Archiv für 6 vor 9

Italien, Plagiate, Jeopardy

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Fähnchen im Wind“
(tagesspiegel.de, Karin Schädler)
Journalisten ägyptischer Staatsmedien sind nun plötzlich auf der Seite der Regimekritiker, was von vielen als Heuchelei angesehen wird: „‚Ich weiß nicht, wie wir ihnen jemals wieder vertrauen sollten‘, sagt Al-Mashad. ’48 Stunden‘ sei eines der schlimmsten Propagandaprogramme des überwundenen Regimes gewesen.“

2. „Herrscht Berlusconi durch seine Sender?“
(zeit.de, Roberto Saviano)
Birgit Schönau notiert und übersetzt, was Roberto Saviano über das Fernsehen in Italien zu sagen hat. „Die Realitätsflucht ist das vorderste Ziel des italienischen Fernsehens, seine Daseinsberechtigung. Es bietet uns dümmliche Witze, schwachsinnige Streitereien, Politiker oder Familienangehörige, die miteinander raufen wie in einem Zirkus.“

3. „Tschüss FAZ und SZ“
(blog.xwolf.de, Wolfgang Wiese)
Wolfgang Wiese hält das Vorgehen von FAZ und SZ gegen die Website Commentarist.de für „nicht allein irrational, sondern nahezu selbstmörderisch“. „Ein Text, der keinerlei Referenz bekommt und der nicht zitiert wird, wird nicht nur in der Wissenschaft als unwichtig, falsch oder qualitativ gering angesehen, man wird auch von Suchmaschinen in der Relevanzbewertung bestraft.“

4. „Das Glück der Karrierefrau“
(taz.de, Georg Seesslen)
Wie sind deutsche Frauen „im Idealtraum des deutschen Fernsehens“ zu sehen? Sie „erben sehr regelmäßig irgendwo in wuuuunderschöner Landschaft ein feines, kleines Unternehmen, verlieben sich dort in pflegeleichten, arbeitstüchtigen Naturburschen oder finden zurück zur wahren, zur Jugendliebe. Bei der sexualökonomischen Lebensplanung zeigen sie, dass sie aus den Fehlern mit den Loser-Schnarchsäcken daheim gelernt haben, und verbinden perfekt und patent guten Sex mit sozialem Aufstieg. Zwischendurch darf geheult und gelacht werden. Aber nicht zu viel.“

5. „Guttenberg Roadkill“
(wissenslogs.de, Anatol Stefanowitsch)
Anatol Stefanowitsch, mehrfacher Doktorvater, fragt sich, ob er in Fachaufsätzen (oder Blogbeiträgen) ein Plagiat begangen habe: „Was mir so auf keinen Fall passieren kann, ist die unabsichtliche Übernahme ganzer Absätze oder gar ganzer Seiten, wie das in Guttenbergs Dissertation und in den Hausarbeiten des Plagiats beschuldigter Studierender der Fall ist.“

6. „Jeopardy! – Watson Match #1“
(youtube.com, Video, 23:52 Minuten, englisch)
Die Software „Watson“ spielt bei der US-Quizshow „Jeopardy!“ mit. Ein Zusammenschnitt der ersten beiden Tage.

Manuel Neuer, Russland Heute, Charlie Sheen

6 vor 9

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1. „Übersetzungsfehler: Manuel Neuer in Südamerika schwul“
(queer.de)
Mehrere südamerikanische Online-Portale berichten über ein angebliches Coming-Out von Manuel Neuer, so zum Beispiel „ABC Digital“ oder „La Voz“. „Der 24-Jährige hatte vor einer Woche der ‚Bunten‘ gesagt, dass er schwulen Profifußballern empfiehlt, ihre Sexualität zu offenbaren.“

2. „Der andere Akzent“
(prmagazin.de, Renate Zöller)
„Russland Heute“ erscheint regelmässig als Beilage der „Süddeutschen Zeitung“. „Zweifel an der Glaubwürdigkeit sind trotzdem verbreitet – denn die Macher sitzen in der Redaktion des russischen Amtsblatts Rossijskaja Gazeta und werden vom Kreml bezahlt.“ Siehe dazu auch: „Kremltainment“ (nzz.ch, Ulrich M. Schmid).

