1. 116 Organisationen fordern: “Hände weg vom IFG! Retten Sie die Informationsfreiheit”
(fragdenstaat.de, Thomas Babyesiza)
Ein Bündnis aus 116 zivilgesellschaftlichen Organisationen, Verbänden und Medien, darunter Amnesty International, Greenpeace, Reporter ohne Grenzen und der Chaos Computer Club, habe sich in einem offenen Brief an die Bundesregierung und den Bundestag gegen die geplante Aushöhlung des Informationsfreiheitsgesetzes gewandt. Die Unterzeichner werfen der schwarz-roten Koalition vor, unter dem Vorwand des Bürokratieabbaus ein unbequemes Transparenzrecht de facto abzuschaffen: “Künftig wären fast alle Anträge nicht mehr zulässig und die verbleibenden könnten zu massiven Kosten für die Antragstellenden führen oder wichtige Informationen vorenthalten. Das Resultat: Das Ende der Informationsfreiheit.”
2. Sanktionierte Freiheit
(netzpolitik.org, Erik Tuchtfeld)
Eine Petition mit über 340.000 Unterschriften fordere den ZDF-Intendanten Norbert Himmler auf, die journalistische Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Senders gegen internationale Sanktionsregime abzusichern. Hintergrund sei eine Klausel in Mitwirkendenverträgen, etwa für Talkshowgäste, mit der Vertragspartner bestätigen müssten, nicht mit Personen, die auf internationalen Sanktionslisten stehen, zusammenzuarbeiten. Erik Tuchtfeld, Jurist und Mitglied des ZDF-Fernsehrats, macht sich Sorgen wegen eines möglichen Abschreckungseffekts: “Das ZDF muss den Anwendungsbereich der besonders problematischen US-amerikanischen Sanktionslisten deshalb im Rahmen der angekündigten Überprüfung der Praxis auf ein absolutes Minimum reduzieren.”
3. Ungarns ÖRR setzt News-Programm aus; sendet Entschuldigung
(dwdl.de, Thomas Lückerath)
Die neue ungarische Regierung unter Ministerpräsident Péter Magyar habe das Programm des TV-Senders M1 und des Hörfunksenders Kossuth Rádió überraschend ausgesetzt. Beide Kanäle hätten unter Magyars Vorgänger Viktor Orbán als Propagandamedien gegolten. Am Dienstagnachmittag sei bei M1 eine Texttafel eingeblendet worden, auf der der Sender für jahrelange Lügen um Entschuldigung gebeten und einen unabhängigen Wandel angekündigt habe. Thomas Lückerath kommentiert: “Unabhängig von der Intention zeigt sich, wie abhängig der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Ungarn in derzeitiger Form von der jeweils amtierenden Regierung ist. Inwiefern dies überarbeitet wird, bleibt abzuwarten.”
4. KI-Resilienz im Journalismus
(verdi.de, Stephan Weichert)
Der Medienwissenschaftler Stephan Weichert kritisiert die aktuelle Diskussion um Künstliche Intelligenz im Journalismus als moralisierende Gesinnungsdebatte, die von den eigentlichen Herausforderungen ablenke. Statt einer Lagerbildung zwischen blinder Euphorie und pauschaler Verweigerung brauche die Branche eine pragmatische “KI-Resilienz”: “Kluge Redaktionen werden künftig nicht daran auszumachen sein, dass sie mit dem Prädikat ‘KI-frei’ arbeiten. Es werden diejenigen sein, die bereit sind zu lernen, wie sie souverän und verantwortungsvoll mit KI umgehen.”
5. “Man kann dann für 15 Euro im Monat alles lesen”
(uebermedien.de, Annika Schneider, Audio: 48:38 Minuten)
Im “Übermedien”-Podcast “Nice & Nötig” mit Annika Schneider ist Swantje Dake zu Gast, die demnächst mit einem “Spotify für Journalismus” an den Start gehen will: “In dieser Folge erzählt Dake, warum viele Zeitungsverlage lieber ihre eigenen Abos verkaufen und warum sie trotzdem an ihre Idee glaubt. Sie erzählt, warum Deutsche weniger für Journalismus zahlen wollen als Menschen in anderen Ländern und wie es ist, wenn der Start-up-Partner gleichzeitig der Lebenspartner ist.”
6. Social-Media-Verbot in Australien scheitert bereits an Altersabfrage
(zeit.de)
Das weltweit erste Social-Media-Verbot für Kinder unter 16 Jahren in Australien erziele laut einer neuen Studie nicht die gewünschte Wirkung. Eine Untersuchung einer auf Softwaretests spezialisierten Firma zeige, dass Tech-Konzerne die im Dezember eingeführten Altersbeschränkungen kaum kontrollieren würden. Bei 50 eingerichteten Testkonten habe die bloße Falschangabe des Alters ausgereicht, um ohne jede Verifikation Zugang zu Plattformen wie Instagram, Snapchat, TikTok und YouTube zu erhalten.



