"Carlos", Schweiz, Urheberrechte

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1. "Der Verrat"
(blog.dasmagazin.ch, Mathias Ninck)
Eine ausführliche Aufarbeitung der Beteiligung von Medien, PR und Politik im Fall "Carlos": "Riesen-Kupper ist unschlüssig, er bespricht sich mit Roger Huber. Der PR-Berater sagt: 'Wenn Carlos ins Sondersetting kommt und dort ein Delikt begeht, dann gnade dir Gott. Dann bist du weg, und Martin Graf ist auch weg. Nichts daraus gelernt! lautet dann die vernichtende 'Blick'-Schlagzeile. Nimmst du das in Kauf?'". Siehe dazu auch "Fall 'Carlos': Medienspektakel ohne Ende" (edito.ch, Bettina Büsser) und "Richtigstellungen im Fall 'Carlos'" (zh.ch).

2. "Der fremde Nachbar"
(medienwoche.ch, Lothar Struck)
Wie deutsche Medien die Schweiz sehen: "Deutsche Medien lieben Protagonisten wie Blocher, weil sie perfekte Projektionen sind. Sie zu kritisieren mehrt den Ruhm innerhalb der journalistischen Klasse – und es ist nicht besonders schwer. Dabei gilt schon sein erfolgreiches Unternehmertum als verdächtig."

3. "Here’s what happens when the readers choose the front page story"
(blog.newswhip.com, englisch)
In einem Experiment werden die Frontstorys mehrerer Zeitungen ersetzt mit jenen Storys, die Leser am häufigsten geteilt hatten.

4. "Getty Images und die Sache mit der 'nichtkommerziellen Nutzung' – Wir haben nachgefragt"
(blog.rebellen.info, Nilo)
Wann und wo dürfen Getty Images kostenlos in Beiträge eingebettet werden? Nilo fragt bei der Pressestelle nach. Mehr dazu auch in den FAQ.

5. "Liebe Raubkopierer bei der SPD"
(blogs.taz.de/hausblog, Sebastian Heiser)
Sebastian Heiser mahnt die SPD ab, wegen Verstößen gegen aktuell geltende Urheberrechte: "Nach einigem Hin und Her habt ihr wegen der beiden Bilder auf den beiden Webseiten dann doch 1.800 Euro an mich überwiesen. Und jetzt schaut mal, was daraus geworden ist und wer von eurem tollen Urheberrecht profitiert: Mein Anwalt: 1.103,93 Euro. Ich als Urheber: 696,07 Euro. Da sind übrigens die Kosten für eure Anwälte noch nicht drin." Siehe dazu auch "Ein Urheberrecht auf eine Statue von 1501" (schmalenstroer.net).

6. "Schicker Beruf: Journalist (1978)"
(vongestern.com)

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Krim, Kevin Spacey, Getty Images

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1. "Ukraine-Konflikt: Wir sind die Guten"
(novo-argumente.com, Stefan Korinth)
Stefan Korinth hat bei der Auslandsberichterstattung deutscher Medien den Eindruck von einem Einheitsbrei: "Afghanistan, Irak, Georgien, Libyen, Ägypten, Syrien – bei ausländischen Konflikten blieben die journalistischen Deutungsmuster oft symmetrisch, ja geradezu austauschbar. Das Vokabular ist das Gleiche, egal ob bei phoenix oder RTL. Die Schlussfolgerungen sind dieselben, egal ob in der taz oder F.A.Z.: Der Westen muss helfen, Russland blockiert, Krieg ist die Ultima Ratio, Deutschland muss mehr Verantwortung übernehmen."

2. "Medienkritik: Der Krimkonflikt als News-Häppchen"
(ostpol.de, Boris Reitschuster)
Im Konflikt um die Krim würden es "Online-Portale und Nachrichtenagenturen vermeiden, Dinge beim Namen zu nennen, und oft Propaganda des Kreml wiedergeben", glaubt Boris Reitschuster. Bedauerlich sei auch, "wie wenig in Deutschland über die Kriegstrommelei und den Hurra-Patriotismus der russischen Medien zu lesen ist."

