Archiv für 6 vor 9

Qualitätsjournalismus, Niiu, ORF

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Studie zum Qualitätsjournalismus in Deutschland“
(dfjv.de)
Der Deutsche Fachjournalisten-Verband und das Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Freien Universität Berlin veröffentlichen eine Studie (PDF-Datei) zum Qualitätsjournalismus. „Die Verdichtung redaktioneller Arbeit könnte systematisch zu Lasten journalistischer Qualitätsroutinen und Recherche gehen.“

2. „Google ist nicht mehr ganz so böse … oder doch?“
(spiegelfechter.com, Jens Berger)
„Wer Googles Zensurmaßnahmen im internationalen Vergleich betrachtet, kommt indes nicht um die Feststellung herum, dass Google in Deutschland sehr eifrig zensiert, um nicht mit deutschen Gesetzen in Konflikt zu geraten.“

3. „Selbstversuch mit Stoppuhr“
(sueddeutsche.de, Stephan Ruß-Mohl)
Stephan Ruß-Mohl schreibt einen Text über die Zukunft des Journalismus mit Stoppuhr, da er als Entgelt ein Online-Honorar erhält, das „nicht der Rede wert“ ist. Einer seiner Tipps für die Verleger lautet: „Qualitätsbewusste Verleger sollten die Schleusen für PR eher dicht machen, als sie durch Abbau ihrer Redaktionen weiter zu öffnen. Denn auch die Kommunikationsverantwortlichen auf der Gegenseite sind kühle Rechner: Warum für teure Werbung bezahlen, solange man viele Botschaften kostengünstig und glaubwürdig über Redaktionen an seine Zielgruppen herantragen kann?“

4. „Niiu – individuelle Zeitung auf Wunsch?“
(blogpiloten.de, Regine Heidorn)
Regine Heidorn testet die individualisierte Tageszeitung „Niiu“: „Auf der Titelseite meiner Ausgabe vom 9.3.2010 lächelt mir Christoph Waltz mit Oscar entgegen. Der Rest der Seite ist gefüllt mit Blog-Einträgen, z. B. über polyextremophile Tardigrades, die in extremen Umgebungen überleben können. Der Artikel endet mit 3 kryptischen Sätzen – achso, da wären jetzt Bilder online!“

5. „Ein tödlicher Schuss um 14:22 Uhr“
(issuu.com/spvgg_bayreuth)
Im offiziellen Fanmagazin der SpVgg Bayreuth steht auf den Seiten 12 und 13 ein Text über die Erfahrungen eines Fotografen mit „Bild“ im Jahr 1980.

6. „Was darf Journalismus?“
(tvthek.orf.at, Video, 81 Minuten)
ORF-Reporter Ed Moschitz wird vorgeworfen, seine Reportage über zwei junge Neonazis („Am rechten Rand“) „manipuliert“ und „bei einer FPÖ-Wahlkampfveranstaltung zu Nazi-Parolen angestiftet“ zu haben. Eine Diskussionsrunde dazu versucht Licht in den Fall zu bringen. Derweil erhielt der ORF Besuch von „Verfassungsschutz und Staatsanwalt“.

Kachelmann, Klima, Karfreitag

6 vor 9

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1. „Kachelmann 2. Tag“
(blog.tagesschau.de, Kai Gniffke)
Wie schon am Montag schreibt Kai Gniffke, warum der Vergewaltigungsverdacht gegen Jörg Kachelmann nicht in der Tagesschau auftaucht. Von „Bild“, die ihn für ein Interview mit zahlreichen Fragen konfrontierte, brauche er „keine Nachhilfe in Bezug auf verantwortungsvollen Journalismus, sicher nicht.“

2. „Das ganze verdammte Mediending“
(kaliban.de, Gunnar Lott)
Gunnar Lott ist zunehmend gelangweilt von „Qualitätsmedien“, die „Nicht-Nachrichten, die zudem jeder hat“, durchhecheln. „Je häufiger die atemlos eine Sau durchs Dorf treiben, die nächste Woche wieder komplett vergessen ist, desto weniger bin ich bereit, denen mein Geld oder meine Aufmerksamkeit zu widmen.“

3. „blöde klima-panikmache“
(benkoe.ch, Thomas Benkö)
„Bild“ gibt dem durch den Mensch verursachten Klimawandel die Schuld am Verschwinden der kleinen South Talpatti Island. Thomas Benkö sieht das anders: „wind und wasser haben eine insel erschaffen, wind und wasser haben sie wieder verschwinden lassen.“

4. „Frühlingserwachen der Zecken-Experten“
(gesundheit.blogger.de, hockeystick)
Auch diesen Sommer wird es wieder Zecken geben. Trotz oder wegen des harten Winters.

