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Erklärjournalismus, Propaganda als Faktenchecks, Trojanisches Pferd

1. Gute Noten für Erklärjournalismus
(verdi.de)
Eine neue Studie der Otto-Brenner-Stiftung habe 853 Videos der politischen “funk”-Erklärformate “Die da oben!”, “Deutschland3000” und “MrWissen2go” analysiert. Die Untersuchung zeige, dass die Hosts eine zentrale Rolle einnehmen und in über 75 Prozent der Beiträge erklärende Inhalte mit ihrer persönlichen Meinung zu einem “Infopinion”-Journalismus vermischen. Die häufig geäußerte Kritik, die Formate seien parteipolitisch einseitig, bestätige die Studie nicht.

2. Wenn die russische Propaganda versucht, sich als Faktenchecks zu tarnen
(cemas.io, Julia Smirnova)
Russische Staatsakteure würden gezielt die Sprache und Formate von Faktencheckern und Medienkompetenz-Programmen nachahmen, um sich Glaubwürdigkeit zu verschaffen und westliche Quellen zu diskreditieren. Diese Taktik, zu der auch Projekte wie “War on Fakes” und ein gefälschtes “Global Fact-Checking Network” gehören würden, solle Verwirrung stiften und Kreml-freundliche Narrative verbreiten.

3. Das trojanische Pferd des deutschen Kabaretts
(setup-punchline.de, Bernhard Hiergeist)
Bernhard Hiergeist kritisiert den Kabarettisten Vince Ebert dafür, unter dem Deckmantel des “Wissenschaftskabaretts” schlampig recherchierte, reaktionäre und transfeindliche Inhalte zu verbreiten: “Er spannt Wissenschaft ein zum Zweck des Kulturkampfs und verkleidet diese Mischung als Sorge um Freiheit, Evidenzbasiertheit, Rationalität und Menschenrechte.” Hiergeists Kritik richtet sich auch scharf gegen den Deutschlandfunk, der Ebert in der Sendung “Querköpfe” unkritisch als mutigen, unangepassten Denker inszeniert habe.

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4. Darum kampagnisieren die Gratismedien gegen Medienminister Babler
(kobuk.at, Andrea Gutschi)
Andrea Gutschi wirft den österreichischen Gratiszeitungen “Heute” und “Oe24” vor, eine gezielte Kampagne gegen Medienminister Andreas Babler zu führen und ihn fälschlicherweise als “Totengräber der heimischen Medien-Szene” darzustellen. Der wahre Grund für die Angriffe sei, dass die neue Regierung die Staatsinserate massiv gekürzt habe. Dies treffe die stark anzeigenabhängigen Gratisblätter besonders hart. Babler wolle die zukünftige Medienförderungen an “Qualitätskriterien” binden.

5. Newsletter Netzwerk Recherche 250 vom 31.10.2025
(netzwerkrecherche.org, Greta Linde & Jonathan Sachse)
Wie immer eine Empfehlung wert, nicht nur für investigativ arbeitende Journalistinnen und Journalisten: der Newsletter des Netzwerk Recherche. Die aktuelle Ausgabe beginnt mit einigen Worten von Jonathan Sachse zum Teilabschied der “taz” von der gedruckten Ausgabe und dem Umstieg zur Digitalzeitung. Außerdem gibt es den gewohnten Überblick über medienrelevante Nachrichten, Veranstaltungen, Preise und Stipendien.

6. Welt plant neuen Talk und lädt falschen Sebastian Kurz ein
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Der Nachrichtensender “Welt” plane eine neue Talkshow namens “Burgard”, die von Chefredakteur Jan Philipp Burgard moderiert werden soll, und wollte dafür offenbar den ehemaligen österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz einladen. Versehentlich ging die Einladung jedoch an CDU-Politiker Sebastian Kurz, den Bürgermeister der Stadt Aichtal in Baden-Württemberg. Dieser habe auf Instagram eine Doppelfolge vorgeschlagen: “Zwei Sebastian Kurz in einem Studio – das wäre sicher ein Gespräch, das zwischen Rathausrealität und Weltpolitik auf angenehme Weise Brücken schlägt.”

Abgrund überwinden, Kirk-Videos, Sollte Bundesregierung auf X bleiben?

1. Brainrot Morde oder wie man einen Abgrund überwindet
(beritmiriam.substack.com, Berit Glanz)
Berit Glanz analysiert die mediale Reaktion auf das Attentat an Charlie Kirk und kritisiert die oberflächliche Verklärung des rechtsradikalen Influencers als Märtyrer. Statt Kirks Rolle in der digitalen Radikalisierung einzuordnen, hätten viele etablierte Medien dessen Internetkarriere verharmlost und zentrale Codes der Internetkultur übersehen. Glanz fordert mehr digitale Kompetenz in Redaktionen, um die gesellschaftliche Wirkung von Memes, Online-Subkulturen und Radikalisierungsdynamiken kritisch zu verstehen.

2. So gehen die Plattformen mit expliziten Aufnahmen des Kirk-Attentats um
(spiegel.de)
(Triggerwarnung: In dem verlinkten Text “wird das Attentat auf Charlie Kirk aus mehreren Perspektiven beschrieben.”) Der “Spiegel” berichtet über eine Recherche des US-Techmagazins “The Verge” zur Verbreitung expliziter Videos nach dem Attentat auf Charlie Kirk. Die Analyse zeige, dass Plattformen wie X, TikTok, Instagram und YouTube trotz Richtlinien und Warnsystemen nur eingeschränkt in der Lage gewesen seien, gewaltvolle Inhalte zu stoppen. Der Fall mache deutlich, wie schwer es Sozialen Netzwerken falle, bei Breaking-News-Ereignissen eine wirksame Moderation sicherzustellen.