3. "Mein Kampf für die Russen"
(taz.de, Wladimir Kaminer)
Wladimir Kaminer schreibt auf, was er hört, wenn er sich bei seinen Freunden in Russland nach der Meinungsäußerungsfreiheit erkundigt. Sein ursprünglicher Beitrag bei Facebook hier.

4. "'Ich habe niemandem weh getan'"
(11freunde.de, Benjamin Kuhlhoff)
Der 17-jährige Schüler Samuel Gardiner erfindet auf Twitter Transfermeldungen — und wird von den Medien als seriöse Quelle wahrgenommen. "Ich orientierte mich am Stil von renommierten Sportjournalisten, mixte bestätigte Meldungen, meine eigene Meinung und bestehende Gerüchte. Dann streute ich meine ausgedachten Meldungen ein. Und einige davon wurden tatsächlich wahr."

5. "Getty Images makes 35 million images free in fight against copyright infringement"
(bjp-online.com, Olivier Laurent, englisch)
Getty Images gibt 35 Millionen Bilder frei, die kostenlos in Beiträge eingebettet werden können, solange ein "editorial context" besteht. Siehe dazu auch die Beiträge "10 facts about Getty Images’ embed feature" und "Getty’s move is cynical but inevitable, says British Press Photographers’ Association".

6. "Kevin Spacey Answers Questions that Female Celebrities Get Asked"
(youtube.com, Video, 52 Sekunden, englisch)

Ukraine, Abendzeitung, Sex

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1. "Ukraine — Berichterstattung durch die West-Brille?"
(ndr.de, Video, 5:45 Minuten)
In der Berichterstattung deutscher Medien über die Krise in der Ukraine kam vor allem ein Teil der Opposition zu Wort.

2. "Motz-Mittwoch #21"
(malguckenwielangeichblogge.blog.de)
Der "Winsener Anzeiger" berichtet über einen Vorfall am Karneval: "Nur um es nochmal klarzustellen: es ist schrecklich, was passiert ist, es ist durch nichts zu rechtfertigen und den Unfallfahrer soll die volle Härte des Gesetzes treffen. Ich möchte ihn hier nicht verteidigen. Diesen ganzen Sachverhalt nun aber vorschnell mit Halbwahrheiten und Annahmen aufzublasen, nur damit sich Regionalzeitungsjournalisten auch mal auf Bild-Niveau austoben dürfen, das geht zu weit."

3. "Das leider absehbare Aus der AZ"
(blog-cj.de, Christian Jakubetz)
"Aus betriebswirtschaftlicher Sicht war die Abendzeitung schon lange ein jeden Abend in den stummen Verkäufern auftauchender Zombie", bemerkt Christian Jakubetz zum von der "Abendzeitung" gestellten Insolvenzantrag. "Wer zehn Jahre horrende Verluste einfährt und keinerlei Perspektive auf eine Trendwende hat, ist wirtschaftlich gesehen mausetot."

4. "I'm Finally Revealing My Name and Face As the Duke Porn Star"
(xojane.com, Belle Knox, englisch)
Eine Pornodarstellerin schreibt zur Doppelmoral um Pornos. "Isn't that always the way? The porn performer is to be shamed. The porn consumer is to be celebrated. (…) I stand for every woman who has ever been tormented for being sexual — for every woman who has been harassed, ostracized and called a slut for exerting her sexual autonomy — and for every woman who has been the victim of The Double Standard. You want to see me naked. And then you want to judge me for letting you see me naked."

5. "Shalalalala, Erotica! (1) – Die sexuellen Aktivitäten der Wollmäuse"
(kleinerdrei.org, Lena)
Lena schreibt über Sex: "Gestern hat mir eine Frau gesagt, man müsse wegkommen von der Vorstellung, dass Sex einfach so passiere, und ihm gezielt einen Platz im eigenen Leben einräumen. Nun ist es aber so, dass in meinem Leben gerade ungefähr so viel Platz ist wie in meinem Bauch, wenn ich zwei Burger und einmal Pommes Schranke gegessen habe: gar keiner. Um Sex gezielt in mein Leben einräumen zu können, müsste ich außerdem wohl erst einmal etwas anderes um– oder ausräumen."

6. "Little Loo of Horrors"
(sofia-berlin.blogspot.de)
Das Klo der Café Bar Sofia in Berlin Kreuzberg.

