Archiv für 6 vor 9

Rabiator Trump, Stiftungsbeistand, Feindbild Köppel

1. „Ihr seid Fake News!“
(spiegel.de, Marc Pitzke)
„Trumps erste Pressekonferenz als designierter US-Präsident versinkt im Chaos, noch bevor sie anfängt. Dutzende Reporter keilen sich im Trump Tower um Plätze. Es stinkt nach Schweiß und den Toiletten, die dem Andrang nicht gewachsen sind.“ Marc Pitzke über ein verstörendes Event mit dem großen amerikanischen Rabiator.

2. Körber Stiftung verteidigt Somuncu-Auftritt
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Der Kabarettist Serdar Somuncu hat Ende 2015 bei einer Podiumsdiskussion der Körber Stiftung mit deutlichen Worten Kritik an TV-Sendern geübt und ihnen vorgeworfen, seine Beiträge zu zensieren. Dabei sind auch Beleidigungen gefallen, gegen die eine Redakteurin mit Unterstützung des WDR juristisch vorgehen will. Die Stiftung hat die strittigen Passagen nun aus dem Videomitschnitt entfernt, verteidigt aber den Auftritt des Kabarettisten: „Da wir den vielen weiteren klugen und richtigen Aussagen im Gespräch gern weiterhin eine Plattform geben wollen, haben wir uns entschieden, das Video um die strittige Passage zu beschneiden und wieder einzustellen.“

3. Ich guck‘ Sponsoren-TV
(tagesspiegel.de, Markus Ehrenberg)
Das erste Spiel bei der Handball-WM – übertragen von einem Sponsor im Internet, auf Youtube. Warum eigentlich nicht, fragt Markus Ehrenberg im „Tagesspiegel“ und konstatiert: „Ein Spiel ist ein Spiel ist ein Spiel. Egal, wer hier wen sponsert. Kein großes Gedöns vorher und hinterher, Handball pur.“

4. Wie mache ich mir ein Feindbild?
(medienwoche.ch, René Zeyer)
In letzter Zeit erschienen verschiedene Porträts des Schweizer Journalisten Roger Köppel, der vor allem durch seinen Rechtspopulismus von sich reden macht. René Zeyer hat sich die Porträts von „NDR“, „Spiegel“, Süddeutsche“, „Zeit“ und „Blick“ angeschaut und Noten vergeben.

5. Von starken Frauen … und Kerlen in Redaktionen
(rnd-news.de, Ulrike Simon)
Eigentlich wollte Ulrike Simon in dieser Woche über Kai Diekmann schreiben. Doch dann starb die langjährige „Brigitte“-Chefin Anne Volk. Ein Grund für Kolumnistin Simon ihren Beitrag dieser Frau zu widmen, die sie als eine Ausnahmeerscheinung bezeichnet. Zum Schluss gehts dann doch nochmal um die Causa Diekmann und das ihr merkwürdig erscheinende Datum der angeblichen sexuellen Belästigung durch den Ex-Bild-Chef: „Sollte dieses Datum stimmen, muss die Frage erlaubt sein, warum die Journalisten an diesem Abend nicht längst dort waren, wo sie hingehört hätten: in der Redaktion. Am 22. Juli 2016 schoss im OEZ in München ein Amokläufer um sich.“

6. Fotoveröffentlichung – wann darf ohne Einwilligung des Abgebildeten veröffentlicht werden?
(fachjournalist.de, Frank C. Biethahn)
Medien leben von Fotoveröffentlichungen. Diese können aber schnell mit dem Persönlichkeitsrecht kollidieren. Wann ist eine Einwilligung erforderlich und wann nicht? Rechtsanwalt Frank C. Biethahn beschreibt anhand von Beispielen, in welchen Fällen eine Einwilligung entbehrlich ist.

7. Übermedien abonnieren
(uebrmedien.de, Boris Rosenkranz & Stefan Niggemeier)
Die Kollegen von „Übermedien“ feiern heute ihr einjähriges Bestehen. Dazu erstmal: herzlichen Glückwünsch! Wenn Sie den beiden — Medienjournalist Boris Rosenkranz und BILDblog-Gründer Stefan Niggemeier — an diesem besonderen Tag eine Freude machen wollen, hätten wir einen Geschenktipp: Schließen Sie doch ein „Übermedien“-Abonnement ab. Das kostet 3,99 Euro im Monat und lohnt sich. Wirklich.

Schmalbart, rechte Korrektheit, Tierfilmspektakel

1. „Breitbart ist eigentlich nur der Aufhänger“
(deutschlandfunk.de, Tanja Runow, Audio, 10:42 Minuten)
Nachdem das amerikanische News-Portal „Breitbart“ angekündigt hat, auch in Deutschland einen Ableger der rechtslastigen Seite zu eröffnen, hat sich Widerstand geformt: Unter „Schmalbart“ wollen rund 200 Medienexperten ein Aufklärungsportal gründen. Der „Deutschlandfunk“ hat mit Initiator Christoph Kappes über das Vorhaben gesprochen. Das Interview gibt es auch zum Nachlesen.

