Archiv für 6 vor 9

Spiegel, Giffords, Dioxin

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Eure Doppelmoral kotzt mich an (1): DER SPIEGEL“
(gutjahr.biz, Richard Gutjahr)
Der „Spiegel“ kritisiert in der aktuellen Titelgeschichte „Facebook & Co“. Mit einer unersättlichen Datensammelwut würden solche Firmen „Milliarden-Geschäfte“ in die Wege leiten. Nicht erwähnt wird, dass auch, wer ein „Spiegel“-Testabo beantragt und ein bestimmtes Häkchen ankreuzt, einwilligt, „dass er nicht nur vom SPIEGEL Verlag, sondern auch von beteiligten Verlagsgesellschaften für alle aktuellen und künftigen Publikationen zugespamt werden darf. Darüber hinaus muss er befürchten, über Jahre hinweg von privaten Callcentern telefonisch belästigt zu werden, um ihm fernmündlich irgendein Abo unterzujubeln.“

2. „Feindbild: Internet!“
(wasmitmedien.de, Daniel Fiene)
Daniel Fiene beschäftigt sich mit der gleichen Titelgeschichte und fragt, was denn so schlimm sei an personalisierter Werbung: „Technik, die so genaue Nutzerprofile erstellen kann, könnte irgendwann zum Missbrauch eingesetzt werden. Willkommen im Hätte-Wenn-Und-Aber-Journalismus. Mit diesem Argumentation ließe sich auch eine Hass-Titelgeschichte rund um Feuerzeuge rechtfertigen. Schließlich kann ich damit nicht nur meine Ikea-Teelichter, sondern auch Bomben anzünden.“

3. „Mediendemokratie auf niederbayerisch“
(blog-cj.de, Christian Jakubetz)
Das Amt des Präsidenten der Bayerischen Landeszentrale für Neue Medien wird neu besetzt. Die Kandidatin Gabriele Goderbauer-Marchner wird in der Lokalpresse mit fragwürdigen Argumenten niedergeschrieben.

4. „How incorrect reports of Giffords’ death spread on Twitter“
(lostremote.com, Steve Safran, englisch)
Die Twitter-Konten @BreakingNews, @nprnews, @BBCBreaking und andere vermelden zwischenzeitlich den Tod der angeschossenen US-Politikerin Gabrielle Giffords.

5. „Misere der Meisterdenker“
(freitag.de, Hans Ulrich Gumbrecht)
Hans Ulrich Gumbrecht sieht „Kritik nur als Detailkorrektur auf der Linie eines immer breiteren Mehrheitskonsensus akzeptier- und denkbar“. „Ohne die stimulierende Kraft des riskantes Denkens, befürchte ich, könnten die zur Norm gewordenen ehemaligen Intellektuellen- und Minoritätenmeinungen so repressiv werden wie in der Vergangenheit – auf der anderen Seite des für immer verschwundenen Eisernen Vorhangs – eine zum Staats-Sozialismus entartete Sozialdemokratie.“

6. „Ein Bild von einem Ei“
(juliane-wiedemeier.de)
Wie die „Tagesthemen“ das Thema Eier und Dioxin über eine Woche hinweg illustrieren.

Demokratisierung, Autorisierung, Flattr

6 vor 9

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1. „Mir reicht’s langsam! Brief an Bodo Hombach“
(julius01.de, Julius Endert)
Julius Endert schreibt an WAZ-Geschäftsführer Bodo Hombach. Es sei ziemlich vermessen, „die eigenen Erzeugnisse per se als qualitätshaltig gegenüber dem Rest im Netz abgrenzen zu wollen“ – „grundsätzlich ist es so, dass der Wert eines Inhaltes vom Empfänger und nicht vom Absender bestimmt wird“.

