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Helmut Markwort, FSK, Spiegel

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Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Helmut Markworts Kosmos“
(nollendorfblog.de, jk)
Helmut Markwort schreibt im „Focus“ über Homosexuelle. „Was soll man zu jemand sagen, der ‚die Pose des Widerstands und der Ruf nach Toleranz‘ lächerlich findet ‚in einer Zeit, in der sich führende Vertreter aller Parteien zu ihren homosexuellen Neigungen bekennen‘? Kann es sein, dass Herr Markwort tatsächlich glaubt, das würde irgendeinen Eindruck auf den Schulhöfen machen, auf denen ‚Schwule Sau‘ das häufigste Schimpfwort ist?“

2. „Biene Maja bis zur Volljährigkeit“
(gunnargeller.de)
Wie die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ die aktuellen Altersfreigaben von Filmen kritisiert: „Das Ganze mieft nach den frühen Sechzigern, nach kleinbürgerlicher Aufregung über Sittenverfall und Negermusik und gammelnde Langhaarige, wird uns aber in einer Zeit präsentiert, in der via Internet Kinder und Jugendliche, die es wollen, nur ein paar Klicks brauchen um Fickfilmchen aller Art oder wahlweise auch Videos von Hinrichtungen oder Folterungen anzuschauen.“

3. „Gaddafi-Fotos ethisch nicht vertretbar“
(meedia.de, Christine Lübbers)
Elke Grittmann vom Insitut für Kommunikationswissenschaft an der Universität Münster kommentiert die Veröffentlichung letzter Bilder von Muammar al-Gaddafi: „In den Medien wird Diktatoren die letzte Würde abgesprochen. Bis heute wird die Tötung des Gegners oder Zurschaustellung von dessen Leiche auch benutzt, um diesen zu entwürdigen. Heute läuft diese Zurschaustellung über Fotos und Filme und erreicht damit eine viel größere Öffentlichkeit. Für Medien ist hier die Gefahr sehr groß, nicht nur zu dokumentieren, sondern selbst auch instrumentalisiert zu werden.“ Siehe dazu auch „Ein Screenshot hat keine Würde“ (sueddeutsche.de, Bernd Graff) und „Gaddafis Leiche: Schweizer Medien kennen keine Grenzen“ (ottohostettler.wordpress.com).

4. „Sie, Peer, sind ein guter Kandidat“
(blog-cj.de, Christian Jakubetz)
Christian Jakubetz kommentiert die aktuelle „Spiegel“-Titelgeschichte, eine „der merkwürdigsten Veranstaltungen der an Merkwürdigkeiten nicht armen ‚Spiegel‘-Geschichte“. „Im Kern geht es darum, dass Helmut Schmidt zusammen mit Peer Steinbrück ein Buch veröffentlicht, dessen interessanteste Aussage vermutlich die ist, dass Schmidt seiner Partei Steinbrück offen als Kanzlerkanidat empfiehlt. Das wiederum veranlasst den ‚Spiegel‘ zu einer Titelgeschichte, in der als Quintessenz steht, dass Schmidt Steinbrück als Kanzlerkandidat empfiehlt.“

5. „Wie Jenny aus Essen Thurgauerin wurde“
(20min.ch, A. Mustedanagic)
Obwohl nur Frauen mit Schweizer Wohnsitz in der „Blick“-Wahl zum „Girl des Jahres“ zugelassen sind, schafft es ein Model aus Essen ins Finale.

6. „Wer ist Gerald, wer ist Matt?“
(kobuk.at, Susanna Fellner)
Gerald Matt und Matt Gerald.