2. Wir müssen sagen dürfen – alle anderen nicht
(spiegel.de, Sascha Lobo)
Kaum etwas ärgert Rechte so sehr wie der Begriff „Political Correctness“, findet Sascha Lobo in seiner Kolumne beim „Spiegel“. Dabei hätten die Rechten längst ein Gegenkonzept entwickelt: die rechte Korrektheit: „Bei näherem Hinsehen wird jeder Vorwurf, der der linken Political Correctness gemacht wurde, von rechts aggressiver und ungebremster in der öffentlichen Debatte vorgetragen als je zuvor. Rechte Political Correctness streicht die positiven, mäßigenden Elemente der politischen Korrektheit weg und streift sich den antiliberalen Rest auf rechts gewendet über.“

3. „Wir sind es leid“
(taz.de, Jürgen Gottschlich)
Es ist schon bitter: Die Türkei hat nun auch den türkischen Vertreter der Organisation „Reporter ohne Grenzen“ Önderoğlu angeklagt. Die Türkei wirft ihm vor, gemeinsam mit anderen bekannten Journalisten, Publizisten und Menschenrechtlern „Propaganda für eine Terrororganisation“ betrieben zu haben. Der Grund: Er hat sich dafür eingesetzt, dass die prokurdische Tageszeitung „Özgür Gündem“ nicht geschlossen wird.

4. Uwe Kopf
(facebook.com, Jens Meyer-Wellmann)
Jens Meyer-Wellmann erinnert auf Facebook an den jüngst verstorbenen Hamburger Journalist und Autor Uwe Kopf und zeigt eine Seite mit Schreibregeln des ehemaligen „Tempo“-Textchefs. Regeln und Schreibhinweise, die teilweise auch heute noch Bestand hätten.
Im „Rolling Stone“ gibt es einen Nachruf auf Uwe Kopf: Der Verzauberer

5. Fauna im Actionstress
(tagesspiegel.de, Ariane Bemmer)
Warum werden Tierfilme mit Musik überladen und sparen mit Informationen, fragt Ariane Bemmer in ihrem Beschwerderuf. Sie ärgert sich nicht nur über die überfrachtete Musik, sondern auch über die gesprochenen Texte der Tier-Dokus: „Nicht nur den Zuschauern gegenüber, auch gegenüber den Tierfilm-Crews, die größte Mühen investieren, um die Bilder zu bekommen, ist das blöde Spektakelsprech überaus unfair.“

6. ARD findet beinahe eine Antwort auf die K-Frage
(uebermedien.de, Video, 1:41 Minuten)
Die ARD hat ihre besten Leute zum supersupergeheimen Geheimtreffen der SPD geschickt und beinahe eine Antwort auf die K-Frage gefunden. Beinahe …

Audio-Photoshop, Sieg der Anstalt, Somuncus Wutattacke

1. O-Töne aus der Maschine? Adobes „Project VoCo“ könnte Radiowelt auf den Kopf stellen
(blmplus.de, Sandra Mueller)
Softwareriese Adobe arbeitet an einem Programm, das die einen begeistert und die anderen entsetzt. Noch ist „VoCo“ nur ein Projekt, doch bald schon soll es als eine Art Photoshop für Audio auf den Markt kommen. Es sind viele Einsatzmöglichkeiten denkbar: Computerstimmen könnten zum Beispiel Radionachrichten vorlesen. Doch es geht auch anders: Mit der Software kann man einen Text auch mit der Stimme der Kanzlerin vorlesen lassen. Und schnell wird klar, dass Radiomacher bald in Erklärungsnöte hinsichtlich der Echtheit ihrer Aufnahmen geraten könnten. Laut einer Umfrage wünschen sich daher viele Befragte Transparenzregeln oder fordern sogar einen vollständigen Verzicht auf die neue Technologie.

2. „Zeit“-Journalisten scheitern mit Klage gegen ZDF-Satire
(spiegel.de)
Im Jahr 2014 ging es in der ZDF-Satiresendung „Die Anstalt“ um die Frage der Unabhängigkeit von Journalisten beim Thema Sicherheitspolitik. Dabei wurden die Namen von zwei Journalisten ins Spiel gebracht: „Zeit“-Herausgeber Josef Joffe sei Mitglied, Vorstand oder Beirat in acht transatlantischen Organisationen, „Zeit“-Journalist Jochen Bittner Mitglied in drei entsprechenden Thinktanks. Dagegen hatten sich die beiden Journalisten mit einstweiligen Verfügungen und Unterlassungsklagen gewehrt. Nun hat der BGH zu Gunsten der „Anstalt“ entschieden: Die Angaben zu den Interessenkonflikten der wegen unstreitiger Mitgliedschaften in Lobbyorganisationen würden grundsätzlich stimmen. Die Aussage, dass es „Verbindungen zwischen den Klägern und in der Sendung genannten Organisationen“ gäbe, sei zutreffend.

3. Unter Verdacht (1)
(zeit.de, Thomas Fischer)
Nichts gerate im Strafverfahren so leicht und endgültig verloren wie die Unschuld. Wer schuldig sei und wer nicht, würden Justiz, Medien und Öffentlichkeit oft anders sehen, so BGH-Richter Thomas Fischer in seiner Kolumne „Fischer im Recht“. Es geht um drei konkrete Fälle von Anfangsverdacht, Betrugsverdacht und Migrationsverdacht, aber auch die abstrakten Rechtsbegriffe. Nicht mal so nebenbei zu lesen, aber eine wie immer lohnende, da klüger machende Lektüre mit Unterhaltungskomponente.

