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Des Wahnsinns fette Beute

Es geht um Macht, Ehre und um schlimme Sex-Vorwürfe. Bei den Rechtswissenschaftlern der Bremer Uni ist heftiger Prof-Zoff ausgebrochen.

Das klingt doch schon mal nach den richtigen Zutaten für eine zünftige „Bild“-Geschichte. Und so berichtete das Blatt am Dienstag in Bremen groß über den „Irren Prof-Zoff an der Bremer Uni“.

Der Professor, der „schlimme Sex-Vorwürfe“ gegen seine Kollegen erhob, saß da bereits seit zwei Wochen in der geschlossenen Psychiatrie des Zentralkrankenhauses Bremen-Ost.

Dort besuchte „Bild“ ihn dann für die Mittwochsausgabe. Oder genauer: Die Zeitung tat so, als hätte sie ihn dort besucht. Der Klinikbetreiber erklärt dagegen, „definitiv“ keine „Bild“-Reporter zu dem Patienten gelassen zu haben.

„Bild“ zeigt den Mann in seinem Krankenzimmer, nennt ihn mit vollem Namen und und lässt ihn über eine „schier unglaubliche Mobbing-Kampagne“ sprechen, die der offensichtlich schwer kranke Jurist gegen sich wittert. Dadurch, dass „Bild“ den Professor ernst nimmt und ihm eine öffentliche Bühne bietet, die er sucht, vor der er selbst aber mutmaßlich geschützt werden sollte, sinken die Chancen, dass der Mann nach einer möglichen Genesung wieder in seinen Arbeitsalltag zurückkehren könnte. Kurzum: Für die geile Story nutzt „Bild“ einen psychisch Kranken aus und geht das Risiko ein, dessen Ruf vollends zu zerstören.

Die „taz“ berichtet heute in ihrer Nord-Ausgabe ausführlich über die Berichterstattung der „Bild“-Zeitung, die den kranken Professor zusätzlich „demontiert“:

„Nie mehr Springer. Nie mehr Burda.“

Jörg Kachelmann, vergangene Woche vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochener Wetterexperte und Ex-TV-Moderator, hat der „Zeit“ ein langes Interview gegeben.

Es ist ein beeindruckendes, beklemmendes Gespräch (nachzulesen auf der Website des „Handelsblatts“), in dem Kachelmann mit sich selbst, vor allem aber mit den deutschen Medien und der Justiz in Baden-Württemberg hart ins Gericht geht.

In den Zeitungen stand viel Unsinn. Bild schrieb zum Beispiel: Kachelmanns Verteidiger schlug auf den Richtertisch. Das ist nicht wahr. Er schlug nicht. Er brüllte auch nicht. Die Geschichte vom brüllenden Verteidiger ist eine Erfindung durchgeknallter Medien. Die sagten sich wohl: Hui, der wird ja freigesprochen, jetzt fällt der Spannungsbogen unserer Geschichte aber ab, jetzt nehmen wir den Anwalt und bauschen ihn zum Krawallmacher auf! Und niemand korrigiert das dann, niemand berichtigt die Bild- Zeitung, obwohl alle anderen drinsitzen und auch sehen, dass er weder gebrüllt noch auf den Tisch geklopft hat, sondern jeder Journalist hält diese Falschmeldungen für einen passenden Beleg.

Kachelmann schildert seine surreal erscheinende, fast filmreife „Flucht“ vor den Paparazzi: Im Auto seiner Verteidigerin wurde er aus dem Gerichtsgebäude gebracht, in dem er soeben freigesprochen worden war, über rote Ampeln verfolgt, ehe er sich durch Parkhäuser, Hinterhöfe und Großraumbüros schlug, um am Ende auf der Rückbank liegend, „die Beine im Fußraum, über meinem Kopf so eine Fitness-Gummimatte“ der Presse-Meute zu entkommen.

DIE ZEIT: Über Sie weiß man ja schon alles.
Jörg Kachelmann: Ja, mich erpresst niemand mehr. Das ist fast schon beruhigend. Die anderen müssen noch immer Angst haben vor dem unheimlichen, strafenden Gott, der in der Inkarnation von Bunte, Bild oder sonst wem anruft und sagt: „Wir haben Fotos von Ihnen. Wir bringen die Bilder sowieso, aber schön wäre, Sie würden noch etwas dazu sagen.“ Es gibt Bild- Journalisten, die glauben, dass sie Gott sind. Deswegen rufen die mich immer noch an, auch heute noch. Nie mehr Springer. Nie mehr Burda.

Von Kachelmanns Medienbeschimpfung findet sich – erwartungsgemäß – in der Kurzzusammenfassung des Interviews bei Bild.de: kein Wort.

