Archiv für 6 vor 9

Erwachsen auf Probe, Verzettelung

1. „Die Hysterie um ‚Erwachsen auf Probe'“

(faz-community.faz.net/blogs/fernsehblog, Stefan Niggemeier)

„Ist es nicht toll, in einem Land zu leben, in dem es mehr Kinderschutzvereine gibt als Kinder? Und in dem die größte Gefahr, die diesen Kindern droht, die Produktion und Ausstrahlung einer Fernsehsendung ist?“

2. Interview mit Helmut Thoma

(tagesspiegel.de, Joachim Huber und Kurt Sagatz)

Auch Helmut Thoma äussert sich zur RTL-Sendung „Erwachsen auf Probe„: „Als ob da Babys an völlig Unbekannte gegeben würden. Es sind doch alle Teilnehmer gecastet, und es steht dauernd jemand dabei. Im realen Leben ist die Gefahr viel größer, dass Eltern an einen jungen Babysitter geraten, der noch völlig unerfahren ist.“

3. „Das Magazin – Schluss mit Kommentieren im Web“

(persoenlich.com)

Finn Canonica, Chefredakteur des „Magazins„, versteht das „Gerede um die Möglichkeiten des Citizen Journalism“ nicht und ist „skeptisch geworden gegenüber den journalistischen Möglichkeiten im Internet“. Deshalb stellt er ohne Ankündigung nach zwei Jahren die Online-Kommentare ein, die ihm „manchmal sehr ‚dahingerotzt'“ erschienen. Mehr dazu im Henusode Blog und beim Journalistenschredder.

4. „Journalismus am Nullpunkt“

(heinz.typepad.com)

„Journalismus kann sich nicht mehr so finanzieren wie bisher, und zugleich verändern sich seine Rolle und seine Formen radikal. Wer heute Journalist wird, weiß weder, wovon er in Zukunft leben wird, noch wie seine Arbeit aussehen wird.“

5. „Sex sells, again and again“

(presseverein.ch)

„Blech, Blut und Busen. Im Boulevard braucht’s niedere Reize. Ob Pornosprüche im Dutzend auf 20 Minuten oder anzügliche Schlagzeilen zu irgendwelchen Themen beim Blick. Die verlegenen Verleger hatten sich das anders vorgestellt.“

6. „Cogitus interruptus – Googeln, Bloggen und Twittern“

(nzz.ch, Eduard Kaeser)

Der Physiker und Philosoph Eduard Kaeser schreibt über die neuzeitlich alltägliche Verzettelung: „Ehe ich michs versah, war meine Hauptaufmerksamkeit auf zwei oder drei Nebenspuren verzettelt. Ich fand nicht mehr zur Konzentration auf die ursprüngliche Arbeit zurück. ‚Cogitus interruptus‘ nenne ich das für mich. Dagegen kenne ich zwei Mittel: Sex oder Joggen. Sie fügen mich wieder zusammen.“

Steul, SPD, Facebook, Songs

1. „Welt des Journalismus“

(zweitens-magazin.de, max)

max wird betreffend einem „Einleger für die FTD“ kontaktiert, lässt sich „ein Probeexemplar und die Unterlagen ‚für eine ziel- und themengerechte Ansprache potentieller Kunden‘ zuschicken“ und berichtet von seinen Erfahrungen: „Damit sich unser ‚Beitrag von anderen abhebt‘ wird unser Firmentext ’nach redaktionellen Aspekten bearbeitet‘, uns ’selbstverständlich zur Freigabe vorgelegt‘ und dann ‚farblich unterlegt in das Gesamtbild der Reportage eingefügt‘. Und dies alles gegen einen ‚Druckkostenzuschuß‘.“

2. „SPD-Werbung im redaktionellen Korsett von bild.de“

(pottblog.de, Jens)

