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Unterschätzt: Der Hang von „Bild“ zur Selbstironie

Im Zusammenhang mit einer Falschmeldung über den angeblichen Selbstmord der Schauspielerin Birge Schade, die der „Tagesspiegel“ am Montagnachmittag kurzzeitig verbreitete („BILD berichtete“), schreibt „Bild“ heute:

BILD fragte gestern die Chefredaktion des „Tagesspiegel“ u. a.: Hat sich der Chefredakteur bei Birge Schade entschuldigt? Warum hat die Zeitung über die Falschmeldung nicht berichtet?

Gute Fragen. Die merken wir uns.

Katastrophenduell, Lügenspezialist AfD, Fernsehgesicht Nordkoreas

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(bildblog.de)
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1b. „Die Sendung war ziemlich katastrophal“
(deutschlandfunkkultur.de, Falk Richter & Liane von Billerbeck)
Das Kanzler-Duell vom Sonntag beherrscht immer noch die Medien. Im „Deutschlandfunk“ kritisiert Theaterregisseur Falk Richter das defensive Verhalten von Herausforderer Martin Schulz. Stefan Niggemeier macht auf „Übermedien“ als Gewinner des Talks die AfD aus und weist den Journalisten die Schuld dafür zu: „Verlierer ist die öffentliche Debatte, die aus Angst vor der AfD deren Thesen, Positionen und Perspektiven übernimmt.“ Marvin Schade kritisiert bei „Meedia“ den Sat1-Moderator Claus Strunz, der durch Verkürzungen, Pauschalisierungen und tendenziöse Fragen aufgefallen sei.

2. Wie die AfD gezielt Lügen verbreitet
(blog.zeit.de, Christian Fuchs)
Mitte August kritisierte die „Zeit“ die umstrittene Wahlbeobachter-Mission einiger AfDler in Osteuropa: „Unabhängig sind diese Missionen nicht — sie dienen den Expansionsfantasien des Kreml.“ Im „Zeit“-Blog gibt es eine Art Fortsetzung des Beitrags, denn die AfD hat die Recherche scharf kritisiert und Behauptungen aufgestellt, für die es jedoch keine Belege gebe. Investigativreporter Christian Fuchs hat mehrere Anläufe zur Klärung unternommen und konstatiert: „Mit Kälte und Unverfrorenheit beharrt die AfD auf ihrer Behauptung, sie leugnet die Fakten.“

3. Die Asche auf dem Haupt der alten Tante
(nzz.ch, Frank Sieber)
Mit einer gehörigen Portion Selbstironie geht Frank Sieber auf die größte Schwachstelle in Redaktionen ein: Den Menschen. Zur Demonstration hat er einige „Zeugnisse des Versagens“ aus dem NZZ-Archiv gekramt: „Eine kleine, schamvolle Zusammenstellung mit Gelegenheiten für Sie zu beweisen, dass Sie es besser wissen.“

4. Interviewreihe: Wer spielt hier falsch?
(journalist-magazin.de)
Das Medienmagazin „journalist“ geht zusammen mit Studierenden der Kölner Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft (HMWK) dem Thema „Fake News“ nach. Dazu hat man eine Interviewreihe mit Spezialisten gestartet, die derzeit acht Gespräche umfasst.

5. Das Fernsehgesicht Nordkoreas
(sueddeutsche.de, Christoph Giesen)
Die 74-jährige Nachrichtensprecherin Ri Chun-hui ist das Fernsehgesicht Nordkoreas. Seit 1971 trägt sie beim staatlichen Sender Korean Central Television (KCTV) die Nachrichten vor, stets in traditionell koreanischer Tracht und farblich meist dem jeweiligen Anlass angepasst. Ihre Ansagen würzt die ältere Dame mit Kraftausdrücken und rassistischen Entgleisungen: Die Amerikaner nennt sie dann schon mal „Bastarde“, Ex-Präsident Barack Obama ist für sie der „schwarze Affe“.

6. Liebe Journalisten…
(truckonline.de, Maik Erdmann)
Trucker Maik Erdmann kommentiert die Berichterstattung der „Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen“ über eine LKW-Stilllegung. Er hat sich das Bild des stillgelegten LKW angeschaut und ist über einige Widersprüche und Auffälligkeiten gestolpert. „Was für eine Bordwand? Diese Auflieger haben keine Bordwände. Wenn doch, habe ich meine irgendwo verloren. Scheiße!“

Ob rot, ob braun, Bild.de schreibt nur über blonde Frau’n

Am Montagabend gegen 20:15 Uhr muss wieder die tönende Sirene durch die Redaktionsräume von Bild.de geschrillt haben: „Achtung! Achtung! Bei ‚Wer wird Millionär‘ sitzt eine Blondine auf dem Kandidatenstuhl. Ich wiederhole: eine Blondine!“ Und schon machten die Mitarbeiter den Fernseher an und sich selbst ans Werk.

