Archiv für 6 vor 9

Gauck, Kachelmann, Migrationshintergrund

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Bild.de, ein Alien und ein Rätsel“
(off-the-record.de, Olaf Kolbrück)
Bild.de tischt ein altbekanntes, angebliches „Alien“ als „Top-Schlagzeile“ auf.

2. „‚Bild‘ hat tatsächlich England geschlagen“
(blogmedien.de, Horst Müller)
„Bild“ hat den Sieg von Deutschland über England an der Fußball-WM vorausgesagt. An das „vorgegebene Drehbuch des Blattes“ haben sich die Spieler aber „nicht akkurat“ gehalten.

3. „Einig Zeitungsland“
(sueddeutsche.de, Hans Leyendecker)
„Ist Springer nicht mehr Springer?“ fragt sich Hans Leyendecker angesichts der verlagsübergreifenden Unterstützung der Presse für den Bundespräsident-Kandidaten Joachim Gauck: „Kampf den Roten auf allen Ebenen war fast durchgängig die Parole. Es war schon eine Sensation, als sich Bild im Bundestagswahlkampf 1998 eher raushielt und weder für Helmut Kohl noch für Gerhard Schröder warb.“

4. „Die gebührenfinanzierte Presse“
(internet-law.de, Thomas Stadler)
Thomas Stadler sieht im von den Printverlagen geforderten Leistungsschutzrecht nichts anderes als „eine allgemeine Zwangsgebühr für Presseerzeugnisse“. „Man will eine GEZ für Verlage schaffen. Das Vehikel, das man hierfür bemüht, ist das Urheberrecht, aber um urheberrechtliche Fragen geht es im Grunde nicht.“

5. „Schuldig auf Verdacht“
(zeit.de, Sabine Rückert)
Jörg Kachelmann sitzt seit dem 20. März in Untersuchungshaft, weil die Staatsanwälte „unbeeindruckt von den Erkenntnissen der Gutachter“ an der Darstellung der Klägerin festhalten. „In Zeitungen und Magazinen sind Artikel erschienen, die Kachelmanns Charakter fragwürdig erscheinen lassen und das Bild eines rücksichtslosen Egomanen zeichnen, der sich jahrelang in der Maske des sympathischen Sonderlings präsentiert hat.“

6. „Serbe, Albaner oder Schweizer?“
(nzz.ch, ras.)
„Vor einem Jahr berichteten die Agenturen über einen Einbruch, den ein ’27-jähriger Schweizer ohne Migrationshintergrund‘ gestanden habe. Ab wann hat ein Schweizer keinen Migrationshintergrund mehr? Wenn er seit mehr als zehn Jahren eingebürgert ist? Wenn beide Elternteile schon den roten Pass erhielten?“

Kepplinger, Koch, Schächter

6 vor 9

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1. Interview mit Hans Mathias Kepplinger
(cicero.de, Marc Etzold)
Hans Mathias Kepplinger stellt bei Politikjournalisten „Selbstüberschätzung und Machtfantasien“ fest. „Im deutschen Journalismus gibt es die Tendenz, Politiker in unverschämter Weise abzukanzeln.“

2. „Ach, wie schön war es in Bonn“
(stern.de/blogs/hans-martin_tillack, 22. Juni)
Journalist Hans-Martin Tillack kritisiert die Journalisten Leif Kramp und Stephan Weichert, die in einem Buch eine Verwahrlosung des Hauptstadtjournalismus feststellen: „Die Recherche, die sie zu Recht von uns Journalisten erwarten, haben sie selbst nicht einmal im Ansatz geleistet. Ihr Buch basiert in erster Linie auf den Interviews mit 34 Berliner Korrespondenten und Pressesprechern, die ihnen ausgerechnet die eigentlich investigativ orientierte Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche finanziert hat.“

3. Interview mit Roland Koch
(welt.de, Claus Christian Malzahn)
Roland Koch redet über seine Erfahrungen mit den Medien und sagt, wie er sich einen guten Journalisten vorstellt: „Er sollte die Autorität haben, seinen Lesern auch ein Meinungsstoppschild zeigen zu können, wenn es begründet ist. Und nicht Angst davor haben, jemand könnte das Abo kündigen, weil dem ein Kommentar nicht gefällt.“

