Archiv für 6 vor 9

Julian Assange, Ottmar Hitzfeld, Kurt Westergaard

1. „Snowdens Deutschland-Akte: Die Dokumente im PDF-Format“
(spiegel.de)
„Spiegel Online“ veröffentlicht 53 PDF-Dateien aus den Snowden-Leaks, teilweise mit Deutschland-Bezug. Siehe dazu auch „Abkürzungen erklärt: So lesen Sie die NSA-Dokumente“ (spiegel.de).

2. „Assange wohnt, wo das WC war“
(tagesanzeiger.ch, Peter Nonnenmacher)
Seit 730 Tagen wohnt Julian Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London: „Zu diesem Zweck schieben in der ­Regel mindestens drei Polizisten vor No 3 Hans Crescent in London SW1X Wache. Der edwardianische Wohnblock, in dem sich das Botschaftsappartement ­befindet, ist rund um die Uhr umstellt. Über 12’000 Franken pro Tag verschlingen die Sicherheitsmassnahmen nach Polizeiangaben insgesamt. Auf 9 Millionen Franken summiert sich die Rechnung bisher.“

3. „Ringier/ Hitzfeld: Ein spezielles Doppelmandat“
(bilanz.ch, Ueli Kneubühler)
Der Vertrag des Trainers der Schweizer Fußball-Nationalmannschaft mit dem Ringier-Verlag: „Man stelle sich vor, Jogi Löw, Trainer des deutschen Fussballnationalteams, hätte einen Beratervertrag mit der Boulevardzeitung ‘Bild’. Das ist in Deutschland undenkbar. In der Schweiz ist es Realität.“

4. „Why Audiences Hate Hard News—and Love Pretending Otherwise“
(theatlantic.com, Derek Thompson, englisch)
Was Leser klicken: „The more attention-starved we feel, the more we thirst for stimuli that are familiar. We like ice cream when we’re sad, old songs when we’re tired, and easy listicles when we’re busy and ego-depleted. (…) In this light, there are two problems with hard news: It’s hard and it’s new.“

5. „‘Ich bin eine Persona non grata’“
(fr-online.de, Klaus Staeck)
Karikaturist Kurt Westergaard wird befragt von Klaus Staeck: „Dass wir in Dänemark unsere muslimischen Mitbürger satirisch darstellen, bedeutet nicht Exklusion, sondern Inklusion in die Gesellschaft. Sie werden satirisch behandelt genau wie ethnische Dänen.“

6. „WAR PORN“
(kwerfeldein.de, Martin Gommel)
Martin Gommel liest den Fotoband „War Porn“ von Fotograf Christoph Bangert.

Reichweite, Tanzgruppe, ISIL

1. „Krautreporter am Start“
(anmutunddemut.de, Benjamin Birkenhake)
Benjamin Birkenhake findet es gut, dass die Krautreporter ohne den Druck, Online-Reichweite aufzubauen, an den Start gehen können, denn: „Online-Reichweite aufzubauen bedeutet fast zwangsläufig, sich der Bild-Zeitung und Heftig.co anzunähern.“ Und er bittet darum, das gesammelte Geld für Texte einzusetzen: „Fast jeder Euro für Technik und Design ist vergeudet. Um besseren Online-Journalismus zu machen, reicht ein Standard-Wordpress mit einem netten Theme voll und ganz aus.“

2. „Putins Internetpiraten“
(nzz.ch, Christian Weisflog)
„50 Kommentare auf Nachrichtenportalen, 50 Kurznachrichten auf Twitter und die Bewirtschaftung von sechs Facebook-Seiten“, das sei das Tagessoll eines im Auftrag der russischen Regierung bezahlten Kommentarschreibers, berichtet Christian Weisflog: „Die Trolle erhalten von den Leitern der Agentur exakte Anweisungen, zu welcher Tageszeit sich die Kommentierung am meisten lohnt und mit welcher Sprache sie das gewünschte Echo in den Foren erzielen. Das Ziel ist es, mit möglichst derben Kommentaren eine Diskussion zu provozieren. Dabei wird den Trollen aber empfohlen, die jeweilige Zensurpolitik zu berücksichtigen und den Bogen nicht zu überspannen.“

