Archiv für 6 vor 9

Erpressung, Sport Bild, Quellenangaben

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Erpressung im Boulevard-Journalismus“
(ndr.de, Video, 9:05 Minuten)
„Zapp“ berichtet vom Prozess gegen einen wegen Nötigung zu einer Geldstrafe verurteilten Ex-„Bild“-Journalisten. „Pressefreiheit darf nicht zur Erpressungsfreiheit werden“, sagte Kläger Ottfried Fischer nach der Verhandlung. Vor der Anklage, 2009, bewertete er in der Talkshow „Beckmann“ seine Beziehung zu „Bild“ so: „Wir haben ein gutes Handling miteinander.“

2. „Kampf der Leserintelligenz“
(el-futbol.de, Sidan)
Sidan liest „Sport Bild“: „Die Zeitung schnappt irgendwelche Tatsachen auf und dreht sie sich so hin, dass sich das, was passiert ist, so spektakulär oder skandalös wie möglich anhört. Den dabei entstehenden Kollateralschaden, dass dem Leser Artikel aufgetischt werden, die nicht mehr so ganz der Wahrheit entsprechen, muss man dabei halt in Kauf nehmen.“

3. „Die RTL-Siedlung“
(fernsehkritik.tv, Fernsehkritiker)
„Am 21. Oktober liefen nachmittags, wie sonst auch, die Dokusoaps ‚Verdachtsfälle‘ und ‚Familien im Brennpunkt‘ hintereinander – und auch geographisch betrachtet spielten sie sich nah beieinander ab.“

4. Interview mit Hans Ulrich Gumbrecht
(welt.de, Mara Delius)
Hans Ulrich Gumbrecht vermisst die Lernbereitschaft in deutschen Talkshows: „Das sind Sendungen, die dreißig Stunden laufen könnten, ohne dass sich irgendeine Position verschiebt oder verändert.“

5. „Geschenkpapier III: Altpapier Des Jahres“
(evangelisch.de, Sascha Lobo)
Zum zehnten Geburtstag der Rubrik „Altpapier“ gratuliert nach Rüdiger Dingemann und Hans-Jürgen Jakobs auch Sascha Lobo mit einem „Geschenkpapier“. Er fragt sich, was die Quellenangabe „Deutscher Twittereintrag“ zu bedeuten hat. „Das entspricht der Medienpraxis, bei irgendwelchen im Fernsehen gezeigten Amateuraufnahmen ‚Quelle: Youtube‘ einzublenden oder gleich zu schreiben: ‚Quelle: Internet‘. ‚Qualität‘ kommt vielleicht nicht von ‚Quelle‘, sollte es aber. Oder man ist wenigstens konsequent und schreibt bei den Zeitungszitaten ‚Quelle: Papier‘.“

6. „Merkels Stalker ein Türke“
(blog.pantoffelpunk.de)

Roter Riese, Rusbridger, Matussek

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1. „Ottfried Fischer gewinnt gegen ‚Bild'“
(sueddeutsche.de, Nicolas Richter und Christian Rost)
Nicolas Richter und Christian Rost denken nach der Gerichtsverhandlung vor dem Landgericht München über den „roten Riesen in Deutschland“ nach: „Viele Prominente haben den langen Arm von Bild als so aufdringlich empfunden, dass sie irgendwann eine klare Haltung annahmen, sich nicht benutzen zu lassen. Es ist eine Haltung mit Risiken, denn wer so handelt, der könnte von Bild ignoriert oder bloßgestellt werden.“

2. „Der Standard: Infografik-Waterloo mit über 12 Fehlern“
(kobuk.at, Hans Kirch​meyr)
„Kobuk“ sucht und findet Fehler in der Infografik „Wie lange wir leben werden“ der Wiener Tageszeitung „Der Standard“.

