Archiv für 6 vor 9

„Bild“-Montage, Olympia, sonntägliche Einschlafprobleme

1. Die etwas andere „Bild“-Montage
(tagesspiegel.de, Robert Klages)
Das „Erzgebirgsbad“ in Thalheim wurde zu einer Unterkunft für Geflüchtete umgebaut. Um zu verdeutlichen, wie es dort aussieht, zeigt die „Bild“-Zeitung betende Muslime in der ehemaligen Sauna und überschreibt ihren Artikel mit „Gebetsraum in der 90-Grad-Sauna“. Das Foto ist allerdings eine Montage — und werde von rechtsradikalen Medien dankend aufgegriffen, schreibt Robert Klages.

2. Das plumpe Hurra-Kostüm zieht nicht
(taz.de, Jürn Kruse)
Wenn „die ARD ihre Berichterstattung nach einer Bundestagswahl aus dem Konrad-Adenauer-Haus übertragen“ würde, dürfte das Erstaunen groß sein. Wenn der NDR seine Sondersendung zum Volksentscheid live aus der Hamburger „Barclaycard-Arena“ sendet, wo die Befürworter der Olympiabewerbung feiern wollten, dann stört das nur wenige. Einer davon ist „taz“-Redakteur Jürn Kruse, der den Medien zum Olympia-Referendum eine plumpe Pro-Hamburg-Kampagne attestiert.

3. Wer uns totschiesst, den schweigen wir tot
(nzz.ch, Stephan Klapproth)
Nach den Attentaten in Paris beobachtete Stephan Klapproth, dass die vielen Live-Berichte und dramatischen Überschriften eine „falsche Gesamtgeschichte“ erzählten und die Terroristen größer machten als sie tatsächlich waren. In einem Gastkommentar denkt er daher über eine „Pressefreiheit 2.0“ nach: „Die Medien geben sich die Freiheit, ihr aufklärerisches Recht zu nutzen nach einer Verantwortungsethik, die nach dem Resultat fragt, und nicht nach einer Gesinnungsethik, die auf einem abstrakten Prinzip beharrt.“

4. „The Hunger For Good Journalism Is Not Dead“ — What’s Getting Shared Online?
(newswhip.com, Liam Corcoran)
Der Forscher Satu Vasantola hat für das „Reuters Institute“ untersucht, welche Inhalte online geteilt werden: „One of the most striking features was the absence of news. News is not that widely shared, unless in breaking news situations.“ Ebenfalls interessant: „The vast majority of the most shared BBC headlines were traditional fact-based news headlines. They told what happened to whom, where and when.“

5. Entdecke Neues und rede darüber
(de.ejo-online.eu, Stephan Russ-Mohl)
Universitäten bauen ihre Kommunikationsabteilungen aus, Stiftungen finanzieren die Wissenschaftsberichterstattung von Gratisblättern — Stephan Russ-Mohl über die Situation der Wissenschaftskommunikation an Unis und des Wissenschaftsjournalismus in Medien in der Schweiz.

6. Nach Jauch-Aus: Millionen Deutsche befürchten Einschlafprobleme am Sonntagabend
(der-postillon.com)

Fiktive Todesanzeige, „Ein Herz für Kinder“, Zschäpes Brüste

1. Morddrohung gegen Störungsmelder-Autor
(blog.zeit.de, Johannes Radke)
„Es dauert nicht mehr lange, dann haben deine Denunzierungen ein Ende!“ Diese fiktive Todesanzeige wurde dem „Störungsmelder“-Autor Jonas Miller und weiteren Engagierten zugeschickt. Sie wollen sich von der Morddrohung nicht einschüchtern lassen und werden „auch weiterhin die rechtsextreme Szene kontinuierlich kritisch (…) beleuchten“.

2. “Von der Polizei wünsche ich mir ein höheres Maß an Sensibilität”
(daniel-bouhs.de, Audio, 17:47 Minuten)
Das Foto vom „Pegida“-Galgen für Sigmar Gabriel und Angela Merkel machte im Oktober die große Medienrunde. Nadine Lindner hat’s veröffentlicht, als sie einmal mehr als Korrespondentin fürs „Deutschlandradio“ den Aufmarsch in Dresden besucht hatte. Mit Daniel Bouhs spricht sie über „tätliche Übergriffe auf Journalisten“, den Schutz durch die Polizei und die Auswirkungen ihres Galgen-Fotos. Zum Thema: Matthias Meisner mit „Es gibt No-go-Areas für Journalisten“.

3. Verschlusssache Transparenz
(derpodcast.de, Martin Kissel)
Am kommenden Samstag steigt im ZDF wieder die große „Ein Herz für Kinder“-Spendengala. Normalerweise verlange der Sender „bei Spendenaufrufen von all seinen Partnern ein Spendensiegel“, schreibt Martin Kissel, nicht so bei der „Bild“-Hilfsorganisation. „Dabei gäbe es Fragen genug.“ Dazu aus unserem Archiv: Ein Herz für Schmutzkampagnen.

