Archiv für 6 vor 9

iPad, Lena, Blasmusik

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Zensur in Zeiten des iPads“
(ipad-mag.de, Dirk Baranek)
Dirk Baranek fragt sich, wie weit die Regulierung der Inhalte im iTunes-Store geht. Nicht nur Erotik stehe im Visier der Apple-Kontrolleure, sondern auch „Darstellungen, die in der US-Medienwelt als graphic violence bekannt sind“. Betroffen davon ist auch „Bild“: „In zwei BILD-Artikeln befinden sich Fotos, die durch schwarze Flächen abgedeckt werden.“

2. „Eine Sängerin, wichtiger als jeder Präsident“
(sueddeutsche.de, Hans Hoff)
Lena Meyer-Landrut kehrt als Siegerin des ESC 2010 in einer Sondermaschine zurück und wird von einer Sonderausgabe der „Tagesschau“ und anderen Sondersendungen erwartet: „Von 15 Uhr war mitzuerleben, wie die Lufthansa-Maschine Eberswalde auf dem Flugfeld stand und sich ein Arbeiter auf einer heran geschobenen Gangway an der Tür des Fluggeräts zu schaffen machte. Minutenlang passierte – nichts. Ein bisschen wirkte es wie die Berichterstattung von einer Geiselnahme, bei der man verzweifelt auf ein Zeichen der Gangster wartet.“

3. „Das Lena-Wunder“
(haz.de, Imre Grimm)
Imre Grimm hegt Hoffnungen, dass der Sieg „einer jungen, selbstironischen Frau über einen humorlosen Kommerz und über die Schlager-Schunkel-Welt“ zukunftsweisend ist. „Ihr Triumph in Oslo nährt die Hoffnung, dass sich etwas verändert hat im Showgeschäft, dass Echtheit und Ehrlichkeit inzwischen mehr zählen als plumper, sexistischer Affekt aus dem Hause Bohlen.“

4. „Sarah Wiener tischt im Speisewagen Zusatzstoffe auf“
(foodwatch.de)
Die deutsche Bahn wirbt mit „dem guten Namen bekannter Fernsehköche“ für seine Bordrestaurants. Foodwatch vergleicht ein Rezept von Sarah Wiener mit der Schweinefleischroulade aus dem Speisewagen, „ein Fertigprodukt, das viel mehr mit Spitzentechnologie als mit Spitzenküche zu tun hat“. Eine Stellungnahme von Sarah Wieners Büro ist auf meedia.de zu lesen.

5. „Meine Rechte“
(weltwoche.ch, Mark van Huisseling)
People-Journalist Mark van Huisseling denkt darüber nach, was er schreiben darf und was nicht. „Als ich anfing, Zeitungsartikel zu schreiben, war es ziemlich klar: Tatsachen, die man behauptete, mussten stimmen, mehr oder weniger (zirka 1990, ich war Volontär beim Sonntagsblick). Samstagnachmittags kam einer der beiden Anwälte, die auf der Payroll waren, in die Redaktion und fragte, ob es Artikel gebe, die Probleme machen könnten.“

6. „Russland: Blasmusik auf dem Dorf“
(mediathek.daserste.de, Video, 7:48 Minuten)
Das „Dummy“-Blog schreibt: „In manchen Dörfern Mecklenburgs werden die einzigen Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche von Nazigruppen angeboten.“ Und in manchen Dörfern Russlands werden die einzigen Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche von einer älteren Frau und ihrem Sohn angeboten: Blasmusik!