3. „Kommentar: Stefan Laurin über den derzeit wohl gefährlichsten Medienpolitiker und seinen Griff in die Kasse“
(newsroom.de, Stefan Laurin)
Stefan Laurin macht auf ein Gesetzvorhaben im NRW-Landtag aufmerksam: „Erstmals werden, wenn auch mit eher überschaubaren Mitteln, aus der Haushaltsabgabe private Medien finanziert – und hängen dabei vom Wohl und Wehe partei- und verbandspolitischer Gremien ab.“

4. „Is it ISIL or ISIS in Iraq?“
(blog.ap.org, Tom Kent, englisch)
Tom Kent begründet, warum die Organisation Islamischer Staat im Irak und der Levante besser mit ISIL statt mit ISIS abgekürzt wird.

5. „Änderung unserer Nutzungsbedingungen: Verpflichtung zur Offenlegung“
(blog.wikimedia.org)
Wikipedia ändert die Nutzungsbedingungen für PR-Arbeiter: „Wenn Sie für Ihre Bearbeitung bezahlt werden, müssen Sie diese bezahlte Bearbeitung offenlegen, um die neuen Nutzungsbedingungen einzuhalten. Sie müssen Ihre Zugehörigkeit in Ihrer Bearbeitungszusammenfassung, Benutzerseite oder Diskussionsseite angeben, um Ihre Perspektive fair offenzulegen.“

6. „Brasilianischer Tanzgruppe gelingt Flucht aus WM-Studio des ORF“
(dietagespresse.com)

Frank Schirrmacher, Krautreporter, Chelsea Manning

1. „BILD-Studientrilogie: Nicht die Ereignisse bestimmen die Berichterstattung, sondern die eigene Vorhersage“
(carta.info, Wolfgang Storz und Hans-Jürgen Arlt)
Wolfgang Storz und Hans-Jürgen Arlt stellen den Journalismus der „Bild“-Medien als „Kanonenfutter für die Rendite“ dar, er werde nicht als „respektables Handwerk, dessen Regeln den Geschäften Grenzen setzt“, betrieben: „Pressefreiheit wird als Gewerbefreiheit verstanden, journalistische Unabhängigkeit als Möglichkeit missbraucht, die eigenen Interessen ohne Rücksicht auf alles andere zu bedienen.“

2. „Informationen, fünf mal aufgekocht bitte“
(malguckenwielangeichblogge.blog.de)
Berichterstattung, die basiert auf einer kurzen Medienmitteilung des Managements von Michael Schumacher, zum Beispiel auf n-tv.de: „Der einzig relevante Artikel ist derjenige, in dem die Pressemitteilung seiner Managerin im Wortlaut geschrieben wird. Alles andere ist für das Klickvieh unter den Internetusern, die tatsächlich daran glauben, hinter den fünf verschiedenen Links fünf verschiedene Inhalte zu finden.“ Siehe dazu auch „RTL Aktuell Spezial: ‘Schumacher ist sicher nicht in einem ganz top-fitten Zustand’“ (faz.net, Stefan Niggemeier).

3. „Wie ich Frank Schirrmacher nicht kennenlernte“
(kutter.antville.org)
Der Kutter schreibt zum Tod von Frank Schirrmacher: „Manche Nachrufe auf Schirrmacher lesen sich wie Heiligsprechungen. Mir persönlich bleibt er weniger als Großfeuilletonist, Thesenmaschine, Debattenanzettler oder Ausnahmezustands-Apokalyptiker in Erinnerung, sondern als jemand, dem die Entdeckung abseitiger Adressen diebische Freude bereitete und dem seine Begeisterung auch für kleine Albernheiten nicht zu schade war.“

