Archiv für 6 vor 9

Trolle, WELTfremdes Marketing, Genderwörterbuch

1. “Wir müssen Social Media mit Journalismus infiltrieren.”
(facebook.com, Armin Wolf)
Der bekannte österreichische Journalist und Fernsehmoderator Armin Wolf hat auf dem „Mediengipfel“ der 30. Münchner Medientage gesprochen. Das vorgegebene Thema seines Vortrags: „Welche Medien wollen wir morgen in unserem Leben?“ Auf seiner Facebookseite gibt es den Text zum Nachlesen. Wolf geht auf das derzeit bestehende Nachrichten-Ökosystem ein, unterteilt in E-Journalismus, U-Journalismus und K-Journalismus und macht Vorschläge, was man besser machen kann. Zum Beispiel dort hinzugehen, wo die Leser sind: „Mein Vorschlag wäre trotzdem, dass wir Social Media nützen, um in die Echokammern ihrer Abermillionen Nutzer hineinzubrüllen oder auch hineinzuflüstern, dass es da draußen auch noch was anderes gibt als ulkigen Unsinn und paranoide Propaganda.“

2. Der #Troll im Netz. Eine Besichtigung
(geschichtedergegenwart.ch, Remo Grolimund)
Der Historiker Remo Grolimund hat einen kurzen Abriss der Trollgeschichte verfasst. Ausgehend von den Chatrooms der 90er Jahre bis in die Jetzt-Zeit mit den Social-Media-Biotopen. Natürlich denkt er auch über Taktiken nach, wie man Trollen am besten begegnen sollte: „„Don’t feed the trolls“ ist bei gewissen Trollen sicher das Mittel der Wahl. Andere sollten wir vielleicht besser füttern. Bis sie platzen.“

3. Influencer Marketing, wie man es nicht betreibt am Beispiel Axel Springer Verlag
(indiskretionehrensache.de, Thomas Knüwer)
Die „Welt“ betreibt sogenanntes „Influencer Marketing“ und hat Blogbetreiber angeschrieben, um über diese „Influencer“ ihr kostenpflichtiges Angebot „WELTplus“ zu promoten. Dies entbehrt in vielerlei Hinsicht nicht einer gewissen Tragikomik und wurde im Netz schon verschiedentlich kommentiert. (Mario Sixtus dazu auf Facebook: „Wenn der Springer-Verlag einerseits Blogger gewinnen will, auf Ihre WELT zu linken, andererseits Links via Leistungsschutzrecht zu einer gebührenpflichtigen Angelegenheit machen will, wie soll man diese Mail dann werten?“) Thomas Knüwer hat sich die Mühe gemacht und der „Welt“ zurückgeschrieben. Und dabei deutliche Worte gefunden.

4. Gott, Glück und Viktor Orbán
(taz.de, Tibor Racz)
Wer sich in Ungarn zukünftig über die Politik im Lande informieren will, wird es noch schwerer haben als in der Vergangenheit. Die größte Oppositionszeitung, die „Népszabadság“, hat den Eigentümer gewechselt und gehört nun einem regierungsfreundlichen Oligarchen. Tibor Racz stellt den neuen Besitzer vor, der in allerlei zweifelhafte Geschäfte verwickelt ist.

5. Geschickt gendern: „Habt ihr da einen an der Klatsche, wisst Ihr überhaupt, was Ihr anrichtet?“
(zebrabutter.net, Johanna Müller & Philipp Müller)
Verfasser von Verwaltungsdokumenten und sonstigen offiziellen Texten werden oft dazu angehalten, gendergerecht bzw. genderneutral zu formulieren. Dies kann zu leseunfreundlichen Wendungen oder umständlichen Paarformen wie „Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“ führen. Johanna Müller hat deshalb auf „geschicktgendern.de“ ein Genderwörterbuch mit Vorschlägen für gendergerechte Formulierungen eingerichtet. Sie hat darauf viel positives Feedback erhalten, sieht sich aber auch heftigen Angriffen und Beleidigungen ausgesetzt.

6. Lügenmaschine Trump und die «Lugenpresse»
(medienwoche.ch, Adrian Lobe)
Das Unwort von der „Lügenpresse“ hat nun auch die USA erreicht. Dort heißt es „Lugenpresse“ und wird von Trump-Anhängern in die Kameras gebrüllt. „Dass Trumps Anhänger nun den Vorwurf der «Lügenpresse» erheben, lässt tief blicken. Es zeigt eine radikale Systemkritik und ideologische Wahlverwandtschaft zwischen den Trumpisten in den USA und den Pegidisten in Deutschland, die lange Zeit beide dasselbe meinten, aber nun zum ersten Mal auch dasselbe aussprechen.“