4. „Lügenpresse“ all’italiana
(de.ejo-online.eu, Heiner Hug)
Der italienische Politiker, Komiker, politischer Kabarettist und Schauspieler Beppe Grillo macht mal wieder von sich reden. Der Initiator der Bewegung „MoVimento 5 Stelle“ (deutsch: Fünf-Sterne-Bewegung) will einen „Volksgerichtshof“ schaffen. Dieser soll aus Bürgerinnen und Bürgern bestehen, die Zeitungsartikel und Fernsehberichte auf ihren Wahrheitsgehalt prüfen. Dies sei insofern verwunderlich, so der Autor Heiner Hug, da Grillo selbst ein bloggender Hitzkopf und Populist: „Und was er da fast täglich von sich gibt und behauptet, erfüllt die Kriterien „postfaktisch“ und „Fake News“ oft bei weitem. Zudem publiziert er – nachweisbar – Meldungen, die Putins Trolle verfassen.“

5. Nach Wutattacke im Interview: WDR-Mitarbeiterin geht wegen Beleidigung gegen Kabarettist Serdar Somuncu vor
(meedia.de, Marvin Schade)
Der für seine direkte und unverblümt bis ruppige Art bekannte Kabarettist Serdar Somuncu soll Ende 2015 in einem Interview den Sendern vorgeworfen haben, ihn und seine Programme zu zensieren und in beleidigender Weise eine konkrete Redakteurin genannt haben. Diese habe nun erst Kenntnis von dem Videomitschnitt und den Äußerungen Somuncus über sie erhalten und wolle, mit Unterstützung ihres Arbeitgebers, dem WDR, wegen schwerer Beleidigung gegen Somuncu vorgehen.

6. So schauen die Fans die Handball-WM
(haz.de)
Die heute beginnende Handball-WM ist in gewisser Weise ein Novum: Erstmals soll eine sportliche Großveranstaltung in Deutschland nur von einem Sponsor im Internet gezeigt werden. Die „Haz“ erklärt, wie es zu der merkwürdigen Situation kam und verrät wie und wo man die Spiele sehen kann.
Alternative für Kulturliebhaber: Ab 18.30 Uhr kann man live via Youtube bei der Einweihung der Elbphilharmonie und dem Eröffnungskonzert dabei sein. Das Besondere: Es soll einen spektakulären 360°-Livestream geben!

Weggang, Doppelstrategie, Abwehrzentrum

1. Tichy & Co: Warum es legitim ist, Unternehmen zu einer politischen Positionierung zu zwingen
(metronaut.de, Mikael in den Fahrt)
Roland Tichy, auf dessen Portal ein Autor „grün-linke Gutmenschen“ als „geistig-psychisch krank“ bezeichnet hatte, gibt seinen Posten als Herausgeber von XING News ab. Ursache waren vor allem der lautstarke Twitter-Protest und die vielen Kündigungsankündigungen. Nun gibt es kritische Stimmen wie die von Fefe, die sich gegen eine „Existenzvernichtung als Mittel des politischen Diskurses“ wenden. War es also legitim, wenn Menschen von Unternehmen wie Xing eine politische Positionierung einfordern? Eine ähnliche Frage stellt sich Johnny Haeusler bei Wired: „War die „Abstimmung mit den Konten“ hilfreich?“

2. Zuckerbrot und Twitter
(tagesspiegel.de, Thomas Seibert)
Donald Trump fährt in Sachen Öffentlichkeitsarbeit eine Doppelstrategie: Wichtige Stellungnahmen posaunt er über Twitter direkt an seine rund 19 Millionen Follower raus. Und nur, wenn es ihm ausdrücklich passt, redet er mit Zeitungen und Fernsehen. Die Presse hätte noch kein Konzept gefunden, wie sie mit dieser Doppelstrategie umgehen soll, schreibt Thomas Seibert im „Tagesspiegel“. Die Vorteile von Trumps Vorgehens lägen auf der Hand: Auf Twitter braucht sich der zukünftige US-Präsident keinen kritischen Fragen zu stellen.

3. Der Rockstar-Finanzminister
(de.ejo-online.eu, Dominik Speck)
Dominik Speck hat sich im Rahmen seiner Bachelorarbeit die Berichterstattung über den ehemaligen griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis in deutschen und französischen Qualitätszeitungen angeschaut. Varoufakis galt während seiner kurzen Amtsperiode von Januar bis Juli 2015 als eine Art „Rockstar Finanzminister“ und erlangte zusätzliche Berühmtheit durch die Causa Stinkefinger.

