Archiv für 6 vor 9

Claire Danes, Tatort, Heftig.co

1. „Author of That Horrible Snowden Article Has Even Worse CNN Interview“
(gawker.com, Adam Weinstein, mit Video, 4:02 Minuten, englisch)
Ein Interview mit Tom Harper, einem der Autoren der aus namenlos bleibenden Regierungskreisen stammenden Story in der „Sunday Times“ über einen angeblichen Zugriff von Russland und China auf die Snowden-Leaks: „So, to summarize: We have no proof that there was any harm, except what the British government has said; there’s no way to back up what they’ve said; if you want to know what’s going on in the intelligence world, well… you’ve gotta have a leak like Snowden’s.“ Siehe dazu auch „Britischer Medienbericht: Dubioser Angriff auf Edward Snowden“ (spiegel.de, Christian Stöcker) und „Snowden files ‚read by Russia and China': five questions for UK government“ (theguardian.com, Ewen MacAskill, englisch).

2. „Claire Danes will Schmerzensgeld von der ‚Bild'“
(tagesspiegel.de, Sonja Álvarez)
Schauspielerin Claire Danes fühlt sich in Berlin von „Bild“ verfolgt. Sie verlangt Unterlassungserklärungen und fordert Schmerzensgeld.

3. „Montagmorgen-Diarrhöe: Deutsche Medien leiden unter akuter Tatorteritis“
(zeitgeisterjagd.de, Matthias Heitmann)
Matthias Heitmann beschäftigt sich mit den zahlreichen „Tatort“-Begleitmedien: „Nahezu keine deutsche Tageszeitung meint heute, dass ihre Website ohne eine eigene ‚Tatort-Kolumne‘ auskommen könne – und zwar nicht nur eine feuilletonistische, sondern eine harte und investigative.“

4. „Erstmals live: Heftig.co-Gründer erzählt, wie sie das Portal groß gemacht haben“
(onlinemarketingrockstars.de, Martin Gardt)
Peter Schilling von Heftig.co „auf der Rockstars-Bühne“: „‚Wir haben keine Jour­na­lis­ten und das war von Anfang an ziem­lich gut. Online-Redakteure funk­tio­nie­ren für uns oft nicht, die haben oft eine bestimmte Art zu schrei­ben, einen fest­ge­leg­ten Blick­win­kel. Wir gehen viel daten­ge­trie­be­ner an die The­men‘, sagt Schil­ling. Die inten­si­ven Tests von Bil­dern und Über­schrif­ten sind eines der Mar­ken­zei­chen von Heftig.co, hier zäh­len Klicks und keine sprach­li­chen Bon­bons. Mit Copyright-Problemen habe das Por­tal bis­her keine Pro­bleme gehabt. Die Arbeits­weise ähnele ja auch der klas­si­scher Medien: Geschich­ten erken­nen, auf­neh­men, anpas­sen und ver­öf­fent­li­chen.“

5. „Schwule in den Schlagzeilen“
(de.ejo-online.eu, Yulia Grineva)
Wie deutsche und wie russische Medien über Homosexualität berichten.

6. „Merkels E-Mail und andere angebliche Hacks“
(blog.alvar-freude.de)

The Sunday Times, NZZ, taz

1. „The Sunday Times’ Snowden Story is Journalism at its Worst — and Filled with Falsehoods“
(firstlook.org/theintercept, Glenn Greenwald, englisch)
Glenn Greenwald ärgert sich über die unkritische Aufnahme eines Artikels in der „Sunday Times“ durch Journalisten: „The whole article does literally nothing other than quote anonymous British officials. It gives voice to banal but inflammatory accusations that are made about every whistleblower from Daniel Ellsberg to Chelsea Manning. It offers zero evidence or confirmation for any of its claims. The ‚journalists‘ who wrote it neither questioned any of the official assertions nor even quoted anyone who denies them.“ Siehe dazu auch „Five Reasons the MI6 Story is a Lie“ (craigmurray.org.uk, englisch).