Kachelmann im "Zeit"-Interview: "Ich habe Fehler gemacht, ich habe Frauen belogen"

Mit Dank auch an Daniel W.

Nachtrag, 22 Uhr: handelsblatt.com hat das Interview wieder offline genommen. Wir versuchen herauszufinden, ob nur vorübergehend.

Nachtrag, 13. Juni: Das Interview steht jetzt bei „Zeit Online“ online.

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„1. Sex-Täter verurteilt!“

Endlich kann „Bild“ mal wieder etwas Gutes aus dem Hause derer zu Guttenberg berichten:

Stephanie zu Guttenberg (34) und ihr engagierter Kampf gegen sexuellen Missbrauch von Kindern – jetzt ein großer Erfolg! Der erste Täter, den sie mit ihrer TV-Sendung „Tatort Internet“ überführt hatte, stand Dienstag in München vor Gericht! Der Schlosser, der im Netz und auch bei einem Treffen Sex mit einer 13-Jährigen suchte, wurde verurteilt!

„Was für ein tolle Frau“, möchte man da fast ausrufen — wenn „Bild“ das nicht wahrlich schon oft genug getan hätte.

Allein für ihren einmaligen Auftritt als Co-Moderatorin in der umstrittenen RTL2-Sendung „Tatort Internet“ (die „Bild“ unbeirrt als „Sendereihe von Stephanie zu Guttenberg“ bezeichnet) hatte „Bild“ die Gattin des damaligen Bundesverteidigungsministers mehrfach in den höchsten Tönen gefeiert. Nun ist einer der Männer, der in eine Falle der TV-Macher getappt war, wegen versuchten sexuellen Missbrauchs von Kindern vom Amtsgericht München zu drei Monaten Haft auf Bewährung und 1000 Euro Geldauflage verurteilt worden und „Bild“ (für die eine Bewährungsstrafe sonst eigentlich „laufen lassen“ bedeutet) feiert dies als persönlichen Triumph von Stephanie zu Guttenberg.

Die Freifrau darf natürlich sogleich selbst zu Wort kommen und so tun, als sei überhaupt erstmalig in der Geschichte der Menschheit
ein „Sex-Täter“ („Bild“) verurteilt worden:

Stephanie zu Guttenberg zu BILD: „Ich bin froh, dass endlich ein Richter den Mut findet, einen dieser Täter zu verurteilen. Die Justiz muss die Gesetze gegen Kinderschänder endlich härter anwenden!“

Was „Bild“ lieber verschweigt, hat die „Süddeutschen Zeitung“ aufgeschrieben:

Das Gericht vertrat dabei die Auffassung, der Mann sei von RTL2 ‚in eine Falle gelockt‘ worden. Richter Andreas Forstner hielt dem 42-jährigen Schlosser zugute, dass er von dem TV-Team ‚vorgeführt worden‘ war. Wenn die Polizei mit Lockvögeln arbeite, sagte der Vorsitzende, sei das schon grenzwertig. Das gelte für einen Sender, der seine Quoten aufbessern wolle, ganz besonders.

Mit Dank an Andreas G. und Axel Sch.

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Aber der Hund ist verrückt, ja?

In ihrer gestrigen Münchner Regionalausgabe konnte „Bild“ mit einer kleinen Sensationsmeldung aufwarten:

Neu entdeckt! Ein Lied von Mosi

So soll unser Mosi für immer unvergesslich bleiben: ​Im Internet ist jetzt drei Minuten lang die Original-Stimme des ermordeten Modezaren Rudolph Moshammer (†64) zu hören!

Wie „Bild“ berichtet, habe der Münchner Musikproduzent und Komponist Gottfried Seidl-Carusa einen Schlager veröffentlicht, „der Jahre lang bei ihm in der Schublade schlummerte“.

Seidl-Carusa: „Wir haben den Dixie-Song zusammen vor elf Jahren in einem Tonstudio von Ambros Seelos aufgenommen. Ich habe gesungen, er seinen Text dazu gesprochen. ​Mosi war begeistert. ​Aber dann kam 2001 sein Grand Prix-Auftritt dazwischen und unser Liebeslied geriet leider völlig in Vergessenheit.“

Als BILD jetzt über das nachlassende Interesse der Münchner an ihrem einstigen Liebling berichtete, erinnerte sich sein Freund wieder an das unveröffentlichte Mosi-Lied und verewigte es auf seiner Homepage (www.​carusa-music.​de/​projekte).

Es spricht wenig dafür, dass sich Seidl-Carusa tatsächlich erst jetzt, nach einem „Bild“-Bericht an seinen Song mit der wiederkehrenden Zeile „Mein Hund Daisy ist so crazy“ erinnert hat. Und wenn, dann muss er ihn zwischendurch mehrfach erfolgreich verdrängt haben:

Der Text, den er online gestellt hat, datiert vom Mai 2005. Im Internet (also auf Carusas Website), wo der Song laut „Bild“ „jetzt“ zu hören ist, steht er auch schon länger, im Google-Cache vom 3. April 2011 ist er jedenfalls schon vorhanden.