3. Interview mit Alan Rusbridger
(meedia.de, Eleni Klotsikas)
„Guardian“-Chefredakteur Alan Rusbridger im Gespräch: „Einige Journalisten verlassen gerade die Mainstreammedien. Sie sind redundant geworden oder gehen von selbst und starten einen Blog. Die besten von ihnen können gerade mal davon leben. Sie haben wenig Traffic. Und ich glaube, wenn Medienorganisationen mehr und mehr mit ihnen zusammenarbeiten und ihnen mehr Traffic bieten und sie an ein Werbenetzwerk anschließen, dann können sich da Summen anhäufen, von denen diese Menschen leben können. Wir müssen mehr über diese positiven Entwicklungen reden, denn wenn Journalisten nur umherlaufen und von Untergang reden, warum sollte sich dann die Werbeindustrie noch für unsere Arbeit interessieren?“

4. „Österreichs Medien tendieren zur Islamophobie“
(diepresse.com, Clara Akinyosoye)
Clara Akinyosoye schreibt über den 2009 erschienenen Sammelband „Islamophobie in Österreich“. Wer glaube, es gebe „bezüglich islamophober Berichte große Unterschiede in Boulevard- und Qualitätsmedien“, irre sich, sagt Mitautor Farid Hafez.

5. „Cut-Rate Democracy“
(outlookindia.com, Paranjoy Guha Thakurta, englisch)
Das Wochenmagazin „Outlook India“ berichtet über (von Interessengruppen) bezahlte News in Indien. „Substantial sections of the media have become participants and players in practices that contribute to this growing use of money power in politics. This in turn undermines democratic processes and norms while hypocritically pretending to occupy a high moral ground.“

6. „Kulturtipp gone mad“
(umblaetterer.de, Paco)
Der Geschichtsstudent Philipp Spreckels schaut in fünf Monaten alle bisherigen 151 Folgen des „Spiegel Online“-Videoblogs „Matusseks Kulturtipp“. Ein Interview.

Boulevard, Energiesparlampen, ARD

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1. „Sieg über den Boulevard“
(spiegel.de, Markus Brauck und Julia Jüttner)
Das Amtsgericht München verurteilt einen ehemaligen „Bild“-Journalisten zu 14.400 Euro Strafe. Im Prozess, in dem der Schauspieler Ottfried Fischer als „Nebenkläger und Zeuge“ auftrat, ging es um Nötigung und „Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen“.

2. „Der alltägliche Sieg des Boulevard“
(indiskretionehrensache.de, Thomas Knüwer)
Thomas Knüwer liest im Flugzeug mal wieder Tageszeitungen und ärgert sich über die alltäglichen Zuspitzungen: „Auch wenn es hier um Wirtschaft und Politik geht – der Duktus ist bekannt. In diesem Tonfall schrieb einst die ‚Bild‘ – die heute nochmal aggressiver daher kommt.“

3. „Deutsche Umwelthilfe stoppt BILD und Rewe bei irreführender Werbung für Ramsch-Energiesparlampen“
(duh.de/pressemitteilung)
Die Deutsche Umwelthilfe erwirkt vor dem Landgericht Berlin eine einstweilige Verfügung gegenüber der Axel Springer AG. Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch: „Mit falschen Angaben zur Energieeffizienz wurden die Verbraucher getäuscht und zum Kauf niederwertiger Energiesparlampen verleitet.“

4. „Bis(s) zum Abwinken – Die ARD nervt ihre Zuschauer“
(haz.de, Imre Grimm)
„Essen, Essen, Essen“ auf allen Kanälen der ARD: „Die erbarmungslose Penetranz mag für Diätberater, Freizeitköche und Ökotrophologen hoch spannend sein. Für den Normalkonsumenten dagegen, der leidlich über die bösen Zuckerstückchen in der Cola, die globale Macht der Lebensmittelmultis und die Ernährungspyramide informiert ist, stellt sich schnell ein Gefühl von Überfütterung ein, wenn er sich jetzt bitte auch noch für ‚Gourmet-Heu im Naturpark Saar-Hunsrück‘ interessieren soll.“

5. „Beckmann: Fiktion und Realität“
(notes.computernotizen.de, Torsten Kleinz)
Torsten Kleinz vergleicht einen Auftritt von Reinhold Beckmann im „Tatort“ mit einer kürzlichen Ausgabe seiner Talkshow.