2. „Berichtigung: gefürchtete Konsequenz eines journalistischen Fehlers“
(fachjournalist.de, Frank C. Biethahn)
Frank C. Biethahn klärt auf über Berichtigungsansprüche und unzulässige Tatsachenbehauptungen.

3. „NZZ verbreitet irreführende Statistik“
(infosperber.ch, Urs P. Gasche)
Urs P. Gasche kritisiert die NZZ, weil sie bei einer Kriminalitätsstatistik das Bevölkerungswachstum nicht einbezogen hatte: „Im konkreten Fall gab es im Jahr 1984 eine Verurteilung pro 105 Einwohner, im Jahr 2014 eine Verurteilung auf 60 Einwohner. Das ist immer noch eine starke Zunahme, jedoch nicht um 138 Prozent, sondern um 75 Prozent.“

4. „Die Kasachstan-Connection: Wie der SPIEGEL ins Visier der Nasarbajew-Lobby geriet“
(spiegel.de, Walter Mayr)
Walter Mayr liest E-Mails, die „in seltener Eindringlichkeit die Versuche der Nasarbajew-Lobbyisten, sich Teile der Presse dienstbar zu machen“, beleuchten.

5. „Wirtschaftsförderung auf Abwegen“
(nzz.ch, Christoph Eisenring)
Die „taz“ erhält 3,8 Millionen Euro Fördergelder aus der „Gemeinschaftsaufgabe ‚Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur'“. Wie sie auch im eigenen Hausblog transparent macht: „Die taz braucht keine staatlichen Subventionen, um auch Ihr Handeln weiterhin kritisch verfolgen zu können. Die 3,7 Mio. ‚Subvention‘ dienen der taz Verlagsgenossenschaft eG ausschließlich dazu, ein neues Haus zu bauen. Hier wird also nicht irgendwas subventioniert, sondern investiert – in die Zukunft.“

6. „Tim Hunt: ‚I’ve been hung out to dry. They haven’t even bothered to ask for my side of affairs'“
(theguardian.com, Robin McKie, englisch)
Wissenschaftler Tim Hunt tritt nach Aussagen an einem Vortrag von seiner Honorarprofessur zurück: „‚I was very nervous and a bit confused but, yes, I made those remarks – which were inexcusable – but I made them in a totally jocular, ironic way. There was some polite applause and that was it, I thought.‘ (…) Hunt may have meant to be humorous, but his words were not taken as a joke by his audience. One or two began tweeting what he had said and within a few hours he had become the focus of a particularly vicious social media campaign.“

Daily Mail, Blome, Augstein

1. „Boykott: Keine ‚Bild‘ mehr an der Tanke“
(ndr.de, Video, 5:07 Minuten)
Ein Besuch bei einem Zeitschriftenhändler in Papenburg, der entschieden hat, keine „Bild“-Zeitung mehr zu verkaufen: „Vorher hatte er ca. 20 Exemplare der Zeitung pro Tag verkauft. Daraufhin stellte allerdings der Pressegrossist ‚Nordwestpresse‘, der als Monopolist für die Belieferung mit Presseerzeugnissen im Raum Oldenburg, Wilhelmshaven, Papenburg zuständig ist, die Belieferung sämtlicher Presseerzeugnisse ein.“

2. „How A Fake News Story Wrecked Three People’s Lives“
(buzzfeed.com, Alan White, englisch)
Zdzislaw Mołodyński lädt Fotos eines Unfalls auf einer Website hoch. Am Tag darauf sieht er sie in einer Story der „Daily Mail“, inklusive Zitate von ihm: „‚When I read it,‘ he says, ‚I was completely broken.‘ (…) But the thing he couldn’t understand was that none of it was true. For a start, Mołodyński hadn’t given any quotes to any reporters.“