4. Imitation ist kein Erfolgsrezept: Warum WDR #3sechzig gescheitert ist
(netz-lloyd.de, Julius Endert)
Das Youtube-Projekt „#3sechzig“ wird vom WDR eingestellt. „Netz-Lloyd“ fragt sich, warum — und stellt fest: Nachmachen ist keine Erfolgsgarantie. „Die Zielgruppe will keine Moderatoren, die so tun als seinen sie YouTuber.“ Trotzdem sei es für traditionelle Medien wichtig, sich auf der Videoplattform weiter auszuprobieren. Damit bestätigt er im Wesentlichen die Kritik, die Stefan Niggemeier gleich zu Beginn von „#3sechszig“ bloggte. „Broadmark“ sieht und zeigt die Absetzungsgründe in Zahlen zu ausbleibender Reichweite und fehlender Resonanz.

5. Wer klickt Zschäpes Brüste?
(katapult-magazin.de, Benjamin Fredrich)
Das „Katapult“-Magazin habe es sich „zum Ziel gesetzt, Sozialwissenschaft populär aufzubereiten“. Schon die Überschrift macht klar: Die Popularität kam bei diesem Clickbaiting-Experiment nicht zu kurz. Die Frage: „Inwieweit unterscheiden sich die mäßigen Ergebnisse der Wissenschaftsartikel von jener Veröffentlichung, die auf niedere Instinkte abzielte?“ Die Antwort: „Fünf. Der Zschäpe-Artikel wurde pro Einblendung auf Facebook etwa fünfmal häufiger geklickt als ein herkömmlicher Beitrag.“

6. Gärtners kritisches Sonntagsfrühstück: Mit den Opfern
(titanic-magazin.de, Stefan Gärtner)
Stefan Gärtner liest den „Stern“, der „mehr als 50 Seiten“ zu den Attentaten in Paris verspricht. Nur so viel: Das, was „die Illustriertenpresse“ da veranstaltet, gefällt ihm nicht besonders gut.

Türkische Journalisten in Haft, Flüchtlingskosten, Jauch-Abschied

1. Türkei nimmt Top-Journalisten in Haft
(zeit.de)
Auch wenn er die Wahl in der Türkei inzwischen erfolgreich gemeistert hat, fährt Präsident Recep Tayyip Erdoğan weiter seinen repressiven Kurs gegen kritische Medien. Nun hat es die „Cumhuriyet“ getroffen: Wegen angeblicher „Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und Spionage“ sei gegen Chefredakteur Can Dündar und Hauptstadtkorrespondent Erdem Gül Haftbefehl erlassen worden, schreibt „Zeit Online“. Die Anzeige soll von Erdoğan höchstpersönlich gekommen sein.

2. Intendant: „Einsatz hat sich gelohnt“
(dw.com, Berthold Stevens)
Am Donnerstag wurde die „Deutsche Welle“-Mitarbeiterin Gao Yu in China überraschend aus der Haft entlassen. Nur wenige Stunden zuvor war ihre Haftstrafe in einem Berufungsverfahren von sieben auf fünf Jahre reduziert worden, was DW-Intendant Peter Limbourg angesichts Yus Alter und ihres Gesundheitszustands als „geradezu zynisch“ bezeichnet. Bei den „Reportern ohne Grenzen“ gibt es mehr Informationen zum Urteil und zur Umwandlung der Strafe in Hausarrest.

3. „Österreich“ bleibt auf Flüchtlingskosten sitzen
(kobuk.at, Verena Richter)
Um sich die Kosten auszurechnen, die auf Österreich (das Land) durch die Aufnahme und Integration der Geflüchteten zukommen, reichen „Österreich“ (der Zeitung) ein bisschen Logik und ein Taschenrechner: „Wenn 1,1 Millionen Asylwerber in Deutschland 21,1 Milliarden Euro Kosten verursachen, dann kosten die 95.000 Asylwerber, die heuer in Österreich erwartet werden, eben 1,82 Milliarden“, fasst Verena Richter bei „Kobuk“ zusammen. Immerhin: Mathematisch ist die Rechnung korrekt — logisch ist sie leider trotzdem nicht.