4. „Die Ambivalenz, die geistige Überlegenheit in sich trägt“
(ueberschaubarerelevanz.com)
Muriel Silberstreif findet den FAZ-Nachruf auf Frank Schirrmacher von Edo Reents, „Ein sehr großer Geist“, etwas übertrieben: „Ihr dürft es mir gerne sagen, wenn ihr es anders seht, aber mir kommt dieses intellektuelle Säbelgerassel schon äußerst armselig vor, und ich kenne Frank Schirrmacher wie gesagt nicht, und habe aus den geringen Erfahrungen mit seinem Werk schon ehrlich gesagt den Eindruck gewonnen, dass er mit mir nicht viel gemein hatte, aber ich zumindest würde mich gleich noch ein paar Meter tiefer in den Boden schämen, wenn ich wüsste, dass jemand nach meinem Tod so prahlerischen Mist über mich schreiben würde.“

5. „die unterstützer der krautreporter“
(achim-tack.org)
Wie sich kleine und große Spenden aufteilen beim am letzten Freitag zustandegekommenen Crowdfunding der Krautreporter.

6. „The Fog Machine of War“
(nytimes.com, Chelsea Manning, englisch)
In einem Gastbeitrag schreibt Whistleblower Chelsea Manning über in die US-Armee eingebettete Journalisten. „Reporters naturally fear having their access terminated, so they tend to avoid controversial reporting that could raise red flags.“

Exklusiv, Bloomsday, Tatort

1. „BamS klaut und kämpft für Franz gegen die FIFA-Russenmafia“
(jensweinreich.de)
Jens Weinreich schreibt zur gestrigen Titelgeschichte der „Bild am Sonntag“, „Der FIFA-Boss und die Russen-Mafia“: „Sieht man von einigen falschen Details und aufgeblasenen Formulierungen (‘heißt es aus deutschen Sicherheitskreisen’) ab, die wohl eher nicht stimmen, dann hat BamS im Grunde nur abgeschrieben und in pubertäre Zusammenhänge gebracht, was im Herbst 2008 in diesem Blog ‘exklusiv’ vermeldet wurde.“

2. „‘Bild’ stürzte Wulff mit einer Falschmeldung. Das kümmert aber keinen.“
(stefan-niggemeier.de)
„Ist es nicht bemerkenswert, dass Wulff am Ende durch eine Falschmeldung der ‘Bild’-Zeitung zu Fall gebracht wurde?“, fragt Stefan Niggemeier zum Rücktritt von Christian Wulff am 17. Februar 2012. „Offenbar nicht. Kaum jemand hat darüber berichtet.“

3. „Vernarrt in die Verfehlung“
(zeit.de, Ursula März)
Das RTL-Boulevardmagazin „Exclusiv“, moderiert von Frauke Ludowig: „Die Zeiten, in denen Boulevardfernsehen nichts anderes vorhatte, als erstaunliche oder mondäne Geschichten aus der Starwelt zu erzählen, sind wohl passé. Die Sprache, die in Exclusiv gesprochen wird, erinnert vielmehr an eine Untersuchungskommission, die ihre Arbeit aufnimmt, weil sie einer bösen Vermutung auf den Grund gehen muss.“

4. „Putins Trolle“
(sueddeutsche.de, Julian Hans)
Julian Hans wertet „interne Dokumente und E-Mails leitender Mitarbeiter“ einer „Agentur zur Analyse des Internets“ mit rund 600 Mitarbeitern in St. Petersburg aus, „die eine Gruppe anonymer Informanten im Internet zugänglich gemacht hat“.

