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Özil, Ballack und Raúl bei Manchester United!

Nicht ist leichter, als Boulevard-Sportjournalisten in Aufregung zu versetzen. Diese Schlagzeilen erschienen heute (von oben nach unten) auf den Online-Seiten von „Bild“, „Express“, „Sport Bild“ und auf T-Online:

So richtig wollte zwar keines der Medien glauben, dass das Auftauchen von Werder-Bremen-Fußballstar Mesut Özil mit einem Profilrudiment auf den Internetseiten von Manchester United bedeutet, dass ein entsprechender Wechsel sicher ist. Aber irgendwas könnte ja dran sein!

„Hat da jemand die Homepage gehackt? Oder weiß man bei ManU etwa schon mehr?“, fragt Bild.de. Die Kollegen von Express.de spekulieren über die mögliche „peinliche Vorbereitung eines Deals, der noch gar nicht in trockenen Tüchern ist“. Und die Online-Experten von „Sport Bild“ klingen leicht empört: „ManUnited führt Özil als Spieler. Dabei ist noch nichts unterschrieben.“

Nun. Wir haben aufregende Neuigkeiten.

Nicht nur Özil spielt anscheinend bald bei Manchester United …

… auch Raúl, der doch eigentlich gerade nach Schalke gewechselt war, …

… und sogar Michael Ballack

… und viele weitere bekannte Fußballer.

Auf des Rätsels Lösung könnte man kommen: Unter jedem scheinbaren Spieler-Profil befindet sich ein Link zu der Zusammenfassung einer Meldung aus den Medien, in der der Spieler mit Manchester United in Verbindung gebracht wird. Wann immer die Internetseite des Vereins auf einen solchen Bericht hinweist, wird offenbar ein entsprechendes Profilrudiment angelegt.

Dass Mesut Özil hier geführt wird, hat also nur einen einzigen Grund: Der „Daily Express“ hatte vor fünf Wochen darüber spekuliert, dass er als Neuzugang im Gespräch sei, und die Internetseite von Manchester United hatte — mit dem Standard-Hinweis, sich das nicht zu eigen zu machen — die Meldung zusammengefasst.

Ob die Tatsache, dass deshalb gleich eine solche merkwürdige halbleere Profilseite für Özil entsteht, eine „Panne“ darstellt oder panne doch eher die Leute von Bild.de und den anderen mit ihrer Spekulationswut und Rechercheunlust sind, lassen mir mal dahingestellt.

Mit Dank an Marcus H., Andree M. und vor allem Benjamin C.!

Liebesgrüße aus Köln

Es ist ein Elend mit diesem Onlinejournalismus: Ständig braucht man Bilder, zum Beispiel für den großen Startseitenaufmacher, aber nicht immer gibt es auch geeignetes Bildmaterial.

Was also tun, wenn die Überschrift „FBI verhaftet Russen-Spione“ heißt? Das FBI-Hauptquartier ist ein guter Anfang, aber woher die Russen, die Spione nehmen? Szenenbilder aus „James Bond“-Filmen wären da vielleicht auch ein bisschen platt …

Dem Internetauftritt des Kölner „Express“ lagen exklusive Bilder vor:

FBI nimmt 10 Verdächtige fest: Russen-Spione in den USA aufgeflogen

Ob der DFB das weiß?

Joachim Löw als Symbolbild

Mit Dank an Benjamin B.

Der rechtsfreie Oberstufenraum

Man kann das gar nicht oft genug betonen: In der so genannten „Hamburger Erklärung“ fordern verschiedene Verlage, darunter die Axel Springer AG:

Im Internet darf es keine rechtsfreien Zonen geben. Gesetzgeber und Regierung auf nationaler wie internationaler Ebene sollten die geistige Wertschöpfung von Urhebern und Werkmittlern besser schützen. Ungenehmigte Nutzung fremden geistigen Eigentums muss verboten bleiben.

Dieses „verboten bleiben“ sagt eigentlich klar aus, dass die ungenehmigte Nutzung fremden geistigen Eigentums bereits heute verboten ist — wobei auch niemand ernsthaft fordert, das zu ändern.