Außerdem hatte sich der Produzent und Komponist schon im Februar 2005, dreieinhalb Wochen nach Ermordung des Modeschöpfers, schon einmal an das Werk „erinnert“: Das bayerische Regionalprogramm von Sat.1 hatte damals über die wieder entdeckte Hunde-Hymne berichtet. Seidl-​​Carusa posierte damals im Tonstudio und kündigte an, das Lied zugunsten von Moshammers Verein „Licht für Obdachlose“ veröffentlichen zu wollen. Anschließend erklärte die Sat.1-Moderatorin, der Song sei auch auf einer neuen DVD zum Andenken an Moshammer enthalten.

Sat.1 Bayern hat seinen Beitrag vom 7. Februar 2005 heute noch einmal online gestellt — um damit auf die aktuelle Berichterstattung zu reagieren, die längst weite Teile der deutschen Medienwelt erfasst hat.

Die folgende Auflistung ist sicher unvollständig:

dpa:

Moshammers Liebeslied an Hund „Daisy“ aufgetaucht

dapd:

Moshammers Hymne auf Daisy – Bislang unbekanntes Lied vom verstorbenen Modezar Moshammer soll für Stimmung auf dem Oktoberfest sorgen

„Spiegel Online“:

Sechs Jahre nach dem Tod von „Modezar“ Rudolph Moshammer schenkt der Münchner Musikproduzent und Komponist Gottfried Seidl-Carusa der Welt ein Lied. Nicht irgendein Lied. Es ist eine – bisher garantiert unveröffentlichte – musikalische Liebeserklärung Moshammers an seine Yorkshire-Hündin Daisy.

stern.de:

Mosi-Song aus Schublade gezaubert: Liebeslied an Hundedame Daisy. Vor sechs Jahren wurde der Münchner Modezar Rudolph Moshammer in seinem Haus ermordet. Jetzt ist ein bislang unbekanntes Lied von ihm aufgetaucht: eine Liebeserklärung an seinen Hund Daisy.

„Die Welt“:

Mehr als sechs Jahre nach seinem Tod ist ein Lied des exzentrischen Modeschöpfers Rudolph Moshammer aufgetaucht. Der Titel: „Mein Hund Daisy ist so crazy“. Der Münchner Musikproduzent Gottfried Seidl-Carusa hat den Song nach eigenen Angaben jahrelang in seiner Schublade gehabt. Nun hat er ihn auf seine Internetseite gestellt.

„Rheinische Post“:

Moshammer-Lied für „Daisy“ aufgetaucht

„Focus Online“:

Modezar: Moshammer-Song "Mein Hund Daisy" aufgetaucht

abendblatt.de:

Musikalischer Nachlass: Neues Lied vom toten Modezar Moshammer im Internet zu hören. Ein Musikproduzent hat das Lied "Mein Hund Daisy ist so crazy", das er 2000 mit dem Modezar Rudolph Moshammer aufnahm nun veröffentlicht.

„Augsburger Allgemeine“:

Der "Verrückte-Daisy-Song". Komponist will mit Lied des verstorbenen Rudolph Moshammer einen Wiesnhit landen

n-tv.de:

"Mein Hund Daisy ist so crazy": Mosi-Liebeslied aufgetaucht

„Berliner Kurier“:

Gut sechs Jahre nach seinem Tod sorgt der exzentrische Modeschöpfer Rudolph Moshammer wieder für Furore: Mit dem Songtitel „Mein Hund Daisy ist so crazy“ – einem Liebeslied an seinen Vierbeiner. Beim Münchner Musikproduzenten Gottfried Seidl-Carusa lag der Dixie-Song in der Schublade, nun hat er ihn auf seiner Internetseite veröffentlicht.

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Korb für Wagner

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist heute zum Staatsbankett im Weißen Haus geladen und bringt neben etlichen Ministern auch Menschen wie Thomas Gottschalk und Jürgen Klinsmann mit. Doch einer fehlt: Franz Josef Wagner Dirk Nowitzki.

Dem deutschen Basketballspieler in Diensten der Dallas Mavericks wurde dafür eine andere Ehre zuteil: Franz Josef Wagner schreibt ihm heute einen Brief. Wagner ist zwar offensichtlich verzückt von Nowitzki („Sie werfen Bälle, wie sie nur ein Zauberer werfen kann.“), hat aber andererseits eher wenig Ahnung von dem Sport, den dieser so betreibt.

So schreibt Wagner:

Amerika sieht, wie Sie hochsteigen, unglaublich hochsteigen, fast 4 Meter hoch und den Ball versenken.

