Archiv für 6 vor 9

Gratiseinwilligung, Strompreis, Terrorbilder

1. „Leistungsschutzrecht: Presseverlage erteilen Google überraschend Recht zur Gratisnutzung“
(heise.de)
In der Verwertungsgesellschaft VG Media organisierte Presseverlage wollen nun doch weiterhin in den Google-Suchergebnissen mit Vorschaubildern und kurzen Textanrissen zu finden sein. Doch „die widerrufliche ‘Gratiseinwilligung’ in die unentgeltliche Nutzung ihrer Presseerzeugnisse betrifft nicht alle ‘digitalen verlegerischen Angebote’, die von der VG Media vertreten werden. So erteilt der Verlag Axel Springer für seine Angebote welt.de, computerbild.de, sportbild.de sowie autobild.de weiterhin keine ‘Gratiseinwilligung’. Sie werden deshalb künftig bei Google nur noch mit Überschriften zu sehen sein. Von bild.de kann Google jedoch auch Textauszüge (Snippets) und Vorschaubilder vorläufig kostenfrei anzeigen.“ Siehe dazu auch „Oh, those Germans“ (buzzmachine.com, Jeff Jarvis, englisch).

2. „Was passiert, wenn endlich die guten deutschen Serien kommen?“
(blogs.stern.de, Peer Schader)
Peer Schader versucht sich vorzustellen, wie aufwändig produzierte deutsche Serien mit hohem Qualitätsanspruch in das bisherige Programm reinpassen: „Dabei besteht die eigentliche Herausforderung darin, sich auf einen Anpassungsprozess einzulassen, der erstmal viel Geld, Geduld und Quote kosten und lange dauern wird, weil er mit alten Gewohnheiten des Publikums brechen muss und neue etablieren.“

3. „Bild erklärt die Kurve der Wut“
(sfv.de, Rüdiger Haude, 16. Oktober)
Ein Kommentar eines Solarenergie-Fördervereins zum „Bild“-Artikel „Warum zahlen wir so viel für Strom?“: „Eine Boulevardzeitung bzw. ihr Online-Portal könnte theoretisch die ‘Kurve der Wut’ auf jene preistreibenden und überdies mit Reaktorkatastrophen respektive mit der Klimakatastrophe verknüpften Technologien und deren Subventionierung lenken. Aber ein Boulevard-Medium, das auf der Seite der Vernunft und der Moral stünde, das müsste wohl erst noch erfunden werden.“

4. „The Laborers Who Keep Dick Pics and Beheadings Out of Your Facebook Feed“
(wired.com, Adrian Chen, englisch)
Philippinische Dienstleistungsfirmen säubern Soziale Medien von unerwünschten Inhalten: „Hemanshu Nigam, the former chief security officer of MySpace who now runs online safety consultancy SSP Blue, estimates that the number of content moderators scrubbing the world’s social media sites, mobile apps, and cloud storage services runs to ‘well over 100,000’—that is, about twice the total head count of Google and nearly 14 times that of Facebook.“

5. „Die Bilderfalle“
(jungle-world.com, Georg Seeßlen)
Georg Seeßlen macht sich Gedanken zu Terrorbildern: „Der Terror ist ein Geschehen, das auf das eine und konzentrierende Bild des Schreckens hinaus will. Im Terror nämlich, was ja nichts anderes als Schrecken bedeutet, sind Tat und Bild vollkommen miteinander verschmolzen, so wie in der Drohnen- und Bildschirmstrategie des neuen Soldaten Tat und Bild vollkommen unabhängig voneinander werden sollen.“

6. „There are more experts on CNN right now talking about Ebola in America than people with ebola in America“
(twitter.com/nickbilton)

Dittlbacher, Hitzlsperger, Totalüberwachung

1. „Warum Journalismus der beste Job der Welt ist“
(derstandard.at, Fritz Dittlbacher)
ORF-Chefredakteur Fritz Dittlbacher hält Journalismus für unverzichtbar: „Eine große, komplexe, demokratisch verfasste soziale Einheit kann ohne professionellen Journalismus nicht bestehen. Die von fachlich gut ausgebildeten und moralisch und ethisch gefestigten Menschen kuratierte Information ist ein ebensolches Grundbedürfnis einer Gesellschaft wie sauberes Wasser, Gesundheitsvorsorge, Sicherheit oder Bildung.“