5. „‘Nach Kuh-Schweizer-Deutsch darf es ja dann auch nicht klingen’“
(tagesanzeiger.ch, Simon Knopf)
Urs Fitze, Bereichsleiter Fiktion des Schweizer Fernsehens, nimmt Stellung zur Frage, warum der Schweizer „Tatort“ die schlechtesten Quoten einfährt. „Die ARD möchte, dass man das Schweizerische auch in der Synchronfassung hört. Für uns bedeutete dies aber einen Spagat. Nach Kuh-Schweizer-Deutsch darf es ja dann auch nicht klingen. Also müssen wir subtil arbeiten. Die Schauspieler sprechen Hochdeutsch, sagen aber ‘Grüezi’ oder verwenden Helvetismen wie Pneu oder Trottoir.“

6. „Bloomsday 2009″
(youtube.com, Video, 46:44 Minuten)
Ein Zusammenschnitt von Szenen, die am 16. Juni 2009 im deutschen Fernsehen zu sehen waren. Siehe dazu auch „Die Tour kann beginnen: Bloomsday 2014″ (fernsehkritik.tv, Fernsehkritiker).

Dortmund, Pöbler, Turing-Test

1. „Fortsetzung eines verkorksten Krisenmanagements“
(sueddeutsche.de, Ralf Wiegand)
Ralf Wiegand sammelt Reaktionen auf das Buch „Ganz oben, ganz unten“ von Christian Wulff. Siehe dazu auch „Wo Wulff Recht hat“ (zeit.de, Ludwig Greven).

2. „Offener Brief an WELT am SONNTAG, anlässlich des Beitrags ‘Was tun mit Extremisten im Stadtrat?’“
(marco-buelow.de)
SPD-Politiker Marco Bülow schreibt einen offenen Brief (PDF-Datei) an Jan-Eric Peters, in dem er sich über die Darstellung der „Vorfälle am Wahlabend des 25. Mai in Dortmund“, wie sie im Artikel „Was tun mit Extremisten im Stadtrat?“ in der „Welt am Sonntag“ beschrieben sind, beschwert: „Der ganze Ablauf ist nicht nur verzerrt sondern völlig falsch dargestellt worden! Einem Rechtsextremisten der friedlich ohne marodierende Schläger ins Rathaus gekommen wäre, hätte sich niemand in den Weg gestellt, auch wenn er natürlich nicht willkommen gewesen wäre.“

3. „Plöchinger: ‘Die Pöbler hart wegmoderieren’“
(derstandard.at, Oliver Mark)
Ein Interview mit Stefan Plöchinger, dem Chefredakteur von Sueddeutsche.de: „Bei uns beschweren sich inzwischen reihenweise Leser über Kommentare anderer Leser. Wir fragen uns: Senden wir die richtigen Signale an die Mehrheit unserer Leser, wenn immer wieder eine Minderheit von Trollen ansetzt, den Raum unter Artikeln für Rüpeleien zu kapern?“

4. „Ringel, Ringel, Reihe“
(freitag.de, Axel Brüggemann)
Axel Brüggemann macht sich Gedanken über Recherche-Kooperationen zwischen privaten und öffentlich-rechtlichen Medien.

5. „No, A ‘Supercomputer’ Did NOT Pass The Turing Test For The First Time And Everyone Should Know Better“
(techdirt.com, Mike Masnick, englisch)
Siehe dazu auch „Doch, Journalismus im Netz ist kaputt“ (netzwertig.com, Martin Weigert).

6. „Gedanken zum Tod von Frank Schirrmacher“
(plus.google.com, Wolfgang Blau)
Wolfgang Blau schreibt zum Tod von Frank Schirrmacher: „Ich erinnere mich an Zeiten, in denen er versuchte, mich als digitalen Neo-Liberalen zu brandmarken, doch ich habe ihn immer dafuer bewundert, mit welcher Wucht, aber auch Bescheidenheit er sich bemuehte, das Internet und dessen gesellschaftliche Auswirkungen zu verstehen und anderen zu erklaeren. Er lernte in aller Oeffentlichkeit.“

Hackfleischbrötchen, Hillsborough, Christian Wulff

1. „Wulff bleibt Wulff – wie’s singt und lacht“
(ndr.de, Video, 5:09 Minuten)
Boris Rosenkranz besucht die Pressekonferenz (youtube.com, Video, 53 Minuten) zum Buch „Ganz oben, ganz unten“ von Christian Wulff und stellt Fragen, unter anderem an „Bild“-Mitarbeiter Peter Thiede.