3. „‚FAZ‘ und ‚SZ‘ wollen nicht zitiert werden“
(spiegel.de, Ole Reißmann)
Eine Kanzlei geht im Auftrag von „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ und „Süddeutsche Zeitung“ rechtlich gegen die Website commentarist.de vor. „Angesichts dieser Breitseite könnte man meinen, die Commentarist-Gründer hätten munter drauflos kopiert und dreist Artikel von sueddeutsche.de und faz.net auf die eigene Seite gestellt. Es geht aber um kurze Anrisse – nicht mehr, als eine Google-Suche zu Tage fördert oder als bei Google News präsentiert wird.“ Siehe dazu auch: „Verlinkt nicht! Zitiert nicht!“ (opensourcepr.de, Tapio Liller).

4. „The Charlie Sheen Problem, Now Thrown Into Stark And Public Relief“
(npr.org/blogs/monkeysee, Linda Holmes, englisch)
Linda Holmes schreibt über den Schauspieler Charlie Sheen und die Produktion der Sitcom „Two and a Half Men“: „Is there any point at which you do not keep a guy in a high-profile job in family entertainment simply because using the considerable power of your television network to support the road he’s on is so irresponsible that it defeats the profit motive as well as the desire to keep everyone else on the show employed?“

5. „Die Bravo Girl – Eine feministische Analyse“
(ninialagrande.blogspot.com)
Ninia LaGrande liest „Bravo Girl“: „Über 50 Prozent der Titelthemen beschäftigen sich mit den Themen Jungs und Aussehen! Und zwar nicht in der Form, dass den Mädels erklärt wird, dass SIE sich wohl fühlen müssen, sondern dass sie den Jungs gefallen sollen. Ansonsten kriegen sie ja keinen ab. Und das scheint ein riesiges Unglück zu sein.“

6. „Aufschwung: Nur noch jeder 20. Jugendliche bleibt ohne Castingplatz“
(kojote-magazin.de, Satire)

Ernst Elitz, Wolfgang Ainetter, Verbeugungen

6 vor 9

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1. „Stets in ‚Bild‘: Hier kommentiert der ‚Gründungsintendant'“
(funkkorrespondenz.kim-info.de)
„Funk Korrespondenz“ fragt, ob Ernst Elitz „wirklich der Gründungsintendant des Deutschlandradios“ war, wie es in „Bild“ immer wieder zu lesen ist. „Genau genommen müsste es in der Unterzeile zu diesem ‚Bild‘-Kommentator also wohl heißen: ‚Prof. Ernst Elitz war erster Intendant des Deutschlandradios.'“

2. „‚Heute‘ trennt sich von Chefredakteur Richard Schmitt“
(diepresse.com)
Die österreichische Gratiszeitung „Heute“ erhält einen neuen Chefredakteur: Wolfgang Ainetter, bisher Ressortleiter Nachrichten bei „Bild“. „Der 40-Jährige hatte im vergangenen Jahr für Schlagzeilen gesorgt, als er sich in die Justizhaftanstalt Stein einschlich und den Inzesttäter Josef F. interviewte. Das hatte sogar eine Anzeige zur Folge.“

3. „Huch, ein Unrechtsstaat!“
(zeit.de, David Hugendick)
David Hugendick ist erstaunt über die westliche Öffentlichkeit, die Husni Mubarak in wenigen Tagen vom anerkannten Staatspräsidenten und honorigen Handelspartner zum Diktator und Despoten macht. „Aus den vormals Aufständischen wurden Demonstranten und Protestler, aus Protestlern Kritiker, aus Kritikern Regimegegner, aus Regimegegnern schließlich mancherorts gar Freiheitskämpfer.“

4. „Claus Kleber denkt Hajo Friedrichs neu“
(slow-media.net, Sabria David)
Sabria David denkt nach über diesen Satz von Claus Kleber am Sonntagabend im „Heute Journal“: „Nehmen Sie es bitte als eine Verbeugung der Journalisten des Journals vor den Menschen, über die sie berichten durften.”

5. „Auf euch wartet keiner!“
(wdr.de, Video, 44:10 Minuten)
Drei Wuppertaler Hauptschul-Absolventen suchen eine Lehrstelle.

6. „‚Du Schweiss-Schweizer‘ – Kreative Beschimpfungen in der BILD“
(moritzadler.com, Screenshots)

Monica Lierhaus, Wetten, dass..?, Lenßen

6 vor 9

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1. „Qualitätsjournalismus à la Tagesspiegel“
(kaperbrief.org)
In Berlin wird ein Gesetzentwurf über die Offenlegung der Teilprivatisierungsverträge bei den Berliner Wasserbetrieben per Volksentscheid angenommen. Tagesspiegel.de veröffentlichte am Sonntagabend trotzdem einen Meinungsartikel, der behauptete, die Initiative habe nicht die erhoffte Mehrheit gefunden. Inzwischen wird der betreffende Artikel auf einen anderen Artikel („Ägypten nach Mubarak“) umgeleitet.