Bild.de veröffentlicht häufig eine Nachlese zur aktuellen „Wer wird Millionär“-Folge, vermutlich für all diejenigen, die sich brennend für das 17 Jahre alte TV-Format interessieren, aber dann doch nicht einschalten. Und am Montagabend sitzt dann eben eine junge Frau Günther Jauch gegenüber. Sie ist blond. Sie studiert Psychologie. Für Bild.de ist sie „Psycho-Blondi“:

Die Haarfarbe ist Bild.de besonders wichtig, wenn es um die „RTL“-Quizshow geht. Zumindest wenn sie in etwa blond ist und zu einer Frau gehört. „Sitzt eine Blondine bei ‚Wer wird Millionär'“ könnte der Beginn eines ollen Blondinenwitzes sein, der bei einem Großteil des Bild.de-Publikums sicher gut ankommen würde.

Hier eine kleine Auswahl der Bild.de-Blondinenberichterstattung:





Das Netz lachte sich über die Jauch-Blondine kringelig.

All ihre Selbstironie („Und jetzt wäre es schön, wenn ich mal was wissen würde“ und „Hauptsache, ich blamier mich hier nicht“) half der Blondine aber nicht

Obwohl die Blondine in Jauchs Sendung ziemlich selbstbewusst wirkte

Auf YouTube hat die Blondine übrigens einen eigenen Kanal

lässt sich gerade zur Stuntfrau ausbilden und trägt ihr Haar rosa-blond

Die Blondine: „Ich bin nervös.“

Jauch belehrte die Blondine erst einmal

Die Blondine ruft ihren Freund an

„Bessere Publicity, als dass eine blonde Mode-Studentin […]“

Als die Blondine sich immer noch nicht entscheiden konnte

Er ließ die kichernde Blondine auf ihrem Stuhl sitzen

Als der Mann erzählte, dass er auch eine blonde Tochter habe

Die 50-Euro-Frage konnte die Blondine als erste Kandidatin aller Zeiten nicht richtig beantworten.

stürmte die Blondine auf Jauch zu

um der Blondine diese Blamage zu ersparen

grinste die blonde Rebecca

verabschiedete sich die blonde Rebecca dann aus der Sendung

Tagsüber verkauft die attraktive Blondine Versicherungen

An der ersten Frage scheiterte vor der Blondine zwar noch keiner

Diese Blondine war bei „Wer wird Millionänr“ [sic] nicht auf den Kopf gefallen

eher wenig Verständnis für die junge Blondine

Die blonde Synchronsprecherin

will Jauch von der Blondine wissen.

Der war sofort Feuer und Flamme und machte der Blondine einen Vorschlag

Als sich die Blondine die Seitennaht genauer ansehen wollte, griff sie beherzt den Zipfel von Jauch’s Hemd

Die Blondine entschied sich fälschlicherweise für D.

Mühsam lavierte sich die Blondine durch den Fragendschungel

Deshalb hat die fußballbegeisterte Blondine wieder angefangen

Blond, hübsch und nicht bei jeder Frage immer sofort auf der Höhe

Die hübsche Blondine Verena

Die hübsche Blondine verstand die Frage nicht

Die hübsche Blondine lächelt verschmitzt

Da hatte die hübsche Blondine dem Moderator einen Zettel zugesteckt.

an dem Beruf der hübschen Blondine aus dem Harz

Außerdem bat er die hübsche Blondine darum

Die blonde Augenweide leitet die „Jodelschule Kreuzberg“ in Berlin.

Wenn man stattdessen mal nach brünetten „Wer wird Millionär“-Kandidatinnen sucht, bei denen die Haarfarbe für Bild.de eine Erwähnung wert war, ist die Ausbeute übrigens deutlich mauer:

Kommentarmoderation, Dopingberichterstattung, Trump

1. Moderation bleibt Handarbeit: Wie große Online-Medien Leserkommentare moderieren
(netzpolitik.org, Markus Reuter & Ingo Dachwitz)
„Netzpolitik.org“ hat zehn große deutsche Tageszeitungen und Onlinemedien gefragt, wie sie intern ihre Moderation organisieren. Vier von ihnen haben geantwortet: „Sueddeutsche.de“, „taz.de“, „Zeit Online“ und „Spiegel Online“. Das Ergebnis: Die Moderation beruhe auf individuellen Entscheidungen, Facebook sei herausfordernder als die eigenen Seiten und Lösch-Statistiken gäbe es wenige. Algorithmen und feste Moderationsregeln – außer der Netiquette – würden keine Rolle spielen.