2. „Itzkovitchs Kanone“
(blog.tagesanzeiger.ch/deadline, Constantin Seibt)
Im Journalismus treffe die „Meritokratie des Handwerks“ (Journalisten) auf die „Meritokratie der Effizienz“ (Verlage): „Das heisst, dass einige der ehrgeizigsten Werke der Teppichetage – Synergien, Einsparungen, Kooperationen – von den Journalisten als Sabotage begriffen werden. Während die zentrale Schwäche der Journalisten ist, dass sie kein Geschäft machen wollen, sondern diesen Job.“

3. „Journalisten in der DDR: Der willige Propagandist?“
(freiepressevolontaere.wordpress.com, Jürgen Freitag)
Redakteure der „Freien Presse“ erinnern sich an ihre Zeit in der DDR. Viola Martin: „Ich musste mal jede Menge Stellungnahmen abgeben, nur weil ich geschrieben hatte, dass es abends in Limbach-Oberfrohna kein Brot mehr gab. Und das stimmte.“

4. „Uberflieger des Journalismus“
(gestern-nacht-im-taxi.de, Sash)
Sascha Bors liest Zeitungsberichte zu Taxi-Apps: „Als Fazit bleibt bei mir hängen, dass die Zeitungen wie immer schon die beiden Apps durcheinanderbringen und sich irgendwie auf ‘das Internet’ als Gegner eingeschossen haben. Ein bisschen komisch, wo die Fahrtvermittlung per App – sei es mit taxi.eu durch die traditionellen Zentralen oder mit z.B. MyTaxi als neuem Anbieter – längst einen großen Raum einnimmt. Aber ‘das Internet’ ist ja auch im Journalismus Schuld an allem Übel, wie sollte es beim Taxigewerbe anders sein?“ Siehe dazu auch „Was Taxifahrer und Journalisten verbindet“ (carta.info, Wolfgang Michal).

5. „Mit dem Zweiten wirbt man besser“
(kontextwochenzeitung.de, Jürgen Lessat)
Das ZDF zeigt „industrielle Hackfleischbrötchen“ im besten Licht: „Die Kamera wechselte zwischen saftigen Fleischfladen und hübschen Testerinnen, schnelle Schnitte führten von blitzenden Grillküchen auf grüne Kuhweiden, alles untermalt mit flotter Chart-Mucke, die nur abebbte, wenn Experte Müller oder eine verführerische Stimme aus dem Off die Ergebnisse in den sieben Testdisziplinen verkündete. Und damit auch der dümmste Zuschauer kapierte, um wessen Buletten es sich zur besten Sendezeit im Zweiten drehte, wurden die größten in Deutschland tätigen Fast-Food-Ketten der Fernsehnation heiß serviert. Während des 45-minütigen Burger-Duells tauchten die beiden Firmenlogos der Grillkonzerne Dutzende Male auf.“

6. „Hillsborough: Postal staff refuse to deliver free Sun copies“
(bbc.com,englisch)
Mitarbeiter der britischen Post weigern sich, eine Sonderbeilage der „Sun“ zur Fußball-Weltmeisterschaft auszuliefern, in Erinnerung an die Berichterstattung der Zeitung zur Hillsborough-Katastrophe 1989. „One Royal Mail worker in Skelmersdale said: ‘If they try to make us deliver The Sun on Thursday we will refuse and will be suspended and lose a day’s pay, but we think principles are more important than money.’“

Franz Josef Wagner, Monica Lierhaus, Jaron Lanier

1. „Franz Josef Wagner liebt, hasst, ist froh, hat Angst, weiß, weiß aber vor allem nicht und schämt sich“
(security-informatics.de, Joachim Scharloth)
Eine Auswertung des Gefühlshaushalts von Franz Josef Wagner auf der Grundlage von 1300 Briefen.