4. Ribéry: Viel Wirbel um einen oiden Huat
(sueddeutsche.de, Jonas Beckenkamp)
Der FC Chelsea will 64 Millionen Euro für einen 32-jährigen, dauerverletzten Fußballer des FC Bayern München hinblättern? Diese Meldung geisterte gestern jedenfalls durch die Sportwelt. Jonas Beckenkamp schreibt, es handele sich um ein „Kapitel aus dem Schmarrn-Einmaleins“: „Es geht um Bayerns Franck Ribéry, es geht um eine obszön hohe Summe und es geht um die Mechanismen moderner Medien.“

5. The First Draft Toolbox for newsgathering and verification
(firstdraftnews.com, Alastair Reid, englisch)
Informationen aus den sozialen Medien sind immer häufiger Ausgangpunkte für eine Story. Nur: Stimmen die Infos? Ist das Foto echt? Und wer ist überhaupt die Quelle? „First Draft“ bietet eine Liste mit Tools, die dabei helfen können, Infos in sozialen Netzwerken zu finden und sie zu verifizieren. Ein Bookmark könnte sich lohnen, denn die Liste soll regelmäßig aktualisiert werden.

6. Günther Jauch — sag zum Abschied leise: NICHT ALLE DURCHEINANDER!
(facebook.com, Übermedien, Video, 2:07 Minuten)

Youtuber vs. „Bild“, Grönemeyer, Cinema Perverso

1. Machtlos gegen Flüchtlingsgerüchte?
(ndr.de, Bastian Berbner, Video, 7:24 Minuten)
Michael Würz jagt abgeschlagenen Köpfen und angeblichen Vergewaltigungen hinterher — und findet nie Handfestes. Das liegt nicht daran, dass der Redakteur des „Zollern-Alb-Kuriers“ schlampig recherchiert, im Gegenteil: Er findet ständig heraus, dass an den Gerüchten über die Flüchtlinge in Meßstetten nichts dran ist. Ein Beitrag von Bastian Berbner über Facebook-Verleumdungen und den Umgang der Medien mit ihnen.

2. Das Ringen um Vertrauen und Glaubwürdigkeit
(deutschlandfunk.de, Benjamin Dierks, Audio, 18:16 Minuten)
„Lügenpresse, Lügenpresse!“ Diese Parole steht stellvertretend für eine besorgniserregende Entwicklung: Immer mehr Menschen haben immer weniger Vertrauen, dass Journalisten wahrheitsgemäß berichten. Der „Deutschlandfunk“ hat Wissenschaftler und Medienmacher gefragt, woran das liegt, welche Rolle das Internet dabei spielt, was Journalisten dagegen tun können und inwiefern die veränderten Rahmenbedingungen auch Chancen bieten.

3. Abgemahnter Youtuber will Bild.de verklagen
(golem.de, Friedhelm Greis)
Bild.de sperrt Adblock-Nutzer aus, Youtuber erklärt, wie man die Sperre umgehen kann, Axel-Springer-Verlag verschickt eine Abmahnung, Youtuber weigert sich, eine Unterlassungserklärung abzugeben. So die Vorgeschichte in Kurzform (siehe Link Nummer 2 und Link Nummer 1). Jetzt die nächste Runde: Der Youtuber Tobias Richter geht in die Offensive und plant eine sogenannte negative Feststellungsklage gegen Springer. Helfen soll dabei eine (inzwischen erfolgreiche) Crowdfundingkampagne.

4. Im Auftrag von…
(taz.de, Daniel Bouhs)
Im April 2014 schrieben zwei „Spiegel“-Journalisten: „Beim Spiegel ist die Offenheit für das neue Format begrenzt: Werbung, die aussieht wie ein Text der Redaktion, wird es nicht geben.“ Anderthalb Jahre später fällt dieses kategorische Nein längst nicht mehr so deutlich aus. Beim „Spiegel“-Ableger „Bento“ sollen Native Ads für Einnahmen sorgen und möglicherweise auch den Weg für Sponsored Content beim Mutterschiff bereiten. Bei „Spiegel Online“ heißt es auf Anfrage zwar, es gebe „derzeit keine konkreten Pläne“ — eine klare Absage ist das aber nicht mehr. Damit ist der „Spiegel“-Verlag nicht alleine, auch bei „Zeit Online“ und dessen Beiboot „Ze.tt“ sollen Werbetreibende „Geschichten erzählen“ dürfen, „um ihre Marke zu stärken oder Produkte zu verkaufen“.

5. Warum wir nicht über Grönemeyers Tour-Pläne berichten
(derwesten.de)
Anlässlich seines neuen Albums geht Herbert Grönemeyer auf Tour. Darüber wollte er mit Journalisten reden, die dafür „eine schriftliche Vereinbarung unterzeichnen [sollten], die dem Künstler im Extremfall einen massiven Eingriff in die Berichterstattung ermöglichen würde.“ Die „WAZ“ sieht darin einen „deutlich über die gängige Autorisierungspraxis hinausgehenden Eingriff in die redaktionelle Unabhängigkeit“ und verzichtet auf die Berichterstattung.

