Archiv für 6 vor 9

WDR, WePad, Welt Kompakt

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Die Seligsprechung erfolgt auf Bestellung“
(faz.net, Thomas Frickel)
Der WDR investiert 100 000 Euro, „um sich vom Deutschen Kulturrat, dem Dachverband von mehr als zweihundert Kulturverbänden und Institutionen, die Absolution für das Gesamt-Bukett seiner Kultur-Aktivitäten erteilen zu lassen“.

2. „Ein Medienphantom namens WePad“
(meedia.de, Stefan Winterbauer)
Stefan Winterbauer vermutet, dass die breite Berichterstattung der Medien zum WePad damit zu tun hat, dass die das Produkt herstellende Neofonie GmbH all das verspricht, „was die Verlage hören wollen“.

3. „Warum zitiert die SZ die BILD für eigene Artikel?“
(mediatrotter.wordpress.com)
Mediatrotter stellt die Frage zur Diskussion, ob es in Ordnung ist, wenn die „Süddeutsche Zeitung“ einerseits die Spekulationen von „Bild“ zum Flugzeugabsturz bei Smolensk kritisiert und sich andererseits „auf die BILD-Zeitung beruft, um genau das Gleiche zu schreiben“.

4. „Das moderne Unding: Die Kompaktzeitung“
(leidartikel.de, Jürgen Vielmeier)
Jürgen Vielmeier lobt die „Welt Kompakt“: „Wer nicht gerade arbeitslos oder im Ruhestand den Tag auf dem Sofa verbringt, hat doch schon längst keine zwei Stunden mehr Zeit, die die Lektüre der ‚FAZ‘ oder der ‚Süddeutschen Zeitung‘ zu studieren, inklusive aller Börsenkurse und Kleinanzeigen.“

5. Interview mit Peter Sunde
(blogpiloten.de, Meike Laaff)
Peter Sunde vom (noch nicht öffentlich zugänglichen) Mikrozahlungsdienst Flattr über Teilnehmer am Medienmarkt, die durch den Wandel Verluste machen: „Wir würden Öl-Konzernen doch auch nicht Abfindungen zahlen, wenn wir eine Methode entwickeln würden, dank der Autos mit Wasser fahren, oder?“

6. „‚Österreich‘ übertreibt mal wieder“
(kobuk.at, Hans Kirch​meyr)
„Österreich“ beschreibt den Mikrobloggingdienst Twitter mit den Worten „150 Zeichen, die die Welt bedeuten“.

Apple, Leserkommentare, VG Wort

6 vor 9

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1. „Beten und Steve Jobs danken“
(epd.de, Martin Meuthen)
Martin Meuthen kommentiert das Verhältnis zwischen den Zeitungsverlagen und Apple. „Renommierte Nachrichtenportale schalten Live-Ticker, Fernsehsender bringen Hintergrundberichte, wenn Apple-Guru Steve Jobs gewohnt unrasiert und in einem Aufzug, als käme er gerade aus dem Baumarkt, die neuesten der sogenannten Meilensteine vorstellt. Apple braucht dafür keine Werbung zu schalten, nicht einmal zu machen. Das erledigen die Medien schon von selbst. Kostenlos.“

2. „Test! Test! Test! Test! Test!“
(faz-community.faz.net/blogs/fernsehblog, Peer Schader)
„Aber, ach, machen wir’s kurz und lösen auf: ‚Der große deutsche IQ-Test by RTL 2‘ bei RTL 2 war kein Versuch, jedenfalls kein absichtlicher. Sondern einfach – schrecklich langweiliges Fernsehen.“

3. „News Sites Rethink Anonymous Online Comments“
(nytimes.com, Richard Pérez-Peña, englisch)
News-Websites überdenken die Frage, ob sich Leser anonym auf ihren Plattformen äussern sollen dürfen.