2. „Das Drama der Demokratisierung“
(dirkvongehlen.de)
Die Demokratisierung der Publikationsmittel führt zu wunderlichen Abgrenzungsaktionen bei Gastronomiekritikern, Fotografen, Journalisten. Dirk von Gehlen fragt, ob das erforderlich sei – andere, längst demokratisierte Berufsgruppen hätten das doch auch nicht nötig. Man könne sich „nur schwer einen professionellen Koch vorstellen, der öffentlich erklärt, ‚wenig Geschmack‘ an einer privat angerichteten Speise zu finden und überhaupt in diesem von einem Amateur zubereiteten Mahle nichts Neues entdeckt zu haben.“

3. „Kurzfazit: Sieben Monate Flattr im Einsatz“
(netzpolitik.org, markus)
Markus Beckedahl resümiert den Einsatz von Flattr nach sieben Monaten: „Aus kommerziellen Gründen müssten wir eigentlich nur noch Unterhaltung fahren. Eine Formel um reich zu werden scheint auf jeden Fall Boulevard zu sein. In der Netzpolitik heißt das möglichst polemisch sein, wenig Arbeit und Recherche reinstecken und ein klares Feindbild haben.“

4. „Im Namen der Zwiebel“
(tagesspiegel.de, Rainer Moritz)
Rainer Moritz erinnert an die Vorzüge der 2001 eingestellten ZDF-Sendung „Das Literarische Quartett“: „Man konzentrierte sich auf zentrale Bücher, folgte nicht dem grassierenden Trend, alles über den grünen Klee zu loben und mit drei Halbsätzen abzuhandeln, polemisierte unverhohlen, ging zu persönlichen Angriffen über, mühte sich darum, ästhetische Fragen anzusprechen, verzichtete auf kreuzdämliche Einspielfilme und lud sich als Gast nicht lesebeflissene ‚Tatort‘-Kommissare, sondern kompetente, diskussionsfreudige Literaturkritiker ein.“

5. „Zehn Minuten lang eine gute Show“
(volksfreund.de, Sarah-Lena Gombert)
Ein Kurzinterview mit Florian Silbereisen erscheint nicht, weil seine Managerin bei der Autorisierung eingreift: „Sie wisse zwar, dass Silbereisen gewisse Dinge gesagt habe, erklärt mir die Managerin beim erneuten Telefonat. Doch sie habe ihm bereits mehrfach gesagt, dass er das in Interviews nicht sagen soll. Darum hat sie einen völlig harmlosen Satz kurzerhand gestrichen.“

6. „leben in berlin“
(kunstlehrerin.wordpress.com)
Die Vorteile (Pluspunkte) und Nachteile (Minuspunkte) des Lebens in Berlin.

Österreich, Datenjournalismus, Punkt 12

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1. „Falsches Foto von Mordopfer“
(diepresse.com)
„Österreich“ wurde am Mittwoch vom Landesgericht für Strafsachen in Wien zu einer Entschädigungszahlung von 20.000 Euro verurteilt. Die Tageszeitung wies ein von Facebook stammendes Foto einer unbeteiligten Studentin als Abbildung einer ermordeten Prostituierten aus.

2. „Die Story sichtbar machen“
(politik-kommunikation.de, Maximilian Steinbeis)
Der langjährige Parlamentskorrespondent Maximilian Steinbeis plädiert dafür, von der langweiligen Personalisierung wegzukommen und sich um den spannenderen Datenjournalismus zu kümmern. Es interessiere ausserhalb der Hauptstadtdunstglocke niemanden, „wenn irgendein langweiliger Politiker Ärger mit irgendeinem anderen langweiligen Politiker hat.“

3. „Datenjournalismus und die Zukunft der Berichterstattung“
(netzpolitik.org, Lorenz Matzat)
Auch Lorenz Matzat tritt für den Datenjournalismus ein: „Journalismus, der sich selbst ernst nimmt, muss sich diesem Feld widmen. Mit der ihm eigenen Spezifik und seinen Werkzeugen.“