Warum Nowitzki, der (wie Wagner richtig schreibt) 2,13 Meter groß ist, „fast 4 Meter“ hochsteigen soll, um den Ball in 3,05 Metern Höhe im Korb zu versenken, weiß nur Wagner.

Dirk, 32, Deutscher, der höher springt als alle anderen, der aus 30 Metern Bälle wirft – ohne Nerven, ohne zittern.

Womöglich kann Nowitzki auch aus 30 Metern Bälle werfen, allerdings ist ein Basketballfeld in der amerikanischen Profiliga NBA eh nur 94 Fuß (28,65 Meter) lang.

In Teilen der heutigen Auflage ist Nowitzkis Alter darüber hinaus mit „33“ angegeben. So alt wird er aber erst in 12 Tagen.

Mit Dank an O. St., Jens W. und Bene.

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Das Kreuz mit der Griechen-Hetze

Am vergangenen Freitag erfand die „Bild“-Zeitung einen „Wirbel“ um den deutschen Botschafter in Athen. Der habe „die Berichterstattung deutscher Medien in der Griechenland-Krise“ kritisiert, stellte „Bild“ fest, fragte treuherzig: „Wen hat Wegener damit gemeint?“, bekam aber keine Antwort.

Und damit zu einem ganz anderen Thema:

Griechen verhöhnen Europa ... und kriegen trotzdem neue Milliarden

Die „Bild“-Autoren Ralf Schuler und Paul Ronzheimer, der in diesem Jahr den Herbert-Quandt-Medien-Preis für herausragenden Wirtschaftsjournalismus erhält, lassen in ihrem Bericht offen, ob zukünftige Hilfspakete für Griechenland von einem Demonstrationsverbot abhängig gemacht werden sollten oder das griechische Volk vielleicht kollektiv verpflichtet werden könnte, seine Dankbarkeit für drastische Sparmaßnahmen angemessen auszudrücken.

Unerwähnt lassen sie auch, dass es nicht einmal einen unmittelbaren zeitlichen Zusammenhang zwischen dem Foto und den jüngsten Beschlüssen der EU gibt, Griechenland weiter zu unterstützen: Das Bild entstand bereits vor einer Woche, am 30. Mai.

Besonders verblüffend ist aber diese Stelle im „Bild“-Text:

Unter einem Hakenkreuz-Plakat stand: „Die EU ist die Krönung aus UdSSR-Zentralismus und Glühbirnen-Faschismus“.

Nein. Das steht nicht unter dem Hakenkreuz-Plakat. Das steht unter einem Foto von dem Hakenkreuz-Plakat — in einem Hass- und Hetzblog namens „Politically Incorrect“, das sich vor allem dem Kampf gegen Moslems und alles vermeintlich Linke verschrieben hat.

Und nun kann man darüber streiten, was schlimmer ist: Dass „Bild“-Redakteure ihre Informationen über die Welt von einer solchen Seite beziehen. Oder dass sie zu blöd sind, sie wenigstens richtig abzuschreiben.

Mit Dank an Jens Sch., Christian, Webreporter, Dr. Nötigenfalls, Icke und Josef N.

Nachtrag, 7. Juni 2011. „Bild“ hat den Online-Artikel korrigiert und bringt auch in der gedruckten Ausgabe „Berichtigung“, schafft es aber nicht, die traurige Wahrheit zuzugeben:

Berichtigung

BILD berichtete gestern, unter einem Demonstrations-Plakat in Athen habe der Satz gestanden: „Die EU ist die Krönung aus UdSSR-Zentralismus und Glühbirnen-Faschismus“. Nach neuen Erkenntnissen hat dies nicht auf dem Plakat gestanden.

Verlierer unter sich

Kachelmann: Freispruch, aber ...Der sogenannte Kachelmann-Prozess ist vorbei und eigentlich gibt es nur Verlierer: Jörg Kachelmann (so die Prozessbeobachterin Alice Schwarzer), weil er auf den Freispruch im Zweifel für den Angeklagten „nicht stolz sein“ könne (mehr zum Rechtsgrundsatz „in dubio pro reo“ in diesem lesenswerten „FAZ“-Artikel), das mutmaßliche Opfer, dessen Leben nun „in Scherben“ liege (erneut Alice Schwarzer), das Gericht, weil es die Medien so seltsam unbefriedigt zurückließ, und – vor allem – die Medien selbst, die sich während des ganzen Prozesses nun wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert hatten und dafür vom Vorsitzenden Richter auch noch mal die Leviten gelesen bekamen (BILDblog berichtete).

