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„Bild“ versagt als Beckereifachverkäuferin

„Ich konnte mich mit der Art und Weise, wie die Geschichten erfinden und auch mit den Methoden, wie sie arbeiten, nicht identifizieren.“
(Boris Becker, 1989, über „Bild“)

„BORIS — Nächste Frau weg“, schreibt „Bild“ heute auf der Titelseite, weil Boris Becker der „Revue“ exklusiv gesagt hat:

„Ich habe mich vor sechs Wochen von meiner Freundin getrennt. (…) Wir haben uns getrennt, das können Sie gern veröffentlichen, das weiß auch noch niemand!“

So steht’s auch auf dem aktuellen „Revue“-Titel („Ich habe mich von Lilly getrennt.“) So ließ es sich gestern auch die Nachrichtenagentur dpa aus Beckers „Umfeld“ bestätigen („Das ist richtig, der Bericht der Zeitschrift ‘Revue’ stimmt.“) Und so steht’s auch in „Bild“ („Jetzt sagt Boris BILD: ‘Wir haben es wirklich ernsthaft versucht. … Wir haben dann leider doch beide gemerkt, dass es für eine Beziehung durchaus reicht. Aber nicht für eine Ehe. Das war vor sechs Wochen.'“) Und „Bild“ ist sichtlich überrascht:

Boris Schluss mit Lilly

Das Liebes-Aus — es kam mega-überraschend! (…) Dabei hatten viele schon die Hochzeitsglocken läuten gehört und wundern sich jetzt (…). Das alles sah nicht nach dem Ende einer Beziehung aus.

Und auf Bild.de, wo das „Liebes-Aus“ bereits gestern Thema war, hieß es scheinbar lakonisch:

Erst kürzlich hatte Becker in BILD gesagt: „Solange ich keine ernsthafte Lebensgefährtin hatte, war vieles leichter, aber jetzt, da möglicherweise eine Nachfolgerin, eine neue Frau Becker ins Haus kommen könnte, die dann auch noch die Familie mit neuen Brüdern und Schwestern erweitert, hat sich die Stimmung etwas verändert.“

Eine neue Frau Becker? Lilly ist es jedenfalls nicht…

Stimmt! Also fast: Beckers „neue Frau Becker“-Zitat stand vor anderthalb Wochen (also ca. vier Wochen nach seiner Trennung) in einem seitenfüllenden „Bild“-Vorabdruck seines Buchs. Beim Namen „Lilly“ nennt Becker die mögliche „Nachfolgerin“ darin nicht. Mehr noch: Er nennt sie gar nicht, mit keinem Wort.

Ganz im Gegensatz zur „Bild“-Zeitung, die damals zu erahnen vorgab, was Becker verschwieg, und aus ihrem Gemunkel sogar große Schlagzeilen und eine Seite-1-Ankündigung machte:

"Boris und seine Lilly: Hochzeit? -- Boris exklusiv in BILD: Wird Lilly die neue Frau Becker? Boris über (...) Ex-Frau Barbara und ihre mögliche Nachfolgerin: Lilly Kerssenberg"

Kein Wunder also, dass das „Liebes-Aus“ jetzt „mega-überraschend“ kam für „Bild“.

Wie blöd kann man eigentlich sein?

Nur zur Erinnerung: Die TV-Entertainerin Charlotte Roche (29) ist eine Frau, über die in den vergangenen Jahren verschiedene Medien schrieben, sie sei von „Bild“-Mitarbeitern „erpresst“ worden und über die (nachdem sich „Bild“ gegen diese Behauptung juristisch gewehrt hatte) man immerhin behaupten darf, dass sie von mehreren Menschen, die sich als „Bild“-Mitarbeiter ausgaben, „erpresst“ worden sei. Charlotte Roche ist jene Frau, die, weil sie sich von „Bild“-Mitarbeitern „erpresst“ fühlte, dem Vorstandsvorsitzenden der Axel Springer AG, Mathias Döpfner, ins Gesicht sagte, dass sie ihn „für einen schlechten Menschen halte — wegen der ‘Bild’-Zeitung“. Charlotte Roche kam mal mit einem BILDblog-Schriftzug auf dem Kleid in die „Harald Schmidt Show“ und wurde u.a. vom „Stern“ mit dem Satz zitiert:

„Man muss ein Zeichen setzen gegen die Angst vor ‘Bild’.“

Heute nun berichtet „Bild“ über Boris Becker und schreibt:

"Mit Tänzerin Charlotte Roche (30) jettet Boris auch gern durch die Gegend, führte sie zuletzt zu den

Wir halten das, gelinde gesagt, für unwahrscheinlich.*

*) Bild.de inzwischen übrigens auch.