4. „Geschichte muss mehr sein als Entertainment“
(zeit.de, Christian Staas)
Das deutsche Geschichtsfernsehen habe sich aus der Debattenkultur verabschiedet, kritisiert Christian Staas. Er regt an, das Fernsehen „könnte die Technik der Montage nicht nur zum Addieren einander stützender Aussagen benutzen, sondern Widersprüche in Szene setzen – zwischen Zeitzeugenerinnerung und Historikersicht, zwischen großer und kleiner Geschichte, zwischen einzelnen Bildquellen. “

5. „Die arme Familie Grüttner“
(tina-andi.blogspot.com, Andreas)
Andreas fragt sich, warum ein RTL-Reporter in einer kalten Wohnung vor einem nicht angefeuerten Kamin sitzt.

6. „Warum mir 02 keinen Vertrag geben möchte II: Nachricht von Arvato Infoscore“
(mindsdelight.de, Marco)
Marco erhält einen Brief von Arvato Infoscore: „Ich wohne also alleine in Neukölln, bin 24 Jahre alt und zahle meine Rechnungen nicht. In Wahrheit weiss Arvato das alles aber gar nicht. Sie nehmen sich nur die Daten, die ich O2 beim Vertragsgesuch gab, schauen in ihrer Tabelle über Neukölln nach und gehen einfach davon aus, dass ich meine Rechnungen nicht bezahle.“

Viel Spaß, Talkshows, Schweinegrippe

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1. „Die Zeitschrift mit dem Frausrufezeichen“
(stefan-niggemeier.de)
Die Zeitschrift „Viel Spaß“ löst den Konflikt zwischen Frage und Fakt mit einem neuen Satzzeichen.

2. Interview mit Peter Frey
(faz.net, Michael Hanfeld)
Der Chefredakteur des ZDF, Peter Frey, erinnert daran, dass TV-Talkshows den ältesten Zuschauerschnitt haben. Darauf verstärkt zu setzen sei „waghalsig und kein Schritt in die Zukunft“. „Die Versuchung der Talkleute besteht darin, Erfolg durch die stets gleichen Namen zu suchen. Manchmal habe ich den Eindruck, dass Politiker der Generation Siebzig-plus da Sonderverträge haben.“

3. „Wer wird wie oft zu Talkshows eingeladen?“
(zettelsraum.blogspot.com, Zettel)
Zettel glaubt, aufgrund von Auswertungen zu eingeladenen Gästen in Talkshows 2010 (siehe auch meedia.de, 22.12.2010) einen Überhang an linken Politikern erkennen zu können.

4. „Sieben Leitlinien für die SRG“
(nzz.ch, Roger de Weck)
Roger de Weck, neuer Generaldirektor der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft SRG, legt in sieben Leitlinien seine Sicht auf den öffentlichen-rechtlichen Rundfunk dar.

5. „Über Parallelen zwischen Napoleon und den Guttenbergs“
(zeit.de, Harald Martenstein)
Harald Martenstein denkt darüber nach, wie Journalisten die Selbstinszenierung von Politikern aufnehmen. „Was mir auf den Geist geht, sind die Myriaden von Kollegentexten, in denen aus jeder Politikerhandlung eine Karrieretaktik herausgelesen wird. Wenn ein gewisser Brüderle eine Rede hält oder eine Rede absagt, dann gewiss nur deshalb, weil er den Job eines gewissen Westerwelle haben möchte.“

6. „Medien nur mäßig begeistert von Comeback der Schweinegrippe“
(der-postillon.com)
Siehe dazu auch „H1N1 ist die neue Allerweltsgrippe“ (zeit.de, Dagny Lüdemann).