5. „Fernsehen am Krawallfreitag“
(fernsehkritik.tv)
Ein Text zum Wandel des Fernsehprogramms am Karfreitag: „Manch einer mag meine Kritik als altbacken und nicht mehr zeitgemäß betrachten. Zumindest ein solch religiöser Feiertag sollte aber vom Zeitgeist abgekoppelt sein. Und selbst für Atheisten kann es doch durchaus mal angenehm sein, wenigstens an einem Tag des Jahres ein leiseres und nachdenklicheres Fernsehprogramm zu sehen.“

6. „Die Presse schiebt 150 % ab“
(kobuk.at, Hans Kirchmeyr)
Eine Kurzmeldung in der österreichischen Tageszeitung „Die Presse“.

Überlebenstipps, Schächter, Kubicki

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1. „Dauerschleife aus Berlin“
(faz.net, Marcus Jauer)
Marcus Jauer über den unlösbaren Widerspruch zwischen Politikern und Journalisten in Berlin, „voneinander unabhängig und aufeinander angewiesen“ zu sein – „weshalb sich beide Seiten offenbar darauf geeinigt haben, dass keiner fragt, ob etwas berichtet wird, weil es geschieht, oder nur etwas geschieht, weil es berichtet wird“.

2. „Kommt das EU-Einheitsbrot?“
(narragonien.de)
Nein, das EU-Einheitsbrot kommt nicht. „Was BILD und MAZ nämlich nicht wissen oder vielmehr nicht wissen wollen, ist, dass die EU dem kleinen Bäcker um die Ecke überhaupt nichts vorschreiben will, sondern dass es eigentlich nur um große industrielle Backbetriebe geht.“

3. „7 Überlebenstipps für Verlage“
(bastian.nutzinger.net)
Bastian Nutzinger gibt der Print-Branche ein paar Überlebenstipps. „Versteht euch doch einfach als Teil dieser Gemeinde und interagiert entsprechend mit Ihr. Nicht jeder Blogartikel da draußen ist Journalistengold, aber einige sind hochinteressant. Warum nicht darauf verweisen?“

4. „Reden wie Markus Schächter (4)“
(medienpiraten.tv, Peer Schader)
Bauwerke aus Wörtern von ZDF-Intendant Markus Schächter einfach entschlüsselt.

5. Google und die Autorenrechte
(carta.info, Robin Meyer-Lucht)
Robin Meyer-Lucht stört sich an der Aussage von Thomas Schmid, dass Google mit den Autorenrechten kaum weniger ignorant als China mit dem Informationsrecht umgehe. „Das Internet und Google haben unsere Nachrichtenwelt endlich de-oligopolisiert, Google hält sich an das bestehende Urheberrecht und Google befördert – etwa auch über YouTube – die Meinungsfreiheit ganz maßgeblich.“

6. Interview mit Wolfgang Kubicki
(zeit.de, Stephan Lebert und Stefan Willeke)
In einem langen, lesenswerten Interview sagt Wolfgang Kubicki, wie sich eine Falschmeldung auf ihn auswirkte: „Ich dachte: Das muss jetzt sofort aufhören, und das hört nur auf – für deine Familie, für deine Mutter –, wenn du nicht mehr da bist. Ich habe in jener Nacht, vielleicht zehn Minuten lang, sehr intensiv überlegt, ob ich mir das Leben nehmen soll.“

Dauerstagnation, Newsroom, Drogen

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1. „Die Bild-Zeitung und die Masters-Tickets“
(linksgolfer.blogger.de, Rüdiger Meyer)
„Ticket-Preise für Masters-Turnier verzwölffacht“, titelt „Bild“. Tatsächlich sind die Ticketpreise für dieses Golfturnier schon lange so hoch: „Die richtige Schlagzeile hätte also gelautet: ‚Ticketpreise fürs Masters-Turnier um 10% gestiegen‘. Aber das wäre der Bild sicher nicht reißerisch genug gewesen.“