6. Cinema Perverso
(arte.tv, Oliver Schwehm, Video, 58:30 Minuten, verfügbar bis 29.1.2016)
Nach dem Zweiten Weltkrieg errichtete die Bahn an größeren Bahnhöfen eigene Kinos für die Reisenden, in denen eher speziellere Filme liefen wie „Nackt und zerfleischt“, „In der Gewalt der Riesenameisen“, „Das Blutgericht der reitenden Leichen“ oder „Heiße Katzen in der grünen Hölle“. Die Arte-Doku wirft einen Blick in „die wunderbare und kaputte Welt des Bahnhofskinos“ und erklärt zum Beispiel, warum für den US-Streifen „Die Todesgruft des Dr. Jekyll“ Szenen in Bielefeld nachgedreht werden mussten.

„IS-Pate“, Schalke-Fans, Peng!

1. „Ich bin kein IS-Pate!“ — Exklusiv-Interview mit dem Imam der sogenannten „Winterthurer IS-Zelle“
(watson.ch, Rafaela Roth)
Je nachdem, ob man die „Weltwoche“ oder den „Sonntagsblick“ liest, ist der Imam A. E. entweder „purer IS“ oder der „IS-Pate von Winterthur“. Im Interview mit watson.ch wehrt er sich gegen die Vorwürfe. Ein etwas anders gelagerter Fall: „Vice“ erzählt die Recherche von „AJ+“ über Nabila Bakkatha nach: Die Marokkanerin, die fälschlicherweise für eine Terroristin bei den Paris-Anschlägen gehalten und von Medien für tot erklärt wurde.

2. Warum wir einen Facebook-Post gelöscht haben
(rp-online.de, Tobias Dupke)
Kurz nachdem die Moerser Redaktion der „Rheinischen Post“ eine Reportage über die Ankunft von 200 Flüchtlingen auf Facebook teilte, „tat die Redaktion etwas, das sie bislang noch nie tun musste“: Sie löschte das Posting. Die Entscheidung begründet Tobias Dupke so: „Beleidigungen, teilweise sogar hetzerische Beiträge haben hier nichts verloren. Ebensowenig grausame Fotos von toten Kindern. (…) In Zukunft werden wir Nazi-Kommentare sofort an die Behörden weiterleiten.“

3. Populistische Töne im „SocialWeb“
(ndr.de, Teja Adams, Video, 5:40 Minuten)
In den sozialen Medien macht „Focus Online“ eine Menge richtig — zumindest, wenn man die Zahl der Interaktionen als alleiniges Erfolgskriterium heranzieht. Berücksichtigt man auch, mit welchen Methoden diese Reichweite erzielt wird, relativiert sich der Respekt vor Burdas Social-Media-Abteilung. Diese sei „extrem auf das Flüchtlingsthema aufgesprungen und meldet da alles — auf eine populistische Art und Weise“, sagt Jens Schröder von „10000 Flies“. „Zapp“ wollte mit „Focus Online“ über die Vorwürfe sprechen, die Redaktion stimmte zu. Doch am Tag des angefragten Interviews teilte die Pressestelle mit: „Wir stehen aktuell nicht für ein Interview zur Verfügung.“ Auch Stefan Niggemeier hat die populistische Social-Media-Strategie von „Focus Online“ unter die Lupe genommen.

4. Wir verlieren täglich Tausende Datenpunkte Zeit- und Mediengeschichte
(konradlischka.info)
Konrad Lischka hat die Berichterstattung zu den Anschlägen in Paris als sehr „actionorientiert“ wahrgenommen. Und wollte nachprüfen, ob die Schlagzeilen nach dem 11. September ähnlich waren. Dabei fiel ihm auf: Es gebe kein ordentliches Archiv für Online-Seiten, Momente der Zeitgeschichte seien unauffindbar.

5. Gewalt in der Liga: Ein offener Brief an die „Bild“
(schalke-news.de)
Am Samstagabend, vor dem Bundesligaspiel zwischen Schalke 04 und dem FC Bayern München, kam es vor dem Stadion in Gelsenkirchen zu gewalttätigen Angriffen auf Schalke-Fans. „Bild“ und vor allem Bild.de berichteten in einer Art, die das Magazin „Schalke News“ dazu bringt, einen offenen Brief zu schreiben: Man könne nicht nachvollziehen, „dass Schalker und auch Dortmunder in der Bildsprache der ‚Bild‘ zu den prototypischen Problemfans stilisiert werden, während die wahren Schuldigen dieses Spieltages in keinem Foto Erwähnung finden.“

6. Peng! entert Bundeswehr-Werbung
(jetzt.sueddeutsche.de, Eva Hoffmann)
„Mach, was wirklich zählt“ ist der Slogan der neuen Werbekampagne der Bundeswehr. machwaszaehlt.de ist die Website der neuen Gegenkampagne des „Peng!“-Kollektivs. Dort geht es um die Themen, die das Werbeteam von Ursula von der Leyen lieber ausgespart hat, schreibt Eva Hoffmann: „Wenn man auf die Seite machwaszaehlt.de klickt, bekommt man deshalb ausführliche Informationen zu Folgeschäden von Kriegseinsätzen, Rechtsextremismus beim Bund oder die aktuellen Auslandseinsätze.“

