Archiv für 6 vor 9

Stats Monkey, Presserat, Simpsons

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Journalismus: Jetzt auch aus Textbausteinen vom Kollege Automat“
(carta.info, Jürgen Kalwa)
Jürgen Kalwa weist auf die Software „Stats Monkey“ der Northwestern University in Evanston, Illinois hin, die, gefüttert mit Zitaten und Resultaten, einen kompletten Artikel für den Sportteil erzeugt.

2. „Lust am Frust“
(merkur.de, Antje Hildebrandt)
Doku-Serien des Privatfernsehens werden vermehrt mit Laiendarstellern besetzt: „Kriterien wie Glaubwürdigkeit spielen in der Krise kaum noch eine Rolle. Der Zuschauer trifft immer häufiger auf alte Bekannte. Auf Familien wie die Birkhahns aus Schleswig-Holstein, die keinen Hehl daraus machen, dass sie den TV-Teams für einen Hunderter genau das erzählen, was sie hören wollen.“

3. „Trennung von Werbung und Redaktion“
(presserat.info)
Der deutsche Presserat gibt einen Leitfaden heraus, der anhand von praktischen Beispielen aufzeigt, was geht und was nicht geht bei der Trennung von werblichen und redaktionellen Inhalten. Vom geräuschvollen Umblättern der virtuellen Seiten sollte man sich nicht irritieren lassen.

4. „Wiederholte Schleichwerbung für rosa Wundermittel bei der ARD“
(blog.esowatch.com)
„Wie blöd sind eigentlich Redakteure, Filmemacher und leider auch die Patienten, die die absurde Geschichte über die preiswerte Heilung von Neurodermitis aus dem Hobbylabor sofort glauben, sobald nur laut jemand die Pharmalobby als Schuldigen hinstellt. Haben die alle zu viele Hollywoodthriller geschaut?“

5. „Lesen Sie dies bitte ohne Unterbrechung!“
(ftd.de, Horst von Buttlar)
Horst von Buttlar glaubt, dass Journalisten so oft unterbrochen werden, dass sie kaum noch zum arbeiten kommen.

6. Interview mit John Ortved
(artsbeat.blogs.nytimes.com, Lisa Tozzi, englisch)
Die Simpsons laufen seit vielen Jahren beim Fox Network von Rupert Murdoch und erreichen bald den Bekanntheitsgrad von Disney-Produkten. John Ortved fragte Murdoch einst: “Rupert, how much money has ‘The Simpsons’ made for you?” And he just sat back, smiled and was like, “Let’s just say it’s a lot.”

Koalitionsverhandlungen, 9Live, Zeit Campus

6 vor 9

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1. „Wie die Koalitionäre Journalisten instrumentalisieren“
(ndr.de, Video, 7:02 Minuten)
Obwohl die Koalitionsverhandlungen von CDU, CSU und FDP noch nicht abgeschlossen sind, finden täglich Pressekonferenzen statt, auf denen nichts bis kaum etwas mitgeteilt wird. Unzählige Kamerateams und Korrespondenten sind vor Ort und berichten über Vermutungen.

2. „Auf dem Balkan-Boulevard“
(stuttgarter-nachrichten.de, Dan Alexe und Vladimir Jokanovic)
Ein Bericht über Boulevardblätter in Serbien und Rumänien, die nur wenige Cents kosten und mit deutlichen Schlagzeilen aufmachen.

3. „ZAK verhängt Geldbußen gegen 9Live“
(alm.de)
Der TV-Sender 9Live wird von der Kommission für Zulassung und Aufsicht der Landesmedienanstalten (ZAK) mit einer Geldstrafe von 95’000 Euro bestraft. Die Vorwürfe: „Irreführende Äußerungen, Intransparenz, Vorspiegelung von Zeitdruck und fehlende Informationen in sieben Gewinnspielsendungen.“

4. „Es bedurfte nur eines Tweets“
(freitag.de, Alan Rusbridger)
„Guardian“-Chefredakteur Alan Rusbridger schreibt über die Folgen eines Tweets, den er am 12. Oktober publizierte.

5. „Das Leistungsschutzrecht – oder: Wie bastle ich mir ein Gesetz“
(print-würgt.de, Michalis Pantelouris)
Michalis Pantelouris denkt das Leistungsschutzrecht nach: „Es wird also in Zukunft Texte geben, die ein besonderes Recht genießen gegenüber dem Angebot eines Elektronikmarktes oder dem Newsletter einer Bio-Käserei. Da stellt sich schon die erste Frage: Warum?“

6. „Über Campus und Karriere“
(vids.myspace.com, Nico Semsrott, Video, 3:27 Minuten)
Nico Semsrott hat den „Zeit Campus Ratgeber Berufseinstieg“ geklaut und getestet.