2. „Wie die 1. Ukrainische Teilung ihren Weg in die Medien fand“
(wiesaussieht.de, Frank Lübberding)
Die Bewertung und Einordnung von Informationen werde von Medien kaum noch ausgeübt, schreibt Frank Lübberding anlässlich von Beispielen, wo Informationen lediglich weitergetragen wurden. Wenn man wisse, wie das heutige Mediensystem funktioniere, sei das leicht auszunützen.

3. „‘Wir leben in einer Welt der Totalüberwachung'“
(tagesanzeiger.ch, Mathias Morgenthaler)
Sascha Lobo erinnert an die Überwachung: „Ob wir unser Smartphone nutzen, Mails verschicken, Bahn fahren oder mit dem Auto unterwegs sind – all das wird registriert, und wir haben keine Ahnung, wer diese Daten wozu verwendet.“

4. „Praktikant Hitzlsperger ist nun der Chef“
(wz-newsline.de, Tim Jürgens)
Ein Interview mit Thomas Hitzlsperger, der an der „11Freunde“-Ausgabe „Spieler machen 11Freunde“ mitgearbeitet hat. Siehe dazu auch „Thomas Hitzlsperger über seine Arbeit als 11FREUNDE-Chefredakteur“ (youtube.com, Video, 3:26 Minuten).

5. „Was machen wir hier?“
(wasmachendieda.de)
Isabel Bogdan und Maximilian Buddenbohm erklären ihr Interviewprojekt „Was machen die da?“: „Einer unserer Interviewpartner hat mal gefragt, ob wir ihn dafür bezahlen, dass er bei uns mitmacht. Ein anderer fragte vorsichtig, ob er uns dafür bezahlen müsse. Beides ist nicht der Fall, hiermit verdient niemand Geld.“

6. „Schock für ZHAW-Studenten: Blick-am-Abend-Redaktor gibt sich in Vorlesung als Journalist aus“
(der-enthueller.ch, Buzz Orgler)

Banksy, Bundestag, Excel

1. „Zur rechtlichen Zulässigkeit satirischer Berichterstattung aus dem Bundestag“
(telemedicus.info, Jonas Kahl)
Eine rechtliche Einschätzung der Nicht-Akkreditierung der „heute-show“ im Bundestag: „Beim Betrachter bleibt der Eindruck zurück, dass formale Gründe konstruiert wurden, um unerwünschte Satire zu unterbinden. Zu behaupten, es habe bei der Versagung kein Ermessensspielraum bestanden, ist bei einem grundsätzlich derart weit definierbaren Begriff, wie ‘politisch-parlamentarischer Berichterstattung’ geradezu absurd.“

2. „Proteste gegen Drehverbot“
(taz.de)
Inzwischen gibt es Proteste und Petitionen gegen nicht nicht erteilte Drehgenehmigung: „Dem Bundestag gehe es nicht um eine inhaltliche Einflussnahme, sagte der Sprecher. Auch künftig werde man Anträge der ‘heute show’ einzeln und sorgfältig prüfen, wie in jedem anderem Fall auch. Das ZDF teilte mit, die Satiresendung werde auch weiterhin versuchen, Drehgenehmigungen für den Bundestag zu erhalten.“

3. „Das nervt an Journalisten“
(blog.tagesanzeiger.ch/offtherecord, Christian Lüscher)
Christian Lüscher zählt 16 Punkte auf, die ihn an Journalisten nerven: „Eine Unsitte der Journalistenzunft ist es, sich gegenseitig nicht wehzutun. Man klopft sich lieber auf die Schultern, als dass man Kritik übt. Und wenn, dann drischt man gerne auf jene ein, die schon am Boden liegen.“

4. „Wirbel um Falschmeldung: Dieser Mann soll Banksy sein“
(berliner-zeitung.de, Corinne Plaga)
Die Identität des Künstlers Banksy soll enthüllt worden sein. „Die Nachricht über die wahre Identität von Banksy machte schon öfters die Runde und erwies sich jedesmal als klassischer ‘Hoax’, also als scherzhafte Falschmeldung.“

5. „BBC to publish ‘right to be forgotten’ removals list“
(bbc.com, Dave Lee, englisch)
Die BBC wird in den nächsten Wochen eine Liste der durch Google aufgrund des Recht auf Vergessenwerdens entfernten URLs veröffentlichen und sie aktuell halten.