6. „ARD-aktuell, Alliterationsaffin wie nie“
(juliane-wiedemeier.de)
Die „Tagesschau“ und die „Tagesthemen“ vom Sonntag in der Sprachanalyse von Juliane Wiedemeier: „Du weißt, dass etwas falsch läuft, wenn die sprachlich unauffälligsten Teile einer Sendung aus Zitaten von Guido Westerwelle bestehen.“

Wagenburgmentalität, Clownkostüm, Putin

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1. „Die Glatten und die Netten“
(tagesspiegel.de, Bernd Gäbler)
Bernd Gäbler sieht in den TV-Moderatoren Jörg Pilawa, Markus Lanz oder Sven Lorig Repräsentanten eines Fernsehens, bei dem alles „leicht verträglich sein, lieb und possierlich“ sein muss. „Wellness für die Seele will dieses Massenfernsehen sein, das Personal ist entsprechend serviceorientiert.“ Für „wortmächtig argumentierende Intellektuelle“ sei dagegen nur der „Talkshow-Polarisierer-Stammplatz“ da. „So wird der kluge Außenseiter ins Clownskostüm gesteckt“.

2. „Aufklärung statt Medienhype“
(dradio.de, Daniel Goeßmann)
Auf der Suche nach dem politischen Journalismus in Deutschland befragt Daniel Goeßmann unter anderem Journalisten von „Welt“, „taz“, „Tagesspiegel“ und „Stern“: „Die Branche des politischen Journalismus ist verunsichert, wirkt ratlos. Ein Teil der Journalisten reagiert darauf mit einer Mischung aus Selbstkasteiung und Schadensbegrenzung.“

3. „Putin auf PR-Tour“
(mediathek.daserste.de, Video, 7:48 Minuten)
Begleitet vom russischen Fernsehen fährt Wladimir Putin mit einem gelben Lada an die Grenzen Sibiriens. Wie ein vom Straßenrand gefilmtes Amateurvideo (ab 4 Minuten) zeigt, wird er dabei von einer langen Reihe ausländischer Fahrzeuge begleitet. Originalvideo auf russisch (youtube.com, 2:44 Minuten).

4. „Die Öffnung der Öffentlichkeit“
(nzz.ch, Hans Geser)
Hans Geser erkennt eine „Wagenburgmentalität“ bei renommierten Zeitungen. „Der Weg dahin scheint dadurch versperrt, dass sich die traditionellen Eliten dem Online-Diskurs bis anhin fast völlig verweigern, weil sie – was bei Journalisten besonders augenfällig wird – in einem Medium, das alle User zu gleichrangigen Lieferanten von Text-Voten degradiert, keine Möglichkeiten zur Wahrung einer herausgehobenen Podestposition mehr sehen.“ Siehe dazu auch diesen Kommentar von Peter Hogenkamp, Leiter Digitale Medien der „NZZ“.

5. „How to be an Old School Journalist“
(holykaw.alltop.com, Video, 10:39 Minuten, englisch)
Ein undatiertes Video zeigt, wie Journalismus in den USA einmal war: „News reporting is a young man’s job. For the reporter must have stamina and endurance to withstand the strain of long and strenuous hours of work.“

6. „Bricht das Internet 1997 zusammen?“
(zeit.de, Ludwig Siegele, 1996)

InTouch, Daily Star, Medienkompetenz 2.0

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1. Interview mit Carsten Schüerhoff und Tim Affeld
(kress.de, Henning Kornfeld)
Der Chefredakteur und der Geschäftsführer von „InTouch“ feiern den 5. Geburtstag des wöchentlichen Klatschblatts. „Wir zeigen die Realität, und die ist eben oft gemein.“ Der Millionenklage von David Beckham wegen falscher Anschuldigungen sieht man gelassen entgegen. „Wir sind alle sehr entspannt und haben keinerlei Zweifel, dass wir das Verfahren erfolgreich für uns beenden werden.“