Michael Schumacher, RTL Extra, Korrekturen

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1. "Phantasien statt Fakten"
(faz.net, Anno Hecker)
Die Medienberichterstattung über Michael Schumacher, der seit einem Unfall Ende Dezember 2013 im Koma liegt: "Im Lauf der vergangenen acht Wochen ist Schumacher in phantastischen Geschichten schon gestorben und auferstanden."

2. "Fall Edathy: Im Zweifel für den Angeklagten"
(novo-argumente.com, Sabine Beppler-Spahl)
Sabine Beppler-Spahl erkennt in der Debatte über Sebastian Edathy (Edathy-Affäre) "Züge eines modernen Kreuzzugs". "Auch wenn wir etwas besonders ekelhaft finden, gibt es einen Unterschied zwischen legal und illegal. Was einer in seiner Fantasie möglicherweise getan hat, sollte uns nicht interessieren. Es ist keinesfalls leichtfertig hinzunehmen, dass im Falle Sebastian Edathys eine bürgerliche Existenz zerstört wurde, bevor klar ist, ob überhaupt eine Straftat begangen wurde."

3. "Warum der flüchtige Pädophile unbedingt ins Fernsehen will"
(basellandschaftlichezeitung.ch, Moritz Kaufmann)
Ein "verurteilter, chemisch kastrierter Pädokrimineller" flüchtet aus den Universitären Psychiatrischen Klinken Basel und gibt "RTL Extra" ein Interview. Siehe dazu auch "Auf der Flucht von RTL interviewt" (bazonline.ch, Daniel Wahl).

4. "Abgesetzt! Wie Sender Serienfans verärgern (und warum sich das kaum ändern wird)"
(blogs.stern.de/programmstoerer, Peer Schader)
Serien, die plötzlich abgesetzt und nicht bis zur letzten Folge ausgestrahlt werden: "Wenn das Publikum einmal gelernt hat, dass neue Serien im Fernsehen nur noch in unkalkulierbaren Ausnahmefällen bis zum Ende laufen, schaltet es in Zukunft womöglich gar nicht mehr ein. Und die Flopgefahr steigt schneller als es den Sendern lieb sein kann."

5. "Wie Medien endlich sympathisch werden"
(welt.de, Lucas Wiegelmann)
Korrekturen bieten Medien "eine willkommene – vielleicht die einzige – Möglichkeit, sympathisch zu erscheinen", glaubt Lucas Wiegelmann. Siehe dazu auch "Die 'New York Times' korrigiert nach 161 Jahren einen Tippfehler in einem '12 Years A Slave'-Artikel" (watson.ch) und "Corrections: March 4, 2014" (nytimes.com, englisch).

6. "Calvin and Hobbes"
(gocomics.com/calvinandhobbes, englisch)

@BonitoTV, 9/11, Meinungsfreiheit

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1. "'Bild' fällt erneut auf falschen Harald Schmidt herein"
(dwdl.de, Thomas Lückerath)
Wieder einmal hält "Bild" @BonitoTV für das Twitter-Konto von Harald Schmidt: "Wie oft ein falscher Twitter-Account auch nach mehr als einem halben Jahrzehnt noch große Medien-Marken in die Irre führen kann, ist verblüffend und erschreckend zu gleich."

2. "Jetzt amtlich – 89.0 RTL musste Gewinnspielbetrug zugeben"
(fair-radio.net, Sandra Müller)
Der Radiosender 89.0 RTL wird von der Landesmedienanstalt verpflichtet, öffentlich bekanntzugeben, "dass seine Aktion 'Tankwahnsinn' im vergangenen September gesetzeswidrig war". Ausgestrahlt wurde die Bekanntgabe am 3.März, um 6:24 Uhr morgens, ohne Entschuldigung.

3. "'Ich habe eine Meinung'"
(journalist.de, Stefan Niggemeier)
Dürfen Journalisten Aktivisten sein? Stefan Niggemeier schreibt: "Natürlich muss ein Journalist unabhängig sein, natürlich darf er sich nicht einem Verein, einem Unternehmen, einer Person verpflichtet fühlen, sondern nur einer Sache. Natürlich darf er kein Lobbyist sein. Aber er darf Überzeugungen haben und leidenschaftlich dafür kämpfen."