Die SPD schaltet Werbung auf bild.de. Doch nicht einfach so: „Der gesamte Bericht ist im typischen bild.de-Layout gehalten, selbst der aktuelle TV-Spot zur Europawahl wurde im ‚Bild-Videoplayer‘ eingebunden.“

3. Interview mit Willi Steul

(cicero.de, Christoph Seidl)

Der neue Intendant des Deutschlandradios skypt mit seiner Familie, findet aber „Kommunikation über so etwas wie Facebook“ eine „schreckliche Vorstellung“: „Ich bin ein intellektuell den modernen Medien ausgesprochen aufgeschlossener und neugieriger Mensch, wäre es anders, wäre ich im falschen Beruf. Aber ich bin 58 Jahre alt.“

4. „Verlernt, zu verweilen“

(3sat.de/mediathek, Video, 3:53 Minuten)

„Erinnern Sie sich an die Zeiten, als die Menschen am Morgen noch raschelndes Papier lasen?“

5. Schweizer Beamten droht Facebook-Verbot

(nzz.ch, Heidi Gmür)

„Die Beanspruchung des Internets in der Bundesverwaltung durch Facebook ist enorm: ‚Von den analysierten zweihundert meistbesuchten Websites betreffen 16 bis 25 Prozent der heruntergeladenen Daten allein Facebook‘, sagt Claudio Frigerio, Pressesprecher des Bundesamtes für Information und Telekommunikation (BIT).“

6. „Ten Songs About Print Journalism“

(pastemagazine.com)

Zehn Lieder über Printjournalismus, von “Newspapermen Meet Such Interesting People” (Pete Seeger) bis “Yesterday’s Papers” (The Rolling Stones).

Zuckerberg, Murdoch, Promi-Anwälte

1. „Intimsphäre vs. Pressefreiheit“

(sueddeutsche.de, Hans-Jürgen Jakobs)

Der Chef von sueddeutsche.de schreibt über „die unheimliche Nähe von Medienanwälten, Presse und Prominenz“: „Die Macht der Presse ist heutzutage auch eine Frage, wie viel Geld man in einen Rechtsstreit stecken kann.“

2. „Reinigendes Getwitter“

(coffeeandtv.de, Lukas Heinser)

Lukas Heinser macht sich Gedanken über Menschen, die twittern, ohne sich Gedanken zu machen. Er findet es erstaunlich, dass man „Volksvertretern offenbar erst einmal erklären muss, was mit ’nicht-öffentlich‘ gemeint sein könnte“. Und er fragt sich: „Wann kommen die ersten Tweets aus den geheimen Sicherheitsausschüssen? (‚Hinweise auf gepl. Anschläge im Raum Berlin. Schmutzige Bombe, BKA ist dran‘)“.

3. Bei „Freundchen“ Mark Zuckerberg

(zeit.de, Christoph Amend und Götz Hamann)

Das Zeit-Magazin verbringt Zeit mit dem Gründer von Facebook. Immer, wenn das Gespräch persönlich werden könnte, gehen sofort die Berater von Zuckerberg dazwischen.

4. Interview mit Rupert Murdoch

(foxbusiness.com, Video, 6:39 Minuten)

Für Rupert Murdoch ist der endgültige Abschied vom Papier in der Zeitungsbranche nur noch zwei oder drei Jahre entfernt. Dann finde der Umstieg auf „panels“ statt. In etwa 10 bis 15 Jahren werde sich die Öffentlichkeit daran anpassen.

5. „Verdeckte PR“

(spiegel.de)

„Die Bahn hat allein im Jahr 2007 1,3 Millionen Euro ausgegeben, um die Öffentlichkeit mit bezahlten Beiträgen in Radioprogrammen und Internet-Foren zu manipulieren – wobei nicht erkennbar war, dass die Bahn Auftraggeber der Artikel und Meinungsäußerungen war. “

6. Höchstleistungen eines Fussball-Kommentators

(youtube.com, Video, 1:21 Minuten)

Deutschsprachige Fussball-Kommentatoren äussern sich zur Veränderung des Spielstands nicht selten mit einem kurzen „Tor!“. Langweiler! (Video unbedingt mit Ton ansehen).

