Archiv für 6 vor 9

6 vor 9

1. „Wann kommt die Bankrott-Erklärung der Vierten Gewalt?“
(heise.de/tp, Susanne Härpfer)
„Große, namhafte Verlagshäuser zahlen € 50 für Artikel und schämen sich nicht. Hätten wir eine Stechuhr, könnten wir ausrechnen, dass die Reinigungskräfte in diesen Häusern mehr verdienen, als diejenigen, die Gesetze analysieren oder öffentlich machen, wie Unternehmen Politiker und Bürger belügen und immer neue Millionen vom Steuerzahler fordern.“

2. „SZ-Abo gekündigt“
(ankegroener.de)
„Vielleicht ist das ein Werberproblem, aber ich nehme beide Publikationen (Print und Online) als eins wahr. Und wenn die Onlineausgabe grottig ist, habe ich ein Problem damit, die Printausgabe noch ernst zu nehmen. Ich habe mein SZ-Abo gekündigt, weil ich sueddeutsche.de unter aller Würde finde. Und ich weiß nicht, warum eine so gute Zeitung wie die SZ es nicht schafft, ein entsprechendes Onlineangebot hinzukriegen.“

3. „Realität, die nicht verschwindet“
(sueddeutsche.de, Thomas Schuler)
„Früher hat man Amateurjournalisten belächelt. Doch das Internet verleiht den Laien mehr Möglichkeiten und größeren Einfluss.“

4. „Krisenticker im Test, diesmal: Spiegel-Online“
(planethop.blogspot.com, Ivo Bozic)
Jungle World-Journalist Ivo Bozic testet Ticker.

5. „Kässpätzle ohne Käse“
(fr-online.de, Gabriele Renz)
„Gabriele Grosse ist die Vorzeigearme im TV.“

6. „Größtmögliche Pressefreiheit“
(abendzeitung.de, sb, jos)
„Manager Hoeneß droht Mitarbeiter von fcb.tv mit Entlassung – weil der junge Reporter zu fragen gewagt hatte, ob der Bayern-Dusel zurück sei.“

6 vor 9

1. „Jo Groebel“
(stefan-niggemeier.de)
Stefan Niggemeier über einen von vielen deutschen Medien sehr regelmässig herbeigezogenen „Medienexperten“: „Groebel sagt den Qualitätsmedien wie der Berliner Quatschzeitung ‚B.Z.‘ nichts anderes als das, was der grundlos erregte Mann auf der Straße auch sagen würde, adelt es aber durch den Titel ‚Professor‘ und durch die Logik, dass er sich so oft öffentlich zum Thema Fernsehen äußert, dass er sich damit einfach auskennen muss.“ Dazu eine Entgegnung von Jo Groebel.

2. „Der Medienunternehmer Roger Schawinski im Interview“
(nzz.ch, Sacha Batthyany)
„Wenn ich auf DVD amerikanische Serien schaue wie ‚The West Wing‘, lerne ich mehr über das Weisse Haus, als wenn ich zehn Jahre lang die ‚New York Times‘ und die NZZ lese. Die Staffeln von ‚The Sopranos‘ sind schlicht genial, das ist Shakespeare der heutigen Zeit.“

3. Bild macht Konservativen zum Rechtsextremen
(sueddeutsche.de, Marc Felix Serrao)
„Bild bezeichnet den Chef eines konservativen Online-Magazins ohne Rücksicht auf dessen Protest als ‚Rechtsextremen‘ – jetzt nehmen ihn selbst linke Blogger und der Verfassungsschutz in Schutz“. Die Entgegnung des Bloggers auf blauenarzisse.de.

4. „20 beliebte Sätze in 20 Jahren Blattkritik“
(derstandard.at)
Zu 20 Jahren Der Standard viele Listen mit 20 Punkten. Punkt 19 der beliebten Blattkritik-Sätze: „Warum haben wir das nicht?“

5. „Die Revolutionäre des Web 2.0″
(cicero.de, Robin Meyer-Lucht)
„Eine Gruppe junger Online-Pioniere lehrt die etablierten Verleger das Fürchten.“

6. „Irre: ARD steigt bei Friedenspreis plötzlich aus“
(tagesspiegel.de, Joachim Huber)
Ein Titel wie in der Bild-Zeitung: „Heilige Einfalt, was ist da in die ARD gefahren? Das Erste hat die Übertragung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels am Sonntagmittag abrupt abgebrochen.“

Wochenrückblick Nr. 42

Elke Heidenreich will es brennen sehen, Schweizer Gericht beanstandet verdeckte Recherche, ARD und ZDF beenden Tour-de-France-Liveübertragung und das Internet macht „jung und klug“ – unser Rückblick auf die 42. Kalenderwoche.

