenschutz angemahnt. Der Gesetzentwurf sehe weitreichende Befugnisse für Bundesnachrichtendienst und Verfassungsschutz vor, darunter Zugriffe auf Messengerdienste, Funkzellenabfragen, längere Speicherfristen sowie den Einsatz von KI und Biometrie. Der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster kommentiert: “Journalistinnen und Journalisten müssen Informantenschutz bieten können, ohne befürchten zu müssen, dass Nachrichtendienste ihre Kommunikation oder Recherchen ausspähen.”
2. “Stark unter Druck”: Neuer Ratgeber zum Umgang mit Belastungen im Redaktionsalltag
(netzwerkrecherche.org)
Das Netzwerk Recherche hat mit “Stark unter Druck” einen neuen Praxisleitfaden veröffentlicht (PDF), der konkrete Handlungsempfehlungen gegen Überlastung und psychische Belastungen im Journalismus bietet. Angesichts von Hassrede, politischen Anfeindungen und strukturellem Spardruck hätten die Autorinnen und Autoren um Barbara Hans, Juliana Ruhfus und Malte Werner mit rund 90 Redaktionsleitungen sowie Betriebsräten gesprochen. Der Leitfaden setze auf praxiserprobte, niedrigschwellige Routinen und werde durch geförderte Workshops ergänzt.
3. Alles für die Nazi-Parole
(taz.de, Nadine Conti)
Vor dem Verwaltungsgericht Hannover klage die Plattform X (früher Twitter) gegen eine Löschungsanordnung der Niedersächsischen Landesmedienanstalt (NLM) bezüglich eines Beitrags von Stefan Homburg mit der verbotenen SA-Parole “Alles für Deutschland”. X stufe die Äußerung als meinungsfrei ein und poche auf die alleinige Zuständigkeit Irlands nach dem Digital Services Act. Die NLM verteidige ihr Recht auf nationales Eingreifen bei verfassungsfeindlichen Einzelinhalten. Der Streit werde wahrscheinlich bis zum Europäischen Gerichtshof gehen.
4. Erfolgreiche Klage gegen Süddeutschen Zeitung
(urheber.info)
Das Landgericht München habe der “Süddeutschen Zeitung” nach einer Klage des Deutschen Journalisten-Verbands und Verdi untersagt, mehrere Klauseln ihres “Autoren-Rechtebriefs” für freie Journalistinnen und Journalisten weiter zu verwenden (noch nicht rechtskräftig). Die AGB seien laut Gericht intransparent und unwirksam, da unklar bleibe, in welchem Umfang Rechte an Rechercheunterlagen abgetreten werden müssen. In der Folge seien auch daran anknüpfende Klauseln zur Verwertung von Beiträgen für KI-Training, Bearbeitungsrechte sowie die Pflicht zur lückenlosen Vorlage eigener Prompting-Protokolle gekippt worden.
5. Tarifeinigung beim ZDF
(verdi.de)
Beim ZDF hätten sich Gewerkschaften und Senderleitung auf einen neuen Tarifabschluss geeinigt. Festangestellte sollen demnach rückwirkend zum 1. August 2026 drei Prozent sowie ab Januar 2028 weitere 2,8 Prozent mehr Gehalt plus eine Einmalzahlung in Höhe von 900 Euro erhalten. Für freie Mitarbeitende würden die Honorare ebenfalls rückwirkend um 3 Prozent und im September 2027 um weitere 2,8 Prozent steigen. Auch Auszubildende, Volontärinnen, Volontäre und Trainees sollen von Festbeträgen beziehungsweise linearen Steigerungen und Sonderzahlungen profitieren.
6. Zwei deutsche Produktionen für International Emmy nominiert
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Bei den International Emmys 2026 seien zwei deutsche Produktionen unter den 64 Nominierten vertreten: Der Dokumentarfilm “Der talentierte Mr. F” über den Diebstahl eines studentischen Animationsfilms im Internet konkurriere in der Kategorie “Arts Programming”. Die KiKa-Reihe “Lenas Hof” gehe ins Rennen um die beste Kinder-Animationsserie. Beide Formate seien zuvor bereits mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet worden. Die Verleihung der International Emmys finde am 23. November in New York statt.



