Archiv für 6 vor 9

Hombach, Kalttext, Volontäre

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Magazine machen Leute“
(klatschkritik.blog.de, Antje Tiefenthal)
„Fearne Cotton. Rebecca Gayheart. Brittany Snow. Adrienne Bailon. Amy Smart. January Jones. Lauter junge Damen, die diese Woche in den Magazinen Intouch und Life & Style (Nr.36/2010) auftauchen. Kennen Sie nicht? Ich auch nicht.“

2. „Bodos Tierleben“
(zeit.de, Stefan Willeke)
Unterwegs in Kanada mit Bodo Hombach, dem Geschäftsführer der Mediengruppe „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“: „Hombachs Leben ist wie ein Reißverschluss. Mal zog ihn die Politik nach oben, mal die Wirtschaft, anschließend die Politik und so weiter.“

3. „Das Löschen von Internet-Archiven“
(ndr.de, Video, 7:38 Minuten, Maik Gizinski)
Dem 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag wegen müssen die öffentlich-rechtlichen Sender ihre Inhalte im Web nach einer bestimmten Zeitspanne wieder offline stellen. „Zapp“ berichtet über die konkreten Auswirkungen und befragt dazu Betroffene.

4. „Volontariat: Wenn der Ausgebildete eine Ausbildung sucht…“
(griess.wordpress.com, Andreas Grieß)
Andreas Grieß hält Abgänger von Journalistenschulen für voll ausgebildet und kann nicht verstehen, warum sie „auf die Schiene ‚Volo‘ gedrängt werden“: „Solche Leute brauchen kein Volontariat, sondern eine Festanstellung. Dass man das Volontariat damit erklärt, Leute in ein Unternehmen einarbeiten zu wollen, geht an der Sache vorbei. Dann müsste ja jeder, der z.B. die Zeitung wechselt, wieder als Volontär anfangen. Nein, dafür gibt es die Probezeit.“

5. „Deutsch – Redakteur/Redakteur – Deutsch“
(markheywinkel.de)
Mark Heywinkel übersetzt „Begriffe aus dem Redaktionsalltag“ wie „Phoner“, „Kalttext“ und „bartern“.

6. „Pocher narrt ‚Österreich'“
(kobuk.at, Hans Kirch​meyr)
Wen Oliver Pocher und Jörg Kachelmann küssen oder auch nicht.

Kachelmann, Faymann, Apple

6 vor 9

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1. „Der Kachelmann-Komplex“
(ndr.de, Video, 45 Minuten, Pop-up)
Die Sendung „45 Minuten“ beleuchtet die Medienschlacht zum Kachelmann-Prozess. Die Hintergrundseite dazu liefert Zusatzinformationen wie ein Interview mit den drei Autoren der Sendung: „Fassungslos über die Penetranz der Medien“.

2. „Das Spiel mit den Medien“
(dradio.de, Audio, 8,3 MB)
Die Sendung „Hintergrund“ des Deutschlandfunks geht näher auf die Instrumentalisierung von Journalisten durch Staatsanwaltschaften und Anwälte ein und bringt auch das Thema Litigation-PR zur Sprache (Abschrift der Sendung).

3. „Post aus dem Kanzleramt“
(tt.com)
„Liebe Kollegen! Hat jemand ein Thema für die Krone heute?“, schreibt die Sprecherin von Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann „an die Sprecher von SP-geführten Ministerien und die Parteizentrale“.

