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Die „Bild“-Zeitung: Jetzt wieder neu mit Naumann!

Als unabhängiges und überparteiliches Medium berichtet „Bild“ natürlich auch über die anstehenden Bürgerschaftswahlen in Hamburg und die Spitzenkandidaten von CDU und SPD. Über den amtierenden ersten Bürgermeister von Hamburg, Ole von Beust (CDU), beispielsweise schrieb „Bild“:

Als jedoch eines schönen Tages der ehemalige „Zeit“-Herausgeber Michael Naumann (der sich in der Vergangenheit häufiger kritisch über „Bild“ geäußert hatte) überraschend SPD-Spitzenkandidat wurde, berichtete auch „Bild“:

Bis Naumann vor einem halben Jahr bei einem öffentlichen Auftritt sagte:

„Nicht alles, was in der ‚Bild‘-Zeitung steht, stimmt; ich bin immer froh, wenn gar nichts über mich in der ‚Bild‘-Zeitung steht…“

Denn anschließend stand gar nichts mehr über Naumann in der „Bild“-Zeitung. Stattdessen hieß es bei sich bietender Gelegenheit zum Beispiel:

Kein „Naumann“, nirgends. So ging das eine ganze Zeit — bis Naumann sich bereit erklärte, am vergangenen Montag bei der Präsentation des neuesten Buches von „Bild“-Chef Kai Diekmann als Laudator aufzutreten. Das „Hamburger Abendblatt“ nannte es „einen taktischen Friedensschluss“. Und auch wenn der Friedensschluss selbst kein sonderlich harmonischer war, hatte er für Naumann am Mittwoch in der „Bild“-Hamburg doch ein Happy End:

Mehr dazu beim NDR-Medienmagazin „Zapp“.

Abmahnungen, Cicero, Freie Radios

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. „Abmahnrepublik Deutschland (I)“
(carta.info, Wolfgang Michal)
Wolfgang Michal sieht im deutschen Abmahnwesen eine ernste Einschränkung der Meinungsfreiheit; „durch Schocktherapie“ sollen Publizisten mundtot gemacht werden. „Ohne Vorwarnung sind brachiale Summen im Spiel. Streitwerte von 100.000 Euro. Anwaltskosten von mehreren tausend Euro. Schadenersatz von vielen tausend Euro. Einschüchterungssummen. Das einstmals gute Recht der Abmahnung ist pervertiert.“

2. „Es ist ZEIT zu widersprechen II“
(freischreiber.de)
Der Berufsverband „Freischreiber“ geht auf einzelne Punkte des Briefs ein, den der Zeit-Verlag kürzlich an seine freien Mitarbeiter verschickte. „Die Urheber zu enteignen und mit ihren Werken in Zukunft allein Kasse machen zu wollen, ist kein Geschäftsmodell, sondern eine Zumutung.“

3. „Linksruck bei ‚Cicero'“
(theeuropean.de, Alexander Görlach)
Der Ex-Online-Chef der Zeitschrift „Cicero“, Alexander Görlach, sieht mit dem von Michael Ringier an die Spitze gesetzten Michael Naumann (SPD) einen Linksruck durch das Blatt gehen. Naumann weist die Kritik zurück: „Es ist abgründig und totaler Quatsch, was in dem Artikel steht“. Er werde Görlach einen Brief schreiben und ihn über die „Grundregeln des Journalismus“ aufklären.

4. „Eklat in Sachsen – Alle Freien Radios abgeschaltet“
(freitag.de/community/blogs/stefan-tenner)
Stefan Tenner berichtet, wie verschiedene Freie Radios in Dresden, Chemnitz und Leipzig am 17. April aus dem UKW-Netz verbannt wurden.

5. „The Future of News: Investigative Journalism“
(youtube.com, Video, 26:46 Minuten, englisch)
Bob Woodward („Washington Post“) und Bill Buzenberg („Center for Public Policy“) reden über investigativen Journalismus und die Möglichkeiten, ihn auch online zu betreiben.

6. „Fazsinierend“
(spreeblick.com, Johnny Haeusler)
Johnny Haeusler denkt darüber nach, wie er von Marcus Jauer im FAZ-Dossier „Deutsche Blogger“ dargestellt wurde. „Beim nächsten Mal, wenn sich jemand anderthalb Stunden Gespräch mit ein paar handschriftlichen Notizen merken will, stelle ich ich ein Aufnahmegerät daneben und das Ergebnis online.“

Wolfgang Herles, Sudan, Torben P.