Salzburger Nachrichten, ESC, Westergaard

6 vor 9

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1. „Salzburger Nachrichten lassen die DDR wiederauferstehen“
(kobuk.at, Helge Fahrnberger)
Auf einer Europakarte in den „Salzburger Nachrichten“ (E-Paper) geht eine Grenze durch Deutschland. „Interessanterweise sind die Ex-YU-Staaten korrekt eingezeichnet, inklusive Montenegro – einem Staat, den es erst seit 2006 gibt, als die DDR und die ebenfalls abgebildete Tschechoslowakei längst Geschichte waren. Ein solches Europa hat also nie existiert.“

2. Interview mit Lena Meyer-Landrut
(haz.de, Imre Grimm und Jan Sedelies)
Lena Meyer-Landrut ist manchmal ziemlich genervt von Journalisten, die ihr blöde Fragen stellen. „Es sind ja nicht alle hier so nette und intelligente Menschen. Und manchmal finde ich es komisch, in der Zeitung Dinge über mich zu lesen, die ich so nie gesagt habe oder die bewusst falsch interpretiert wurden.“

3. „Kritische Berichte?“
(ad-sinistram.blogspot.com, Roberto J. De Lapuente)
„Bild“ schreibt in einer Kurzmeldung, dass „nach Meinung von SPD-Chef Gabriel“ die Kanzlerin „die kritischen Berichte der BILD-Zeitung über die Finanzkrise Griechenlands“ hätte stoppen müssen. „Was er eher meinte, das war diese Mesalliance aus nationalem Dünkel und chauvinistischer Herablassung, aus unaufgeklärter Verbalwucht und willkürlicher Strafpredigt, aus unterhaltsamen Boulevard und vergnüglichen Griechenkloppen – kritische Berichte standen ja gar nicht zur Auswahl.“

4. „Kurt Westergaard bereut nichts“
(faz.net, Matthias Hannemann)
Der Besuch von Kurt Westergaard bei Markus Lanz, „Ein Leben in ständiger Angst“ (zdf.de, Video, 27:53 Minuten), konnte nun doch aufgezeichnet werden. „Statt des Publikums waren Polizisten und Nachrichtendienstler im Raum. Und Markus Lanz selbst, nervös ausnahmsweise, nutzte zwar jede Gelegenheit, sein Verständnis für die verletzten Gefühle der Muslime zu unterstreichen – ein Wort wie ‚Meinungsfreiheit‘ aber brachte er nicht wirklich heraus. Das musste Westergaard schon selbst übernehmen.“

5. „Willkommen im Überwachungsstaat: Alpine Ski-WM 2011“
(jensweinreich.de)
Jens Weinreich ergänzt den Artikel „Berichterstattung über Ski-WM: Alle sind verdächtig“ (taz.de, Jürn Kruse) mit erhaltenen Datenschutzinformationen.

6. „Schmetterlinge und Waldgeister“
(oslog.tv, Herm)
Eine ausführliche Analyse des ersten ESC-Halbfinals: „Serbien hat in diesem Jahr ein androgynes Wesen ins Rennen geschickt, was die ganze Zeit grinst. Also eine Art Lordi nur andersrum.“

Gerichtsreporter, Lena, Ich-Schwäche

6 vor 9

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1. „Journalisten werden überwertet: BILD sucht Hobby-Gerichtsreporter“
(neuhetzki.de, Thorsten Neuhetzki)
In der „Berliner Morgenpost“ sucht „Bild“ per Anzeige „Hobby-Gerichtsreporter“: “Juristische Grundkenntnisse sind hilfreich, aber nicht zwingend notwendig. Stenografie oder das Beherrschen anderer Protokolltechniken ist ein Muss.“

2. „Lena und die Medientortour“
(ndr.de, Video, 6:09 Minuten)
ESC-Kandidatin Lena Meyer-Landrut weigert sich, gegenüber den Medien von privaten Angelegenheiten zu sprechen, was das Konzept von Boulevardmedien wie „Bild“ oder RTL in Bedrängnis bringt. Da sie mit „Bild“ generell nicht spricht, kann diese Zeitung bei ihren Berichten nur andere Quellen erwähnen.