Pressefreiheit, Afrika, Sonneborn

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1. „Rangliste der Pressefreiheit weltweit“
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die „Rangliste zur weltweiten Situation der Pressefreiheit“ der Reporter ohne Grenzen für 2009 ist da. Am besten schneiden Dänemark, Finnland, Irland, Norwegen und Schweden ab. Die Schweiz belegt Platz 7, Österreich Platz 13, Deutschland Platz 18. Am wenigsten Pressefreiheit gibt es in Myanmar, Iran, Turkmenistan, Nordkorea und Eritrea.

2. „Afrikas Blogosphäre“
(blaetter.de, Geraldine de Bastion)
Ein langer Artikel über Internet-Publizisten auf dem afrikanischen Kontinent. Facebook und Twitter spielen eine wichtige Rolle, Blogbeiträge aber auch. In Krisensituationen während Nachrichtensperren werden diese via SMS weitergeleitet oder am Radio vorgelesen. Bisher verfügen nur 11 Prozent der Haushalte über einen Internetanschluss.

3. Interview mit Richard R. Ernst
(persoenlich.com, René Worni)
Chemiker und Nobelpreisträger Richard R. Ernst glaubt, dass Medien mehr sind als bloße Übermittler von Informationen: „Hinter Medien stecken Menschen, die selber eine Meinung haben. Und diese Meinungen sollten durchaus zum Ausdruck kommen.“

4. „Geschäftsprinzip: heiße Luft“
(sueddeutsche.de, Hans-Jürgen Jakobs)
Hans-Jürgen Jakobs über „Quatschgeschichten“, die von den Medien aufgenommen und verbreitet werden: „Offenbar finden Leute viel Spaß daran, mit journalistischer Mogelware Aufmerksamkeit zu erlangen, das wertvollste Gut der modernen Gesellschaft. Das falsche Spiel mit dem ‚hoax‘, wie der Hokuspokus verkürzt im Englischen heißt, legt zugleich Schwächen im Journalismus bloß.“

5. „Koalition plant Leistungsschutzrecht für Verlage“
(carta.info, Robin Meyer-Lucht)
Nach Informationen von carta.info soll im Entwurf des derzeit von CDU, CSU und FDP ausgehandelten Koalitionsvertrags folgende Passage drin stehen: „Verlage sollen im Online-Bereich nicht schlechter gestellt sein als andere Werkmittler. Wir streben daher die Schaffung eines Leistungsschutzrechts für Presseverlage zur Verbesserung des Schutzes von Presseerzeugnissen im Internet an.“

6. „Martin Sonneborn zu Gast bei Zimmer Frei!“
(wdr.de, Video, 59:02 Minuten)
Zunächst wollte man die „sechzig langen Minuten, in denen“ Martin Sonneborn „aus Sicht der Redaktion leider wenig zur Unterhaltung beizutragen wusste“, nicht ausstrahlen. Dann wurde die Ausgabe ins Nachtprogramm verbannt. Nun ist sie online.

Wallraff, @bildchef, Wikipedia

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1. „Lauschangriff auf Journalisten erschüttert Polen“
(nzz.ch, Paul Flückiger)
„In Polen gelangten Abhörprotokolle an die Öffentlichkeit. Ausgerechnet unter der liberalen Regierung Tusk wird die Pressefreiheit verletzt.“

2. „Alles muss man alleine machen“
(faz.net, Christian Geyer)
Günter Wallraff vermisst Nachfolger: „Leider macht diese spezielle Art von Arbeit außer mir ja auch kaum ein anderer, also es gibt keine Nachfolger, wenn man mal von Markus Breitscheidel mit seinem Buch ,Arm durch Arbeit‘ absieht.“

3. „Twittergeschichten“
(blog-kommunikation.de, Volker H. Davids)
Eine kurze Sammlung einiger Reaktionen von twitternden Journalisten auf das Auftauchen des inzwischen wieder gelöschten Kontos @bildchef: „Gerade die Meldung, dass der Chefredakteur eines der diskussionswürdigsten deutschen Blätter sich bei Twitter breitmacht, sollte dann diesen Herren auch Anlass genug sein, sich der Richtigkeit ihrer Behauptungen zu vergewissern. Alles andere ist höchst unseriös.“