Bausparfuchsterror, anonyme Quellen, Lückenpresse

1. Die „SZ“ macht den Blockblock
(taz.de, Peter Weissenburger)
Auf „sueddeutsche.de“ kann man jetzt keine Werbung mehr ausblenden. Ein Wagnis, findet Peter Weissenburger: „Nun wird sich zeigen müssen, ob die neue Politik NutzerInnen abschreckt oder sie sich auf den Deal einlassen: Entweder zahlen – oder Bausparfuchsterror. In jedem Fall ist löblich, dass sueddeutsche.de sich als Erster zum Spielverderber macht. Langfristig wird die Branche nämlich ohnehin überlegen müssen, wie sie mit steigender Online-Nutzung und sinkenden Printabonnements umgeht.“

2. “Wir hauen Dir die Geschichten um die Ohren”
(digtator.de, Christian Fahrenbach)
Stacy-Marie Ishmael leitet bei „BuzzFeed“ als „Managing Editor of Mobile“ das mobile Nachrichtengeschäft. Im Interview erzählt sie von der 2015 erschienenen Nachrichten-App. Es geht um Nutzerverhalten, Individualisierung und die Buzzfeed-Firmenphilosophie. Und einen Vorwurf, den die Managerin wohl öfter zu hören bekommt: „Wir schreiben die Push-Nachrichten nicht so, dass du klicken musst, um die Story zu erfahren oder die News zu verstehen. Das gilt aber für die gesamte BuzzFeed Philosophie. Die Leute sagen immer: „Oh, BuzzFeed macht Clickbait.“ Aber das ist nicht wahr. BuzzFeed macht Überschriften, die dir die komplette Geschichte um die Ohren hauen. Wir erzählen dir die Story in der Überschrift.“

3. Die Medienkonzerne verlieren Meinungsmacht
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Laut dem neuesten Medienvielfaltsmonitor der Landesmedienanstalten verlieren die großen deutschen Medienkonzerne immer mehr an Meinungsmacht. Meinungsbildner-Medium Nummer eins bleibe das Fernsehen, doch das Internet hole auf, sagt „dwdl“-Autor Timo Niemeier und dröselt die Zahlen detailliert auf.

4. «Rundschau»: SRF-Propaganda vs. Assad-Propaganda
(infosperber.ch, Stefan Schaer)
Stefan Schaer bemängelt die Syrien-Berichterstattung des „Schweizer Radio und Fernsehen“ (SRF). Der Sender falle seit Längerem durch einseitige Berichterstattung auf, wenn es um Konflikte mit NATO/US-Beteiligung gehe. Gegenstand seiner aktuellen Kritik ist die „SRF“-Sondersendung „«Rundschau»- Interview mit dem syrischen Präsidenten Assad“. Schaer bewertet die einzelnen Sendungsteile und macht den Sendungsmachern schwere Vorwürfe.

5. Über den Umgang mit anonymen Quellen
(de.ejo-online.eu, Alice Antheaume)
Die französische Journalistin Alice Antheaume beschäftigt sich mit der Frage, ob es vertretbar ist, anonyme Quellen zu benutzen. Anstoß zu dieser Überlegung waren Artikel von „Libération“ und „Le Parisien“: Der eine enthielt elf Quellen ohne Namen, der andere fünf unbenannte Quellen. Antheaume hat Verantwortliche dazu befragt und auch Medien wie die „New York Times“ oder den „Guardian“ mit in ihre Betrachtung aufgenommen.

6. Buchvorstellung und Diskussion: Ulrich Teusch – Lückenpresse
(youtube.com, Video, 1:34 Stunden)
Ulrich Teusch hat unlängst ein medienkritisches Buch vorgelegt: „Lückenpresse. Das Ende des Journalismus, wie wir ihn kannten“. Bei einer gemeinsamen Veranstaltung von Verlag und IG Metall haben Ulrich Teusch, Jens Berger, Stephan Hebel und Peter Zudeick über Buch und Thematik diskutiert.

Debattenkultur, Mediennutzung, Fußball-Rundumüberwachung

1. Die Psychologie hinter Online-Kommentaren
(krautreporter.de, Rico Grimm)
Rico Grimm hat sich mit dem Vorsitzenden der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung, Frank Richter, über unsere Debattenkultur unterhalten. Herausgekommen ist ein mit Erkenntnissen aus der Forschung unterfütterter Text, der sich der Thematik von verschiedenen Seiten nähert und soziologische und psychologische Faktoren berücksichtigt. (Der Beitrag ist die nächsten Tage noch lesbar und verschwindet dann wieder hinter der Paywall.) Dazu passend der vom Autor nachgelegte Beitrag: Wie Sie jemanden überzeugen, dass er falsch liegt

2. Mediennutzung von Menschen mit Behinderungen
(blmplus.de, Ingo Bosse)
Morgen wird auf den Medientagen München eine Studie der „Aktion Mensch“ und der Medienanstalten zum Thema „Mediennutzung von Menschen mit Behinderungen“ vorgestellt. Im Blog der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien beantwortet einer der Autoren vorab Fragen zu Ziel und Methodik der Studie.