4. „Lärmige Inszenierungen“
(nzz.ch, Heribert Seifert)
Die Sarrazin-Debatte: Heribert Seifert sieht Medien, die „beruhigende Botschaften von der allein heilsstiftenden Wirkung wohlfahrtsstaatlicher Integrationspolitik“ verkünden. „Mit dieser Mischung aus realistischen Berichten aus den Problemzonen der Einwanderung und der steten Wiederholung der immergleichen Lösungsversprechen, in denen Einwanderer nur als Objekte der Förderung und Einheimische vor allem als Ausländer- bzw. Muslimfeinde vorkommen, erzeugt man nur Misstrauen und den Verdacht, getäuscht zu werden.“

5. „Zwerge im Apfelkosmos“
(blog-cj.de, Christian Jakubetz)
Christian Jakubetz kommentiert die Enttäuschung der Printverleger über Apple. „Dass das iPad nicht per se die Rettung der darbenden Branche sein würde, war von vornherein absehbar.“

6. „Apple im Visier einer Satire-Website“
(taz.de, Julian Jochmaring)
Julian Jochmaring stellt drei Fragen zu Scoopertino, eine Website, die „Unreal Apple News“ produziert.

Amokberichterstattung, Kachelmann, Irak

6 vor 9

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1. „Empfehlungen zur Amok-Berichterstattung“
(presserat.info)
Der deutsche Presserat stellt einen Leitfaden zur Amokberichterstattung (PDF-Datei, 54 Seiten) online, der mit einigen praktischen Negativbeispielen von „Bild“ und Bild.de operiert. „Der Leitfaden soll Journalisten bei wichtigen Fragen im Redaktionsalltag eine Orientierung geben. Welche Fotos dürfen wir veröffentlichen? Welche Namen dürfen wir nennen? Welche Informationen über den Täter und die Tat können wir bringen?“

2. „Wer ist der echte und wer der falsche Kachelmann?“
(tagesschau.de, Video, 3:33 Minuten)
Die „Tagesthemen“ über den ersten Tag im Prozess gegen Jörg Kachelmann. „Fast schon hysterisch die Stimmung vor dem Prozess des Jahres, an dem es die eine Wahrheit nicht gibt.“

3. „Erbarmen! Nun retten Schauspieler die Welt“
(faz.net, Jan Hauser)
Jan Hauser bemerkt vermehrt Schauspieler in den Talkshows: „Die Fernsehmacher suchen ein bekanntes Gesicht abseits der üblichen politischen Verdächtigen. Das soll den Zuschauer veranlassen, während des Schaltens durch die Fernsehprogramme inne zu halten. Die Schauspieler sollen Authentizität vermitteln und einfache Wahrheiten verbreiten.“

4. „Sarrazins 18 Prozent: Und, was können Sie sich so vorstellen?“
(beim-wort-genommen.de, Jonas Schaible)
Jonas Schaible schreibt zur Emnid-Umfrage für „Bild am Sonntag“ (BILDblog berichtete) und was daraus in anderen Medien wird: „(…) weder auf der Emnid-Seite noch auf Bild.de finde ich detaillierte Angaben zur Ausarbeitung der Studie. Es fehlen sämtliche Hintergrundinformationen, es fehlt alles, dass Ergebnisse einer Studie eigentlich überprüfbar macht, das erlaubt, eine Studie einzuschätzen.“

5. „Punk’d, Iraqi-Style, at a Checkpoint“
(atwar.blogs.nytimes.com, Yasir Ghazi, englisch)
Versteckte Kamera im irakischen Fernsehen: Prominenten werden Bombenattrappen ins Auto gelegt, worauf sie von gespielten Grenzwächtern zur Rede gestellt werden: „‚Why do you want to blow us up?‘ ‚You are a terrorist.‘ ‚How much did they pay you to do it? You will be executed.'“ Unklar ist, ob das Material mit oder ohne vorherige Aufklärung der Prominenten gedreht wurde.

6. „When it comes to phone hacking, the press is the elephant in the room“
(guardian.co.uk, Charlie Brooker, englisch)
Charlie Brooker erzählt die Geschichte einer Prominenten, die einen „ultimate celebrity faux pas“ begangen habe, nämlich an zwei Tagen das genau gleiche Kleid zu tragen. Und erklärt, warum die britischen Medien so wenig zur „News of the World phone hacking affair“ zu sagen haben.