Und damit zu etwas völlig Anderem: Lena Meyer-Landrut, Siegerin beim Eurovision Song Contest, hat ihr Abi bestanden. Am vergangenen Freitag wurden ihr und ihren Mitschülern die Abiturzeugnisse überreicht und es dürfte die medial best abgedeckte Abifeier der vergangenen Jahre gewesen sein:

Bei Abi-Feier: Lena im krassen Hotpants-Outfit

Lena holt Abizeitung in Hot Pants ab

Lena Meyer-Landrut - In heißen Höschen: Hier kriegt sie ihr Abi-Zeugnis

Nun ist es natürlich nicht so, dass irgendwelche überregionalen Boulevard-Medien für eine Zeugnisübergabe in Hannover akkreditiert werden (wobei es „Bild“ und RTL da besonders schwer gehabt hätten) — deswegen greifen sie auf ein Foto zurück, das Lenas Schule selbst ins Internet gestellt hatte.

Doch auch, wenn express.de, RTL und Bild.de allesamt die IGS Roderbruch als Quelle nennen: Die Verwendung des Fotos erfolgt ohne Genehmigung, wie uns die Schule auf Anfrage bestätigt hat. Wegen dieser Urheberrechtsverletzungen erwägt die IGS Roderbruch jetzt rechtliche Schritte.

Mit Dank an Kathrin G., Mathias Sch. und cmpunk.

… erhalten Sie einen Michael Ballack dazu!

Den meisten Bürgern (und auch vielen Politikern) dürfte nicht ganz klar sein, worum es genau bei diesem „Rettungspaket“ geht, das der Bundestag am Freitag für Griechenland „geschnürt“ hat.

Aufklärung kommt da von der Sportredaktion des Kölner „Express“, die weltexklusiv herausgefunden hat, was mit dem Geld geschieht:

Doch jetzt trudelte eine komplett irre Offerte ins Haus des Nationalspielers: Panathinaikos Athen will Ballack haben. Geld? Spielt keine Rolle. EXPRESS erfuhr aus sicherer Quelle: Für drei Jahre bieten die Griechen Deutschlands Topstar 20 Millionen US-Dollar (16 Millionen Euro). Netto, versteht sich.

Sie haben’s ja, die Griechen. Schließlich hat am Freitag ja Deutschland den Weg frei gemacht für 22,4 Milliarden Euro Notkredite, um eine Staatspleite abzuwenden. Und mit so viel Kohle kann man sich ein paar Fußballer leisten.

Diese Taktik ist freilich nicht neu: Seit Island vor anderthalb Jahren vor der drohenden Staatspleite gerettet wurde, haben sich die dort ansässigen Fußballteams bekanntlich auch mit Weltstars eingedeckt und dominieren seitdem den europäischen Fußball wie keine zweite Nation.

Aber nicht nur Fußballfans und Ökonomen werden bei express.de überrascht — auch Historiker können noch was lernen:

Massenproteste auf Athens Straßen, drastische Sparmaßnahmen der Regierung – aber Panathinaikos will den ganz großen Wurf auf dem Transfermarkt. „Brot und Spiele“ – das haben sich die alten Griechen von den Römern abgeschaut …

Ein bisschen widerspricht sich der Autor dann aber doch:

Schon im letzten Jahr schlug man auf dem Transfermarkt zu, holte Frankreichs Djibril Cissé für 8,5 Millionen Euro Ablöse und ein Jahresgehalt von 2,5 Millionen Euro.

Wie die das damals wohl finanziert haben, so ganz ohne deutsche Staatshilfe?

Schlicht falsch ist schließlich die Überschrift, die den Artikel ziert:

Für 16 Millionen Euro: Irre! Pleite-Griechen wollen Ballack kaufen

Nein, wollen sie nicht: Da Ballacks Vertrag beim FC Chelsea im Sommer ausläuft (wie express.de selbst schreibt), könnte er ablösefrei wechseln. Übrigens überall hin — vielleicht sogar zu einem Verein, der selbst finanziell schwer angeschlagen ist, aber aus Deutschland kommt.

Mit Dank an Daniel K.

Die gekaufte Weihnacht und andere Rügen

Erinnern Sie sich an das traurige Weihnachts-Sparfestessen im „Gong“, das mit plumper Werbung für Produkte der Firma Unilever versetzt war? Das hat auch dem Presserat nicht geschmeckt. Er hat die einstmals renommierte Fernsehzeitschrift wegen dieser Schleichwerbung gerügt.