3. „Journalismus ist keine heile Welt“
(daserste.ndr.de, Andrej Reisin)
Andrej Reisin hat aus dem „Gesprächsversuch mit Kritikern“ nicht viel ziehen können: „Mit denjenigen unter den Kritikern, die eine systematisch und absichtsvoll verzerrte Darstellung der Realität durch die Medien vermuten, ist schlechterdings kein verständigendes Gespräch möglich. Unter den kritischen Kommentatoren stellt diese Gruppe aber leider die Mehrheit dar.“

4. „Gefälligkeitsbeiträge? Fragwürdige Recherchemethoden bei Frontal 21″
(achim-tack.org)
Achim Tack übt Kritik am Frontal-21-Beitrag „Grundschulsterben in Deutschland“ (zdf.de, Video, 10 Minuten).

5. „Jakob Augsteins Baukasten“
(umblaetterer.de, Josik)
Was Jakob Augstein über Frank Schirrmacher schreibt: 2006, 2007, 2010, 2012, 2014 und 2015.

6. „‚Am liebsten reiße ich noch immer Artikel heraus'“
(krautreporter.de, Christoph Koch)
Ex-„Bild“- und Ex-„Spiegel“-Mitarbeiter Nikolaus Blome erläutert seinen Medienkonsum: „Was Blogs betrifft: Eine Zeit lang habe ich das Bildblog regelmäßig angeschaut, aber die schwächeln nun schon seit geraumer Zeit. Ansonsten lasse ich mich gern auf Blogs verweisen, ohne sie regelmäßig zu verfolgen.“

Apple, Angst, Alfred Neven DuMont

1. „Josef K. im Hubschrauber“
(taz.de, Ulrich Schulte)
Journalisten am G7-Gipfel auf Schloss Elmau 2015: „Alles da, alles einfach, alles toll. Es gab Geschenke, G7-Gipfel-Schlüsselanhänger, G7-Gipfel-Kugelschreiber, einen Rucksack samt Gipfellogo und bayerischem Wappen. Es gab ein sagenhaftes Buffet im Cateringzelt, das von morgens bis abends Schweinebraten, Knödel und frische Salate anbot. Es gab einen stylischen Entspannungsraum mit einer Cocktailbar, Sitzsäcken, Tischfußball und Großbildschirmen.“ Siehe dazu auch „The G7 media centre – a German sausage factory of news“ (theguardian.com, Charlie Skelton, englisch).

2. „Pressefreiheitsrankings unter der Lupe“
(de.ejo-online.eu, Anna Carina Zappe)
Anna Carina Zappe analysiert Stärken und Schwächen fünf verschiedener Rankings der Medienfreiheit.

3. „‚Unsere Patienten gelten als verrückt, nicht als krank'“
(faz.net, Lucia Schmidt)
„Der mediale und gesellschaftliche Umgang mit der Flugzeugkatastrophe hat die Entstigmatisierung von psychisch kranken Menschen um Jahre zurückgeworfen“, sagt Psychiatrieprofessor Andreas Reif über die Folgen des Absturzes von Germanwings-Flug 9525: „Psychische Erkrankungen sind häufig. (…) Diese Patienten dürfen in keine Ecke gedrängt werden, das verschlechtert ihre Prognose und Versorgung dramatisch, das wiederum hat Auswirkungen auf unsere gesamte Gesellschaft.“

4. „Raus aus dem Hamsterrad: Warum wir nicht mehr über Apple-Events berichten“
(basicthinking.de, Tobias Gillen)
Das Blog Basicthinking.de fährt die gut geklickte (Live-)Berichterstattung über Apple-Events zurück: „Das alles bedeutet natürlich nicht, dass es auf BASIC thinking nie mehr Apple-Themen zu lesen geben wird. Aber wir haben uns von diesem Hype-Denken verabschiedet und werden uns Produkten mit der nötigen Ruhe und Distanz widmen, genauso wie wir es mit anderen Dingen und Themen auch machen (über Microsoft-Präsentationen u.ä. berichten wir auch nicht im Liveticker).“