Schwarzer, Unterschichten, Elektroschrott

6 vor 9

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1. „Bild setzt Alice Schwarzer auf Kachelmann an“
(heise.de/tp, Peter Mühlbauer)
Alice Schwarzer erhält von „Bild“ eine wöchentliche Kolumne, in der sie den Prozess gegen Jörg Kachelmann begleitet. „Dass Kachelmann seine frühere Geliebte vergewaltigt hat, scheint für Schwarzer bereits festzustehen.“

2. „Offenheit: Mit Vorsicht zu genießen“
(fr-online.de, Daniel Bouhs)
Daniel Bouhs kommentiert die Meldung „Verbraucherzentrale kritisiert Bild-Shop“ auf der Titelseite von „Bild“ am Freitag.

3. „Lässt ‚Heute‘ die Grünen für Dichand-Blasphemie büßen?“
(kobuk.at, Helge Fahrnberger)
Helge Fahrnberger sammelt kritische Schlagzeilen der Wiener Gratiszeitung „Heute“ zur Partei „Die Grünen“: „Seit Ende Mai erschien alleine in der Printausgabe im Schnitt alle 3,7 Tage ein kritischer Artikel über die Grünen, darunter 21 große (mehrspaltige) Artikel. Angesichts des nur wenige Seiten umfassenden Politikteils eine enorme Menge.

4. „Die Aufregungsspirale“
(dradio.de, Brigitte Baetz)
Die Sarrazin-Debatte: Brigitte Baetz haben die vergangenen Tage gezeigt, dass Journalisten „nicht die Vermittler von Fakten und begründeten Meinungen, sondern die Veranstalter eines großen Kasperletheaters“ sind.

5. Interview mit Gottfried Schatz
(nzz.ch, Francesco Benini)
Biochemiker Gottfried Schatz glaubt, man wisse noch zu wenig, um konkrete Aussagen zu vererbter Intelligenz zu machen. „Meine Vorfahren im südlichen Burgenland waren arme Bauern, deren Kinder meist als ungebildete Unterschicht in die USA zogen und sich dort emporarbeiteten. Hätte Sarrazin recht, stünde es um mein vererbtes intellektuelles Potenzial nicht zum Besten. Unterschichten haben uns grosse Genies geschenkt und werden dies wohl auch in Zukunft tun.“

6. „Ghana: Das Geschäft mit dem Elektroschrott“
(ardmediathek.de, Video, 7:10 Minuten)
Wie Elektroschrott aus Deutschland in Ghana verarbeitet wird.

Sarrazin, Sonntagsbären, Lucia R.

6 vor 9

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1. „Das verstehe ich nicht“
(sz-magazin.sueddeutsche.de, Andreas Bernard)
Andreas Bernard kann nicht verstehen, warum Thilo Sarrazins Buch „Deutschland schafft sich ab“ von „Spiegel“ und „Bild“ vorabgedruckt wurde und es nun seit zehn Tagen „mit solcher Vehemenz als Debattenstifter in Erscheinung tritt“.

2. „Wo Rauch ist, da ist auch Feuer“
(zeit.de, Bernd Ulrich)
Bernd Ulrich stellt zur Sarrazin-Debatte fest, dass in den Medien „zumeist migrantenfreundliche Menschen tätig sind“. Jedoch wirke das, was sie sagen, oft steril, „die Absichten scheinen durch, Correctness ersetzt Kenntnis“. „Mittelschicht allüberall, mit sehr ähnlichen Biografien. Dass sich daraus keine lebendige Wahrnehmung der wirklichen Welt der Migranten ergibt, liegt auf der Hand.“ Abgeholfen werden könnte dem durch die Verpflichtung von bisher in den Redaktionen unterrepräsentierten Gruppen (genannt werden Migranten, Arbeiterkinder oder Ostdeutsche).

