Archiv für 6 vor 9

6 vor 9

1. „Lesergenerierte Literatur“
(perlentaucher.de, Rüdiger Wischenbart)
„Während man in Deutschland langsam Kindle und Co. zur Kenntnis nimmt, sind die Chinesen schon viel weiter: Literatur auf Papier gilt als uncool, und chinesische Nasdaq-Konzerne investieren in Online-Bücher.“

2. „Der freie Fall der Seh-Linie“
(sueddeutsche.de, Bernd Graff)
In Deutschland ist man mit dem Online-Lesen noch nicht ganz so weit. Bernd Graff glaubt stattdessen, ein Mann, der seine Sekretärin anwies, „ihm jedes Dokument und jede E-Mail auszudrucken“, „hatte vielleicht recht“. Grundlage: Eine nicht repräsentative Studie, für die gerade einmal 232 Personen untersucht wurden. Herausgefunden hat die Studie nicht mehr, als dass Leser online anders lesen als auf Papier.

3. „Da, wo es wehtut“
(tagesspiegel.de, Deike Diening und Philipp Lichterbeck)
„Der Fotograf Sebastião Salgado, 64, lebt für seine Sozial-Reportagen monatelang unter Armen, in der Wüste oder im Dschungel. Doch wie entstehen seine Bilder?“

4. „Warum Serienzuschauer immer schlauer werden“
(welt.de, Ulf Poschardt)
„Einst waren schräge Produktion wie ‚Dr. House‘ etwas für kleine und eher elitäre Zirkel. Doch inzwischen sind solche US-Serien zum kulturellen Leitmedium avanciert. Die Folge: Auch deutsche Sender führen in diesem Herbst Serien ein, die bisher als zu speziell für ein größeres Publikum galten.“

5. „State of the Blogosphere / 2008″
(technorati.com)
Teil eins der jährlichen Blogstudie von Technorati. Über die Blogger heisst es: „Blogging is having an incredibly positive impact on their lives, with bloggers receiving speaking or publishing opportunities, career advancement, and personal satisfaction.“

6. Interview mit Jack Dorsey, CEO von Twitter
(iwantmedia.com, Patrick Phillips)
Der CEO von Twitter glaubt nicht, dass twittern die Zeitungen oder die Blogs ablöst: „We will always need a medium that carries more words and explores a topic in a greater detail. We will always need more journalistic research. We will always need video and images. Twitter doesn’t replace any of those things. But it complements them quite well.“

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1. „Bald reden Nachrichtensprecher Google-optimiert“
(faz.net, Holger Schmidt)
„Suchmaschinenoptimierer sind die neuen Heilsbringer der Verlage. Sie bringen die Artikel auf den Trefferlisten von Google und Co. möglichst weit nach oben. Doch alle Tricks helfen auf Dauer nicht. Am Ende entscheiden die Inhalte.“

2. Barbara Lüthi, „CNN Journalist of the Year 2008″
(persoenlich.com, Stefan Wyss)
Die Preisträgerin der Kategorie TV im Interview: „Gerade wenn man in China arbeitet, muss man das Risiko einschätzen können. Das wichtigste ist, dass ich meine Quellen schützen kann. Ebenfalls Priorität geniesst die Sicherheit meines Teams. Ich drehe heikle Geschichten zum Beispiel nie mit einem chinesischen Kameramann. Dieser würde bei einer Festnahme viel länger inhaftiert bleiben, als ein Ausländer.“

3. „Gratis 2.0 – Strohfeuer oder Feuerwerk?“
(ejo.ch, Marlis Prinzing)
„Nirgendwo in Europa werden gegenwärtig mehr Gratistageszeitungen pro Kopf gedruckt als in der Deutschschweiz.“

4. „Medien und Lobbyismus“
(fr-online.de, Thomas Klatt)
„Der Kommunikationsfachmann Klaus Kocks wirft der vierten Gewalt im Staat Speichelleckerei und Faulheit vor. ‚Die PR-Leute müssen den Journalisten gar nicht mehr hinterher rennen, die Situation hat sich völlig gedreht‘, meint Kocks. Auch Journalisten ließen sich gerne durch Fünf-Sterne-Kongresse und Vergünstigungen umgarnen.“