2. „Top, der Thommy geht“
(fernsehlexikon.de, Michael Reufsteck)
Michael Reufsteck vergleicht den bei „Wetten, dass..?“ abtretenden Thomas Gottschalk mit dem FC Bayern München. Als „einzige logische Wahl für die Nachfolge“ sieht er Hape Kerkeling.

3. „Schicksale, die man und derer man sich bedient“
(dradio.de, Christian Floto)
Der Auftritt von Monica Lierhaus bei der Gala der Goldenen Kamera im ZDF: „Warum wurde in einem solchen Rahmen auf diese inszenierte Weise und nicht anders massenmediale Öffentlichkeit von vulnerabelster Privatheit zugelassen?“

4. „Fernsehnostalgie im Jurassic-TV“
(philibuster.de, Nadia Shehadeh)
Nadia Shehadeh verstört eher die Reaktionen auf den Auftritt von Monica Lierhaus: „Von nichts sind wir weiter entfernt als von der ‚Normalität‘, die Lierhaus mit ihrem Auftritt einforderte, denn Normalität hieße: Eine Abbildung unserer Lebenswelten, die immerhin in etwa unserer Realität entspräche – inklusive all der darin vorkommenden Lebensweisen und -situationen, die von der Normal-Hegemonie unseres Abziehbild-Mensch-Ideals abweicht.“

5. Interview mit Henning von der Osten
(markheywinkel.de)
Mark Heywinkel spricht mit Henning von der Osten, Development Executive bei der TV-Produktionsfirma Constantin Entertainment: „Scripted Reality ist eine eigentlich deutsche Erfindung. Constantin Entertainment produziert dieses Genre überaus erfolgreich mit eigenen Firmen im Ausland.“

6. „#30 – Lenßen der Film“
(fern-gesehen.com, Video, 17:10 Minuten)
Lars Golenia zeigt und beurteilt die schauspielerischen Leistungen in „Lenßen – Der Film“.

Bayern 3, Wikileaks, Frauenquote

6 vor 9

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1. „Da-dam-da-dam-da-daaaa-daaa“
(sz-magazin.sueddeutsche.de, Andreas Bernard)
An einem Mittwoch im Januar hört Andreas Bernard den Radiosender Bayern 3: „Unablässig werden die Hörer darüber belehrt, dass schicksalhafte Autoritäten über ihr Dasein entscheiden: das Wetter, der Stau, der Vorgesetzte, die große weite Welt.“

2. „Erst Waldi dann WikiLeaks“
(blogmedien.de, Horst Müller)
Horst Müller stört es, dass ARD und ZDF gelungene Dokumentationen „unter geplantem Ausschluss des ganz überwiegenden Teils der Zuschauerschaft“ erst in der Nacht senden.

3. „Weltmacht Wikileaks? – Krieg im Netz“
(mediathek.daserste.de, Video, 44:05 Minuten)
Die Dokumentation “Weltmacht WikiLeaks?” wurde am Mittwochabend um 23.45 Uhr gesendet. Sie beleuchtet den bisherigen Weg der Enthüllungsorganisation Wikileaks und lässt Julian Assange, Daniel Domscheit-Berg und Kristinn Hrafnsson zu Wort kommen.

4. „The Al Jazeera Effect“
(foreignpolicy.com, Hugh Miles, englisch)
Journalisten staatlicher ägyptischer TV-Sender geben ihren Job auf, weil dort eine ganz andere Version der Realität gezeigt wird. „While Al Jazeera was showing hundreds of thousands of people calling for the end of the regime, Egyptian TV showed humdrum scenes of traffic quietly passing by; when Al Jazeera reported hundreds of people queuing for bread and petrol, Egyptian TV showed happy shoppers with full fridges using footage filmed at an unknown time in the past.“

5. „Sport Bild-Watch (14)“
(el-futbol.de, Sidan)
Sidan liest die „Sport Bild“: „Wann immer Karl Heinz Rummenigge oder Uli Hoeneß erwähnt werden, dann ‚fordern‘ (Rummenigge) oder ‚drohen‘ (Hoeneß) sie etwas, und der Geforderte oder Bedrohte lautet immer van Gaal. Die Botschaft ist klar: diese Männer stehen für Erfolg und sind Erfolg gewöhnt, der Misserfolg stört sie, und der Misserfolg liegt nicht an ihnen, sondern nur am Trainer.“

6. „Teppichetagen“
(themenriff.de, Martina Pickhardt)
Martina Pickhardt beschreibt ihre Erfahrungen mit der Frauenquote.