3. Interview mit Lucia R.
(derstandard.at, Harald Fidler)
Die unbeteiligte Lucia R. wird von österreichischen Medien als Mordopfer und Prostituierte präsentiert. „Es verletzt wirklich sehr, wenn das eigene Bild in einem solchen Zusammenhang missbraucht wird. Sowas können nur wirklich unverantwortliche Menschen tun.“

4. „Branchenkritik – Sonntags gibt’s Enten“
(persoenlich.com, Peer Teuwsen und Ralph Pöhner)
Peer Teuwsen und Ralph Pöhner thematisieren die Schweizer Sonntagszeitungen: „Die wirtschaftlich lukrativen Wochenend-Titel züchten zwei Tiere, die bislang in der Zoologie unbekannt waren: erstens den Sonntagsbären, mit dem der Leserschaft eine übertrieben zugespitzte Wahrheit aufgebunden wird. Zweitens die Sonntagsente: Hier wird eine Nachricht (gestützt auf ‚Insider‘ oder ‚gutinformierte Personen‘) selbst bei wackliger Quellenlage veröffentlicht, wobei man notfalls eine Falschmeldung riskiert.“

5. „Gekaufter TV-Auftritt“
(beobachter.ch, Otto Hostettler)
Der medizinische Leiter der im Schweizer Fernsehen ausgestrahlten Sendung „Gesundheit Sprechstunde“ kontaktiert per E-Mail „gezielt PR-Agenturen, die zahlungskräftige Pharmaunternehmen zu ihren Kunden zählen. Diese sollen einen fünfstelligen Betrag bezahlen, damit sie einen pharmagenehmen Experten für die Sendung vermitteln dürfen.“ Siehe dazu auch „Fragwürdige Methoden bei Suche nach Sponsoren für ‚Gesundheit Sprechstunde'“ (tagesanzeiger.ch, Maurice Thiriet).

6. „Bitte aufblättern“
(magda.de, Sabine Böhne)
Sabine Böhne versucht, Studenten das Zeitungslesen beizubringen.

Duckmäuser, Farbbänder, Das Magazin

6 vor 9

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1. Interview mit Volker Lilienthal
(freitag.de, Matthias Dell)
Für Volker Lilienthal sind Journalisten heute zu häufig Duckmäuser. Er empfiehlt ihnen Haltung: „Es gibt ein Bedürfnis nach natürlicher Autorität, Kinder brauchen Vorbilder. Genauso braucht man in der öffentlichen Wahrnehmung Figuren, zu denen man ein wenig aufblicken kann, Journalisten, von denen man glaubt, dass die etwas zu sagen haben, dass die sich etwas trauen.“

2. „Generation Farbband“
(blog-cj.de, Christian Jakubetz)
Christian Jakubetz denkt über Journalisten seines Alters nach, die die Entscheidungen in den Printverlagen treffen. „So lange es aber meine Generation ist, die Entscheidungen fällt, sie aber gleichzeitig nicht ernsthaft versteht, was da überhaupt passiert, wird es schwierig werden, die richtigen Entscheidungen zu bekommen. Und solange werden sie weiter untergehen, die Vertreter und die Medien der ‚old school‘.“

3. „Eingebetteter Journalismus“
(knappdaneben.net)
Max Küng, Mitarbeiter von „Das Magazin“, schreibt einen Artikel über ein von Jörg Boner („Atelier Pfister“) designtes Bett. Gleichzeitig erscheint auf der Facebook-Seite der Firma ein von ihm geführtes Interview mit Boner. Küngs Chefredakteur, Finn Canonica, meldet sich in den Kommentaren: „Max Küng hätte nie für Möbel Pfister ein Interview machen dürfen und anschliessend bei uns im Blatt über den selben Designer schreiben. Das war ein fast unverzeihlicher Fehler, das wird nicht mehr vorkommen.“

4. „Tabloid Hack Attack on Royals, and Beyond“
(nytimes.com, Don van Natta Jr., Jo Becker and Graham Bowley, englisch)
Ein langer Artikel befasst sich mit den britischen Journalisten, die in den Besitz der PINs der Handy-Mailboxen von Mitgliedern des Königshauses kamen und diese abhörten.