NPD, Olympia, Snowden

1. Bewährungschance missachtet: taz-Autor darf nicht vom NPD-Bundesparteitag berichten
(blogs.taz.de, Andreas Speit)
„Leider gehören Sie zu der Sorte ‚Journalisten‘, die im Umgang mit der NPD bzw. der nationalen Opposition notorisch den presserechtlichen Pflichten zuwider handeln und die journalistischen Sorgfaltspflichten chronisch missachten.“ Mit dieser Begründung schloss die NPD den „taz“-Autor Andreas Speit 2010 vom Bundesparteitag aus. Auch fünf Jahre später verweigert ihm die Partei den Zugang, da Speit „in den letzten Jahren nicht dazu beigetragen [habe], dass wir unsere Beurteilung Ihrer Tätigkeit seit dem letzen Akkreditierungswunsch aus dem Jahre 2010 ändern konnten.“

2. No, 1 in 5 British Muslims doesn’t have sympathy with ISIS — here’s why
(mirror.co.uk, Mikey Smith, englisch)
In bester Knallblattmanier titelte „The Sun“ gestern: „1 in 5 Brit Muslims‘ sympathy for jihadis“. Mikey Smith erkennt an der Geschichte allerdings ein ganz gravierendes Problem: Die Boulevardzeitung frage in ihrem selbsternannten „shock poll“ nach etwas ganz anderem als nach „sympathy for jihaids“. Bei der „Independent Press Standards Organisation“ seien für die „Sun“-Titelgeschichte bereits mehrere Hundert Beschwerden eingegangen.

3. SPIEGEL blamiert sich mit Social Media-Schelte für @RegSprecher
(jensrehlaender.com)
Der „Spiegel“ ärgert sich darüber, durch die Facebook-Seite der Bundesregierung nun vollends die Informationshoheit verloren zu haben. Das wiederum stört Jens Rehländer, der jede Kritik des Nachtrichtenmagazins an Regierungssprecher Steffen Seibert nur als vorgeschoben ansieht. Da werde mit BVerfG-Urteil von 1977 argumentiert, obwohl damals wohl noch niemand soziale Medien für Regierungsposts für möglich gehalten hätte. Rehländer findet: Der „Spiegel“-Artikel ende „als Blamage für das Autoren-Duo“.

4. Presserat bewertet Fotos von Aylan und Leichen in LKW unterschiedlich
(derstandard.at)
Ende August und Anfang September sorgten zwei Fotos für heftige medienethische Diskussionen: die Leichen von Flüchtlingen im Laderaum eines LKWs und der ertrunkene Aylan Kurdi. Der österreichische Presserat hält die Abbildung von Aylan Kurdi für „angemessen“ und stellt das Verfahren gegen die Medien ein, die das Bild zeigten. Für den Abdruck des LKW-Fotos erhält die „Kronen Zeitung“ dagegen eine Rüge, zuvor waren mehr als 180 Beschwerden eingegangen.

5. Mit Sonne
(sueddeutsche.de, Thomas Hahn)
Thomas Hahn sieht in der Berichterstattung der Hamburger Lokalmedien rund um die Olympiabewerbung der Stadt — ganz im Sinne der sportlichen Veranstaltung, um die es geht — „eine Art Rekordversuch des abhängigen Journalismus“.

6. Citizenfour
(mediathek.daserste.de, Laura Poitras, Video, 1:46:17 Stunden)
Einen Oscar hat er bekommen, einen Emmy und noch eine ganze Reihe weiterer Auszeichnungen. Jetzt (und noch bis zum 30. November) ist der Dokumentarfilm „Citizenfour“ in der ARD-Mediathek abrufbar. In aller Kürze: Es geht um Edward Snowden und den NSA-Skandal. Der Journalist Glenn Greenwald und die Dokumentarfilmerin Laura Poitras spielen dabei wichtige Rollen.

Xavier Naidoo, Terror-Propaganda, y-Achse

1. Nehmt dem NDR den Eurovision Songcontest aus der Hand!
(nollendorfblog.de, Johannes Kram)
Erst die Naidoo-Nominierung, dann der Protest, nun der NDR-Rückzieher: Johannes Kram — durch sein Engagement für Guildo Horn dem „Eurovision Song Contest“ eng verbunden — bittet ARD-Chef Lutz Marmor, den „ESC“ vor dem NDR zu retten. Michael König plädiert dafür, gleich die gesamte ARD von der Veranstaltung fernzuhalten. Arno Frank bescheinigt den Verantwortlichen Ahnungslosigkeit und „wenig Rückgrat“. Sonja Álvarez fragt sich, ob die ARD bald auch ganze Sendungen absetze, „wenn der Protest bloß groß genug ist“. Hans Hoff und Claudia Tieschky führen das Umkippen des NDR vor allem auf „die eigenen Mitarbeiter im Sender“ zurück.