4. Von ganz links nach ganz rechts
(blog.zeit.de, Jürgen P. Lang)
Im Störungsmelder-Blog der „Zeit“ und ihren Partnern schreiben Autoren aus allen Regionen Deutschlands über Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus. Im aktuellen Beitrag von Jürgen P. Lang geht es um Jürgen Elsässer, den Chefredakteur des rechtspopulistischen Monatsmagazins „Compact“. Der Autor diskutiert gleich zu Beginn Elsässers politische Wandlung, die so überraschend dann doch nicht sei: „Wer die Rechts-Links-Brille beiseitelegt, wird allerdings erkennen, dass Elsässers Vita mehr Brücken als Brüche aufweist. Im Kern war er schon immer Nationalist.“

5. Her mit der Wahrheit!
(mdr.de)
In Tschechien hat man 20 Mitarbeiter des Innenministeriums zu einem sogenannten „Abwehrzentrum“ zusammengefasst, in dem Falschmeldungen in sozialen Netzwerken aufgedeckt, gekennzeichnet und entkräftet werden sollen. Doch das Projekt ist umstritten. Tschechiens Präsident Miloš Zeman sagte in seiner Weihnachtsansprache: „Wir brauchen keine Zensur, keine Ideenpolizei, wir brauchen kein Amt für Presse und Information, solange wir in einem freien, demokratischen Staat leben wollen.“

6. Jetzt geht’s rund
(sueddeutsche.de, Hans Hoff)
Entertainer Thomas Gottschalk feiert sein Radio-Comeback: Einmal im Monat drei Stunden bei Bayern 1. Eine „Radio-Sendung, in der er vor allem seinen Ruf als größte Ich-AG Deutschlands pflegt“, so Hans Hoff in seiner Kritik.

Sandsäcke, Silvesternacht, Kristallkugel

1. Sandsäcke gegen pseudo-psychologisches Blabla
(schräglage.org, Peter Teuschel)
Auf der rechtslastigen Seite „Tichys Einblick“ erschien ein Artikel, der für breites Entsetzen und Empörung sorgte. Die „psychopathologisch gestörten grün-linken Gutmenschen“, so die Schmähung des Autors, seien Kranke, mit denen man nicht reden solle. Auf Twitter kündigten daraufhin viele Nutzer an, ihre Xing-Mitgliedschaften zu kündigen (Roland Tichy ist dort Herausgeber der News). Mittlerweile ist der Artikel auf dem Tichy-Portal zwar gelöscht, wegen der Brisanz des Vorgangs lohnt dennoch ein Blick in die Erwiderung von Peter Teuschel. Und auch Blogger stefanolix hat sich den Beitrag näher angeschaut und stellt am Ende die Frage: „Wie kann ein Mann so viele wunderbare Fachgebiete (inklusive Philosophie und Ethik!) studieren und dann so eine Scheiße schreiben?“

2. „Wir wissen nichts. Alles ist möglich“
(taz.de, Malte Göbel)
„Herr Kachelmann, was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie im Spiegel lesen, dass dem Noch-Herausgeber der Bild-Gruppe Kai Diekmann von einer Springer-Mitarbeiterin vorgeworfen wird, sie im Sommer beim Baden belästigt zu haben?“ Die „taz“ hat mit dem Meteorologen Jörg Kachelmann über die Causa Diekmann gesprochen.

3. Warum wir über Racial Profiling reden müssen
(internet-law.de, Thomas Stadler)
Der Jurist Thomas Stadler hat sich mit den Kontrollen der Kölner Polizei in der Silvesternacht beschäftigt. „Das Verhalten der Kölner Polizei rüttelt an den Grundfesten unserer Verfassung. Wenn wir den Gleichheitssatz unseres Grundgesetzes ernst nehmen, dürfen wir derartige polizeiliche Maßnahmen nicht dulden.“ Auch der Jurist Heinrich Schmitz findet bei den Kolumnisten, dass Fragen zum Verhalten der Polizei erlaubt seien.

4. Bunte-Nachbarschaft.de: „Man konnte Wahrheit und Lüge kaum noch unterscheiden“
(flurfunk-dresden.de)
Anfang 2015 startete Jan Pötzscher einen Nachbarschaftsblog, ein „Tagebuch über meine persönlichen Erfahrungen zum Vorhaben der Einrichtung eines Asylbewerberheims, zu den Diskussionen mit Politik und Behörden und dem Für und Wider der Unterbringung von Asylbewerbern – so wertfrei und objektiv wie möglich!“ Im Interview mit „Flurfunk“ berichtet er über seine Erfahrungen, die Reaktion der Nachbarn, Höhe- und Tiefpunkte und zieht eine persönliche Bilanz.

5. Drei Jahre Moscow Times – sowas wie ein Fazit
(kscheib.de, Katrin Scheib)
Fünf Jahre will Journalistin Katrin Scheib in Moskau arbeiten. Die ersten drei Jahre hat sie bei der „Moscow Times“ verbracht. Nun zieht sie ein Zwischenfazit, das neugierig auf das Weiter macht. Aber auch der Blick zurück lohnt: Auf ihrem Blog gibt es viele interessante Beiträge über ihr Leben als Journalistin in Russland.

6. Was Social-Media-Experten von 2017 erwarten
(joca.me, Jörgen Camrath)
Jörgen Camrath hat Social-Media-Experten um einen Blick in die Kristallkugel gebeten und sie gefragt, was uns im neuen Jahr in Bezug auf die sozialen Medien erwartet. Die Antworten gehen erfreulicherweise oft über die üblichen Allgemeinplätze hinaus. Und einer der Befragten hat das Ganze etwas getrollt. Aber auch das liest sich ganz nett.