5. „Falschmeldung der Tagesthemen zu Exit“
(burks.de, Burkhard Schröder)
„Die eigentliche Falschmeldung ist aber die These, das Bundesarbeitsministerium habe den Förderantrag von Exit abgelehnt. Offenbar hielt es die Redaktion der ‚Tagesthemen‘ noch nicht einmal für nötig, dort nachzufragen. Ich habe es getan. Der Antrag war noch gar nicht beschieden worden und wies auch, wie bei anderen Antragstellern, formale Mängel auf.“

6. Über Blogs von Filmschaffenden
(epd-film.de, Alexander Gajic)
„Filmschaffende aus allen Sparten nutzen das Internet zur Selbstverwirk­lichung. Und natürlich auch zur Vermarktung ihrer Filme. Von Gandalfs Mittelerde-Tagebuch bis zu Zack Snyders Watchmen-Prophezeiungen.“

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1. „Blame it on the Internet“
(coffeeandtv.de, Lukas)
„Dass die ‚Süddeutsche Zeitung‘ ein eher gespaltenes Verhältnis zum Internet hat, ist ja schon länger bekannt. Insofern überrascht es wenig, dass vorgestern ein Artikel erschien, der diesen ganzen Internetkram und vor allem Google mal wieder als den Untergang von Abendland, Weltwirtschaft und Qualitätsjournalismus beschrieb.“

2. „Ypsilanti könnte zur Spaßbremse für Radiomacher werden“
(blogmedien.de, Horst Müller)
„‚Radio ffn‘ hat richtig Ärger wegen eines Telefonstreichs [youtube.com] mit der hessischen SPD-Fraktionschefin Andrea Ypsilanti, obwohl das Stück vom Sender gar nicht ausgestrahlt wurde. Die Sache könnte sich durchaus zum Problem für viele Radiomacher entwickeln.“

3. Befragung des ZDF-Programmdirektors Nikolaus Brender
(cicero.de, Thomas Schuler)
„Unter Programmplanern gilt die Faustregel, dass jüngere Leute Sender wählen, die Spielfilme, Serien und Live-Sport bieten, bei Informationsprogrammen dagegen eher um- oder abschalten. Die Allzweckwaffe des ZDF heißt deshalb Johannes B. Kerner. Er moderiert für Brender Sport und für Bellut Talk. Ein Grund für die ‚Kernerisierung‘ des ZDF ist, dass der Moderator unter den Talksendungen am Abend junge Zuschauer anspreche.“

4. Interview mit WAZ-Geschäftsführer Christian Nienhaus
(sueddeutsche.de, Caspar Busse und Dirk Graalmann)
Der WAZ-Geschäftsführer glaubt an das Geschäftsmodell Zeitung und an das Unmögliche: „Ich erwarte noch bessere Qualität zu geringeren Kosten“ und „Ziel ist, die Qualität zu erhöhen und gleichzeitig Kosten zu sparen.“ Immerhin sieht er ein: „Es ist einfach nicht sinnvoll, dass bei einem Spiel von Borussia Dortmund vier Redakteure von vier Titeln im Stadion sitzen, die vier mehr oder weniger gleiche Artikel schreiben.“

5. Am Jahreskongress der Schweizer Presse
(medienheft.ch, Wolf Ludwig)
„Gleich zum Auftakt des Programms gab’s die erste verpasste Chance. Denn die versammelten Chefredakteure auf dem Podium sprachen bei der Debatte über ‚Neue Medien – neue Chancen?‘ und die ‚Herausforderungen des Journalismus‘ hauptsächlich über Geld, Rendite und Auflagen. Bernhard Weissberg, Chefredaktor ‚Blick‘, machte noch einen anderen Widerspruch deutlich: ‚Wenn der Verlegerverband über Neue Medien spricht, lädt er Zeitungsvertreter ein‘, kommentierte er bissig.“

6. „Internet pur“
(freitag.de, Mathias Mertens)
„Zehn Jahre, ein Logo und ein bisschen Weiß: Die falsche Vorstellung hinter der richtigen Kritik an Google.“

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1. „BILDblog trifft Kai Diekmann“
(bildblog.de, Lukas Heinser, Video, 9:03 Minuten)
Bild-Chefredakteur Kai Diekmann wird von Bildblog-Reporter Lukas Heinser mit der Kamera verfolgt. Nachdem er ihm einige Male stumm zurückwinkt, tritt er an ihn heran (ab 4:20 Minuten), begrüsst ihn und gibt Bildblog Auskunft über den angeblich journalistischen Umgang der Bild-Zeitung mit Inhalten von Leserreportern. Vorbildlich cooler Umgang mit Kritikern, da können andere was von lernen.