3. Ganz schön normal
(sueddeutsche.de, Karoline Meta Beisel)
Seit vergangener Woche strahlt der amerikanischen Bezahlsender „HBO“ allabendlich eine neue Nachrichtensendung aus. Das Besondere daran: Sie stammt vom onlineausgerichteten Multimediakonzern „Vice“. Karoline Meta Beisel hat sich das Format für die „SZ“ angeschaut und sieht Licht und Schatten. Gelungen sei die Sendung dann, wenn sie aussehe wie Kindernachrichten für Große, so Beisel.

4. Sind dann bald mal alle im Netz?
(blog.br24.de, Christian Jakubetz)
Verblüffend: 2016 ist das Jahr mit dem größten Zuwachs bei der Internetnutzung seit langem. Trotzdem gibt es gewaltige Unterschiede innerhalb der Altersbereiche. Ein „digitaler Graben“ tue sich auf, so Christian Jakubetz in seiner Schlusszusammenfassung : „14 bis 29jährige sind demnach mehr als vier Stunden pro Tag online. Schon bei der nächsten Altersgruppe (30 bis 49) halbiert sich der Wert der Internetnutzung nahezu. Und bei den Menschen ab 70 sinkt er dann auf gerade mal noch auf eine knappe halbe Stunde. Was allerdings auch zeigt, dass die 14 bis 29jährigen die eigentlichen Treiber des digitalen Wachstums sind. Vor allem dann, wenn es um richtig intensive Nutzung geht.“

5. SC-Trainer Christian Streich fordert: „Weg mit den Richtmikrofonen!“
(baden.fm)
SC-Freiburg-Trainer Christian Streich hat sich gegen den Einsatz von Richtmikrophonen und Lippenlesern beim Fußball ausgesprochen. Wer Authentizität im Fußball fordere, könne eine solche Rundum-Überwachung nicht gutheißen. Hintergrund ist die Entscheidung des DFB-Sportgerichts, den Bayer-Leverkusen-Trainer Roger Schmidt wegen eines Wortgefechts mit einem Trainerkollegen für zwei Spiele zu sperren.

6. The 281 People, Places and Things Donald
Trump Has Insulted on Twitter: A Complete List

(nytimes.com, Jasmine C. Lee & Kevin Quealy)
Man hätte es auch andersherum machen können und die Sachen und Personen benennen können, die Donald Trump auf Twitter noch nicht beleidigt hat, doch die „New York Times“ hat sich für den anderen Weg entschieden und die aktualisierte Beschimpfungsliste des republikanischen Präsidentschaftsbewerbers veröffentlicht.

Vogue Arabia, Fake-Clown, Autorendasein

1. FAZ macht mobil
(oxiblog.de, Kathrin Gerlof)
„Das Leib- und Magenblatt der Wirtschaftselite polemisiert gegen Wachstumskritiker und behauptet, Wachstumskritik sei Rückschritt.“, fasst „Oxiblog“-Autorin Kathrin Gerlof einen Artikel der „FAZ“ zusammen. Gerlof stört sich sowohl an Inhalten als auch an Sprache des „FAZ“-Beitrags: „Rainer Hank hat sich für uns alle öffentlich auf die Couch gelegt. Herausgekommen ist ein Text voller Ressentiments, ein Lehrstück manipulativer Sprache und die Erkenntnis, dass es gut wäre, sich noch mal mit Präpositionen zu befassen.“

2. Debatte um mögliche „Spring doch“-Rufe in Schmölln
(mdr.de)
Es besteht immer noch Unklarheit darüber, ob Schaulustige dem Flüchtling, der sich im ostthüringischen Schmölln aus dem Fenster stürzte, „Spring doch“ zugerufen haben. Laut eines Berichts des „MDR“ sieht die Thüringer Polizei dafür keine Beweise. Auch die Einsatzkräfte hätten solche Rufe nicht bestätigt. Eine Mitarbeiterin der Einrichtung, in der der Somalier lebte, hat jedoch solche Rufe gehört, wie der Leiter der Einrichtung auf Nachfrage bestätigt.

3. Zur Not einen Porno schreiben
(faz.net, Maximilian Weingartner)
Am Wochenende ist die Frankfurter Buchmesse zu Ende gegangen. Maximilian Weingartner schreibt über die finanziellen Nöte von Autoren: „Jedes Jahr werden Autoren auf der Buchmesse wie Popstars gefeiert. Doch selbst wer Bestseller schreibt, hat es finanziell schwer. Wie bestreiten da erst die anderen ihr Leben?“ Weingartner holt den Rechenstift vor und unternimmt einige Beispielkalkulationen, die beweisen, dass sich das Dasein als Autor für die wenigsten lohnt. Zumindest finanziell.

4. Die Genugtuung der Außenseiter
(taz.de, Elisabeth Wagner)
Nächstes Jahr bringt der Verlag „Condé Nast“ die 22. internationale Ausgabe seines Hochglanzmagazins „Vogue“ auf den Markt: „Vogue Arabia“. Als Chefredakteurin fungiert die 41-jährige Deena Aljuhani Abdulaziz, eine Prinzessin aus dem privilegierten Umfeld des Scheichs und damit Teil einer absolutistisch herrschenden Elite. Als Redaktionssitz hat man sich jedoch nicht für das frauenfeindliche Riad, die Hauptstadt des Königreichs Saudi-Arabien, entschieden, sondern ist nach Dubai gegangen.