6. „Excel Extrem“
(youtube.com, Video, 3:56 Minuten)

Bundestag, Doschd, Daniel Hürlimann

1. „Überall Ungereimtheiten“
(sueddeutsche.de)
Keine Drehgenehmigung für die „heute-show“ im Bundestag: „Am Freitagabend verkündete Welke, dass der Bundestag über seinen Pressesprecher Ernst Hebeker habe ausrichten lassen, dass der ZDF-Show keine Genehmigung erteilt werden könne, in der Lobby des Bundestags zu drehen. Denn bei der heute show, so wird Hebeker in der Sendung zitiert, handele es sich um ‘keine politisch-parlamentarische Berichterstattung’.“

2. „Störsignal in Pink – der russische Sender Doschd“
(ostpol.de, Simone Brunner)
Der russische TV-Sender Doschd sendet für 10 Euro Monatsgebühr im Internet weiter, nachdem „alle großen Kabelbetreiber den Sender aus ihrem Programm“ gestrichen hatten. „Doschd, auch TV Rain genannt, ist die erste Adresse, wenn Kreml-Kritiker zu Wort kommen – von Michail Chodorkowski bis Pussy Riot. ‘Es ist aber nicht so, dass wir uns als oppositionellen TV-Sender sehen’, sagt Online-Chef Ilja Klischin. Sie seien einfach nur die einzigen, die darüber berichteten.“

3. „Immunität für Snowden? Warum wir die Rechte von Whisteblowern stärken sollten“
(berlinergazette.de, Yochai Benkler)
Yochai Benkler schreibt über Whistleblower: „Leaks und Leaker zu respektieren ist keine Beleidigung des Patriotismus der Mitarbeiter des nationalen Sicherheitssystems, Kongress oder den Justizbeamten, welche das Insider-Kontrollsystem bilden. Es ist ein Zugeständnis, dass es praktisch unmöglich ist, ein rein unabhängiges Überwachungsregime zu erschaffen.“

4. „Justitia wachrütteln“
(nzz.ch, Brigitte Hürlimann)
Brigitte Hürlimann stellt Daniel Hürlimann vor, den Gründer von sui-generis.ch vor, einer schranken- und kostenlosen Online-Zeitschrift zu Justizthemen: „Von engen Wissenschaftsbegriffen hält er ebenso wenig wie von unnötigen Kategorisierungen oder von Diskursen, die abgeschirmt im Elfenbeinturm stattfinden. ‘Open access’ und Interdisziplinarität, davon ist der Jurist überzeugt, führen zur Fortentwicklung der Wissenschaft, zu kreativen Ansätzen und zu Lösungen.“

5. „‘Die Schweiz hat mir viel gegeben'“
(tagesanzeiger.ch, Denise Marquard)
Ein Interview mit Journalist Abou Shoak Mohamed Osman, der seit 20 Jahren für die Hauspost bei Tamedia arbeitet.

6. „Die Rechercheure der Funke Women Group sind sich nicht so ganz einig“
(twitter.com/topfvollgold)

Peter Frey, Markus Somm, Berlin

1. „Manchmal muss man in Rollen schlüpfen“
(planet-interview.de, Laura Bähr und Jakob Buhre)
Ein Interview mit Peter Frey, Chefredakteur des ZDF: „Man darf sich nichts vormachen: Die Nähe zu den Mächtigen, dass man im Fernsehen mit Ihnen gesehen wird, wirkt sich auf das eigene Wichtigkeitsgen aus. Damit kühl umzugehen und davon irgendwann auch Abschied zu nehmen, ist notwendig, aber auch gar nicht so einfach.“