2. „Die Wahrheit starb auf den Lippen von Caren Miosga“
(perlentaucher.de, Thierry Chervel und Thekla Dannenberg)
„Wie die Tagesthemen über Georgiens Informationspolitik desinformierten.“

3. „Videojournalismus für Anfänger“
(moritzhomann.de)
Über ein Video auf Spiegel Online der sonst grossartigen Yasemin Yüksel: „Von journalistischen Gesichtspunktspunkten aus betrachtet ist das Video schlichtweg unter aller Sau. Es ist reine Meinungsmache, voll von Suggestionen wie der Musik oder der gewählten Kamerawinkel und Zeitlupenaufnahmen und transportiert in etwa den Inhalt: ‚Bei der Linken sind alle besoffen, träumen von irgendwelchen ‚Mindestlöhnen‘ und hören sich gegenseitig ab.'“

4. „Das mulmige Gefühl bleibt“
(zeit.de/campus, Stéphanie Souron)
„Der Regisseur Roger Vontobel wird als Shootingstar gefeiert. Nach einer Inszenierung in Salzburg bekam er erstmals vernichtende Kritiken. Was ist das für ein Gefühl? Ein Protokoll.“

5. „Der Knast war die Hölle“
(abendzeitung.de, Arno Makowsky)
„Klatschreporter Michael Graeter über seine acht Monate im Gefängnis, falsche Freunde – und die Frage, ob die Münchner Gesellschaft ihm verzeiht.“

6. „The 50 Buzziest Blog Posts of All Time“
(nerve.com)
„In 1994, someone started blogging for the first time. It was probably either Justin Hall or David Winer, depending on whom you ask. Regardless, in the time since, the weblog medium has changed the news cycle — for better or for worse (we think better) — forever.“

6 vor 9

1. „Hat hier wer an der Meinung gedreht?“
(falter.at, Barbara Toth)
„Der Wahlkampf als sportliches Wettrennen, rund um den sich – wie im Sport – eine ganze Interpretationsindustrie aufbaut: Als ‚Horse race journalism‘, ‚Pferderennenjournalismus‘ wird diese Art von Berichterstattung in den USA bezeichnet, die sich lieber mit Umfragen, Beraterstäben und strategischen Winkelzügen der Kampagnen als mit deren Inhalten beschäftigt.“

2. „Der Feuilleton-Chef der Zeit schreibt sich in Rage“
(gegengift-verlag.de, Heribert Seifert)
„Jens Jessen, der Feuilletonchef der ZEIT, hat wieder zugeschlagen. In der Nummer 38 des Wochenblatts durfte er den oberen Teil der Aufmacherseite voll machen: ‚Jugend ohne Charakter‚ steht da vor einem wuchtigen Ausrufezeichen und kündigt eine ‚Polemik‘ an, die sich gewaschen hat. (…) Wie kommt ein solcher Unfall auf die erste Seite des Blattes, das sich doch als intellektueller Nadelstreifen der Republik versteht?“

3. „Interpretation schlägt Information“
(taz.de, Bettina Gaus)
Bettina Gaus findet es nicht fair, dass Keith Olbermann und Chris Matthews von MSNBC „die Übertragungen der Fernsehdebatten zwischen den Präsidentschaftskandidaten nicht moderieren“ dürfen, während Bill O’Reilly von Fox News „senden … und senden … und senden“ darf. Die Lösung? „Wenn ich eine sachliche, umfassende Berichterstattung in den USA wünsche, dann schalte ich CNN ein, einen in Deutschland häufig gescholtenen Nachrichtensender.“

4. „Tuesdays with Rupert“
(vanityfair.com, Michael Wolff)
„The great fear about Rupert Murdoch, among journalists and proper liberals everywhere, beyond even his tabloidism and his right-wing politics, is that he acknowledges no rules. He does it, without mercy, his way.“

5. „Blogs und hohe Page Impressions?“
(basicthinking.de, Robert Basic)
Robert Basic erklärt den Zusammenhang zwischen Blogs und hohen Page Impressions – sozusagen in einem Satz.