Kai Diekmann, Pferdekutschen, Götz George

6 vor 9

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1. „Kai Diekmann im Glashaus“
(fr-online.de, Ulrike Simon)
Ulrike Simon schreibt zum zehnjährigen Wirken von Kai Diekmann als „Bild“-Chefredakteur. Viele Medien würden Diekmanns Kampagnen kritisieren: „Von der politischen Seite 2 lassen sie sich dennoch inspirieren. Und braucht Diekmann aus der Branche Mitstreiter in eigener Sache, kann er der Unterstützung sicher sein.“

2. „Gratiskultur Print“
(stefan-niggemeier.de)
„Bild“ findet weniger Käufer, aber Umfragen gemäß mehr Leser: „Man muss diese Leute nicht gleich Raubkopierer nennen, um festzustellen: In der Printwelt hat sich eine gewaltige Kostenloskultur entwickelt. (…) Und die Verlage stören sich nicht daran, sondern sind auch noch stolz darauf.“

3. „Wirre Aussagen zum Medienwandel von der neuen ARD-Vorsitzenden“
(neunetz.com, Marcel Weiß)
Marcel Weiß kommentiert Aussagen der Vorsitzenden der ARD, Monika Piel, im „Handelsblatt“ und im „Tagesspiegel“: „Ich kann beim besten Willen nicht nachvollziehen, in welcher Situation Google gefährlich für die ARD ist. Google hilft wie bei den privaten Angeboten auch bei den Öffentlich-Rechtlichen bei der Verbreitung ihrer Inhalte. Da diese Inhalte vom Gebührenzahler finanziert sind, ist eine maximale Verbreitung wünschenswert.“

4. „… im Osten“
(thomastrappe.wordpress.com)
Wenn der freie Journalist Thomas Trappe über Rumänien schreibt, „über die deutsche Minderheit in Siebenbürgen“, fügt er Pferdekutschen hinzu – da so ein Abnehmer der Geschichte wahrscheinlicher wird: „Tatsächlich habe ich drei größere Geschichten für Ost- wie Westzeitungen geschrieben, die allesamt nichts mit der Pferdezucht zu tun hatten, aber unabhängig voneinander mit Kutsche und Pferd bebildert wurden.“

5. „Die Neujustierung der Meinungsfreiheit“
(geografitti.de, ttm)
Für Timo Thalmann ist die Meinungsfreiheit im Umbruch, an eine bedingungslose Verteidung durch die traditionellen Journalisten glaubt er nicht: „Das Internet ist für einen Vollblutjournalisten alter Schule eine permanente narzisstische Kränkung. Vor allem deswegen ist diese eigentlich dafür prädestinierte Berufsgruppe als Verteidiger der Meinungsfreiheit nahezu ein Totalausfall. Dabei müssten sie allen Schreibern im Netz beispringen, wenn Abmahnungen und Klagen die Freiheit einschränken.“

6. „Es gilt das gestrichene Wort“
(noz.de, Joachim Schmitz)
„Kein Interview mit Götz George“

Johnny Eisenberg, Seymour Hersh, Photoshop

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1. Interview mit Johnny Eisenberg
(freitag.de, Ulrike Winkelmann)
Rechtsanwalt Johnny Eisenberg spricht über „Bild“, Politiker und Privatsphäre: „Ich habe noch keinen einzigen Politiker gesehen, der in einer echten Krise das Geld hatte oder aufbringen wollte, der Bild Paroli zu bieten und die 80.000 Euro oder so Prozesskosten zu riskieren.“

2. „Verlegerforderung Leistungsschutzrecht: Ja, habt ihr denn überhaupt keinen Stolz?“
(carta.info, Mario Sixtus)
Mario Sixtus schreibt den Printverlegern einen Brief zum von ihnen geforderten Leistungsschutzrecht: „Liebe Verleger, das tut jetzt vielleicht ein wenig weh, aber einer muss es mal deutlich sagen: Euch hat niemand gerufen!“

3. Interview mit Seymour Hersh
(taz.de, Thomas Leif, Lars-Marten Nagel)
Seymour Hersh empfiehlt investigativen Journalisten, sich weniger um die Spitzenpolitiker zu kümmern: „In der zweiten oder dritten Reihe hingegen finden sich manchmal Menschen, die tatsächlich an der Wahrheit interessiert sind. Aber die Leute an der Spitze der Regierung, du meine Güte!“