2. „Die Schlagzeilen-Souffleure“
(punktmagazin.ch, Florian Schaffner)
„Journalisten sind auf Leute wie Wigdorovits angewiesen“, schreibt Florian Schaffner zum Einfluss von Kommunikationsarbeitern auf Journalisten am Beispiel von PR-Berater Sacha Wigdorovits: „Laut Kevin Roose, Journalist beim New York Times Dealbook, kommen die grossen Stories, die Primeurs, nur zustande, weil ein Insider aus Eigeninteresse einem Reporter Insiderinfos zusteckt. Dass ein Journalist in Eigenregie etwas aufdeckt, passiere so gut wie nie.“

3. „Manipulierte Nachrichten im Ukrainekonflikt“
(tagesspiegel.de, Sonja Álvarez)
Sonja Álvarez stellt die Website Stopfake.org vor: „Finanziert wird die Arbeit von Stopfake.org per Crowdfunding, mehr als 8000 US-Dollar seien bereits gespendet worden.“

4. „Zweite Halbzeit“
(sz-magazin.sueddeutsche.de, Gabriela Herpell)
Monica Lierhaus wird für Sky Hintergrundgespräche zur Fußball-Weltmeisterschaft führen. „In der ersten Zeit nach der Reha wechselten Leute, die sie erkannten, die Straßenseite, wenn sie Monica Lierhaus in Eppendorf begegneten. Sie konnten nicht damit umgehen, wie beeinträchtigt die Frau war, die sie aus dem Fernsehen kannten. Eines Abends sagte Monica Lierhaus zu Rolf Hellgardt, dass sie sich wie ein Monster fühle und nicht mehr rausgehen wolle. Da wusste Hellgardt, dass sich etwas ändern musste. Er kam auf die Idee, dass sie sich im Fernsehen zeigen sollte. Damit die Leute erfuhren, wie es um sie stand, und sich daran gewöhnen könnten.“

5. „Virtuelle Realität. Der Friedenspreis für Jaron Lanier – und die Missverständnisse, auf denen er beruht“
(merkur-blog.de, Florian Cramer)
Florian Cramer würdigt Jaron Lanier, den Gewinner des Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2014: „Mit Jaron Lanier zeichnet der deutsche Buchhandel ironischerweise einen Computerentwickler aus, der Zeit seines Lebens versucht hat, Computer und digitale Medien von der Dominanz der geschriebenen Sprache zu befreien.“

6. „Die drei Fragezeichen: Wer? Was? Wo?“
(zdf.de, Video, 2:21 Minuten)
Wie Generalbundesanwalt Harald Range die „Freiheits- und Bürgerrechte“ verteidigt.

Katja Kipping, Bundestagswahlkampf, Trolle

1. „Missbrauchte Politik“
(bild-studie.de, Hans-Jürgen Arlt und Wolfgang Storz)
Der dritte und letzte Teil der „Bild“-Studie der Otto-Brenner-Stiftung widmet sich der Rolle von „Bild“ und „Bild am Sonntag“ im Bundestagswahlkampf 2013 (otto-brenner-stiftung.de, PDF-Datei). „Die beiden Autoren machen deutlich: Egal welche Personen und Parteien die beiden Boulevardmedien favorisieren oder benachteiligen, ‘Bild’ und ‘BamS’ geht es in erster Linie immer um sich selbst. Sie benutzen ihre politischen Freunde kaum weniger als ihre politischen Gegner für den eigenen Erfolg, der sich in Auflage, Werbeeinnahmen und am Ende in der Jahresbilanz niederschlagen soll.“

2. „Eine Klarstellung“
(katja-kipping.de)
Katja Kipping schreibt zum „Spiegel“-Artikel „Katja, die Grobe“: „So sehr ich mich über den Spiegelartikel geärgert habe, so sehr kann ich sagen: Es lohnt sich wirklich diesen Artikel gründlich zu lesen und zu studieren. Er ist ein hervorragendes Studienobjekt für feministische Diskursanalyse. Was bei Männern in verantwortungsvollen Positionen als professionell und durchsetzungsstark gilt, wird bei Frauen schnell ins Anrüchige/ Intrigante/ Machtbesessene verschoben.“

3. „SRF wirbt für Salzgebers Beiz“
(schweizamsonntag.ch, Sacha Ercolani)
SRF-Sportmoderator Rainer Maria Salzgeber eröffnet ein Restaurant. Und das SRF-People-Magazin „Glanz & Gloria“ strahlt „zur besten Sendezeit einen dreiminütigen Bericht über das neue Engagement des beliebten und gut bezahlten Sportmoderators aus“.