Geistesaristokratie, Spiegel, Experten

1. „Geistesaristokratie“

(zeit.de, Gero von Randow)

Der bereits bei netzwertig.com ausführlich analysierte Artikel „Das Netz als Feind“ von Adam Soboczynski erhält nun auch Zeit-intern eine Gegenstimme. Gero von Randow schreibt: „Es ist schon seit einiger Zeit auffällig, dass dieses Thema unter Journalisten starke Gefühle weckt. Man könnte meinen, dieser Netzwut läge Angst zugrunde.“

2. „Journalistenfrust – Gerichtsurteile behindern Berichterstattung“

(ndr.de, Video, 9:50 Minuten)

Da es sich herumgesprochen hat, dass sich das Landgericht in Hamburg oft eher für das Persönlichkeitsrecht und eher gegen die Meinungsfreiheit ausspricht, klagen sich in ihrem Persönlichkeitsrecht verletzt sehende Bürger gerne dort. Was zur absurden Situation führt, dass sowohl Kläger als auch Angeklagter über 500 Kilometer fahren müssen, um zu klären, wer im Recht ist.

3. „Die besten Recherche-Tools für Journalisten“

(meedia.de, Felix Disselhoff)

„Es gibt jede Menge kostenlose Dienste, die für Sie das News-Geschehen sortieren, die Blogosphäre durchforsten und Ihnen Audio- und Videobeiträge automatisch auf den Rechner schicken.“

4. „‚Spiegel‘ löst politisches Beben in Libanon aus“

(nzz.ch, hoh.)

„Ein Bericht des Magazins ‚Der Spiegel‘ hat im Zedernstaat ein politisches Erdbeben verursacht. ‚Der Spiegel‘ gibt vor, dass hinter dem Attentat an dem Ex-Regierungschef Hariri nicht die Syrer, sondern der Hizbullah stecken könnte. Kritiker werfen dem Magazin vor, beinahe einen Bürgerkrieg vom Zaun gebrochen zu haben.“

5. „Die CDU profiliert sich als Anti-Internetpartei“

(perlentaucher.de/blog, Thierry Chervel)

„In den USA wird das Netz bei allen Problemen – etwa dem Zeitungssterben – als Reich einer neuen Freiheit begrüßt. Im alten Europa ist es das Reich des Bösen. Es untergräbt nicht nur alles Bestehende. Es ist die Sphäre aller dunklen unbeherrschbaren Kräfte in der Gesellschaft.“

6. „Niemand ist eine Insel“

(zeit.de, Harald Martenstein)

Harald Martenstein ist einer von vielen, die immer wieder als Experte zu allem möglichen angefragt werden. Er gibt zu: „Von den meisten dieser Themen verstehe ich nicht mehr als du oder ich.“

Ringier, Tages-Anzeiger, Herzinger

1. Interview mit Michael Ringier

(handelszeitung.ch, Alice Chalupny)

Der grösste Schweizer Verleger sieht die Zukunft seines Verlags offenbar nicht zwingend mit Journalismus verknüpft. Auf die Feststellung „Ringier wird mehr und mehr zu einem Versandhändler“ entgegnet Michael Ringier: „Der Versandhandel ist ein gutes Geschäft. Hubert Burda verkauft ja auch Schirmständer – was solls? Solange das Geschäftsmodell erfolgreich ist?“

2. „Zukunft ohne Presse?“

(stern.de/blog, Karsten Lemm)

„Jahrzehntelang konnten Tageszeitungen, aber auch Zeitschriften wie der Stern, gut davon leben, dass Informationen eine relativ knappe Ware waren (…) Das funktioniert nicht mehr. Informationen sind praktisch wertlos geworden – eine Folge des Überangebots aus Daten, Fakten, Gerüchten, Nachrichten, Meldungen und Meinungen, die überall im Netz herumschwirren. Simple Marktwirtschaft.“