2. Sportjournalismus: Dopingberichterstattung im Abseits
(fachjournalist.de, Michael Schaffrath)
Die Sportfakultät der TU München hat eine Onlinebefragung durchgeführt, an der sich 850 Sportjournalisten beteiligt haben. Die Daten flossen in die Studie „Wissen und Einstellung von Sportjournalisten in Deutschland zum Thema Doping“ ein. Das Fazit in Sachen Dopingberichterstattung: „Die Befragung zeigt, dass eine gegenüber dem Einzelsportler kritische und trotzdem Strukturen reflektierende Dopingberichterstattung nicht am Wollen der Sportjournalisten scheitert, sondern – neben defizitären Ressourcen – auch am Nicht-Können der Medienmitarbeiter liegt.“

3. Gerichtsberichterstattung: Grottenschlecht? Thomas Fischer antwortet auf kress.de seinen Kritikern
(kress.de, Thomas Fischer)
Das Deutschlandfunkinterview mit dem meinungsstarken und für seinen kraftvollen, gelegentlich beißenden, Ton bekannten „Zeit“-Kolumnist und BGH-Richter Thomas Fischer löste bei einigen Journalisten Proteste aus. Sie fühlten ihren Berufsstand zu Unrecht angegriffen und veröffentlichten entsprechende Antwortartikel. Nun meldet sich Thomas Fischer erneut zu Wort. Wie nicht anders zu erwarten in ungeschönter Direktheit.

4. Der Hashtag #CoverTheAthlete prangert sexistische Berichterstattung über Athletinnen an.
(jetzt.de, Christina Waechter)
Die Kampagne „Cover The Athlete“ will ein Bewusstsein für Sexismus in der Sportberichterstattung schaffen und Journalisten für das Thema sensibilisieren. Schließlich würden weibliche Athleten, wie Christina Waechter berichtet, überdurchschnittlich oft von Reportern zu Dingen befragt, die mit ihrer sportlichen Leistung nichts zu tun haben: zu ihrem Privatleben oder ihrer Erscheinung. Waechter berichtet über die Kampagne, erzählt von einer Studie, die belegt, wie unterschiedlich über Sportler und Sportlerinnen berichtet wird und stellt einige Beispielfälle vor.

5. Das wichtigste Medium des US-Wutbürgertums
(sueddeutsche.de, Hubert Wetzel)
Das Propaganda-Organ „Breitbart News“ sei Donald Trumps Wahlkampf-Helfer. Nun werde der Chef der Website sein Wahlkampfleiter. Eine explosive Mischung, wie Hubert Wetzel auf „sueddeutsche.de“ findet: „Krawall und Provokation sind Teil der Strategie, mit politischen Konzepten oder Ideen setzt sich Breitbart News nicht auseinander. Die Seite ist weitaus amateurhafter und ruppiger als etwa Fox News, der konservative Fernsehsender. Auch Ironie ist Breitbart News fremd, Selbstironie sowieso. Die Autoren sind ernste Eiferer, auch wenn ihre Artikel manchmal wie Satire klingen.“

6. Heuchelei 24/7?
(tagesspiegel.de, Joachim Huber)
Am letzten Tag der Olympischen Spiele in Rio will das IOC einen eigenen globalen Fernsehkanal starten. 443 Millionen Euro hat man dafür bereitgestellt. Joachim Huber fragt im „Tagesspiegel“, was das Ganze soll: „Was wird da laufen, was soll erreicht werden? Propaganda Tag und Nacht, die Weißwaschung des Sports, der längst in der Grauzone agiert? Oder der Spagat, wie ihn ARD und ZDF Tag für Tag zelebrieren – Jubel und Jammer?“

„Bild“ sucht den verschwundenen Chinesen. Wir suchen mit.

Lieber Junliang L.,

über Dich kursieren die unterschiedlichsten Pressemeldungen. Mal sollst Du ein chinesischer Tourist sein, der aus Versehen in die Mühlen der deutschen Asylbürokratie geraten ist, mal ein urplötzlich verschwundener Asylsuchender. (Sogar beim Namen gibt es Unklarheiten. Die „Bild“-Medien nennen Dich manchmal „Junliang“ und manchmal „Jinliang“.)