5. „Reden der Trauerfeier für Alfred Neven DuMont“
(ksta.de)
Fünf Reden zum Tod von Alfred Neven DuMont. Hans Werner Kilz: „Natürlich konnte – und wollte – er in seinen Blättern verhindern, was ihm nicht in den Kram passte. ‚Ich hätte nicht gerne eine Zeitung führen wollen, wo ich mich am Schluss nicht hätte durchsetzen können‘, sagte er ganz offen. Redaktionsstatute, die Verleger-Entscheidungen dem Votum der Mitarbeiter unterwarfen, fand er ein Gräuel. Aber er ließ andere Meinungen gelten, sie mussten nur gut begründet sein. Wer sauber recherchiert hatte, brauchte Interventionen nicht zu fürchten.“

6. „Die Angstgesellschaft“
(internet-law.de, Thomas Stadler)
Siehe dazu auch „Informationsfreiheits-Ablehnung des Tages: Der Bundesnachrichtendienst antwortet uns überhaupt nicht mehr“ (netzpolitik.org, Andre Meister).

Richter, Quellenschutz, G7-Gipfel

1. „G7 – Ein Transparenzbericht“
(flaschenpost.piratenpartei.de, Steve König)
Steve König berichtet aus dem Medienzentrum am G7-Gipfel auf Schloss Elmau 2015: „Eine Kommunikation zu den Delegationen der G7 gibt es so gut wie nicht. Außerhalb von Pressekonferenzen und Briefings ist es nicht möglich, mit ihnen in den Kontakt zu treten. Allerdings gibt es ein reichhaltiges Angebot an Presseterminen: Fotoshooting von der Ankunft in München, Fotoshooting vom Weg zu Schloss Elmau, Fotoshooting vor dem Treffen, zwischen den Treffen, während des Abendessens.“ Siehe dazu auch „Nach Merkels Elmau-Show ist Scham angesagt“ (heise.de/tp, Florian Rötzer).

2. „Fast 30’000 Mal geteilt: Darum geht ein drei Jahre alter Leserbrief mit Falschinformationen über Asylbewerber viral – und das sagt die Autorin dazu“
(watson.ch, Daria Wild)
Daria Wild geht einem in sozialen Netzwerken geteilten Leserbrief nach, der Zahlungen an Asylbewerber und Zahlungen an Rentner miteinander vergleicht: „Der Betrag, auf den sie sich bezieht, ist eine Pauschale an die Kantone pro Asylbewerber und kein Sackgeld. Kleider kriegen Asylbewerber genauso wenig geschenkt wie die Zahnreinigung – der Vergleich mit den AHV-Beträgen ist an den Haaren herbeigezogen.“

3. „Test zum Quellenschutz: Medienschaffende schlechter als Schimpansen“
(dominiquestrebel.wordpress.com)
Die Bachelorstudie „Der Informanten- und Quellenschutz im schweizerischen Strafrecht“ (PDF-Datei) zeige, berichtet Dominik Strebel, dass Journalisten „ihre Möglichkeit zum Informanten- und Quellenschutz generell und stark“ überschätzen.

4. „Neue ‚Economist‘-Chefredakteurin: ‚Sorry! Wir Briten halten mit niemandem Händchen'“
(spiegel.de, Barbara Hans und Christian Rickens)
„Spiegel Online“ spricht mit der neuen „Economist“-Chefredakteurin – weil sie eine Frau ist: „Ganz ehrlich: Wir säßen vermutlich nicht hier, wenn Sie ein Mann wären. Nervt es Sie, wenn sich Journalisten nur für Sie interessieren, weil sie die erste Frau in dieser Funktion sind?“