4. „ARD/ZDF-Mediatheken: Der Sieben-Tage-Skandal“
(dwdl.de, Hans Hoff)
Hans Hoff erinnert daran, dass ein großer Teil der öffentlich-rechtlichen Inhalte im Internet nach sieben Tagen wieder gelöscht werden muss: „Ich habe allerdings den Verdacht, dass dieses Versagen den öffentlich-rechtlichen Sendern gar nicht einmal so ungelegen kommt. Schließlich haben sich die Anstalten längst eingerichtet und gelernt, mit der Siebentagefrist zu leben.“

5. „Unser Jahr mit Edward Snowden“
(faz.net, Frank Rieger)
Frank Rieger bilanziert die bisherigen Auswirkungen der Snowden-Leaks: „Das große Verdienst des Edward Snowden ist es, uns die Augen über die dunkle Seite der Technologien, die unser Leben dominieren, geöffnet zu haben und darüber, wie die Geheimdienste sie benutzen, um ihre Vision der totalen Informationskontrolle umzusetzen. Vermutlich unbeabsichtigt hat er uns aber auch gezeigt, wie defekt und ungeeignet für die drängenden Fragen des Digitalzeitalters die derzeitigen politischen Prozesse sind.“ Siehe dazu auch „Ratlos, privatlos“ (golem.de, Peter Glaser).

6. „Wie erkenne ich einen Russland-Troll?“
(juergvollmer.ch)
Nach dem Vorbild von „How to spot a Russian Twitter troll“ (ukraineatwar.blogspot.de, P. Martin, englisch) erstellt Jürg Vollmer eine Liste von Trollen: „Gemäss Recherchen von regierungskritischen Medien in Russland sind diese Trolle bei staatlich gesteuerten ‘Agenturen’ angestellt, die in einem Netzwerk verknüpft sind.“

Lange Undercover, taz, Verschlüsselung

1. „Unsaubere Arbeit? Sat.1 distanziert sich von Meta Productions“
(dwdl.de, Thomas Lückerath)
Vorwürfe gegen die Sat.1-Sendung „Lange Undercover“: „Ein vermeintlich journalistisches Format aus dem vermeintlich ehrenwerten Hause Meta Productions, seit 1998 übrigens Teil des internationalen TV-Produktionshauses Endemol, soll einzelne Szenen nachgedreht oder gar gänzlich gestellt haben. Aufsager von Reporter Daniel Lange, in denen er dem Zuschauer gegenüber den Eindruck erweckt, bei einer Recherche vor Ort zu sein, wurden in Berlin nachgedreht. Sogar das Engagieren von Protagonisten gegen Bezahlung wird vorgeworfen.“

2. „Gerichtsurteil: ‘taz’ diskriminiert Männer“
(tagesspiegel.de, Markus Ehrenberg)
Nach einem Urteil des Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg muss die „taz“ einem männlichen Bewerber eine Entschädigung wegen Diskriminierung zahlen: „Die ‘taz’ hatte eine ihrer freien Volontärsstellen ausschließlich für eine Frau mit Migrationshintergrund ausgeschrieben und lehnte die Bewerbung von Männern – unter ihnen die des Klägers – von vornherein ab. Die ‘taz’ hatte die Benachteiligung von Männern für gerechtfertigt gehalten. Sie sei erforderlich, um den Anteil von Frauen in Führungspositionen im Journalismus zu erhöhen.“