Zu allem Überfluss hat Dich Bild.de nun zur inoffiziellen Fahndung ausgeschrieben und veröffentlicht, wenn man ihnen glauben mag, Teile des von Dir unterschriebenen Asylantrags. Zusammen mit einem persönlichen Aufruf:

Du kennst Dich wahrscheinlich nicht so gut mit der deutschen Sprache aus, zumal manches auch nur zwischen den Zeilen steht. Wir verraten Dir deshalb, was die Mitarbeiter von Bild.de meinen, wenn sie Dir zeigen wollen, „wie schön Deutschland wirklich ist“:

1.) Hier kann man schön unverpixelte Fotos von Tätern und Opfern veröffentlichen.
2.) Hier kann man schön Facebook-Profile plündern.
3.) Hier kann man schön den Pressekodex missachten.
4.) Hier kann man schön gegen den Presserat wettern.
5.) Hier kann man schön Krankenakten und persönliche Dokumente ausschlachten.
6.) Hier kann man schön Falschmeldungen in Umlauf bringen.
7.) Hier kann man schön Ressentiments schüren und Vorurteile verstärken.
8.) Hier kann man schön die niedersten Instinkte seiner Leser bedienen.
9.) Hier kann man schön Stimmung gegen Ausländer, Minderheiten und Benachteiligte machen.
10.) Hier kann man bei aufkommender Kritik schön patzig werden oder Nebelkerzen werfen und sich hinter Selbstironie verstecken.

Wenn Du all das erfahren willst, und zwar am eigenen Leib, dann melde Dich bei „Bild“. Die haben dort sicher schon Dutzende passender Schlagzeilen in der Schublade wie:

  • „Ein Chinese mit dem Kontrapass“
  • „Um lei Tung: Dieser Chinese kennt keine Abkürzungen“
  • „Junliang: Schlitzauge sei wachsam!“
  • „Kau der Welsch: Der Mann mit dem Mao-am-Anzug“
  • „Erst kam der Chinese, dann war der Hund weg!“
  • „Messer-und-Gabel-Allergie: Dieser Chinese isst Fisch nur mit (Fisch)stäbchen.“
  • Du kannst Dich aber auch statt bei „Bild“ bei uns BILDbloggern melden. Wir können Dir zwar aus Zeitgründen momentan nicht zeigen, „wie schön Deutschland wirklich ist“, haben aber Tipps parat, was man machen kann, wenn die „Bild“-Zeitung unangekündigt bei einem vor der Tür steht.

    Deine BILDblogger

    Bild  

    „Bild“ findet ein Korn

    In „Bild“ werden „häufig persönlichkeitsrechtsverletzende Beiträge veröffentlicht“, Kai Diekmann sucht „bewusst seinen wirtschaftlichen Vorteil aus der Persönlichkeitsrechtsverletzung anderer“ — das haben die Zeitung und ihr Chefredakteur vor neun Jahren vom Landgericht Berlin schriftlich bekommen.

    Für „Bild“ ist es eine Zumutung, wenn der Deutsche Presserat darauf beharrt, dass die Zeitung Gerichtsfotos von Angeklagten nur anonymisiert drucken solle. Es ist für „Bild“ ja schon unerträglich, dass Verbrecher ihre Menschenrechte behalten.

    Aber da Tiere bei „Bild“ ja bekanntlich mehr Respekt genießen als Menschen und die die Selbstironievortäuschungssucht von Kai Diekmann offenbar ansteckend ist, berichtetet die Zeitung heute so über einen „irren Prozess um Hahnen-Schrei“:

    Ein Fall für das Amtsgericht Nürtingen: Hahn Ottmar II. (4). Noch ist seine Schuld nicht bewiesen. Fotos: Michael Hahn (Kein Witz!)

    Mit Dank an Frank P.

    Bild  

    Sie haben Post: „Bild für alle“ kommt

    Am 23. Juni sollen ca. 41 Millionen kostenlose „Bild“-Sonderausgaben ausgeliefert werden. So hatte es der Axel-Springer-Verlag mal geplant, dann sah es lange so aus, als ob das Projekt scheitern könnte. Doch jetzt gibt es deutliche Hinweise, dass tatsächlich (fast) jeder Haushalt in Deutschland ein Exemplar bekommen soll.

    Im Januar war bekannt geworden, dass die Axel Springer AG offenbar eine große Sonderveröffentlichung zum 60. Geburtstag der „Bild“-Zeitung plant: Auf der Unternehmenswebsite war eine Liste mit Anzeigenpreisen für die „größte Auflage aller Zeiten“ aufgetaucht, Mediendienste berichteten interessiert darüber.

    In der Produktvorstellung schrieb die Axel Springer AG:

    Am 24. Juni 2012 feiert BILD Geburtstag – feiern Sie mit! Zu diesem Anlass erhalten alle Haushalte in Deutschland am Samstag, den 23. Juni 2012 einmalig eine kostenlose Sonderausgabe der BILD geschenkt!

    Diese einmalige Aktion geht mit der größten BILD-Auflage und Reichweite aller Zeiten einher!

    BILD für ALLE wird inhaltlich einen Editionscharakter erhalten und einen Bogen von der Vergangenheit in die Zukunft spannen.

    Werden Sie ein Teil der größten Vertriebsaktion in der Geschichte von BILD – und sichern Sie sich eine Werbefläche in dieser Ausgabe!

    Im Internet wurde schnell Widerstand gegen diese Aktion laut — viele Menschen wollten „Bild“ noch nicht einmal geschenkt haben.