3. „Die Ich-Schwäche des Feuilletons“
(gunnargeller.de)
Gunnar Geller fragt sich, warum Feuilletonisten „mans“ und „wirs“ hinschreiben, wenn sie „ich“ meinen. „Die sprachliche Verhüllung der Sprecherposition dient der leicht durchschaubaren Aufwertung der kleinen Erlebnisse und Meinungen.“

4. „Sueddeutsche.de linkt sich selber“
(onlinejournalismus.de, Thomas Mrazek)
Der Internetableger der „Süddeutschen Zeitung“ setzt Links, allerdings nur auf das eigene Angebot. „Die offenbar automatisierten Links im Textkörper irritieren eher, als dass sie den Leser mit sicherer Hand zu relevanten Informationen führen.“

5. „Barroso und andere Euro-Feinde“
(stern.de, Hans-Martin Tillack)
Hans-Martin Tillack vom „Stern“ recherchiert zur Europäischen Union: „Auf eine Interviewanfrage bei Euro-Kommissar Olli Rehn erhielt ich erst tagelang keine Antwort, dann schickte mir dessen Pressesprecher versehentlich seine interne Anweisung, wie mit meiner Bitte umzugehen sei: ‚Sensitive one, pls add and reply not possible in short term but we are trying…‘ Zu Deutsch: Sensitive Anfrage, den Journalisten bitte hinhalten!“

6. „Merkel hätte Bild-Zeitung stoppen müssen“
(zeit.de)
Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel ist der Meinung, Kanzlerin Angela Merkel hätte sich dezidiert gegen die Berichterstattung von „Bild“ über die Schuldenkrise in Griechenland stellen müssen: „Das wäre ihr Job gewesen! Da hätte sie sagen müssen: Das geht zu weit! – Wenn nicht sie, so mindestens der Außenminister.“

Hintergrundkreise, Wunder, Federer

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1. „Gefährliche Nähe zwischen Politik und Medien“
(zeit.de, Leif Kramp und Stephan Weichert)
Über die Hintergrundkreise der Berliner Politik: „Geleitet von FAZ-Büroleiter Günter Bannas, treffen sich dessen Mitglieder im monatlichen Reihum zum Abendessen im Wohnzimmer eines der Kollegen – und die Granden der Politik stehen Schlange. Ob Merkel, Steinmeier, Müntefering, Steinbrück, Schäuble: Sie alle wurden schon mehrmals in den Wohnstuben der Journalisten bewirtet und lernten deren Familien kennen.“

2. „Rezension und Rezeption des Wunderheiler-Artikels“
(gesundheit.blogger.de, strappato)
Werner Bartens reagiert auf die Kritik zu seinem Artikel im SZ-Magazin. Strappato findet, seriöse Wissenschaftsjournalisten sollten niemals das Wort „Wunder“ verwenden. „Erst recht nicht inklusive Wortkombinationen achtmal im Artikel.“

3. „Die ZEIT überarbeitet Rahmenvereinbarung“
(freischreiber.de)
„Zeit“-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo reagiert per Brief auf ein Protestschreiben von freien Journalisten zur Änderung der Rahmenvereinbarung.

4. „‚Journalismus‘ Schweiz 2010“
(contextlink.blogspot.com, Andrea Müller)
Andrea Müller denkt nach über ein Interview von Roger Federer, das im Magazin der Bank Credit Suisse, einem Sponsor von Federer, erschienen ist. „Die Sportreporter der ‚unabhängigen‘ Medien kennen die Spielregeln. Sie würden es nie wagen, etwas über Roger Federer zu veröffentlichen, das ihm und seinen PR-Strategen missfällt. Sie würden riskieren, bald nicht mehr zum erlauchten Kreis derer zu gehören, die über den Superstar aus der Schweiz berichten dürfen.“

5. „Why is cadet applause missing from Fox’s video of Obama speech?“
(mediamatters.org/blog, Jamison Foser, englisch)
Bei Fox News ist in einer Rede von Barack Obama vor Kadetten kein Applaus zu hören. „Maybe Fox’s video used a direct feed from Obama’s microphone, and it simply didn’t pick up audience noise. But if Fox didn’t intentionally try to make Obama look silly, why did it choose a 2-minute clip — out of a 32-minute speech — that portrayed Obama looking silently around the room, seemingly for no reason?“