4. Interview mit Markus Hofmann
(dirkvongehlen.de)
Markus Hofmann erzählt, wie sich die Lage geändert hat, seit auf badische-zeitung.de nur noch mit Klarnamen kommentiert werden kann. „Wir sind der Meinung, dass ein Klima, in dem gepöbelt wird, in dem man sich beleidigt, einfach nicht zu einer Tageszeitung und zu dem Online-Auftritt einer Tageszeitung passt.“

5. „Vergesst das Online-Image!“
(ftd.de, Lucy Kellaway)
Lucy Kellaway rät zu Gelassenheit, was das eigene Image im Internet betrifft. „Als ich das erste Mal etwas Gemeines über mich las, habe ich mich noch aufgeregt. Aber das Leben ging trotzdem weiter, und niemand sonst hatte das Gemeine überhaupt zur Kenntnis genommen. Beim nächsten Mal war ich schon gelassener.“

6. „Wie ihr als Autor Tantiemen für Online-Texte von der VG Wort bekommt“
(berufung-selbststaendig.de, Elke Fleing)
In einem Whitepaper (PDF-Datei, 9 Seiten) erklärt Elke Fleing, wie man Online-Texte der VG Wort meldet.

Bestechungsversuche, Meyer-Landrut, iPad

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1. „Wie korrupt sind Journalisten?“
(sprengsatz.de, Michael Spreng)
Michael Spreng, ehemaliger Chefredakteur von „Bild am Sonntag“, erzählt, wie Automobilhersteller und Medienagenturen versuchten, ihn zu bestechen und denkt grundsätzlich über die Bestechungsgefahr im Journalismus nach. „Als besonders korruptionsbedroht gelten Auto- und Reisejournalisten. Noch gefährdeter aber sind Medizinjournalisten, weniger durch die Arzneimittelhersteller, sondern mehr durch die Produzenten der (eigentlich überflüssigen) Nahrungsergänzungsmittel.“

2. „Leistungskurs Medien – Lena Meyer-Landrut auf allen Kanälen“
(haz.de, Imre Grimm)
Wie Lena Meyer-Landrut einen „PR-Marathon“ absolviert, wie „Bild“ „nach einer Leiche im Keller des Stefan-Raab-Schützlings Lena“ sucht und wie Paparazzi das Haus ihrer Eltern umschleichen.

3. „Die Qualitätslüge“
(medienspiegel.ch, Daniel Weber)
Daniel Weber, Chefredakteur von „NZZ Folio“, wundert sich, dass Verlagsmanager nicht müde werden, „zu beteuern, dass mit dem Abbau keineswegs ein Qualitätsverlust einhergehe. Sondern im Gegenteil eher das Gegenteil.“

4. Interview mit Stephen Shepard
(focus.de, Leif Kramp und Stephan Weichert)
Stephen B. Shepard von der CUNY Graduate School of Journalism zur Frage, wer heute alles Journalist ist. „Wenn man ein Blogger für die Hyperlocal Newswebsite in Brooklyn ist, ist man dann ein Journalist? Die Antwort lautet: ja!“

5. „iPad als Chance für Medienbetriebe“
(netzwertig.com, A. Göldi und P. Sennhauser)
Nach einem enttäuschenden Test der iPad-Applikation der „Welt“ fragen Peter Sennhauser und Andreas Göldi, welche Hoffnungen sich für die Medienkonzerne mit dem iPad erfüllen könnten. Und bleiben skeptisch: „Sie investieren nicht dort, wo sie gewinnen könnten – bei wirklich guten Inhalten – , sondern hoffen naiv auf eine künstliche Verknappung, die es nicht geben wird.“

6. „‚Explosiv‘ bedient sich bei der ‚heute show'“
(dwdl.de, Jochen Voß)
Ein Reporter mit einer schwarzen Baseballkappe versucht für das RTL-Boulevardmagazin „Explosiv“ in Privatwohnungen Fotos für einen angeblichen Dienst „Homeview“ zu machen (Video, 8:52 Minuten). Genau das hatte schon vor zwei Wochen die ZDF-„heute show“ gemacht (Video, 4:07 Minuten).

Merkel, Schokolade, Schweinegrippe

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1. „Bildet Bild Merkels Meinung?“
(sueddeutsche.de, Wolfgang Jaschensky)
Die Agenturen melden wenige Stunden, nachdem „Bild“ die Frage „Warum gibt die Kanzlerin den toten Soldaten nicht das letzte Geleit?“ titelte, dass Angela Merkel an der betreffenden Trauerfeier teilnehmen wird. Siehe auch „BILD ruft, Merkel springt“ (sprengsatz.de, Michael Spreng).

2. „Quatsch mit Schokolade“
(kathrin-zinkant.de)
Wissenschaftsjournalistin Kathrin Zinkant geht genauer auf eine Studie ein, aus der Schlagzeilen wie „Eine deutsche Langzeitstudie hat nachgewiesen: Schokolade schützt das Herz” (focus.de) oder “Freifahrtschein für Naschkatzen ausgestellt” (zeit.de/dpa) entstanden sind.