Apple, Monica Lierhaus, Arbeitslosenzahlen

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1. „kontrollfreaks“
(wirres.net, Felix Schwenzel)
Das große Jammern der Printverleger über ihren Geschäftspartner Apple setzt ein: „mir kommt das so ein bisschen vor, als ob die verleger sich in einen zug nach hamburg setzen und auf halben weg, wenn sich zeigt, dass der zug wirklich nach hamburg fährt, merken, dass münchen auch ne schöne stadt ist. die verleger erinnern sich dann an ihren gesellschaftlichen auftrag und die pressefreiheit und schnauzen den zugchef an, bestehen darauf nach münchen zu fahren und in die lok wollen sie auch, wegen der pressefreiheit.“

2. „Brotlose Statistiken“
(fernsehkritik.tv, Video, insgesamt 58:42 Minuten)
Holger Kreymeier fragt bei den TV-Sendern ARD, ZDF, RTL und Sat.1 nach, warum bei den vermeldeten Arbeitslosenzahlen zum Beispiel jene Arbeitslosen fehlen, die sich gerade in Umschulungsmaßnahmen und Seminaren befinden oder einen Ein-Euro-Job ausüben.

3. „Die gut geplante Rückkehr von Monica Lierhaus“
(ndr.de, Video, 5:02 Minuten)
„Zapp“ über den Auftritt von Monica Lierhaus bei der Goldenen Kamera im ZDF. Außerdem: Stefan Niggemeier bespricht in seinem Blog den Auftritt und die absehbaren Folgen. Hintergründe, viele davon im Konjunktiv, liefert Christopher Keil in der „Süddeutschen Zeitung“.

4. „Die PR-Büttel von Abendzeitung.de“
(onlinejournalismus.de, Thomas Mrazek)
Thomas Mrazek findet auf verschiedenen Online-Angeboten von Zeitungen nicht oder nur leicht veränderte Pressemitteilungen des Polizeipräsidiums München und des TSV 1860 München. „Aber was bitteschön ist der Wert solcher PR-News, die von der Redaktion in Minutenschnelle in ein vermeintlich redaktionelles Umfeld befördert werden?“

5. „Klischee: Kampflesbe“
(tagesspiegel.de, Friedhard Teuffel)
Daniela Schaaf untersuchte, wie Sportjournalisten über Frauenfußball schreiben. „Die Redaktionen bevorzugen Athletinnen, die eine hohe physische Attraktivität und heterosexuelle Ausstrahlung aufweisen – unabhängig davon, ob sie sportlichen Erfolg haben.“

6. „BlaBlaMeter – wie viel Bullshit steckt in Ihrem Text?“
(blablameter.de)

Anonymisierung, Türkenbanden, Tahrir-Platz

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1. „Wer bei bild.de anonymisiert wird, den kennt bald die ganze Welt“
(lampmann-behn.de/lbr-blog)
Das Blog der Kölner Rechtsanwälte Lampmann, Behn & Rosenbaum zeigt an einem konkreten Beispiel auf, welchen Schutz eine Anonymisierung bei bild.de bieten kann.

2. „Wie die Krone die Angst vor ‚Türkenbanden‘ schürt“
(kobuk.at, Yilmaz Gülüm)
Yilmaz Gülüm fragt anlässlich eines Artikels in der „Kronen Zeitung“ über einen Überfall bei der Polizeidirektion Wien nach, ob es sich bei den Tätern tatsächlich um eine „skrupellose“ Bande von „Türken“ handelt, deren Taten „mittlerweile zur Tagesordnung“ gehören.

3. „Bericht aus dem Gericht: Die ethnische Zugehörigkeit des Angeklagten tut hier nichts zur Sache“
(mainpost.de, Anton Sahlender)
Anton Sahlender, Leseranwalt der „Mainpost“, entschuldigt sich nach einer Beschwerde beim Presserat, dass seine Zeitung die ethnische Zugehörigkeit eines Angeklagten ohne „begründeten Sachbezug“ nannte. „Es lässt sich leider nicht ausschließen, dass mit den Informationen im Beitrag Vorurteile gegen jene Minderheit geschürt werden konnten oder entstanden sind.“

4. „Im Würgegriff der Exklusivität“
(pushthebutton.de, Hardy Prothmann)
„Aus Kairo berichtet Matthias Gebauer“ steht über einem Artikel von „Spiegel Online“. Hardy Prothmann analysiert den Text und vergleicht ihn mit anderen Quellen.