6. „Die Welt ist das Netz, nicht die App“
(faz.net, Michael Spehr)
Ein Fazit zum „Wundergerät“ iPad nach zwei Monaten im Einsatz: „Viele Journalisten haben geschrieben, dass das iPad eine Revolution im Umgang mit dem Computer oder dem Internet darstelle. Es sei geradezu ein Paradigma für die nächste Generation besonders einfach zu bedienender PCs. Nur hat leider niemand gefragt, warum das iPad eine solche spielerische Leichtigkeit zu zeigen scheint: weil es im Grunde genommen nicht viel kann.“

Tagesschau, Tauss, ddp

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1. „Nachrichten nach Gutsherrenart“
(begleitschreiben.twoday.net, Gregor Keuschnig)
Gregor Keuschnig prüft in verschiedenen Fällen (Mixa, Tauss, Zumwinkel, Mohren, Wiedeking, Middelhoff, Garlichs) die Kriterien, zu denen sich die „Tagesschau“ im Fall Kachelmann bekannt hat. Wann ist / wird eine Meldung relevant – und gilt das einheitlich?

2. „Der Tauss-Prozess: Die Berichterstattung“
(bruchsal.org, Rainer Kaufmann)
Eine Analyse der Berichterstattung zum Fall Tauss bei „Spiegel Online“, der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Badischen Neuesten Nachrichten“.

3. „ddp und der PR- Content“
(andremarty.com)
Nahost-Korrespondent André Marty wird von der ddp direct GmbH angefragt, ob er „multimedialen PR-Content“ umfassend recherchieren möchte: „Alleine die Idee, Journalisten ‚gut aufbereitete PR- Inhalte‘ anzubieten, spricht Bände. Was mich jedoch beunruhigt, ist die Dreistigkeit, mit der sich diese PR- Fuzzis im Jahr 2010 Journalisten anbiedern.“

4. „Warum sind die Kritiken bloß so schlaff?“
(welt.de, Sibylle Lewitscharoff)
Sibylle Lewitscharoff über den Literaturbetrieb, in dem „jeder mit jedem zumindest oberflächlich bekannt“ ist. „Auch der schlachtbereite Kritiker wird unmerklich darin gehemmt, den vollen Becher seines Zorns und seiner Enttäuschung über einem Buch zu leeren, wenn er dem Menschen, der es geschrieben hat, einmal, zweimal, gar öfter begegnet ist.“

5. Mediafail
(mediafail.com, englisch)
„Expose the Worst of American Media: Find it. Post it. Fail it.“

6. „ZDF-Programmchef schützt Lobbyisten“
(heise.de/tp/blogs, Peter Muehlbauer)
Ein Beitrag von Martin Sonneborn in der „heute-Show“ (Video, 3:43 Minuten) zieht eine Rüge von ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut nach sich.

Kachelmann, Radio Q, Datenautobahn

6 vor 9

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1. „‚Bild‘ macht jetzt ‚ernst‘ mit Kachelmann…“
(blogmedien.de, Horst Müller)
Wer bislang aufgrund von „Bild“-Schlagzeilen meinte, Jörg Kachelmann sitze „eigentlich nur zum Spaß in Untersuchungshaft“, wird nun eines Besseren belehrt. Ebenfalls lesenswert ist der Beitrag „Andrea und die Gartenzwerge“, in dem es um Sponsoring im ZDF-Fernsehgarten geht.

2. „Abt. Qualitätsjournalismus“
(infam.antville.org, supra)
Zum aktuellen Kunstraub in Paris stellt supra die in Online-Portalen zu lesende Schadensumme in Frage und stellt klar, um welches Museum es sich eigentlich handelt.