2. Interview mit Markus Merkle
(jetzt.sueddeutsche.de, Anna Kistner)
Markus Merkle von der Initiative Medienkompetenz 2.0 über seine Erfahrungen bei Vorträgen vor Jugendlichen: „Dass man nicht einfach Bilder ins Internet stellen darf, auf denen Leute zu sehen sind, die man nicht um Erlaubnis zur Veröffentlichung gefragt hat, ist für die Schüler total neu. Die machen da ganz große Augen. Oft wissen sie auch nicht, dass man sich nicht einfach Bilder aus fremden Blogs kopieren und auf seine Seite laden darf.“

3. „Aus 245.000 mach 8,5 Millionen“
(medienrauschen.de, Thomas Gigold)
„Leipzig Fernsehen“ titelt: „Google Street View: 8,5 Millionen Haushalte legten Widerspruch ein“. Tatsächlich sind bei Google 244.237 Einsprüche eingegangen.

4. „Clarification“
(fcbarcelona.com, englisch)
Der FC Barcelona warnt vor erfundenen Interviews mit Spielern des Vereins, die in „Daily Star“ und „Daily Star Sunday“ abgedruckt wurden. Mehr dazu auf bleacherreport.com und im Blog von James Goyder (Update).

5. „Stephen Frys Message to Grammer-Nazis“
(nerdcore.de, Video, 6:34 Minuten, englisch)
„Dieses Video reibe ich ab jetzt jedem unter die Nase, der mir mit Kommafehlern oder meinem fucking Denglisch kommt.“

6. „Wenn Fakten überfordern“
(fraufreitag.wordpress.com)
Lehrerin Frau Freitag erklärt ihren Schülerinnen und Schülern, dass Mark Zuckerberg einem jüdischen Elternhaus entstammt.

Prominenzierungsmaschinerie, FSK, Kummer

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1. „‚Schnitzel‘-Posse – Alter Aufreger statt neuer Fakten“
(ndr.de, Video, 6:09 Minuten)
„Zapp“ besucht in der Causa „Schnitzelkrieg“ Betzdorf und befragt unter anderem den Schulleiter der Christopherus-Schule, Alexander Waschow, von dem auch ein offener Brief veröffentlicht wird. Auf taz.de schreibt Cigdem Akyol dazu.

2. „Rangliste der Pressefreiheit weltweit“
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Rangliste zur weltweiten Situation der Pressefreiheit im Jahr 2010. Die Schweiz teilt sich mit Finnland, Island, Norwegen, Schweden und der Niederlande Platz 1. Österreich ist auf Platz 7, Deutschland auf Platz 17 zu finden. Die EU-Mitglieder Griechenland und Bulgarien teilen sich mit Kenia, Benin und den Komoren Platz 70. Am wenigsten Pressefreiheit gibt es in Nordkorea und Eritrea.

3. „Geht’s noch, FAS? Schon wieder eine Medienkampagne“
(epd.de, Sabine Horst)
Der Evangelische Pressedienst (!) findet die „Kampagne“ der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ zu angeblich zu laschen Kontrollen der FSK übertrieben: „Ich bin auch Mutter. Und wenn Sie mich fragen: Ich schaue mit meinem Sohn, der wird demnächst zwölf, lieber einen großen, wilden, traurigen Film wie ‚There Will Be Blood‘ oder einen erschütternden wie ‚Schindlers Liste‘, als ihn im Nirwana der Toggo-Werbung und Primetime-Schmonzetten versacken zu lassen.“ (…) „Die Aktion des Sonntagsblattes ließe sich vielleicht als bloße populistische Kampagne abtun, wären nicht so viele Medienpolitiker und sogar die Familienministerin flugs darauf eingestiegen.“