5. „Washington Post Suspends Columnist for Twitter Hoax“
(nytimes.com, Joseph Plambeck, englisch)
Ein Sportkolumnist der „Washington Post“ wird beurlaubt, weil er, angeblich absichtlich, eine Fehlinformation twitterte.

6. Interview mit Gina
(laurencethio.de)
Gina erzählt Laurence Thio von ihrem Praktikum in der Online-Redaktion von „Cicero“. „Zu der Zeit war gerade der neue Chefredakteur Michael Naumann beim Cicero und der wollte auch etwas an der Inneneinrichtung verändern. Und da haben wir ihm irgendwelche Spiegel hin und her getragen und Obstschalen von A nach B verrutscht.“ Eine zweite Meinung ist in den Kommentaren zu lesen.

Sarrazin, Schwalbenschwänze, Abmahnungen

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1. „Bekenntnis zu Sarrazin“
(sprengsatz.de, Michael Spreng)
Michael Spreng hätte, anders als „Bild“ und „Spiegel“, das derzeit in vielen Medien verhandelte Buch „Deutschland schafft sich ab“ von Thilo Sarrazin nicht vorabgedruckt. „Ohne die beiden spektakulären Vorabdrucke wäre der Aufmerksamkeitspegel nicht über Normalmaß gestiegen: Sarrazins Buch wäre ohne sie nicht über den Zweispalter im Politikteil oder im Feuilleton hinausgekommen, Sarazin hätte sein Buch nicht vor 250, sondern vor maximal 50 Journalisten vorgestellt, er wäre nicht die Spitzenmeldung aller TV-Nachrichten geworden.“

2. „Keine Sympathien für ein Leistungsschutzrecht“
(nzz.ch, ras.)
Die „NZZ“ zählt fünf Gründe gegen ein Leistungsschutzrecht für Presseverleger auf: Die Urheberrechte sind bereits geschützt, niemand ist gezwungen, Inhalte kostenlos anzubieten, niemand muss sich von Suchmaschinen finden lassen, der freie Fluss des digitalen Markts kann nicht verboten werden, das Gesetz wäre als Gebührenerhebungssystem ein „grenzüberschreitendes bürokratisches Monster“.

3. „Abmahnungen gegen Blogs“
(spiegel.de, Frank Patalong)
Frank Patalong stellt die Firma Righthaven LLC vor: „Das Unternehmen wurde gegründet, um Blogs gezielt wegen der Verletzung von Coyprights zu verklagen.“

4. „Kleine Formate ganz groß“
(journalist.de, Videos)
Christian Bartels und Svenja Siegert stellen gelungene Web-Experimente von Journalisten vor.

5. „Off topic? Die siamesischen Falter“
(ag-athe.at)
Ein Artikel in der „Kronen Zeitung“ über Schwalbenschwänze erheitert derzeit Biologen.

6. „Kleider machen heute“
(juliane-wiedemeier.de)
Juliane Wiedemeier analysiert die Bekleidung von Moderatorinnen bei ARD und ZDF.

Sarrazin, RTL-Videotext, Jessen

6 vor 9

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1. „Sarrazin führt Deutschland vor“
(konjovic.de, Georg Konjovic)
„Es steht 5:0 für Thilo Sarrazin im Spiel ‚Provokanter Autor‘ versus ‚Hysterie-süchtige Republik‘.“

2. „Sarrazin und die Medien: Pure Heuchelei“
(carta.info, Robin Meyer-Lucht)
Für Robin Meyer-Lucht hatte die „Huldigung in Blitzlichtgewittern“ anlässlich der Pressekonferenz zur Buchvorstellung von Thilo Sarrazin etwas Bedrückendes. Der Journalismus renne „sklavisch der Gier des Publikums nach“, denn Sarrazin sei „aus dem Stoff gemacht, der Auflage bringt“, ein „Auflagen- und Aufmerksamkeitsgoldstück“. Siehe dazu auch „Ein Abgrund an Journalismus-Verrat“ (blog-cj.de, Christian Jakubetz).