3. „Die Neue Miss USA Eine Hisbollah-Hure?“
(blogs.taz.de/arabesken, Karim El-Gawhary)
In einem US-Blog wird die neue Miss USA, Rima Fakih, mit Cousins und Onkeln in Verbindung gebracht, die angeblich der Hisbollah nahestehen. „Das Ganze allerdings ohne einen ernsthaften Nachweis.“

4. „Aufregung um ein kleines Logo – oder: Lasst uns besser reden…“
(ingeseibel.de)
Inge Seibel hat mit den Beteiligten einer Abmahnung zu einem Markenlogo gesprochen: einerseits mit den Studenten, die Radio Q in Münster ehrenamtlich betreiben, andererseits mit Uwe Wollgramm, der Geschäftsführer der audio media service Produktionsgesellschaft in Bielefeld ist.

5. „200 Moments that Transformed Journalism, 2000-2009“
(poynterplayground.com, englisch)
200 Momente, die den Journalismus in den 2000er-Jahren verändert haben.

6. „Nachruf auf die ‚Datenautobahn'“
(umblaetterer.de, Marcuccio)
Marcuccio zeigt in einer Grafik auf, wie oft der „Spiegel“ seit 1991 das Schlagwort „Datenautobahn(en)“ verwendete.

Die Story, Rhein-Zeitung, Islamfeindlichkeit

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1. „Offener Brief zum Sonderpreis 2010 des Hanns-Joachim Friedrichs-Preises“
(kindersprechstunde.at, Aribert Deckers)
Aribert Deckers fragt Vorstand und Jury des Vereins zur Verleihung des Hanns-Joachim Friedrichs-Preises e.V., warum der Sonderpreis 2010 an die „Die Story“ des WDR vergeben wurde, habe doch diese Redaktion den WDR/Regividerm-Skandal zu verantworten. Siehe dazu auch die aktualisierte Version der Reaktionen zur damaligen Sendung auf wdr.de sowie den Beitrag „Frank Plasberg, Regividerm und fairer Journalismus“ (blog.esowatch.com).

2. „Abgemahnt: Kritiker der Kirche“
(ndr.de, Video, 7:22 Minuten)
Ein Besuch bei Stefan Aigner von regensburg-digital.de, der (wie auch Stefan Niggemeier) von der Diözese Regensburg abgemahnt wurde.

3. „Blattkritik für die ‚Rhein-Zeitung'“
(blog-cj.de, Christian Jakubetz)
Eine Blattkritik der von Sascha Lobo als Chefredakteur für einen Tag verantworteten Ausgabe der „Rhein-Zeitung“.

4. Interview mit Thorsten Gerald Schneiders
(heise.de/tp, Mona Sarkis)
Ein Gespräch mit Thorsten Gerald Schneiders, Herausgeber des Sammelbands „Islamfeindlichkeit“. „Den Begriff ‚Islamophobie‘ halte ich für kritisch, weil er unpräzise ist. Zudem dient er beiden Seiten als Kampfbegriff. Eifernde Muslime nutzen ihn als Totschlagargument, um auch berechtigte, fundierte Kritik an ihrer Religion abzulehnen. Und die ’sogenannten Islamkritiker‘ nutzen ihn, um alle Kritik an ihrer unsachlichen Kritik abzuschmettern und diese so durchzuboxen.“

5. „Was denkt so ein Feuilletonist in seinem Kopf?“
(reporter-forum.de, Stephan Lebert)
Ein am vergangenen Sonntag in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ erschienener Text, der auch den Feuilletonchef dieser Zeitung zum Thema hat.