3. „Rettet sie, die Alte Tante!“
(zeit.de, Daniele Muscionico)
Über den Niedergang der seit 1780 erscheinenden „Neuen Zürcher Zeitung“. Von der Entlassung bedrohte Redakteure glauben: „Die Chefredaktion würde auf Wunsch des CEO selbst Einstein entlassen.“

4. „Geschäft mit Schweinegrippe“
(sf.tv, Video, 14 Minuten)
Die „Rundschau“ widmet sich den Interessenverbindungen zwischen der WHO und der Pharmabranche und filmt die nahezu ohne Journalisten stattfindende Pressekonferenz, an der das Ende der Schweinegrippe verkündet wird. Betrachtet werden auch Vorgänge im eigenen Haus. So diente Klaus Stöhr dem „Schweizer Fernsehen“ als Experte zur Vogelgrippe. Später wechselte er zur Pharma-Firma Novartis.

5. „Einige Notizen zu den rivva-Leitmedien“
(schmidtmitdete.de, Jan Schmidt)
Jan Schmidt analysiert die „Rivva Leitmedien“ vom 2. März 2010.

6. „Michelle Obama Gets A Photoshop Facelift“
(jezebel.com, Jessica Coen, englisch)
Michelle Obama, die Ehefrau des US-Präsidenten, auf der Mai-Ausgabe der Zeitschrift „Good Housekeeping“: „The entire bottom half of Michelle’s face seems to have been replaced, her forehead has been nicely tightened, and the entire right (our left) side of her face seems to have scored some extreme chiseling. A solid helmet head and weird lighting finish off her look.“

Mozart, Patalong, Westphal

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1. „Die dpa als Gschichtldrucker über Mozart“
(kobuk.at, Hans Kirchmeyr)
Angeregt durch eine Bucherscheinung feiern die Medien altbekannte Fakten über Wolfgang Amadeus Mozart als Neuigkeiten. Mit dabei: Die Nachrichtenagentur dpa, die Online-Portale krone.at, tt.com, heute.at sowie die Tageszeitungen „Die Presse“ und „Tagesspiegel“.

2. „Brustwarzen-Content“
(peterbreuer.wordpress.com)
Peter Breuer denkt nach über die „Bild“-Berichterstattung zu den Vorwürfen an Jörg Kachelmann: „Die Vergewaltigung selbst – ob sie stattgefunden hat oder nicht – wird zu einer harmlosen Spielart degradiert.“

3. „Der Militärzensor am Werk“
(andremarty.com)
André Marty liefert ein Bild der israelischen Zeitung „Yedioth Ahronot“, die ihre Seite 9 der Ausgabe vom 6. April an vielen Stellen schwärzen musste. Mehr zu den Hintergründen im Artikel „Enge Pressefreiheit in Israel“ (nzz.ch, George Szpiro).

4. Interview mit Frank Patalong
(ruhrbarone.de, Stefan Laurin)
Frank Patalong, Redakteur bei „Spiegel Online“, glaubt, dass sich der „meinungsfreudige, beschreibende Journalismus aus den Online-Redaktionen positiv auf alle Medien ausgewirkt“ hat. Zum Einsatz von Werbung sagt er: „Aufdringliche Werbeformen wünschen sich nicht die Medienmacher, sondern die Werbewirtschaft. Auch die muss lernen, dass sie sich mit solchen Formen selbst schadet.“

5. „Wikileaks und das Video“
(ndr.de, Video, 3:48 Minuten)
Deutsche Medien berichten nur zögerlich über den „US-Angriff auf zwei Journalisten vor drei Jahren“, der auf Wikileaks veröffentlicht wurde. Rüdiger Ditz von „Spiegel Online“ und Kai Gniffke von der „Tagesschau“ erklären, warum.

6. „Die Frank-Schirrmacher-Maschine“
(magda.de, Wolfgang Michal)
Wolfgang Michal porträtiert Frank Westphal, den Macher des Aggregators Rivva.