4. „Analyse einer Pressemitteilung“
(fernsehkritik.tv/blog)
Der Fernsehkritiker analysiert eine ZDF-Pressemitteilung und vermisst dabei die Selbstkritik. Intendant Markus Schächter wird beispielsweise mit den Worten „Ein facettenreiches Programm kommt bei den Menschen an“ zitiert. „Schächter verschweigt einfach, dass vor allem jüngere Zuschauer sich mit Grausen vom ZDF abwenden.“

5. „Abt. Qualitätsjournalismus – heute: Gegenbeispiel“
(infam.antville.org, patpatpat)
Eine Interpellation im Schweizer Parlament wird von verschiedenen Medien in Titel und Lead falsch dargestellt.

6. „Keep calm and make things“
(floriansteglich.com)
Florian Steglich geht „die Hysterie von Teilen der Blogosphäre“ zunehmend auf den Geist. Es reiche nicht aus, „sich lärmend zusammenzufinden, um mal wieder einen vermeintlichen oder echten Aufreger zu Meedia und Spiegel Online zu bringen“.

GNTM, SDA, ORF

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1. „Ware Schönheit“
(zeit.de, Elisabeth Raether und Matthias Kalle)
Im „Zeit Magazin“ ist ein langer Artikel zu den Verträgen rund um die Castingshow „Germany’s Next Topmodel“ zu lesen. Keine, die bisher zum „Topmodel“ gekürt wurde, sei heute Topmodel: „Die Gewinnerinnen sind ProSieben-Gesichter, Markenbotschafterinnen des Senders und der Show geworden.“ Die Autoren sind bei der Recherche nicht auf Auskunftsbereitschaft gestossen: „Es scheint wie ein Kartell des Schweigens, mit festen, ungeschriebenen Regeln, und es verwundert, dass junge Frauen sich diesen Regeln unterwerfen, die im Leben eigentlich andere Optionen hätten.“

2. „Neulich im Propagandaministerium“
(diepresse.com, Christian Ortner)
Christian Ortner stört es, dass der ORF die geplante Abschiebung von Arigona Zogaj als „Vertreibung“ bezeichnet. „Das ist keine semantische Petitesse, sondern jene Methode der Manipulation, mit der normalerweise Propagandaministerien arbeiten: Wenn die Zogais ‚vertrieben‘ werden, dann kann man genauso gut Osama Bin Laden einen ‚Freiheitskämpfer‘ nennen.“

3. „Geheimnisse an der frischen Luft“
(wahrheitueberwahrheit.blogspot.com, Thomas)
Die „Süddeutsche Zeitung“ löst mal wieder das Geheimnis um das Lächeln der Mona Lisa.

4. „Die Macht des Monopols“
(20min.ch, Ronny Nicolussi)
Seit drei Monaten ist die SDA die einzige Nachrichtenagentur der Schweiz. Ex-AP-Schweiz-Mitarbeiter Ronny Nicolussi zieht ein Fazit.

5. „Der Reporter, der aus der Kälte kam“
(blog.rhein-zeitung.de, Tim Kosmetschke)
Tim Kosmetschke über den Mann der ARD im „Mannschaftsquartier“ der Fußball-Nationalmannschaft, Claus Lufen. „Es sind Orte wie Malente, Ascochinga und irgendwie auch Spiez, die die Fantasie deutscher Fußballfans beflügeln.“

6. „Fernsehprogramm von Juni 1971“
(retro-tv.de, Video, 22:48 Minuten)
Die 35. Ausgabe von Retro-TV mit der Spielshow „Wünsch Dir was“ und den Fernsehserien UFO und „Alles dreht sich um Michael“.

Welt Kompakt, Seelmann-Eggebert, Twain

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1. „Das kompakte Honorarfrei-Experiment“
(gefuehlskonserve.de, Deef Pirmasens)
Freiberufler Deef Pirmasens will nicht während einem Tag für die „Welt Kompakt“ arbeiten, weil er auf Anfrage per E-Mail erfährt, dass die Zeitung zwar gerne seine Arbeitsleistung zur Befüllung ihrer Spezialausgabe hätte, dafür aber nichts bezahlen möchte. Die Haltung hat sich inzwischen geändert, die angefragten Blogger sollen nun doch, „natürlich“, ein Honorar bekommen.