Elke Heidenreich und Marcel Reich-Ranicki: Kampf dem Trash-TV (Keystone)
In einem hinreißenden Beitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung beschwert sich Elke Heidenreich, dass Literatursendungen wie ihre eigene einen unmöglichen Sendeplatz haben: „Klar, verschiebt uns in die Nacht und sagt dann: komisch, die Quoten sind niedrig. Man sollte im übrigen Quoten endlich mal kompetent hinterfragen.“ Seit Anfang des Jahres warte sie auf klare Ansagen, wann es wo mit ihrer Sendung im nächsten Jahr weitergehe. Ob es überhaupt weitergeht? Heidenreich hatte sich mit einem flammenden Appell („Reich-Ranickis gerechter Zorn“) auf die Seite von Marcel Reich-Ranicki und seiner Kritik am Fernsehen gestellt – „nun legt mir natürlich der gekränkte Intendant des ZDF nahe, nach meiner Kritik am Sender doch besser aufzuhören. Ich denke gar nicht dran.“ Entsprechend fällt die Überschrift aus: „Der Kampf fängt gerade erst an!“

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6 vor 9

1. „Graeter hinter Gittern“
(sz-magazin.sueddeutsche.de, Michael Graeter)
Klaschreporter Michael Graeter erzählt von seinen 239 Tagen im Knast: „Mein Kerkerkollege war ein Schwarzer, der stundenlang über die große Chance sprach, die Barack Obama für Amerika darstelle. Sonst war die einzige Kurzweil die Essensausgabe.“

2. „Wer ist Schuld an Rosamunde Pilcher?“
(taz.de, Jörg Thadeusz)
Ein Brief von Jörg Thadeusz: „Nein, ich habe keine Erklärung, warum 200.000 Menschen Mario Barth nicht nur im Fernsehen lieben, sondern auch noch im Olympiastadion zujubeln wollen. Ich weiß nicht, was bei denen schief läuft, aber ich kann es gewiss nicht ändern.“

3. „Sehr lustig, WDR“
(meedia.de, Alexander Becker)
Gestern, halb zehn Uhr morgens in Deutschland: Der WDR verschickt eine Pressemitteilung mit dem Vermerk „!!! Sperrfrist beachten!!!“. Gleichzeitig wird diese genau so auf wdr.de veröffentlicht. („Unter Journalisten gelten die PR-Arbeiter der Öffentlich-Rechtlichen-Sender oft als ein wenig trottelig.“)

4. „PR Online“
(coffeeandtv.de, Lukas)
RP Online macht eine Bildergalerie mit Pressebildern eines Biers der Marke Bitburger und behauptet, das sei redaktioneller Inhalt. Bloggerin und stv. Chefredakteurin von RP Online, Franziska Bluhm, dazu: „[E]s handelt sich bei dem Text weder um Werbung, Promotion oder einen anderen als Anzeigen zu kennzeichnenden Inhalt. Ein Erlebnis im Supermarkt und das Erscheinen der Pressemitteilung haben unseren Redakteur veranlasst, eine Geschichte dazu zu schreiben.“

5. „Arabisches Ramadan-Fernsehen testet gesellschaftliche Schranken“
(nzz.ch, Usahma Felix Darrah)
„Zu Beginn dieses Ramadans waren viele Araber schockiert, als ein prominenter Kleriker in Saudiarabien erklärte, angesichts der ‚frevelhaften‘ Sendungen mancher Satellitenkanäle sei es zulässig, die Eigentümer der TV-Netzwerke zu töten.“

6. „Verschlossene Verlagstüren“
(tagesspiegel.de, Christian Meier)
Das Zeitungsgeschäft erwartet keine neuen Mitarbeiter, der Grund sind die einbrechenden Anzeigenumsätze: „Schon jetzt ist klar, dass die Anzeigenumsätze vieler Zeitungen und Zeitschriften hinter denen des Vorjahres zurückbleiben werden. Ein Verlagsmanager, der nicht mit Namen genannt werden möchte, spricht von einem ‚katastrophalen‘ zweiten Halbjahr.“

6 vor 9

1. „Pressefreiheit – Ins rechte Licht gerückt“
(zeit.de, Martin Gantner)
„Journalisten dürfen häufig nur berichten, wenn sie Knebelverträge unterschreiben. Künstler und PR-Agenturen wollen kontrollieren, was nicht mehr zu kontrollieren ist.“

2. „Die aufmüpfigen Info-Piraten“
(message-online.com, Michael Haller)
Wenn es ums leidige Thema „Blogs vs. Journalismus“ geht, werfen sich in der Regel die bisher reichen Journalisten und die bisher armen Blogger gegenseitig vor, nicht oder ungenau zu recherchieren. Das muss wahr sein, denn von einem „erfolgreichen General-Interest-Blog“ namens „Spreewald“ hab ich noch nie gehört. In einem zweiten Artikel empfiehlt Roy Greenslade den Journalisten, sie sollen die Grundsätze der Blogger übernehmen.

