Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!
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1. Wem gehört das gesprochene Wort bei Interviews?
(ardsounds.de, Johannes Leininger, Audio: 25:58 Minuten)
In Deutschland ist es bei Print-Interviews gängige Praxis, dass Gesprächspartner ihre Aussagen vor der Veröffentlichung gegenlesen und nachträglich verändern dürfen. Der Medienpodcast “BR24 Medien” geht der Frage nach, was dieser Brauch für den freien Journalismus bedeutet und wie sich die Lage im Rundfunk darstellt. Johannes Leininger diskutiert mit Journalistik-Professor Klaus Meier über Wurzeln, Vorzüge und Tücken der Autorisierung im Print- und Onlinejournalismus. Marcus Bornheim, Erster Chefredakteur von ARD-aktuell, erklärt zudem, welche Vorabsprachen und Spielregeln bei Fernseh- und Live-Interviews gelten.
2. Wie sehr hat die Abschaffung der Rundfunkgebühr in Frankreich geschadet?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 15:27 Minuten)
Vor dem Hintergrund aktueller Proteste in Tschechien gegen das Aus der Rundfunkgebühren analysiert der “Übermedien”-Podcast “Holger ruft an” die Folgen des französischen Modells. Dazu spricht Holger Klein mit ARD-Korrespondentin Julia Borutta über die Auswirkungen der 2022 eingeführten Mehrwertsteuer-Finanzierung. Borutta warnt, dass das französische System die Unabhängigkeit der Sender nicht sichere, da die jährlichen Budgetverhandlungen den Rundfunk weiterhin von der Regierung abhängig machen würden.
3. Hallo Halluzination! Wie KI den Journalismus aufmischt
(youtube.com, Tanjev Schultz & Markus Wolsiffer, Video: 49:05 Minuten)
Markus Wolsiffer und Tanjev Schultz diskutieren über die Folgen von Künstlicher Intelligenz auf den Journalismus. Zwar böten KI-Anwendungen bei Übersetzungen und der Auswertung großer Datenmengen enorme Vorteile, doch berge das Prinzip “Human in the Loop” unter Redaktionsdruck die Gefahr unerkannter KI-Halluzinationen. Wie gefährlich reines Einsparen sei, zeige der Fall DuMont, wo nach Entlassungen fehlerhafte KI-Texte im Lokalen erschienen seien. Zudem bedrohe die Verwertung journalistischer Inhalte durch Chatbots das Geschäftsmodell der Verlage.
4. Wer bezahlt den Lokaljournalismus von morgen?
(spotify.com, Christian Jakubetz, Audio: 47:03 Minuten)
Auf der US-Insel Martha’s Vineyard sichere eine Stiftung eine gedruckte Ein-Dollar-Zeitung samt multimedialem Portfolio. Ob stiftungs- und kooperationsbasierte Ansätze auch dem kriselnden deutschen Lokaljournalismus helfen können, bespricht Christian Jakubetz im Podcast “Satzzeichen” mit Theresa Hein. Die Medienwissenschaftlerin und Gründerin finanziert ihr eigenes Städtemagazin-Netzwerk “Hannoverlife” über Kooperationen und Standortmarketing.
5. Persönlichkeitsrechte von Kindern
(podigee.io, David Geßner & Cedric Wolf, Audio: 48:00 Minuten)
Im Podcast “Der Medienanwalt” erklären David Geßner und Cedric Wolf, wie die Rechte von Kindern in Medien geschützt werden. Anlass ist ein Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) zu Helene Fischer. Ein Fotograf hatte die Sängerin heimlich mit ihrem Baby fotografiert und die Bilder an Zeitschriften verkauft. Er muss kein Schmerzensgeld zahlen, weil laut BGH erst die Verlage für das Abdrucken verantwortlich seien, was die Anwälte für gefährlich halten. Thema im Podcast ist auch Collien Fernandes, die ihrer 14-jährigen Tochter zusagen musste, keine privaten Details mehr preiszugeben.
6. Comedy interessiert mich nicht – mit Atze Schröder
(youtube.com, Bejamin von Stuckrad-Barre, Video: 1:27:34 Stunden)
Im Videopodcast “Dein Ernst” erklärt Komiker Atze Schröder im Gespräch mit Benjamin von Stuckrad-Barre überraschend, dass ihn Comedy im Grunde überhaupt nicht interessiere. Vielmehr schlage sein Herz für Literatur, gutes Geschichtenerzählen und reale Alltagssituationen. Reine Comedyclubs und Branchengespräche meide er konsequent. Schröder spricht zudem über die Entwicklung seiner Kunstfigur, die aus familiären Beobachtungen entstanden sei.