Wikileaks, Estland, BDZV

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1. „Wikileaks: Die Medien haben versagt“
(netzwertig.com, Peter Sennhauser)
Peter Sennhauser sieht das am Montag durch Wikileaks veröffentlichte Video als Blamage für die Mainstreammedien. „Entweder sie hatten das Video nicht – weil ihnen die Whistleblower nicht mehr trauen -, oder sie hatten es und veröffentlichten es nicht. Beides ist eine journalistische Bankrotterklärung.“

2. „US-Angriff als Video“
(blog.tagesschau.de, Kai Gniffke)
Bei der Tagesschau sind gemäss Kai Gniffke offenbar noch keine Strukturen da, um mit solchem Material jetzt schon umgehen zu können. „Ich bin mir sicher, dass die Zahl solcher Fälle in Zukunft zunehmen wird. Deshalb müssen wir intern Strukturen schaffen, die einen verantwortungsbewussten Umgang mit diesem Material ermöglichen.“

3. „Estland: Sorge um Informantenschutz“
(sueddeutsche.de, Matthias Kolb)
Heute wird im estnischen Parlament abgestimmt, ob Journalisten Informanten schützen können: „Justizminister Rein Lang von der liberalen Reformpartei plant ein so genanntes Pressequellenschutzgesetz, um in 50 Ausnahmefällen vor Gericht die Identität der Quellen offen legen zu können. Wer sich weigert, muss mit bis zu einem Jahr Gefängnis rechnen oder mit 500 Tagessätzen.“

4. Interview mit Dieter Kassel
(dirkvongehlen.de)
Dirk von Gehlen spricht mit Dieter Kassel, Moderator beim Deutschlandradio, über den Umgang mit den Hörern und dem daraus resultierenden Gewinn: „Natürlich gibt es welche, die nerven und manchmal bin ich auch erschreckt über gewisse Ansichten, aber alles in allem verleiht einem eine solche Sendung eine gewisse Bodenhaftung. Man merkt, dass die Dinge oft nicht so sind, wie man sie sich in Redaktionskonferenzen vorstellt.“

5. Interview mit Helmut Heinen
(stuttgarter-zeitung.de, Armin Käfer)
Helmut Heinen, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), sagt einerseits (zur Begrenzung der Online-Aktivitäten von ARD und ZDF): „Wir wollen keine neuen Gesetze.“ Andererseits hält er „ein umfassendes Leistungsschutzrecht für erforderlich“.

6. „Sehr geehrte Frau Aigner!“
(fr-online.de, pb)
In einem von FR-online.de formulierten Brief antwortet Facebook-Gründer Mark Zuckerberg Bundesministerin Ilse Aigner auf den offenen Brief, den sie ihm am Montag schickte. „Nach eingehender interner Diskussion sind wir zu dem Schluss gekommen, dass es uns einen feuchten Kehricht kümmert, ob Sie Ihr Profil löschen wollen oder nicht.“

Bedrohungsszenarien, Ohrfeigen, Stadl

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1. „Bedrohungsszenarien: Der große Unernst“
(zeit.de, Thea Dorn)
Thea Dorn glaubt, der „global vernetzte Zuschauer des frühen 21.Jahrhunderts“ habe „seinen Instinkt für die Realität verloren“: „Mit jedem Tag, an dem die Verhältnisse in seiner kleinen Welt stabil bleiben, erscheint dem Zuschauer der Katastrophenhorizont mehr und mehr als flirrender Bühnenprospekt.“

2. „CNN vs. Al Jazeera Landing Page“
(imgur.com, Screenshots, englisch)
Wie Nachrichten gewichtet werden bei CNN und bei Al Jazeera. Ein Vergleich zwischen den Online-Portalen der Newssender am 5. April.

3. „Der große Magazin-Reboot“
(praegnanz.de, Gerrit van Aaken)
Ein langer Text über die Chancen, die sich für Verlage mit dem iPad ergeben könnten. „Das freie, chaotische Web hat sich in der Vergangenheit stets gegen die aufgeräumten und kostenpflichtigen Walled Gardens duchgesetzt. Sollte es diesmal anders sein?“

4. „More Counterfeit Interviews“
(newyorker.com, Judith Thurman, englisch)
Sicher oder ziemlich sicher nicht vom italienischen Journalisten Tommaso Debenedetti interviewt wurden auch: Günter Grass, Herta Müller, Gore Vidal, Toni Morrison, E. L. Doctorow, Nadine Gordimer und Jean-Marie Gustave Le Clézio.