3. „Gesucht: Börsenexperten im Fernsehen“
(blogmedien.de)
„Sie sind Banker, Automechaniker oder Gemüsefachverkäufer und haben gerade Ihren Job verloren? Verlassen Sie sich besser nicht auf gute Ratschläge Ihres Beraters bei der Arbeitsagentur. Nehmen Sie Ihr berufliches Schicksal lieber selbst in die Hand und werden Börsenexperte beim Fernsehen. Vorkenntnisse sind dafür kaum erforderlich, wie unser Beispiel zeigt.“

4. Schriftsteller Paulo Coelho fürchtet das Internet nicht
(taz.de, Dietmar Kammerer)
„Coelho berichtet, wie vor zehn Jahren seine schleppenden Verkäufe in Russland steil anstiegen, bis eine digitale Raubkopie von ‚Der Alchimist‘ im internet auftauchte. Daraufhin seien innerhalb kürzester Zeit die Verkaufszahlen in dieser Region explodiert. Bis heute habe er zehn Millionen Exemplare dort abgesetzt.“

5. „Wir liegen knapp hinter Blick.online“
(werbewoche.ch, René Worni)
Peter Wälty, Chefredaktor des Medienportals Newsnetz, interpretiert die neuen Net-Metrix-Zahlen anders als wir es getan haben: „Keine Ahnung wie Medienlese zu diesem Ergebnis kommt.“

6. „Why I Blog“
(theatlantic.com, Andrew Sullivan)
Andrew Sullivan sagt, warum er bloggt.

6 vor 9

1. „Wie das Fernsehen Autoren vernichtet“
(faz.net, Markus Stromiedel)
Ein Drehbuchautor erzählt, wie beim Fernsehen, anders als in der Buchbranche, nicht die Kreativen, sondern die Funktionäre über den Inhalt entscheiden: „Der Erfolg und die Qualität eines Filmes – und nur der wird am Ende beurteilt – ist beim Fernsehen entkoppelt von der kreativen Leistung des Autors. Die Produktionsgesellschaften und Sender sehen sich während des Entstehungsprozesses eines Drehbuches nicht als Geburtshelfer einer kreativen Leistung, sondern als Lenker und Entscheider.“

2. „Zur Eröffnung streitet Orhan Pamuk für YouTube“
(welt.de, Uwe Wittstock)
Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk setzt sich in einer Rede zur Eröffnung der Frankfurter Buchmesse für die Rede- und Pressefreiheit ein. Das Videoportal YouTube ist in der Türkei nach wie vor gesperrt, aus „politischen Gründen“: „Aufgrund des Paragraphen 301 des türkischen Strafrechts, mit der man Schriftsteller wie mich einzuschüchtern versucht, werden Hunderte von Schriftstellern und Journalisten belangt und verurteilt.“

3. „TV-Kritik: Affe gut, Ospel bös“
(tagesanzeiger.ch, Rico Bandle)
„Der ‚Kassensturz‚ ist seit Jahrzehnten ein Bollwerk im Programm des Schweizer Fernsehens. Warum? Weil nirgends sonst so eindeutig ist, wer der Gute und wer der Böse ist.“

4. Günter Wallraff im Interview
(fr-online.de, Matthias Thieme)
Günter Wallraff glaubt, dass die öffentlichen Blattkritiken der Bild-Zeitung auf bild.de gemacht werden, weil man prominente Fürsprecher braucht: „Das Image der Zeitung ist auch bei Durchschnittslesern nicht besonders: Man liest es zwar, aber man glaubt es nicht so richtig. Von diesem Image wollen sie weg.“

5. Wolfgang Schäuble im Interview
(taz.de, Daniel Schulz und Veit Medick)
Der deutsche Innenminister Wolfgang Schäuble ärgert sich über Medien und Blogger: „Die Gleichsetzung meiner Person mit der Stasi ist eine Beleidigung. Wer behauptet, es gäbe auch nur die entfernteste Ähnlichkeit zwischen der Realität in der DDR und in der Bundesrepublik, ist nicht nur geschichtsblind.“