Jetzt ist der Prozess vorbei, aber ein paar Verlierer gilt es noch nachzutragen:

Bild.de musste gestern eine Gegendarstellung Kachelmanns zu einem Artikel von Anfang Mai veröffentlichen:

Gegendarstellung. In dem Internetportal www.bild.de wurde am 05.05.2011 ein Artikel mit der Überschrift „Das Kachelmann-Gutachten – Sein Sexleben war variantenreich“ veröffentlicht, der unrichtige Behauptungen enthält: a. Unwahr ist, dass ich grinste. b. Ferner ist unwahr, dass ich währenddessen meine Hände knetete. Wahr ist vielmehr, dass ich weder grinste, noch meine Hände knetete, während der Facharzt für Neurologie Hartmut Pleines am 05.05.2011 sein Gutachten vor dem Landgericht Mannheim erstattete. Köln, den 09.05.2011. Jörg Kachelmann

Ebenfalls gestern berichtete Kachelmanns Medienanwalt Ralf Höcker per Pressemitteilung von einem Vergleich zwischen der „Bild“-Gerichtskolumnistin Alice Schwarzer und Kachelmanns früherem Strafverteidiger Reinhard Birkenstock: Schwarzer hatte wiederholt fälschlicherweise behauptet, Birkenstock habe das mutmaßliche Opfer als Stalkerin bezeichnet und erklärt, Kachelmann kenne die Frau gar nicht (BILDblog berichtete). Frau Schwarzer muss dafür jetzt 14.000 Euro zahlen.

Warum? Darum!

Wenn es nach „Bild“ ginge, würde jeder Tatverdächtige einfach weggesperrt — ohne diese lästigen Prozesse und am Besten bis ans Ende seines Lebens. Dass es in einem Rechtsstaat wie der Bundesrepublik Gesetze und Vorschriften gibt, die so etwas Schwerwiegendes wie Freiheitsentzug regeln, ist der Zeitung entweder unbekannt oder egal.

In Köln soll ein Jugendlicher, ja: eigentlich ein Kind, einen gleichaltrigen Mitschüler so stark zusammengeschlagen haben, dass dieser in ein künstliches Koma versetzt werden musste und inzwischen hirntot ist.

„Bild“ schreibt dazu:

Der eine Junge (14) ringt auf der Intensivstation mit dem Tod. Sein Mitschüler (14), der ihm das angetan hat, geht praktisch unbehelligt nach Hause…

Nach einer Nacht im Polizeigewahrsam wurde der 14-jährige Hassan* gestern von der Polizei seinen Eltern übergeben.

Oder, etwas knapper in der Überschrift:

Mitschüler (14) ins Koma geprügelt: Justiz schickt Brutalo-Schläger (14) nach Hause

Eine gut gespielte Vorlage für den Volkszorn, der laut kreischend wieder diese eine Frage stellen darf: „Warum?“

Die Antwort käme ausgerechnet vom „Express“, der anderen, erfolgreicheren Kölner Boulevardzeitung:

Opfer weiter im Koma: Darum ist der Schulhof-Prügler Ali frei

Sachlich schildert der „Express“, warum das Gesetz „eindeutig“ ist und dass die „Schranken für eine U-Haft“ bei Jugendlichen, die jünger als 16 Jahre sind, noch mal höher seien.

Bisschen schade nur, dass diese Erklärung nicht unter dem Artikel verlinkt ist, in dem der „Express“ über eine Demonstration gegen die „Freilassung“ des mutmaßlichen Täters berichtet.

Mit Dank an Jürgen N. und Christoph W.

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Pleite-Journalisten

Ganz spurlos geht die Kritik einiger Medien und Politiker an der „Bild“-Hetzkampagne gegen Griechenland nicht vorbei. Zumindest erachteten es die beiden Redakteure Nikolaus Blome und Paul Ronzheimer, die sich regelmäßig mit den „Pleite-Griechen“ befassen, für notwendig, sich zu rechtfertigen.

Statt Selbstkritik zu üben, wie es in diesem Fall berechtigt wäre, holten die beiden vergangene Woche aber lieber zum Rundumschlag aus, bei dem das „leider“ in der Überschrift vor Schadenfreude nur so trieft:

Griechen-Krise: BILD hatte leider recht

Anhand von neun äußerst willkürlich gewählten „Bild“-Aussagen über Griechenland aus dem Jahr 2010 versuchen Blome und Ronzheimer die Hetze zu rechtfertigen.

Und was soll man sagen? Natürlich hatte „Bild“ nicht recht, aber die Aufzählung passt perfekt ins Bild der ganzen verlogenen Kampagne.

„Bild“ zum Thema Privatisierungen:

„Verkauft doch eure Inseln!“ schreibt BILD im März 2010.