4. „Keine Zensur!“
(zeit.de, Alice Bota)
Alice Bota sieht die Einschränkung der Pressefreiheit als europäisches Problem: „Wer behauptet, die internationale Aufregung um Ungarn sei aufgebauscht, der hat sich allzu sehr an die scheinbare Selbstverständlichkeit gewöhnt – so wie der gesunde Mensch, der sich nicht vorstellen kann, krank zu werden.“

5. „Top 20 Photoshop Disasters of 2010“
(psdisasters.com, Bilder, englisch)

6. „Der Zugnomade“
(faz.net, Uwe Ebbinghaus)
Friedhelm W. „lebt, schläft und arbeitet in Zügen. Die DB-Lounge ist seine Küche, sein Wohnzimmer und sein Bad.“

Weihnachtsmann, Rebell.tv, Alois & Annely

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1. „Sport Bild-Watch (9)“
(el-futbol.de, Sidan)
Sidan blickt mit „Sport Bild“ auf das Jahr zurück: „(…) bei den Bayern lief wie immer alles rosarot in diesem Jahr. Der schlechte Start in diese Saison, der große Rückstand auf die Tabellenspitze? Kann man im Sport Bild-Jahresrückblick lange suchen.“

2. „Verleger, hört endlich auf zu jammern!“
(meedia.de, Stefan Winterbauer)
Stefan Winterbauer mag die Klagen der „lieben Verleger“ über die App der „Tagesschau“ nicht mehr hören. „Hört auf zu jammern, reißt Euch am Riemen und denkt nach über sinnvolle neue Inhalte, die eben nicht das Standard-Nachrichtenangebot abdecken.“

3. „Virginia und der Weihnachtsmann“
(blog.gwup.net, Bernd Harder, Patrick Pricken)
Eine aktualisierte Antwort an Virginia auf die Frage, ob es den Weihnachtsmann gibt: „Virginia, deine kleinen Freunde haben Recht. Es gibt keinen Weihnachtsmann. (…) Die Welt ist wunderbar genug, da muss man keinen Weihnachtsmann erfinden.“

4. „Der ganz besondere Blick“
(medien-monitor.com, Nora Weis)
Nora Weis verbringt einen Tag mit der 23-jährigen Verena Günnel, die unter anderem für das Magazin Ohrenkuss arbeitet, das von Menschen mit Down-Syndrom gestaltet wird.

5. Die Liebesgeschichte von Alois & Annely
(zeit.de, Erwin Koch)
Alois und Annely treffen sich erstmals am 19. November 1950. Am 19. Mai 2003 stirbt Alois.

6. „rebell.tv …“
(umblaetterer.de, Marcuccio)
Rebell.tv von Stefan M. Seydel wird am 31. Dezember 2010 vom Netz genommen. Eine letzte Möglichkeit, in den rund 3000 Videos, 500 Podcasts und 16.000 Blogeinträgen zu stöbern.

Talkshowgäste, Fox & Friends, Jugendliche

6 vor 9

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1. „Die meisteingeladenen Talkshowgäste 2010“
(meedia.de, Jens Schröder)
Heiner Geißler, Hans-Olaf Henkel, Arnulf Baring, Hans-Ulrich Jörges, Martin Lindner, Ursula von der Leyen, Christian Lindner, Gregor Gysi, Renate Künast, Daniel Bahr, Jürgen Trittin, Karl Lauterbach, Klaus Wowereit, Markus Söder, Oskar Lafontaine, Sahra Wagenknecht, (…).