Insgesamt zwölf Rügen sprachen die Beschwerdeausschüsse jetzt aus. Gleich drei davon richteten sich gegen den Missbrauch von Fahndungsfotos durch Boulevardmedien. Die Polizei hatte jeweils Bilder von Verbrechensopfern herausgegeben, um ihre Identität zu klären. Die Online-Ableger von „Express“ und „Bild“ veröffentlichten die Aufnahmen von den Leichen aber auch nach dem Ende der Fahndung erneut, teils mehrfach.

In einem Fall ging es um eine geistig behinderte Frau, die grausam ermordet worden war und deren Foto Bild.de zusammen mit Details über den Zustand der zerstückelten Leiche und Einzelheiten aus ihrem Privatleben erneut veröffentlichte. Zusätzlich „unangemessen sensationell“ fand der Presserat, dass Bild.de in einem anderen Fall die Leiche einer Jugendlichen wiederholt zeigte (BILDblog berichtete). Ebenso urteilte der Presserat über die Entscheidung von express.de, ein Foto, bei dem man der Leiche „unmittelbar ins Gesicht“ blicke, auch nach dem Ende der Fahndung noch einmal zu zeigen.

Der Online-Ableger des Berliner Boulevardblattes „B.Z.“ erhielt eine Rüge, weil er die Persönlichkeitsrechte eines jungen Mannes verletzt hatte. Er war im vergangenen Jahr festgenommen worden, weil er verdächtigt wurde, Autos angezündet zu haben. In einer Fotostrecke zeigte die „B.Z.“ online Bilder von der Festnahme und nannte diverse Details aus seinem Privatleben. Allein die Tatsache, dass der Vater des Jungen Kommunalpolitiker sei, mache den Verdächtigen nicht zur Person der Zeitgeschichte, urteilte der Presserat. Dass die „B.Z.“ anderer Meinung ist (insbesondere vermutlich, wenn es sich um einen Politiker der Linken handelt), demonstrierte eindrucksvoll ihre Titelseite zum Thema (siehe links).

Einen Verstoß gegen die Menschenwürde sah der Presserat in einem Witz, den die Satirezeitschrift „Titanic“ in ihrer Online-Ausgabe über den Eisenbahn-Suizid des Torwartes Robert Enke riss. Das Foto zeigt einen Lokführer mit der in „Bild“-Typographie gesetzten Schagzeile: „Jetzt meldet sich der Zugführer zu Wort: ‚Ich habe Enke überlistet!'“ Es handele sich dabei nicht um Satire, die auch drastisch, überspitzt und polemisch sein dürfe, sondern um das „reine Spiel mit den Gefühlen der Angehörigen und der Bahnführer, die von einem solchen Geschehen ebenfalls traumatisiert werden“, urteilte der Presserat und sprach eine Rüge aus.

Weniger bleibt mehr

Barack Obama ist auf dem absteigenden Ast. Kein Zweifel — denn man kann es schließlich überall lesen. Und so kam man auch heute Morgen kaum an den Schlagzeilen über den neusten, schwer herben Rückschlag für den US-Präsidenten vorbei:

Bei Focus.de:
Obama erleidet schweren Rückschlag. Es läuft nicht gut für Barack Obama. Bei den Nachwahlen haben die Demokraten eine Hochburg und damit ihre Mehrheit im Senat verloren. Damit können die Republikaner große Projekte blockieren – auch die Gesundheitsreform.

Bei Bild.de:
 Schwerer Rückschlag  US-Präsident Obama verliert Mehrheit im Senat

Und bei Express.de:
Herber Rückschlag Obama verliert Mehrheit im Senat

Kenner der US-Politik reiben sich verwundert sie Augen: Gestern hatte Obama noch eine satte Mehrheit: zehn Stimmen mehr als die Häfte der Senatoren. Wie konnte der Präsident – oder besser: seine Partei – diesen Vorsprung quasi über Nacht verlieren, wo am Dienstag doch nur die Nachwahl eines einzigen Abgeordneten anstand?

Die Auflösung ist einfach: Natürlich meinten die deutschen Medien nicht etwa, dass Obama die Mehrheit verloren habe, sondern nur eine Mehrheit — nämlich die qualifizierte Mehrheit von 60 Prozent der Senatssitze. Die erlaubt es einer Partei, so genannte Filibuster zu unterbrechen, bei denen ein Abgeordneter des politischen Gegners durch lange Debattenbeiträge eine Abstimmung zu verhindern versucht.