Todes-LKW, Eskalation, Pressereise

1. Ein Todes-LKW im Museum: Wie die DPA sich eine Nachricht strickt
(salonkolumnisten.com, Martin Niewendick)
Die Nachricht, der Lastwagen, mit dem Anis Amri den Anschlag in Berlin ausgeführt hat, könne womöglich einen Platz im Haus der Geschichte bekommen, sorgte für einigen Wirbel und wurde in den Medien oft aufgegriffen und kontrovers diskutiert. Der Schönheitsfehler: Man diskutierte über eine Forderung, die niemand gestellt hat, so Martin Niewendick. Die Nachrichtenagentur „dpa“ hätte die Sache trickreich ins Rollen gebracht: „Es ist ein journalistischer Taschenspieler-Trick, einem Interviewpartner etwas in den Mund zu legen, um daraus eine Meldung zu stricken. Der Klassiker geht etwa so: „Herr Politiker, finden Sie die Äußerungen der Opposition unverschämt?“ „Ja.“ Und schon hat man die Meldung: „Politiker findet Äußerungen der Opposition unverschämt.“ Self-Made-Journalismus at its best.“

2. Wenn Facebook in Sekunden eskaliert
(rp-online.de, Sebastian Dalkowski)
„RP Online“-Redakteur Sebastian Dalkowski hat für ein Interview bei Facebook nach Nordafrikanern gesucht, die Silvester in Köln waren. Dazu hat er eine Anfrage im „Nett-Werk Köln“ platziert, einer Facebook-Gruppe mit fast 170.000 Mitgliedern, eine Art schwarzes Brett für alle Themen, die mit Köln zu tun haben. Innerhalb von Minuten führte die Anfrage zur Eskalation. Sein Posting wurde von den genervten Administratoren schließlich gelöscht. Im Video erzählt er vom Ablauf des Geschehens und liest aus den Hasskommentaren.

3. Mein erstes Mal
(freitag.de, Bartholomäus von Laffert)
Bartholomäus von Laffert ist freier Journalist und hat das mühselige und spartanische Reporterleben kurzfristig gegen eine von der türkischen Regierung bezahlte Pressereise inklusive Luxushotel eingetauscht. In seinem Artikel berichtet er, wie es dazu kam, wie eine derartige Pressereise abläuft und was das mit ihm und den anderen Pressevertretern gemacht hat. Und er erinnert die Kollegen an den Pressekodex: „Wenn Journalisten über Pressereisen berichten, zu denen sie eingeladen wurden, machen sie diese Finanzierung kenntlich.“ Wer dies nicht tue, und die Kollegen von „FAZ“, „Tagesspiegel“ und „Süddeutsche“ hätten es nicht getan, laufe Gefahr, seine Integrität zu verspielen und den „Lügenpresse“-Schreiern gefällig zu sein.

4. „Wir müssen furchtbare Dinge aushalten“
(zeit.de, Bastian Brauns)
Dominik Höch ist Fachanwalt für Medien- und Persönlichkeitsrecht und beschäftigt sich speziell mit der Haftung für Äußerungen im Internet. „Zeit Online“ hat mit ihm über Fake-News, Hetze im Netz, Facebook und Löschfristen gesprochen, innerhalb derer eine falsche Nachricht gelöscht werden müsse. Höch findet pauschale und starre Fristen schwierig: „Zu ergründen, was wahr und was falsch ist, ist Teil des gesellschaftlichen Diskurses. Es braucht ja nur eine vermeintlich falsche und deshalb gelöschte Nachricht, die im Nachhinein doch stimmt. Das würden AfD und zweifelhafte Medien wie Russia Today genüsslich ausweiden. Das kann es nicht sein.“

5. Der Hochglanz-Verleger von Kilchberg
(tagesanzeiger.ch, Stefania Telesca & Thomas Knellwolf)
Der Schweizer „Tagesanzeiger“ berichtet über einen kuriosen Fall: Ausgerechnet ein Herausgeber von Luxusmagazinen soll seit Jahren Journalisten, Druckereien, Fotografen und andere Dienstleister um ihre Bezahlung geprellt haben.

6. Here’s 520 Hours of Trump Interviews So You Can Fact-Check the President
(motherboard.vice.com, Jordan Pearson)
Donald Trump hat sich in den letzten Jahrzehnten auf die vielfältigsten Weisen geäußert. Wer sich dafür interessiert, was der Mann so alles von sich gegeben hat: Das „Internet Archive“ präsentiert ein noch wachsendes Archiv mit seinen Fernsehinterviews und TV-Auftritten der letzten acht Jahre. Doch Achtung: Wer sich alles anschauen will, sollte jedoch genügend Zeit (um exakt zu sein: 520 Stunden) mitbringen.

RT deutsch, Lauers Antwort, Admiral Tamm

1. Russische Propaganda für deutsche Zuschauer
(correctiv.org, Camilla Kohrs)
Camilla Kohrs von „Correctiv“ hat mehrere Monate über die Medien der Neuen Rechten recherchiert und eine lesenswerte achtteilige Artikelserie vorgelegt. Im aktuellen und letzten Teil der Serie geht es um den russischen Auslandssender „RT deutsch“. Das Besondere bei der Plattform: „RT Deutsch“ biete europakritischen Politikern von ganz links und ganz rechts eine Bühne – Hauptsache die Interviewten seien Merkel- und europakritisch.