3. Tagi-Mitarbeiter demonstrieren gegen den Personalabbau

(persoenlich.com)

Journalisten des Tages-Anzeigers traten gestern vor das Gebäude, in dem sie arbeiten und demonstrierten gegen den geplanten Stellenabbau. „Eine derart massive Amputation“ sei derzeit nicht nötig und vergrössere nur den Profit der Eigentümer, so die Personalkommission. Weitere Berichte bei tagesanzeiger.ch, klartext.ch und presseverein.ch.

4. „oe24-Netzwerk zwei Monate aus ÖWA ausgeschlossen“

(diepresse.com)

„Das ‚Österreich‘-Onlineportal wird zwei Monate lang nicht in der Österreichischen Webanalyse (ÖWA) ausgewiesen – wegen ‚groben Verstößen gegen die Richtlinien‘.“

5. „Einnahmen ohne Zuschauer“

(heise.de/tp, Peter Mühlbauer)

„Fernsehsender wollen Geld von elektronischen Programmzeitschriften“

6. „Wie ich im Internet zum Juden erklärt wurde“

(welt.de, Richard Herzinger)

Richard Herzinger schreibt einen langen Artikel über die doch eigentlich recht banale Tatsache, dass sein Wikipedia-Eintrag kurzzeitig falsche Angaben beinhaltete.

BND, Neon, n-tv, Wirtschaftswachstum

1. Der BND und die Medien

(jungle-world.com, Thomas Blum und Markus Ströhlein)

Zwei Mitarbeiter der Jungle World besuchen einen Vortrag von Ernst Uhrlau, Präsident des Bundesnachrichtendienstes, vor Vertretern des deutschen Fachjournalisten-Verbands. Sie notieren sich unter anderem die Frage „Wie nutze ich Journalisten als Instrument?“ oder die eigenwillige Definition „Transparenz bedeutet für mich nicht Durchsichtigkeit.“

2. Interview mit Timm Klotzek

(meedia.de, Georg Altrogge)

Lesenswertes Interview mit einem der beiden Chefredakteure der Zeitschrift Neon, welche als eine von wenigen steigende Leserzahlen aufweisen kann. Klotzek glaubt, dass Zeitschriften in „absehbarer Zeit gar nicht mehr zuständig sind“ für Serviceaufgaben. „Wenn man wirklich Service will, wird man durch das Internet besser bedient. Zeitschriften sind für Inspiration oder Überraschung da oder für eine Verbindung zu ganz anderen Themen, wie wir sie geschaffen haben.“

3. „Digitale Infantilisierung greift den präfrontalen Cortex an“

(heise.de/tp, Florian Rötzer)

„Medien und Web 2.0-Seiten verformen unsere Gehirne, sagt eine anerkannte britische Neurowissenschaftlerin, Belege dafür hat sie nicht.“

4. Interview mit Hans Demmel

(dwdl.de, Thomas Lückerath)

Der Geschäftsführer des Nachrichtensenders n-tv glaubt, dass man mit „Twitter, Facebook oder Blogs wahnsinnig vorsichtig“ sein muss. Es helfe aber, „auf Themen aufmerksam zu werden“. Deshalb gibt es bei n-tv einen „einen Netzreporter, der diese Plattformen beobachtet und die Nachrichten mit der gebotenen Vorsicht einordnet“.

5. „Heeeere’s . . . Conan!!!“

(nytimes.com, Lynn Hirschberg)

„Can Conan O’Brien’s brand of late-late-night, smart-guy, outsider humor work on ‚The Tonight Show‘?“

6. „Muss unsere Wirtschaft unbedingt wachsen?“

(zeit.de, Wolfgang Uchatius)

Wolfgang Uchatius geht der Frage nach, wie wichtig das dauernd gepredigte Wirtschaftswachstum ist.