5. „Assange oder Die Zurichtung einer Kanaille“
(carta.info, Wolfgang Michal)
Wolfgang Michal über das Bild, dass „Bild“ von Julian Assange pflegt: „Dessen schillernder Charakter ist der ideale Transmissionsriemen für Abrechnung & Auflage.“

6. „How Many People Are in Tahrir Square? Here’s How to Tell“
(wired.com/dangerroom, 1. Februar, englisch)
Wie viele Millionen Menschen passen eigentlich auf den Tahrir-Platz in Kairo?

Lierhaus, Focus, Dschungelcamp

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1. „Monica Lierhaus“
(blog.tagesschau.de, Kai Gniffke)
Chefredakteur Kai Gniffke kann für die „Tagesschau“ keine Relevanz im Gala-Auftritt von Monica Lierhaus erkennen. „Aber es war und ist bis heute von so hohem Gesprächswert, dass wir diesen Auftritt in der Tagesschau am Sonntag haben mussten.“

2. „Jugend schreibt“
(coffeeandtv.de, Lukas Heinser)
Nachwuchskräfte im Journalismus brauchen konstruktive Kritik, um besser zu werden: „Angesichts der chronischen Unterbesetzung vieler Lokalredaktion mag es fast wie ein Wunschtraum klingen, aber irgendjemand sollte eigentlich noch mal vor Veröffentlichung über jeden Text drübergucken — besonders über die von Berufsanfängern, die noch nicht mal theoretisch mit journalistischer Ethik in Kontakt gekommen sind.“

3. „Kann der Focus titeln?“
(dieganzewahrheit.org, Thomas Weiss)
Thomas Weiss liest die aktuelle „Focus“-Titelgeschichte „Kann der Islam Freiheit?“: „Die Focus-Empfehlung, um weitere Nahost-Kriege zu verhindern: Lieber keine Demokratie für die Ägypter. Ist auch besser für die Urlaubsplanung.“

4. „Sonderform des Irrsinns“
(idowa.de, Martin Balle)
Martin Balle denkt im „Straubinger Tagblatt“ darüber nach, warum die RTL-Sendung „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ so viele Zuschauer anziehen konnte: „Sie schauen es deshalb an, weil es bei vielen den eigenen emotionalen und geistigen Möglichkeiten so passgenau entspricht. In ihrem persönlichen Entfremdungsgeschehen sitzen sie seit Jahren mit denselben Menschen in denselben Büros in derselben Langeweile. Aber ausbrechen können sie nicht – wie die im Dschungel-Camp, die Abläufe sind streng reglementiert, und wer die Regeln verlässt, der wird entlassen.“

5. „Was wir von gekauften und verkauften Links halten“
(googlewebmastercentral-de.blogspot.com)
Florian Allwein und Uli Lutz vom Search Quality Team bei Google erklären ihren Standpunkt zum Linkhandel. „Links zu kaufen und zu verkaufen schadet den Benutzern von Google, die die bestmöglichen Suchergebnisse erwarten.“

6. „Endlich: n-tv weitet Ägypten-Berichterstattung aus!“
(claushesseling.de, Screenshot)

Richard Gutjahr, Nickerchen, die Sonne

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1. „Zwischen Abstumpfung und Aufklärung“
(timklimes.de)
Sollen drastische Kriegsbilder in den Medien gezeigt werden, weil sie Nachrichtenwert haben? Tim Klimes befasst sich mit dieser Frage anlässlich der Fotoausstellung „Kunduz, 4. September 2009“ im Literaturhaus München.

2. „Wir müssen uns mehr mit Menschen unterhalten, und nicht mit Pressestellen“
(wasmitmedien.de, Daniel Fiene)
Daniel Fiene spricht mit Richard Gutjahr, der als freier Journalist aus Kairo berichtete. „Diejenigen, die keine Probleme damit hatten, dass gefilmt wurde, die haben sich sofort rund um diese Kameracrew aufgebaut und haben in die Kamera gebrüllt, haben irgendwie demonstrative Posen gerissen und dort also eigentlich ein völliges Zerrbild geliefert von dem, was wirklich los war. Deswegen kommt das im Fernsehen auch oft immer so aggressiv rüber. Denn, wenn die eine Kamera sehen, dann strömen die sofort drauf zu und ziehen da ihre Show ab.“