2. „Die Rückkehr der analogen Ritter“
(blog-cj.de, Christian Jakubetz)
Viele Printredaktionen würden sich heute „erstarrt, verstaubt, irrelevant“ präsentieren. „Auf den Gedanken, dass sie an ihrer Dauerstagnation selbst schuld sind und dass sich viele Leser/Zuschauer auch deswegen von ihnen abgewendet haben, weil sie den Charme und den Esprit einer Krankenversicherung ausstrahlen, sind sie bis heute nicht gekommen. Internet, böses. Blogger, doofe.“

3. „Warum Online-Werbung wichtig fürs Web ist“
(spiegel.de, Frank Patalong)
Frank Patalong über die Nutzung von Werbeblockern: „Je medienaffiner die Nutzer sind, desto häufiger setzen sie Blocker ein. Es sind also die Nutzer mit dem größten Interesse und Verständnis für Inhalte, die den meisten Schaden verursachen.“

4. „Spannende Recherche im Netz“
(verdi.de, Christiane Schulzki-Haddouti)
Ein Text über die Daten, die Staaten zur Verfügung stellen. „Deutsche Journalisten können die Entwicklung in der angelsächsischen Welt nur mit Wehmut betrachten. Basis sind nämlich verschiedene Informationszugangsrechte, die dort ganz andere Dimensionen haben als in Deutschland.“

5. „Newsroom“
(hossli.com, Peter Hossli)
Eine ausführliche Reportage aus den neuen Redaktionsräumen der „Blick“-Gruppe des Ringier-Verlags. Der Newsroom alleine kostete 7 Millionen Franken (=4.9 Millionen Euro), dafür nutzt seine Heizung auch die „Temperaturunterschiede des Zürichsees“. „Reporter dürfen nicht mehr am Computer essen. Pflanzen gibt es keine. Die Räume sind klimatisiert, die Kaffeemaschinen mit Touchscreens versehen.“

6. „Newspapers are the biggest threat to the nation’s mental wellbeing“
(guardian.co.uk/commentisfree, Charlie Brooker, englisch)
Charlie Brooker beschreibt seine Drogenerfahrungen und kommt auf die Droge Zeitung zu sprechen. „Unfortunately, facts are expensive, so to save costs and drive up sales, unscrupulous dealers often ‚cut‘ the basic contents with cheaper material, such as wild opinion, bullshit, empty hysteria, reheated press releases, advertorial padding and photographs of Lady Gaga with her bum hanging out.“

Oscars, Pharma-PR, Swiss Quiz

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1. „DER Fluch der Oscarverleihung“
(istschonzeit.wordpress.com, Schonzeit)
„Bild“ glaubt, dass mehrere US-Schauspielerinnen nach dem Gewinn eines „Oscars“ von einem „Liebes-Fluch“ getroffen wurden. „Schonzeit“ sucht und findet Fakten dazu. „Man könnte von einer ganz normalen Quote sprechen, aber das wäre ja zu einfach.“

2. „Eine Zwangsabgabe beantwortet die Frage nach der Finanzierung von Qualitätsjournalismus nicht“
(freischreiber.de)
Für Freischreiber, ein Berufsverband freier Journalisten, „besteht kein Zweifel daran, dass es den Zeitungs- und Zeitschriftenverlagen weniger darum geht, die Grundlagen für Qualitätsjournalismus im Internet zu schaffen, als vielmehr darum, ihre eigene Position zu stärken“: „Es sind nicht die Verlage, die aus dem derzeitigen Strukturwandel gestärkt hervorgehen müssen, sondern der Journalismus.“

3. „Ausfragen im 20-Minuten-Takt“
(taz.de, Julian Weber)
Julian Weber über die Schwierigkeiten von Journalisten, aus „Stars der Popkultur“ Einzigartiges herauszuholen. „Am schlimmsten sind die Interview-Marathons, bei denen Stars während dreier Tage am Stück über ihr Wirken Auskunft geben, dabei immer mit den gleichen Fragen konfrontiert sind und entsprechend lustlos antworten. Auch für den Journalisten ist die Interviewsituation unangenehm, die Konkurrenz sitzt einem im Nacken.“

4. „Wie Pharma-PR in die Zeitung kommt: Ein Lehrstück“
(gesundheit.blogger.de, hockeystick)
Das Blog „Stationäre Aufnahme“ zeigt, wie „eine offenkundige PR-Studie“ in der „Fach- und Publikumspresse“ Aufnahme findet. „Ganz sicher belegt der Vorgang jedoch, dass viele Wissenschaftsjournalisten schlechte Noten verdient haben, dass sie bei der Beurteilung von offenkundiger Pharma-PR überfordert sind, dass schlechte Journalisten die Umsatzzahlen der Pharmaindustrie hochtreiben und dass sie dabei ihre Leser zu der Einnahme von Medikamenten verleiten, deren Nutzen nicht belegt ist.“