5. „Die Augen des Revisionsgerichts“
(zeit.de, Thomas Fischer)
Bundesrichter Thomas Fischer legt in einem langen Text dar, wie Entscheidungen am Bundesgerichtshof (BGH) tatsächlich zustandekommen: „Fünf höchstqualifizierte Richter lauschen 16 Stunden pro Woche mit unbewegtem Gesicht, innerem Stöhnen und gelegentlich überwältigender Müdigkeit den ‚Vorträgen‘ von Kollegen, die sich redlich, aber vergebens bemühen, 200 Seiten lange hochkomplizierte ‚Einerseits-Andererseits‘-Abwägungen umfassend, lückenlos und neutral darzustellen. Anschließend entscheiden drei von fünf Richtern, ob sich in den Formulierungen des Urteilstexts ein Rechtsfehler befindet – und damit über das Schicksal eines verurteilten Menschen –, ohne auch nur eine einzige Zeile des angefochtenen Urteils gelesen zu haben.“ Siehe dazu auch „Der Richterkönig lebt!“ (faz.net, Volker Rieble, 31. Mai).

6. „5 Ways Powerful People Trick You Into Hating Protesters“
(cracked.com, David Wong, englisch)

Schokoladen-Diät, Rabauken-Jäger, Hip-Hop-Journalismus

1. „Schlank durch Schokolade“
(arte.tv, Video, 52:22 Minuten)
Diana Löbl und Peter Onneken erfinden die Schokoladen-Diät „The Chocolate Transformation“ und „führen eine wissenschaftlich begleitete Studie durch, die so absurd ist, dass man sie eigentlich nicht ernst nehmen dürfte“. Sie findet dann dennoch ihren Weg in die Medien (ab Minute 47).

2. „Der Schokoladenstudienreport – ein Schlappe für den Journalismus“
(scienceblogs.de/geograffitico, Jürgen Schönstein)
Jürgen Schönstein kritisiert die Darstellung der Autoren: „Kurz nach der 47. Minute erfahren wir dann, dass eine aufwändig vorbereitete Pressemitteilung an ‚hunderte Journalisten in ganz Deutschland‘ geschickt wurde. Doch das waren nicht etwa WissenschaftsjournalistInnen, wie man bereits drei Minuten voher hören konnte – Zielgruppe waren ‚Beauty-Journalisten‘, und wer immer damit gemeint sein könnte, ist vermutlich eher auf Schönheitstipps und Kosmetika spezialisiert. WissenschaftsredakteurInnen würde ich im Beauty-Ressort allerdings nicht unbedingt erwarten… Doch selbst dort ist man offenbar nicht so blöd gewesen: Hunderte erhielten die Nachricht, doch letztlich fielen offenbar nur fünf darauf rein: BILD, Cosmospolitan, RTL, Brigitte und FOCUS Online, hier fälschlich – Redaktion und Eigentümerstruktur sind völlig verschieden, nur die Marke ist ähnlich – als FOCUS präsentiert.“

3. „Rabauken – Jäger eine Beleidigung?“
(hoesmann.eu)
Geht die Verurteilung eines Journalisten zu einer Geldstrafe von 1000 Euro, weil er einen Jäger „Rabauken-Jäger“ genannt hat, in Ordnung? Nein, findet die Kanzlei Hoesmann: „Die Kritik der Medien erfolgt daher aus unserer Sicht zurecht und wir hoffen, dass in einer etwaigen zweiten Instanz das Urteil wieder zu Gunsten der Meinungs- und Pressefreiheit aufgehoben wird.“

4. „Warum die große Disruption des Fernsehens gerade erst beginnt“
(t3n.de, Luca Caracciolo)
Luca Caracciolo schreibt über die Zukunft des Fernsehens: „Wenn Drehbücher nur auf Basis von Datenanalysen geschrieben werden, mutiert die schöne neue Fernseh-Welt in der Tat zu einem engstirnigen und opportunistischem Monster des immer Gleichen. Gelingt den großem Streaming-Plattformen hingegen die Balance zwischen Datenanalyse und künstlerischer Freiheit, stehen uns wahrlich großartige Zeiten bevor.“

5. „Hat der Beruf ‚Hip-Hop-Journalist‘ Zukunft?“
(istdashiphopoderkanndasweg.wordpress.com)
Qualitäts- und Finanzierungsprobleme im Hip-Hop-Journalismus.