3. Früherer US-Botschafter fordert Visaentzug für ZDF-Journalist Theveßen
(zeit.de)
Richard Grenell, einst US-Botschafter in Deutschland, habe gefordert, dem ZDF-Korrespondenten Elmar Theveßen das US-Visum zu entziehen, da dieser laut Grenell zur Gewalt aufrufe und sich als “linksradikal” gebe. Anlass sei ein Podcast-Zitat, in dem Theveßen den Trump-Vertrauten Stephen Miller in eine ideologische Nähe zum Dritten Reich rücke. Die Attacke sei Teil einer breiteren Online-Kampagne, mit der Anhänger des getöteten Charlie Kirk derzeit gegen dessen Kritiker vorgehen.

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4. Nach Musks Aufruf zur Gewalt muss die Bundesregierung X verlassen
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Bei netzpolitik.org fordert Markus Reuter den sofortigen Rückzug der Bundesregierung und großer Medienhäuser von der Plattform X. Anlass ist ein öffentlicher Aufruf zur Gewalt durch Elon Musk, der auf einer Demonstration, organisiert von dem britischen Rechtsextremen Tommy Robinson, als zugeschalteter Redner auftrat und X zur Bühne für rechte Radikale mache. Reuter kritisiert das Festhalten an der Plattform als moralisch untragbar und warnt vor einer weiteren Normalisierung von Hass, Antisemitismus und Desinformation.

5. “Rolling Stone”-Verleger verklagt Google
(taz.de)
Der US-Verlag Penske Media, Herausgeber von “Rolling Stone” und “Variety”, habe Google wegen der Nutzung seiner Artikel in KI-Zusammenfassungen verklagt. Die sogenannte AI-Overviews-Funktion leite Nutzerinnen und Nutzer an den Originalseiten vorbei und schade so dem Anzeigengeschäft, heiße es in der Klage. Es sei der erste Fall, in dem ein großer US-Verlag rechtlich gegen Googles Umgang mit journalistischen Inhalten im KI-Zeitalter vorgeht.

6. Bundestag hebt Immunität von AfD-Abgeordnetem Stephan Brandner auf
(mdr.de)
Der Bundestag habe die Immunität des AfD-Abgeordneten Stephan Brandner aufgehoben, um Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Gera wegen Beleidigung zu ermöglichen. Brandner hatte die “Spiegel”-Journalistin Ann-Katrin Müller wiederholt als Faschistin bezeichnet und trotz gerichtlichem Verbot nicht damit aufgehört. Gegen ihn seien bereits Ordnungsgelder in Höhe von 50.000 Euro verhängt worden.

Berlusconi in Berlin, Medaille für Döpfner, Stammtisch-Feuilleton

1. Kulturstaatsminister Weimer empfängt Berlusconi in Berlin
(t-online.de)
Die Sendergruppe ProSiebenSat.1 stehe vor der Übernahme durch die italienische Medienholding MediaForEurope (MFE) der Berlusconi-Familie. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer habe deshalb den MFE-Chef Pier Silvio Berlusconi zu einem Gespräch ins Kanzleramt eingeladen, um über die Zukunft von ProSiebenSat.1 zu sprechen. “Meine Besorgnis kreist um die Frage, ob die journalistische und wirtschaftliche Unabhängigkeit auch nach einem Eigentümerwechsel gewahrt bleibt”, habe Weimer bereits im Juli gegenüber dem “Spiegel” gesagt. Die bayerische Landesregierung und die zuständige Landesmedienanstalt ständen der Übernahme jedoch wohlwollend gegenüber.

2. Bild dir deinen Freund
(taz.de, Pauline Jäckels)
Mathias Döpfner, Chef des Springer-Verlags, soll von Israel mit der höchsten Ehrenmedaille ausgezeichnet werden – nicht für journalistische Leistungen, sondern wegen seiner öffentlichen Unterstützung Israels nach dem Hamas-Angriff. Kritiker würfen Döpfner vor, dabei die journalistische Distanz aufgegeben und stattdessen die israelische Regierungslinie einseitig verbreitet zu haben. Zudem stehe der Springer-Verlag in wirtschaftlicher Verbindung zu umstrittenen Siedlungsprojekten im Westjordanland.

3. Neubesetzungen im RBB verzögern sich
(verdi.de, Volker Nünning)
Volker Nünning hat sich mit den Personalien beim krisengeschüttelten RBB beschäftigt. Demnach könnten wichtige Führungspositionen länger unbesetzt bleiben, da der öffentlich-rechtliche Sender die Neubesetzungen mit dem laufenden Umbauprozess abstimmen wolle. Katrin Günther werde ihren Posten als kommissarische Programmdirektorin zwar Ende September abgeben, dem RBB aber voraussichtlich in anderer Funktion erhalten bleiben. Die Wahl ihrer Nachfolge könnte am 1. Oktober im Rundfunkrat erfolgen. Weitere Führungspositionen würden offenbar erst zu einem späteren Zeitpunkt ausgeschrieben.

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4. Das Stammtisch-Feuilleton der “Zeit”
(uebermedien.de, Lisa Kräher)
Lisa Kräher kritisiert, dass ein Autor der “Zeit” in einem Essay versucht habe, den Aufstieg der Neuen Rechten zu erklären, indem er rechte Narrative über eine angeblich übergriffige linke Identitätspolitik weitgehend übernommen habe. Der Text von Jens Jessen operiere mit populistischen Klischees über Veganismus, Gendern und Diversity-Trainings. Besonders problematisch sei, dass Jessen linke Anliegen mit autoritären Umerziehungspraktiken verglichen habe, ohne zu differenzieren, was die politische Linke eigentlich sei.