2. Bedrohter Politiker outet Sparkassen-Mitarbeiter als AfD-Fan
(waz.de, Lars Wienand)
Darf man eine Mail veröffentlichen, samt Foto und Namen des Absenders, auch wenn diese besonders kritisch war und man vielleicht schon durch andere unschöne Nachrichten vorsensibilisiert war? Das ist die Frage, die sich im Falle des Politikers Christopher Lauer (ehemals Piratenpartei, jetzt SPD) stellt, der genau dies bei einem Kritiker getan hat. Dieser hatte für einen Leserbrief an Lauer, wahrscheinlich versehentlich, eine Mailadresse seines Arbeitgebers, einer Kreissparkasse, verwendet. Daraufhin hatte Lauer die Mail öffentlich gemacht. Ein Vorgehen, bei dem es zumindest Zweifel an der Rechtmäßigkeit gibt, so ein hinzugezogener Rechtsanwalt.

3. 25 Beschwerden beim Presserat
(taz.de)
Nach dem Terroranschlag von Berlin gingen beim Deutschen Presserat 25 Beschwerden über die Berichterstattung ein. Hauptsächlich ging es dabei um die unverpixelte Darstellung des getöteten Lkw-Fahrers und Bilder der Leiche des mutmaßlichen Attentäters. Insgesamt seien es deutlich weniger Beschwerden als nach den Terroranschlägen in Paris im November 2015.

4. Software überlistet: US-Bibliothekare erfinden Kunden, um Bücher zu bewahren
(heise.de, Martin Holland)
In einer Bücherei in Florida sortiert eine Bibliothekssoftware vollautomatisch all die Bücher aus, die länger nicht mehr ausgeliehen wurden. Um dies zu verhindern, erfanden Bibliothekare den fiktiven Kunden „Chuck Finley“ und ließen ihn in einem Zeitraum von neun Monaten 2.361 Bücher ausleihen. Um finanzielle Vorteile ging es dabei ausdrücklich nicht, trotzdem ist der dafür verantwortliche Mitarbeiter beurlaubt worden.

5. Zum Tod von Peter Tamm: Im Blutmeer
(konkret-magazin.de, Kay Sokolowsky)
Der Journalist, Manager und Verleger Peter Tamm (lange Jahre Vorstandsvorsitzender des Axel Springer Verlages) ist Ende des Jahres im Alter von 88 Jahren verstorben. Ihm zu Gedenken hat „konkret“ einen älteren, aber dennoch zeitlosen Artikel aus dem Archiv gekramt. Darin geht es um das, was der sich selbst angeblich „Admiral“ nennende Mann, der Welt hinterlässt: ein Marine-Museum. Kay Sokolowsky hat sich das Ganze seinerzeit angeschaut: „Gelegentlich empfindet man beim Rundgang fast Mitleid für den »Admiral«: Welch ungeheure Leere muss ausfüllen, wer so megaloman Nippes auf Nippes häuft? Was ist schiefgelaufen in einem Leben, das dermaßen von Fetischen beherrscht wird?“

6. Krimi, Krimi, Krimi – und das Publikum ist begeistert
(tagesspiegel.de, Joachim Huber)
Joachim Huber vom „Tagesspiegel“ hat über das Fernsehprogramm der ersten Tage des Jahrs geschaut und hat jetzt schon genug von all den Krimis und der seichten Unterhaltung: „Breaking-News-Momente – woher, warum, von wem, wieso? Da wird es viel Ahnungslosigkeit, viel Schulterzucken geben im weiten Rund der TV-Maniacs, auf jeden Fall einen Überschuss an Überraschung, dass die Fiktion des Fernsehens und die Faktizität der Nachrichten so sehr auseinanderfallen. Und weil so was von so was kommt, ist die Massivität der Krimiunterhaltung ein Fehler. 2017 muss ein Jahr der Information sein.“

Nichtlustig, Nafri-Debatte, Neptun

1. Sächsische Großzügigkeit
(taz.de, Daniel Bax)
Die „Sächsische Zeitung“ hat am Silvesterwochenende eine Karikatur veröffentlicht, die Muslime und Schwarze als rassistische Klischees darstellt. Einigermaßen verstört fragt man sich, wie dieses unsägliche Werk von einer Tageszeitung abgedruckt werden konnte und so wenig Widerspruch erntet. Daniel Bax von der „taz“ vermutet: „Dass diese Karikatur in der Sächsischen Zeitung kaum Aufsehen erregt hat, mag einem spezifisch sächsischen Humor geschuldet sein. Oder der Tatsache, dass sich die öffentliche Debatte so weit nach rechts verschoben hat, dass viele für solcherart diffamierenden Bilder unempfindlich geworden sind.“