6. „Journalisten und Freigetränke“
(facebook.com/SPOXcom)

Alan Rusbridger, Günther Jauch, Simbabwe

1. „Nummer 10 oder 11 geht“
(freitag.de, Alan Rusbridger)
Alan Rusbridger schaut auf 20 Jahre als Herausgeber des „Guardian“ zurück: „Die Entscheidung der Familie Scott, alle finanziellen Interessen an der Zeitung aufzugeben, dürfte zu den historischen Großtaten in Sachen gesellschaftlich ausgerichteter Philanthropie zählen. Auf diese Weise schufen sie eine Eigentümerstruktur, die nur zwei Zwecken dient: die Zukunft des Guardian zu sichern und in jeder Lage, um jeden Preis und gegen alle Widrigkeiten die Unabhängigkeit der Zeitung zu wahren. Natürlich bleibt die Zukunftssicherung eine ständige Aufgabe, aber Rücklagen in Höhe von rund einer Milliarde Pfund sind dafür zumindest eine starke Basis.“

2. „Beflügelt durchs Internet“
(journafrica.de, Malvern Mkudu)
Malvern Mkudu stellt „Zambezi News“ vor, eine Comedyshow aus Simbabwe: „Zambezi News parodiert die propagandistische und dilettantische Berichterstattung der staatlich kontrollierten simbabwischen Rundfunkgesellschaft. (…) Mit ihrem Fokus auf tagtägliche Probleme, fand die Show Anklang bei vielen Simbabwern im In- und Ausland. Die Sendung macht sich über die Regierung lustig und richtet ihr Augenmerk vor allem auf die Unterdrückung durch den Staat.“

3. „‚Wissen Sie eigentlich, wer ich bin?'“
(zeit.de, Annika von Taube)
Wie „Zeit“-Kommentatoren auf Eingriffe der Moderation reagieren.

4. „Fallstricke – wie Sibel Arslan zu Fall gebracht wurde“
(srf.ch, Audio, 55:43 Minuten)
Christoph Keller setzt sich ausführlich mit der Nicht-Beförderung von Sibel Arslan auseinander: „Als sie zu ihrem ersten grossen Karriereschritt ansetzt, schaltet sich die lokale Zeitung ein, die ‚Basler Zeitung‘, mit Erfolg: Sibel Arslan kriegt ihre bereits zugesagte Stelle nicht. Ein Lehrstück über die Macht der Medien.“

5. „Ausreden lassen“
(sueddeutsche.de, Claudia Tieschky)
Claudia Tieschky empfiehlt der ARD, die Einstellung von „Günther Jauch“ „zum harmonischen Abbau des Talk-Überschusses“ zu nutzen. „Ähnlich wie im Fall des Entertainers Thomas Gottschalk war die ARD bereit, für eine Verheißung sehr viel Geld auszugeben, die sie offenbar selbst nicht produzieren kann. Sie wollte eine am Privatfernsehen orientierte, quotenträchtige Unterhaltsamkeit paaren mit der untadeligen öffentlich-rechtlichen Glaubwürdigkeit.“ Siehe dazu auch „Ihr werdet ihn noch vermissen!“ (taz.de, Heiko Werning).

6. „Jauch hört auf! Jetzt spricht der beliebte Moderator selbst!“
(ahoipolloi.blogger.de)

BPB, PGP, Andrew Jennings

1. „‚Lügenpresse': Gesprächsversuch mit Kritikern“
(ardmediathek.de, Video, 13 Minuten)
„Panorama“ lässt Kritiker der etablierten, insbesondere der öffentlich-rechtlichen Medien zu Wort kommen, so zum Beispiel Walter van Rossum oder Maren Müller.

