Archiv für 6 vor 9

Medizinmythen, Raffelhüschen, Lkw-Fahrer

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Medizinmythen“
(zeit.de, Harro Albrecht)
„Früher verbreiteten sich Wissenschaftsmythen in Salons, Vereinen und per mündlicher Überlieferung – und verschwanden bald wieder.“ Doch heute sind sie fast nicht totzukriegen – in den Medien und im Internet werden sie immer wieder von Neuem aufgegriffen.

2. „Der Unbelehrbare“
(oeffingerfreidenker.blogspot.com, Stefan Sasse)
Stefan Sasse stellt sich den „Sieben bitteren Wahrheiten über Hartz IV“ von Professor Bernd Raffelhüschen in „Bild“ entgegen und nennt ihn einen Brandstifter und Pharisäer: „Er ist selbst Bezieher staatlicher Leistungen, eines der höchsten Beamtengehälter der BRD nämlich, und genießt dazu Unkündbarkeit. Dass solche Menschen aus ihrem Elfenbeinturm heraus glauben, anderen niedrige Löhne und eine Abschaffung des Kündigungsschutzes verordnen zu müssen ist wahrhaftig widerlich.“

3. „Geschriebener Unsinn“
(truckonline.de)
Ostsee-zeitung.de ändert nach der Intervention eines Lesers eine Schlagzeile und macht aus dem Wort „Lkw-Maut-Preller“ das Wort „Lkw-Fahrer“. Das Statement dazu aus der Redaktion: „Diese Meldung kam von dpa und wurde von uns so übernommen. Wir können nicht jede einzelne Meldung überprüfen, zumahl der Online – Bereich kaum Gewinn abwirft!“.

4. „Kempowski statt Hegemann“
(tagesspiegel.de, Harald Martenstein)
„Was ich wirklich peinlich finde: Die wachsende Hysterie der Kulturbeobachter, die inflationär vorhandene Bereitschaft, an jeder Straßenecke ein Meisterwerk wahrzunehmen, dieser von sich selbst berauschte, sich selbst schon im Moment des Aussprechens dementierende Jubelton, der, weil er so unrealistisch ist, jederzeit in sein Gegenteil kippen kann.“

5. „NYT Reveals Repeated Acts Of Plagiarism By Business Reporter Zachery Kouwe“
(nytpick.com, englisch)
Die „New York Times“ schreibt in einer „Editors‘ Note“ über ihren Reporter Zachery Kouwe: „In a number of business articles in The Times over the past year, and in posts on the DealBook blog on NYTimes.com, a Times reporter appears to have improperly appropriated wording and passages published by other news organizations.“

6. „Potenziell vorsichtig, potenziell zuversichtlich“
(falk-lueke.de)
Falk Lüke fragt sich, warum in Deutschland so viele, er inklusive, die Risiken jeder potenziellen Chance „bis zum Ende der Vorstellungskraft abwägen wollen“.

dpa, Nordwest-Zeitung, SZ-Magazin

6 vor 9

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1. „Wozu noch Journalismus?“
(stefan-niggemeier.de)
Stefan Niggemeier schreibt über den Zustand des Online-Journalismus in Deutschland. Im Gegensatz zum Text auf sueddeutsche.de ungestückelt und inklusive dem ersten Satz. „Eigentlich müssten La-Ola-Wellen von Journalisten durch das Land schwappen, vor lauter Begeisterung darüber, wie das Internet ihre Arbeit erleichtert und verbessert und ihre Möglichkeiten potenziert hat. Das Gegenteil ist der Fall.“

2. „Bericht über Bundeswehr mit erfundenen Zitaten“
(meedia.de, Daniel Bouhs)
Die dpa trennt sich von einem langjährigen Mitarbeiter, weil dieser zitierte, was niemand je äusserte. „Die Zitate stammten ‚aus Internet-Foren oder waren frei erfunden‘.“

3. „In 11 Schritten zum Meinungsmonopol“
(taz.de, Felix Zimmermann)
Felix Zimmermann notiert elf Punkte zum Lokaljournalismus der „Nordwest-Zeitung“ in Oldenburg. Punkt 8: „Ignorieren Sie das Internet, Ihre Leser sind eh zu alt dafür. Die NWZ macht’s vor: Zwei Leute stellen die Lokalausgaben ins Netz und bauen Bilderstrecken, zum Beispiel von Autounfällen – das war’s. Setzen Sie auch keine Links, sonst wechseln Ihre Leser ja die Seite!“

4. „Darauf einen Edelobstgeist – das SZ-Magazin“
(blog.dummy-magazin.de, Oliver Gehrs)
„Dummy“-Chef Oliver Gehrs beleuchtet den aktuellen Zustand des Magazins der „Süddeutschen Zeitung“. In den Kommentaren meldet sich Jan Heidtmann zu Wort, der stellvertretende Chefredakteur des Magazins.