4. „Wie man Promis produziert“
(de.ejo.ch, Marlis Prinzing)
Marlis Prinzing stellt fest, dass die Prominenzierungsmaschinerie längst auch den Journalismus erfasst habe: „Die Bildschirmmedien inszenieren die Popularität von Ansagern, Moderatoren und Talkern, aber auch von exponierten Printjournalisten. Sie machen deren Gesichter prominent und erleichtern so deren Vermarktung. Bei Promi-Events und auf Podien begegnen die Klatsch-Reporter immer wieder denselben Gesichtern und reproduzieren immer wieder dieselben Gesichter und Geschichten.“

5. „Zehn Thesen zur Zukunft der Zeitung“
(blog-cj.de, Christian Jakubetz)
„1. Das Zeitungssterben kommt schneller als angenommen. 2. Die Wochenzeitung wird die neue Tageszeitung – und nicht umgekehrt. 3. Die Tageszeitungen sparen sich zu Tode. 4. Die Tageszeitungen vergreisen in den Redaktionen. 5. Als nächstes wandert der Lokaljournalismus ins Netz ab. 6. Journalisten und Verleger haben das Netz nicht begriffen. 7. Tageszeitungen verschwinden in der Nische. 8. Das iPad beschleunigt den Niedergang. 9. Der generalistische Journalismus überholt sich. 10. Die Tageszeitung sitzt zwischen allen Stühlen — und hat nirgends mehr Platz.“

6. Interview mit Tom Kummer
(persoenlich.com, Adrian Schräder)
Tom Kummer spricht ausführlich mit Adrian Schräder: „Ich hab mich komplett sicher gefühlt, geschützt von einer Gruppe junger Journalisten, die sich selbstsicher als so eine Art Avantgarde des Neuen Journalismus in Deutschland bewegten.“ Ein zweites Interview gibt es mit dem Regisseur von „Bad Boy Kummer“, Miklós Gimes.

Schnitzelkrieg, Glenn Beck, 9Live

6 vor 9

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1. „Schule tritt Flucht nach vorne an“
(siegener-zeitung.de)
Der angebliche „Schnitzelkrieg“ (BILDblog berichtete) hat Folgen für den Leiter der Christophorus-Grundschule in Betzdorf. Er hat rund 250 E-Mails erhalten, „in denen er bedroht oder beleidigt wird“. Weiter klärt der Artikel auf über die Rolle von „Bild“ und RTL. Eine Stellungnahme (von Schulleitung, Schulelternbeirat, Personalrat) ist auf der Website der Schule zu lesen.

2. „Lauterkeit der Recherche“
(presserat.ch)
In einem ausführlichen Bericht behandelt der Schweizer Presserat eine Beschwerde eines Amateurfußballers gegen die Boulevardzeitung „Blick“, in der es unter anderem darum geht, ob die Recherchen auf Facebook korrekt waren oder nicht (Zusammenfassung).

3. „Bewegung im Presserecht“
(faz-community.faz.net/blogs/wort, Joachim Jahn)
Joachim Jahn kommentiert ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts, in dem es um die Wort- und Bildberichterstattung über prominente Personen geht. Zu „Promianwälten“, „die die Medien gerne schrotflintenartig verklagen“, schreibt er: „Die Aversion gegenüber der Nennung des eigenen Namens erlischt übrigens auch dann schlagartig, wenn diese Advokaten von wohlmeinenden oder ahnungslosen Journalisten als vermeintlich objektive ‚Experten‘ befragt werden, etwa zur (natürlich zu beherzigenden) Unschuldsvermutung für Verdächtige.“

4. „Crazy-Con“
(heise.de/tp, Peter Mühlbauer)
Peter Mühlbauer porträtiert den US-amerikanischen TV- und Radiomoderator Glenn Beck. „Die hohen Einschaltquoten erklären sich unter anderem daraus, dass Beck unbestreitbar unterhaltsam ist. Und diese Unterhaltsamkeit rührt zu einem großen Teil aus seiner Unberechenbarkeit und aus Tabubrüchen.“

5. „Der Köder muss dem Fisch schmecken: Was denkt Deutschland über 9Live?“
(dwdl.de, Video, 3:38 Minuten)
Daniel Aßmann befragt Fußgänger, was sie von Call-In-Gewinnspielen halten.