Spielejournalismus, Speechgate, Sinnlosigkeit

6 vor 9

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1. „Zum Zustand der deutschen Spielekritik“
(kaliban.de)
Christian Schmidt, Gunnar Lott und viele mehr diskutieren über die journalistische Herangehensweise an Computerspiele: „Die Diagnose ist richtig, der deutsche Spielejournalismus (einst der kommerziell erfolgreichste der Welt!) ist belanglos geworden, produziert trotz positiver Gegenbeispiele viele schlechte Texte und wenig wirklich gelungene Formate. Und er ist kommerziell im Sinkflug –ob das durch bessere Qualität oder mehr Relevanz vermeidbar wäre, sei dahingestellt.“

2. „ARD-Talk: Zerredetes Programmschema“
(ndr.de, Video, 5:41 Minuten)
Auf ARD sind nun fünf Talksendungen pro Woche zu sehen: „Der vielgepriesene politische Diskurs verkommt immer häufiger zum ‚Wer darf wie viel reden.'“

3. „Die Auseinandersetzung mit 9/11 ist noch immer mit Denkverboten behaftet“
(heise.de/tp, Sabine Schiffer)
Sabine Schiffer erhält eine Absage „einer großen deutschen Wochenzeitung“: „Ich habe noch einmal mit meinen Kollegen über den Text gesprochen. Gemeinsam sind wir zu dem Beschluss gekommen, dass Sie sich in dem Artikel nicht deutlich genug von den Verschwörungstheorien distanzieren, für die Sie eine höhere Beachtung in den Medien fordern.“

4. „Tales of Manufactured Conflict – Speechgate“
(thedailyshow.com, Video, englisch)
US-Fernsehsender machen einen Terminkonflikt zu einem „Speechgate“. In der Pressekonferenz im Weißen Haus geht es weiter: „There were 23 questions about the scheduling of the speech.“

5. „Retusche des Homosexuellen-Bildes“
(matthias-schumacher.com)
Matthias Schumacher macht sich Gedanken über Homosexuelle in den Medien: „Indes Heteros mit aller Selbstverständlichkeit Mörder, Anwälte, Bauarbeiter, alles und jeden darstellen (selbst Schwule und Lesben werden von ihnen dargestellt), spielen Schwule und Lesben selbst oft Schwule und Lesben, gefangen in der Sexualität und auf sie reduziert.“

6. „Hurra Sinnlosigkeit!“
(spiegel.de, Sascha Lobo)
Der Satz „Das braucht niemand“ werde zu häufig geäußert, findet Sascha Lobo: „Für diesen Satz gilt im Netz, was in der Politik für den Hitlervergleich gilt: unter allen Umständen vermeiden.“

Börsenturbulenzen, Meine Schuld, Nichtlustig

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1. „Börsenturbulenzen: Geht jetzt die Welt unter?“
(faz-community.faz.net, Stefan Niggemeier)
Der ARD-Brennpunkt vom 8. August über die „Turbulenzen an den Finanzmärkten“ mit Alois Theisen.

2. „Im Glashaus“
(kontextwochenzeitung.de, Rainer Nübel)
Rainer Nübel beleuchtet die Rolle von „Bild“ und FAZ bei der Entführung von Maria Bögerl und dem Selbstmord von Thomas Bögerl.

3. „‚Weniger ist manchmal mehr‘ – gilt bei ‚Bild‘ auch für Informationen“
(iphoneblog.de, alex olma)
Das iPad2 landet in einem Test der besten Tablets von „Computer Bild“ nur auf Platz 5. Alex Olma fragt sich, warum, und ärgert sich gleichzeitig, dass er nicht die nötige Kraft aufgebracht hat, den Test „unkommentiert vorüberziehen zu lassen“.

4. „Schweizer Männer wehren sich“
(tagesspiegel.de, Verena Mayer)
Verena Mayer besucht den Herausgeber der Schweizer „Männerzeitung“, Ivo Knill: „Früher, sagt Knill, hätten sie noch solche Briefe gekriegt: ‚Eine Männerzeitung, seid ihr schwul, oder was?‘ Jetzt nicht mehr. Der typische Leser sei ‚der ernsthafte Mann mit Familie‘. Danach kommt der junge Mann, der sich frage, was es heißt, heute ein Mann zu sein. Und die dritte Gruppe der Männerzeitungsleser, das sind die Frauen.“

5. „Und vergib uns unsere Schuld“
(juliane-wiedemeier.de)
Juliane Wiedemeier liest die Zeitschrift „Meine Schuld“ („Was Frauen berichten: schonungslos – indiskret“).