3. „Ukraine: ‘Das Thema ist tot’“
(ostpol.de, Moritz Gathmann)
Moritz Gathmann schreibt aus Donezk: „Auf der Terrasse sitzen polnische Journalisten, Franzosen, Amerikaner und Spanier. Bemerkenswert abwesend sind die deutschen Journalisten: Neben mir sitzt dort Ende vergangener Woche nur noch Stefan Scholl, langjähriger Moskau-Korrespondent für deutsche Regionalzeitungen.“

4. „Sauberer Journalismus oder ‘wie eine Sensationsmeldung zustande kam…’“
(hsv-arena.net)
Fußball: Gerüchte über Nico-Jan Hoogma als neuer Sportchef des Hamburger SV.

5. „Europawahl 2014: Fehlerserie bei Ergebnis-Karten“
(kobuk.at, Saskia Etschmaier)
Auf Karten visualisierte Europawahl-Ergebnisse von Diepresse.com, Spiegel.de und „Österreich“.

6. „Snowden-Enthüllungen: Wir müssen dran bleiben und einen langen Atem haben“
(netzpolitik.org, Markus Beckedahl)
Verschlüsselung, zum Beispiel von E-Mails, sollte „Pflicht für alle Journalisten und alle politisch Aktiven“ sein, schreibt Markus Beckedahl in einer Bestandesaufnahme ein Jahr nach den Snowden-Leaks: „Auch ein Jahr nach Snowden ist es immer noch nicht möglich, mit jedem Journalisten auf einem verschlüsselten Weg zu kommunizieren.“

Eichhörnchen, Daniel Ellsberg, Literaturclub

1. „#Heftigstyle: Bitte hört auf mit der Prostitution!“
(tobiasgillen.de)
Tobias Gillen warnt journalistisch arbeitende Titel davor, dem Clickbaiting-Erfolg „wie ein Eichhörnchen auf Speed seinen Nüssen“ hinterherzurennen: „Qualitativ hochwertige Themen finden ihre Leser auch ohne solche Teaser. Und sie werden auch geteilt.“

2. „Der ‘Literaturclub’ und die ‘Besserwisser’“
(medienblog.blog.nzz.ch, Rainer Stadler)
Das Schweizer Fernsehens reagiert auf das von Elke Heidenreich erfundene Heidegger-Zitat mit dem Vorwurf an den (inzwischen von seiner Leitungsposition entbundenen) Moderator Stefan Zweifel, er habe sich „lehrerhaft und besserwisserisch“ verhalten. „Ist jemand besserwisserisch, wenn er auf ein falsches Zitat mit heiklem Inhalt aufmerksam machen will? Nein, er nimmt in einem solchen Fall bloss seine journalistische Pflicht wahr.“

3. „‘Snowden würde direkt ins Gefängnis wandern’“
(freitag.de, Daniel Ellsberg)
Whistleblower Daniel Ellsberg begründet, warum er glaubt, dass Whistleblower Edward Snowden in den USA keinen fairen Prozess erhalten würde.

4. „‘Was bei Google unauffindbar ist, existiert für viele nicht’“
(tagesanzeiger.ch, Reto Hunziker)
Für 90 Franken die Stunde sucht Alexander Wenger nach Menschen: „Ich musste zum Beispiel herausfinden, wo ein Mann 1975 gewohnt hat. Das elektronische Archiv des Einwohnermeldeamtes reichte allerdings nur bis ins Jahr 2002 zurück. Teilweise haben die Beamten selbst keine Ahnung, dass ältere Daten beispielsweise im Keller des Gemeindehauses aufbewahrt werden.“

5. „Vergewaltigungswitz der @Bild-Zeitung kein Fall für den Presserat. Ihr erinnert euch?“
(upgrademeblog.com)
Andreas Weck erhält Post vom Presserat. Ein von ihm beanstandeter Witz in „Bild“ sei kein Verstoß gegen den Pressekodex.

6. „Tankstelle überfallen: ‘Bild’-Sportreporter muss 13 Monate in JVA Landsberg einsitzen“
(der-postillon.com, Satire)

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