Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!
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1. Gefangen im Paralleluniversum: Wie uns alternative Medien bedrohen
(derstandard.at, Benedikt Narodoslawsky, Audio: 40:03 Minuten)
Auf rechten Internetportalen werde ein regelrechtes mediales Paralleluniversum konstruiert, in dem Realitäten wie der Rekord-Hitzesommer, saubere Energien oder geopolitische Konflikte systematisch ins Gegenteil verkehrt würden. Medienethiker Luis Paulitsch legt in seinem Buch und einem aktuellen Fachartikel (PDF) dar, mit welchen Mechanismen alternative Medien gezielt Klimaskepsis in der Bevölkerung schüren. Die Verbreitung solcher Desinformationen destabilisiere das Vertrauen in Fakten. Dies stelle eine wachsende Gefahr für den demokratischen Grundkonsens dar.
2. Macht Donald Trump die Medien mundtot?
(deutschlandfunk.de, Monika Dittrich, Audio: 1:25:52 Stunden)
Im generell empfehlenswerten USA-Podcast des Deutschlandfunks “Amerika verstehen” geht es diesmal explizit um die Medienstrategie Donald Trumps: “Der US-Präsident sperrt Reporter von CNN und anderen Medienhäusern aus dem Weißen Haus aus. Er beschimpft Journalisten und verklagt Zeitungsredaktionen. Dabei stehen die USA eigentlich für radikale Meinungsfreiheit, erklärt Historiker Volker Depkat.”
3. Medien und Terrorismus: Die Öffentlichkeit als Waffe
(youtube.com, Tanjev Schultz & Markus Wolsiffer, Video: 49:47 Minuten)
Terrorismus sei im Kern eine gewalthafte, strategisch inszenierte Kommunikation, bei der Täter die mediale Aufmerksamkeit gezielt als Waffe einsetzen. Das Verhältnis zwischen Journalismus und Terrorismus lasse sich weniger als Symbiose, sondern treffender als Parasitismus beschreiben. Attentäter würden die Aufmerksamkeitsökonomie der Medien ausnutzen, um Angst zu schüren. Redaktionen ständen wiederum unter dem Zwang, das akute Informationsbedürfnis des Publikums zu bedienen. Angesichts dessen plädiert Journalistik-Professor Tanjev Schulz für redaktionelle Besonnenheit statt vorschneller Hysterie.
4. Wer schaut noch hin? Was passiert, wenn der Lokaljournalismus verschwindet?
(der-boell-podcast.podigee.io, Jule Eikmann, Audio: 39:28 Minuten)
Der schleichende Niedergang des deutschen Lokaljournalismus bedrohe zunehmend dessen demokratische Kontrollfunktion vor Ort. In fast jedem zweiten Landkreis existiere nur noch eine einzige Lokalzeitung. Wo Redaktionen schließen oder die Printzustellung einstellen, entstünden Informationslücken, die vermehrt durch Pseudomedien oder parteinahe Angebote gefüllt würden. Die Kommunikationswissenschaftlerin Leila Dogruel spricht sich für eine staatsferne, kriterienbasierte Redaktionskostenförderung nach skandinavischem Vorbild aus.
5. Meta haftet für Algorithmen – verändert dieses Urteil Social Media?
(youtube.com, Gavin Karlmeier, Video: 53:08 Minuten)
Im Gespräch mit Gavin Karlmeier ordnet Medienanwalt Chan-jo Jun ein Urteil des Landgerichts Frankfurt im Rechtsstreit von “Finanzfluss”-Gründer Thomas Kehl gegen den Social-Media-Konzern Meta ein, das das bisherige Providerprivileg grundlegend infrage stelle. Meta hafte demnach unmittelbar für betrügerische Werbeanzeigen mit gestohlenen Identitäten. Das Unternehmen übernehme durch algorithmische Kuration und Ausspielung die inhaltliche Kontrolle und mache sich die Beiträge zu eigen. Außerdem besprechen die beiden, wie in Karlmeiers Podcast “Haken dran” üblich, die neuesten Entwicklungen aus der Social-Media-Welt.
6. Wie die “Next Uri Geller” Zaubertricks aufgeflogen sind
(youtube.com, Philipp Walulis, Video: 23:53 Minuten)
In einer satirischen Retro-Analyse zur ProSieben-Show “The Next Uri Geller” rekonstruiert Philipp Walulis, wie das Format vor allem in Staffel 2 durch peinliche Pannen und simple Taschenspielertricks seine Glaubwürdigkeit verloren habe. Gewöhnliche Zauberkünstler seien per Vertrag als Mentalisten mit angeblich übersinnlichen Kräften inszeniert worden. Doch Live-Übertragungen hätten Tricks entlarvt, etwa durch sichtbare Spickversuche bei Zahlen-Codes oder ein manipuliertes Vorhängeschloss, das bei jedem Schlüssel aufsprang. Gellers eigene Nummern hätten den Niedergang des Hypes im deutschen Fernsehen schließlich besiegelt.



