1. Daten-Leak bei Nius – Nutzerdaten, Finanzen und Redaktionssystem liegen ungeschützt im Netz
(correctiv.org, Dominik Lenze & Jean Peters & Carli Bess Kutschera & Lilith Wittmann)
Das rechtspopulistische Portal “Nius” sei erneut von einem schwerwiegenden Datenleak betroffen, bei dem knapp neun Gigabyte sensibler Daten frei im Internet gelandet seien. Der Datensatz enthalte Klarnamen und Adressen von rund 12.000 Abonnentinnen und Abonnenten, interne Redaktionsdaten sowie Informationen über vertrauliche Gesprächspartner. “Nius”-Chefredakteur Julian Reichelt habe den Vorfall eingeräumt und eine Strafanzeige angekündigt. Die Gewerkschaft Verdi und die Organisation Reporter ohne Grenzen würden das massive Sicherheitsversagen und die Gefährdung des Quellenschutzes kritisieren.
2. Quellenschutz im digitalen Zeitalter: Was Medienschaffende wirklich wissen müssen
(dfjv.de, Antonino Zambito)
Quellenschutz beginne im digitalen Alltag von Journalistinnen und Journalisten weit vor dem juristischen Zeugnisverweigerungsrecht. Bereits Metadaten, Telefonverbindungen oder ungesicherte Systeme könnten Informantinnen und Informanten kompromittieren. Antonino Zambito rät Medienschaffenden zu konsequenter Verschlüsselung, zum Verzicht auf biometrische Entsperrungen etwa bei Smartphones sowie zur Nutzung abhörsicherer Kommunikationswege. Zudem müssten Dokumente vor der Veröffentlichung systematisch von verräterischen Metadaten bereinigt werden.
3. So breit ist die Kritik an Alterskontrollen im EU Kids Act
(netzpolitik.org, Sebastian Meineck)
Der geplante EU Kids Act stoße bei Zivilgesellschaft, Bildungsverbänden und Netzaktivisten auf große Kritik. Statt Plattformen direkt an die Kandare zu nehmen, errichte die EU-Kommission eine flächendeckende Kontrollinfrastruktur mittels Ausweispflicht oder Gesichtsscans, die faktisch alle Nutzerinnen und Nutzer treffe. Verbände würden davor warnen, dass Jugendliche von digitaler Teilhabe abgeschnitten und Eltern zu Kontrollinstanzen degradiert würden. Erforderlich seien vielmehr geräteseitige Schutzmechanismen und eine striktere Regulierung.
4. Was ist wirklich dran an der ganzen Aufregung über eine angebliche KI-Apokalypse?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 36:43 Minuten)
Im “Übermedien”-Podcast unterhält sich Holger Klein mit KI-Expertin und Journalistin Eva Wolfangel über die teilweise dramatische und apokalyptische Berichterstattung über Künstliche Intelligenz: “Wie können Medien die eigentlichen Probleme von KI besser vermitteln? Welches andere Narrativ verbreiten Medien häufig unhinterfragt über Künstliche Intelligenz? Und warum wird die Technologie oft so vermenschlicht dargestellt?”
5. Protest gegen Ex-Tagesschau-Sprecher Constantin Schreiber – Polizei ermittelt gegen zwei Männer
(rnd.de, Franziska Anders & Tobias Winzer)
Der Journalist Constantin Schreiber habe sein neues Buch “Die Kraft des Islam” in Dresden unter Polizeischutz vorstellen müssen. Vor der Buchhandlung hätten rund 100 pro-palästinensische Demonstranten protestiert. Schreibers Kritiker würfen ihm antimuslimischen Rassismus vor. Die Polizei ermittle gegen zwei Demoteilnehmer wegen des Anfangsverdachts der Volksverhetzung.
6. “Doc Alina” soll sich unerlaubt als Ärztin bezeichnet haben
(lto.de)
Die Staatsanwaltschaft München ermittele gegen Alina Walbrun, bekannt als “Doc Alina”, wegen des unbefugten Führens der Berufsbezeichnung “Ärztin”. Walbrun habe zwar ihr Medizinstudium abgeschlossen, besitze laut Behörde jedoch noch keine Approbation. In einem Podcast und bei Kooperationsanfragen habe sie sich jedoch als offizielle Ärztin bezeichnet. Zuletzt sei die Influencerin in die Kritik geraten, nachdem sie auf ein von YouTuber Marvin Wildhage erfundenes Fake-Präparat hereingefallen sei und dafür geworben habe.