5. Der nordische Medien-Sozialstaat – vorsichtiger Optimismus
(de.ejo-online.eu, Johann Roppen)
In den nordischen Ländern genössen öffentlich-rechtliche und vertrauenswürdige Medien weiterhin große Reichweiten und Unterstützung. Im Vergleich zu anderen Ländern führe das zu weniger Polarisierung und einem stabileren Medienkonsum. Trotz wachsendem Druck durch globale Internetkonzerne sei der Medien-Sozialstaat dort noch nicht verschwunden, was vorsichtigen Optimismus für eine gemeinsame, nachhaltige Zukunft ermögliche.

6. Bulo’s Beobachtungen: Was Verleger von Kolumnisten lernen können.
(turi2.de, Peter Böhling)
“turi2”-Kolumnist Peter “Bulo” Böhling macht sich Gedanken über die Zukunft der Verlage. Seine Prognose: “Die großen werden immer mehr mit den GAFAs ins Bett steigen und sich so im Ranking nach oben schlafen, das es schon wegen der Content-Anzeigen weiter geben wird, auf die Google & Co. vorerst sicher nicht verzichten wollen. Das wird den Markt immer stärker polarisieren und letztlich amerikanische Verhältnisse einleiten, wo schon jetzt ein Kampf der Gesinnungsgiganten tobt.” (Anmerkung des “6-vor-9”-Kurators: “GAFA” ist die Abkürzung für die vier großen Internetkonzerne Google, Apple, Facebook und Amazon.)

Tausende Euro für Auskunft, Problematische Nähe, Wallraff

1. Wirtschaftsministerium will Tausende Euro für Lobby-Unterlagen zu Katherina Reiche
(abgeordnetenwatch.de, Martin Reyher)
Wirtschaftsministerin Katherina Reiche habe in diesem Sommer mehrere Lobbyakteure getroffen, darunter Vertreter ihres früheren Arbeitgebers, dem Verband kommunaler Unternehmen. Die Gesprächsinhalte seien nicht offengelegt worden. Die Plattform “abgeordnetenwatch” habe “auf Grundlage des Informationsfreiheitsgesetzes (IFG) Einsicht in die Unterlagen zu den acht Terminen beantragt”. Doch Reiches Ministerium habe mit bis zu 4.000 Euro Gebühren gedroht, indem es den Antrag in acht Teile aufgeteilt habe. Kritiker würden darauf verweisen, dass solche abschreckenden Gebühren vom Bundesverwaltungsgericht bereits 2016 für rechtswidrig erklärt worden seien.

2. Portal von Reichelt und Gotthardt: Was ist “Nius” – und was wird den Machern vorgeworfen?
(tagesspiegel.de, Sven Lemkemeyer)
Beim “Tagesspiegel” geht es noch einmal um das rechtsgerichtete Krawallportal “Nius”. Dem von Ex-“Bild”-Chefredakteur Julian Reichelt und Geldgeber Frank Gotthardt betriebenen Portal werde vorgeworfen, rechtspopulistische Inhalte zu verbreiten, Fakten zu verzerren und als Sprachrohr der Partei “Werteunion” um den früheren Chef des Bundesverfassungsschutzes Hans-Georg Maaßen zu dienen. Laut dem Medienwissenschaftler Markus Linden überschreite “Nius” gezielt Grenzen und nutze Praktiken der Desinformation.

3. Die problematische Nähe zwischen Kultur und Journalismus in Österreich
(kobuk.at, Philipp Wohltmann)
Bei “Kobuk” macht Philipp Wohltmann auf einen Missstand in der österreichischen Presselandschaft aufmerksam: “In der Kulturberichterstattung von Standard und Presse verschwimmen die Grenzen zwischen Werbung und Redaktion. Dieselben Autor:innen bewerben Kulturveranstaltungen in bezahlten Anzeigen – und rezensieren diese danach im redaktionellen Kulturteil.”

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4. Solidarität mit inhaftierten Journalisten
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) und mehrere Exilmedien starten eine Postkartenkampagne für die in Aserbaidschan inhaftierte Journalistin Sevinj Vagifgizi, der selbst an heißen Tagen im Gefängnis ein Ventilator verweigert werde. Die Aktion soll auf unmenschliche Haftbedingungen und die zunehmende Repression gegen unabhängige Medien in Aserbaidschan aufmerksam machen. RSF fordert internationalen Druck, damit inhaftierte Medienschaffende freigelassen werden und um die Unterdrückung kritischer Stimmen zu beenden.

5. “Team Wallraff”: RTL muss nichts öffentlich richtigstellen
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Das Hanseatische Oberlandesgericht habe im Streit zwischen den MK-Kliniken und RTL über eine acht Jahre alte Ausgabe von “Team Wallraff” überwiegend zugunsten des Senders entschieden. Eine öffentliche Richtigstellung müsse RTL demnach nicht veröffentlichen, da viele der von den MK-Kliniken kritisierten Passagen als zulässige Meinungsäußerungen oder wahre Tatsachen gewertet worden seien.

6. Lachende Fliegen und kippelnde Beine. Zum Ende der täglichen gedruckten taz
(czyslansky.net, Michael Kausch)
Michael Kausch erinnert in seiner persönlichen Glosse daran, wie sehr gedruckte Tageszeitungen einst zu seinem Alltag gehörten: vom Sportteil in der Kindheit bis zum eigenen Abo im Studium. Er blickt nostalgisch auf die Rolle der “taz” und anderer Blätter zurück, die es bald vorwiegend digital geben wird: “Mit wird etwas fehlen. Ich will gar nicht daran denken.”