6. „Ein nichtlustiger lustiger Werkstattbericht“
(blog.zdf.de/dermarker, Video, 3:51 Minuten)
Ein Besuch bei Joscha Sauer, dem Zeichner der Nichtlustig-Cartoons.

Norwegen, EHEC, CSD

6 vor 9

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1. „Ein Täter darf nicht abgebildet werden“
(wuv.de, Jochen Kalka)
Jochen Kalka betrachtet die Berichterstattung zu den Anschlägen in Norwegen und zieht Vergleiche zum Amoklauf von Winnenden: „Den Medien sind die Opfer egal. Für sie ist der Täter Opfer. Die Medien suchen nach Antworten, wie es zu der Tat kommen konnte. Der Täter als Opfer der Gesellschaft. Immer die gleiche Debatte.“

2. „The news coverage of the Norway mass-killings was fact-free conjecture“
(guardian.co.uk, Charlie Brooker, englisch)
Auch Charlie Brooker widmet sich der Berichterstattung zum Anschlag. Er erklärt, warum er den Täter nicht beim Namen nennt. „Presumably he wanted to make a name for himself, which is why I won’t identify him. His name deserves to be forgotten. Discarded. Deleted. Labels like ‚madman‘, ‚monster‘, or ‚maniac‘ won’t do, either. There’s a perverse glorification in terms like that. If the media’s going to call him anything, it should call him pathetic; a nothing.“

3. „Elmar Theveßen und der ’saubere Journalismus‘ der Terrorismusexperten“
(faz-community.faz.net, Stefan Niggemeier)
Wie sollte ein Terrorismusexperte auf drängende Fragen von Journalisten antworten, wenn die Umstände eines Ereignisses noch nicht einzuschätzen sind? So: „Nein, Frau Illner, man kann das wirklich noch nicht sagen / Es ist zu früh dafür / Wir wissen es noch nicht / Seriös lässt sich das nicht beantworten / Lassen Sie uns da nicht spekulieren.“

4. „Gurken, Keime, Kolportagen“
(message-online.com, Michael Haller)
„Warum deutsche Medien dem EHEC-Fieber verfielen“ ist die aktuelle Titelgeschichte der Zeitschrift „message“ (Leseprobe als PDF-Datei). Michael Haller kommentiert: „Statt nachzufragen, haben die Journalisten auch der tonangebenden Medien nur kolportiert. Und sich immer neue Aufhänger für Panikgeschichten ausgedacht.“

5. „Angemessene Staatsferne und Praxis“
(ksta.de, Jan-Philipp Hein)
Die Besetzung des Programmdirektors des Deutschlandfunks steht an. „Medienpolitik ist auch Personalpolitik. Die geht zwischen CDU und SPD meist nach dem Prinzip ‚Einen für euch, einen für uns'“.

6. „Wie schwul hätten Sie’s denn gerne?“
(alexandervonbeyme.net)
Am Wochenende finden mehrere Christopher-Street-Days in Deutschland statt. Alexander von Beyme denkt nach über das Inszenieren der eigenen Sexualität: „Heterosexuelle Männer tragen ihre Orientierung auch vor sich her, wenn sie ungefragt von ihrer Frau erzählen. Neulich habe ich auf der Straße einen Mann und eine Frau gesehen – und sie hatten tatsächlich ein Kind dabei, als biologischen Beweis, dass sich die beiden auch im Schlafzimmer gut verstehen!“

Deutschland sucht die Superheuchler

Heute erklärt „Bild“ auf der Titelseite, es gebe „Ärger um Schreyl“: Ärger um SchreylMarco Schreyl, Moderator von „Deutschland sucht den Superstar“, reiße „seit Wochen“ „eine schmuddelige Zote nach der anderen“ und habe in der Show vom vergangenen Samstag einen „neuen Tiefpunkt“ erreicht.