5. Die ganze Wahrheit
(tagesanzeiger.ch, Michèle Binswanger)
Die Medien leiden seit geraumer Zeit unter einer Vertrauenskrise, der Ruf des Journalismus hat gelitten, die Presse ist oft zum Feindbild geworden. Michèle Binswanger hat sich auf Ursachensuche begeben und sieht allen Widrigkeiten zum Trotz auch Positives: „Im Unterschied zu allen Meinungsmachern im Internet haben Journalisten Branchenregeln. Wenn wir Fehler machen, werden wir darauf behaftet, müssen wir überprüfen und allenfalls korrigieren. Wir müssen für unseren Bullshit geradestehen, und das motiviert uns, Bullshit zu vermeiden.“

6. Mord im Clownkostüm: Die Meldung ist frei erfunden
(zak.de, Michael Würz)
Im baden-württembergischen Balingen verbreitet sich die Nachricht über einen als Clown verkleideten Mann, der vor der örtlichen Volksbank einen anderen Mann erschossen habe. Doch die Meldung ist frei erfunden und wurde von einer dubiosen Webseite als „Fake-News“ in Umlauf gebracht.

Verfassungsbruch, Serienjunkies, Leere Stühle

1. BND-Gesetz: Verfassungsbruch mit Ansage
(reporter-ohne-grenzen.de)
Als „einen Verfassungsbruch mit Ansage“ bezeichnen die „Reporter ohne Grenzen“ die für heute geplante Verabschiedung des neuen BND-Gesetzes im Bundestag. Zukünftig soll die Überwachung ausländischer Journalisten im Ausland durch den Bundesnachrichtendienst erlaubt sein, was eine schwere Verletzung des Grundrechts auf Meinungs- und Pressefreiheit bedeute. „Dass die große Koalition ein so folgenschweres Gesetz ohne jeden Versuch einer Nachbesserung durchwinkt, zeugt von einer bemerkenswerten Geringschätzung nicht nur für die Kritik der Zivilgesellschaft, sondern auch für Grundrechte wie die Pressefreiheit. Künftig wird sich jedes repressive Regime, das ausländische Journalisten bei Bedarf auf der Grundlage schwammiger Gesetze überwachen will, auf das Vorbild Deutschlands berufen können.“

2. „Ich befand mich illegal im Zentrum der Welt“
(zeit.de, Louis Lewitan)
Michael Krüger leitete viele Jahre die Geschicke des Carl Hanser Verlags in München. Im Interview erzählt er von seinem ungewöhnlichen Werdegang vom Aushilfskellner in London zum Verlagschef und von den Schwierigkeiten, nach 45 Jahren als Verleger den Alltag zu meistern.

3. Sucht als Geschäft: Die Website „Serienjunkies“
(sueddeutsche.de, Charlotte Haunhorst)
Seit 2007 gibt es die Seite „Serienjunkies“. Von der anfänglich wenig beachteten Nischenseite hat man sich zum etablierten „Entertainment-Portal“ mit neun festangestellten Redakteuren und zwischen zwei und drei Millionen Besuchern im Monat entwickelt. Die „SZ“ hat sich mit den Serienjunkies aus Berlin-Friedrichshain über ihren Job, Hypes und Shitstorms unterhalten.

4. Servus TV bleibt trotz Shitstorm bei Sendungsthema
(futurezone.at)
Der zu Red Bull gehörende Fernsehsender Servus TV hat mit der Einladung von Martin Sellner, neurechter Aktivist und Leiter der Identitären Bewegung Österreich (IBÖ), zu „Talk im Hangar 7“ einen Shitstorm ausgelöst. Drei der fünf Gäste sagten ihre Teilnahme an der Diskussion über radikale Jugendliche ab, sollte der Sender an der Einladung von Sellner festhalten. Der Sender hielt daran fest und ließ die Stühle demonstrativ unbesetzt.

5. Jochen Wegner: „Balance zu unseren Gunsten“ „
(ndr.de, Daniel Bouhs, Video, 17:38 Min.)
Jochen Wegner, Chefredakteur von ZEIT Online, hat sich in die Leistungsschutzrechtsdebatte eingeschaltet, die durch EU-Kommissar Günther Oettinger und seine umstrittenen Äußerungen neu befeuert wurde. Wegner geht im Interview deutlich auf Abstand zu der geplanten Gesetzgebung.