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. „18 Sekunden Zündstoff“
(spiegel.de, Beate Lakotta)
Wie Boulevardzeitungen mit der Gewalttat von Torben P. umgehen, die breit bekannt wird, nachdem die Polizei ein 18 Sekunden langes Video zur Fahndung ins Internet stellt. „Es hieß, der ‚Juristensohn‘ wohne ‚behütet bei Papa und Mama im schicken Heiligensee‘. Aber Torbens Vater ist gar kein Jurist, beide Eltern sind schwerkrank und seit vielen Jahren Frührentner, die P.s wohnen in einer Genossenschaftswohnung.“

2. „Am Originalschauplatz“
(katrinschuster.de)
Katrin Schuster erstaunt es, „wie wenige Literaturkritiken tatsächlich von Literatur handeln“. Trauriger Höhepunkt dieser Entwicklung sei die ZDF-Literatursendung „Das blaue Sofa“ mit Wolfgang Herles: „Vom Fiktionalen scheint Wolfgang Herles schlichtweg keinen Begriff zu haben. Oder vielleicht interessiert es ihn auch einfach nicht. Oder das ZDF denkt, es interessiere seine Zuschauer nicht.“

3. „Das kalte Herz des Internet“
(tagesspiegel.de, Michael Naumann)
Aufgrund des 9/11-Spezialangebots „Asche, Feuer, Todesangst“ kritisiert „Cicero“-Chefredakteur Michael Naumann „Spiegel Online“: „Die Website mitsamt ihrem akustisch-voyeuristischen Angebot ist das Zeugnis eines Sensationsjournalismus, der jede Spur von Anstand, Mitgefühl und Demut verloren hat.“

4. „Die 2-Wochen-Frist beim Notar“
(finblog.de, Andreas Kunze)
Andreas Kunze beobachtet im Journalismus zunehmend ein Stille-Post-Syndrom: „Da immer schneller und immer billiger produziert wird, schreibt einer vom anderen ab, auf die Quelle schaut kaum noch einer. Sollte irgendjemand in der Kette einen Fehler gemacht haben, wird daraus irgendwann eine fast unkorrigierbare Legende.“

5. „Nie wurden die Säue schneller durchs Dorf getrieben“
(dwdl.de, Thomas Lückerath)
Die London-Korrespondentin der ARD, Annette Dittert, spricht über Boulevardzeitungen und den schnellen Wechsel von aktuellen Themen. Die Krawalle in London haben sie nicht überrascht: „Ich habe seit zwei Jahren jedem erklärt, der es wissen wollte, dass die Situation hier irgendwann eskalieren würde, und dazu auch immer wieder Magazinstücke gemacht für Magazine, wie den ‚Weltspiegel‘ oder auch lange Dokumentationen, z.B. über die Kindergangs in Liverpool. Das war eigentlich allen hier klar, die genauer hingeschaut haben, dass es irgendwann knallen wird.“

6. „Wie groß ist der Sudan wirklich?“
(fernsehlounge.de)
Eine Frage bei „Schlag den Raab“ verpasst die im Juli erfolgte Abspaltung des Südsudans.

Frührente, Sprachgerechtigkeit, Marken

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. „Die Medien im Zeitalter der Erregbarkeit“
(faz.net, Michael Naumann)
„Der politische Journalist will nicht regieren“, schreibt Michael Naumann: „Manche Hauptstadtjournalisten schnuppern an der Macht, aber streben sie nicht an, sondern wollen sich allenfalls in ihrem Glanz ein wenig sonnen und – beraten. Ansonsten warten sie geduldig auf die nächste Beute: Dummköpfe und Charaktermasken, davon sind sie überzeugt, wachsen auch in der Politik immer wieder nach.“ Siehe dazu auch „Irrsinn? Oder doch Methode?“ (stern.de/blogs, Hans-Martin Tillack)

2. „Medien vermehrt an die Kandare nehmen – zum Schutz der Verbrecher?“
(nzz.ch, Brigitte Hürlimann)
Brigitte Hürlimann berichtet von einem Prozess mit strengen Auflagen zum Persönlichkeitsschutz des Angeklagten: „Bei Zuwiderhandlung gegen die Auflagen stellte das Gericht einen Antrag auf Entzug der Akkreditierung und eine Bestrafung wegen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen in Aussicht; Letzteres kann mit einer Busse von bis zu 10 000 Franken bestraft werden.“

3. „Verdrehte Rentendebatte“
(demografie-blog.de, Björn Schwentker)
Björn Schwentker kritisiert den Beitrag „Trend zur Frührente – trotz Einbußen“ der „Süddeutschen Zeitung“: „Politisch dreht sich der SZ-Text um die Frage, ob die kommenden Rentner immer häufiger in Altersarmut leben müssen. Entsprechende Ängste aus dem linken Spektrum benennt und zitiert Öchsner in seinem Artikel. Ich bin sehr beunruhigt, wie unkritisch Deutschlands beste Qualitätszeitung sich hier zum politischen Sprachrohr machen lässt. “

4. „Die Marke Journalist: 10 Schritte zur journalistischen Selbstvermarktung“
(lousypennies.de, Karsten Lohmeyer)
Karsten Lohmeyer gibt Tipps, wie Journalisten sich selbst als Marke aufbauen können.

5. „Hört auf mit dem Krampf“
(welt.de, Ingrid Thurner)
„Drei Jahrzehnte sprachlicher Gleichbehandlung haben bloß unschöne Texte, aber keine gesellschaftliche Gleichstellung gebracht“, schreibt Ingrid Thurner zu den Versuchen, Sprachgerechtigkeit zwischen den Geschlechtern herzustellen.

6. „For 40 Years, This Russian Family Was Cut Off From All Human Contact, Unaware of World War II“
(smithsonianmag.com, Mike Dash, englisch)