6. „Wie intelligent sich Kinder vorkommen (im Vergleich zu den Eltern)“
(graphitti-blog.de, okuhn)

Guttenberg, Markus Schächter, iPad

6 vor 9

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1. „‚Ich bin Urheber‘ – Journalismus frei von Allem“
(gonzosophie.de, Friedhelm Robben)
Friedhelm Robben kritisiert die Faktenarmut von konkreten Artikeln auf „Zeit Online“ und „Welt Online“. „Journalismus sollte doch eigentlich dazu da sein, unsere Wahrnehmung und die zugrunde liegenden Fakten zu überprüfen und zwar dahingehend, ob sie deckungsgleich sind.“

2. „Der Reserve-Kanzler und das Medien-Biest“
(meedia.de, Stefan Winterbauer)
Stefan Winterbauer kommentiert den Medienhype um das Ehepaar Karl Theodor und Stephanie zu Guttenberg: „Als tristes Gegenbild muss dabei stets die Immer-Noch-Kanzlerin Angela Merkel herhalten. Sie hält keine schönen Reden, hat meistens heruntergezogene Mundwinkel und ihr Ehemann hält sich vor den Medien versteckt (was sein gutes Recht und wahrscheinlich keine so dumme Idee ist).“

3. „Der seltsame Fall des iPad“
(nzz.ch/blogs/betablog, Nico Luchsinger)
Nico Luchsinger bemerkt, dass iPad-Apps hauptsächlich bei der Aufbereitung der Inhalte innovativ sind, dagegen ignorieren, dass die Geräte mit dem Web verbunden sind. Es würden „eingezäunte Gärten“ geschaffen: „Damit setzen die Inhaltsanbieter auf Besitzstandswahrung; im Freudentaumel darüber, dass es endlich wieder eine Möglichkeit gibt, dass Konsumenten für ihre Inhalte bezahlen, blenden sie die Entwicklungen der letzten Jahre fast komplett aus.“

4. „Reden wie Markus Schächter (5)“
(medienpiraten.tv, Peer Schader)
Eine weitere Folge mit Übersetzungen der blumigen Worte von ZDF-Intendant Markus Schächter.

5. „Türkischstämmiger Deutscher oder ein in Deutschland lebender Türke“
(ad-sinistram.blogspot.com, Roberto J. De Lapuente)
Roberto J. De Lapuente kommentiert den Bild.de-Artikel „Wenn aus Türken Deutsche werden…“.

6. „Wie Hitler Deutscher wurde“
(einestages.spiegel.de, Johanna Lutteroth)
„Sieben Jahre lang bemühte sich Adolf Hitler um die deutsche Staatsbürgerschaft – immer wieder scheiterte er am Widerstand demokratischer Institutionen.“

Winnetou, Dauerfernsehen, Hermann Scheer

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1. „Mathias Döpfner – Der weiße Gentleman mit der sehr verwegenen Zunge“
(nice-bastard.blogspot.com, Dorin Popa)
Dorin Popa prüft eine Aussage, die Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender des Axel-Springer-Verlags, in einer Rede über den Film Winnetou III macht.