5. „Die Deutschen haben auch eine menschliche Seite“
(goethe.de)
Eine Befragung von drei Journalisten nach einem Journalistenaustausch. Munyao Mutinda aus Kenia: „Vor einiger Zeit hatten wir einen kritischen Bericht über die Frau des Präsidenten. Da tauchte die First Lady persönlich mit ihren Leibwächtern in unserer Redaktion auf. Sie setzte uns dort für mehrere Stunden fest und hielt uns einen Vortrag über Respekt. Einem Kollegen hat sie sogar eine Ohrfeige verpasst.“

6. „Stadlzeit 3“
(hermsfarm.de)
„Es ist schließlich etwas Schönes und Besonderes wenn man eine Heimoat hat. Aber hat das, ausser vielleicht Alf, nicht jeder?“

Faktenchecker, Neonazis, Schmidt

6 vor 9

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1. „Faktenchecker auf Fehlersuche“
(ndr.de, Mareike Fuchs, Video, 6:59 Minuten)
Zu Besuch in der Dokumentation des „Spiegel“ und bei Günther Garde, dem Faktenprüfer des „Stern“. Obwohl die Glaubwürdigkeit der Medien von korrekten Fakten abhängt, ist der Beruf des Faktenprüfers bedroht.

2. „Der ORF und die Neonazis“
(brodnig.org, Ingrid Brodnig und Martin Gantner)
Wie viel Geld wurde von der ORF-Sendung „Schauplatz“ an zwei junge Neonazis bezahlt? Während die ORF-Führung von je 100 Euro spricht, behaupten die beiden, es sei mehr Geld geflossen. „Philipp sagt, es seien 100 Euro pro Drehtag gewesen. Wie Falter-Recherchen im ORF ergaben, dürften die jungen Männer jedenfalls mehr Geld als 200 Euro erhalten haben. 50 Euro bekam zum Beispiel Philipp – bevor er vor laufender Kamera einen rechtsradikalen Shop betrat. Von dem Geld kaufte sich der Skinhead eine Fahne und zwei T-Shirts.“

3. „Bild Dir Deine Meinung“
(spiegel.de, Ingeborg Wiensowski)
„Mit Pressefotos von Mord und Totschlag, Demonstrationen und Explosionen will der Hamburger Kunstverein 60 Jahre Stadtgeschichte zeigen. Es entsteht ein schrilles und vor allem einseitiges Bild: Alle Fotos stammen aus der ‚Bild‘-Zeitung.“

4. „Zwischen Märchenstunde und Motzki-Pöbelei“
(carta.info, Steffen Rutter)
Steffen Rutter, Mitarbeiter der FDP-Bundestagsfraktion, kritisiert den Beitrag „Wie die FDP die Profiteure der Finanzkrise schützen will“ (Video, 6:37 Minuten) der Sendung „Monitor“. Es gehe im Beitrag „nicht um einen dunklen Plan der FDP, sondern vielmehr um Werbung für eine Idee der Redaktion“.

5. Interview mit Helmut Schmidt
(zeit.de, Giovanni di Lorenzo)
Helmut Schmidt glaubt, dass Journalisten „insgesamt mindestens genauso empfindlich“ sind wie die Politiker „und mindestens genauso geneigt, etwas übel zu nehmen“. „Wenn man ganz genau hinschaut, dann sieht man, dass die politischen Journalisten eigentlich mehr zur politischen Klasse gehören und weniger zum Journalismus.“

6. „What you shouldn’t say on the front page of a newspaper…“
(tabloid-watch.blogspot.com, englisch)
Eine Titelschlagzeile des „Irish Daily Star“.

Super Freelancers, Roger Köppel, Fakten-TÜV

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1. Interview mit Tom Rosenstiel
(focus.de, Leif Kramp und Stephan Weichert)
Zumindest in den USA hätten Journalisten erkannt, „dass das Internet ein spektakuläres Werkzeug ist, um Inhalt zu erzeugen“, stellt Tom Rosenstiel fest. In Zukunft sieht er Journalisten aufgeteilt: „Wir werden deshalb eine Kombination aus angestellten Journalisten erleben, die nicht so gut bezahlt sein werden wie in der Vergangenheit, und sehr prominenten Journalisten, die für verschiedene Medien arbeiten und praktisch als eigene Marke auftreten: die ‚Super Freelancers‘.“

2. Interview mit Jörg Künkel
(fachmedien.net, Roland Karle)
Zeitschriftenentwickler Jörg Künkel empfiehlt einen kleinen Test, um herauszufinden, „welcher Titel ein klares inhaltliches Profil hat und welcher nicht“: „Legen Sie Ihren Lesern Beiträge aus dem eigenen Heft und aus Konkurrenzmedien vor – nicht gestaltet, sondern nur als Text – und fragen Sie sie, aus welcher Zeitschrift der Beitrag stammen könnte.“

3. „Product Placement: Was künftig geht – und was nicht“
(dwdl.de, Jochen Voß)
Dwdl.de startet eine dreiteilige Serie zu den ab morgen erlaubten Produktplatzierungen im Fernsehen.