5. „Mit Schirrmacher ins Keta-Loch“
(floriansiepert.com)
Florian Siepert schlägt nach dem Plagiatsfall „Axolotl Roadkill“ einen vierwöchigen „Zwangsberlinaufenthalt mit allen Schikanen für sämtliche Feuilletonredakteure und Lektoren“ vor.

6. „Save the Newspaper!“
(youtube.com, Video, 2:20 Minuten, englisch)
Jesse Brown mit einem leidenschaftlichen Appell zur Rettung der Zeitungen.

Airen, NWZonline, Gagasein

6 vor 9

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1. Interview mit Airen
(faz.net, Tobias Rüther)
Nochmals zum in den Feuilletons gefeierten Plagiatsfall Axolotl Roadkill. Im Anschluss auf ein langes Gespräch mit dem Blogger Airen findet sich eine ebenso lange Liste von „Parallelstellen, die sich aus einem Abgleich der Bücher ‚Strobo‘ und ‚Axolotl Roadkill‘ sowie des Blogs mit Hegemanns Buch ergeben (Warnung: Die Zitate sind teilweise sexuell sehr explizit und könnten die Gefühle der Leser verletzen)“.

2. „Von Visits, PageImpressions, NWZ und fremden Federn“
(medienfloh.de, Florian Schuster)
Florian Schuster präsentiert eine Liste von URLs, die NWZonline, der Internetauftritt der „Nordwest-Zeitung“, der IVW auf einer Local-Liste meldet – Klicks, die so mit in die Zählung der Visits und Page Impressions einfliessen. Auf der Liste finden sich unter anderem Websites wie studivz.net/oldenburg oder partner.hanseatreisen.de/nwz.

3. „Zeitungen feiern den 10jährigen Geburtstag der Verbraucherinsolvenz“
(finblog.de, Andreas Kunze)
Die Presseagentur dpa feiert zehn Jahre Verbraucherinsolvenz und die Online-Portale feiern mit. Nur: Die Insolvenzordnung trat am 1.1.1999 in Kraft – und ist also schon über 11 Jahre alt.

4. „Im Glashaus und so …“
(nachgetragen.wordpress.com)
Das Magazin der „Süddeutschen Zeitung“ zeichnet in einer „Anleitung zum Gagasein“ die Sängerin Lady Gaga mit einer Roten Schleife und folgert: „Lady Gaga ist eine Schwulenikone“.

5. „DFB-Kicker ganz bei Trost“
(n-tv.de, Christoph Wolf)
Christoph Wolf beobachtet den Umgang von Fußball-Nationalspielern mit „Bild“.

6. „Auslese-Gewinner 2009“
(wissenschafts-cafe.net, Lars und Marc)
„Die besten wissenschaftlichen Blogposts des Jahres.“

Zensur, ARD, Bushido

6 vor 9

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1. Interview mit Peter Phillips
(ruhrbarone.de, Daniel Drepper)
Peter Phillips, bis vor kurzem Leiter von „Project Censored“, hält „jegliche Einmischung in den freien Informationsfluss“ für „moderne Zensur“: „Das kann strukturell sein, eine elektronische Beschränkung oder wenn man freiwillig eine Geschichte nicht schreibt beziehungsweise eine Geschichte, die den wichtigsten Teil der Story auslässt.“

2. „Intertextuelle Illusionen“
(wissenslogs.de, Anatol Stefanowitsch)
Der Plagiatfall „Axolotl Roadkill“: Anatol Stefanowitsch weist nochmals auf die Lobpreisungen der Feuilletons hin und bringt Klarheit in die rund ums Abschreiben verwendeten Begriffe.