Schreyl hält die zwei Glückskugeln von Sarah Engels wie zwei Hoden in der Hand, sagt bewusst zweideutig: „Damit gehe ich immer besonders vorsichtig um.“

Zur Bestätigung des behaupteten „Ärgers“ reißt „Bild“ ein paar Sätze aus einem Artikel des Mediendienstes DWDL.de über Homosexuelle im deutschen Fernsehen aus dem Kontext, wodurch der Tenor des Artikels so klingt, als seien gar nicht Schreyls Sprüche das eigentliche Problem für Sven Kuschel und Daniel Cremer, sondern dessen sexuelle Orientierung.

„Bild“ nutzt sogar die Gelegenheit, endlich mal wieder Michelle Hunziker ins Gespräch zu bringen, für deren Rückkehr zu „DSDS“ die Zeitung seit mehr als fünf Jahren unermüdlich kämpft.

Was die „Bild“-Redaktion sonst so von schmuddeligen Zoten und bewussten Zweideutigkeiten hält, kann man dann heute bei Bild.de (anhand eines alten Fotos) bewundern:

Schräger Pokal: Seit diesem Kuss ist Golf-Star Cristie in aller Munde...

Mit Dank auch an Roman S., Arne M. und Marc.

Manuel Neuer, Russland Heute, Charlie Sheen

6 vor 9

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1. „Übersetzungsfehler: Manuel Neuer in Südamerika schwul“
(queer.de)
Mehrere südamerikanische Online-Portale berichten über ein angebliches Coming-Out von Manuel Neuer, so zum Beispiel „ABC Digital“ oder „La Voz“. „Der 24-Jährige hatte vor einer Woche der ‚Bunten‘ gesagt, dass er schwulen Profifußballern empfiehlt, ihre Sexualität zu offenbaren.“

2. „Der andere Akzent“
(prmagazin.de, Renate Zöller)
„Russland Heute“ erscheint regelmässig als Beilage der „Süddeutschen Zeitung“. „Zweifel an der Glaubwürdigkeit sind trotzdem verbreitet – denn die Macher sitzen in der Redaktion des russischen Amtsblatts Rossijskaja Gazeta und werden vom Kreml bezahlt.“ Siehe dazu auch: „Kremltainment“ (nzz.ch, Ulrich M. Schmid).

3. „‚FAZ‘ und ‚SZ‘ wollen nicht zitiert werden“
(spiegel.de, Ole Reißmann)
Eine Kanzlei geht im Auftrag von „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ und „Süddeutsche Zeitung“ rechtlich gegen die Website commentarist.de vor. „Angesichts dieser Breitseite könnte man meinen, die Commentarist-Gründer hätten munter drauflos kopiert und dreist Artikel von sueddeutsche.de und faz.net auf die eigene Seite gestellt. Es geht aber um kurze Anrisse – nicht mehr, als eine Google-Suche zu Tage fördert oder als bei Google News präsentiert wird.“ Siehe dazu auch: „Verlinkt nicht! Zitiert nicht!“ (opensourcepr.de, Tapio Liller).

4. „The Charlie Sheen Problem, Now Thrown Into Stark And Public Relief“
(npr.org/blogs/monkeysee, Linda Holmes, englisch)
Linda Holmes schreibt über den Schauspieler Charlie Sheen und die Produktion der Sitcom „Two and a Half Men“: „Is there any point at which you do not keep a guy in a high-profile job in family entertainment simply because using the considerable power of your television network to support the road he’s on is so irresponsible that it defeats the profit motive as well as the desire to keep everyone else on the show employed?“

5. „Die Bravo Girl – Eine feministische Analyse“
(ninialagrande.blogspot.com)
Ninia LaGrande liest „Bravo Girl“: „Über 50 Prozent der Titelthemen beschäftigen sich mit den Themen Jungs und Aussehen! Und zwar nicht in der Form, dass den Mädels erklärt wird, dass SIE sich wohl fühlen müssen, sondern dass sie den Jungs gefallen sollen. Ansonsten kriegen sie ja keinen ab. Und das scheint ein riesiges Unglück zu sein.“

6. „Aufschwung: Nur noch jeder 20. Jugendliche bleibt ohne Castingplatz“
(kojote-magazin.de, Satire)

Anonymisierung, Schubladen, Gratisarbeit

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1. „Liebe Journalisten, wir müssen reden“
(haltungsturnen.de, Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach)
Das radikale Umdenken, das Miriam Meckel im Artikel „Journalisten an der Crowdsourcing-Front“ von den Journalisten fordert, betreffe auch die Anonymisierung, die wegen der umfangreichen Recherchemöglichkeiten im Web schnell mal zur Farce werde, schreibt Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach anlässlich eines Artikels im „Hamburger Abendblatt“.