Anziehendes Social-Media-Verbot, TikTok, Intendantin haftet

1. Die magische Anziehungskraft des Social-Media-Verbots
(netzpolitik.org, Sebastian Meineck)
Sebastian Meineck kritisiert, dass Medien sich einseitig auf die Forderung der Leopoldina nach einem Social-Media-Verbot für Kinder unter 13 Jahren stürzen, obwohl die wissenschaftliche Begründung dafür schwach sei. Er hebt hervor, dass das Diskussionspapier eigentlich viel weiter gehe und das Geschäftsmodell der großen Plattformen grundlegend infrage stelle. Außerdem weist Meineck darauf hin, dass auch Eltern mit ihrem eigenen Verhalten eine zentrale Rolle spielen.

2. Kommt das euro­päi­sche TikTok Verbot?
(lto.de, Tamara Wendrich)
Die EU-Kommission habe im Mai 2025 festgestellt, dass TikTok gegen Teile des Digital Services Act verstoße, insbesondere bei Werbetransparenz und Jugendschutz. Nun würden der Plattform hohe Geldbußen von bis zu sechs Prozent des Jahresumsatzes drohen, ein vollständiges Verbot gelte aber als unwahrscheinlich. Die Juristin und Journalistin Tamara Wendrich ist sich jedoch sicher: “TikTok wird nationale und europäische Judikativ- und Legislativorgane sowie politische Akteure in den kommenden Jahren intensiv beschäftigen.”
Weiterer Lesehinweis: Weißes Haus richtet offiziellen TikTok-Account ein: “Donald Trump hat wiederholt mit dem Ende von TikTok in den USA gedroht. Dann räumte er dem chinesischen Mutterkonzern ByteDance eine Gnadenfrist ein, die er mehrfach verlängerte. Jetzt hat seine Regierungszentrale einen eigenen Account.” (spiegel.de)

3. Intendantin haftet für ihre Millionenausgaben
(taz.de, Steffen Grimberg)
Steffen Grimberg kommentiert die Entscheidung des Berliner Landgerichts, dass die ehemalige RBB-Intendantin Patricia Schlesinger persönlich für unrechtmäßige Ausgaben wie Bonuszahlungen und Zulagen hafte: “Das Urteil wird Auswirkungen für den gesamten öffentlich-rechtlichen Rundfunk haben. Künftig wird gehaftet. Und das macht nicht nur Sinn, sondern ist überfällig. Schließlich geht es um das Geld der Beitragszahler*innen, die sich – übrigens ebenfalls zu Recht – nicht aussuchen können, ob sie für die solidarisch finanzierten öffentlich-rechtlichen Medien bezahlen wollen oder nicht.”

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4. Kartellamt genehmigt Verkauf von “Brigitte” und “Gala”
(dwdl.de, Alexander Krei)
Das Bundeskartellamt habe den Verkauf der Zeitschriften “Brigitte”, “Gala” und “Eltern” von RTL Deutschland an die Funke Mediengruppe genehmigt. Die Anzeigenvermarktung solle jedoch bei der “Ad Alliance” bleiben, um eine zu starke Marktstellung von Funke zu verhindern. Da es im Segment der Frauenzeitschriften weiterhin ausreichend Wettbewerb gebe, sehe die Behörde keine wettbewerbsrechtlichen Probleme.

5. Britische Journalisten in den 2020ern: Wandel von Rollenverständnis, Werten und Berufsethik
(de.ejo-online.eu)
Das “European Journalism Observatory” unterhält sich mit der Journalismusforscherin Lea Hellmueller über die Ergebnisse des Berichts “UK Journalists in the 2020s”. Im Zentrum stehen die veränderten Rollenbilder britischer Journalistinnen und Journalisten, insbesondere der Generationenkonflikt zwischen objektivem Beobachten und aktivistischem Eintreten für Randgruppen. Zudem geht es um Fragen der Berufsethik, die Zunahme prekärer Arbeitsverhältnisse sowie neue Sicherheitsrisiken im Journalismus.

6. Psychologie vermitteln – von der Forschung in den Alltag
(dfjv.de, Ulrike Bremm)
Ulrike Bremm spricht im “Fachjournalist”-Interview mit dem Wissenschaftsjournalisten Jochen Metzger. Thema sind Metzgers Weg in den Journalismus, seine Spezialisierung auf Psychologie sowie seine Arbeitsweise zwischen Forschung, Alltagsvermittlung und Podcast. Außerdem geht es um den Einfluss von Künstlicher Intelligenz auf seine Arbeit und um Ratschläge, die Metzger jungen Kolleginnen und Kollegen für ihre Berufswahl gibt.

7. Gipfel-Journalismus: Berichten im Zeitalter der Unberechenbarkeit
(radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 4:13 Minuten)
Zusätzlicher Link, da in eigener Sache: Bei radioeins kritisiert der “6-vor-9”-Kurator, dass deutsche Medien internationale Gipfeltreffen wie das zwischen Donald Trump und Wladimir Putin analysieren, obwohl in Zeiten politischer Unberechenbarkeit kaum belastbare Aussagen möglich seien: “Jedem Kommentar über solch einen Gipfel oder Deal sollte ein Warnhinweis vorangestellt werden: ‘Achtung, die folgenden Einschätzungen können sich als völlig falsch erweisen. Und zwar bereits eine Sekunde, nachdem ich sie ausgesprochen habe.'”