2. Einen Gang herunter schalten
(djv.de, Hendrik Zörner)
Hendrik Zörner vom „Deutschen Journalisten Verband“ wünscht sich anlässlich der hitzigen Nafri-Debatte von den Medien mehr Hintergrund und Einordnung: „Wie wäre es mal mit einem Erklärstück über die skurrilsten Begriffe aus Polizeiberichten? Zu den „Gefährdern“ und „Nafris“ würden sich dann „Schamverletzer“ und „Hilope“ gesellen, zu deutsch: „Exhibitionisten“ und „hilflose Personen“. Statt dessen den Hype weiter anzufeuern, entspricht nicht dem Informationsauftrag der Medien. Also, liebe Kollegen: Bitte mal einen Gang herunter schalten.“

3. Es geht um alles
(tagesspiegel.de, Thomas Gehringer)
Der „Spiegel“ feiert derzeit seinen siebzigsten Geburtstag, doch nach Feiern ist nicht jedem zumute. Wie bei anderen Medien sinkt die Druckauflage und im Haus herrscht Unruhe: 149 von über 1100 Stellen werden gestrichen.
Einen weiteren lesenswerten Beitrag über die Umbaumaßnahmen beim Spiegel gibt es in der „taz“: In Sturmgeschütz der Demokratie? schreiben Anne Fromm und Daniel Bouhs u.a. über die Versuche des Blatts, den Bereich „Investigative Recherche“ zu stärken.
Und auch René Zeyer sorgt sich in der „Medienwoche“ um das Nachrichtenmagazin und ruft den Mitarbeitern zu: „Spielt wieder mehr den alten Rock’n’Roll des Journalismus: hinschauen, hingehen, recherchieren, beschreiben. Die Welt widerspiegeln, nicht die eigene Befindlichkeit.“

4. Big Data: Gefahren für Journalisten
(ndr.de, Melanie Stein)
Auf dem Hackerkongress „33c3“ in Hamburg hat der Informatiker David Kriesel ein tolles Data-Science-Projekt vorgestellt: Seit zwei Jahren hat er alle Artikel von „Spiegel Online“ gespeichert und die Metadaten von ca. 100.000 Artikel ausgewertet. Herausgekommen ist ein informativer und höchst unterhaltsamer Vortrag. Die NDR-Sendung „ZAPP“ hat mit Kriesel, aber auch mit einem Verantwortlichen von „Spiegel Online“ gesprochen.

5. Auf Donald Trump folgt der Terminator
(sueddeutsche.de, Kathrin Werner)
Über viele Jahre und 14 Staffeln mit 185 Folgen war Donald Trump der Mittelpunkt der amerikanischen Fernseh-Reality-Show „The Apprentice“. An seine Stelle als prominenter Moderator tritt nun Arnold Schwarzenegger, Trump bleibt jedoch geschäftsführender Produzent. Ein klarer Interessenskonflikt, wie Kathrin Werner in der „SZ“ findet.

6. Facebook zensiert Bild von Neptun-Statue
(haz.de)
Das Wahrzeichen der Stadt Bologna ist der historische Neptunbrunnen im Zentrum. Eine italienische Schriftstellerin hat ein Bild der 3,35 m hohen Statue der nackten Neptunfigur auf Facebook gepostet, das kurz danach wegen „sexuell expliziten“ Inhalts gelöscht wurde. Nach Protesten wurde das Bild nun wieder freigegeben.

Ausblick, Recht auf Vergessen, Wortwahl

1. Was 2017 zählt
(ploechinger.tumblr.com)
Der Chef der „Süddeutschen Zeitung“ Stefan Plöchinger hat für das Medienmagazin „journalist“ einen längeren Essay zur Zukunft des Journalismus verfasst, den er vorab auf seinem privaten Blog veröffentlicht hat. Er schreibt darin über 2016 und die Folgen und zieht „fünf Lehren aus einem schwarzen Jahr für die Auseinandersetzungen, die uns Journalisten noch bevorstehen“. Der Text ist eine Mischung von Bestandsaufnahme, Medienkritik und Appell und liefert viele Denkanstöße.

2. «NZZ am Sonntag» verbreitet Fake News
(infosperber.ch)
Die „Washington Post“ sprach von angeblichen Behördenhinweisen, nach denen russische Hacker angeblich einen Computer einer Elektrizitätsgesellschaft angegriffen hätten, schob aber ein Dementi hinterher: Das betroffene Notebook hatte gar keine Verbindung zum Netz des Versorgers. Schweizer Medien wie „NZZ am Sonntag“ und „Schweiz am Sonntag“ übernahmen die vage Meldung als Tatsachen-Darstellung und versahen das Ganze mit knalligen Überschriften wie „Russen hacken US-Stromversorger“ und „Cyber-Angriff auf Stromversorger“. Der Schweizer „Infosperber“ schreibt dazu: „In Zeiten des neuen Kalten Krieges zwischen der Nato und Russland sollten Medien mit Informationen aus Regierungs- und Geheimdienstkreisen aller Seiten besonders vorsichtig umgehen, die ursprünglichen Quellen genau nennen und vorsichtigerweise den Konjunktiv verwenden.“

3. Peter T. versucht zu verschwinden
(taz.de, Christian Rath)
Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe entscheidet dieses Jahr über den sogenannten „Appolonia-Fall“, bei dem es um das „Recht auf Vergessen“ geht. Im Kern geht es um die Frage, ob Straftäter verlangen können, dass ihr Name – nach einigen Jahren – in digitalen Presse-Archiven anonymisiert wird. Ein Straftäter will den „Spiegel“ dazu zwingen, seinen Namen aus den Archiven zu entfernen. Er habe seine Haft verbüßt und sei bereits vor 20 Jahren aus der Haft entlassen worden. Das Oberlandesgericht Hamburg urteilte zunächst zu seinen Gunsten, die öffentliche Berichterstattung verletze sein Persönlichkeitsrecht. Doch der BGH hob das Urteil wieder auf. Nun liegt die Sache dem Bundesverfassungsgericht vor.