3. „Winter-Olympia im TV“
(taz.de, Markus Völker)
Noch bevor die TV-Übertragung der olympischen Spiele überhaupt begonnen hat, weiss die taz schon, was dabei rauskommt: „Heutzutage setzt ein Michael Antwerpes die Standards, nicht die hauseigene Dopingredaktion. Nie war er größer, der Unterschied zwischen anspruchsvollem Sportjournalismus im TV und der traurigen Realität.“

4. „Sparanstrengungen sind längst Realität“
(ard.de)
Die ARD fühlt sich unfair behandelt und beklagt, „dass ein Teil der Presse jeden Anschein eines fairen Umgangs mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk endgültig aufgegeben hat.“ Vorwerfen müsse man sich nichts: „Die ARD ist der Auffassung, dass alle ihre Sendungen wirtschaftlich produziert werden und den Marktpreisen entsprechen. Ein Kostenvergleich mit Politikmagazinen bei Kommerzsendern ist allerdings nicht möglich. Denn solche Formate gibt es dort nicht.“

5. „It’s only Blog’n’Roll“
(yuccatree.de, Jürgen Vielmeier)
Links auf 125 deutschsprachige Blogs, inklusive einer Kurzbeschreibung.

6. „Antwort an den deutschen Rapper Nr. 1!“
(aliceschwarzer.de)
Alice Schwarzer hat keinen Respekt vor Bushido und sagt ihm sehr deutlich, warum.

Blome, Islamkritiker, Nachrichtendschungel

6 vor 9

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1. „BILD sucht die Exitstrategie“
(spiegelfechter.com, Jens Berger)
Jens Berger liest, was „Bild“-Hauptstadtbüroleiter Nikolaus Blome zum Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu Hartz IV schreibt. „Da stellt das Verfassungsgericht fest, dass in der gängigen Hartz IV-Praxis eine Lücke bei den Ausgaben für die Bildung von Kindern aus prekären Verhältnissen besteht, und Leistungsträger Blome verkauft dies in einem ‚Entweder-Oder-Spiel‘ als Belastung der Mitte der Gesellschaft.“

2. „Plagiatsfall Hegemann: Das Feuilleton findet Abschreiben ohne Quellenangabe voll OK“
(literaturcafe.de, Wolfgang Tischer)
Wolfgang Tischer kennt „den Automatismus von Verlagsmarketing und Journalisten“: „Der Verlag bedient mit einem autobiografisch anmutenden Roman die Erwartungen der Presse – und beißt eines der großen Magazine oder Zeitungen an, dann wollen sie sie alle.“ Dem italienischen „Corriere della Sera“ gemäss hat Autorin Hegemann übrigens nicht nur Teile des Romans aus dem Web entnommen, sondern gleich alles: „Il mio libro? Ho copiato tutto dal web“.

3. Interview mit Thierry Chervel
(heise.de/tp, Reinhard Jellen)
Perlentaucher-Mitgründer Thierry Chervel glaubt, dass es „gar nicht so viele Medien gibt, in denen sich die Islamkritiker wirklich äußern können“. Er spricht konkret die „Süddeutsche Zeitung“ an. „Sie fährt zwar die härtesten Attacken gegen Islamkritiker, gleichzeitig existiert nicht der Hauch einer Chance der Erwiderung. Im Grunde ein zutiefst undemokratisches Verfahren für ein demokratisches Medium.“

4. „Mexikanische Boulevardzeitungen: Grausame Berichterstattung“
(medienblick-bonn.de, Linda Krummenauer)
Ein Blick auf mexikanische Boulevardzeitungen, die halb verweste Leichen auf der Titelseite abdrucken und Namen und Adressen von Straftätern nennen.

5. „Wem gehört der Sport?“
(jensweinreich.de, René Martens)
Ein langer Beitrag über den Versuch, die Aufnahme und Publikation von Bildern bei Sportveranstaltungen zu kontrollieren. „Jedermann im Stadion kann entfernt zeitungs-, radio- oder fernsehverwandte Kurzbeiträge produzieren, unabhängig davon, in welchem journalistischen Genre er eigentlich tätig ist beziehungsweise ob er überhaupt als Journalist arbeitet.“

6. „Verloren im Nachrichtendschungel“
(plus7.arte.tv, Video, 40 Minuten)
Für 7 Tage online: Ted Anspach besucht und begleitet verschiedene Macher von Online-Medien. Der Film hinterlässt ein Bild vom Internet als ein Ort, an dem kaum seriöse Informationen zu finden sind.