2. „Frei schwebende Genies – aus Netz, Medien und Soziologie“
(carta.info, Christoph Kappes)
Christoph Kappes beschäftigt sich mit dem Artikel „Herrenreiter-Mythos des frei schwebenden Genies“ von Gerd Held. Held stellt bei Julian Assange einen „maskenhaften, fast abwesenden Gesichtsausdruck“ fest, der „etwas von der kalten Mechanik, die man von den Videobotschaften terroristischer Zirkel“ kenne, habe. Kappes: „Es ist das Gesicht und der Gestus von Assange, der ihn Terroristen ähnlich sehen lässt. Ein formal scheinbar nicht angreifbarer Schluss, denn so wie Assange einen Kopf hat, kennt man dies auch von Terroristen – selbst Klaus Störtebecker hatte einen solchen bis zu seinem Tod.“

3. „Verwirrte Nordsee-Zeitung mit kuriosen Fehlern“
(bremerhaven-aktuell.blogspot.com, Detlef Kolze)
Mit der Dauer der wöchentlichen Arbeitszeit nehmen einer Studie zufolge gesundheitliche Beschwerden zu, schreibt die „Nordsee-Zeitung“ in einer Kurzmeldung – und verpasst ihr die Überschrift „Lange arbeiten ist gesund“.

4. „Zu Tornado-Absturz 1984 in KKG-Reichweite“
(mainpost.de, Norbert Schmitt)
Norbert Schmitt schreibt einen Leserbrief zum in der „Main-Post“ erschienenen Artikel „Kampfjets über Atomkraftwerk“. Die „aufreißerische Berichterstattung auf der Titelseite im Stile der ‚Bildzeitung'“ sei nur geeignet, „Ängste in der Bevölkerung vor Atomkraft und Flugunfällen zu schüren“.

5. „Fox & Friends Accidentally Identifies Elie Wiesel As ‚Holocaust Winner'“
(mediaite.com, Jon Bershad, englisch)
Der Holocaust-Überlebende Elie Wiesel wird in der TV-Sendung „Fox & Friends“ kurzzeitig mit dem Untertitel „Holocaust Winner“ vorgestellt.

6. „Schlimmer wird’s immer“
(jungle-world.com, Klaus Farin)
Klaus Farin hält die gegenwärtige Jugend für „die bravste seit Jahrzehnten“. Trotzdem werde sie von den Medien anders dargestellt. „Drei besoffene Neonazis, die ‚Sieg heil!‘ gröhlend durch ein Dorf laufen, ein ‚Drogenvorfall‘ in einer Schule oder einer anderen Jugendeinrichtung erfahren bundesweite Medienresonanz, eine Jugendgruppe dagegen, die sich seit Monaten aktiv gegen Rechtsextremismus engagiert, ist höchstens der Lokalzeitung ein paar Zeilen wert.“

Die Glocke, Kachelmann, Kurier

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1. „Wie ich beim Ahlener Tageblatt rausgeschmissen wurde …“
(danieldrepper.de)
„Die Glocke“ trennt sich von Journalist Daniel Drepper, weil dieser auf die offiziellen „Vergütungsregeln für Tageszeitungen“ besteht und für 86 Zeilen 35,26 Euro einfordert. „Vier Wochen lang bekam ich keine Antwort. Dann traf Anfang Dezember das Honorar der Glocke auf meinem Konto ein: 23,84 Euro.“

2. „Heuchler im Hysteriechannel“
(politplatschquatsch.com, ppq)
Der „Spiegel“ und die Eurokrise: „Scharfmacher, Aufrührer, Schwarzmaler, das sind von Hamburg aus gesehen ja ohnehin immer alle anderen.“

3. „Ein Tag im Leben eines Ausgeschlossenen“
(klartext.ch, Thomas Knellwolf)
Der Kachelmann-Prozeß: Alice Schwarzer und die bekannten Gerichtsreporterinnen von „Zeit“ oder „Spiegel“ seien schon lange nicht mehr aufgekreuzt in Mannheim – was sie aber nicht davon abhalte, „pointiert kontra oder pro Kachelmann in die Tasten zu hauen“. Die Justizwelt sei bei diesem Prozeß sowieso verkehrt: „Das eigentlich geheime Vorverfahren war durch ausführliche Berichte in renommierten deutschen Medien mehr oder weniger öffentlich. Die eigentlich öffentliche Hauptverhandlung findet nun oft nur für einen exklusiven Kreis statt.“