4. Darf man schreiben, dass Donald Trump „lügt“?
(sueddeutsche.de, Karoline Meta Beisel)
Unwahrheiten, Falsches oder Lügen? Amerikanische Zeitungen diskutieren die richtige Wortwahl in der Berichterstattung über den künftigen US-Präsidenten. Der Chefredakteur des „Wall Street Journal“ plädiert für Zurückhaltung. Das Verb „lügen“ impliziere viel mehr, als nur etwas Falsches zu sagen. Es impliziere die bewusste Absicht, in die Irre zu führen: „Wenn du jemandem eine moralische Absicht unterstellst, besteht sonst die Gefahr, dass du so aussiehst, als wärest du nicht objektiv.“

5. Auswärtiges Amt muss Auskunft über ‚Schmähgedicht‘-Gutachten geben
(lto.de)
Die Auskunftsklage der Berliner Zeitung „Der Tagesspiegel“ gegen das Auswärtige Amt hatte Erfolg: Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Berlin-Brandenburg hat das Amt dazu verdonnert, auf bestimmte Fragen zu antworten und die seinerzeitigen Dokumente, Vermerke und Gutachten offenzulegen. Das Auswärtige Amt hatte bislang gemauert, u.a. mit Hinweis auf den Schutz von Böhmermann. Dieses hatte der Entertainer jedoch unterlaufen, indem er in einer Erklärung auf die Rechte aus seiner gesetzlichen Unschuldsvermutung verzichtet hat.

6. Auf diese Serien freuen wir uns 2017
(welt.de, Jamin Schneider)
Der frühere „Serienjunkies“-Redakteur Jamin Schneider nennt in der „Welt“ die kommenden Serien-Highlights.

2016: Ein letzter Blick zurück

1. Die besten Geschichten des Jahres 2016
(correctiv.org, Markus Grill)
Markus Grill und das Correctiv-Team haben ein lesenswertes Special mit den aus ihrer Sicht besten und wichtigsten investigativen Geschichten des Jahres 2016 zusammengestellt. Die subjektiv ausgewählten Reportagen beschäftigen sich unter anderem mit: PanamaPapers, Trump, Privatgefängnissen, FootballLeaks, Sachsen, Kindergärten und Habermas.

2. Kuscheltiere, Lügenpresse, Analsex
(taz.de, Fabian Franke)
Die „taz“ hat eine Top 7 der meistgeklickten Artikel aus 2016 zusammengestellt und mit den Autoren gesprochen. Es geht unter anderem um Sex, die AfD, die Evolution, Angststörungen und die „taz“-Spionageaffäre. Das Ganze ist knackig aufbereitet und macht Lust zum Weiterlesen.

3. Deutscher Reporterpreis 2016: Der Reader
(reporter-forum.de)
1473 Artikel wurden für den „Deutschen Reporterpreis 2016“ eingereicht. 82 Vorjuroren haben das Material gesichtet und in elf Kategorien insgesamt 91 Texte und Projekte nominiert… Die Siegerbeiträge gibt es zusammengefasst in einem PDF-Leseband mit 153 Seiten.

4. Unsere Favoriten 2016
(reportagen.fm, Valerie Schönian & Björn Stephan & Matthias Bolsinger & Margarethe Gallersdörfer & Florian Schmidt & Cecilia T. Fernandez & Tin Fischer)
„reportagen.fm“ ist eine Kuratoren-Plattform für Reportagen. Junge Journalisten verlinken hier wöchentlich die drei nach ihrer Ansicht besten Reportagen aus deutschsprachigen Zeitungen und Zeitschriften. In einem Sonderbeitrag stellen die Kuratorinnen und Kuratoren ihre persönlichen Jahresfavoriten samt Begründung vor.

5. Vor/für 2017: Lesetipps für den Jahreswechsel
(dirkvongehlen.de)
Auch der Autor und Journalist Dirk von Gehlen, der bei der „SZ“ die Abteilung Social Media/Innovation leitet und die „SZ-Langstrecke“ entwickelt hat, hat Lesetipps und verlinkt zehn lesenswerte Texte vor und für 2017.

6. Reisende Kuscheltiere und Tinder-Exit-Strategien
(spiegel.de, Eva Horn & Anna-Sophie Schneider)
Bei „Spiegel Online“ haben Eva Horn und Anna-Sophie Schneider einige kuriose Geschichten aus dem „Social Web 2016“ zusammengetragen. Mit dabei sind eine Abschiedsreise, ein untröstlicher Fußballfan und ein letzter Roadtrip mit 92 Jahren.

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