5. „Wer schreibt, der bleibt“
(sueddeutsche.de, Michael Jürgs)
Auch Michael Jürgs schreibt zur Krise: „Die Krise des Journalismus ist manchmal nur die Krise von Eingebildeten der Medienbranche ohne Vorbildung, die nie zugeben werden, dass sie überall besser aufgehoben wären als da, wo sie gerade Big Macker spielen.“

6. „Die Schweiz ist befreit“
(fernsehkritik.tv, Video, insgesamt 42:10 Minuten)
Fernsehkritik.tv berichtet vom Ende der Call-In-Show „Swiss Quiz“, bei der es zu einigen, offenbar auch für die Moderatorinnen ziemlich überraschenden Auszahlungen kommt. In der Sendung geht es unter anderem um RTL und Winnenden und um Filme im Fernsehen, die aufgrund von Altersvorgaben zurechtgeschnitten werden.

Neon, NDR, Product Placement

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1. „Erfundene Star-Interviews bei ‚Neon'“
(faz.net)
Die Zeitschrift „Neon“ stellt ihren Autor Ingo Mocek per sofort frei, weil Zweifel an der Echtheit von Interviews bestehen, die er mit Beyoncé Knowles, Slash, Christina Aguilera, Snoop Doggy Dog und Jay-Z geführt haben soll.

2. „Neuer Verdacht beim NDR“
(tagesspiegel.de)
Die Staatsanwaltschaft Kiel ermittelt gegen einen NDR-Mitarbeiter: „Der Beschuldigte soll von mindestens einer Firmengruppe Geld dafür erhalten haben, dass er ihr Sendezeiten im Fernsehen verschaffte oder sich dazu bereiterklärte.“

3. „Praktische Product Placement-Regeln“
(dwdl.de, Jochen Voß)
Privatsender dürfen ab April gegen ein Entgelt Produkte in ihren Unterhaltungssendungen platzieren. „Sofern in einer Sendung eine bezahlte Produktplatzierung enthalten ist, muss mit der Einblendung eines entsprechenden Logos darauf hingewiesen werden. Die Sendungen müssen am Anfang, am Ende nun nach einer Werbepause gekennzeichnet werden.“

4. „Sie sind umzingelt!“
(merkur.de, Antje Hildebrandt)
Antje Hildebrandt schreibt über den Journalimus von „Bild“ und „Bunte“. „Weder die ‚Bild‘-Story über die trunkene Autofahrt noch die Schlafzimmer-Reporte der ‚Bunten‘ haben das Vertrauen in den Journalismus gefördert. Im ersten Fall bleibt der Verdacht, dass entweder Polizisten geplaudert oder Leserreporter Jagd auf Hannovers prominenteste Bürgerin gemacht haben. Der zweite Fall rückt die Recherche, Kerngeschäft des Journalismus, in die Nähe geheimdienstlicher Ermittlungsmethoden. “

5. Interview mit Wolf Schneider
(meedia.de, Christine Lübbers)
Wolf Schneider findet, dass sich Blogger mehr Mühe geben und nicht einfach das aufschreiben sollten, was ihnen zuerst in den Sinn kommt.

6. Interview mit André Müller
(diepresse.com, Christian Ultsch)
Der selbst als Interviewer bekannte André Müller gibt ein Interview: „Mich interessiert meine Geliebte, weil von ihr bin ich existenziell abhängig. Sonst interessiert mich als Mensch kaum jemand. Ich mache das Interviewen ausschließlich zum Geldverdienen. Und da muss ich mir Leute aussuchen, die man verkaufen kann.“

Netzeitung, Pechstein, Afghanistan

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1. „Kopieren wird belohnt“
(blog.zeit.de/kulturkampf, Tina Klopp)
Tina Klopp über eine Studie zur Online-Berichterstattung verschiedener US-Medien, „von der New York Times über AFP bis zur Gadget-Seite Gizmodo“: „Von 121 Reportern investierten 100 ihre Energie einzig, um die gleiche Geschichte noch einmal zu erzählen, obwohl es ein Link zu der Ursprungs-Story auch getan hätte.“

2. „Der Niedergang der Netzeitung“
(meedia.de, Jens Schröder)
Die von einer Redaktion mit zwölf Journalisten auf Aggregationsbetrieb umgestellte „Netzeitung“ findet nur noch etwa einen Viertel der vorherigen Aufmerksamkeit.