Brosius-Gersdorfs Medienkritik, “ein bisschen dumm”, Sommergespräche

1. So erklärt Frauke Brosius-Gersdorf ihren Verzicht auf die Kandidatur fürs Verfassungsrichteramt
(tagesspiegel.de, Frauke Brosius-Gersdorf)
Nach einem langen und unwürdigen Ringen um die Wahl von Frauke Brosius-Gersdorf zur Verfassungsrichterin, hat diese nun ihre Kandidatur zurückgezogen. Über ihre Rechtsanwälte hat Brosius-Gersdorf dazu eine Stellungnahme verbreiten lassen, in der sie auch die Berichterstattung von Medien kritisiert: “Medien, insbesondere Leitmedien, sind Eckpfeiler unserer demokratischen Ordnung. Zum professionellen Journalismus gehören sachlich fundierte, auch in zugespitzter Form geführte Kampagnen; Desinformation und Diffamierung hingegen nicht. Erstaunlich ist, dass im Politik-Teil (nicht: im Feuilleton) eines Qualitäts- und Leitmediums einzelne Journalisten (nicht: Journalistinnen) zunächst ‘Speerspitze’ eines ehrabschneidenden Journalismus waren. So wurde im Blatt das Narrativ einer ‘ultralinken’ ‘Aktivistin’ geprägt, obwohl die Verantwortlichen wissen mussten, dass hiermit ein wirklichkeitsfremdes Zerrbild gezeichnet wird.” (Anmerkung des “6-vor-9”-Kurators: Gemeint ist damit augenscheinlich die “FAZ”.)

2. Rechte Gratiszeitungen machen Meinung
(verdi.de, Louisa Theresa Braun)
Der Hauke-Verlag verteile in Ostdeutschland kostenlose Anzeigenblätter, die regelmäßig Desinformation, Verschwörungserzählungen und rechte Narrative enthalten würden. Laut Experten würden derartige Blätter Lücken des geschwächten Lokaljournalismus füllen und so Politikverdrossenheit sowie den Einfluss der AfD fördern, die in Berichten häufig direkt zu Wort komme. Laut Kritikern brauche es mehr unabhängigen Lokaljournalismus, bessere Medienkompetenz und sichtbaren Widerspruch, um dieser Form der getarnten Parteipropaganda entgegenzuwirken.

3. Das sagt Jean-Remy von Matt zu seinem Auftritt bei Nius
(horizont.net, Tim Theobald)
Der gerne als “Werbe-Ikone” gefeierte Jean-Remy von Matt habe im Podcast “Hungry” auch über seinen Buch-Promo-Besuch beim rechtspopulistischen Sender “Nius” gesprochen, der nicht nur in der Werbebranche für Stirnrunzeln gesorgt habe. Von Matt habe erklärt, er habe vorab nicht gewusst, um welches Medium es sich handelt, sei “da reingerasselt”, habe sich unwohl gefühlt und den Auftritt im Nachhinein als naiv und “ein bisschen dumm” bezeichnet. (Anmerkung des “6-vor-9”-Kurators: Als naiv und ein bisschen dumm betrachtet Jean-Remy von Matt wohl vor allem die Zuhörerinnen und Zuhörer, denen er den Bären aufbinden will, er habe nicht gewusst, wen und was er da besucht hat.)

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4. Bad News Alert!
(verbraucherzentrale.de, Patrick Lohmeier, Audio: 42:44 Minuten)
Bei “dürfen die das?”, einem Podcast der Verbraucherzentrale, spricht Moderator Patrick Lohmeier mit Martin Schwarzbeck von netzpolitik.org, Kristina Klein von der Universität Bremen, Susanne Punsmann von der Verbraucherzentrale NRW und Andre Wolf von “Mimikama” über die problematische Nähe zwischen seriösen Online-Nachrichten und getarnten Werbeinhalten. Außerdem geht es um die Fragen, warum immer mehr Unternehmen auf Influencer setzen und wie sich deren Werbung von früheren TV- und Print-Promi-Kampagnen unterscheidet.

5. Der Sturm ist bereits eingetroffen: Warum Redaktionen neue Regeln für die KI-Ära brauchen
(journalist.de, Tor Kielland)
Künstliche Intelligenz (KI) habe den Journalismus bereits tiefgreifend verändert, indem sie Nachrichten blitzschnell verarbeite, Fakten prüfe und Inhalte personalisiere. Der norwegische KI-Unternehmer Tor Kielland warnt in seinem Beitrag, dass wirtschaftlicher Druck, Personalisierungsalgorithmen und der Einfluss von Tech-Firmen die redaktionelle Unabhängigkeit gefährden könnten. Um das Vertrauen in Nachrichten zu bewahren, brauche es schnell gemeinsame, verbindliche KI-Regeln und -Standards.

6. Pingpong, Pool & Politik
(arminwolf.at)
Armin Wolf erzählt die Entstehungsgeschichte der ORF-“Sommergespräche” die damals mit ungewöhnlichen, sommerlich-lockeren Inszenierungen wie Pool-Interviews und Pingpong begannen. Er blickt auf prägende Momente, prominente Gäste, Quotenrekorde und statistische Besonderheiten der Gesprächsreihe zurück. Zum Schluss kündigt er die aktuelle Saison an, die im Studio stattfinde und ohne die spektakulären Einlagen der Anfangsjahre auskomme: “Es wird keinen Pool geben, kein Pingpong, aber viel Politik.”