2. „Berlin ist ein klassischer ‘failed state'“
(welt.de, Christopher Lauer)
Christopher Lauer schreibt über den Zustand von Berlin: „Die wurstige politische Klasse Berlins kommt damit nur durch, weil sie die Öffentlichkeit, insbesondere die Medienöffentlichkeit, gewähren lässt. Was vielleicht damit zusammenhängen könnte, dass Lokaljournalisten in Berlin gerne auch mal von Senatsverwaltungen oder Fraktionen des Abgeordnetenhauses als Moderatoren von Podien gebucht werden. Ein Schelm, wer sich denkt, das könnte sich in irgendeiner Form auf die Berichterstattung auswirken.“

3. „‘Ein Akt der Liebe'“
(taz.de, Jocelyn Gecker und Thanyarat Doksone)
Vergewaltigungen in Thai-TV-Soaps: „Mann trifft Frau, Mann vergewaltigt Frau, Mann heiratet Frau – das ist ein typischer Handlungsstrang in Thailands Seifenopern zur Hauptsendezeit am Abend. Aber die Rufe nach einer Änderung werden lauter.“

4. „Der gewandelte Intellektuelle“
(persoenlich.com, Matthias Ackeret)
Ein Interview mit Markus Somm, Chefredakteur der „Basler Zeitung“: „Ich habe in den letzten Jahren viele gute linke Journalisten verloren, weil sie den Gruppen­druck innerhalb unseres journalistischen Milieus, das mehrheitlich links von der Mitte steht, nicht mehr ertragen haben. Der Druck wird meistens subtil ausgeübt: Wie kannst du bloss für einen solchen Chefredaktor arbei­ten, der solche Ansichten vertritt? Dass sie selbst jederzeit schreiben durften, woran sie glaubten: Es half ihnen in solchen Gesprä­chen nichts.“

5. „Advisory on Ebola coverage“
(blog.ap.org, englisch)
Die Nachrichtenagentur AP rät zur Vorsicht bezüglich der Berichterstattung zu Ebola-Verdachtsfällen in Europa und den USA: „Most of these suspected cases turn out to be negative. Our bureaus monitor them, but we have not been moving stories or imagery simply because a doctor suspects Ebola and routine precautions are taken while the patient is tested. To report such a case, we look for a solid source saying Ebola is suspected and some sense the case has caused serious disruption or reaction.“

6. „‘Heftig’-Schlagzeilenredakteur mit emotionaler Erschöpfung in Psychiatrie eingeliefert“
(der-postillon.com)

Ebola, Dave Winer, Livebloggen

1. „Panik, Schlagzeilen und Leichenbeschau“
(cicero.de, Petra Sorge)
Die Berichterstattung über Ebola, zum Beispiel von „Bild“: „Die Boulevardzeitung schickte eigene Reporter in die Seuchenregion und titelte am 4. Oktober: ‘Bild in der Ebola-Hölle’. Nicht die Toten, nicht die Arbeit der vielen Ehrenamtlichen und Gesundheitshelfer vor Ort waren die Nachricht, sondern die Tatsache, dass Bild vor Ort war.“

2. „Unter dem Deckmantel des Journalismus“
(alexandervonbeyme.net)
Alexander von Beyme beschäftigt sich mit dem Text „Unter dem Deckmantel der Vielfalt“ (faz.net, Antje Schmelcher): „Der Artikel lässt nicht nur wesentliches weg, sondern reißt Zitate manipulativ aus dem Zusammenhang und enthält böswillige Verkürzungen.“

3. „Happy Blog“
(freitag.de, John Naughton)
John Naughton schreibt über Blogger Dave Winer: „In den zwei Jahrzehnten, seit Dave Winer das Genre mehr oder weniger erfunden hat, hat das Bloggen den üblichen Internet-Hype-Kreislauf durchgemacht: Atemlose Lobpreisungen als das nächste große Ding, rasant schnelle Verbreitung, dann das Einsetzen von Langeweile und der Beginn der Suche nach dem nächsten großen Ding.“ Siehe dazu auch „20 years of blogging“ (scripting.com, englisch).