3. „Deutungskampf um Pechstein“
(ndr.de, Video, 6:45 Minuten, Sinje Stadtlich)
An einer Pressekonferenz erklären Mediziner, wie es zu den Blutwerten der Eisschnellläuferin Claudia Pechstein kam. Die Journalisten stehen den komplizierten Fachausdrücken einigermassen ratlos gegenüber.

4. „6 Subtle Ways The News Media Disguises Bullshit As Fact“
(cracked.com, C. Coville, englisch)
Sechs journalistische Kniffe, um Fakten vorzutäuschen.

5. „The Top Ten Works of Journalism of the Decade“
(journalism.nyu.edu, englisch)
Online verlinkte Nominierungen für die zehn besten Werke im US-Journalismus der Jahre 2000 bis 2009.

6. „Sterben für Afghanistan“
(zdf.de, Video, 44:05 Minuten, Stefan Aust und Claus Richter)
Ein Film von Stefan Aust und Claus Richter, der die Situation von Bundeswehr-Soldaten in Afghanistan zeigt und die Bemühungen der Politik, diese nicht als Krieg darzustellen. Siehe dazu auch „Sergej, das ist Krieg“ (faz.net, Michael Hanfeld).

Bratwurst, Kessler, Tatort

6 vor 9

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1. „So täuschen TV-Quizshows die Teilnehmer“
(sf.tv, Video, 9:35 Minuten, teilweise Dialekt)
Die Sendung „Kassensturz“ analysiert zusammen mit einer Zuschauerin einen Fall in einer Call-In-Sendung akribisch, rätselt mit um eine scheinbar nicht auflösbare „Bratwurst“, vergleicht die Stimmen verschiedener Anrufer miteinander und zählt das in einer Geldwanne aufgefangene Geld.

2. Interview mit René Grossenbacher
(nzz.ch, Rainer Stadler)
Medienforscher René Grossenbacher über die Nennung von Quellen: „Es gibt eine Tendenz im Journalismus, zu verschleiern, dass die meisten Nachrichten von Interessengruppen und ihren PR-Apparaten aktiv an die Medien herangetragen werden.“

3. „Journalistische Mängel“
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Die Kommission für Zulassung und Aufsicht der Landesmedienanstalten beanstandet die Sender Sat.1, 9Live und DSF.

4. Interview mit Michael Kessler
(medien-monitor.com, Tobias Jochheim)
Michael Kessler spricht über Medienkritik (auch auf YouTube): „Ich will eine Nachricht so objektiv wie möglich einfach nur berichtet bekommen. Denn meine Meinung bilde ich mir dann selber. Ich brauche keinen Nachrichtensprecher, der mir das vorgibt und sagt: ‚Das war ja gerade ganz mies.'“

5. „Der sedierte Zuschauer“
(meedia.de, Stefan Winterbauer)
Stefan Winterbauer bespricht den jüngsten Tatort, „ein Paradebeispiel für das Qualitäts-Missverständnis bei der ARD-Vorzeigereihe“.

6. „Get To Know An Internet Commenter“
(mcsweeneys.net, Kevin Collier, englisch)
„Kevin Collier searches the Internet for people who comment a lot, then copies and pastes a fair representation of their output.“

Perlentaucher, Bunte, Sport-Tag

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1. „Fantasie über die Zukunft des Schreibens“
(perlentaucher.de, Thierry Chervel)
Der „Perlentaucher“ wird 10 Jahre alt und liest dazu einen Artikel über Amazon in der „Süddeutschen Zeitung“ von 2001: „Schon heute dürfte Amazon in die Netz-Geschichte als eines der am stärksten überschätzten Unternehmen eingehen, ein Riesenbluff, der im Vertrauen auf den steigenden Aktienkurs wirtschaftete und die Aktionäre nicht mit Bilanzen versöhnte, sondern mit den Anekdoten und dem ansteckenden Lachen des Firmengründers Jeff Bezos.“

2. Interview mit Thierry Chervel
(meedia.de, hs)
Thierry Chervel wundert sich, warum nur so wenige Journalisten ins Internet drängen. „Als wir den Perlentaucher gegründet haben, dachten wir, da tut sich ein riesiges Pionierland auf und alle Journalisten werden sich darauf stürzen, um sich aus den traditionellen Hierarchien zu lösen. Am Ende standen wir dann ein bisschen alleine da.“

3. „‚Bunte‘ bringt falschen Oscar auf den Titel“
(wuv.de)
Auf der Titelseite der aktuellen Ausgabe der „Bunte“ prangt eine „Goldene Spectra“, eine Auszeichnung, die die Zeitschrift „jede Woche in ihrer Print-Kolumne ‚Die Bunte-Woche‘ selbst vergibt“. Illustriert wird damit die Geschichte „Oscar-Gewinner Christoph Waltz – Unser neuer Weltstar“.