4. "Einer von uns, irgendwie"
(sueddeutsche.de, Martin Wittmann)
Martin Wittmann zweifelt daran, dass US-Präsident Barack Obama Zeit findet, die Webserie "House Of Cards" zu schauen: "Wahrscheinlicher ist, dass hier ein paar PR-Profis nicht konsequent zu Ende gedacht haben, als sie Obama als volksnahen Hipster verkaufen wollten."

5. "Verschwörungstheorie!"
(heise.de/tp, Paul Schreyer)
Journalist Paul Schreyer erlaubt sich, den Wikipedia-Artikel zu 9/11 zu editieren. Und berichtet, was dann passiert. "Meine Frage an die selbsternannten Gralshüter der Wahrheit, nach welchen spezifischen Kriterien denn 'verschwörungstheoretische' Texte von solchen unterschieden würden, die man als Quelle bei Wikipedia akzeptiert, blieb unbeantwortet. Man sei nicht da, um Auskünfte zu erteilen, hieß es dazu nur knapp. Die gesuchten Kriterien solle ich 'durch eigene Lektüre herausfinden'."

6. "Wie man die Demokratie ruiniert"
(cicero.de, Alexander Marguier)
Alexander Marguier greift den Abbruch einer Podiumsdiskussion mit Thilo Sarrazin auf: "Eine Diskussion über Meinungsfreiheit zu verhindern, weil einem die Meinung eines der Beteiligten nicht passt, darauf muss man erst einmal kommen. Ob die Randalierer jetzt zufrieden sind? Der Sieg, den sie nach Abbruch der Veranstaltung gestern vor dem Berliner Ensemble feierten, war ein Triumph der Denkfaulheit, der Intoleranz, der Sprechverbote. So ruiniert man eine Demokratie." Siehe dazu auch ein Interview mit Claus Peymann (welt.de, Lucas Wiegelmann).

Radioquote, Henri-Nannen-Preis, Öko-Test

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1. "Radioquote: Die fragwürdige Währung"
(radioszene.de, Sebastian Pertsch)
Sebastian Pertsch schreibt zur Radioquote: "Angeblich wird täglich im Schnitt 4 Stunden lang Radio gehört. Die Hördauer beträgt exakt 199 Minuten, die Verweildauer 249 Minuten. Aha. (…) Ich kann mich nicht daran erinnern, wann die Verweildauer je gefallen war. Scherzhaft sagen nicht wenige Radiokollegen nach jeder ma: Irgendwann gibt es mehr Hörer als Deutschland Einwohner hat."

2. "Warum man mit Online-Journalismus kein Geld verdient"
(jensrehlaender.tumblr.com)
Jens Rehländer, Ex-Redaktionsleiter von Geo.de, sieht die Zukunft von Journalismus im Netz negativ. "Wer also den Glauben an Durchbruch des Online-Journalismus nicht aufgeben will, dem bleibt nur eines: ihn persönlich verwirklichen. Denn mehr Durchbruch wird nicht kommen." Siehe dazu auch "Warum ich als Journalist nur noch die Monster füttere" (blog.rebellen.info, martin) und "Ob Online oder Print: Warum Journalismus in beiden Welten eine Perspektive hat" (lousypennies.de, Stephan Goldmann).

3. "BILD und der Nannen-Preis"
(carta.info, Wolfgang Michal)
Wolfgang Michal fragt nach dem Freispruch von Christian Wulff, ob "Bild" den Henri-Nannen-Preis 2012 in der Kategorie "Investigation" verdient hat oder nicht. "Was ist eine investigative Leistung wert, die etwas skandalisiert, was für einen Skandal nicht reicht? Die Jury des Henri-Nannen-Preises ist wohl dem Hype der eigenen Branche erlegen."