2. Flüchtlingskrise in den Medien: Exzesse der Engstirnigkeit
(spiegel.de, Georg Diez)
„Was soll man etwa davon halten, wenn der Chefredakteur von ‚Cicero‘ schreibt, es gebe eine ‚Pflicht‘ zum ‚Ungehorsam‘ gegen Angela Merkel? (…) Oder was soll man davon halten, wenn der Chefredakteur vom ‚Handelsblatt‘ schreibt, Angela Merkel sei ‚die Kanzlerin der Flüchtlinge, aber nicht die der Deutschen‘?“ Georg Diez vom „Spiegel“ hält davon: nicht viel.

3. Inside the surreal world of the Islamic State’s propaganda machine
(washingtonpost.com, Greg Miller hnd Souad Mekhennet, englisch)
Was bringt junge, gebildete Menschen dazu, sich einer Terror-Miliz wie dem „Daesh“ (eine gute Erklärung der verschiedenen Bezeichnungen für den sogenannten „Islamischen Staat“ gibt es bei „Vox“) anzuschließen? Eine wichtige Rolle spielen dabei professionelle Medienarbeit und Werben in den sozialen Netzwerken. Die „Washington Post“ hat mit einem ehemaligen Kameramann des „Daesh“ gesprochen, der unter anderem Hinrichtungen filmen musste. Ein erschreckender Einblick in die Propaganda-Maschinerie des Terrors.

4. Iranisches Gericht verurteilt US-Journalisten zu Haftstrafe
(sueddeutsche.de)
Jason Rezaian, Korrespondent der „Washington Post“, muss offenbar ins iranische Gefängnis. Das hat das Revolutionsgericht in Teheran hinter verschlossenen Türen entschieden. Wie lang die Haftstrafe wegen Spionage und Gefährdung der nationalen Sicherheit ausfällt, ist allerdings noch nicht bekannt.

5. Shut up about the y-axis. It shouldn’t always start at zero.
(vox.com, Johnny Harris und Matthew Yglesias, englisch, Video, 2:33 Minuten)
„Vox“ wagt das Undenkbare und bricht mit der heiligsten Regel aller Statistiker und Datenjournalisten: „The truth is that you certainly can use truncated axes to deceive. (…) It’s long past time to say no to y-axis fundamentalism.“ Vorsicht ist allerdings trotzdem geboten, denn wer die y-Achse beschneidet, kann damit Fakten verzerren und Stimmung machen — so wie es einige ältere Beispiele (siehe Link Nummer 2) zeigen.

6. Beim Zeichnen ist kaltes Blut besser.
(planet-interview.de, Adrian Arab)
Karikable Politiker, Angela Merkels Mimik und das Zeichnen auf dem Tablet — Adrian Arab hat sich für „Planet Interview“ ausführlich mit dem Karikaturisten Heiko Sakurai unterhalten.

Journalisten über Terrorismus, Xavier Naidoo, Copyright bei blick.ch

1. Medien, Polizei und die Inszenierung des Terrorismus
(zeit.de, Yassin Musharbash)
In einer Rede bei der Herbsttagung des Bundeskriminalamts hat „Zeit“-Redakteur Yassin Musharbash über die Dilemmata gesprochen, „mit denen wir Journalisten konfrontiert sind, wenn wir über Terrorismus und Terroristen berichten.“ Das Manuskript hat „Zeit Online“ veröffentlicht.

2. Kindern im Umgang mit Medien — wie können Eltern helfen?
(srf.ch, Claudio Fuchs)
Die ausgiebige Berichterstattung über die Attentate in Paris bekommen natürlich auch Kinder und Jugendliche mit. „Die ständige Konfrontation mit solchen verstörenden Bildern kann ernsthafte Konsequenzen auf das Wohlbefinden haben“, schreibt Claudio Fuchs beim SRF. Tipp vom Medienwissenschaftler: „offene Kommunikation zwischen den Generationen“ sei wichtig. Dazu gibt’s auch ein Video — allerdings in Schweizerdeutsch.

3. Ex-Ministerin macht auf Ex-Bundespräsident
(spiegelkritik.de)
Die evangelische Nachrichtenagentur „Idea“ veröffentlicht einen kritischen Kommentar, der „rund zwei Tage nach Erscheinen“ wieder aus dem Internet verschwindet. Die Löschung soll laut „Spiegelkritik“ auf einen Eingriff von Irmgard Schwaetzer, ehemalige Bundesministerin und heutige Vorsitzende der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, zurückzuführen sein. Ebenfalls zum Thema: Timo Rieg mit „‚Idea‘ ist journalistisch unten durch“.