Klingt kompliziert? Ist auch so. Was also der Verlust eines Sitzes im US-Senat bedeutet, erklärt uns der Express deshalb sogar fett gedruckt — ohne mit gesetzgeberischen Details zu langweilen:

Damit verfügt Obama ein Jahr nach seiner Amtsübernahme in der kleineren Kongresskammer nicht mehr über die nötige 60-Stimmen-Mehrheit zur Durchsetzung wichtiger Gesetzesvorhaben.

So ähnlich scheint es auch der Redakteur von Stern.de gesehen zu haben, der die Lage heute Morgen noch etwas prägnanter zusammenfasste:

Massachusetts republikanisch: Demokraten verlieren Senat

Inzwischen wurde die Überschrift geändert und bekam einen „-orenposten“ angehängt.

Gewiss: Ein etwas harsches Urteil für eine Senatsmehrheit, die zum Beispiel weit oberhalb der Mehrheit der schwarz-gelben Koalition im Deutschen Bundestag liegt. Aber wenn Obama nun keine wichtigen Gesetze mehr durchbringen kann, ist das Fazit sicher gerechtfertigt. Außerdem klingt es so viel besser als die komplizierten Fakten.

Allerdings war Barack Obama im vergangenen Jahr der erste Präsident seit Jimmy Carter, der über diese super majority verfügte. Und dass weder Ronald Reagan, noch George Bush, Bill Clinton oder George W. Bush je ein wichtiges Gesetz durchgebracht hätten, ist eine Interpretation, die wohl nur wenige Menschen teilen würden.

Mit Dank auch an TM.

Nachtrag, 21. Januar: Focus.de hat inzwischen den Beitrag berichtigt und den Fehler richtig gestellt.

Merkels „Ketten-Panne“ völlig panne

Lieber „Express“,

es ist ja schön, dass Ihr bei Angela Merkels Wahl zur Bundeskanzlerin mit offenen Augen durch den Bundestag gegangen seid, aber man kann’s auch übertreiben, oder?

Kanzlerin-Wahl. Schwarz-gold-rot: Merkels kleine Ketten-Panne [...] Ups, da stimmt doch was nicht... Sie trug eine schwarz-gold-rote Kette um den Hals.

Berlin – Sie trug einen schwarzen Blazer und eine schwarz-gold-rote Kette (siehe Foto) um den Hals: Eine kleine Farbenpanne oder ein Modegag? Richtig wäre natürlich schwarz-rot-gold!

Nun ist schon mal fraglich, ob man bei Ketten von „richtig“ und falsch sprechen sollte. Aber selbst wenn wir mal annähmen, dass dem so wäre:

schwarz-gold-rot/gold-rot-schwarz

Fällt Euch was auf? Frau Merkel hatte die „richtige“ Kette an — nur spiegelverkehrt (was beim Ankleiden vor einem Spiegel ja mal passieren kann) und leicht verrutscht.

Die entscheidende Frage lautet also nicht: „Farbenpanne oder Modegag?“, sondern „Was ist schlimmer? Eure Blindheit — oder die Tatsache, dass Ihr das überhaupt berichtenswert fandet?“

PS: Sollte Frau Merkel die Kette jetzt aber trotzdem abstoßen wollen, könnte sie diese natürlich bestens an den belgischen Ministerpräsidenten verkaufen …

Mit Dank an Dirk M.

Nachtrag/Korrektur 18:15 Uhr:
Lieber „Express“,
vielen Dank für Eure E-Mail und das Foto, das Ihr mitgeschickt habt:

Plastik-schwarz-gold

Damit hatten wir ehrlich gesagt nicht gerechnet, dass das Muster gar nicht durchgängig ist.

„We stand corrected“, wie man im Englischen sagt, und bitten um Verzeihung, dass wir Euch Blindheit unterstellt haben.

Andererseits wäre die Frage, ob Blindheit oder Aufschreiben schlimmer sind, damit dann womöglich beantwortet …

Der Horror-Sturz-Horror

Nach dem 5:0-Auswärtssieg des FC St. Pauli bei Alemannia Aachen am Montagabend ist ein St.-Pauli-Fan sechs Meter in die Tiefe gestürzt. Er wurde in ein künstliches Koma versetzt und ist offenbar noch nicht außer Lebensgefahr.