4. "Ist ÖKO-TEST kriminell?"
(oekotest.de)
Das Verbraucher-Magazin "Öko-Test" streitet vor dem Oberlandesgericht Frankfurt um Aussagen von Walter Krämer — und verliert: "Die Äußerung des Professors sei insgesamt als Meinungsäußerung zu bewerten und durch das Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt. Es folgt damit einer seit einiger Zeit festzustellenden Tendenz. Gerichte gehen inzwischen mehr und mehr dazu über, selbst die übelsten Beschimpfungen und falschen Tatsachenbehauptungen noch als zulässige Meinungsäußerungen einzustufen. Dadurch halten sie sich Arbeit vom Hals, die wegen des ganzen Mülls im Internet überhand nehmen würde."

5. "Bye-bye — Irrtum ausgeschlossen"
(sonntagszeitung.ch, Stefanie Rigutto)
Stefanie Rigutto listet 8 Irrtümer über den Reisejournalismus auf.

6. "Demonstranten verhindern Debatte mit Sarrazin"
(cicero.de, Petra Sorge)
Demonstranten stören eine "Cicero"-Podiumsdiskussion mit Thilo Sarrazin — was zur Absage der Veranstaltung führt. Siehe dazu auch "Der Gast muss gehen" (berliner-zeitung.de, Martin Klesmann) und "Zum Stand der Meinungs– und Redefreiheit in Deutschland" (danisch.de, Hadmut Danisch).

Christian Wulff, Quotenmessung, Blogs

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1. "Darum braucht es Blogs"
(freitag.de, Jan Jasper Kosok)
Jan Jasper Kosok verteidigt die Blogs: "Verlage sind Tendenzbetriebe mit Blattlinien, die dem Streben nach Wahrheit nicht selten im Weg stehen. Das sah man anschaulich an der Debatte um das Leistungsschutzrecht. Nicht im Leben hätte man im Gros der Redaktionen daran gedacht, gegen etwas anzuschreiben, dessen gesamtgesellschaftlicher Nutzen – vornehm ausgedrückt – zweifelhaft, das dem eigenen Überleben aber durchaus dienlich ist."

2. "Liebling, ich habe die Quote geschrumpft"
(faz.net, Christoph Ullrich)
Zwölf Jahre lang gehörte die Familie von Christoph Ullrich zu jenen TV-Zuschauern, deren Verhalten für die Quote gezählt wird. "Mit Sicherheit beeinflusste das Gefühl, eine Rolle bei der Quotenmessung zu spielen, auch das Fernsehverhalten. Sendungen, die man als wertvoll empfand, wurden möglichst nicht versäumt, selbst wenn man nur mit einem halben, zusätzlich noch von Schläfrigkeit getrübten Auge hinschauen konnte."

3. "Ärger in Russland: Sturm der Entrüstung fegt über Hubert Burda"
(newsroom.de, Bülend Ürük)
Unruhe in der Redaktion der seit 2013 zu Hubert Burda Media gehörenden "Computerbild Russia": "Weil ein Mitarbeiter der in Russland von Hubert Burda herausgegebenen 'Computer Bild' auf seiner persönlichen Facebookseite deutliche Worte gegen die russische Einmischung in der Ukraine fand, musste er nach eigenen Angaben seine Kündigung einreichen. Hubert Burda Media wehrt sich gegen die Vorwürfe."

4. "Thilo Sarrazin, die Medienmacht und die Kommentarfunktion"
(carta.info, Kyrosch Alidusti)
Kyrosch Alidusti liest Leserkommentare: "Vielen Aussagen in den Leserforen ist eines gemeinsam: ein tiefes Misstrauen gegenüber den Medienmachern. Das sollte zu denken geben, vor allem, weil die konservative Spielart des Medienmisstrauens auf der anderen Seite (der linken) nicht wesentlich anders ausschaut (siehe Lanz-Debatte)."

5. "'Ein Teil der Medien war auf Mission'"
(taz.de, Lan-na Grosse)
Lan-na Grosse befragt Michael Götschenberg, Autor des Buchs "Der böse Wulff?", zur Wulff-Affäre: "Im Endeffekt hat sich fast alles von dem, was in den Wochen der Affäre Wulff auf den Tisch gepackt wurde, als belanglos, haltlos oder sogar unwahr herausgestellt."