4. „Internet ohne Pressefreiheit“
(faz.net, Jürg Altwegg)
Jürg Altwegg stellt Gesetzvorlagen in Frankreich vor: „In der vorbereitenden Kommission wurde noch ein zusätzlicher Paragraph in den Gesetzesentwurf genommen: Die Pressefreiheit gilt hier demnach in vollem Umfang nur für die ‘traditionelle Presse’, nicht aber für ausschließlich im Internet präsente Info-Portale (wie etwa Rue.89, Slate, Médiapart oder auch die Huff-Po). Wenn Letztere auf Terror-Seiten verlinken oder diese zitieren, können sie bestraft werden; und Journalisten dieser Portale, die für ihre Recherchen diese Seiten besuchen, können gegen Strafandrohungen nicht die Pressefreiheit geltend machen, so wie das ihren Kollegen in den Printmedien möglich ist. Bis zu sieben Jahren Gefängnis und 100 000 Euro Strafgeld sollen verhängt werden können.“

5. „7 Regeln, damit ein Liveblog gelingt“
(journalist.de, Hannah Beitzer)
Sieben Tipps von Hannah Beitzer zum Livebloggen – eine Aufgabe, die „dem Job eines Fernseh- oder Radiokommentators“ ähnelt.

6. „Mama Leaks“
(dasnuf.de)

Peter Frey, DNN, Tatort Autobahn

1. „Es ist ein Kampf. Sagt Herr Allenstein.“
(tagesspiegel.de, Lucas Vogelsang)
Zu Besuch in einem Kiosk in Berlin-Mitte: „Früher, sagt Frau Allenstein, haben sie fünfzehn ‘Spiegel’ verkauft. Heute werden sie in einer Woche noch zwei los. Vielleicht auch mal fünf. Kommt auf den Titel an.“

2. „Deo? Gratias!“
(stefanolix.wordpress.com)
Das „Canaletto-Gespräch“ in den Dresdner Neuesten Nachrichten: „Wie stark dürfen sich die Tätigkeiten Journalismus und PR miteinander verbinden? Und: Wie unabhängig kann eine Lokalredaktion über Interviewpartner eines solchen Gesprächs berichten, wenn mit dem Unternehmen mal etwas schiefgeht?“

3. „‘Wir versuchen so objektiv wie möglich zu berichten'“
(medienpolitik.net)
„Die Zuschauer hören und sehen genau hin und sie teilen uns oft sehr unverblümt mit, womit sie nicht einverstanden sind“, stellt ZDF-Chefredakteur Peter Frey fest: „Dabei werden wir in Einzelfällen auch darauf aufmerksam gemacht, dass die Berichterstattung nicht hundertprozentig exakt war. Wir hatten zum Beispiel ein Problem mit der Übersetzung eines O-Tones, wo der Korrespondent eine Passage übernommen hatte, die nicht so übersetzt wurde, wie sie im Russischen gesagt worden war. Es stellte sich heraus, dass das, was übersetzt wurde, im Interview vorkam, aber nicht an der Stelle, die dann im Programm zu hören war.“

4. „Clickbaiting auf Kosten der GEMA“
(netzpiloten.de, Lars Sobiraj)
Lars Sobiraj beschäftigt sich mit dem Artikel „Finanziert die GEMA indirekt den IS-Terror mit?“ (heise.de/tp, Peter Mühlbauer), der auch von Bild.de aufgegriffen wurde.

5. „Tatort Autobahn | Walulis sieht fern“
(youtube.com, Video, 3:13 Minuten)
„Der ganz normale Alltag auf deutschen Autobahnen.“

6. „Designierter Digital-Kommissar Oettinger täglich online“
(donaukurier.de)