Weil man sich vielleicht nicht so gut vorstellen kann, wie es aussieht, wenn ein Mensch gerade sechs Meter tief aufs Betonpflaster gefallen ist, oder einfach, weil Fotos des Opfers auf dem Markt waren, veröffentlichten Bild.de und Express.de Bilder, die den Fan in einer Blutlache zeigten. Bei Bild.de war er auf dem Bauch liegend von der Seite zu sehen, auf dem Foto bei Express.de lag er auf der Seite, die Tätowierungen auf seinem der Kamera zugekehrten Rücken waren gut zu sehen.

Beide Bilder sind inzwischen aus den Artikeln verschwunden, was unmittelbar mit dem zusammenhängen dürfte, was die „Aachener Nachrichten“ gestern schrieben:

Die Alemannia stellt der Familie [des Mannes] nach Angaben von Pressesprecher Thorsten Pracht „einen renommierten Hamburger Medienanwalt“ auf Vereinskosten zur Verfügung, der zunächst auf Unterlassung der Veröffentlichung der Bilder des gestürzten Mannes klagen soll, die im Internetauftritt von zwei Boulevardzeitungen zu sehen sind.

St. Pauli betet für diesen FanDas rigorose Vorgehen gegen die Konkurrenz hielt die „Hamburger Morgenpost“ aber offensichtlich nicht davon ab, heute ein Drittel ihrer Titelseite mit dem gleichen Foto zu füllen, das Express.de verwendet hatte. Direkt darüber: Ein Foto des Mannes vor dem Unfall, darunter sein Spitzname.

Im Innenteil der „Morgenpost“ findet sich dann ein Foto des Fanblocks, in dem das Opfer als einzige von etwa 50 Personen notdürftig anonymisiert wurde — und gleich daneben eine unverpixelte Nahaufnahme, die den Fan beim Feiern zeigt.

St. Pauli-Fan ringt mit dem Tod

Im Artikel unterhalb des Fotos erklärt die „Morgenpost“:

Gestern bat der Klub darum, die Profis nicht zu den Vorfällen zu befragen. Die MOPO kam dieser Bitte selbstverständlich nach.

Mit Dank an die vielen Hinweisgeber.

Nachtrag, 17:15 Uhr: Die Unterseite im Internetauftritt der „Hamburger Morgenpost“, auf der man sonst jeden Tag das aktuelle Titelbild in zweifacher Ausführung betrachten kann, sieht seit dem Nachmittag so aus:

Kein Titelbild bei der "Hamburger Morgenpost".

2. Nachtrag, 20. August: Auf ihrer Internetseite veröffentlicht die „Morgenpost“ heute mehrere erboste Leserbriefe, in denen die Veröffentlichung des Fotos vom Unfallort scharf kritisiert wird.

Darüber schreibt die Redaktion:

Liebe Leser, das Titelfoto vom verunglückten St. Pauli-Fan […] löste bei den Anhängern teilweise heftige Reaktionen aus. Es war nicht unsere Absicht, Gefühle zu verletzen. Wir wünschen […] gute Besserung und seiner Familie viel Kraft. DIE REDAKTION

Gefühle wollte man also nicht verletzen — mit den Persönlichkeitsrechten sah es da offenbar etwas anders aus.

Obama-Kult „jetzt“ auch bei „Express Online“

Zugegeben: Es ist Feiertag und der Beginn eines extrem langen Wochenendes. Da fehlen einem schon mal die ganz großen Themen.

Die Notbelegschaft bei „Express Online“ hat sich trotzdem was einfallen lassen für ihre Startseite:

Hier stottert der US-Präsident: Teleprompter-Panne - Obama hilflos

Im Artikel heißt es über einen Fernsehausschnitt, in dem Barack Obama ins Stocken gerät:

Ein Video bei YouTube zeigt jetzt Obamas peinlichen Auftritt bei einem Teleprompter-Ausfall.

Der Clip ist in den USA inzwischen Kult.

Ein Video, das jetzt bei YouTube steht und inzwischen Kult ist — das geht ja schnell in diesen USA.

Andererseits steht das Video, das „Express Online“ freimütig verlinkt, bereits seit dem 24. Juli 2008 bei YouTube. Dadurch wirkt nicht nur die Angabe „jetzt“ ein bisschen unpassend, auch die Schlagzeile „Hier stottert der US-Präsident“ ist genau genommen falsch — denn der Mann, der da stottert, ist zwar Barack Obama, aber der war zu diesem Zeitpunkt allenfalls Präsidentschaftskandidat.

Mit Dank an David M.

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