6. "Gauck gibt Amt des Bundespräsidenten wieder an rechtmäßigen Besitzer Wulff zurück"
(der-postillon.com)

Antisemitismus, Vermarktung, Rebekah Brooks

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1. "Keine Antisemiten, nirgends!"
(fr-online.de, Hanning Voigts)
Medien würden regelmäßig zögern, Antisemitismus als solchen zu benennen, glaubt Hanning Voigts: "Der Gedanke, dass es ihn immer noch gibt, auch bei Linken und gebildeten Bürgern, ist offenbar schwer auszuhalten. Sogar dann, wenn es in der Sache selbst wenig zu diskutieren gibt."

2. "Eine Lüge, ein Geheimnis und eine Tragödie"
(journalist.de, Hakan Tanriverdi)
Hakan Tanriverdi schildert eine Recherche, an deren Ende eine Selbsttötung steht: "Den Suizid von Essay Anne Vanderbilt hätte niemand voraussehen können. Aber was es für einen Menschen bedeutet, fürchten zu müssen, dass sein persönliches Lebensgeheimnis öffentlich gemacht wird, das hätten sich die beteiligten Personen fragen müssen."

3. "'Größtmögliche Vielfalt statt kleinster gemeinsamer Nenner'"
(dwdl.de, Alexander Krei)
Ein Interview mit Guido Reinhardt von UFA Serial Drama zu Fernsehserien: "Sie kennen die langen Entwicklungsvorläufe und auch die nicht immer mutigen Entscheidungsfindungen, die durch das finanzielle Risiko entstehen, das Sender bei der Produktion einer Serie eingehen. Keiner möchte einen Fehler machen und es hat in den letzten Jahren viele Formate gegeben, die nicht funktioniert haben. Ich kann die Verunsicherung auf allen Seiten verstehen."

4. "Gefallene Königin des Boulevards"
(tagesanzeiger.ch, Peter Nonnenmacher)
Peter Nonnenmacher beobachtet den Prozess gegen Rebekah Brooks, Ex-Chefredakteurin von "News of the World", und fragt, ob es denn sein könne, dass sie nichts wusste von dem, was ihr vorgeworfen wird. "30 Millionen Pfund Gewinn im Jahr spielte allein 'News of the World' zu jenen Zeiten ein. Entsprechende Summen wurden aufgewendet, um Celebrities (oder ihre Partner) zum Reden bringen. Wenn sie nicht reden wollten, wurden die Mülleimer und Papierkörbe durchschnüffelt. Und irgendwann eben auch Mobiltelefone und Maileingänge angezapft, wie drei Nachrichtenchefs der 'News of the World' gestanden haben."

5. "Unser Vermarktungsdilemma"
(netzpolitik.org, Markus Beckedahl)
Markus Beckedahl fragt die Leser, wie Netzpolitik.org am Besten weitermachen soll mit der Vermarktung.

6. "13 Fakten, die Buzzfeed über (Medien-) Deutschland wissen muss"
(blog.rebellen.info)

Süddeutsche Zeitung, Upworthy, Thilo Sarrazin

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1. "SZ macht Facebook zu Jewbook"
(publikative.org, Patrick Gensing)
Die "Süddeutsche Zeitung" wird aufgrund einer Karikatur, die Mark Zuckerberg zeigt, kritisiert, siehe dazu "German cartoon of Facebook CEO Zuckerberg sparks anti-Semitism row" (jpost.com, Benjamin Weinthal, englisch) oder auch "Krake Juda" (titanic-magazin.de, Stefan Gärtner).

2. "Stellungnahme des Zeichners"
(sueddeutsche.de)
Der Zeichner dieser Karikatur, Burkhard Mohr, gibt zu den öffentlichen Reaktionen eine Stellungnahme ab: "Dass die Karikatur zur WhatsApp-Übernahme durch Facebook, bei der ich eine überspitzte Zeichnung Mark Zuckerbergs in Kombination mit der Krake aus dem Film 'Fluch der Karibik' dargestellt habe, wie eine antijüdische Hetz-Zeichnung aussieht, ist mir nicht aufgefallen."

3. " Why We Fact-Check Every Post On Upworthy"
(blog.upworthy.com, Matt Savener, englisch)
Upworthy.com setzt Ressourcen ein in der Fakten-Kontrolle. "My team scrutinizes everything that goes up on the site before we post it — a rarity at a time when even print magazines are laying off fact-checkers. All facts asserted in our content have to be backed up by reliable sources such as major trustworthy media outlets, government agencies and reports, scientific experts, and authoritative nongovernmental organizations."