3. „Reisebetrug über RTL-Videotext“
(ndr.de, Video, 7:20 Minuten)
Eine auf RTL Videotext geschaltete Werbeanzeige für Urlaubsreisen stellt sich als betrügerisches Angebot heraus.

4. „Vom Mordopfer ein falsches Bild machen“
(derstandard.at, Harald Fidler)
„Krone“, „Österreich“ und „Kurier“ veröffentlichen ein Bild einer ermordeten Frau, das unter ihrem Namen bei Facebook zu finden war. „Ob es tatsächlich die Seite des Opfers war, oder, wofür es Hinweise gibt, einer Frau gleichen Namens gehört, war Sonntag nicht zu eruieren.“

5. „Die häufigsten Fehler der taz-Autoren“
(blogs.taz.de/hausblog, Matthias Fink)
„Der häufigste Fehler ist aber sicher das Auseinanderschreiben von allem und jedem. Selbst wer weiß, dass die reine Getrenntschreibung nicht das Wahre ist, setzt oft nur einen Bindestrich, wobei ‚Heinrich Heine-Straße‘ mit ‚Heinrich-Heine Straße‘ konkurriert.“

6. „Sag beim Abschied leise Servus!“
(zeit.de, Jens Jessen)
„Zeit“-Feuilletonchef Jens Jessen mahnt zur Zurückhaltung beim Ausstand nach dem Praktikum. „Als ich zum Ende meiner Hospitanz bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mehrere Bleche Pflaumenkuchen servierte, wurde dieser zwar gerne gegessen – aber vielleicht auch zu gerne, denn der Feuilletonchef verabschiedete mich mit den Worten, dies sei der beste Artikel, den ich bisher abgeliefert hätte.“

Finanzjournalismus, Groschenromane, Mathias

6 vor 9

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1. „Bilanzen, Blödsinn und Bernanke“
(markusgaertner.com)
Wie gehen Finanzjournalisten mit Zahlen um, fragt sich Markus Gärtner: „Wir lassen uns von Ämtern, Investmentbanken und Lobbyorganisationen wie Verbänden mieses Zahlenmaterial andrehen und nehmen es für bare Münze. Wir haben auch keine Zeit, tiefer in dicken Quartals- und Jahresberichten zu graben. Das habe ich erst richtig gemerkt, als ich anfing diesen Blog aufzubauen und Themen zu recherchieren, für die Zeitungen keine Zeit haben.“

2. Interview mit Gisela Friedrichsen
(tagesspiegel.de, Thomas Eckert und Joachim Huber)
„Spiegel“-Gerichtsreporterin Gisela Friedrichsen wird gefragt, ob sie bereits in der Rolle der „Kachelmann-Expertin“ sei: „Plappern Sie doch nicht so dummes Zeug nach! Sie beleidigen mich! Im Fernsehen gibt es nur ‚Experten‘: Adelsexperten, Terrorismusexperten, Geheimdienstexperten, Gesundheitsexperten, Asienexperten etc. Dass ich nicht lache: Kachelmann-Expertin! Ich kenne diesen Herrn nicht. Ich werde den Prozess gegen ihn beobachten, wie ich tausend andere Prozesse auch beobachtet habe. Über den Fall habe ich bisher einen einzigen kurzen Kommentar geschrieben …“

3. „Für wie blind hält Sky eigentlich den Zuschauer?“
(sportmedienblog.de)
Das Sportmedienblog stellt fest, dass die Bundesligakonferenz „- anders als beworben – gar nicht vollständig in nativem HD ausgestrahlt“ wird.