6. „Roger Federers Genie“
(dasmagazin.ch, David Foster Wallace, 2006/2007)
In Gedenken an den grossartigen David Foster Wallace ein in deutsch übersetzter Text (Original der New York Times) über Roger Federer.

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1. „Die Zeitungen. Lügen wie gedruckt.“
(stefan-niggemeier.de)
„Die ‚ZMG Zeitungs Marketing Gesellschaft‚ ist die ‚zentrale Marketingorganisation der Zeitungen und Zeitungsgruppen in Deutschland‘. Sie leidet nicht nur an einer eklatanten Binde Strich Allergie, sondern hat gerade unter dem Slogan ‚Die Zeitungen. Wer liest, versteht.‘ eine große Desinformationskampagne gestartet.“

2. „Schawinskis Radio 1 verliert massiv Hörer“
(tagesanzeiger.ch, David Vonplon)
„Seit einem halben Jahr ist Radio 1 im Zürcher Stadtgebiet auf Sendung. Noch unveröffentlichte Zahlen der Publica Data zeigen: Nach starkem Start laufen dem Erwachsenenradio von Roger Schawinski die Hörer davon.“

3. „Grenzenlos kostenlos?“
(tagesspiegel.de, Sonja Pohlmann)
„Nach dem Aus von Dänemarks ‚Nyhedsavisen‘ prophezeien Experten das Ende der Gratiszeitungen.“

4. „Wie leicht der König beleidigt ist“
(fr-online.de, Ralph Schulze)
„Medienfreiheit in Marokko: Zensoren passen auf, ein Blogger muss ins Gefängnis und ein Fernsehsender wird abgeschaltet.“

5. „Start-Bilanz der TV-Saison: Viel Schatten, wenig Licht“
(dwdl.de, Thomas Lückerath)
„In einer Branche, in der schon eine schlechte Quote reichen kann, um ein Format aus dem Programm zu kicken, kann man nicht früh genug Bilanz ziehen. DWDL.de wirft einen ersten Blick auf die noch sehr junge TV-Saison und ihre Neustarts. Die Liste der Flops ist schon jetzt lang. Aber es gibt auch Erfolge zu feiern…“

6. „Unten-rum-Fragen“
(taz.de, Anja Maier, 11.09.2008)
Oswalt Kolle im O-Ton: „Ich habe eine wahnsinnig geliebte Frau, die da ist und für mich sorgt. Und dann ist da auch meine Tochter, die auch. Meine zwei Frauen. Manchmal sitze ich so da – meine Tochter auf der einen, meine Freundin auf der anderen Seite. Und dann reden sie über mich. Als wäre ich nicht da, als wäre ich ein Hund: ,Er hat wieder das und das gemacht, da müssen wir aufpassen, dass er das nicht wieder macht.‘ Das ist Liebe.“

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1. „Sarah Palin – Das Paradox aus der Provinz“
(faz.net)
„Woher auch immer der Verdacht kommt, dass es schon reicht, aus einer dünn besiedelten Region zu kommen, um bei der chronisch metropolitanen öffentlichen Meinung in Ungnade zu fallen: er ist auf dem besten Weg, zum globalen Merkspruch zu werden. Die Medien, das weiß man von Alaska bis in die Pfalz, haben sich gegen die Provinz verschworen.“

2. Stefan Aust im Interview
(zeit.de, Christoph Amend und Giovanni di Lorenzo)
„Wir erwarten von unseren Mitarbeitern, dass sie sich mit den Regierenden anlegen, dass sie in Krisengebiete reisen. Wer das tut, hat keine Angst vor einem Chefredakteur, der ja auch nur ein Angestellter ist. Und wer vor ihm Angst hat, ist beim Spiegel fehl am Platz. Ich glaube, das ist auch nur eine dieser Legenden, gestreut von Leuten, die generell Angst vor einem offenen Wort haben, die lieber intrigieren und aus dem Hinterhalt agieren.“