Online-Manipulation, AfD-Einstufung, TikTok verstößt gegen EU-Recht

1. Untersuchung warnt vor verdeckter politischer Online-Manipulation
(netzpolitik.org, Tomas Rudl)
Bei netzpolitik.org warnt Tomas Rudl vor der wachsenden Gefahr politischer Manipulation durch bezahlte Influencer in Sozialen Medien. Eine Untersuchung der Nichtregierungsorganisation (NGO) Civil Liberties Union for Europe zeige, wie leicht Plattformen wie TikTok für verdeckte Kampagnen genutzt werden können. Die NGO fordere daher strengere Transparenzregeln, bessere Kontrollmechanismen und mehr Verantwortung seitens der EU, um demokratische Prozesse vor systematischer Einflussnahme zu schützen.

2. TikTok verstößt gegen EU-Recht
(zeit.de)
Die EU-Kommission werfe TikTok vor, gegen den Digital Services Act zu verstoßen, da die Videoplattform keine ausreichenden Informationen zu Werbeanzeigen, deren Finanzierung und Zielgruppen bereitstelle. Besonders kritisiert werde die mangelhafte Suchfunktion im Anzeigenarchiv, was Transparenz und Aufklärung über politische Werbung und Desinformation erschwere. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, drohe TikTok nun eine Geldstrafe von bis zu sechs Prozent des weltweiten Umsatzes.

3. AfD-Einstufung zwingt Rundfunkgremien zum Handeln
(verdi.de)
Nach der Veröffentlichung verschiedener Medien des bis dahin geheimen Gutachtens des Verfassungsschutzes zur AfD-Einstufung fordert Verdi-Vorstandsmitglied Christoph Schmitz-Dethlefsen mehr Transparenz und sieht darin eine Chance für eine öffentliche Debatte. Er betont, dass journalistische Recherchen zur Aufklärung solcher Vorgänge rechtlich geschützt bleiben müssen. Zugleich plädiert er für eine grundsätzliche Diskussion innerhalb der Rundfunkgremien über die Frage, wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk künftig mit extremistischen Parteien wie der AfD umgehen soll.

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4. Deutsche 15-Jährige sind besonders oft am Bildschirm
(spiegel.de)
Laut einer Studie der OECD verbrächten deutsche 15-Jährige im internationalen Vergleich besonders viel Zeit mit digitalen Medien: rund 48 Stunden pro Woche, also fast sieben Stunden täglich. Die Untersuchung warne vor gesundheitlichen Risiken wie Schlafstörungen und psychischen Problemen, betone aber auch die Chancen digitaler Medien für Teilhabe und Bildung.

5. Zweiter Anlauf: Findet der NDR heute einen neuen Intendanten?
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Nach dem Scheitern der ersten Wahl im April versuche der NDR-Rundfunkrat heute erneut, einen neuen Intendanten zu bestimmen. Zur Abstimmung steht der langjährige NDR-Manager Hendrik Lünenborg, seine Wahl sei jedoch nicht sicher. Sollte Lünenborg nicht gewählt werden, drohe dem öffentlich-rechtlichen Sender eine anhaltende Führungskrise, da der bisherige Intendant Joachim Knuth vorzeitig in den Ruhestand gehen wolle.

6. Raab-und-Gottschalk-Dämmerung: Letzte Chance ESC
(tagesspiegel.de, Gerrit Bartels)
Gerrit Bartels, Kulturredakteur beim “Tagesspiegel”, ist skeptisch, was die Zukunft des TV-Entertainers Stefan Raab anbelangt. Mit Blick auf Raabs Rolle bei der Auswahl des deutschen Beitrags zum Eurovision Song Contest (ESC) kommentiert er: “Das Raab-Versprechen ist gar keins, sein Händchen für gute Popsongs eine Behauptung. Was also, wenn Deutschland einen guten 15. Platz belegt? Dann hat es sich auch beim ESC ausgeraabt – und die vier Jahre, die er noch bei RTL unter Vertrag steht, werden vier sehr lange und sehr traurige werden.”

Hart aber leer, “Bedrohung für die Menschheit”, Wie viel Wertung?

1. Hart aber leer: Das Wahlkampf-Fernsehen in der Reformstau-Falle
(dwdl.de, Peer Schader)
Peer Schader kritisiert, dass der zurückliegende TV-Wahlkampf hektisch, oberflächlich und auf Konfrontation ausgerichtet gewesen sei. Die Medien hätten dabei genau die Probleme reproduziert, die sie der Politik vorwerfen: Schnelle Themenwechsel, dramatische Inszenierungen und Problembeschreibungen ohne Lösungsansätze. Schader fordert ein Umdenken in der Politikberichterstattung, die statt Show und Polarisierung die politische Gestaltungsfähigkeit und Kooperation stärker in den Fokus rücken solle.

2. “Bedrohung für die Menschheit”
(verdi.de, Wilfried Urbe)
Im Interview mit dem Verdi-Medienmagazin “M” spricht Günter Wallraff über die massive Bedrohung durch Desinformation, die systematisch eingesetzt werde, um Demokratien zu destabilisieren, insbesondere über Social-Media-Plattformen wie X und TikTok. Er warnt vor der wachsenden Macht von Milliardären wie Elon Musk, die mit populistischen und antidemokratischen Kräften zusammenarbeiten würden, um eine neue autoritäre Weltordnung zu formen. Um dem entgegenzuwirken, fordert Wallraff stärkere staatliche Maßnahmen, eine bessere Medienbildung und eine geeinte demokratische Gegenbewegung.

3. Vor Deutschland-Wahl: X und Meta akzeptierten Werbung mit rassistischen Gewaltaufrufen
(derstandard.at, Andreas Proschofsky)
Ein Experiment der Verbraucherschutzorganisation Ekō zeige, dass sowohl X als auch Meta Werbeanzeigen mit rassistischen Gewaltaufrufen weitgehend akzeptiert hätten, obwohl diese eindeutig gegen geltendes Recht und die Richtlinien der Plattformen verstoßen würden. Während X offenbar alle Anzeigen ungeprüft zugelassen habe, habe Meta etwa die Hälfte innerhalb von zwölf Stunden genehmigt.