4. Xavier Naidoo beim ESC ist ein schlechter Scherz
(sueddeutsche.de, Carolin Gasteiger)
Es sei „blanker Hohn“, so Carolin Gasteiger, dass die ARD im kommenden Jahr Xavier Naidoo zum „Eurovision Song Contest“ schicken will: „Wenn Xavier Naidoo Deutschland beim ESC vertritt, wirkt das so, als würde man Matthias Matussek zum Bundespräsidenten küren.“ Hans Hoff schreibt über die „ziemlich einsame Entscheidung“ der „Showstrategen der ARD“. Johannes Kram ärgert sich im „Nollendorfblog“, dass die Rechtfertigung der ARD „Homophobie und Rassismus in einer Aktion“ sei. Und Patrick Gensing schreibt beim — für den ESC federführenden — NDR: „Nicht in meinem Namen“.

5. Faszinierendes Copyrightverständnis bei blick.ch
(facebook.com, Jörgen Camrath)
Jörgen Camrath, Social-Media-Leiter bei der „Morgenpost“, wundert sich über die Quellen- und Copyrightlage bei einem „Telegraph“-Video, das auf der Facebook-Seite von blick.ch auftaucht. Auf seine Nachfrage bekommt er eine interessante Antwort. „Blick“-Vizechef Thomas Benkö revidiert später das eindeutige „Jain“ seiner Social-Media-Kollegen.

6. IS bedankt sich bei Medien für Hilfe bei Verbreitung von Angst und Schrecken
(der-postillon.com)

Terror-Porno, Schweiger-„Tatort“, „Friesischer Rundfunk“

1. „Ich steh direkt hinter den Polizisten mit gezogener Waffe“: Der Terror-Porno des „Stern“
(stefan-niggemeier.de)
Mit seinem gezogenen Handy läuft und filmt „Stern“-Reporter Philipp Weber den Polizisten mit gezogener Waffe hinterher, als die gestern durch den Pariser Vorort Saint-Denis jagen. Stern.de stellt Webers Aufnahmen unkommentiert ins Internet. Nicht nur sei das Verhalten der Reporters gefährlich, findet Stefan Niggemeier, sondern sein Video auch ein „reiner Terror-Porno, den der ‚Stern‘ seinen Zuschauern zum gemeinsamen Aufgeilen zur Verfügung stellt.“

2. Was jetzt passiert und sofort berichtet wird
(konradlischka.info)
Konrad Lischka blickt — mit einer Kolumne von Sascha Lobo im Hinterkopf — auf die Berichterstattung von gestern und sieht überall nur Polizisten im Einsatz: „In der Wucht der Berichterstattung wirkt diese Verengungen auf Polizeieinsätze wie die von Lobo gemeinte Abkürzung. Es geht jetzt sofort und zeigt eine Reaktion und Handlungsbereitschaft. Die Ursachen und die lösbaren Probleme analysiert das nicht.“

3. Nach den Pariser Anschlägen: Zensiert sich das Fernsehen selbst?
(blog.ekkikern.com)
Das Erste verschiebt den Til-Schweiger-Doppel-„Tatort“, der WDR nimmt den Spielfilm „Rekruten des Todes“ aus dem Programm. Beide Schritte begründen die Programmverantwortlichen mit dem „Respekt vor den Opfern“ der Anschläge in Paris. Ekki Kern meint, dass das nicht zu dem Mantra passe, „dass es gerade jetzt wichtig sei, so weiterzumachen wie bisher.“

4. Medien und Flüchtlinge — Perspektiven aus Afrika
(de.ejo-online.eu, Anna Carina Zappe)
Wenn hier (in Deutschland, in Europa) über die Flüchtlingsthematik berichtet wird, liegt der Fokus fast ausschließlich auf hier (Deutschland, Europa). „Dass auch viele afrikanische Länder Flüchtlingskrisen zu bewältigen haben, bleibt von den Medien nahezu unbeachtet — sowohl in Europa als auch in Afrika“, schreibt Anna Carina Zappe. Das solle sich durch eine neue Initiative ändern.

5. Friesischer Rundfunk von Mitarbeitern gekauft
(ndr.de, Caroline Ebner, Video, 4:56 Minuten)
Der „Friesische Rundfunk“ (ja, genau, der mit der legendären Kater-Piepsi-im-Baum-Reportage) stand vor dem Aus, weil mehrere Zeitungsverlage aus der Region ihren Ausstieg ankündigten. Die Mitarbeiter des Senders kauften die Anteile, wurden zu Gesellschaftern und „senden nun auf eigene Rechnung.“

6. So bleibt Ihr Abschied unvergessen
(sueddeutsche.de, Carolin Gasteiger)
Es muss ja nicht immer gleich mit einem „durchgeknalltes Arschloch“ enden. Carolin Gasteiger erklärt, wie sie auch ohne die angebliche Matussek-Methode „in fünf Schritten zur effektvollen Kündigung“ kommen und nicht „schon in Vergessenheit geraten, bevor die Tür ins Schloss gefallen ist.“ Ebenfalls zur Causa Matussek: „Kriegsreporterin“ Silke Burmester in ihrer Kolumne sowie Sonja Álvarez und Joachim Huber im „Tagesspiegel“.