Bundestagspräsident Norbert Lammert meint daraufhin, sich beim griechischen Parlamentspräsidenten entschuldigen zu müssen. (…)

Im Mai 2011 schreibt der britische „Economist“ über den damaligen BILD-Bericht: „Damals klang es nach krassem Populismus. Heute ist es die Aussage der europäischen Finanzminister.“

Damals wie heute ist diese Forderung von „Bild“ krasser Populismus — zumal die volle Schlagzeile lautete: „Verkauft doch eure Inseln, ihr Pleite-Griechen …und die Akropolis gleich mit“ (letztere Forderung wiederholte „Bild“ zur Sicherheit vor zwei Wochen). Man stelle sich den Aufschrei hierzulande vor, wenn Deutschland aufgefordert würde, Teile des eigenen Staatsgebietes oder ein Wahrzeichen wie das Brandenburger Tor zu verkaufen.

Michalis Pantelouris bringt es in einem Kommentar in seinem Blog „Print Würgt“ auf den Punkt:

Für Griechen, die Deutsche noch als Besatzer kennen, ist das emotional hochbelastet, und das zu recht.

„Bild“ weiter:

Tatsächlich hat Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen öffentlich kritisiert, dass Griechenland noch „für keinen Euro privatisiert hat“.

Nun will Griechenland im Höchsttempo 50 Mrd. Euro Staatsbesitz verkaufen (privatisieren): Beteiligungen an Konzernen – und Immobilien aus Staatsbesitz.

Nur weil Asmussen das sagt, ist es noch lange nicht richtig. Es mag dem Staatssekretär vielleicht nicht schnell genug gehen, aber seit Beginn der Krise wird in Griechenland privatisiert, was das Zeug hält, wovon auch deutsche Firmen wie etwa die Telekom profitieren.

„Bild“ zum Thema Austritt aus der Eurozone:

„Tretet aus, Ihr Griechen!“, kommentiert BILD im April 2010.

Die Idee wird heftig attackiert. (…)

Ein Jahr später sieht es anders aus. In einem vertraulichen Papier des Bundesfinanzministeriums wird die Austritts-Variante ernsthaft diskutiert.

Viele Wirtschaftsexperten sind dafür, u. a. Ifo-Chef Sinn sagt: „Der Euro-Austritt wäre das kleinere Übel.“

Dass „Bild“ alles daran setzt, um Stimmung für einen Austritt oder gar Rausschmiss Griechenlands aus der Eurozone zu machen, hat BILDblog erst kürzlich aufgezeigt. Aber: Auch wenn „Bild“ etwas anderes behauptet, sind sich nahezu alle Wirtschaftsexperten einig, dass ein Austritt Griechenlands nicht in Frage kommt. Auch Ifo-Chef Sinn betonte hinsichtlich seiner Äußerung, der Euro-Austritt wäre das kleinere Übel:

Dies sei aber keine Empfehlung gewesen, präzisiert er nun, er habe lediglich die Möglichkeiten aufgezählt; die Journalisten neigten dazu, Dinge zu überspitzen.

„Bild“ zum Thema Pleite:

„Ihr Pleite-Griechen“, so nennt BILD im Frühjahr 2010 das Land, das um EU-Milliarden bitten muss.

Das will die griechische Regierung natürlich nicht wahrhaben. (…)

Heute klingt das ganz anders, dramatisch.

Finanzminister Giorgos Papakonstantinou warnte Anfang der Woche vor einem Ausbleiben weiterer Kredit-Milliarden: „Wenn das Geld bis Ende Juli nicht kommt, müssen wir die Rollläden runterlassen. Der Staat wird dann alle Zahlungen einstellen.“ Das nennt man Staatspleite.

Auch wenn „Bild“ das offensichtlich anders sieht: Das Problem bei einer Formulierung wie „Pleite-Griechen“ ist weniger die Frage, ob Griechenland letztlich irgendwann wirklich pleite ist, sondern die Tatsache, dass es sich um eine verallgemeinernde Beleidigung handelt, bei der ein komplettes Volk stigmatisiert wird — und zwar immer und immer wieder. Eine Suche auf Bild.de ergibt 125 verschiedene Artikel, in denen der Begriff „Pleite-Griechen“ verwendet wird.

Zudem fehlt der Hinweis, dass Griechenland bis heute in jedem einzelnen Fall jeden einzelnen Kredit pünktlich bedient hat und dass Deutschland sowie deutsche Banken durch Kredite und Investitionen in Griechenland bislang nur Geld verdient haben. Das nennt man eben nicht Staatspleite.

„Bild“ zum Thema Misswirtschaft:

„So verbrennen die Griechen die schönen Euros!“, lautet Anfang März 2010 der Titel einer Auflistung von Steuerhinterziehungen, Korruption, Privilegien, die exemplarisch für Griechenlands Strukturkrise stehen.