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4. TikTok und X pushen rechte Parteien
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Markus Reuter schreibt, dass die Algorithmen von X und TikTok rechte Parteien, insbesondere die AfD, überproportional häufig anzeigen und so deren Reichweite künstlich erhöhen würden. Studien würden zudem zeigen, dass auf TikTok viele anonyme oder KI-generierte Accounts AfD-Inhalte verbreiten, was auf eine koordinierte Manipulation hindeute. Während TikTok die Vorwürfe zurückweise und X nicht reagiere, bleibe unklar, ob diese Verstärkung absichtlich geschieht oder ein unbeabsichtigter Nebeneffekt der algorithmischen Engagement-Maximierung ist.

5. Wie viel Wertung steckt in nachrichtlichen Begriffen?
(deutschlandfunk.de, Sören Brinkmann, Audio: 35:45 Minuten)
Im Deutschlandfunk (DLF) kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine ganze Sendung und tauschen sich darin mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es um die Frage, wie viel Wertung in nachrichtlichen Begriffen steckt. Es diskutieren der DLF-Hörer Hermann Klatt und DLF-Nachrichtenchef Marco Bertolaso.

6. Wie es besser werden könnte
(taz.de, Yannik Achternbosch)
In seinem Essay argumentiert Yannik Achternbosch, dass konstruktiver Journalismus notwendig sei, um eine Balance zwischen der Flut schlechter Nachrichten und toxischer Positivität zu finden. Soll heißen: Probleme ehrlich anzuerkennen, aber gleichzeitig lösungsorientiert zu berichten. Trotz der Herausforderungen bei der Suche nach wirklich konstruktiven Nachrichten könne ein solcher Ansatz Menschen motivieren, sich zu engagieren und Veränderungen aktiv mitzugestalten.

Bezahlter Hass, Der Payback-Präsident, Europäische Digitalsteuer

1. Bezahlter Hass: Parteien schalten irreführende Werbeanzeigen auf Facebook und Instagram
(correctiv.org, Gesa Steeger & Stella Hesch & Max Donheiser & Martin Böhmer)
Wie “Correctiv” berichtet, würden Parteien und Politiker bezahlte Werbeanzeigen auf Facebook und Instagram nutzen, um Falschinformationen, Hass und irreführende Narrative zu verbreiten. Besonders die AfD setze im Wahlkampf auf diese Strategie, doch auch in Anzeigen der FDP und des Bündnisses Sahra Wagenknecht fänden sich irreführende oder unbelegte Behauptungen. Experten würden vor einer demokratiegefährdenden Wirkung von gezielter Desinformation warnen. Der Social-Media-Konzern Meta verweise aber lediglich auf eigene Richtlinien und vage Selbstregulierungen, ohne wirksame Maßnahmen gegen die Verbreitung solcher Inhalte zu ergreifen.

2. Der Payback-Präsident
(taz.de, Nicholas Potter)
US-Präsident Donald Trump gehe erneut gegen Medien vor und habe den Sender CBS News verklagt, weil dieser angeblich ein Interview mit Kamala Harris zu seinem Nachteil bearbeitet habe. Obwohl Trump die Wahl bereits gewonnen habe, fordere er 10 Milliarden US-Dollar Schadenersatz und den Entzug der Sendelizenz von CBS, da das Interview Harris angeblich kohärenter erscheinen lassen habe.

3. Europäische Digitalsteuer
(djv.de, Gina Schad)
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) spricht sich für eine europäische Digitalsteuer aus. “Sollten US-Zölle für Deutschland oder EU-Länder in Kraft treten, brauchen wir eine europäische Digitalsteuer nach französischem Vorbild. Ich bin mir sicher, dass einer schon lange von uns geforderten Digitalsteuer jetzt nichts mehr im Weg steht. Die freigewordenen Gelder sollten vielmehr genutzt werden, um die Medien- und Nachrichtenkompetenz in der Gesellschaft zu stärken”, so der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster.

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4. Gelbhaar nimmt RBB-Entschuldigung vorerst nicht an
(dwdl.de, Timo Niemeier)
“Der rbb hat im Zuge seiner Berichterstattung über Belästigungsvorwürfe gegen den Grünen-Politiker Stefan Gelbhaar schwerwiegende Fehler gemacht. Er hat Stefan Gelbhaar durch die nicht ausreichend geprüften Veröffentlichungen Unrecht getan.” Dies schrieb der öffentlich-rechtliche Sender in eigener Sache vor einigen Tagen in einer Pressemitteilung. Nun habe sich RBB-Chefredakteur David Biesinger mit dem Grünen-Politiker getroffen und ihn für die falsche Berichterstattung um Entschuldigung gebeten, was dieser aber vorerst abgelehnt habe.

5. Warum muss sich Stern.de “Nachrichtenfälscher” nennen lassen?
(faz.net)
“Der Bundesgerichtshof hat zu einem Bericht des Portals Stern.de über das ‘Twittermädchen’ Bana aus Aleppo ein erstaunliches Urteil gefällt. Die Zweifel eines Bloggers daran seien reine Meinungsäußerung.” Die “FAZ” erklärt das bemerkenswerte Urteil, das einem Blogger gestatte, einen Stern.de-Autor als “Fake-News-Produzenten” und “Nachrichtenfälscher” zu bezeichnen.