2. „Neuer Journalismus. Jetzt.“
(kopfzeiler.org, Johannes Kuhn)
Johannes Kuhn stellt „elf Selbstverständlichkeiten zur Zukunft einer lädierten Profession“ zusammen.

3. „Na, det flutscht doch“
(holyfruitsalad.blogspot.com, creezy)
Wie auch Frau Indica wünscht sich die „bekennende königliche Hochzeitguckerin“ creezy Adelexperte Rolf Seelmann-Eggebert zurück – „immer schön, wenn behauptet wird, eine Königin sei ohne Gatten zur Hochzeit erschienen, während dieser gleichzeitig mit ihr über den Teppich läuft als auch auf dem Balkon beim Empfang zu sehen ist.“

4. „Der erste Borderline-Journalist“
(epd.de, Diemut Roether)
Diemut Roether zum 100. Todestag von „early adopter“ Mark Twain: „1874 soll er als erster Autor seinem Verlag ein maschinengeschriebenes Manuskript abgeliefert haben.“

5. „Nicht der Fußball ist schlecht, sondern das Fernsehen, das ihn zeigt“
(sportal.de, Daniel Raecke)
Daniel Raecke stellt eine „mangelnde Urteilsfähigkeit der Journalisten“ an der Fußball-WM fest. „Wenn ein englischer Keeper einen Fehler macht, dann deshalb, ‚weil er ein Engländer ist‘, was jede Wetteransagerin im deutschen Fernsehen so wiedergeben könnte, weil sich in Deutschland trotz zweier durch Torwartfehler verlorenen WM-Finals (1986 und 2002) die feste Überzeugung hält, dass selbst Sascha Kirschstein besser sei als David James und der DFB ’nie ein Torwartproblem‘ haben werde.“

6. „Why the tabloids enjoy Wimbledon“
(tabloid-watch.blogspot.com, englisch)
Tabloid Watch fragt sich, ob Boulevardmedien Frauentennis auch aus sportlichen Gründen wahrnehmen.

Witwenschütteln, Presseagenturen, Komplotte

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1. „Geiselnahme in Leipzig und die Medien“
(konni.org, Konstantin Winkler)
Konstantin Winkler twitterte während einer Geiselnahme in einer H&M-Filiale in Leipzig: „Das Echo darauf war groß, ich bekam positives und negatives Feedback, einige Twitteruser, mit denen ich das Gespräch suchen wollte, hatten mich bereits geblockt. Andere wiederum empfahlen mir einen Job bei der BILD-Zeitung.“

2. „Stille-Post-Journalismus und Medusenhaupt-Effekt“
(heise.de, Peter Mühlbauer)
Perez Hilton twittert über Miley Cyrus, worauf salon.com in einem Artikel auf rechtliche Konsequenzen aufmerksam macht. „Am Ende der journalistischen Stille-Post-Kette, in der Bild-Zeitung, machte man schließlich aus der Forderung von Kommentatoren, das FBI solle den Fall untersuchen, eine bereits begonnene Ermittlung.“

3. „Sein Feind war der ‚Tages-Anzeiger'“
(tagesanzeiger.ch, Constantin Seibt)
Journalist Karl Lüönd erklärt das Witwenschütteln: „Es ist einfacher, als du denkst. Du brauchst etwa ein Foto von einem Opfer. Du gehst also zu den Angehörigen und erklärst ihnen, dass die Zeitung auf jeden Fall ein Bild bringen wird. Und dass es ein besseres Andenken wäre, wenn es ein schönes Bild wäre. Und nicht ein verwackeltes. Man kriegt dann selten die Tür vor der Nase zugeknallt. Die meisten sind sogar froh um deine Fragen. Denn die meisten Leute in Extremsituationen reden gern.“

4. „Vorm endgültigen Redaktionsschluss“
(taz.de, Steffen Grimberg)
Steffen Grimberg sieht die Presseagenturen in einem Überlebenskampf. Das „alte Nachrichtenmonopol“ sei gebrochen.

5. „Eine Nacht im Kapstädter Township Delft“
(wintermaerchen2010.com, Audio-Slideshow, 6:28 Minuten)
Christian Frey und Kai Schächtele besuchen Delft, ein Township von Kapstadt.