6. „Unbezahlbar zahlbar“
(perlentaucher.de/blog, Thierry Chervel)
Thierry Chervel berichtet unterhaltsam vom Kongress „The Future Face of Media“ aus Frankfurt. „Laurent Joffrin trat wie ein melancholisch gealterter 68er-Clown auf. In der Pause stand er allein an einem Randtisch und gabelte mit dem Rücken zum Saal sein Putengeschneltzeltes. Ein Pariser außerhalb von Paris fühlt sich ungefähr so wohl wie ein Fisch außerhalb des Aquariums.“

Die Aktuelle, Neon, Assange

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1. „Wahrheits-Schock! ‚Die Aktuelle‘ weint!“
(stefan-niggemeier.de)
Stefan Niggemeier über den Wahrheitsgehalt der Zeitschrift „Die Aktuelle“ der WAZ Women Group GmbH. „Eine unendliche Ahnungslosigkeit durchströmt das Blatt, aber alle Energie, die bei der Produktion gespart wird, fließt in die kreative Titelgestaltung.“

2. „Generation Neon“
(brodnig.org, Ingrid Brodnig)
Ingrid Brodnig über die Zeitschrift „Neon“ und ihre Käufer. „Neon ist der Beweis, dass junge Erwachsene sehr wohl noch Zeitungen kaufen.“

3. „Taylor Momsen Did Not Write This Headline“
(nytimes.com, David Carr, englisch)
Die Suchmaschinenoptimierung wirkt sich vermehrt auf Schlagzeilen aus: „Headlines in newspapers and magazines were once written with readers in mind, to be clever or catchy or evocative. Now headlines are just there to get the search engines to notice.“

4. „Investigativer Journalismus“
(das-blaettchen.de, Ulrike Steglich)
Die Journalistin Ulrike Steglich erzählt, wie sie durch investigativen Journalismus zur Stadtsoziologin wurde.

5. „Australian Wikileak founder’s passport confiscated“
(theage.com.au, Tom Arup, englisch)
„Julian Assange, the Australian founder of the whistleblower website Wikileaks, says he had his passport taken away from him at Melbourne Airport and was later told by customs officials that it was about to be cancelled.“

6. „Falschmeldung kostet Daum den Meistertitel“
(welt.de, Udo Muras)
Anhand eines aktuellen Beispiels aus der türkischen Meisterschaft beschreibt Udo Muras, wie Falschmeldungen den Fußball beeinflussen können.

Tauss, Knöchel, Google

6 vor 9

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1. „Der Fall Tauss und seine mediale Inszenierung“
(moenikes.de, Jan Mönikes und Gregor Wettberg)
In einem 23-seitigen Bericht (PDF-Datei) analysieren Jan Mönikes und Gregor Wettberg die Untersuchungen in den Wohn- und Geschäftsräumen von Politiker Jörg Tauss im März 2009 sowie der Umgang der Medien damit. Heute beginnt vor dem Landgericht Karlsruhe das Strafverfahren „wegen des Besitzes und der Verschaffung von kinderpornografischem Material“ (tauss-gezwitscher.de, Jörg Tauss). Nachtrag zur Klarstellung, 12:30 Uhr: Bei Jan Mönikes handelt es sich um den Rechtsanwalt von Jörg Tauss.

2. „Ein verletzter Knöchel oder: Die große Ballack-Show“
(dwdl.de, Thomas Lückerath)
Sowohl ARD als auch ZDF unterbrechen ihre regulären Programme, um Sondersendungen zu einer Verletzung des Fußball-Nationalspielers Michael Ballack einzuschieben. „Wenn wir trotz Euro-Krise, Griechenland oder der zum Bürgerkrieg ausufernden Lage in Thailand keine größere Sorgen haben als ein verletzter Fußballer-Knöchel, dann kann es uns in Deutschland ja so schlecht nicht gehen.“ Im weiteren Zusammenhang sind dazu die langen Texte von „Zeit“ und „Spiegel“ über Jérôme und Kevin-Prince Boateng zu empfehlen.