4. "Wie Wulff ohne 'Bild' nach Afghanistan reiste und so vielleicht einen 'Krieg' auslöste"
(stefan-niggemeier.de)
Der Wortlaut der Nachricht, die der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann im Dezember 2011 auf die Mailbox gesprochen hatte, wurde gestern auf Bild.de veröffentlicht.

5. "Gift und Gegengift"
(begleitschreiben.net, Gregor Keuschnig)
Gregor Keuschnig liest das Buch "Der neue Tugendterror" von Thilo Sarrazin und stösst darin auf "rein gar nichts Neues": "Es gibt keinen frischen Gedanken zum medialen Phänomen der Verschlag­wortung von Sachverhalten. Nichts über den Populismus der Medien, die selber jedem Vereinfacher Populismus attestieren. Die zahlreichen Versuche mit paternalistischen Sprachregelungen einen Uniformismus zu erzeugen, werden vom Autor bejammert statt analysiert."

6. "Thilo Sarrazin entgeht tugendterroristischem Anschlag nur knapp"
(der-postillon.com)

Kai Wiesinger, Digitalnomade, Buzzfeed

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1. "Matthias Matussek schlägt spontan auf einen Schwulen ein"
(vetaro.wordpress.com)
Vetaro fügt dem Beitrag "Notwendige letzte Worte" (theeuropean.de, Matthias Matussek) weitere Worte hinzu: "Hallo! Das bin ich. Ich lese seit ich 13 bin den Bildblog, das ist zehn Jahre her. Meine Überzeugung, dass Wahrheit die wichtigste Tugend für mich ist, habe ich von ihm. Manchmal kommentiere ich auch, und oft freue ich mich über die Kommentare der gebildeten, mit klarem Menschenverstand schreibenden Leute, die oft erkennbar älter sind als ich und es schaffen, über 100+ Kommentare zu schreiben, ohne Schimpfworte zu nutzen oder die Identität eines anderen zu beleidigen."

2. "Es gibt Situationen, da wird man erpresst"
(planet-interview.de, Jakob Buhre und Paula Emilia Huppertz)
Schauspieler Kai Wiesinger erklärt, warum er 2012 in "Bild" Auskünfte über sein Privatleben gegeben hatte: "Weil es eine Situation in meinem Leben gab, wo man so anfällig ist und so labil, dass man erpresst werden kann. Außerdem können Überschriften und Texte durch Kürzungen so verändert werden, dass eine Wirkung erzielt wird, die nie beabsichtigt war. Und es können Wahrheiten im Netz kursieren, die nichts mit der Realität zu tun haben."

3. "How to hoax the international sports media with nothing more than a red circle"
(onlinejournalismblog.com, englisch)
Fußball: Ein Tweet lässt Sportjournalisten glauben, Mesut Özil und Manuel Neuer hätten als Junioren gemeinsam in einer Mannschaft gespielt. "It was not true. According to various biographies, Neuer had played for Schalke since the age of 5 – not Ozil’s Westfalia." Siehe dazu auch "The tweet that tricked 3 news outlets into printing a lie" (dailydot.com, Fernando Alfonso III, englisch).

4. "Spiegel Online: Immer auf die Erneuerbaren!?"
(klima-luegendetektor.de)
Der Klima-Lügendetektor stört sich daran, dass "Spiegel Online" den Artikel "Kostenexplosion bei Strom, Öl, Gas: Energiearmut in Deutschland nimmt drastisch zu" mit einem Windrad illustriert.

5. "US-Website: Wie 'BuzzFeed' in Deutschland erfolgreich sein will"
(spiegel.de, Ole Reißmann)
Wird Buzzfeed in Deutschland Probleme mit Bildrechten haben? Gründer Jonah Peretti glaubt das nicht, man gebe "im Jahr mehrere Millionen Dollar für Bildrechte aus, stelle Fotografen ein und setze auf eigene Illustrationen".

6. "1 Jahr Digitalnomade"
(medium.com, Jan Tißler)

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