Mit Dank an Astrid K., Anne-Kirstin K., Andrea E., Rainer F. und Thomas M.

Nachtrag, 26.4.2007: „Bild“ hat den Fehler tags drauf in einer Sonderausgabe ihrer Korrekturspalte ausführlichst korrigiert und bedauert.

Allgemein  

Die 35-jährige Jennifer ist die 29-jährige Lilly

Immerhin: Nachdem „Bild“ (wie berichtet) mehrere Tage lang fälschlicherweise behauptet hatte, die neue Freundin von Boris Becker sei eine 35-jährige Frau namens Jennifer, die mit einem Bau-Unternehmer names Eric Sheppard verheiratet sei, stellt „Bild“ die Sache heute richtig:

„Viele Zeitschriften und Zeitungen, auch BILD, berichteten: Sie heißt Jennifer Sheppard (35), kommt aus Florida. Jetzt stellt Boris schmunzelnd gegenüber BILD klar: ‘Liebe Leute, da hat sich tatsächlich ein Fehler eingeschlichen. Die 35jährige Jennifer ist in Wirklichkeit die 29jährige Lilly.‘“
(Hervorhebung von uns.)

Wie gesagt: Immerhin. (Dass die freundliche Titelschlagzeile und die mit Wörtern wie „Glück“, „zufrieden“, „vertraut und liebevoll“ gespickte „Happy-End“-Story womöglich Becker wieder mit „Bild“ versöhnen soll, wollen wir nicht einmal andeuten…) Und dass Becker über die Verwechslung schmunzelt, ist denkbar. Ob allerdings auch Jennifer Sheppard darüber schmunzeln kann, dass ihr von Europas größter Tageszeitung tagelang ein außereheliches Verhältnis unterstellt wurde, und wie lustig es Sheppards Ehemann gefunden haben mag, dass „Bild“ ihn als gehörnten Ehemann denunziert hat (siehe Ausriss), lassen wir mal dahingestellt. Fest steht, dass die „Bild“-Redaktion ihre Recherchekapazitäten darauf verwendet, aufzuschreiben, was es mal bei Sheppards zu essen gab (O-Ton: „Lamm als Lolli, kalte Pfirsichsuppe“), statt sich vielleicht vorab zu vergewissern, ob’s dafür überhaupt irgendeinen Anlass gibt.
 
PS: Außerdem sind wir gespannt, welche Ausrede wohl der „Bild am Sonntag“ einfällt, wenn sie in der kommenden Woche korrigiert, dass sie Beckers Freundin noch gestern den Namen „Jennifer Klein“ (?!) verpasst hatte — und natürlich, wann eigentlich Bild.de seinen Lesern die Richtigstellung der (online inzwischen komplett entfernten) „Bild“-Enten zumuten mag.

In Miamis Nachtleben bekannt, „Bild“ nicht

Rund um den Jahreswechsel berichtete „Bild“ vier Tage in Folge über Boris Becker und seine „neuer Eroberung“ (siehe Ausrisse), nannte sie am 30. Dezember zunächst eine „unbekannte Schönheit“, am 31. Dezember dann (unter Berufung auf das Klatschblatt „Das Neue“) „Jennifer“ und am 2. Januar dann „Jennifer (35, BILD berichtete)“. Kein Wort mehr von „Das Neue“, dafür aber viele Infos über den „Ehemann von Boris Beckers neuer Freundin Jennifer“, Eric Dean Sheppard („Typ gemütlicher Teddy-Bär“ und „einer der ganz großen Bau-Löwen von Miami“). Sogar, was es bei der Eröffnung eines Sheppardschen Bauprojekts zu essen gab („Lamm als Lolli, kalte Pfirsichsuppe“), wusste „Bild“ zu berichten und gab sich — ohne wenn und aber, ohne „soll“, „angeblich“ oder irgendeinen Zweifel — bestens informiert. Am 3. Januar schließlich hieß es in „Bild“ abermals zu Becker und „seiner geheimnisvollen Freundin“:

„Ihr Name: Jennifer (35). Die rassige Amerikanerin aus Miami ist mit dem mächtigen Bau-Löwen Eric Dean Sheppard (37) verheiratet.“

Und unter Berufung auf eine „enge Freundin“ von Beckers Ex-Frau schrieb „Bild“ vielsagend:

„Diese Jennifer sei doch in Miamis Nachtleben bekannt.“

Danach berichtete „Bild“ gar nicht mehr über Beckers „Neu-Liebe Jennifer“.

Statt neuer „Bild“-Enthüllungen erreichte uns jedoch am 3. Januar eine Mail von Eric Sheppards PR-Agentur Zakarin Public Relations, in der es heißt:

„Verschiedene deutsche Medien haben sachlich falsch über Mrs. Jennifer Sheppard berichtet. Sheppard kennt Boris Becker nicht, noch hat sie ihn jemals getroffen. Es handelt sich dabei um eine falsche Behauptung.“
(Hervorhebung von uns.)

Auch bei der Zeitschrift „Das Neue“, die ja die angebliche Identität von Beckers Begleiterin öffentlich gemacht hatte, war nach unseren Informationen ein Schreiben des Ehemanns von Jennifer Sheppard eingegangen, worin die Richtigkeit der Berichterstattung bestritten wird.

Und bei Bild.de sind die „Bild“-Berichte seit dem 3. Januar nicht mehr zu finden. Auf unsere Nachfrage bei „Bild“, warum die Artikel aus dem Online-Angebot verschwunden seien und um wen es sich bei der Frau handele, die „Bild“ wiederholt als Ehefrau des Bauunternehmers Eric Sheppard bezeichnet hatte, ob „Bild“ also bei ihrer Darstellung bleibe, erhielten wir die einsilbige Antwort:

„Wir geben zu diesem Thema keinen Kommentar ab.“

PS: In ihrer aktuellen Ausgabe nun berichtet die „Bild am Sonntag“ über Boris Becker und seine „Neu-Flamme“. Darüber, dass und mit wem sie verheiratet sei, verliert die Sonntagsversion der „Bild“-Zeitung kein Wort. Als wäre es eine Selbstverständlichkeit, nennt die Zeitung sie… „Jennifer Klein“.

(Fortsetzung folgt…)

Scheiß Details!

Als die „Bild“-Klatschkolumnistin Christiane Hoffmann letzten Samstag für ihre „Ich weiß es!“-Kolumne mal wieder ein paar Paparazzi-Fotos betexten musste, war die Sache klar. Hoffmann schrieb:

„Wir sehen unseren Tennis-Helden Boris Becker (37) privat im Mallorca-Urlaub.“

Und auf die Frage, „wer (…) denn diese junge Frau an seiner Seite“ sei, hatte Hoffmann sogar lauter Antworten parat, wusste nicht nur, dass „das Mallorca-Mädchen“ eine „grazile Schönheit“ sei, sondern auch, wo sie geboren wurde, welche vier Sprachen sie spricht und wie oder wann sie mit was für einem Autotyp welcher Farbe mit Becker auf Malle rumfuhr. Und dann wusste es Hoffmann noch genauer:

„Sie heißt Elena, kommt aus Berlin und ist gerade mal 17 Jahre jung.“

Das war, wie gesagt, am letzten Samstag. Am Montag hatte „Bild“ die Berliner Wohnung der „hübschen Mallorca-Bekanntschaft“ ausfindig gemacht und ihr Klingelschild fotografiert. Außerdem hieß es:

„Das Mädchen ist süße 17.“

Und am gestrigen Dienstag hatte „Bild“ dann zwar nichts Neues zu berichten, berichtete aber trotzdem über „Elena L. (17)“.

Und heute? Heute, nachdem die Zeitschrift „Gala“ exklusiv und gut informiert Beckers Trennung vermelden konnte, ist „die schöne Elena“ auf der „Bild“-Titelseite plötzlich:

„(23)“