4. „Augen zu statt gerade aus beim ‚Focus'“
(indiskretionehrensache.de, Thomas Knüwer)
„Print-Häuser sollten sich jene Redakteure schnappen, die in einem besonderen Bereich besonderes Wissen und besondere Leidenschaft entwickelt haben. Denn sie sind es, die ihre Redaktion von anderen unterscheidet. Sie sind es, die motivierter sind.“

5. Interview mit Ai Weiwei
(dradio.de, Liane von Billerbeck)
Der chinesische Künstler Ai Weiwei verteidigt die Möglichkeiten des Internets: „Sie können im Westen durchaus skeptisch gegenüber den Möglichkeiten des Bloggens, des Internets sein, aber im Osten sieht die Lage ganz anders aus. (…) Das Bloggen ist für uns ein Lichtstrahl in einem vollständig dunklen Zimmer und deshalb schätzen wir es auch so stark. Wir hängen sogar davon ab.“

6. Interview mit Michael Hahn
(tagesspiegel.de, Lucas Vogelsang)
Michael Hahn, Verleger der neu erscheinenden täglichen Sportzeitung „Der Sport-Tag“, hegt keine Zweifel am Zeitungsgeschäft. „Und ich kann Ihnen versichern, dass nicht einmal meine Enkel in der U-Bahn von iPad-Menschen umgeben sein werden. Das garantiere ich Ihnen, auch wenn es vielleicht nicht in Ihr Weltbild passt.“

Keese, Polizeifotos, Baudrexel

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1. „‚Krieg der Welten‘ 2010“
(blog.tagesschau.de, Silvia Stöber)
Silvia Stöber fasst die Ereignisse (Video, 1:41 Minuten) rund um den im georgischen Privatsender Imedi TV gesendeten Scheinangriff russischer Truppen auf Georgien zusammen, der von vielen Menschen ernst genommen wurde.

2. „Blogger rütteln Russland auf“
(nzz.ch, Klaus-Helge Donath)
Über die Dynamik der Medien in Russland, wo die „wachsame Bloggerszene“ immer wichtiger wird. „In der gleichgeschalteten Medienlandschaft Russlands übernehmen Internetnutzer inzwischen nicht nur Aufgaben der Presse, sondern auch Funktionen der korrupten Ordnungshüter.“

3. „Ein Angebot an Christoph Keese“
(indiskretionehrensache.de, Thomas Knüwer)
Thomas Knüwer antwortet dem Lobbyisten des Axel-Springer-Verlags, Christoph Keese, der Abgaben einfordert für die Organisierung der Rangreihenfolge von Informationen im Internet.

4. Interview mit Alan Rusbridger
(derstandard.at, Michael Kremmel)
„Guardian“-Chef Alan Rusbridger spricht über den Druck, den Leser auf Journalisten ausüben, „sodass diese zeigen müssen, dass sie wirklich gut sind“. „Das entblößt vor allem Journalisten, die nicht sehr gut sind. Deshalb werden Journalisten, die nicht sehr gut sind, in diesem Job auch nicht mehr bestehen können.“

5. „Polizeifotos als Quotenbringer“
(faz.net, Nina Rehfeld)
Internetableger von US-Zeitungen machen Klicks mit Galerien von Polizeifotos: „Tampabay.com, das Netzportal der ‚St. Petersburg Times‘, erzielt ein Siebtel des Websiteverkehrs mit Besuchern der ‚Mugshot‘-Seite.“

6. „Mein Brief an Martin Baudrexel“
(hansdorsch.com)
Hans Dorsch fragt den Fernsehkoch Martin Baudrexel, warum er Werbung macht für ein Fertigprodukt. „Wer dich jemals mit den Kochprofis oder den Küchenchefs im Fernsehen gesehen hat, hat dieses Bild im Kopf: Martin geht in die Küche und wirft alle Fertigprodukte in den Müll.“

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