6. Sende für keinen über dreißig
(faz.net, Axel Weidemann)
Axel Weidemann hat sich durch die Channel von „funk“ gezappt, das neue Jugendprojekt der Öffentlich-Rechtlichen. Wobei „gezappt“ das falsche Wort ist, denn es handelt sich um Onlinekanäle von Youtubern. Sein Fazit: „Auf lange Sicht dürfte es bei den vielen Formaten freilich schwierig werden, das Tempo zu halten. Als Nachwuchsschmiede sollte sich „funk“ in jedem Fall erweisen und auch bis dato unbekannteren Gesichtern den Weg ins lineare Fernsehen bereiten. Bis es eines Tages heißt: „Fernsehen ist vorbei.““

Dannundwann-rechtspopulistisch, Tichy, Trolle

1. „Tagesschau“ nennt AfD nicht immer „rechtspopulistisch“
(tagesspiegel.de, Joachim Huber)
Die „ARD“ will in ihren Nachrichtensendungen die AfD nicht mehr als „rechtspopulistisch“ bezeichnen. Jedenfalls nicht mehr so oft, denn man halte sie immer noch für rechtspopulistisch, wolle dies aber seltener sagen, wie Chefredakteur Gniffke im Tagesschau-Blog anmerkt. Frauke Petry, Bundesvorsitzende der rechtspopulistischen AfD, zeigte sich erfreut und postete rasch eine Bildtafel mit „Tagesschau erkennt AfD als demokratisch legitimierte Partei an“.

2. „Bezos will uns zu einer dominanten Kraft machen“
(manager-magazin.de, Philipp Alvares de Souza Soares)
Tracy Grant ist leitende Redakteurin bei der „Washington Post“ und Vorgesetzte von gut 700 Journalisten. Im Interview mit dem „Manager Magazin“ spricht sie über die Unabhängigkeit der US-Medien im Wahlkampf, warum sie die Tweets ihrer Redakteure kontrolliert und über den journalistischen Einfluss des Amazon-Gründers und Post-Eigentümers Jeff Bezos.

3. Dreimal „deutsch“ in einem Satz
(taz.de, Peter Weissenburger)
Peter Weissenburger hat sich für die „taz“ das neue politische Meinungsmagazin „Tichys Einblick“ angeschaut. „Ein neues liberal-konservatives Magazin wäre eine Chance, entfremdete Konservative abzuholen und sachliche Debatten zu liefern. Stattdessen reproduziert Tichys Einblick die alten rechtspopulistischen Muster: Probleme (Einwanderung) werden rhetorisch aufgeblasen statt angepackt. Der Gegner (Merkel) ist eindeutig – und ein mystisches Gut (Deutschland) ist in Gefahr. Das ist nicht besonders originell. Aber immerhin gibt’s das jetzt in ansprechendem Design.“

4. Weil wir dich lieben: Wie die BVG dank Social-Media cool wurde
(dirkvongehlen.de)
Peter Wittkamp ist ein kreatives Allround-Talent. Er schreibt unter anderem für die „heute show online“ und ist dafür verantwortlich, dass die „Berliner Verkehrsbetriebe“ (BVG) im Netz so beliebt sind. Dirk von Gehlen hat sich mit dem Autor über seine Arbeit unterhalten.

5. „Wir Journalisten verteilen unsere Inhalte ziemlich blöd und naiv“
(gruenderszene.de, Michel Penke)
Michel Penke berichtet auf „Gruenderszene“ über ein journalistisches Startup. „xMinutes“ heißt die von einem Datenjournalisten betriebene App mit individualisierten News. Man hat sich bereits zahlreiche Medienmarken in die App geholt und will Anfang Dezember in die geschlossene Beta-Phase gehen. Mehrheitsinvestor sei Google, die Firma habe jedoch kein Mitspracherecht bei der Entwicklung und auch die Daten würden nicht weitergegeben.

6. Trolle füttern bis sie platzen: Warum du einmal pro Tag einem Netz-Unruhestifter widersprechen solltest
(t3n.de, Martin Weigert)
Eigentlich sollte man Trolle im Netz nicht beachten („Don´t feed the troll!“). Abweichend davon plädiert Martin Weigert in seiner Kolumne dafür, die Online-Unruhestifter mit Kommentaren zu überhäufen. „Wenn jeder User und jede Userin nur einmal täglich bei Facebook oder Twitter auf einen einzigen Troll-Kommentar reagiert, dann prasseln auf die paar zehntausend oder im schlimmsten Fall wenigen hunderttausend Troll-Konten Tag für Tag Millionen an Gegen-Kommentaren ein. Es geht gar nicht darum, ein langes Streitgespräch zu führen oder argumentativ zu brillieren – nicht allen ist das Diskutieren in die Wiege gelegt. Es genügt, einmal kurz den Inhalt eines Troll-Kommentars mit einem konträren Fakt, einer kritischen Rückfrage oder einer satirischen Bemerkung in Frage zu stellen. Einfach um zu zeigen: „Ich widerspreche.““