    Bei einer Kooperation der Initiative „Alle gegen Bild“ mit der Graswurzelorganisation Campact kamen seit Mitte April bisher knapp 230.000 Widersprüche gegen die Belieferung mit der kostenlosen „Bild“-Sonderausgabe zusammen. Bei einer Protestaktion vor der Berliner Konzernzentrale versuchte sich „Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann mal wieder am Konzept „Selbstironie“, als er belegte Brötchen an die Demonstranten verteilte.

    Positive Nachrichten über sein geplantes Großprojekt gab es auch keine zu vermelden. Die Branchenzeitschrift „Kontakter“ hatte schon Anfang April berichtet, dass das ganze Projekt „auf der Kippe“ zu stehen schien:

    Offenbar bekommt das Mammutprojekt im Anzeigenmarkt weniger Zuspruch als erwartet. Zudem ist immer noch nicht klar, mit welchem Vertriebspartner die Haushalte beliefert werden sollen.

    Die Axel Springer AG hat sich zu der geplanten Aktion bisher eher bedeckt gehalten: Im Januar erklärte Sprecher Tobias Fröhlich nur, das Projekt befinde sich „momentan in der Planungsphase“, im April versicherte er auf Nachfrage des Studentenmagazins „Pflichtlektüre“, dass alle Widersprüche beachtet würden, wenn es eine entsprechende Verteilaktion gebe, und der WDR berichtete Ende April:

    Dabei ist offenbar noch gar nicht sicher, dass es die Gratis-Bild überhaupt in der geplanten Form geben wird. Das PDF-Dokument, in dem der Verlag bei potentiellen Anzeigenkunden für das Projekt geworben hatte, hat der Verlag im Januar wieder aus dem Netz genommen. Nun teilt das Unternehmen mit: „Es ist richtig, dass Bild über solch eine Geburtstagsaktion nachdenkt und derzeit Gespräche mit potentiellen Anzeigenkunden führt.“ Eine endgültige Entscheidung sei aber noch nicht gefallen, so Unternehmenssprecher Fröhlich weiter.

    Das klang nicht so richtig optimistisch. Die Preisliste, durch die die Planungen öffentlich geworden waren, war übrigens schon recht früh wieder von der Springer-Seite verschwunden.

    Doch jetzt scheint es so, als werde die Aktion doch durchgeführt: Die Deutsche Post AG bereitet sich offenbar intensiv auf die Verteilung von mehr als 40 Millionen Gratis-„Bild“-Ausgaben vor und hat nach unseren Informationen damit begonnen, ihre Mitarbeiter zu unterrichten.

    In einem internen Schreiben, das uns vorliegt, heißt es:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    liebe Kolleginnen und Kollegen,

    heute wurden Sie mit entsprechender Anweisungen über die Jubiläumsaktion „Bild für alle“ des Axel Springer Verlags (ASV) informiert.

    Im Rahmen dieser Aktion sollen am Samstag, 23. Juni 2012 bundesweit an sämtliche Haushalte in Deutschland und 41 Mio. unadressierte Exemplare der Bild-Zeitung zugestellt werden (~ 107 gr.).

    Da es sich um ein Presseerzeugnis handelt, sollen die Sendungen auch an Werbeverweigerer (Hinweis „Bitte keine Werbung“) zugestellt werden. Empfänger mit dem Hinweis „Keine kostenlosen Anzeigenblätter” o.ä. dürfen keine Jubiläumsausgabe der Bild erhalten.

    Zusätzlich hat ASV kommuniziert, dass alle schriftlichen Widersprüche, die rechtzeitig an ASV gerichtet werden, auch ohne Hinweis am Briefkasten beachtet werden.

    Alle Widersprecher erhalten am Aktionstag eine adressierte, großformatige Infopostsendung in einem auffälligen roten Umschlag. An Empfänger, die diese Sendung erhalten, darf in keinem Fall die Jubiläumsausgabe vom ASV zugestellt werden.

    Wir bitten Sie, alle Qualitätsmanager und Zusteller umfassend über diese Aktion zu informieren und hinsichtlich der Bedeutung der korrekten Zustellung der Sendungen sowie der Beachtung der Verweigerer und Widersprecher zu sensibilisieren. Zeitnah erhalten Sie den Originalumschlag, sowie eine möglichst ähnliche Kopie der Jubiläumsausgabe (finaler originaler Titel wird uns voraussichtlich nicht gegeben), damit kurz vor der Aktion unsere Infowurf-Tafeln entsprechend bestückt werden können.

    Wir haben auf verschiedenen Wegen versucht, von der Pressestelle der deutschen Post eine offizielle Bestätigung zu bekommen — bisher erfolglos.