4. „Verfilzte Medienaufsicht in Bayern“
(taz.de, Bernhard Hübner)
„Ein Lizenznehmer hatte dem Präsident der Landesmedienzentrale Kredite gewährt. Als das rauskommt, geht man auf Distanz – nur um einem anderen Kreditgeber eine Lizenz zuzuschustern.“

5. „99% aller Deutschen sind irrelevant“
(aggregat7.ath.cx, pavel)
Pavel beleuchtet die vergleichsweise harschen Relevanzkritierien in der deutschsprachigen Version von Wikipedia: „Insbesondere ist die Geringschätzung bis hin zur Verachtung des Internets durch die Wikipedia äußerst bemerkenswert. Dem gegenüber steht eine Anbetung der alten Medien, die längst nicht mehr gerechtfertigt ist.“

6. „Will the Real Chamber of Commerce Please Stand Up?“
(youtube.com, Video, 6:06 Minuten)
Ein absurdes Zusammentreffen an einer angeblichen Pressekonferenz der US-Handelskammer, bei der der echte Vertreter der US-Handelskammer versucht, seine Echtheit zu beweisen, notfalls mit Visitenkarten. Mehr zum Vorfall bei wortfeld.de und guardian.co.uk. Verantwortlich für die Aktion zeigen sich die „Yes Men“.

Wikipedia, SEO, Interview Project

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1. „Copy-Paste“
(medienspiegel.ch, Martin Hitz)
Onlinejournalismus 2009: Tagesanzeiger.ch reichert eine Meldung der Nachrichtenagentur sda mit aus der Wikipedia kopierten Sätzen an.

2. „Falsche Fälscher“
(blogs.sueddeutsche.de, Johannes Boie)
Johannes Boie hält das blinde Vertrauen, das Journalisten in Wikipedia haben, für nicht so schlimm: „Sie haben sich lediglich beim Fact-Checking einer Nebensache auf eine der besten Seiten im Netz verlassen. Das ist kein Beweis fehlender Qualität, sondern höchstens dafür, dass Journalisten bereit sind, sich dem Netz zu öffnen, es zu verwenden und als Recherchequelle zu gebrauchen. Viel mehr, als feixende Fälscher dies vielleicht wahr haben möchten.“

3. „Die wundersame Welt der Suchmaschinenoptimierung“
(medienjunkieblog.wordpress.com)
Der „Medienjunkie“ befasst sich mit 1-Cent-SEO-Aufträgen: „Anscheinend gibt es ein ganzes Texter-Prekariat, das hauptsächlich aus Studenten, Hausfrauen u.ä. besteht, die, teilweise, um sich ein paar Euro dazu zu verdienen, teilweise auch als Hobby, ganze Webseiten zutexten, mit oberflächlichen, schnell zusammen gezimmerten Texten, die nur einen Zweck haben: ahnungslose Leute auf die Seiten von irgendwelchen Unternehmen zu locken.“

4. „Wütende Männer“
(berlinonline.de, Nina Rehfeld)
„Barack Obama erklärt den Sender Fox News zu seinem Gegner.“

5. „Projekt Neustart“
(sz-magazin.sueddeutsche.de, Meike Winnemuth)
Die Journalistin Meike Winnemuth hat „zwanzig beglückende, bereichernde, berauschende Berufsjahre“ hinter sich und steht nun vor einem grossen Fragezeichen: „Die Statistik sagt: Vor zwanzig Jahren gab es in Deutschland dreißig Millionen sozialversicherungspflichtige Jobs. Inzwischen sind es drei Millionen weniger. Und wer heute als Journalist arbeitet, bekommt leicht den Eindruck, dass allein zwei Millionen davon in der Medienbranche weggefallen sind.“

6. „Interview Project“
(interviewproject.davidlynch.com, Videos, englisch)
Ein Filmteam zieht durch die USA und macht Interviews mit Menschen. Bisher sind bereits 47 Folgen erschienen. Das Projekt läuft auf der Website des Filmregisseurs David Lynch.