6. Massenklage geplant: Mit einer Million Nutzer gegen TikTok
(t-online.de, Lars Wienand)
Eine niederländische Stiftung habe mit einer deutschen Anwaltskanzlei eine Sammelklage gegen TikTok und X/Twitter eingereicht, um Verstöße gegen Verbraucher-, Daten- und Jugendschutzgesetze geltend zu machen. Die Klage könnte bis zu einer Million deutsche Nutzerinnen und Nutzer umfassen, die jeweils bis zu 2.000 Euro Schadenersatz erhalten sollen. Die Stiftung, die bereits in anderen europäischen Ländern gegen große Tech-Unternehmen vorgehe, trage dabei das finanzielle Risiko.

7. Tanz die Raute: Die Freiheit der Angela M.
(journalist.de, Lorenz Meyer)
Als zusätzlicher Link, weil in eigener Sache: Für den “journalist” hat der “6-vor-9”-Kurator eine absolut wahre* Reportage im “Spiegel”-Stil verfasst: mit Angela Merkel auf Promotour durch die TV-Formate (*Definitionen von “wahr” können variieren. Ähnlichkeiten mit der Realität sind rein zufällig und unbeabsichtigt).

Vom Verschwinden der Lokalzeitung, “Haaretz”, Bundesliga-Rechtevergabe

1. Vom Verschwinden der Lokalzeitung
(wuestenradar.de, Christian-Mathias Wellbrock & Sabrina Maaß)
Wo sind Lokalzeitungen verschwunden? Und wo drohen Nachrichtenwüsten? Diesen Fragen sind Christian-Mathias Wellbrock und Sabrina Maaß von der Hamburg Media School nachgegangen und haben “untersucht, wie sich die Situation der Tageszeitungen seit der deutschen Wiedervereinigung verändert hat und welche Folgen eine Schwächung der Lokalpresse für das demokratische Gemeinwesen in Deutschland haben könnte.” Es lohnt ein Blick in die 46-seitige Studie (PDF), in der nicht nur die Ergebnisse, sondern auch die Handlungsoptionen vorgestellt werden. Äußerst eindrücklich ist auch die interaktive Karte, die das gesamte Ausmaß der Veränderungen seit 1992 zeigt (Schieberegler bewegen).

2. Israels Regierung boykottiert Zeitung “Haaretz”
(taz.de, Felix Wellisch)
Die israelische Regierung unter Premierminister Benjamin Netanjahu habe beschlossen, Israels älteste und anscheinend unbequem gewordene Tageszeitung “Haaretz” zu boykottieren und dort keine Anzeigen mehr zu schalten: “Am Sonntag nahm das Kabinett laut Kommunikationsminister Shlomo Karhi einstimmig einen Vorschlag an, der allen Regierungsvertretern und Angestellten von staatlich finanzierten Organisationen vorschreibt, nicht mehr mit der Zeitung zu kommunizieren oder dort Anzeigen zu schalten.”

3. Neues vom Deutschlandfunk
(verdi.de, Volker Nünning)
Volker Nünning beschreibt die geplanten Programmreformen beim Deutschlandfunk, mit denen auf finanzielle, personelle und medienpolitische Veränderungen reagiert werden soll. Ziel sei es, das journalistische Profil des öffentlich-rechtlichen Senders trotz neuer Programmstrukturen und mehr digitalen Inhalten wie Podcasts zu bewahren. Die Reform solle bis 2025 in Arbeitsgruppen erarbeitet werden.

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4. Techkonzerne fordern Aufschub für australisches Jugendschutzgesetz
(zeit.de)
Technologiekonzerne wie Google, Meta und TikTok hätten die australische Regierung gebeten, die für diese Woche geplante Verabschiedung eines strikten Gesetzes zum Jugendschutz in Sozialen Medien zu verschieben, bis die Ergebnisse eines Pilotprojekts zur Altersüberprüfung vorliegen. Der Gesetzesentwurf, der die Social-Media-Nutzung von Kindern unter 16 Jahren künftig verhindern soll, werde unter anderem wegen mangelnder Kohärenz und Effizienz sowie fehlender Konsultation mit Experten und Interessengruppen von den Unternehmen kritisiert.

5. Bluesky HowTo und Tools
(metacheles.de, Sascha Pallenberg)
Die X/Twitter-Alternative Bluesky erlebt derzeit einen rasanten Zustrom von Nutzerinnen und Nutzern. Sascha Pallenberg hat allerlei Wissenswertes um die Microblogging-Plattform zusammengestellt und nennt hilfreiche Tools rund um die Themen Feeds, Labels, Starter Packs und Beitragsverwaltung. Außerdem kennt er nützliche Hilfsprogramme zur Migration von anderen Plattformen zu Bluesky.

6. Bundesliga-Rechtevergabe: Neustart unterm Damoklesschwert
(dwdl.de, Timo Niemeier & Alexander Krei)
Bei “DWDL” geht es um die Wiederaufnahme der Vergabe der Fußball-Bundesliga-Rechte für die Spielzeiten 2025 bis 2029. Zuvor habe ein “Hickhack” zwischen Pay-TV-Sender DAZN und Deutscher Fußball Liga (DFL) zum Abbruch des ursprünglichen Verfahrens geführt: “Der Ausgang der nun neu startenden Auktion ist völlig ungewiss. Als Gewinner könnte am Ende allen voran die DFL stehen, immerhin hat man bei Sky jetzt die Gewissheit, dass DAZN schon im Kampf um Paket B bereit ist, viel Geld auf den Tisch zu legen – möglicherweise so viel, um den Pay-Platzhirschen über kurz oder lang komplett aus dem Markt zu drängen.”

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