2. „Reality-TV als Aufklärung“
(taz.de, Wilfried Urbe)
Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) zahlt Fördergelder für RTL2-Sendungen. Indirekt fördert die Behörde etwa Sendungen wie 50667 Köln oder Berlin Tag & Nacht: „Rund 400.000 Euro pro Jahr investiert die Bundeszentrale mittlerweile in ‚zielgruppenspezifische‘ TV- und Web-Formate“.

3. „Was wir aus der Berichterstattung über den Bellingcat-Report lernen“
(spiegel.de, Florian Harms)
Florian Harms schreibt darüber, wie „Spiegel Online“ über die Bellingcat-Reports zur Absturzursache von Malaysia-Airlines-Flug 17 berichtet hat: „Selbstkritisch müssen wir festhalten: Diese professionelle Skepsis im Umgang mit der Quellenlage, das Hinterfragen der Quelle hätten wir bereits in den vorherigen Artikeln stärker zum Ausdruck bringen sollen.“

4. „It’s a Man’s Man’s Man’s World“
(tagesanzeiger.ch, Jean-Martin Büttner)
Jean-Martin Büttner wünscht sich mehr Frauen, die über Rockmusik schreiben.

5. „How a curmudgeonly old reporter exposed the FIFA scandal that toppled Sepp Blatter“
(washingtonpost.com, Michael E. Miller, englisch)
Michael E. Miller porträtiert Andrew Jennings: „Now, after decades of threats, suspicions about tapped phones and intermittent paychecks, Jennings is being vindicated with every twist and turn in the FIFA scandal.“

6. „‚Die NSA kommt überall rein'“
(futurezone.at, Patrick Dax)
Ein Interview mit Phil Zimmermann, dem Erfinder des Verschlüsselungsprogramms Pretty Good Privacy (PGP).

Menschenfleisch, Rand Paul, Elisabeth II.

1. „Interview zu angeblichen MH17-Manipulationen: ‚Bellingcat betreibt Kaffeesatzleserei'“
(spiegel.de, Benjamin Bidder)
Bildforensiker Jens Kriese spricht über Analysen von Satelliten-Aufnahmen bezüglich der Absturzursache von Malaysia-Airlines-Flug 17: „Wir können nicht wissen, ob die Bilder zeigen, was Moskau behauptet. Diese ‚Analyse‘ aber hat nichts gebracht – die Steigerung der Bekanntheit von Bellingcat einmal ausgenommen.“ Siehe dazu auch „Falsche Wolken über der Ukraine? Die Photoshop-Arbeiten des Kreml und die Fehler der Bellingcat-Analyse“ (stefan-niggemeier.de).

2. „Kodexfusion bei der ‚Zeit': Gemeinsame ethische Richtlinien für Print und Online“
(stefan-niggemeier.de)
Stefan Niggemeier veröffentlicht den neuen „Code of Ethics von ZEIT ONLINE und DIE ZEIT“.

3. „BBC-Journalistin erklärt Queen fälschlicherweise für tot“
(blog.zeit.de/teilchen, Tobias Dorfer)
Eine BBC-Journalistin twittert, Königin Elisabeth II. sei gestorben. „Der Fauxpas sei während einer ‚technischen Übung‘ passiert. ‚Die Tweets wurden inzwischen gelöscht und wir entschuldigen uns für den Vorfall.'“

4. „Vorsicht Fake: Wie man Falschmeldungen im Netz enttarnt“
(fachjournalist.de, Bernd Oswald)
Bernd Oswald gibt Tipps, um Fakes zu enttarnen: „Man kann es vermeiden, falschen Identitäten aufzusitzen, wenn man die Herkunft des Profils hinterfragt und mit anderen Web-Profilen vergleicht. Im Zweifelsfall ist das gute alte Telefon der wichtigste Verbündete beim Überprüfen von sonderbar anmutenden Informationen.“