6. „‚BILD‘ deckt deutsches WM-Aus auf“
(westline.de)
Westline macht sich Gedanken über das von „Bild“ erfundene „Trainer-Komplott“ zwischen Ghana und Serbien.

Diekmann, RAF, Alexanderplatz

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1. „Diekmanns Telekom-Schulden“
(taz.de, Julia Niemann)
„Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann bloggt während seines Marokko-Urlaubs und verursacht Roaming-Kosten in der Höhe von 42’000 Euro. René Obermann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom, lehnt eine von Diekmann gestellte Anfrage nach Unterstützung ab. Er beziehungsweise sein Arbeitgeber seien „ganz normale Beschwerdeführer“ (Kurzinterview auf sueddeutsche.de).

2. „Unsere Königstochter“
(sueddeutsche.de, Evelyn Roll)
Evelyn Roll zählt 2315 Medienmenschen, die sich für die Hochzeit von Victoria und Daniel von Schweden akkreditiert haben. „711 Ausländer, 277 davon allein aus Deutschland, und davon mehr als 70 nur für das ZDF.“

3. „Wie die BILD mal wieder Angst vor einer neuen RAF macht“
(griess.wordpress.com, Andreas Grieß)
Andreas Grieß befasst sich mit einem Bild.de-Artikel zum Verfassungsschutzbericht 2009. „Vor einiger Zeit waren mir bereits Bild-Artikel aufgefallen, die meines Erachtens nach überzogen vor einer ‚drohenden Rückkehr des RAF-Terrors‘ berichteten. Daher schaute ich mir den Artikel genauer an. Panikmache? Einseitige Betrachtung?“

4. „Welt des Journalismus (10)“
(zweitens-magazin.de, max)
Max lässt die Lektüre der „Neuen Zürcher Zeitung“ ratlos zurück. Auf Seite 2 „bemerkt Martin Koelling aus Tokio, der Japaner an sich bremse nicht an Zebrastreifen“. Und auf Seite 15 „bemerkt Urs Schoettli aus Peking, der Japaner an sich bremse selbstverständlich an Zebrastreifen.“

5. Interview mit Dan Froomkin
(derstandard.at, Florian Niederndorfer)
Dan Froomkin von der „Huffington Post“ glaubt, „dass die Zeitungen im Laufe der Jahre als Produkt einfach schlechter geworden sind. Viele sind nicht mehr dem Leben der Menschen, die sie lesen, angemessen, passen nicht mehr zu der Hightech-Welt, in denen die Leser teils leben.“

6. „Alex 1990“
(reifenwechsler.blogspot.com, Video, 9:19 Minuten)
1990 im Bahnhof Berlin Alexanderplatz. Ab 0:38 Minuten sieht man, wie gut damals Bezahlinhalte von Zeitungen funktionierten.

Kieler Nachrichten, Commerzbank, Schweden

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1. „Kieler Nachrichten – Wir stellen richtig!“
(luebeck-kaempft.de, Niklas)
Die Gruppe „Lübeck-kämpft“ hält die Berichterstattung der „Kieler Nachrichten“ zu einer Demonstration am 16. Juni in Kiel für „einseitig und uninformiert“. Politiker Jost de Jager sei nicht im Verlauf von Rempeleien zu Boden gegangen, sondern lediglich über eine Rasenkante gestolpert (Video, ab 0:20 Minuten). De Jager habe sich auch nicht „als einziges Regierungsmitglied den Protesten“ gestellt.

2. „Der ehrbare Trickser“
(spiegel.de, Beat Balzli, Christoph Pauly und Michaela Schiessl)
Der „Spiegel“ schreibt auf Seite 12 in der Ausgabe 24/2010: „Der „Spiegel“ hält seine Kritik an den auch als ‚Bilanzkosmetik‘ bezeichneten Bilanzierungspraktiken der Commerzbank in wesentlichen Punkten nicht aufrecht. Beispielsweise gab es keine Ergebnisverbesserung durch eine Abwertung von Schulden in der Bilanz.“ Eine ausführliche Korrektur ist am Schluss des Artikels nachzulesen.

3. „Krone.at bevorzugt magersüchtige Stars“
(kobuk.at, Agnes Köchl)
Agnes Köchl kritisiert die Schlagzeile „Lindsay Lohan futtert sich die Schenkel dick“.