Axolotl Roadkill, Vancouver, Burkina Faso

6 vor 9

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1. Interview mit Deef Pirmasens
(sueddeutsche.de, Lisa Sonnabend)
Deef Pirmasens, der mit seinem Blogeintrag zum Buch „Axolotl Roadkill“ von Helene Hegemann eine Flut von Berichten ausgelöst hat, äussert sich zur Literaturkritik: „Ein Buch von einem 28-jährigen Blogger aus einem Untergrundverlag ist offensichtlich nicht so interessant wie eine Veröffentlichung in einem Großverlag von einer Jugendlichen, deren Vater in der Kulturszene bekannt ist. Hegemann wird ja gelobt als das Wunderkind der Literaturszene, das den großen Generationenroman geschrieben hat.“

2. „Die Unfähigkeit, zu googlen“
(begleitschreiben.twoday.net, Gregor Keuschnig)
Gregor Keuschnig nennt Helene Hegemann das „Hätschelkind des deutschen Feuilletons“ und freut sich, dass nun wohl dem netten Mädchen kein Buchpreis von alten Männern übergeben werde. „Das Buch wurde über den grünen Klee gelobt – die Gründe liegen natürlich darin, weil den Rezensenten hier eine Welt gezeigt wird, die sie gar nicht kennen und für exotische Jugendliche hat man doch immer ein Ohr, zumal wenn sie Authentizität, die Krücke aller Lebensfremden, suggerieren.“

3. „IOC und Internet“
(dradio.de, Jens Weinreich)
Die Sportler der bevorstehenden Winterspiele in Vancouver dürfen nun doch publizieren, aber nur in engen Grenzen: „Sie dürfen nur Tagebuch führen und sich auf ihre Erlebnisse beschränken, nicht aber über Konkurrenten schreiben, schon gar nicht olympische Betriebsgeheimnisse verraten und Sicherheitsrisiken eingehen, was immer das heißen mag.“ Die Vorschriften sind in den IOC Blogging Guidelines nachzulesen.

4. „Oli Kahn und das … äh, Fußball“
(print-wuergt.de, Michalis Pantelouris)
Michalis Pantelouris ist die „Bereitschaft von Medien, falsche Informationen zu verbreiten“, nicht egal.

5. „Polish newspaper claims ‚Pedobear‘ is 2010 Vancouver Olympic mascot“
(telegraph.co.uk, Matthew Moore, englisch)
Eine polnische Zeitung druckt eine vor Monaten veröffentlichte und vermutlich über eine Bildersuche aufgefundene Zeichnung, die nicht die offiziellen Olympia-Maskottchen zeigt. Künstler Michael R. Barrick zeigt in einem Blogeintrag, wie die Nachricht darauf um die Welt geht.

6. „Die Grundsteinlegung am 8.2.2010 hat stattgefunden!“
(schlingenblog.posterous.com, Christoph Schlingensief)
Christoph Schlingensief bloggt über die Grundsteinlegung der Oper, die er in Burkina Faso plant.

Pfitzinger, Hegemann, Knallpresse

6 vor 9

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1. „Der lauteste Leser“
(taz.de, Anja Maier)
taz-Redakteurin Anja Maier besucht Hans Pfitzinger, einen an Krebs erkrankten taz-Leser, der sie in seinem 2008 und 2009 geführten taz-Blog schon als “Hohlspießerin” und “Dünkelkolumnistin” bezeichnete.

2. „Axolotl Roadkill: Alles nur geklaut?“
(gefuehlskonserve.de, Deef Pirmasens)
Im von vielen Medien ausführlich rezensierten Buch „Axolotl Roadkill“ von Helene Hegemann stehen Passagen, die sehr ähnlich im Buch „Strobo“ des Bloggers Airen zu finden sind. Romanautorin Hegemann gibt auf buchmarkt.de zu, von Airen „regelrecht abgeschrieben“ zu haben. Felicitas von Lovenberg überraschen die Vorwürfe in der FAZ nicht – „einem ungewöhnlichen Bucherfolg“ folge „fast nichts so zuverlässig wie der Plagiatsvorwurf“.

3. „Was die Medien Ihnen verschweigen“
(evangelisch.de, Daniel Drepper)
Daniel Drepper schreibt über „Project Censored“, ein seit über 30 Jahren bestehendes Non-Profit-Projekt, das sich um von den Medien nicht aufgegriffene Themen kümmert.

4. „Zum Umgang mit der Knallpresse“
(floriansiepert.com)
Florian Siepert beleuchtet, wie BBC Radio 4 mit fragwürdigen Quellen wie „Sun, Mirror oder Daily Mail“ umgeht.