3. „Wenig ‚falsche Journalisten‘ in der Schweiz“
(presseverein.ch)
„Falsche Journalisten? Vor allem in England, Italien und Kanada gibt es offenbar Dutzende Zeitgenossen, die sich akkreditieren zum gratis Reisen, Essen, Schlafen, aber eine geplante Berichterstattung bloss vortäuschen.“

4. „Umbruch bei Associated Press“
(dradio.de/dlf, Gerti Schön)
„Associated Press, Amerikas größte Nachrichtenagentur, wurde vor 162 Jahren von Tageszeitungen gegründet. Mittlerweile aber macht die Agentur vor allem mit den ärgsten Konkurrenten der Printpresse gute Geschäfte und liefert beispielsweise für Google oder Yahoo die Inhalte. Die Zeitungen reagieren verärgert und fangen an, der AP die Treue aufzukündigen.“

5. „Give Facts A Chance“
(coffeeandtv.de, Lukas)
Wann wurde John Lennon erschossen? Die Welt am Sonntag und Bild können sich nicht richtig daran erinnern.

6. „A No-Paper Newspaper“
(newsweek.com, Daniel McGinn)
Besonders weit weg scheint die elektronische Zeitung nicht mehr zu sein. Russell Wilcox, CEO von E Ink, sagt: „You’ll see, in the next 12 to 18 months, a wave of electronic-newspaper devices.“

Wochenrückblick Nr. 37

Die Gratiszeitung kommt nach Deutschland, kein Schmerzensgeld für Günther Jauch, ein Offizier mit Loch im Strumpf und die Leserzahlen der Schweizer Printpresse in unserem Rückblick auf die 37. Kalenderwoche.

Kate McAlpine (Keystone/AP/Anja Niedringhaus)

Das Bild der Woche: Mit einem YouTube-Video erklärt Kate McAlpine, was Physiker mit dem gerade in Betrieb genommenen Teilchenbeschleuniger CERN erforschen. Der „Large Hadron Rap“ der 23-Jährigen wurde bereits rund drei Millionen Mal abgerufen, McAlpine zur Internet-Berühmtheit.

Kurt W. Zimmermann (ca. 57) wurde am Verleger-Kongress in Montreux zusammen mit Jürg Ramspeck (Alter unbekannt) gelobt. Nicht von irgendwem, sondern vom CEO des Axel-Springer-Verlags, Mathias Döpfner. Seine Worte werden vom Klein Report so kolportiert: „Solche Leute würden interessanteren Journalismus betreiben als Blogs und User generated Content, kritisierte er jene, die die Zukunft der Publizistik in den elektronisch verbreiteten Tagebüchern und Leserbriefen zu sehen glauben.“

Der gleiche Kurt W. Zimmermann analysierte in der Weltwoche die neuen Leserzahlen der schweizer Printpresse (nur für Abonennten zugänglich). Wir empfehlen dazu Blogeinträge, nämlich „Kurt W. Zimmermann rechnet. Wir rechnen auch“ von Bettina Büsser und „Schönschreiber Kurt W. Zimmermann“ von Thomas Benkö. Nochmal Döpfner: „Die Zukunft gehört den Journalisten, bei denen die Selbstkritik wichtiger ist als die Selbstzufriedenheit“.

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1. „Springer wagt Tabubruch“
(ftd.de, Jennifer Lachman und Ulf Brychcy)
„Das wird die Zeitungsbranche erschüttern: Ausgerechnet Springer wirft in Berlin ein Gratisblättchen auf dem Markt. Dabei hatte sich der Konzern stets am stärksten gegen solche Publikationen gewehrt. Und Kooperationspartner ist auch noch die Post.“

2. „Polizistenmord Heilbronn: heiße Spur ganz kalt“
(badische-zeitung.de)
„Bild prescht vor und alle schreiben ab: Spiegel, dpa und dutzende Medien meldeten die angeblich heiße Spur zur Heilbronner Polizistenmörderin. Dabei ist das Ganze nur ein Lehrstück darüber, wie aus reiner Polizeiroutine eine Schlagzeile wird.“