4. Interview mit Roger Köppel
(a-z.ch, Max Dohner)
Roger Köppel, Chef der „Weltwoche“, gibt Auskunft über seine Vorstellung von Journalismus: „Wenn es eine gefährliche Berufskrankheit gibt, nicht nur unter Journalisten, dann ist es die, sich zu fragen, was die anderen denken, wenn ich das oder das tue.“ Lesenswert ist auch das Mitte März im „Spiegel“ erschienene Porträt von Marc Hujer.

5. „Entschleunigte Fakten“
(notes.computernotizen.de, Torsten Kleinz)
Torsten Kleinz denkt nach über den von „Netzwerk Recherche“ geforderten „Fakten-TÜV“: „Statt eine illusorische ’systematische Überprüfung aller Medieninhalte‘ anzugehen, kontrolliert die Stiftung Faktentest stichprobenartig die Verlässlichkeit der Medien. Die klügsten Köpfe des Journalismus werden auf die Richterbank des Bundesverfaktungsgerichts gerufen.“

6. „Ein Schreiben vom Chefredakteur“
(off-the-record.de, Spießer Alfons)
Ein Brief von Chefredakteur Peter Pustekuchen an die „Mode-, Kosmetik-, Food- und Pharma-Branche“: „Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass in Zukunft für diese PR-Beiträge ein Zeilenhonorar fällig wird, das Sie pro Zeile an den Verlag zu entrichten haben.“

Odenwald-Internat, Henker, Philip Roth

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1. „Die BILD-Geschichte um einen Po“
(gregel.com)
Bild.de übernimmt ein YouTube-Video, versieht es mit Werbung und behauptet, eine darin zu sehende Frau würde ein Videospiel mit ihrem Po steuern. Dass das Unsinn ist, klärt sich in den von Bild.de nicht gezeigten Schlußsekunden des Videos auf.

2. „Benzin-Wut – Nunja …“
(carta.info, Robin Meyer-Lucht)
Robin Meyer-Lucht widmet sich der „Bild“-Schlagzeile „Benzin-Wut“.

3. „Missbrauch am Odenwald-Internat“
(zeit.de, Jana Simon und Stefan Willeke)
Die „Zeit“ versucht aufzuklären, warum der bereits 1999 von der „Frankfurter Rundschau“ aufgedeckte Missbrauch an der Odenwaldschule nicht von anderen Journalisten aufgegriffen wurde. „Fehleinschätzungen über die Dimension des Skandals, Desinteresses am Thema, die Unlust zu recherchieren – und gelegentlich das Bedürfnis, die Reformpädagogik gegen Angriffe zu schützen. Das berichten heute Journalisten, die damals für die Berichterstattung über Schulen verantwortlich waren.“

4. „Perfide Wettermacher“
(nzz.ch, ras.)
Der Fall Jörg Kachelmann: Rainer Stadler nennt jene „Wettermacher der Öffentlichkeit“, die Behauptungen zu Tatsachen verkürzen, „Henker“. „Am einen Tag zeigt man Empörung über den Wettermann, weil er während eines kurzen öffentlichen Auftritts lachte oder lächelte. Am nächsten Tag gibt irgendein Hobby-Psychologe dem letztlich vieldeutigen Lachen eine simple Erklärung, möglichst mit moralisierendem Unterton.“

5. „Counterfeit Roth“
(newyorker.com, Judith Thurman, englisch)
Der italienische Zeitungsjournalist Tommaso Debenedetti erfindet Interviews mit den Schriftstellern John Grisham und Philip Roth. Ans Licht kommt das erst, als Roth von einer italienischen Journalistin auf seine in „Libero“ publizierten Aussagen angesprochen wird. „But I have never said anything of the kind!“

6. „Quotendruck macht Fernsehen dumm“
(youtube.com, Video, Nico Semsrott, 2:45 Minuten)
„Der Hauptfeind des Fernsehens ist die Realität.“

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