4. „Tabu-Themen in Pakistan“
(n-tv.de, Video, 4:57 Minuten)
Ein Bericht über Journalistinnen in Pakistan, deren Beruf mit dem traditionellen Familienbild kollidiert.

5. „10 Gründe, warum wir – VIELLEICHT DOCH NICHT – Weltmeister werden“
(blogmedien.de, Horst Müller)
„Bild“ stellte nach dem WM-Auftaktsieg von Deutschland euphorisch „10 Gründe, warum wir Weltmeister werden“ zusammen. „Seit der 0:1-Pleite gegen Serbien am Freitagnachmittag sind sich ‚Bild‘ und Co. allerdings nicht mehr ganz so sicher.“

6. „Unglaublich: Schwedin heiratet Schweden!“
(der-postillon.com)
„Wer hätte das gedacht? Im schwedischen Stockholm haben am Samstag eine Schwedin (32) und ein Schwede (36) geheiratet.“

Dichand, Holland, Titanic

6 vor 9

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1. „Wann wird’s mal wieder richtig lustig?“
(haz.de, Imre Grimm)
Imre Grimm sieht das Satiremagazin „Titanic“ in einer tiefen Schaffenskrise: „Im 31. Jahr ihres Bestehens ist die ‚Titanic‘ egal geworden.“

2. Interview mit Matthias Prinz
(merkur.de, Antje Hildebrandt)
Medienanwalt Matthias Prinz über Medien, Prominente, Leserreporter, Staatsanwälte und den Presserat.

3. „Problem Klickstrecke“
(heikerost.com)
Heike Rost hält auch Bilder von Unfällen für eine grundlegende journalistische Aufgabe. Die Dokumentation und Information von aktuellem Geschehen benötige aber klare redaktionelle Entscheide, nicht Wahllosigkeit. „Redundante Bildmotive in zweistelliger Zahl, von denen maximal zwei oder drei relevant hinsichtlich ihres Informationsgehalts sind, werden zu einer sinnentleerten Galerie des Horrors.“

4. „Der Angstmacher“
(politwatch.at, Christoph Baumgarten)
Christoph Baumgarten kommentiert den Tod von „Kronen Zeitung“-Verleger Hans Dichand: „Er war und blieb Kleinbürger und die Zeitung, die ihm zu Macht und Einfluss verhalf, machte ihn wehrhaft. Nur wäre die Behauptung unrichtig, er allein hätte die etwa drei Millionen Krone-Leser verführt und zu den verängstigten Spießern gemacht, die sie zu einem großen Teil sind.“

5. „Wie ein neues Linkverhalten die Blogosphäre beleben könnte“
(netzwertig.com, Martin Weigert)
„Wenn alle Blogger im deutschsprachigen Raum es sich zum Ziel setzen würden, mindestens einmal pro Woche zu einem ihnen bisher unbekannten, z.B. über eine Suchmaschine gefundenen Blog zu verlinken, dann könnte dies der Blogosphäre eine völlig neue Dynamik verleihen.“

6. „Kurz gefragt: Holland oder die Niederlande?“
(ciemalla.de)
Die Provinzen Nordholland und Südholland bilden gemeinsam Holland, was oft anstelle von Niederlande verwendet wird, auch von „Bild“.

Medienjunta, Segeln, Bildergalerie

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1. „Nach der Machtergreifung der Medien erläutern Pressegeneräle ihr Programm“
(magda.de, Tom Schimmeck)
Tom Schimmeck malt sich aus, wie eine Medienjunta aus den Journalisten Kai Diekmann, Dirk Kurbjuweit, Gabor Steingart, Rainer Hank und Josef Joffe die Verantwortung übernimmt. „Wir hatten Rot-grün, Schwarz-rot und Schwarz-gelb heruntergeschrieben. Jetzt mussten wir selbst ran.“

2. „Wegsehen kann auch richtig sein…vor allem bei solchen Klickstrecken“
(medialdigital.de, Ulrike Langer)
„Wegsehen kann auch richtig sein“ schreibt Julia Hohenadel in einem Kommentar zu einem Busunglück in Lohmar auf ksta.de. Dazu serviert wird eine Bildergalerie mit 17 Fotos vom Unglück – geknipst von Julia Hohenadel.