4. „‚Tagesschau‘-App deckt Verleger-Abzocke auf“
(dwdl.de, Thomas Lückerath)
Hinter der Kritik der Printverlage an der „Tagesschau“-App verstecke sich nur das Unvermögen, mit der App einen Mehrwert zur Website zu liefern, findet Thomas Lückerath: „Was man im ‚großen‘ Internet nicht schafft – die Bezahlschranke herunter zu lassen – versuchen die Verlage den Lesern ohne echten Mehrwert auf dem kleinen Screen als Mehrwert zu verkaufen.“

5. „Wie man Journalist beim KURIER wird“
(kobuk.at, Josef Barth)
Erwin Pröll, Landeshauptmann von Niederösterreich, offeriert einer um die Zukunft ihres Sohns besorgten Mutter in einer Telefonsprechstunde kurzerhand einen Job beim „Kurier“.

6. „My Blackberry Is Not Working!“
(youtube.com, Video, 2:53 Minuten, englisch)

Ungarn, APA, Tatort

6 vor 9

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1. „Julian Assange, Bradley Manning, Alvar Freude und Rolf Schälike“
(heise.de/tp, Peter Mühlbauer)
Peter Mühlbauer erklärt, warum diese vier für ihn „die Männer des Jahres aus Sicht der Presse-, Rede- und Informationsfreiheit“ sind.

2. „Gleichschaltung durch die Fidesz-Regierung“
(nzz.ch, Charles E. Ritterband)
Das ungarische Parlament beschliesst ein neues Mediengesetz: „Die Redaktionen der öffentlichrechtlichen elektronischen Medien werden weitgehend aufgelöst. Zugleich wurde eine ‚Medienverfassung‘ erlassen, welche private Medien – auch Printmedien und Internetforen – an die Kandare nimmt und sie zu ‚ausgewogener‘ Berichterstattung und ‚politischer Unparteilichkeit‘ verpflichtet. Im Falle von Verstössen kann die Medienbehörde Geldbussen in Höhe von umgerechnet bis zu 90 000 Euro verhängen oder Zeitungen und Sendestationen schliessen lassen.“

3. „Presserat missbilligt BILD-Berichterstattung“
(truckonline.de)
Eine Klage über die Berichterstattung von „Bild“ beim Presserat hat eine Missbilligung zur Folge. „Der Beschwerdeausschuss 1 gelangt zu dem Ergebnis, dass die BILD – Zeitung mit Ihrer Berichterstattung unter der Überschrift ‚Brummifahrer tot im Bordell‘ auf der Titelseite, sowie der fortgesetzten Berichterstattung unter der Überschrift ‚Als diese Hure sich auszog, kippte der Trucker um‘ im Innenteil der Ausgabe gegen die Ziffer 8, Richtlinie 8.1 verstoßen hat.“

4. „Traditionelle Journalisten recherchieren ‚besser'“
(markuskienast.com)
Markus Kienast sieht einen Text der Nachrichtenagentur APA über einen „Guardian“-Artikel zu den Vergewaltigungsvorwürfen gegen Julian Assange falsch zusammengefasst. „Es wird hier suggeriert, es hätten nach dem ersten konsensualen Sex, weitere nicht konsensuale Sexualakte mit Frau A stattgefunden.“

5. „Tatort: Nie wieder frei sein.“
(nerdcore.de, René)
René empfiehlt mit Nachdruck den Tatort „Nie wieder frei sein“ (ardmediathek.de, Video, 88 Minuten) vom vergangenen Sonntag.

6. „Cyrano 2.0“
(volkerstruebing.wordpress.com)
Volker Strübing mag sich nicht ärgern über wetterbedingte Zugverspätungen: „Der Mann von Welt macht es wie ich: Ich habe mich auf zwei Stunden Verspätung eingestellt und die Bahn hat es in anderthalb Stunden Verspätung geschafft. Da habe ich mich gefreut.“

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