2. „‚Ich hasse Blogs!‘, bloggt der Redakteur“
(novo-argumente.com, Matthias Heitmann)
Matthias Heitmann kann nicht recht verstehen, warum sich Journalisten so aggressiv von Werbeschreibern, Lobbyisten und Hobbybloggern abgrenzen. Ein Journalist, der seine Fähigkeiten richtig einsetze, müsse sich „nicht davor fürchten, dass seine Informanten eine eigene Agenda verfolgen könnten“. „Warum unterlegene ‚Konkurrenten‘ dafür kritisieren, dass sie unterlegen sind? Und vor allem: Warum sich von ihnen bedroht fühlen? Das wäre ungefähr so, als wenn der FC Bayern München in der zahlenmäßigen Überlegenheit unterklassiger Dorfvereine eine Gefahr für seine Einschaltquote wittern würde.“

3. „Striptease im Dunkeln“
(fernsehkritik.tv, Fernsehkritiker)
Eine Casting-Agentur sucht für die RTL-Sendung „Dating im Dunkeln“ neue Kandidatinnen und Kandidaten. „Neben der Angabe von Körpermaßen und natürlich der Abgabe eines Fotos“ müssen insgesamt 47 Fragen beantwortet werden.

4. „Catalogue of legal pay-outs that shames Express Newspapers“
(guardian.co.uk, Roy Greenslade, englisch)
Roy Greenslade listet Geldbeträge auf, zu denen die englischen Zeitungen „Daily Express“ and „Daily Star“ seit März 2008 (£550.000 an die Familie der verschwundenen Madeleine McCann) aufgrund ihrer Berichterstattung zu bezahlen gezwungen wurden: „Even I was surprised by the number of occasions on which EN has been forced to pay damages and issue apologies. It is, quite simply, scandalous.“

5. „Schubladen langweilen mich, da stecke ich schon ewig drin…“
(derteilzeitblogger.wordpress.com)
Den Teilzeitblogger langweilen die Schubladen, in die er von anderen immer wieder gesteckt wird. „Diese Diskussion, wie Schwule sein müssen oder wie sie nicht sein sollten, weil sie dann zu sehr heteronormativ sind, kotzt mich an. Lasst die Leute doch so leben wie sie wollen!“

6. „Should I work for free?—a flowchart“
(jessicahische.com, Flowchart, englisch)
Jessica Hische beantwortet die Frage „Soll ich kostenlos arbeiten?“ mit einem Flussdiagramm („start in the middle“).

Uganda, Schweden, Tierfilme

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1. „Schwulenhetze als Verkaufsschlager“
(taz.de, Simone Schlindwein)
Simone Schlindwein spricht mit dem 22-jährigen Herausgeber und Chefredakteur der Wochenzeitung „Rolling Stone“ aus Uganda, Giles Muhame: „Bereits Anfang Oktober outete die damals noch unbekannte Zeitung die ‚100 Top-Homos in Kampala‘. Auf den Folgeseiten war eine Serie schlecht gedruckter Schwarz-Weiß-Fotos von Männern in anzüglichen Posen zu sehen. Darunter jeweils Name, Wohnort und Angaben zur Penisgröße.“

2. „Michael Douglas-Interview eine Fälschung“
(meedia.de)
Ein von „Berliner Kurier“, „Hamburger Morgenpost“ und „Express“ gedrucktes Interview mit Michael Douglas wurde nicht geführt. Der Sprecher des Schauspielers dazu: „Dieses Interview wurde sorgfältig zusammengesetzt aus Bemerkungen, die Michael Douglas auf verschiedenen Pressekonferenzen und in Interviews im vergangenen Jahr gemacht hat. Aber das meiste ist komplett ausgedacht.“

3. „Glücklich im Kopfgefängnis“
(ckappes.posterous.com, Christoph Kappes)
Christoph Kappes analysiert den Artikel „Glücklich im Nutzer-Gefängnis“ (sueddeutsche.de, Bernd Graff).