Wolfgang Bosbach, FAZ, 112

1. „Wolfgang Bosbach: ‘Pro und Contra können in Bild nicht stattfinden'“
(vocer.org, Maren Christoffer)
CDU-Politiker Wolfgang Bosbach spricht über „Bild“: „Das Wichtigste, was man in der Politik machen sollte, nämlich einen Abwägungsprozess der verschiedenen Argumente, der Pros und Contras, kann der Natur der Sache nach in der Bild-Zeitung gar nicht stattfinden. Es sei denn, man ist Obama oder Helmut Kohl und bekommt dann genügend Zeit, Gedanken auszubreiten. Ansonsten nicht. Und zweitens – das ist für mich ein markanter Unterschied zu anderen Medien: Gelegentlich habe ich das Gefühl, dass die Geschichte eigentlich schon fertig ist und es bei der Anfrage nicht mehr darum geht, die Meinung des Politikers zu erfahren. Es geht dann viel mehr darum, ein Zitat zu bekommen, das nötig ist, damit die Geschichte rund wird.“

2. „Dahinter steckt immer ein Dummkopf“
(buggisch.wordpress.com)
Christian Buggisch ist unzufrieden mit den Angeboten und dem Service der FAZ: „Alle diskutieren über die Zukunft des Journalismus, über Digitalstrategien von Verlagshäusern und drehen das ganz große Rad. Dabei scheitern Leserbindung und Kundenzufriedenheit daran, woran sie schon immer gescheitert sind: an Werbung, die einen für dumm verkaufen will, und an beschissenem Service.“

3. „Wie der ‘Blick’ die Frauen in Angst versetzt“
(edito.ch, Bettina Büsser)
„Vom 7. bis 9. Oktober erzählte ‘Blick’ also dreimal, dass ein Asylbewerber aus Eritrea eine junge Schweizerin angegriffen und verletzt hatte“, berichtet Bettina Büsser: „Am 10. Oktober legte der ‘Blick’ nach dem Muster ‘ist kein Einzelfall’ ein viertes Mal nach, fragte bang ‘Sind Frauen in der Schweiz noch sicher?’ und beantwortete die Frage gleich im Lead: ‘Jede Frau kann Opfer werden. Täter werden immer skrupelloser.'“

4. „Als die Fotos lügen lernten“
(spiegel.de/einestages, Marc von Lüpke)
Eine 37-teilige Klickstrecke mit manipulierten Bildern aus der Geschichte der Fotografie.

5. „Finde ich gut, dass die @BILD keine Panik schürt und die 112 Hotline nicht überlastet“
(twitter.com/FranzNestler)
„Bild“ empfiehlt, bei einem Ebola-Verdacht den „Notruf unter 112″ zu wählen.

6. „Ein offener Brief eines Nicht-Erasmus-Studenten an die Uni Wien“
(vice.com, Tori Reichel)

Jaron Lanier, Oliver Pocher, Rankings

1. „RTL spaltet Katalonien ungewollt von Spanien ab“
(dwdl.de, Alexander Krei)
RTL zeigt eine Karte von Spanien ohne Katalonien. Gegenüber dpa sagt ein RTL-Sprecher: „Eine studentische Aushilfe hatte für den Landesumriss Spaniens in der Grafik eine falsche Vorlage aus dem Archiv verwendet.“

2. „Was unser Leben bislang ausmacht“
(ueberschaubarerelevanz.com, Muriel)
Muriel befasst sich mit dem Artikel „Der Mensch als Schöpfung“ (faz.net, Michael Hanfeld) zur Verleihung des Friedenspreis des deutschen Buchhandels an Jaron Lanier. Siehe dazu auch „Die Phase des Aufräumens“ (perlentaucher.de, Thierry Chervel).

3. „Why I stopped reading/hearing/watching the news“
(medium.com/@thehandsomepig, Alejandra Quintero, englisch)
Alejandra Quintero stellt Fragen zum Nutzen von News: „I know, you might be thinking that news is necessary because it keeps us informed about the world, but first ask yourself these questions. Does it really improve your life in any way? Does it affect you personally? Your family, your businesses or your career? Is it a true representation of our world? Does it encourage thinking? Does it encourage acting? Think about it. In the last year, has any piece of news changed your life? In a way that if you hadn’t read it, your personal or professional life would have be different?“

4. „Miese Zahlenspiele“
(nzz.ch, Urs Hafner)
Urs Hafner schaut sich „schlicht absurde“ Rankings von Städten, Hochschulen und Ökonomen an: „Ihr Aussagewert ist gleich null. Von den undurchsichtigen Zahlenspielen profitieren einzig ihre Produzenten und die beteiligten Medien, welche die Ergebnisse als ‘Primeurs’ veröffentlichen.“