5. „Sat 1: Sender ohne Sendung“
(tagesspiegel.de, Bernd Gäbler)
„Um Sat 1 zu retten, müsste es einen Bruch mit dem ewigen Lavieren, den Halbheiten des Low-Budget-TV und dem Nachläufertum geben. Dazu reichen nicht einzelne Formatideen. Der Sender selbst braucht ein Leitbild.“

6. „The Blogs Must Be Crazy“
(thedailyshow.com, Video, 5:34 Minuten, englisch)
Jon Stewart mokiert sich über die reißerischen Schlagzeilen von US-Blogs wie der „Huffington Post“.

Dokusoaps, Neandertaler, Neda

6 vor 9

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1. „Schluss mit den Grundrechten“
(fernsehkritik.tv/blog)
Fernsehkritik.tv präsentiert Auszüge aus einem mit einer Dokusoap-Produktionsfirma abgeschlossenen Vertrag. Einer der Punkte lautet: „Der Vertragspartner soll während des Produktionszeitraumes frei agieren und dabei lediglich mit der Kamera begleitet werden. Der Produzent wird dem Vertragspartner dementsprechend keine von ihm zu sprechenden Texte vorgeben. Der Produzent wird dem Vertragspartner bei Bedarf inhaltliche Vorschläge unterbreiten. Nimmt der Vertragspartner diese Vorschläge an, so geschieht dies auf rein freiwiliger Basis.“

2. „Freie Journalisten bekommen nur selten Journalistenpreise. Warum?“
(freischreiber.de)
Freischreiber, ein Berufsverband von freien Journalisten, glaubt, dass „freie Journalisten bei Preisverleihungen meistens leer ausgehen“ und stellt dazu Vermutungen an.

3. „Digitale Neandertaler“
(sueddeutsche.de, Stephan Weichert und Leif Kramp)
Die „Süddeutsche Zeitung“ startet eine neue Serie zur Zukunft des Journalismus und stellt fest, dass viele Journalisten noch nicht im Internet angekommen sind: „Gemessen daran, wie wenig die Potenziale der Netzkommunikation heute erst genutzt werden, sind Journalisten die Neandertaler der digitalen Ära.“

4. „Nie war Gewinnen so einfach“
(narragonien.de)
Narragonien.de nimmt die Gewinnerin des Tages von „Bild“ unter die Lupe. (Hinweis: Dieser Link war vorübergehend nicht erreichbar.)

5. „Das zweite Leben der Neda Soltani“
(sz-magazin.sueddeutsche.de, David Schraven)
Eine Untersuchung zur Verwechslung der beiden Iranerinnen Neda Soltan und Neda Soltani: „Wer als Erstes die lebende Dozentin Neda Soltani mit der toten Studentin Neda Soltan verwechselt, lässt sich später nicht mehr rekonstruieren.“

6. „Aufmerksamkeitsspanne bei Zeitungsartikeln kurz“
(der-postillon.com)
Eine „Studie“ zur Aufmerksamkeit beim Lesen von Zeitungsartikeln – „im Auftrag des Postillions“.

Apple, Binnen-I, Le Canard enchaîné

6 vor 9

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1. „Kostenlos-Werbung für Apple“
(ndr.de, Video, 6:24 Minuten)
Ein Video-Bericht, der danach fragt, warum die Medienwelt, allen voran „Bild“ und „Bild am Sonntag“, eine „Fanmeile für Apple-Produkte“ geworden ist.

2. „Das iPad ist nur eine Fernbedienung“
(faz.net, Jörg Kantel)
Blogger Jörg Kantel ist „ein begeisterter Nutzer der Apple-Computer“. Er glaubt aber, dass das Internet anders aussähe, „hätte es die App-Stores schon in den neunziger Jahren gegeben: keine alternativen Browser wie Firefox, keine Wikipedia, keine Weblogs und kein YouTube, und auch Google wäre mit seiner spartanischen Suchmaschine sicher nicht am Torwächter der App-Stores vorbeigekommen.“

3. „Zur Karriere eines missbrauchten Buchstabens“
(heise.de/tp, Marcus Hammerschmitt)
Marcus Hammerschmitt begrüsst das Verschwinden des Binnen-I: „Wie alle anderen Formen von Politial Correctness handelt es sich bei der orthographischen um eine Ersatzstrategie, die mangelnde Erfolge in der Hauptsache durch Stellvertreterkriege auf Nebenschauplätzen kaschieren will.“

