1. Öffentlich-rechtlicher Rundfunk ist ausgewogen genug
(lto.de)
Der Verwaltungsgerichtshof (VGH) Baden-Württemberg habe Klagen gegen den Rundfunkbeitrag abgewiesen. Mehrere Kläger hätten argumentiert, der öffentlich-rechtliche Rundfunk berichte zu einseitig, wodurch die Zahlungspflicht nicht gerechtfertigt sei. Das Gericht habe dafür jedoch keine ausreichenden Anhaltspunkte gesehen. Das Gesamtangebot von Fernsehen, Hörfunk und Mediatheken sei vielfältig und ausgewogen. Auch Vorwürfe der Geldverschwendung habe der VGH nicht gelten lassen. Eine Revision zum Bundesverwaltungsgericht sei nicht zugelassen worden.
2. BILD darf Bezieher von Sozialleistungen nicht als “Stütze-Schmarotzer” oder “Stütze-Schnorrer” beschimpfen
(prigge-recht.de)
Das Oberlandesgericht Köln habe entschieden, dass die Bezeichnung eines Mannes als “Stütze-Schmarotzer” und “Stütze-Schnorrer” in mehreren Onlineartikeln der “Bild”-Redaktion rechtswidrig sei, berichtet die den Betroffenen vertretende Kanzlei Prigge: “Die Kampagne der BILD ist in mehrfacher Hinsicht rechtswidrig. Sie verletzt Persönlichkeitsrechte in eklatanter Weise. Das Kalkül, dass der Betroffene sich schon nicht wehren wird, ist nicht aufgegangen.”
3. “Nicht Feind, sondern neues Betriebssystem unserer Branche”
(dwdl.de, Alexander Krei)
Beim KI-Special der Medientage München sei deutlich geworden, wie stark Künstliche Intelligenz die Medienbranche bereits verändere. Helge Fuhst, ehemals ARD-aktuell, jetzt beim Springer-Verlag, habe KI nicht als Bedrohung, sondern als “neues Betriebssystem” des Journalismus bezeichnet und betont, dass man die Technologie nicht Propagandisten überlassen dürfe. An verschiedenen Beispielen wie Avatar-Moderationen und KI-gestützten Doku-Formaten sei gezeigt worden, welche neuen Möglichkeiten bereits genutzt würden.
Weiterer Lesetipp: Inhalte und Partnerschaften aus der KI-Ära (medientage.de, Petra Schwegler).
4. Meta kündigt Outsourcing-Firma, die entlässt daraufhin 1000 Menschen
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Nach Enthüllungen über problematische Datenauswertungen bei Metas Kamerabrille habe der Konzern die Zusammenarbeit mit dem Outsourcing-Unternehmen Sama beendet. Daraufhin hätten in Kenia mehr als 1.000 Beschäftigte ihre Arbeit verloren. Zuvor sei bekannt geworden, dass dort intime Aufnahmen von Nutzerinnen und Nutzern zur Datenbewertung gesichtet worden seien. Der Fall werfe erneut ein Schlaglicht auf schlechte Arbeitsbedingungen in der globalen KI- und Moderationsindustrie sowie auf die Datenschutzrisiken von Metas “Smart Glasses”.
5. BJV kritisiert Entlassungs-Welle bei Charivari München
(bjv.de)
Der Bayerische Journalisten-Verband (BJV) kritisiert die Entlassungen beim Münchner Radiosender “Charivari”: “Mit der Kündigung eines Großteils der Journalistinnen und Journalisten bei 95.5 Charivari München droht, dass von dem Privatsender-Urgestein nur noch eine Hülle übrigbleibt”, so Uschi Braun, Vorsitzende der BJV-Fachgruppe Rundfunk: “Die Kündigungen gerade beim Redaktions- und Newsteam kommen der Abschaffung eines lebendigen Lokalsenders gleich.”
6. Bundespräsident Steinmeier über Lokalzeitungen: “Ganz wichtiges Stück Heimat” – Tag des Lokaljournalismus
(presseportal.de)
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier habe im Vorfeld des “Tags des Lokaljournalismus” Vertreterinnen und Vertreter von Lokalzeitungen im Schloss Bellevue empfangen und dabei die Bedeutung lokaler Medien für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt betont. Lokalzeitungen seien ein “wichtiges Stück Heimat” und eine tragende Säule der offenen Gesellschaft, so Steinmeier. Hinter dem Aktionstag am 5. Mai stehen Ippen-Media und 30 regionale Zeitungsverlage im deutschsprachigen Raum.