Viele Politiker in Deutschland halten das für überzogen. SPD-Chef Sigmar Gabriel: „Es ist ein Unding, dass die Politik auf die Anti-Griechenland-Kampagne der BILD-Zeitung nicht reagiert hat, die Kanzlerin und der Außenminister vorweg.“

Gabriel reagierte damals nicht darauf, dass „Bild“ griechische Missstände anprangerte, sondern er kritisierte Politiker von Union und FDP, die „Sprüche wie ‚Kein Cent den Griechen‘ oder den Vorschlag, die Griechen sollen ihre Inseln verkaufen“ von „Bild“ übernommen hätten.

„Bild“ weiter:

Ein Jahr später sind nicht wenige der kostspieligen Privilegien und Sonderleistungen für Staatsbedienstete (jeder 4. Arbeitnehmer) zumindest offiziell zusammengestrichen.

Der Schuldenberg des Landes ist dennoch schneller gewachsen als befürchtet. Die Strukturkrise Griechenlands ist nicht überwunden.

Inwiefern „Bild“ in diesem Fall „leider recht“ hatte oder nicht, ist irgendwie nicht erkennbar. Dass es in Griechenland gerade zu Beginn der Schuldenkrise viele Missstände gab, hat weder Gabriel noch sonst jemand bestritten. Kritikwürdig ist jedoch, wie „Bild“ einzelne Probleme herausgreift und aus diesen heraus eine allgemeine mit Gier gepaarte griechische Sparunfähigkeit konstruiert („… lesen Sie mal, was die sich alles leisten“). Darüber, dass die OECD Griechenland erst vor kurzem bescheinigte, so konsequent zu sparen wie kein anderes Land, haben bislang übrigens weder Blome noch Ronzheimer berichtet.

„Bild“ zur Zukunft Griechenlands:

Griechenland ist ein „Fass ohne Boden“, schreibt BILD im Mai 2010.

Doch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hält dagegen: Er erwarte nicht, dass Griechenland über die jetzt beschlossenen (110 Mrd. Euro) Kredite hinaus weitere Finanzhilfen benötigt, sagte er in den ARD-„Tagesthemen“.

Inzwischen wird unter den EU-Finanzministern offen ein neues EU-Kreditpaket von zusätzlich 60 Mrd. Euro diskutiert.

„Bild“ hat tatsächlich recht damit, dass die erste Finanzhilfe von 110 Milliarden Euro nicht ausreicht. Der Begriff „Fass ohne Boden“ suggeriert jedoch, dass dieses Geld einfach verloren ist. Einmal mehr unterschlägt die Zeitung, dass Griechenland bislang alle Kredite bedient hat und dass Deutschland an dem „Fass ohne Boden“ bis heute in Form von Zinsen fleißig mitverdient.

„Bild“ über die Rückzahlungsfähigkeit Griechenlands:

„Sehen wir unser Geld jemals wieder?“, fragt BILD im April 2010. (…)

Premierminister Georgios Papandreou antwortet selbstbewusst: „Wir werden jeden Cent zurückzahlen.“

Doch es kommt anders. IWF, EU-Kommission und Europäische Zentralbank ziehen die sog. „Schuldentragfähigkeit“ Griechenlands immer stärker in Zweifel.

Und noch mal: Bislang hat Griechenland jeden Cent zurückgezahlt. Ob das auch in Zukunft so sein wird, lässt sich schwer sagen, aber bislang ist „Bild“ auch hier wieder im Unrecht.

„Bild“ zur Effektivität der Finanzhilfen:

„Kann unser Geld die Griechen überhaupt noch retten?“, lautet eine andere BILD-Frage im Mai 2010.

Wieder hagelt es Kritik. (…)

Ein Jahr später ist allerdings klar, dass Griechenlands Anstrengungen nicht ausreichen.

Hier lohnt es sich, den besagten Artikel noch einmal zu lesen. Anders als von Blome und Ronzheimer dargestellt, wurde genau dieser Bericht von niemandem kritisiert: Er war nämlich einer der wenigen einigermaßen objektiven und unaufgeregten. Die Frage, ob „unser Geld“ die Griechen überhaupt noch retten kann, hatte „Bild“ ausnahmsweise völlig korrekt beantwortet:

Das kann niemand sagen.

„Bild“ über das Verhältnis zur Politik der Bundesregierung:

„Verkauft uns nicht für dumm!“, fordert BILD von der Regierung in einem Kommentar Anfang Mai 2010.

Zuvor hatte u. a. Kanzlerin Merkel das Hilfspaket für Griechenland im Bundestag als  „alternativlos“ dargestellt.

Mit den jetzt diskutierten verschiedenen Formen von Umschuldung bzw. Schuldenerlass wird aber klar, dass es doch Alternativen gibt – und von Anfang an gab.