3. „Die Entführung“
(blog.tagesschau.de, Kai Gniffke)
Kai Gniffke erklärt, warum die „Tagesschau“ bisher keine Meldung zur vermissten Frau in Baden-Würrtemberg sendete. „Wir hatten am vergangenen Wochenende eine Meldung in den Tagesthemen, aber nicht in der 20Uhr. Das sieht auf den ersten Blick nicht konsistent aus, aber die Tagesschau geht aufgrund ihres Profils stets am zurückhaltendsten mit Kriminalfällen um.“

4. „Lidl und die liebe Not mit den Zahlen“
(stimme.de)
„Normalerweise ist eine Nachricht, was neu ist und dazu eine Tatsache. Geht es um Lidl, gelten andere Gesetze, wie die am Dienstag von ‚Focus Money‘ in die Welt gesetzte Bilanz-Meldung zeigt.“

5. „Platzverweis für Papst“
(stuttgarter-zeitung.de, Wolfgang Messner)
Über eine „Provinzposse“ mit „Bild“ und der CDU.

6. „Google’s German screw-up“
(buzzmachine.com, Jeff Jarvis, englisch)
Jeff Jarvis wird von einem deutschen Journalist gefragt, ob sich Google vom neusten Skandal um Wlan-Daten erholen wird. Er gibt zu bedenken, dass Google in Deutschland einen Marktanteil von über 97 Prozent hat.

Wundersalben, Bären, Foursquare

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1. „Wundersalbe, die II.“
(gesundheit.blogger.de, hockeystick)
Hockeystick über den Text „Der Wunderheiler“ von Werner Bartens im SZ-Magazin 18/2010: „Gegenüber den Wunderwirkungen der von Bartens gefeierten neuen Wundersalbe mutet der Anspruch ihres rosafarbenen Pendants, die Hautkrankheiten Neurodermitis und Psoriasis nebenwirkungsfrei zu heilen, geradezu bescheiden an.“ Mit dem rosafarbenen Pendant ist die Hautcreme Regividerm gemeint. Ein WDR-Film dazu führte zu einer Entlassung des Autors Klaus Martens.

2. „Reporter befragen Opfer via Handy im Krankenhaus“
(stuttgarter-zeitung.de, Helmut Hetzel)
Die niederländische Tageszeitung „De Telegraaf“ wird kritisiert, weil sie ein Telefoninterview mit einem neunjährigen Jungen führte, der den Absturz einer Afriqiyah-Airways-Maschine überlebte. „Reporter hätten in dem Krankenhaus angerufen, um sich nach dem Befinden des Jungen zu erkundigen, als plötzlich ein Arzt sein Handy an Ruben weitergereicht habe.“

3. „Dem Journalismus geht es erstaunlich gut“
(sueddeutsche.de, Wolfgang Blau)
„Zeit Online“-Chef Wolfgang Blau stellt fest, dass der Journalismus keine exklusive Profession mehr ist. Damit hätten sich aber viele der etablierten Journalisten noch nicht abgefunden und würden daher die Internetbeschimpfung als Mutprobe betreiben. Das Verhalten der Verlegerverbände erinnere an einen Bären, der wahllos um sich dresche, weil er von einer Wespe attackiert werde.

4. „Alle Redakteure raus! Ein Lob auf den Jahreszeitenverlag“
(blog.dummy-magazin.de, Oliver Gehrs)
Oliver Gehrs fragt, „ob denn wirklich jede Zeitschrift eine eigene Redaktion benötigt“. „Man muss sich ja manchmal wundern, wie viele feste Redakteure manche Blätter haben – beim Blick in das Impressum des ‚Stern‘ kann einem regelrecht schwindelig werden vor lauter Namen – einige darunter, von denen man höchst selten liest.“

5. „7 Ways Journalists Can Use Foursquare“
(mashable.com, Shane Snow, englisch)
Wie Journalisten einen Nutzen aus Foursquare, ein soziales Netzwerk für das mobile Internet, ziehen können.

6. Interview mit Günther Jansen
(jungewelt.de, Gitta Düperthal)
In einem Beitrag der Sendung „Report Mainz“ (Video, 6:34 Minuten) wird ohne nähere Erläuterung ein Mann gezeigt, der eine DDR-Fahne schwenkt. Es handelt sich dabei um Günther Jansen, Satiriker und Mitglied der Partei „Die Partei“.

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