5. „Oliver Pocher verdient sein Geld jetzt als DJ“
(welt.de, Kathrin Spoerr)
Oliver Pocher habe bisher „fast alles eigentlich“ gemacht, „was im Unterhaltungsprogramm der deutschen Fernsehsender vorkommt“, schreibt Kathrin Spoerr: „Kleine Shows, große Shows, eigene Shows, fremde Shows, auch Ausflüge in die Schauspielerei. Er war Hauptdarsteller und Sidekick, 14 Jahre lang geht das jetzt und irgendwie hört es nicht auf, obwohl es seit Jahren immerzu so aussieht, als würde es bald aufhören.“

6. „Glenn Greenwald: Why privacy matters“
(youtube.com, Video, 20:41 Minuten)
Siehe dazu auch „These Are the Emails Snowden Sent to First Introduce His Epic NSA Leaks“ (wired.com, Andy Greenberg, englisch).

Quassel-Imam, Ebola, Stephanie Nannen

1. „Wie Medien Wörter machen“
(sprachlog.de, Anatol Stefanowitsch)
Die Erfindung und Verbreitung von Wortschöpfungen wie „Döner-Morde“ oder „Quassel-Imam“.

2. „Wie der Mindestlohn tatsächlich die Pressefreiheit gefährdet“
(surfguard.wordpress.com)
SurfGuard erzählt von einer Begegnung mit dem Auslieferer seiner Zeitung: „Menschen, die sich für niedrig qualifizierte Arbeit interessieren, machen einen Bogen um Zeitungsboten-Jobs, weil sie anderswo den Mindestlohn bekommen, dort aber nicht.“

3. „Verehrte Verleger“
(welt.de, Stephanie Nannen)
Stephanie Nannen, Enkelin von Henri Nannen, vermisst die Verleger: „Ein guter Verleger stellt sich in der Not vor seine Redaktionen und lässt ihnen ansonsten Freiheit. John Jahr war so einer. ‘Ihr könnt über alles schreiben’, hat er gesagt. ‘Es muss nur stimmen.’ Jahr war Verleger, nicht nur einfach jemand, der seine Arbeit liebte – er war, was er tat.“

4. „Geächtet aus Angst vor Ebola“
(berliner-zeitung.de, Johannes Dieterich)
Johannes Dieterich kehrt aus Liberia zurück, und wird gemieden: „In den folgenden Tagen und Wochen werde ich auf der Straße umgangen, vom Zahnarzt und Friseur nach Hause geschickt und zu Festen wieder ausgeladen. ‘Wegen der Kinder’ will eine Cousine meiner Frau das jüdische Neujahrsfest lieber alleine feiern. Da helfen auch sämtliche Erläuterungen über die tatsächlichen Infektionswege nicht weiter – die Angst wird als irrational und damit als vernunftresistent erklärt. Selbst meine Frau wird zur Einschränkung ihrer Sozialkontakte gezwungen, schließlich könnte auch sie inzwischen kontaminiert sein.“

5. „‘Liebe ist kein Algorithmus'“
(jungewelt.de, Thomas Wagner)
Der Konzerngeschäftsführer „Public Affairs“ bei der Axel Springer AG, Christoph Keese, befasst sich in einem Interview mit dem ehemaligen Zentralorgan der FDJ, der „jungen Welt“, mit dem „verlockenden und nachvollziehbaren“ Gedanken der demokratischen Planwirtschaft: „Es könnte tatsächlich sein, dass die sozialistische Planwirtschaft an der damals noch nicht vorhandenen Technologie gescheitert ist und dass eine neue Planwirtschaft unter digitalen Vorzeichen möglich wäre. Die Cloud und das Internet sind die besten Instrumente dafür, denn sie würden die zentrale Planungsbehörde, die das Problem vieler sozialistischer Staaten war, überflüssig machen.“

6. „10 Top Tips For PRs Considering Whether To Phone The Register“
(theregister.co.uk, Gareth Corfield, englisch)

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