3. „Wie leicht Film Wirklichkeit wird“
(freitag.de, Matthias Dell)
„Der Spiegel macht mit seiner Titelgeschichte der Einfühlung Marketing für Eichingers neuen Erfolgsfilm.“

4. „Aus dem Wertekanon“
(jungewelt.de, Volker Bräutigam)
„Weil ihre Beiträge nicht in die Anti-China-Berichterstattung paßten, wird eine Redakteurin der Deutschen Welle kaltgestellt.“

5. Jonathan Landman von der New York Times im Interview
(sueddeutsche.de, Stephan Weichert und Alexander Matschke)
„Beiträge von Amateuren sind nicht zu unterschätzen. Sie können sich Amateurfotos auf der Online-Plattform flickr ansehen, Texte von Amateuren in der Huffington Post lesen und so weiter. Und ein kleiner Teil davon ist gut, ein großer sehr schlecht. Die Trefferquote bei professionellen Journalisten ist naturgemäß höher, weil sie dafür entlohnt werden. Das ist bei Amateuren anders, was aber nicht heißt, dass sie nichts beitragen können.“

6. „Bang Bang Berlin“ in der Video-Rezension
(achtmilliarden.wordpress.com, Oskar Piegsa, Video, 3:53 Minuten)
Oskar Piegsa testet die Zeitschrift „Bang Bang Berlin„. Fazit: „Sieht gut aus“, „Textqualität mittel“, „Aber: zukunftsweisend?“

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1. „Dubioser Professor, unglaubliche Studien“
(spiegel.de, Marvin Oppong und Markus Becker)
„Hat ein vermeintlich führender Psychologieexperte jahrzehntelang deutsche Medien genarrt? Henner Ertel wurde jetzt von einem Wissenschaftler wegen Missbrauchs akademischer Titel angezeigt. Die Universität, deren Rektor Ertel sein will, existiert offenbar nur auf dem Papier.“

2. „Das Paradox des Online-Journalismus“
(perlentaucher.de, Robin Meyer-Lucht)
„Nachrichtensites feiern sich für hohe Leserzahlen – doch tatsächlich haben sie nicht ein Nutzungsproblem, sondern auch eines mit der geringen Loyalität ihrer Leser. Welt Online löst dies auf wenig erquickliche Weise.“

3. „Rücktritt Beck: Politiker-Intrigen im Blätterwald“
(ndr.de, Video, 7:01 Minuten)
SPD-Chef Kurt Beck musste gehen, weil er die Medien nicht ‚bedient‘ habe. Was in der Provinz noch funktioniert habe, sei in Berlin gescheitert. An den elitären Hauptstadtjournalisten, denen Politiker, die Rollmöpse verteilen und nicht alltägliche Teile vom Schwein verspeisen, suspekt sind.

4. „Widerliches TV-Format für 5000″
(frank.geekheim.de)
„In der Schule meines Sohnes wurde gerade in der Elternversammlung debattiert, ob die Klasse an einem “TV-Projekt” teilnehmen möchte. Sozial sollte es sein, engagiert und interessante Fragen aufwerfend. Nun, das wird schon seine Richtigkeit haben dachte ich als das Thema zuerst vor ein paar Wochen aufkam, bis dann der Vertrag der Produktionsfirma auf dem Tisch lag und Details klar wurden.“

5. „Hitlers Kameramann Walter Frentz“
(einestages.spiegel.de, Hans Michael Kloth)
„Er war des Teufels Fotograf: Von 1939 bis 1945 setzte Walter Frentz Adolf Hitler und seine Entourage in Szene. Seine Propagandafilme und Farbfotos vom ‚Führer‘ prägen bis heute das Bild vom Diktator – sich selbst sah Frentz trotzdem immer nur als unbeteiligten Beobachter.“

6. „Natürlich gibt es Ausserirdische!“
(nzzfolio.ch, Ulrich Schmid)
Ein schönes Interview mit dem Kosmonaut Sergei Krikaljow im NZZ Folio: „Nehmen Sie das dumme Märchen, man könne vom Weltraum aus die Chinesische Mauer sehen. Man kann sie nicht sehen – wie sollte man auch? Sie ist schmal und aus Stein, also von der gleichen Farbe wie die Berge, über die sie sich hinwegzieht.“

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