Übles Fernsehspiel, AfD-Besuch, Haftbefehl vom „rbb“

1. „Terror“ – Ferdinand von Schirach auf allen Kanälen!
(Thomas Fischer, zeit.de)
Thomas Fischer, Bundesrichter in Karlsruhe und bekannter „Zeit“-Kolumnist, hat sich den vieldiskutierten Fernsehfilm „Terror“ angeschaut, die Verfilmung des gleichnamigen Theaterstücks von Ferdinand von Schirach. Ein „übles Spiel zu Lasten der Bürger“ nennt er es, was Autor, Verlag und Medien dort betreiben würden. Fischer in gewohnt direkter Weise: „Die lieben Zuschauer werden nach Strich und Faden verarscht, und zwar sowohl vom rechtsgelehrten Autor als auch vom quotengeilen Sender. Ihnen werden Belehrungen über die Rechtslage zuteil, die hinten und vorne falsch sind und die entscheidende Fragestellung gar nicht enthalten. Auf dieser Bananen-Ebene dürfen sie dann „abstimmen“ und „über das Schicksal eines Menschen entscheiden“. Eine Kunst, die aus Lüge, Denkfaulheit und Inkompetenz besteht, ist nicht mehr als die Imitation ihrer selbst.“

2. Terror als Populisten-Porno
(sueddeutsche.de, Heribert Prantl)
Auch der Journalist und Jurist Heribert Prantl findet kritische Worte zur Schirach-Verfilmung. Der Film würde kluge ethische Fragen aufwerfen, die Zuschauer aber zugleich zu „Deppen“ erklären: „Schirach und die ARD haben fälschlicherweise so getan, als gäbe es beim Urteilsspruch nur die Alternative Freispruch oder lebenslang. Schirach und die ARD haben der bloßen Spannung wegen die Zuschauer genarrt, sie haben sie zu einer Entscheidung genötigt, die es in Wahrheit so nicht gibt. Sie haben so getan, als müsse man das Recht verraten, um ihm Genüge zu tun: Sie haben dem Zuschauer verschwiegen, dass das Recht einen Täter schuldig sprechen und ihn trotzdem milde oder gar nicht bestrafen kann.“

3. „Deutschland wirkt in letzter Zeit sehr verzagt“
(welt.de, Christian Meier)
Thomas Roth verlässt die „Tagesthemen“. Sein Nachfolger wird der US-Korrespondent Ingo Zamperoni, der ausgerechnet in der heißen Phase des US-amerikanischen Wahlkampfs wieder zurück nach Deutschland wechselt. Im Interview geht es um seinen neuen Job als Anchorman des Ersten, aber natürlich auch um die Wahlentscheidung in den USA.

4. ‚Planen sie was?‘ – AfD Parteitag in Henstedt-Ulzburg
(janzegal.de, Carsten Janz)
Carsten Janz ist für den „NDR“ nebst Kameramann zum AfD-Parteitag nach Henstedt-Ulzburg (Schleswig-Holstein) gereist: „Das kann ja alles nicht so stimmen, was über die AfD berichtet wird – habe ich mir gedacht. In Schleswig-Holstein ist das nicht so schlimm – habe ich gehofft. Ausreißer gibt es sicherlich, aber im Gros wird es halbwegs gesittet von Statten gehen – vermutete ich. Doch leider kam alles anders.“

5. Lügen, Lücken und Mediendiät
(medienwoche.ch, Lothar Struck)
Lothar Struck hat sich in einem großen Beitrag gleich drei wichtige und aktuelle Bücher zur Medienkritik vorgenommen: Uwe Krügers „Mainstream“, Ulrich Teuschs „Lückenpresse“ und „Redaktionsschluss“ von Stephan Schulz. In seiner Dreier-Rezension geht er auf die unterschiedlichen Perspektiven der Autoren ein und ergänzt, was ihm noch wichtig erscheint.

6. Nicht gezahlt – Haftbefehl
(taz.de, Anne Fromm)
Eine in Brandenburg lebende Frau weigert sich, ihre Rundfunkbeiträge zu leisten. Mit der Begründung, sie würde am Existenzminimum leben. Nun droht ihr Haft. Anne Fromm in der „taz“ dazu: „Welcher Haftbefehl ist schon verhältnismäßig, wenn es um ein paar Hundert Euro Rundfunkbeitrag geht? Ein Tag in einem Brandenburger Gefängnis kostet laut brandenburgischem Justizministerium 146,87 Euro – halb so viel, wie Kathrin Weihrauch dem rbb schuldet. Dazu kommt ein immenser Imageschaden für die Rundfunkanstalten.“

Terror-Volksabstimmung, Trump, Goldener Oktober

1. Ex-Minister Baum kritisiert ARD-Film „Terror – Ihr Urteil“
(abendblatt.de, Theresa Martus)
In der Filmversion von Ferdinand von Schirachs Theaterstück „Terror“ konnten die Zuschauer über Schuld oder Unschuld eines Piloten abstimmen, der einen Flieger mit 164 Menschen an Bord abschießt, um einen von ihm befürchteten Terroranschlag zu verhindern. Der ehemalige Bundesinnenminister Gerhart Baum hat ein Urteil erstritten, in dem derartige Abschüsse verboten werden und kritisiert die Abstimmung: „Die Würde des Menschen darf nicht qualitativ oder quantitativ bewertet werden. Ein todgeweihtes Leben ist genauso viel wert wie ein Leben mit Zukunft, fünf Leben sind genauso wertvoll wie 50 oder 5.000. Das ist unsere Verfassung, so, wie sie von Anfang an interpretiert worden ist. Der Kampf gegen den Terror darf uns nicht veranlassen, den Boden des Rechts zu verlassen. Diesen Gefallen dürfen wir den Terroristen nicht machen. Und es gibt eben kein Allheilmittel gegen das Risiko.“
Weiterer Lesetipp: Die TV-Kritik von Ruth Schneeberger in der „SZ“: Die TV-Zuschauer stimmen gegen das Grundgesetz