5. „Kannibalen-Falschmeldung kreist 2 Jahre lang durchs Netz“
(kobuk.at, Moriz Büsing)
Servierte ein Restaurant in Nigeria Menschenfleisch, wie das „Heute“ und „Österreich“ behaupten? Nein. „Es ist doch bemerkenswert, wie eine Meldung von einem nigerianischen Blog fast 2 Jahre später noch um die Welt gehen kann. Und in diesen 2 Jahren hat es sich niemand (bis auf die BBC heute) angetan, bei der nigerianischen Polizei nachzufragen, ob an der Geschichte etwas Wahres dran ist.“

6. „Fox News Explains Why Rand Paul Was Left Out of 2016 Poll Graphic“
(mediaite.com, Matt Wilstein, englisch)

Schleichwerbung, Thomas Meyer, Ronja von Rönne

1. „Schleichwerbung im Netz“
(zdf.de, Video, 10:08 Minuten)
Marius Brüning, Andreas Halbach und Heiko Rahms setzen sich kritisch mit Schleichwerbung im Netz, insbesondere auf Instagram, auseinander.

2. „Die Parasiten vom Dienst“
(newsroom.de, Markus Wiegand)
Für Markus Wiegand ist es an der Zeit, „härter zu werden und PR und Produktwerbung konsequenter aus den redaktionellen Inhalten rauszuhalten. Die Leser werden es danken – und das Anzeigengeschäft könnte es außerdem ankurbeln.“

3. „‚Die große Meinungsvielfalt in der deutschen Presse ist Geschichte'“
(heise.de/tp, Marcus Klöckner)
Ein Interview mit Politikwissenschaftler Thomas Meyer: „Wenn Medienkritik so angebracht wird, wie es beispielsweise Leute von Pegida tun, dann ist es sehr einfach für die kritisierten Medien und Journalisten, die Kritik als substanzlos, da zu schrill, zu laut und zu unsachlich abzutun. Die fundierte Medienkritik, die zwischen all den lauten Tönen auch zu finden ist und die, so meine ich, durchaus auch ihre Schärfe hat, wird dann einfach übergangen.“

4. „Fernsehgelder: Wie wir alle das System Blatter finanzieren“
(spiegel.de, Stefan Kaiser und Anna van Hove)
„Mit 43 Prozent machen die Erträge aus den Fernsehrechten beinahe die Hälfte der Gesamteinnahmen des Weltverbandes aus“, schreibt Stefan Kaiser zu den Einnahmen des Weltfußballverbands FIFA: „Die gewaltig gestiegenen Preise werden auch für ARD und ZDF zunehmend zu Belastungen. Für die WM 1998 zahlten sie gerade mal gut 20 Millionen Mark, mittlerweile müssen sie etwa das 20-fache davon auf den Tisch legen. Allein die fünf WM-Turniere von 2006 bis 2022 kosten die beiden Staatssender rund eine Milliarde Euro. Die Sender selbst wollen die Zahlen weder bestätigen noch dementieren. Sie dürfen keine Details veröffentlichen. Die Fifa verlangt von ihren Vertragspartnern Stillschweigen über die gezahlten Summen.“

5. „Alle Aufregung ist groß, aber welche ist am größten?“
(svenjagraefen.de)
Svenja Gräfen über die Kontroverse zur Ingeborg-Bachmann-Preis-Nominierung von Ronja von Rönne: „Wenn Rönne solche Texte schreibt und dies nicht ganz blauäugig tut, dann muss sie (und müssen ihre Unterstützer_innen ebenso) mit den Konsequenzen, die zu Recht auch Kritik beinhalten können, umgehen können. Dieses ‚Sie ist doch so jung und probiert sich noch aus‘-Ding nervt nicht nur, es ist überflüssig. Sie ist jung, ja. Aber sie probiert sich eben nicht aus, sie schreibt für ein riesengroßes Medium, Punkt.“

6. „Klickstrecke: Die besten TITANIC-Witze in der Heute-Show“
(titanic-magazin.de)

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