    Auch hätten wir gerne erfahren, was es genau mit dem auffälligen roten Umschlag auf sich hat. Bis zum 23. Juni müssen wir uns aber offenbar mit dieser schematischen Darstellung in Graustufen begnügen:

    Wer keine „Bild“-Sonderausgabe in seinem Briefkasten haben will, kann nach wie vor Widerspruch einlegen.

    Hinweis/Korrektur, 12. Juni: In der ursprünglichen Fassung dieses Artikels hatten wir geschrieben, bei „Alle gegen Bild“ und Campact hätten insgesamt rund 350.000 Menschen Widerspruch eingelegt. Diese Zahl ist falsch und basiert auf einem Rechenfehler. Tatsächlich sind es dort bisher knapp 230.000 Widersprüche.

    Wer im Glabhaus sitzt…

    So viel Selbstironie hätten wir „Spiegel Online“ gar nicht zugetraut.

    Im Zuge des Livetickers zum Tod von Obama Osama bin Laden ging auch diese Nachricht über den Äther:

    Regierungssprecher Seibert vertippt sich

    Dumm nur, dass die Überschrift des Livetickers einige Zeit lang so lautete:

    US-Militär soll Obama auf See bestattet haben

    Immerhin hat „Spiegel Online“ den eigenen Vertipper inzwischen transparent korrigiert:

    +++ 10.00 Uhr +++ Tückische Vertipper +++

    Im Eifer des Gefechts kann es schon einmal passieren – auch SPIEGEL ONLINE rutschte der gleiche Buchstabendreher für ein paar Minuten durch – in diesem Fall ist der Vertipper besonders unglücklich. Zuvor verwechselte schon Regierungssprecher Steffen Seibert auf Twitter das „s“ mit dem „b“ – und beschuldigte versehentlich den US-Präsidenten unfassbarer Taten: „Obama verantwortlich für Tod tausender Unschuldiger, hat Grundwerte des Islam und aller Religionen verhöhnt.“

    Mit Dank an die zahlreichen Hinweisgeber.

    Anfängerfehler

    Kai Diekmann ist seit heute „Bild“-Blogger.

    Unter kai-diekmann.de zeigt der Chefredakteur lustige Videos, gibt Einblicke in sein Leben, zitiert Kritiker, verlinkt auf BILDblog, brüstet sich zum ungefähr einundvierzigtausendachthundertachtundneunzigsten Mal damit, der „taz“ die höchste Auflage ihrer Geschichte beschert zu haben (Einzelverkauf: 41.898), veröffentlicht ein Gerichtsprotokoll über seinen Intimfeind, den Berliner Rechtsanwalt Jony Eisenberg, sowie einen unfassbar dämlichen Brief der RTL-Moderatorin Inka Bause, in dem sie sich bei ihm entschuldigt, dass sie sich beim Presserat über „Bild“ beschwert hat. Diekmann (oder sein Ghostwriter) tritt dabei so grandios großkotzig auf, dass es schon wieder bescheiden wirkt, und erweckt geschickt den Eindruck, er sei vielfacher Landesmeister in den Disziplinien Selbstkritik und Selbstironie.

    Das ist gelegentlich unterhaltsam, aber natürlich: Quark.

    Da ist zum Beispiel die berühmte Bolzenschneider-Geschichte aus dem Januar 2001. Kai Diekmann war erst vier Wochen zuvor Chefredakteur geworden, als „Bild“ ein Foto des Grünen-Politikers Jürgen Trittin veröffentlichte, das auf einer Demonstration in Göttingen 1994 entstanden war und ihn laut „Bild“-Beschriftung inmitten von Bolzenschneider und Schlagstock zeigte.

    In Wahrheit handelte es sich, wie die Zeitung zwei Tage später einräumen musste, bei den vermeintlichen Waffen bloß um ein Seil und einen Handschuh, Diekmann musste sich entschuldigen, und „Bild“ wurde vom Presserat gerügt.

    Obwohl die Geschichte so peinlich ist, erzählt Diekmann sie immer wieder gern, und zwar ungefähr so, wie auch jetzt in seinem ersten Blogeintrag:

    An einem Sonntag Ende Januar 2001 waren wir im Vorabexemplar des „Focus“ auf ein altes Foto von Jürgen Trittin gestoßen. (…) Die Originalbilder [von der Demonstration] stammten aus dem Fernsehen. Wir konnten sie nicht besorgen, deshalb scannten wir das Foto aus der Zeitschrift ab und druckten es aus. Die Redaktion arbeitete also mit Kopien von Kopien — in entsprechender Qualität. (…)

    Jemand hatte die Gegenstände auf den schlechten Fotos als Schlagstock und Bolzenschneider „erkannt“ und das mit Fragezeichen auf einem Ausdruck vermerkt. Auf dem Weg durch die Redaktionsinstanzen ging das Fragezeichen irgendwo verschütt — und plötzlich stand die Vermutung als angebliche Tatsache im Blatt. (…)

    Mir blieb nur, mich sofort bei [Trittin] zu entschuldigen — was er mir allerdings nicht sehr leicht machte. Er ließ mich drei Tage warten, bevor er meinen Anruf entgegennahm…

    PS: Enttäuscht hat mich bei dieser Geschichte vor allem eines: Dass einige Kollegen mir tatsächlich eine Kampagne unterstellten. Liebe Leute — glaubt ihr ernsthaft, ich würde solche Anfängerfehler machen?!