Business Punk, Skype, Wallraff

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1. „Blogs sind im Journalismus immer noch nicht anerkannt“
(beim-wort-genommen.de, Jonas Schaible)
Jonas Schaible schildert die harte Realität, die junge Menschen erwartet, die gerne in den Journalismus einsteigen möchten: „Ohne Praktikum bekommt man kein Praktikum, bekommt man kein Praktikum, bekommt man kein Praktikum.“ Ein Blog als Arbeitsprobe interessiere die Verlage nicht, obwohl man dort täglich tun könne, was „genuin journalistisch“ sei: „sich durch Informationen wühlen, interessante Themen suchen, uninteressante Themen herausfiltern, Themen setzen, Zusammenhänge erklären ohne Grenzen in Zeit und Zeile.“

2. „Nachrichten.de wird kein Google-Killer“
(horizont.net, Jessica Mulch)
Horizont.net fragt mehrere „Internetexperten“, was vom Tomorrow-Focus-Portal nachrichten.de zu halten ist. FAZ-Redakteurin Monika Ganster sagt: „Für den Leser ist es wohl eher erschütternd als erhellend zu sehen, dass die Ursprungsquelle vieler Nachrichtenseiten eben die gleiche Agenturmeldung ist.“

3. „Neues aus dem journalistischen Neandertal“
(blog.dummy-magazin.de, Oliver Gehrs)
Nicht nur Thomas Knüwer hat sich „Business Punk“ angesehen, auch Oliver Gehrs wirft einen Blick auf die neuen Gruner+Jahr-Zeitschriften: „Was man dem Verlag wirklich von ganzem Herzen wünschen würde, ist ein Soziologe, der den Managern und Journalisten in ihrem Schnellkochtopf am Hamburger Baumwall ab und zu erzählt wie es draußen vor der Tür aussieht.“

4. „Video-Interviews via Skype“
(training.dw-world.de, Marcus Bösch)
Marcus Bösch testet Video-Interviews per Skype, und zwar mit Gesprächspartnern in Deutschland, Vietnam, Ghana und Georgien. Sein Fazit: „Die Möglichkeiten von Skype sind beachtlich. Nur die Bandbreite macht einem im Moment meistens noch einen Strich durch die Rechnung.“

5. „Richtig? – Juste? – Giusto?“
(vtg.admin.ch)
Auf der Website der Schweizer Armee werden Aussagen öffentlicher Personen sowie Medienberichte korrigiert (unter anderem der Zeitungen „Blick“, „Mittelland Zeitung“ oder „Berner Zeitung“): „Diese Seite soll als Orientierungshilfe dienen. Sie soll wichtige Sachverhalte des Bereichs Verteidigung richtig stellen.“ Die offenbar seit 2005 existierende Rubrik stelle „Journalisten im Internet an den Pranger“, schreibt das Boulevardportal tagesanzeiger.ch.

6. „In fremder Haut“
(zeit.de, Günter Wallraff)
Günter Wallraff war innerhalb eines Jahres immer wieder als Schwarzer unterwegs. In Berlin Marzahn, in einer Kneipe in Rosenheim oder in Cottbus.

Artenschutz, Huffington Post, Froh!

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1. „Nirgends dumme Nutzer, kein Artenschutz“
(carta.info, Gisela Schmalz)
Gisela Schmalz glaubt, dass sich die Printverlage grundlegend verändern müssen, um im Internet Erfolg zu haben. „Sie stellen freud- und phantasielose Dubletten von Printprodukten ins Netz, rufen nach Webwerbekunden und folgen ansonsten ihrem Trott, darauf hoffend, in der digitalen Welt gehe alles so weiter wie in der analogen. Doch jedes surfende Kind weiß, dass das Netz ganz anders aussieht und weder starr ist, noch Starre zulässt. Die Technologien verändern sich permanent und mit ihnen die Aktivitäten der Nutzer.“

2. „Die Not der freien Journalisten“
(ndr.de, Video, 8:08 Minuten)
„Zapp“ schildert die zunehmenden Mühen von drei freien Journalisten, mit ihrem Beruf ein Einkommen zu erwirtschaften, von dem sie leben können.

3. Interview mit Michael Schmidt
(utopia.de, Sabine Letz)
Michael Schmidt ist Mitherausgeber des Magazins „Froh!“, ein „Gesellschaftsmagazin“: „Wir wünschen uns, das ganze Leben ehrlich und in seiner Fülle abzubilden. Und dass Menschen, die ‚Froh!‘ lesen, denken: So bin ich auch. Das kann ich auch! Und nicht: Das habe ich nicht. So werde ich nie sein.“

4. Drei G+J-Titel im Kurztest
(dwdl.de, Thomas Lückerath)
Kurz getestet: die neuen Magazine „Beef“, „Gala Men“ und „Business Punk“ aus dem Verlag Gruner+Jahr.