Dieser Punkt geht anstandslos an Nikolaus Blome, der neben einem Euro-Austritt auch die Umschuldung und einen Schuldenerlass gefordert hatte — letzteren allerdings erst Mitte Mai 2011.

Der letzte Punkt und irgendwie auch das Fazit von „Bild“ lautet:

„Griechenland versinkt im Chaos“, schreiben BILD-Reporter im Sommer 2010 nach einer Recherche-Reise.

In Deutschland will das niemand hören. Der Ex-Wirtschaftsweise Bert Rürup z. B. sagt: „Ich halte die Griechen in ihrer Mehrheit für einsichtig und lernfähig.“

Doch die Krise scheint das Land zu zerreißen.

Die „Recherche-Reise“, von der hier die Rede ist, diente allerdings nur bedingt dazu, die Hintergründe der griechischen Schuldenkrise zu recherchieren. Im Mittelpunkt standen stattdessen hämische Kommentare und plakative Aktionen wie diese:

Pleite-Griechen Hier feiern sie ihre Finanz-Spritze

Tschüs, Euro! BILD gibt den Pleite-Griechen die Drachmen zurück Aus Athen berichten Paul Ronzheimer und George Kalozois

Mit der Drachmen-Rückgabeaktion, die man schwer mit Journalismus verwechseln kann, brüstete sich Ronzheimer noch ein halbes Jahr später. Wie traurig es aussieht, wenn die Ereignisse einen solchen Schaumschläger dazu zwingen, doch einmal ernsthaft zu berichten, sehen Sie hier: Chaos in Griechenland – BILD-Reporter berichtet aus Athen

Bei einer solchen Ansammlung von willkürlichen Behauptungen, Lügen, Halbwahrheiten und Eitelkeiten fällt ein Fazit schwer. Am besten trifft es wohl auch hier Michalis Pantelouris, der schreibt:

Insgesamt: Bild hatte nicht recht und hat nicht recht. Stattdessen haben sie eine Kampagne an der Grenze zur Volksverhetzung gefahren (Michael Spreng), und ich möchte hinzufügen, dass nicht immer klar war, auf welcher Seite der Grenze.

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Dieser doofe Datenschutz!

Man kann es nicht oft genug betonen: Die meisten Grundrechte und Gesetze sind den Leuten bei „Bild“ scheißegal.

In ihrer Hannoveraner Ausgabe fragte „Bild“ gestern, ob die Polizei Daten von Handys und Computern nutzen dürfe, um Verbrecher oder Terroristen zu fassen.

Doch die Frage war wohl eher theoretisch zu verstehen, wie ein Blick auf die Überschrift beweist:

CDU-Minister klagen an: 43 Sex-Schweine kommen davon ...​weil FDP auf Datenschutz pocht

Niedersachsens CDU-Innenminister Uwe Schünemann, seit jeher glühender Verehrer der Vorratsdatenspeicherung, und sein Justizminister haben – obwohl gar nicht zuständig – eine „Formulierungshilfe“ an Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) gesandt, mit der sie diese auffordern, die Vorratsdatenspeicherung endlich in überarbeiteter Form wieder einzuführen.

Eine Aktion, mit der sie bei „Bild“ punkten konnten: Die Zeitung bezeichnet das Vorgehen als „Ohrfeige für die FDP!“

Das Bundesverfassungsgericht hatte vor mehr als einem Jahr eine Neuregelung für das Speichern zentraler Daten gefordert. Passiert ist in Berlin seither nichts.

Diese Sätze sind perfide formuliert, legen sie doch nahe, dass das Bundesverfassungsgericht die Bundesregierung aufgefordert habe, endlich ein Gesetz zu erlassen, das die Vorratsdatenspeicherung erlaubt. Dabei hatte das Gericht entschieden, dass es dem Gesetzentwurf der schwarz-roten Bundesregierung an Verhältnismäßigkeit gemangelt habe und in dieser Form mit dem Fernmeldegeheimnis nicht vereinbar sei.

Nun lag es bei der Bundesregierung, genauer: der Justizministerin, einen Gesetzentwurf auszuarbeiten, der mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Der Nutzen einer solchen Vorratsdatenspeicherung wurde schon früh von Gutachtern in Zweifel gezogen, eine Analyse des Arbeitskreises Vorratsdatenspeicherung ergab zudem, dass die Vorratsdatenspeicherung die Aufklärung schwerer Straftaten nicht habe verbessern können, während sie in Kraft war.

Ob die von Schünemann zitierten 43 Fälle von Kinderpornografie, „wo wir keine Möglichkeiten hatten, die Täter zu kriegen“, mithilfe der Vorratsdatenspeicherung tatsächlich aufgeklärt worden wären (und ob das einen solchen Eingriff in die Grundrechte wert wäre), kann also niemand mit letzter Gewissheit sagen.

Mit Dank an Lieven R.

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