4. „Zehn gute Gründe, warum man 2009 Blogs lieber gelesen haben sollte“
(carta.info)
Carta antwortet Nico Lumma und nennt seinen Text eine „oberflächliche Provokation“: „Man könnte von Stern bis Welt kompakt sehr viele Medien aufzählen, die man nicht gelesen haben muss, um keinen wichtigen Beitrag zu verpassen. Im Vielgeschrei des Medienbetriebs ist das ein fast schon strukturell verankertes Phänomen: Es gibt ohnehin fast nichts, was man unbedingt gelesen haben muss.“

5. „Die süsse Revanche des Volkes“
(tagesanzeiger.ch, Oliver Meiler)
Oliver Meiler schreibt über die werbefreie Zeitung „Le Canard enchaîné“: „Unbeeindruckt von den Entwicklungen in der Branche. Unverändert seit bald 100 Jahren. Relevanz auf nur 8 Seiten in einem anachronistischen Layout mit einem lustigen Mix von Schriften auf etwas dickerem Zeitungspapier. Immer am Mittwoch, 1.20 Euro.“

6. „Kritik an der Kritik: Aufmerksamkeitsdefizitstörung“
(katrinschuster.de)
Katrin Schuster beobachtet Literaturkritiker, die Bücher überschwänglich loben. Sie glaubt, es rühre daher, „dass sie sich bewusst oder unbewusst auch als Agenten der Literatur im Allgemeinen – und damit auch des Buchmarktes – sehen. Dass sie also glauben, sie müssten ihre Leser vom Lesen (i.e. Kaufen) an sich überzeugen, weil das ja keiner mehr tue (im Gegensatz zum Fußballspielegucken und Autofahren).“

Schutzrechte, Karneval, Gaschke

6 vor 9

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1. „Wenn der Leser nicht will, wie die Verlage wollen“
(carta.info, Andreas Moring)
Andreas Moring wundert sich, wie die Mitarbeiter der Printverlage mit dem Medienwandel umgehen, der sie bedroht. „Bevor sich das eigene Weltbild und Selbstverständnis ändert, soll sich die Welt den (Wert-)Vorstellungen der Journalisten und Medienmanager aus den klassischen Massenmedien anpassen. Nach dieser eigentümlichen Logik wären es also die Nutzer, die sich den Zielen der Medienmacher anzupassen hätten – und nicht umgekehrt. Das aber tun sie nicht, darum muss Zwang her, werden ‚Schutzrechte‘ verlangt und der Versuch unternommen, die Nutzer zum Bezahlen zu zwingen.“

2. „Ja da geht´s humba, humba, humba, täterä…“
(blogmedien.de, Horst Müller)
Karneval wird dieses Jahr fast ausschliesslich von den öffentlich-rechtlichen Sendern übertragen – dort dafür fast achtzig Stunden lang: „In der ersten Februarhälfte bis einschließlich Rosenmontag werden allein in den abendlichen Hauptsendezeiten 33 Prunk- und Festsitzungen übertragen.“

3. „Wozu noch Verlage? Die Wirtschaft kann den Journalismus retten!“
(yuccatree.de, Jürgen Vielmeier)
Jürgen Vielmeier stellt Blogs vor, die von Hosting-Anbietern, Softwareherstellern und Internet und IT-Dienstleistern betrieben werden. „Das Prinzip kann funktionieren, wenn sich die Unternehmen an eine Selbstverpflichtung halten, nicht auf die Inhalte der Redaktion einzugreifen.“

4. „susanne gaschkes strategien gegen verdummung“
(wirres.net, Felix Schwenzel)
Felix Schwenzel rezensiert ein Buch der netzkritischen „Zeit“-Journalistin Susanne Gaschke. „ist die zeitungskrise nicht eher ein qualitätsproblem, als ein technologieproblem? warum lesen junge menschen rowling, aber nicht gaschke? ich war siebzehn, als ich neil postmans ‚wir amüsieren uns zu tode‘ gelesen habe. wieso kann ich mir heute keinen siebzehnjährigen vorstellen der gaschkes ’strategien gegen die digitale verdummung‘ liest? richtig. weils kreuzöde und flach wie ein bügelbrett ist.“

5. „Die Rohwedder-Verwechslung“
(sprengsatz.de, Michael Spreng)
Für Ex-„Bild“-Mitarbeiter Michael Spreng gehört die Rohwedder-Verwechslung zu den peinlichsten Geschichten, die er in seiner Zeit bei der Zeitung erlebte.

6. „Blogs in Deutschland sind nett“
(lumma.de, Nico Lumma)
Nico Lumma kennt kein deutschsprachiges Blog, auf das er nicht auch verzichten könnte.

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