    Da möchte man Diekmann natürlich sofort gratulieren, dass er so offen mit seinen Fehlern (oder jedenfalls einem davon) umgeht und die unangenehme Wahrheit scheinbar nicht verschweigt. Doch was Diekmann erzählt, ist höchstens die Hälfte der Geschichte.

    Hinzuzufügen wäre zum Beispiel noch, wie die Menschen damals auf den für Diekman so „enttäuschenden“ Gedanken gekommen waren, er führe eine Kampagne gegen die rot-grüne Regierung im Allgemeinen und den Umweltminister im Besonderen. Am 23. Januar 2001, nur sechs Tage vor der „Bolzenschneider“-Sache, hatte „Bild“ Trittin zum Beispiel mit dem 1977 veröffentlichten „Mescalero-Nachruf“ in Verbindung gebracht, in dem „klammheimliche Freude“ über die Ermordung von Siegfried Buback geäußert wurde, und geschrieben:

    „Trittin gehörte damals zur linken Szene der Universitätsstadt, saß in der Studentenvertretung AStA, deren Zeitschrift den ‚Nachruf‘ veröffentlichte.“

    Trittin aber war damals nicht Mitglied des Göttinger AStA und hatte mit der Publikation und dem Brief nichts zu tun. Auch für diese falsche Behauptung wurde „Bild“ später vom Presserat gerügt.

    Auch die bewegende Schilderung, wie der entschuldigungswillige „Bild“-Chef tagelang von Trittin hingehalten wurde, erscheint in einem anderen Licht, wenn man eine andere Version der Abläufe kennt, wie sie die „Berliner Zeitung“ damals veröffentlichte:

    Am Dienstagmorgen [dem Tag nach der „Bolzenschneider“-Veröffentlichung] rief Jürgen Trittin den „Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann persönlich an. Um sich zu beschweren. Diekmann, so stellt es Trittins Sprecher dar, habe zunächst mit Gegenfragen geantwortet. „Warum waren Sie denn überhaupt auf der Demonstration?“ Trittin sagte, das beantworte er gerne, aber zunächst wolle er über das Bild reden. Das Gespräch sei von Diekmann mit der Bemerkung beendet worden: „Wenn da etwas falsch ist, werden wir es richtig stellen.“ Trittin habe gesagt, dass er darum dann auch sehr bitte.

    Und es gibt noch ein Detail, das in Diekmanns Schilderung des damaligen „handwerklichen Fehlers“ regelmäßig fehlt: Das Foto in „Bild“ unterschied sich nicht nur durch die schlechtere Qualität von dem Foto im „Focus“. Dass das Seil wie ein Schlagstock wirken konnte, lag auch daran, dass das Foto an den Rändern beschnitten wurde. Das „Bild“-Foto war nicht nur eine schlechte Kopie, sondern auch ein kleinerer Ausschnitt aus dem „Focus“-Abdruck des Sat.1-Originals.

    Und jetzt kommt das Erstaunliche: Kai Diekmann hat das geleugnet. Im Jahr 2005 forderte er von der „Zeit“ eine Gegendarstellung, in der es heißen sollte, „Bild“ habe „niemals ein Foto so beschnitten“, dass ein Seil als Schlagstock angesehen werden konnte: Der Fehler von „Bild“ habe darauf beruht, „dass allein aufgrund der schlechten Bildqualität eine verfälschende Bildunterschrift zugeordnet wurde“.

    Diekmann ging vorübergehend sogar so weit, gegenüber der Pressekammer des Landgerichts Hamburg im August 2005 in einer eidesstattlichen Versicherung über das beschnittene Foto zu behaupten:

    „Das Foto (…) ist in keiner Weise ‚beschnitten‘ worden.“

    Komisch. Die wirklich lustigen Sachen stehen gar nicht in Diekmanns neuem Spaßblog.

    PS: Anders als „Kai Diekmann“ behauptet (und „Welt Online“ unbesehen glaubt, siehe links) ist das hier gezeigte Motiv nicht auf BILDblog zu finden. Diese „Schmähung“ stammt nicht von uns, sondern vom Pantoffelpunk.

    Nachtrag, 17.20 Uhr. Ist korrigiert.