5. „How The Huffington Post uses real-time testing to write better headlines“
(niemanlab.org, Zachary M. Seward, englisch)
Die „Huffington Post“ testet wahlweise Artikelüberschriften. Verwendet wird nach fünf Minuten die besser geklickte Version: „Readers are randomly shown one of two headlines for the same story. After five minutes, which is enough time for such a high-traffic site, the version with the most clicks becomes the wood that everyone sees.“

6. „85 wordpress plugins for blogging journalists“
(onlinejournalismblog.com, Paul Bradshaw, englisch)
Paul Bradshaw stellt erweiterte Funktionen der Blog-Software WordPress vor, die für bloggende Journalisten von Nutzen sein könnten.

niiu, Nido, Nachtmagazin

6 vor 9

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1. „Personalisierte Zeitung niiu: Wegweisend oder zum Scheitern verurteilt?“
(medialdigital.de, Ulrike Langer)
Ulrike Langer zweifelt daran, dass die personalisierte Tageszeitung „niiu“ Erfolg haben wird. Die Inhalte finde man größtenteils kostenlos im Netz und sie seien von gestern.

2. Interview mit Karl Lüönd
(tagesanzeiger.ch, Erwin Haas und Maurice Thiriet)
Heute feiert die Schweizer Boulevardzeitung „Blick“ ihren 50. Geburtstag mit einem Relaunch. Publizist Karl Lüönd antwortet auf die Frage „Kann man denn als Boulevardblatt anständig bleiben?“: „Ja. Qualität und Integrität sind auf jedem Niveau möglich.“

3. Interview mit Timm Klotzek und Michael Ebert
(tagesspiegel.de, Sonja Pohlmann, Dominik Bardow und Johannes Gernert)
Timm Klotzek vom Elternmagazin „Nido“ erklärt seine Themenauswahl gleich drei Journalisten: „Themen, über die man sich privat länger unterhält, die wandern eher auf den Zettel.“ – Doch es gibt Grenzen: „Blöd wäre da: ‚Bundestagswahl? Habe ich gar nicht mitgekriegt. Die kleine Leonie schläft so unruhig in letzter Zeit …’“

4. „Ätzt bloß nicht gegen das Netz, sonst droht der Aufstand im Kindergarten!“
(falter.at, Susanne Gaschke)
„Zeit“-Journalistin Susanne Gaschke glaubt, dass durch die Individualisierung „ein riesengroßes Kommunikationsdefizit entstanden“ ist. Sie fürchtet, dass alle durch den „Spätkapitalismus“ zu „Kind-Erwachsenen“ verzwergen: „Das Netz verheißt solchen in Frustrationstoleranz und Bedürfnisaufschub wenig geschulten Kind-Erwachsenen die tröstliche Stillung ihres Kommunikationshungers, überall, zu jeder Zeit. Wenn jemand droht, ihnen dieses herrliche Spielzeug, dieses beruhigende Milchfläschchen wegzunehmen – ja, dann gibt’s halt Aufstand im Kindergarten.“

5. „Panne: Nachtmagazin auf Drogen“
(youtube.com, Video, 1:14 Minuten)
Grafiken verschiedener Koalitionsmöglichkeiten übernehmen das ARD-Nachtmagazin.

6. „Jetzt auf einmal“
(hermsfarm.de)
Fußball: Herm erhält ein Angebot per SMS.

Gerdemann, Brigitte, Irre

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1. „Präsentation: gewaltig. Beweislage: lausig“
(faz.net, Michael Eder)
Die ARD-Sportschau stellt Radprofi Linus Gerdemann aufgrund von Schwankungen bei den Hämoglobinwerten unter Dopingverdacht. Anti-Doping-Experte Klaus Pöttgen hält das für „absolut unseriös“: „Zwei solche Werte einfach in die Öffentlichkeit knallen, das geht nicht, das ist eine Katastrophe für den betreffenden Sportler.“

2. „Times Metro Desk Cancels All Newspaper, Magazine Subscriptions“
(observer.com, John Koblin, englisch)
Die Stadtredaktion der „New York Times“ muss sich die Konkurrenzblätter auf Papier zukünftig selbst kaufen. Das eingesparte Geld soll für die Bezahlung von freien Journalisten verwendet werden.