2. Christoph Bauers Operation an den Herzkammern des Verlages
(horizont.net, Uwe Vorkötter)
Beim Medienunternehmen DuMont wird seit einiger Zeit umgebaut, doch die derzeitig anstehenden Änderungen könnten elementar sein. Eine „Operation an den Herzkammern des Verlages“ sei es, die der CEO der DuMont Mediengruppe da durchführe. Uwe Vorkötter schreibt bei „Horizont“ über die unterschiedlichen Interessenlagen und die sich daraus ergebenden Szenarien für ein Medienimperium im Wandel.

3. Trump treibt den Journalismus in einen Ausnahmezustand
(welt.de, Clemens Wergin)
Donald Trump bricht so ziemlich alle Regeln des Wahlkampfs. Immer mehr US-Journalisten schlagen zurück, geben ihre Neutralität auf – und riskieren so, Trump am Ende unfreiwillig zu helfen, so Clemens Wergin in der „Welt“.

4. Warum Sachsens Medienanstalt keine Online-Verstöße ahndet
(flurfunk-dresden.de, Klaus-Dieter Müller)
In zwölf Bundesländern sind die Landesmedienanstalten auch für Telemedien zuständig. Nur der Freistaat Sachsen und drei weitere Landesregierungen haben die Aufgabe an staatliche Behörden delegiert. Dies führt zu einer für die Nutzer kaum zu durchschauenden Gemengelage, so der „Flurfunk Dresden“: „Sie heißt zwar Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM). Aber für das, was die meisten Leute unter „neuen Medien“ verstehen, sind die Regelwächter erstaunlicherweise nicht zuständig. Wenn zum Beispiel ein sächsischer Privatsender auf seiner Website rechte Hetze verbreitet oder bei Facebook ein fragwürdiges Gewinnspiel startet: Dann ist es nicht Sache der Landesmedienanstalt, das zu unterbinden.“

5. Journalisten: Nutzt die neuen Werkzeuge, sonst tun es andere
(lousypennies.de, Stephan Goldmann)
Stephan Goldmann sieht Journalisten in der Pflicht, sich der Kommunikation mit den Lesern zu stellen: „Wenn Ihr den Auftrag als Vierte Macht im Staate noch ernst nehmt, dann geht dahin, wo es weh tut, wo die Konflikte der heutigen Zeit ausgetragen werden. Pegida, Verschwörungstheoretiker, Hetzpropaganda nutzen diese Werkzeuge mit Erfolg. Sie ihnen einfach zu überlassen, wäre der Tod des Journalismus zugunsten von Propaganda. Darum kämpft endlich um die Köpfe und Herzen der Leser – auf Social, in den Kommentarspalten und auf den Suchmaschinen.“

6. Der goldene Oktober der „Bild“
(twitter.com, Jörg Lorenz, Video 01:54 Min.)
Jörg Lorenz alias @A3803 hat sich die Wetterprognosen von @WetterExperte und @BILD angeschaut und eine visuelle Verifikation gebastelt.

Trump-Bots, Afrika, Nichtigkeiten

1. Die BBC – so hochgelobt wie umstritten
(sueddeutsche.de, Christian Zaschke)
Die vielgelobte „BBC“ hat in Großbritannien keinen leichten Stand und wird von politischer Seite immer wieder attackiert. Doch der Sender genießt in der Bevölkerung eine enorme Popularität. „Ihr Spitzname ist „Tantchen“, sie gehört zur Familie. Sie hat eine emotionale Bedeutung für Großbritannien, eine Bindung zum Land, und selbst die konservativsten unter den Tories wissen, dass sie sich mit der Abschaffung der BBC wenig Freunde machen würden.“

2. Duell der Wahlbots
(faz.net, Adrian Lobe)
Die Zahlen, die das Online-Tool „Twitteraudit“ über Donald Trumps Follower ausspuckt, sind erschreckend. 12,4 Millionen Follower hat der Präsidentschaftsbewerber, bei 4,6 Millionen davon soll es sich um Fake-Accounts handeln. Adrian Lobe schreibt über das Phänomen „Wahlbots“: „Der politische Diskurs scheint sich immer mehr in ein automatisiertes System zu verwandeln, bei dem Maschinen (Algorithmen, Bots, virtuelle Assistenten) dem Menschen Informationen vorsetzen und der Bürger mit seiner Partizipation nur noch Daten für die Meinungsmaschinerie erzeugt.“