Die AfD und INSA, Matussek, rechtsextreme Gewalt in den Medien

1. AfD drittstärkste Partei? Zweifel an Umfrage
(ndr.de, Andrej Reisin)
Die AfD bei über zehn Prozent? Drittstärkste Partei auf Bundesebene? Doch, doch — hat schließlich das Meinungsforschungsinstitut INSA herausgefunden. Und viele Medien machen daraus eine Nachricht. Andrej Reisin hat bei der Sache allerdings größere Bedenken: „Der Leiter eines Meinungsforschungs-Instituts (das laut Medien gleichzeitig die AfD beraten soll), der in Artikeln einen mehr als wohlwollenden Ton gegenüber der AfD anschlägt, verantwortet Umfragen für die „Bild“-Zeitung, in denen die AfD zur drittstärksten politischen Partei wird: Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.“

2. Die „Welt“ schmeißt Matthias Matussek raus
(tagesspiegel.de, Joachim Huber und Sonja Álvarez)
„Meistgelesen ist derzeit nicht das Terrorthema, sondern der Rausschmiss Matusseks bei der ‚Welt‘.“ Das twitterte der Online-Chef des „Tagesspiegels“ am frühen Dienstagabend. Der entsprechende Artikel erklärt, wie es zu Matusseks Engagement-Ende kam: erst das umstrittene Facebook-Posting, dann der Konter von Chefredakteur Jan-Eric Peters („durchgeknallt“), die uneinsichtige Reaktion Matusseks („Wahrheiten ausgesprochen“), schließlich der angebliche Eklat auf der Redaktionskonferenz der „Welt“, in der Matussek seinen Chef als „durchgeknalltes Arschloch“ bezeichnet haben soll. Diesen Vorwurf weist Matusseks Anwalt allerdings als „absurd“ zurück. Johannes Kram zieht Parallelen zu Akif Pirinçci, und Christoph Giesa meint: „Egal wohin es allerdings für Matthias Matussek geht, für den politischen Journalismus in Deutschland ist die Entscheidung der Welt eine gute.“

3. Kameradschaft vor der Kamera
(de.ejo-online.eu, Katharina Neumann)
In Deutschland gibt es drei rechtsextreme Gewalttaten pro Tag. Für Journalisten stellt sich die Frage, wie man darüber berichtet, ohne Nachahmer zu informieren oder sogar zu inspirieren. Eine Masterstudentin der LMU München beschäftigte sich in ihrer Abschlussarbeit mit dem Dilemma, sie führte Interviews mit Rechten. Das „European Journalism Observatory“ stellt einige ihrer Erkenntnisse vor.

4. Alles wird schlimmer: Wie die News-Medien am falschen Weltbild basteln (müssen)
(pixeloekonom.de, Johannes Eber)
Kieze, in denen es knallt, „Jugendgewalt leicht angestiegen“, Großsiedlungen seien besonders schlimm. Das schreiben Nachrichtenportale über ihre Zusammenfassungen einer aktuellen Jugendgewaltstudie für Berlin (PDF). Dabei zeigt die im Kern: Die Jugendgewalt ist weiter rückläufig. „Jede Wette, dass die Mehrheit der Berliner vom Gegenteil überzeugt ist. Weil die Medien (mit Ausnahmen) das Gegenteil berichten. Weil das Gegenteil mehr Klicks bringt“, schreibt Johannes Eber.

5. Reicht der Hinweis „Sponsored“ um Werbung im Netz zu kennzeichnen?
(internet-law.de, Thomas Stadler)
Erlaubt ist es. Aber ist es für die Leserschaft auch verständlich, wenn bezahlte Beiträge auf einer Website mit „Sponsored Post“ überschrieben sind? Wird klar, dass es sich letztlich um Werbung handelt? Für einen Großteil nicht, meint Thomas Stadler, der sich auf eine Befragung von „Statista“ zum Thema stützt.

6. Der kommende #Winter und der #Journalismus. Ein Drama in bisher 4 Akten.
(twitter.com, Jörg Kachelmann)
Jörg Kachelmann bekommt von der Agentur „Spot on News“ ein Anfrage zu Winterwetter und Schneefall. Bei Twitter dokumentiert er seine Antworten.

Eine regelmäßig aktualisierte Linksammlung zur Berichterstattung über die Anschläge in Paris gibt es hier.

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