    „Der große Selbstbetrug“ von Kai Diekmann

    „Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann hat ein Buch angekündigt. Unter dem Titel „Der große Selbstbetrug“ schreibt er darin u.a.:

    „Das Erbe der 68er hat uns in eine Sackgasse geführt. Es wird Zeit, endlich umzukehren.“

    Alan Posener, Kommentarchef der „Bild“-Schwesterzeitung „Welt am Sonntag“, antwortet Diekmann auf „Welt Debatte“ mit beißender Ironie:

    Ah ja, klar. (…) Die 68er haben K.D, gezwungen, als Chefredakteur der Bildzeitung nach Auffassung des Berliner Landgerichts „bewusst seinen wirtschaftlichen Vorteil aus der Persönlichkeitsrechtsverletzung Anderer“ zu ziehen. Die 68er zwingen ihn noch heute, täglich auf der Seite 1 eine Wichsvorlage abzudrucken, und überhaupt auf fast allen Seiten die niedrigsten Instinkte der Bild-Leser zu bedienen, gleichzeitig aber scheinheilig auf der Papst-Welle mitzuschwimmen. (…) Man kann nicht die Bildzeitung machen und gleichzeitig in die Pose des alttestamentarischen Propheten schlüpfen, der die Sünden von Sodom und Gomorrha geißelt. So viel Selbstironie muss doch sein, dass man die Lächerlichkeit eines solchen Unterfangens begreift. (…)

    Wenn man ein bisschen zynisch ist, auf miniberöckte Vorzimmermiezen großen, auf Ernsthaftigkeit eher weniger Wert legt, kann man [bei „Bild“] Karriere machen, und das ist völlig OK so. Einer muss es ja machen, so wie einer den Dieter Bohlen machen muss, und einer den Papst. Aber wenn Dieter Bohlen den Papst geben würde, müsste man auch lachen, oder?

    Nachtrag, 11.47 Uhr: Der Beitrag von Alan Posener wurde offenbar aus dem Angebot von „Welt Online“ entfernt.

    Nachtrag, 15.30 Uhr: Der Autor Alan Posener sagte auf unsere Frage nach dem Verbleib des Textes, er wolle sich dazu nicht äußern und bat dafür um Verständnis.

    Nachtrag, 16.55 Uhr: Auf Nachfrage erhielten wir von der Springer-Pressestelle folgende „Stellungnahme der Axel Springer AG zum Beitrag von Alan Posener über Kai Diekmann“:

    Dies ist die Entgleisung eines einzelnen Mitarbeiters. Der Beitrag von Alan Posener über Kai Diekmann ist ohne Wissen der Chefredaktion in den Weblog von Alan Posener gestellt worden.

    Der Beitrag ist eine höchst unkollegiale Geste und entspricht nicht den Werten unserer Unternehmenskultur.

    Bei Axel Springer gilt Meinungspluralismus, aber nicht Selbstprofilierung durch die Verächtlichmachung von Kollegen.

    Laut „Absatzwirtschaft Online“ (bzw. Handelsblatt.com missbilligt Springer-Chef Mathias Döpfner die Äußerungen Poseners.

    Nachtrag, 18.40 Uhr: Auf Kress.de (nicht frei online) heißt es unter Berufung auf einen Springer-Sprecher, der Vorgang werde für Posener „keine personalrechtlichen Konsequenzen“ haben.

    Nachtrag, 10.5.2007: Peter Schink, Leiter der Produktentwicklung von „Welt Online“, kommentiert den Fall in seinem privaten Weblog „Blog Age“ und schreibt:

    Doch was sollte mit der Löschung des Postings bezweckt werden? Wenn der Zweck war, ein deutliches Statement abzugeben, dass Welt-Autoren nichts böses über Bild schreiben dürfen, hat es funktioniert. (…)

    Und turi2.de dokumentiert den kompletten Posener-Text.

    Nachtrag, 14.5.2007: Inzwischen hat sich auch „Welt Online“-Chef Christoph Keese öffentlich zum Fall Posener geäußert und die Verantwortung für die Löschung des Beitrags übernommen:

    Ich habe den Text von der Seite genommen, weil er stilistisch und argumentativ nicht unseren Anforderungen entsprach. (…) Überdies enthielt der Text Ausdrücke, die nicht zu uns passen. (…) In der Diskussion taucht immer wieder der Begriff des Zensors auf. Doch wer sich als professioneller Autor redigieren lässt, unterwirft sich keiner Zensur, sondern der Bearbeitung durch einen Kollegen. Dies ist etwas ganz und gar anderes.

    Ja, und wer’s unbedingt noch genauer wissen will, kann sich ja jetzt das komplette Keese-Interview auf sueddeutsche.de durchlesen.

    Mehr dazu hier und hier und hier.