Leitartikel, Ballerspiele, Guardian

1. „Und er lebt doch, der Leitartikel!“

(cicero.de, Klaus Happrecht)

Für Klaus Happrecht lebt der deutsche Leitartikel „unangefochten fort – weil ihn niemand so recht wahrnimmt. Weil er keinen stört. Weil es ihm geht wie dem Opa und der Oma drüben im Austraghäusl, die in Frieden vor sich hin welken.“

2. „Die Online-Klassenbeste“

(sonntagszeitung.ch, Barnaby Skinner)

„‚The Guardian‚ in London pflegt seit Jahren sein Image als seriöse Web-Publikation – nun erntet er die Früchte dafür.“

3. „Kürzt den Journalisten das Gehalt“

(arlesheimreloaded.ch, Manfred Messmer)

Manfred Messmer, seit wenigen Monaten von seinen Aufgaben für das Newsnetz-Portal bazonline.ch befreit, stellt fest, dass Journalisten für einen Verlag „sauteuer“ sind: „So ein Journalist ist gut bezahlt, fängt bei 70, 80’000 Franken an und kommt nach ein paar wenigen Jährchen im Dienst auf über 100’000 Franken und kann, wenn er etwas Job-hoppt gut und gerne 120, 130, 140’000 und mit Chefwürden ausgestattet auch etwas mehr heimtragen.“

4. Interview mit Robert Silvers

(derstandard.at, Doris Priesching)

Der Herausgeber der „The New York Review of Books“ sieht „das Ende der 500 Jahre währenden Gutenberg-Epoche“ gekommen: „Ich bin überzeugt davon, dass Bücher in Zukunft größtenteils auf Bildschirmen gelesen werden. Ich habe einen Kindle, wir verwenden ihn ständig zur Recherche. Im Moment kostet das Gerät noch 400 Dollar. Ich denke, es wird bald vier Dollar kosten.“

5. „Ich glaub, ich lass das mit dem Zeitunglesen wieder!“

(io1.blogspot.com, Patrik Tschudin)

Patrik Tschudin liest die Schweizer Sonntagszeitungen und findet nichts, dass man „wirklich wissen“ muss. Eine Story der NZZaS über den Geheimdienst beleuchtet er näher: „Warum in aller Welt macht die NZZ am Sonntag auf der Frontseite auf mit dieser notdürftig zusammenschusterten, aufgeblasenen, faktenfreien, nur aus knapp lauwarmer Luft bestehenden Geschichte?“

6. „Wie ein gigantischer Sportverein“

(nzz.ch, Till Hein)

„Das ‚Gamen‘ am PC wird zu Unrecht verteufelt, sagen Experten: Ballerspiele führen nicht zu Gewaltexzessen – und es gibt viele positive Effekte dieser umstrittenen Art der Freizeitgestaltung.“

Meckel, Stellenkürzungen, ARD-Börse

1. Miriam Meckels Antwort
(miriammeckel.de, Miriam Meckel)
Miriam Meckel antwortet auf Stefan Niggemeiers Artikel in der FAZ. Sie hält die momentane Debattenkultur um die Zukunft des Journalismus (online wie offline) für ein „Trauerspiel“. Sie selbst sei zu einem „Gegner (…) stilisiert“ worden, der sie nicht sei. Sie habe „viele sehr kluge und interessante Kommentare in den Blogs gefunden, aber auch ziemlich viel Bullshit.“

2. Kein öffentliches Echo auf Stellenkürzungen
(nzz.ch)
Die drastischen Stellenkürzungen bei den Schweizer Zeitungen „Tagesanzeiger“ und „Bund“ werden laut NZZ zwar wahrgenommen, es finde aber „kein Aufschrei, höchstens ein wenig Stirnrunzeln und ein bisschen Empörung vonseiten der schwachen Arbeitnehmerorganisationen“ statt. Gründe für die lauen Reaktionen seien die allgemein schlechte Wirtschaftslage sowie das Überangebot an Medientiteln.