3. „Bild Bams Glotze“
(heise.de/tp, Peter Mühlbauer)
Für Peter Mühlbauer sind die privaten Sender nicht schlechter als die öffentlich-rechtlichen. Qualitätsunterschiede gebe es „zwar bei einzelnen Sendungen, aber keineswegs mehr grundsätzlich“.

4. „Expertenwissen“
(seefieber.de, Uwe Röttgering)
Uwe Röttgering entdeckt Fehler in der Segelberichterstattung von „Spiegel Online“ und „Welt Online“: „Nun geht von diesen Fehlern nicht die Welt unter. Schwamm drüber, es geht ja nur ums Segeln. Was mir aber zu denken gibt, ist, dass uns diese Leute auch die Wirtschaftskrise und die große Politik erklären wollen. Es ist zu befürchten, dass sie davon genau so wenig Ahnung wie vom Segelsport haben.“

5. „Anleitung: So werden Sie beim nächsten Mal Chef“
(blog.persoenlich.com, Roger Schawinski)
Roger Schawinski erklärt, wie man es „in der Schweizer Medienlandschaft aufs höchste Treppchen“ schafft.

6. „WM-Übertragung in England“
(faz.net, Gina Thomas)
Der britische TV-Sender ITV erhält mehr als fünftausend Beschwerden, nachdem die „1,5 Millionen HD-Zuschauer statt des Führungstors von Gerrard eine Werbung für Hyundai zu sehen bekamen“.

China, Sperrfristen, Content & Curation

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1. „Die China-Berichterstattung in den deutschen Medien“
(boell.de)
Die Heinrich-Böll-Stiftung untersucht detailiert die Berichterstattung deutscher Medien über China (PDF, 304 Seiten, 2,46 MB). Beklagt wird unter anderem Eurozentrismus, eine Fokussierung auf eine konfliktträchtige Kernagenda, eine „teilweise ideologische Berichterstattung“ und ein starker Fokus auf „auf deutsche Elite-Personen und Unternehmen“.

2. „Raufende Ermittlungen“
(sueddeutsche.de, W. Janisch)
Für W. Janisch ist das Klima für Medien, die über laufende Ermittlungen berichten, rauer geworden: „Das liegt auch daran, dass dort ein Geschäftsfeld für Medienrechtsanwälte entstanden ist, die auf der Seite der Betroffenen agieren. Promi-Anwalt Matthias Prinz war ein Wegbereiter, Christian Schertz in Berlin und Michael Nesselhauf in Hamburg gehören zu den aktivsten Klagevertretern.“

3. „hysterie im web2.0 – chronographie einer twitter-ente“
(stenographique.wordpress.com)
Ein lauter Knall in Göttingen und die Folgen bei Twitter: „so schnell die aufregung kam, so schnell ist sie auch wieder verstummt. gerade einmal 15minuten und mehrere hundert nachrichten lagen zwischen panikähnlichen zuständen und business as usual. 11.15 uhr: man wendet sich wieder der kaffeetasse, dem lernskript oder dem terminplaner zu. als wäre nichts gewesen…“

4. „Skandalöse Rezensionspraktiken im Fall Christa Wolf“
(freitag.de/community/blogs, Michael Angele)
Michael Angele beachtet die Sperrfrist des Suhrkamp-Verlags zum neuen Roman von Christa Wolf, andere Medien aber nicht. Das sei auch „ein Betrug am Leser, denn der kann das besprochene Buch ja noch gar nicht kaufen“.

5. „Content Is No Longer King: Curation Is King“
(businessinsider.com, Steve Rosenbaum, englisch)
„‚Content is King‘ — no longer. Today, the world has changed. ‚Curation Is King.'“

6. „Holzmedien versuchen HTML“
(hetjens.com, Philip Hetjens)
Philip Hetjens prüft die Websites einiger deutschsprachigen Zeitungen mit dem W3-Validator. „Im Boulevard scheint gutes HTML beliebt zu sein, aber sonst sieht es oft eher mässig aus. Den Vogel schiesst aber definitiv das Handelsblatt ab: Bei über 1300 Fehler auf der Homepage müssen die schon absichtlich eingebaut werden.“

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