3. „Tipps für Journalisten“
(stigma-videospiele.de)
Ein Dossier über „Killerspiele“ für Journalisten, das „Autoren ein bisschen Recherchearbeit abnehmen und einige allgemeine Schwachstellen bei Artikeln“ aufzeigen soll. „Ich hoffe, dass diese Ratschläge für den einen oder anderen eine Hilfe darstellen und vielleicht zu einer sachlicheren Berichterstattung über gewaltdarstellende Videospiele führen.“

4. „Perfide Aktion“
(epd.de, Katrin Schuster)
Katrin Schuster nennt die Aktion „Ohne Models“ der Zeitschrift „Brigitte“ eine perfide PR-Aktion, die „schon wieder die (und nur die)“ treffe, „die in dieser Branche ohnehin keine Stimme haben, weil sie tatsächlich die seelenlosen, rechtlosen und charakterlosen Geschöpfe sind, die die Designer und Produzenten sich heranziehen“. Frauenzeitschriften wie die „Brigitte“ seien jahrelang darum bemüht gewesen, „Frauen auf Stromlinienform zu trimmen – und dann werfen sie ihnen genau das vor.“

5. „Jamaika steht für Einfalt bei den Symbolfotos im Online-Journalismus“
(pottblog.de, Jens)
Abendzeitung.de, faz.net, stern.de und focus.de berichten mit den gleichen Symbolfotos über die Jamaika-Koalition im Saarland.

6. „IRREIRRE!“
(irreirre.tumblr.com)
Die Website irreirre.tumblr.com sammelt „irre“ Schlagzeilen von Bild.de.

Blau, Ahmadinedschad, tz

6 vor 9

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1. Interview mit Wolfgang Blau
(carta.info, Doris Raßhofer)
Lesenswertes Gespräch mit dem Chefredakteur von zeit.de, Wolfgang Blau: „Die Leser lernen gerade, zu unterscheiden, welche Redaktion sauber zwischen Werbung und Journalismus trennt, wer am saubersten recherchiert, wer integer ist und wer nicht.“

2. „Reporter meldete Obama-Ehrung vorab“
(taz.de, Reinhard Wolff)
Peter Lindholm vermeldete die Verleihung des Friedensnobelpreises an Barack Obama schon am Freitagmorgen, Stunden vor der offiziellen Bekanntgabe, in der Gratiszeitung „Metro“. „Er hatte es mit Hilfe der Liste der Gäste der Nobelgala, die am Tag nach der Preisverleihung stattfindet und zur persönlichen Huldigung des Preisträgers gedacht ist, selbst herausgefunden.“

3. „Irans Präsident ein jüdischer Konvertit?“
(nzz.ch, Kristina Bergmann)
Kristina Bergmann arbeitet die von „Daily Telegraph“ ausgelöste Story, der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad „stamme aus einer jüdischen Familie“, auf. Ein Artikel, der auf bild.de unter dem Titel „Hat der Irre von Teheran jüdische Vorfahren?“ stand, wurde wieder zurückgezogen.

4. „Offener Brief der User von torwart.de im Fall Burchert“
(torwart.de)
Fußball: Der von „Bild“ als „Kopfball-Torwart-Trottel“ bezeichnete Torhüter Sascha Burchert wird von Nutzern des Forums der Website torwart.de in Schutz genommen: „Sascha Burchert hat nach unserer Auffassung in den jeweiligen Spielsituationen alles getan, um die Gegentreffer zu verhindern und mit seinen beiden Flugkopfbällen nicht nur sein torhüterisches Können bewiesen, sondern auch vorbildlichen Einsatz für seine Mannschaft gezeigt.“

5. „tz: die nachrichtenfreie Zeitung“
(dirkvongehlen.de)
Dirk von Gehlen zeigt mit einem Bild eines Zeitungsaushangs der Münchner Boulevardzeitung „tz“ den Trend auf, nicht mehr mit Nachrichten, sondern mit Ratgeber- und Servicethemen aufzumachen.

6. „Höchstrichterlicher Schutz für den Gastro-Journalismus“
(presseverein.ch/blog)
Ein Journalist, der 2001 am Weltwirtschaftsforum WEF „von der Polizei weggewiesen, und somit an der Ausübung seines Berufs gehindert“ wurde, klagte dagegen und erhält nun Recht: „Die Strassburger Richter argumentierten, das Polizeigesetz erlaube Einschränkungen der Grundrechte nur für potenzielle Unruhestifter. Der Journalist habe nicht zu dieser Kategorie gehört. Die Schweiz muss dem Kläger nun gut 1500 Franken Schmerzensgeld zahlen.“

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