4. „Mächtige Burschen, raue Gesellen“
(sueddeutsche.de, Katharina Riehl)
Katharina Riehl besucht einen Schreiber von Groschenromanen: „Die Welt von Dieter Walter ist eine Wohnung am Stadtrand von Augsburg. Ein kleines Wohnzimmer mit freundlichen Stofftieren, an der Tür hängt ein rotes Stoffherz mit der Aufschrift ‚Ich liebe dich‘, an den Wänden Fotos von ihm und seiner philippinischen Ehefrau.“

5. „Probieren statt kopieren“
(fr-online.de, Peer Schader)
Peer Schader porträtiert die Firma Brainpool aus Köln, die hinter Sendungen wie „TV Total“, „Unser Star für Oslo“ und „Ladykracher“ oder Serien wie „Pastewka“ oder „Stromberg“ steht.

6. „Mathias“
(shripsinn.blogspot.com)
Shrip entdeckt in der „taz“ einen Mathias.

Benaissa, Superstau, Martinetti

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1. „Was würde Tucholsky zum ‚Nadja-Prozeß‘ schreiben?“
(raflauaus.de, Achim Flauaus)
Rechtsanwalt Achim Flauaus schaut den Journalisten beim Prozess gegen Nadja Benaissa zu: „Nachdenklich stimmt vor allem der unfaßbare Aufwand, mit kilometerlangem Kabelsalat, unzähligen Kameras und Stativen und den unvermeidlichen und halsbrecherisch in die Fahrbahnen hineinragenden oder auf Gehwegen abgeparkten ‚Ü-Wagen‘ (sagt man so?) mit monumentalen Satellitenschüsseln auf dem Dach und das alles in einer Anzahl, als gelte es über die Ankündigung des 3. Weltkrieges oder zumindest einen ‚G-8-Gipfel‘ zu berichten.“

2. „Hart aber leer“
(spiegel.de, Stefan Kuzmany)
Stefan Kuzmany analysiert „Hart aber Fair“ mit Frank Plasberg. „An wirklichen Ergebnissen ist er nicht interessiert – sondern nur an der nächsten Pointe.“

3. „Schlecht, schlechter, Sportjournalismus“
(feed-magazin.de, Daniel Wichmann)
Daniel Wichmann rezensiert ein Buch von Simon Grünke: „‚Hofberichterstattung im System Sport‘ ist ein Buch für alle, die sich abends in der Kneipe oder morgens im Büro gerne über kumpelhafte Moderationen à la Johannes B. Kerner oder seichte Interviewversuche von ‚Duzmaschine‘ Waldemar Hartmann aufregen können.“

4. „Die Chemie stimmt“
(juliane-wiedemeier.de)
Inhalte der Website der Tageszeitung „Die Rheinpfalz“, Rheinpfalz.de, werden auf Rheinneckarweb.de mit Inhalten des lokalen Chemiekonzerns BASF geteilt. Juliane Wiedemeier schreibt dazu: „Doch, die PR-Abteilungen von Chemie-Konzernen wissen schon, was sie tun. Was die Rheinpfalz allerdings geritten hat, bleibt mir unerklärlich.“

5. „Vom rätselhaften Verschwinden des Mega-Staus“
(blog.tagesschau.de, Ariane Reimers)
Ariane Reimers macht sich in China auf die Suche nach dem in den Medien vermeldeten 100 Kilometer langen Superstau. Doch sie findet ihn nicht: „Vielleicht hat irgendjemand einfach nur diese vielen kleine Staus zusammengezählt und daraus den Super-Stau komponiert. Und weil es so eine schöne Geschichte ist, haben andere sie dann auch geschrieben.“

6. „Nella Martinetti – Ein Leben zwischen Applaus und Abgrund“
(sf.tv, Video, 25:49 Minuten)
Ein Porträt der Schlagersängerin Nella Martinetti, die seit Jahrzehnten in enger Symbiose mit dem Boulevard lebt und von sich sagt, sie sei „kamerasüchtig“ und eine „Blick-Frau“.

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