2. „Tom Kummer“
(hossli.com, Peter Hossli)
Peter Hossli fragt sich, warum Tom Kummer als „als verhinderter Künstler, der sich in den Journalismus verirrt hatte“, dargestellt wird. „Als ‚Borderline‘-Journalisten reden viele Kummer schön, wie wenn solches Grenzgängertum eine Krankheit oder gar ein eigener Stil wäre. Dabei ist es hohle Wortklauberei, mehr nicht. Irgendwie pervers, wie andere Krea­tionen unserer Branche: ‚Midrisk‘, ‚zuspitzen‘, ‚kalt schreiben‘ – deswegen verlieren wir Leser, nicht wegen der Gratiszeitungen.“

3. „Falschmeldung: Panik wegen Facebook“
(kurier.at, Susanne Kohn)
Rund hundert Meldungen nehmen die Polizeistationen im Bezirk Neunkirchen entgegen. Grund ist eine sich in Facebook verbreitende Meldung, es seien zwei Kriminelle unterwegs, die „Kinder ins Auto locken unter dem Vorwand, dass die Eltern im Spital sind“.

4. „Nebenjob Dauerfernsehen“
(jetzt.sueddeutsche.de, Andreas Glas)
Sandra Baumann und Nils Rieger sichten für die ZDF-Satiresendung „heute-show“ täglich fünf Stunden TV-Sendungen: „Der Bestfall ist, wenn sich ein Politiker zu einem aktuellen Thema verhaspelt oder eine völlig bescheuerte Aussage macht, über die er vorher nicht nachgedacht hat.“

5. Interview mit Hermann Scheer
(guenterbartsch.de)
Zum Tod von Hermann Scheer publiziert Günter Bartsch ein 2008 mit ihm geführtes Interview: „Es gibt ja heute ganze Artikel, wo nur noch anonyme Zitate vorkommen. Theoretisch kann man die erfinden – das ist überhaupt nicht mehr nachprüfbar. Über die Kämpfe in der SPD gibt es Artikel, in denen nur noch anonyme Zitate vorkommen. Man kann damit einen politischen Trend erfinden, den es gar nicht gibt. Hier wird die Kultur des Hinterhalts geradezu gepflegt.“

6. „Volksverhetzung wird alltagstauglich“
(lawblog.de, Udo Vetter)
Udo Vetter macht sich Gedanken über einen Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Änderung des § 130 des Strafgesetzbuchs. „Die Volksverhetzung ist schon jetzt mit Meinungsfreiheit kaum in Einklang zu kriegen. Nun soll die Strafvorschrift also auch noch für das Alltagsgeschäft tauglich gemacht werden.“

Fakten, Rette die Million, @tiny_tales

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1. „10 Fallen beim Checken von Fakten“
(journalist.de, Marcus Lindemann)
Marcus Lindemann gibt Tipps zum Prüfen von Fakten.

2. „Das ist Freiheitsberaubung“
(derwesten.de, Angelika Wölke)
Bei einer Aufzeichnung der ZDF-Quizsendung „Rette die Million“ müssen (zwölf Euro für den Eintritt bezahlende) Zuschauer während sieben Stunden ausharren.

3. „Demokratie auch für Rechte“
(fr-online.de, Jagoda Marinic)
Jagoda Marinic zur Integrationsdebatte: „Die Wirklichkeit dieses Landes, die durch die Medien geformt wird, scheint eine jämmerliche. Weit jämmerlicher, als es im Alltag nachvollziehbar ist. Die Profiteure dieser hysterischen Kultur der Öffentlichkeit sind bekannt. Ohne Rücksicht werden Thesen skandalisiert und wird genbelastetes Schwadronieren auf Bestsellerlisten gehievt.“

4. Interview mit Florian Meimberg
(welt.de, Céline Lauer)
Twitterer Florian Meimberg (@tiny_tales) gibt ein Interview in 140 Zeichen. „Eine Tiny Tale fühlt sich an wie eine lange Geschichte. Sie löst ein Kopfkino aus. Und das kann durchaus episch sein.“

5. „From Spoof to Star“
(tabloid-watch.blogspot.com, MacGuffin, englisch)
Der „Daily Star“ titelt: „Chile Mine To Open As Theme Park“. Und steht mit dieser Information alleine da. Ähnliches meldet nur eine Website namens „The Spoof“ („Always there with the funniest spoof headlines“).

6. „The True Size Of Africa“
(informationisbeautiful.net, englisch)
Kontinente und Länder im Größenvergleich.

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