3. ARD-Börsenexpertin arbeitet für DAX-Firmen
(carta.info, Marvin Oppong)
Anja Kohl, Börsenexpertin der ARD und oft persiflierte Figur, ist regelmässig für die Privatwirtschaft tätig, so Marvin Oppong. Er wirft ihr vor, Veranstaltungen moderiert zu haben, die von „DAX-Firmen, die auch Gegenstand von Kohls Börsenberichterstattung in der ARD sind“ mitfinanziert worden sind.

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Kermani, Microsoft, Google

1. Einspruch der NZZ gegen die Jury des hessischen Kulturpreis
(nzz.ch, Markus Spillmann)
Markus Spillmann, Chefredaktor der NZZ, hat einen Brief an Hessens Ministerpräsident Roland Koch verfasst. Darin äussert er Besorgnis und Unverständnis über die Aberkennung des hessichen Kulturpreises an Navid Kermani. Auslöser der Aberkennung ist ein Artikel Kermanis in der NZZ und die Reaktion von Kardinal Lehmann. Die dazu passenden Fragen stellt Martin Mosebach in der FAZ.

2. Was Medien von Microsoft lernen können
(blog.agoeldi.com, Andreas Goeldi)
Andreas Goeldi widerspricht der Meinung, dass Medien mit Micro-Payments erfolgreich sein werden. Goeldi schlägt vor, die User nicht für einzelne Artikel sondern für attraktive Pakete bezahlen zu lassen. Vorbild ist für ihn hierbei Microsoft mit dem Office-Paket.

3. Twitter und Facebook verringern Abhängigkeit von Google
(faz-community.faz.net, Holger Schmidt)
Holger Schmidt, besser bekannt als Netzökonom, analysiert eine Studie des Marktforschungsunternehmens Hitwise. Er kommt zu der Erkenntnis, dass schon heute mehr und mehr Traffic auf Medienseiten über Twitter und vor allem Facebook generiert wird. Die führe, bei konsequenter Nutzung, vor allem zu einer sinkenden Abhängigkeit von Google.

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Twitter, Fussball, Social Media

1. Twitternde Journalisten in Deutschland
(csommer.de, Claudia Sommer)
Claudia Sommer erläutert, dass Twitter für Journalisten besonders aus zwei Gründen interessant sei: Personal Branding sowie Monitoring und Recherche. Erfolgreichstes Beispiel ist für sie Thomas Knüwer (Handelsblatt). Ausserdem hat Claudia Sommer in Fleissarbeit eine Tabelle der twitternden Journalisten in Deutschland erstellt, die sie laufend ergänzen will.

2. Heimspiel in den Medien für Hoeness, Magath und Schaaf
(direkter-freistoss.de, Oliver Fritsch)
Die Fussball-Bundesliga ist am Samstag vorbei. Wer Meister wird ist noch nicht sicher, sicher ist aber, dass Trainer und Manager allzu kritische Nachfragen nicht fürchten müssen. Oliver Fritsch stellt Fragen zu Schmerzmitteleinsatz, nicht gehaltenen Versprechen und schmutziger Wäsche an Uli Hoeness, Felix Magath und Thomas Schaaf.

3. Journalisten, lernt Social Media kennen!
(onlinejournalismus.de, Fiete Stiegers, Audio 9:49 min)
Fiete Stiegers interviewt die Journalistenausbilderin Regina McCombs, Journalismus-Ausbilderin am Poynter Institut in Florida. Sie fordert Journalisten dazu auf sich mit Social Media auseinander zu setzen: „Journalisten müssen die “Kultur” von Social Media verstehen und diese Techniken selbst ausprobieren.“

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