6. „Blutig: Noch ein Medium durch!“
(coffeeandtv.de, Lukas)
„Es ist unfassbar: Medienschaffende, Journalisten gar, befinden sich plötzlich in der Situation, dass ihr Medium kollektiv abgewatscht und für scheiße befunden wird. Ja, ‚Willkommen im Club‘, kann ich da nur sagen, denn als Blogger passiert einem das regelmäßig.“

6 vor 9

1. Peter Wälty im Interview
(persoenlich.com, Christian Lüscher)
„Wir werden niemals in Versuchung geraten, einen Tages-Anzeiger zu trivialisieren“, sagt der Chefredaktor von Newsnetz. Er ist mehr oder weniger zufrieden mit seinem im August gestarteten Projekt, räumt aber massive technische Probleme ein: „Für unsere Journalisten war die Arbeit am Anfang definitiv eine Zumutung.“

2. „Man müsste viele Leute rausschmeißen“
(focus.de)
Der am Wochenende mit einem Fernsehpreis ausgezeichnete Marcel Reich-Ranicki fragt sich: „Was für einen Preis habe ich bekommen? Das war ein Preis ohne Geld, musste extra hinfahren nach Köln, und da soll ich dankbar dafür sein?“

3. „Reich-Ranicki: Der Partyschreck“
(tagesspiegel.de, Harald Martenstein)
„Der alte Mann brachte einen Mut auf, den nicht viele besitzen. Wer schafft es, hunderten von Leuten geradeaus ins Gesicht zu sagen, dass man für dumm hält, was sie gerade stundenlang bejubelt haben? Während Reich-Ranicki redete, zeigten die Kameras Gesichter aus der Zuschauermenge, Ferres- und Kernergesichter. Das Dauergrinsen, das sie an diesem Abend trugen, ging nicht ab. Sie lächelten weiter. Anders können sie offenbar gar nicht.“

4. „Zur Klage der Nation“
(spex.de, Thomas Hübener)
Die Spex über das unverständlicherweise inzwischen auf vanityfair.de offline gestellte Blog „Klage“ von Rainald Götz.

5. „Tagebuch eines Fotoreporters“
(fokussiert.com, Jan Zappner)
„Jan Zappner hat als Fotojournalist in Weissrussland Ende September die Wahlen verfolgt. Für fokussiert.com hat er ein Tagebuch verfasst: Einblick in die Arbeit eines Fotoreporters.“

6. „Mainstream News Outlets Start Linking to Other Sites“
(nytimes.com, Brain Stetler)
„‚Thou shalt not link to outside sites‘ — a long-held commandment of many newsrooms — is eroding.“

6 vor 9

1. „Marcel Reich-Ranicki lehnt deutschen Fernsehpreis ab“
(youtube.com, Video, 9:08 Minuten)
Der Greis als Punk ist das Thema des Wochenendes. Dazu gibt es auch eine kurze Version des Moments (5:31 Minuten) und viele Stellungnahmen dazu: Marcel Reich-Ranicki selbst, Elke Heidenreich, Thomas Gottschalk, Bastian Pastewka, Miriam Meckel.

2. „Eine Parade von Peinlichkeiten“
(sueddeutsche.de, Hans Hoff)
„Abgesehen vom Auftritt Reich-Ranickis langweilt die Gala mal wieder – und man registriert plötzlich, wer für all das steht, was das deutsche Fernsehen so einfallslos macht.“

3. „Was das ZDF nicht zeigte: Die peinlichen Momente“
(dwdl.de, Thomas Lückerath)
„Bei der Ausstrahlung der 10. Verleihung des Deutschen Fernsehpreises hat das ZDF am Sonntagabend gleich mehrfach geschnitten, einige peinliche Szenen herausgenommen und Fehler ausgebessert. DWDL.de über das, was man am Abend im Fernsehen nicht sah.“

4. Interview mit Ingrid Deltenre
(sonntagonline.ch, Kurt-Emil Merki und Patrik Müller)
Ausgerechnet das mit Gebührengeldern finanzierte Schweizer TV klagt über Formate, die es aus Geldmangel nicht durchziehen kann. Fernsehdirektorin Ingrid Deltenre: „Natürlich gibt es Formate, die wir gerne hätten. Ein aussenpolitisches Magazin zum Beispiel. Oder einen zusätzlichen Talk. Aber das ist aus finanziellen Gründen nicht mehr möglich. Uns fehlt das Geld, das Programm weiter auszubauen.“

5. „Wie bitte? Die BZ über neue Audi-Modelle“
(topcarblog.ch)
Es gibt noch Menschen, die die Berner Zeitung lesen. Nur verstehen sie nicht, was sie ihnen sagen will: „Was auf den ersten Blick etwas unsensibel erscheint, entpuppt sich bei nöherem kennenlrenen als dich erstaunliche Ingenieurskunst.“ Wie bitte?