4. „Schwedens Hofberichterstatter“
(ndr.de, Video, 6:48 Minuten)
Eine neue Biografie über den König von Schweden, Carl XVI. Gustaf, löst in schwedischen Medien eine Debatte über den Umgang mit Interna aus dem Königshaus aus.

5. „Wenn das Zebra im eigenen Streifen spielt“
(jungle-world.com, Heiko Werning, 11. November)
Heiko Werning beurteilt das Ausmaß von Manipulationen in Tierfilmen: „Solange die Tiere als Schauspieler arbeiten und einfach nur ein solides, gut recherchiertes Sachstück visualisieren, bei dem sie sich selbst spielen, ist alles in Ordnung. Peinlich wird es natürlich, wenn durch unsachkundige Zusammenschnitte plötzlich Arten gemeinsam durch einen Wald tollen, die in der Natur gar nicht im selben Lebensraum vorkommen, oder wenn dem Zuschauer Verhaltensweisen präsentiert werden, die das Tier unter normalen Umständen im Leben nicht zeigen würde.“

6. „Sport Bild-Watch (4)“
(el-futbol.de, Sidan)
„Wird die Sport Bild etwa auf die alten Tage doch noch einmal zur vernünftigen Sportzeitung? Leider spricht wieder einiges dagegen: mit Statistiktricks, stillen Kampagnen und offensichtlichen Stimmungsschwankungen wird der Leser erneut manipuliert und für dumm verkauft.“

Ups, verfickt!

In den USA konnte sich ein Mann einige Tage nicht in ein Online-Spiel-Netzwerk einloggen, weil dessen Betreiber den Wohnort des Mannes für einen Witz hielt: Fort Gay.

„Hihi“, dachte man sich da bei „Spiegel Online“, „‚Schwulburg‘, das ist ja witzig“, und kalauerte weiter:

Spott macht dünnhäutig – die Bewohner von Hodenhagen, Sexau, Fickdorf, Petting oder Tuntenhausen werden es nachfühlen können.

Es ist kein Zufall, dass „Fickdorf“ – im Gegensatz zu den anderen genannten Orten – nicht mit einem Link unterlegt ist: Ein Ort dieses Namens ist nämlich nirgends zu finden.

Mit Dank an Horst.

A farewell to brothers in arms

Die Geschichte ist so ungewöhnlich, dass das Polizeipräsidium Bochum im ersten Satz seiner Pressemitteilung erst einmal verkündet, dass der Inhalt der nachfolgenden Polizeipressemeldung „nun wirklich sehr ungewöhnlich“ sei: Ein 35 Jahre alter Mann aus Herne ließ sich wegen einer Geschwulst am Kopf im Krankenhaus untersuchen, woraufhin die Ärzte auf seinem Röntgenbild einen Fremdkörper entdeckten, der sich bei einer Operation als Projektil des Kalibers 22 herausstellte.

Oder wie „Spiegel Online“ es formuliert:

Ein Mann aus Herne hat jahrelang mit einer Pistolenkugel im Kopf gelebt. Er hatte in einer Silvesternacht angetrunken einen Schlag am Hinterkopf verspürt, dem aber keine Bedeutung beigemessen. Die Polizei vermutet, dass er das Opfer eines Schützenbruders wurde.

Diese Vermutung äußert die Polizei allerdings weltexklusiv auf „Spiegel Online“. Wie uns der Polizeisprecher auf Anfrage bestätigte, habe er nie von einem „Schützenbruder“ gesprochen. Er habe lediglich in einem der zahlreichen Gespräche mit Journalisten aus aller Welt erklärt, dass Projektile des Kalibers 22 (5,6 mm) typisch für Sportschützen seien — und die Polizei regelmäßig vor Silvester davor warne, mit Salutschüssen das Jahr zu begrüßen.

Mit Dank an Benedikt K.

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