3. „BILD-Zeitung über Reutlinger Abgeordnete“
(tagblatt.de, Matthias Stelzer)
Im „Schwäbischen Tagblatt“ dementiert FDP-Politiker Hagen Kluck, der über 30 Jahre für diese Zeitung arbeitete, eine „Bild“-Meldung, er habe im Landtag ein Nickerchen gemacht: „Alles Quatsch. Wenn ich schlafen will, mache ich das in einem der Klub-Sessel in der Lobby.“

4. „Die Sorgen eines Supermodels“
(swp.de, Dirk Hülser)
Eine Falschmeldung über Claudia Schiffer führt zu einer Gerichtsverhandlung um die Erstattung von 1034,11 Euro.

5. „Googles Sorgen mit einem gekränkten Autor“
(lawblog.de, Udo Vetter)
Auch Bastian Sick zieht vor Gericht. Gegen Google: „Wenig überraschend geht es im Verfahren des Buchautors Sick gegen Google um dessen Kernkompetenz: das geschriebene Wort. Genau gesagt um ein einziges Wort – ‚Satire‘. Dieses Wort vermisste Sick, als er seinen Namen googelte“.

6. „Die Rückseite der Sonne“
(noemix.twoday.net)
„Welt Online“ schreibt: „Erstmals in der Geschichte kann die Menschheit die gesamte Sonne beobachten.“

Mubarak, Schawinski, Liebigstraße 14

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1. „Unsere Ägypten-Berichterstattung“
(blog.tagesschau.de, Kai Gniffke)
Kai Gniffke verteidigt sich gegen den Vorwurf, eine Rede von Husni Mubarak nicht spontan live übertragen zu haben: „Was würden wir denn machen, wenn Husni zwei Stunden lang Parolen absondert – draufbleiben, weil’s so toll ist? Unser Job als Journalisten ist es, zu bewerten, zu gewichten, auszuwählen und nicht einfach laufen zu lassen. “

2. „Lamestream Media“
(notes.computernotizen.de, Torsten Kleinz)
Wer die Mubarak-Ansprache live sehen wollte, konnte das „mit einigen Minuten Verzögerung“ auf Phoenix tun, hält Torsten Kleinz fest. „In diesen Tagen ist es so einfach zum Medienkritiker zu werden: jeder Fernsehsender, der nicht 24 Stunden am Tag vom Gemetzel in Kairo berichtet, ist ein Relikt vergangener Tage, versündigt sich am Erbe der friedlichen Revolution in der DDR, die wir nun am Bildschirm nochmal nacherleben wollen.“

3. „Die schwere Krise der Computerzeitschriften“
(meedia.de, Jens Schröder)
Im Vergleich zu 2009 weisen Computerzeitschriften 2010 weniger Auflage und Werbeumsätze aus.

4. „Bankrotterklärung des Schweizer Fernsehens“
(nzz.ch, Rainer Stadler)
Roger Schawinski erhält ab August eine Talkshow beim „Schweizer Fernsehen“ – für Rainer Stadler „kein Zeichen von Aufbruchstimmung“. „Für die TV-Chefredaktion arbeiten beinahe 450 Personen. Unter ihnen war und ist kein Talent auszumachen, das eine Talkshow meistern könnte? Das kann nicht möglich sein.“

5. „Die Beleidigungen der twitternden Fußballer“
(zeit.de, Christian Spiller)
Twitter macht Profi-Fußballer menschlicher, findet Christian Spiller: „Eine euphorische Nachricht nach einem Sieg oder ein galliger Tweet nach einer Niederlage, schafft Nähe zwischen Spielern und Fans. Die Befindlichkeitsschnipsel unterscheiden sich dabei wohltuend von den glattgeschliffenen Statements, die sonst nur noch den Weg aus den Presseabteilungen der Vereine schaffen.“

6. „Meine Nachbarn, die Revolutionäre“
(berlinonline.de, Paul Linke)
Paul Linke, Anwohner der Liebigstraße 14 in Berlin, beschreibt seine Nachbarn, die angeblich kaum mehr tun, „als sich die Überwindung der Verhältnisse auf ihre Fahnen zu schreiben“: „Hier pflegt man seine Feindbilder so gründlich wie die eigene Existenz und beschwört eine Gefahr, die immer von außen kommt: die Gier der Immobilienmakler und Hausbesitzer, die Repression des Rechtsstaats, das Gedankengut der Rechten.“

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