6. Warum Weblogs? Blogger geben Auskunft
(blog-anleitung.de, Ralph Segert)
Und zwar Carola Heine, Herr Paulsen, Jens Berger, Marcus Puchmayer, Perun, Peter Praschl, Ralf Graf, Roland Grün, Schockwellenreiter, Stefan Gärtner, Stephan Herczeg und Thomas Gigold.

Wochenrückblick Nr. 41

Pleiten und Pannen: Bild empfahl isländische Bank, Blick am Abend bekommt Zahlen durcheinander und .ch muss Hauszustellung beenden – der medienlese.com-Rückblick auf die 41. Kalenderwoche.

Die Geschäftsführerin der Gratiszeitung .ch Caroline Thoma informiert die Medien: Ende Oktober wird neu lanciert (Keystone/Alessandro Della Bella)
„In fünf, sechs Jahren haben wir Tamedia in die Knie gezwungen“, zitierte Artur Vogel, Chefredakteur des Bunds (Tamedia) und bisher bekannt unter dem Namen Artur K. Vogel, einen Ausspruch von Sacha Wigdorovits von Ende 2007. Das ging so nicht auf. Stattdessen musste Wigdorovits, bisher treibende Kraft hinter der Gratiszeitung .ch, das Projekt zusammen mit der Aufgabe des einzigartigen und enorm teuren Verteilkonzepts verlassen. Die Investoren glauben dennoch weiterhin an das Projekt. Trotz Verlust des Alleinstellungsmerkmals der Zeitung soll an „an einer ausserordentlichen Generalversammlung das Aktienkapital von 10 auf 18 Millionen Franken“ erhöht werden.

Auf tagesanzeiger.ch, der Website von Tamedias Tages-Anzeiger, heißt es dazu: „Werber haben ‚.ch‘ schon abgeschrieben“. Das könnte sein, muss aber doch unter dem Gesichtspunkt gelesen werden, dass Tamedia mit News und 20 Minuten der grösste Konkurrent von .ch war und ist.

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6 vor 9

1. „Rufmord 2.0″
(polylog.tv, Frederik Fischer und Anna-Zoe Schmidt, Video, 5:45 Minuten)
Polylog.tv, Grimme Online Award Preisträger 2007, erklärt, wie man im Internet für 10 Euro im Monat „den Ruf im Abonnement“ retten kann und stellt Blogger als grundsätzlich verantwortungslose Wesen dar.

2. Interview mit Fabien Baron
(welt.de, Adriano Sack)
„Er gestaltete die französische ‚Vogue‘, Madonnas ‚Sex‘-Buch und auch Kate Moss legte sich für ihn schon nackt auf ein Sofa: Der Art-Director Fabien Baron prägt seit 15 Jahren die Ästhetik von Werbung, Zeitschriften und Verpackungen. Nun soll er Andy Warhols legendäres Magazin ‚Interview‘ wiederbeleben.“

3. „Drei Sausäcke auf einem Haufen“
(sueddeutsche.de, C. Kortmann)
Eine TV-Kritik über „Qualitäts-Quatsch“: „Vor allem Gottschalk amüsierte sich prächtig, als genieße es der Malibu-Halbrentner, im Fernsehen mal nicht mit aufwändig frisierten, aber rhetorisch bescheiden bemittelten Gestalten auf dem Sofa zu hocken.“

4. „Hecheln auf dem Parkett“
(freitag.de, Dietrich Leder)
„Das ist die große, bunte Aktien-Show, die alles grau und trostlos macht: ‚Börse im Ersten‚ in den Zeiten der Krise.“

5. „über musik schreiben ist wie zu architektur tanzen“
(indiestreber.de, matze)
Neue Musikmagazin-Test-Serie bei indiestreber.de. Erstes Testobjekt: Rolling Stone.

6. „The Gawker Guide To A Journalism Career“
(gawker.com, Hamilton Nolan)
„So, you want to be a journalist? Ha ha ha. Jeez. Your timing sucks.“

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