3. Mit Podcasts in den Wahlkampf
(nzz.ch, Oliver Fuchs)
Oliver Fuchs hat sich für die „NZZ“ den amerikanischen Wahlkampf angeschaut. Seine Feststellung: „Jedes neue Medium hat den Wahlkampf in den USA grundlegend verändert. Im Jahr 1924 war es das Radio, 1960 das Fernsehen. 2008 prägten Facebook und Twitter den politischen Wettbewerb. Nun kommen Podcasts ins Spiel.“

4. Afrika-Milizionäre in Deutschland
(ndr.de, Daniel Bouhs, Video 04:55 Min.)
Die „taz“-Journalisten Dominic Johnson und Simone Schlindwein wurden für ihre Berichterstattung über afrikanische Kriegsverbrecher vom Journalistenverband Berlin-Brandenburg ausgezeichnet. Daniel Bouhs hat mit den Preisträgern gesprochen und sie gefragt, wie gefährlich ihre Arbeit im Kriegsgebiet ist und warum sie sich oft über die Afrika-Berichterstattung deutscher Medien ärgern.

5. Auf ins Pegida-Land
(zeit.de, Matthias Daum)
Die Kulturchefin des Schweizer Fernsehens Nathalie Wappler verlässt Zürich und wird Programmdirektorin beim Mitteldeutschen Rundfunk. Matthias Daum hat sie in der Schweiz-Ausgabe der „Zeit“ zu den Hintergründen befragt.

6. Jetzt spricht – der Zwischenhändler der Nichtigkeiten
(dwdl.de, Hans Hoff)
„DWDL“-Kolumnist Hans Hoff hat ein neues Berufsziel: „Den ganzen Tag am Schreibtisch sitzen, soziale Netzwerke durchforsten und auf mehr oder weniger belanglose Reaktionen hoffen. „Jetzt spricht…“ in die Überschrift – und fertig ist der Artikel.“

Trumpismus, Eltern, Wetten, dass..?

1. Die Medien und der Donald: Wer macht den Trump?
(ndr.de, Andrej Reisin)
Haben die Medien Schuld an Donald Trumps Aufstieg? So viel Medienpräsenz wie Trump hatte noch keiner. Laut „New York Times“ vereinte Trump nahezu doppelt so viel unbezahlte Sendezeit auf sich wie alle anderen republikanischen Kandidaten im Vorwahlkampf zusammen. Entsprechend frustriert reagieren Ron Nehring und Alice Stewart von „Ted Cruz for President“. Scott Goodstein, verantwortlich für die Social Media Kampagne des Demokraten Bernie Sanders, findet hingegen anerkennende Worte. Trump sei es gelungen, mit vielen seiner nächtlichen Tweets das Thema des nächsten Tages zu setzen.

2. Die Zeitschrift „Eltern“ wird 50
(ndr.de, Katrin Spranger, Video, 2:27 Min.)
Die Zeitschrift „Eltern“ wird 50. Katrin Spranger vom „NDR“ hat die Zeitschrift besucht und mit „Eltern“-Chefredakteurin Marie-Luise Lewicki über den Kampf gegen mittlerweile 30 Konkurrenz-Blätter gesprochen.

3. Warnschuss für Alternativmedien
(taz.de, Bernd Pickert)
In Kuba wächst der Druck auf Journalisten. Aktuell wurde eine Gruppe von Reportern festgenommen, die über die Folgeschäden des Hurrikans „Matthew“ berichten wollten. Sie wurden zwar im Verlaufe des Tages wieder freigelassen, ihnen wurde aber verboten, das Gebiet erneut zu betreten.

4. Journalist entführt und gefoltert
(reporter-ohne-grenzen.de)
„Reporter ohne Grenzen“ ist schockiert über die Entführung und Folterung eines Journalisten im Südsudan. Der Reporter habe über die Wirtschaftskrise und Korruption berichtet und Präsident Salva Kiir und dessen Familie für Armut und Hunger verantwortlich gemacht. Nun wurde er entführt, gefoltert und nach drei Tagen schwer verletzt auf einem Friedhof zurückgelassen.

5. Dezente Reform des britischen Rundfunks
(medienwoche.ch, Peter Stäuber)
Die BBC kann sich über eine elfjährige Verlängerung ihrer Konzession mit moderaten Anpassungen freuen. Der von einigen erwartete Todesstoss für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk blieb aus. Trotzdem werde der Druck anhalten, die BBC sei weiterhin darauf angewiesen, durch den Verkauf von Inhalten Geld zu generieren.

6. Gockeln wie einst Gottschalk
(sueddeutsche.de, Carolin Gasteiger)
Carolin Gasteiger hat sich den ersten Teil von Jan Böhmermanns „Wetten, dass..?“-Neuverfilmung angesehen: „Wie bei den Rolling Stones gilt auch für Böhmermann: Wahre Fans werden ihn auch in der Wetten, dass..?-Kulisse lieben. Alle anderen befällt vielleicht ein bisschen Wehmut – und später sicher Erleichterung, dass die Sendung vorbei ist.“

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