Archiv für 6 vor 9

Heinze, Tatort, Ditz

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Suspendierte ‚Tatort‘-Chefin kaufte auch eigene Drehbücher ein“
(spiegel.de, Markus Brauck)
NDR-Fernsehfilmchefin Doris Heinze kaufte Drehbücher von sich selbst ein und machte sich dabei jünger. Ein fiktiver Lebenslauf von Heinze steht im ARD-Presseheft: „Marie Funder-Donoghue, geboren 1981 in Heidelberg, studiert Wirtschaftswissenschaften und Jura in Dublin, lebt mit Ehemann David und Sohn Sean an der Ostküste, schreibt Kurzgeschichten.“

2. „Wird der Tatort abgesetzt?“
(cicero.de, Josef Girshovich)
Josef Girshovich macht sich Gedanken über die Zukunft des ARD-Krimis „Tatort“: „Wie soll man es, lieber NDR, mit Heinzes Kreationen halten? Heinze ist Spiritus Rector von Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler), Cenk Batu (Mehmet Kurtulus) und Borowski & Jung (Axel Milberg, Maren Eggert). Können aber diese Kommissare nach einem solchen Skandal noch rechtschaffen ermitteln?“

3. „German Viewers Love Their Detectives“
(nytimes.com, Michael Kimmelman, englisch)
Auch die „New York Times“ schreibt über den „Tatort“: „Crimes happen in distinctly German locales like the little city garden plots called schrebergarten, where nature-loving Germans grow their own tomatoes and show off their odd taste for plastic gnomes. The ‚Tatort‘ detectives in Cologne invariably stop at their favorite büdchen, the little beer and bratwurst stands typical of the Rhineland.“

4. „Autorisierung: DJV mahnt fairen Umgang an“
(djv.de)
Der DJV-Bundesvorsitzende Michael Konken erklärt in einem (autorisierten?) Zitat, dass eine Autorisierung nur sachliche Darstellungsfehler korrigieren sollte: „Das nachträgliche Glätten von Interviews schadet dem kritischen Journalismus. Interviewpartner aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft dürfen das Instrument der Autorisierung nicht missbrauchen, um aus Interviews nachträglich Werbebotschaften in eigener Sache zu machen.“

5. Interview mit Rüdiger Ditz
(onlinejournalismus.de, Michael Soukup)
Spiegel.de-Chefredakteur Rüdiger Ditz fragt sich, warum sein Medium ein Vorreiter von Bezahlinhalten sein soll: „Wir sind das Erfolgsmodell im deutschsprachigen Raum. Für Spiegel Online hat sich das reine Werbefinanzierungsmodell bisher ausgezahlt, wir können uns ohne Gebührenpflicht sehr gut refinanzieren.“

6. „I Love Free Food!“
(probablybadnews.com)
Manchmal scheitert kontextbezogene Werbung.

Kluge, Barati, ARD

6 vor 9

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1. „Föderaler Wahnwitz ARD“
(sueddeutsche.de, Hans Leyendecker)
Hans Leyendecker fragt sich im Zusammenhang mit dem „aufgedeckten Nepotismus der suspendierten Fernsehfilmchefin des NDR, Doris J. Heinze“, ob es sich um ein System handelt: „Die Staatsanwaltschaft prüft den Fall, aber eigentlich müsste auch das Kartellamt ran. Der freie Wettbewerb der Freien ist praktisch ausgeschaltet, weil Sendeplatzverteiler vorrangig die Tochterfirmen der Sender bedienen und danach die Produktionsfirmen, die willfährig sind.“

2. „Zum Lachen, zum Weinen“
(britcoms.de, Oliver Nagel)
Minu Barati, Ehefrau von Joschka Fischer, behauptet in der „Zeit“, Martin Sonneborn sei eine fiktive Figur. Seine Gefolgschaft rekrutiere sich „aus Menschen, die nicht einmal eine rudimentäre politische Informationsfähigkeit empfinden und deren Konzentrationsfähigkeit auf einen Bierdeckel paßt.“

3. „Das verschmähte Medium“
(taz.de, Ralph Bollmann)
„Politiker finden das Fernsehen unglaublich wichtig“ – und nutzen es (wie das Internet) als Konsumenten kaum. Ralph Bollmann denkt nach über „die Selbstgewissheit, mit der Politiker aller Parteien vor laufender Fernsehkamera stundenlang Wahlkampfstanzen von sich geben, die sie als Zuschauer nicht fünf Minuten lang ertragen könnten.“

4. Interview mit Jürgen Leinemann
(tagesspiegel.de, Kurt Röttgen und Norbert Thomma)
„Die Medienwelt ist vielfältiger geworden, sehr viel schneller. Und sehr viel oberflächlicher. Ich vermisse bei vielen Journalisten eine Haltung. Damit meine ich: Ernsthaftigkeit. Für irgendetwas Besonderes einzutreten, es wichtig zu finden. Ich vermisse Leidenschaft.“

5. „Faktor 13“
(begleitschreiben.twoday.net, Gregor Keuschnig)
Gregor Keuschnig fragt sich, warum auf tagesschau.de Nordkorea, flächenmässig ungefähr ein Dreizehntel so groß wie der Iran, grafisch gleich groß dargestellt wird.

6. Interview mit Alexander Kluge
(sueddeutsche.de, Willi Winkler)
Willi Winkler fragt den Schriftsteller und Regisseur: „Und Sie gehen selber ins Internet?“ Kluge antwortet: „Ich schwöre Ihnen, dass online schon eins meiner Ideale gewesen ist, noch ehe ich wusste, dass es online je geben würde. Online ist eine Revolution. Online erreichen Sie eine ungeheure Zuschauermenge, ein Potential an Öffentlichkeit, wie Sie sich das nie träumen ließen.“ Winkler wieder: „Aber doch nur für Minuten.“

Heinze, Finanzen100, Kuba

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1. „Tatort ARD“
(sueddeutsche.de, Nicolas Richter und Hans Leyendecker)
Der NDR trennte sich am Donnerstag von Doris J. Heinze, gemäss „Süddeutscher Zeitung“ eine „sehr einflussreiche Leiterin der Fernsehfilmabteilung“: „Die 60-Jährige hatte jahrelang ein System der Vetternwirtschaft betrieben.“

2. „Wir machen es (uns zu) einfach“
(print-würgt.de, Michalis Pantelouris)
Michalis Pantelouris hat „noch nie so viel Gejammere gehört wie in der letzten Zeit“: „Wir sind nicht auf Kuba. Kein Staat, kein Verleger und keine materielle Not hindern uns daran, geilen Journalismus zu machen. Und wenn ich als Freier mir angucke, wie früh manche festangestellte Redakteure nach Hause gehen, dann fehlt uns nicht einmal die Zeit.“

3. „Sterbende Zeitungen: Verschwindet endlich die Journaille?“
(konkret-verlage.de, Michael Hahn)
„Konkret“, nach eigenen Angaben „die einzige linke Publikumszeitschrift Deutschlands“, schreibt über die Zeitungskrise: „Daß Journalisten massenhaft entlassen werden, hat schon in den boomenden neunziger Jahren begonnen, als immer mehr Verlage an die Börse gingen oder von großen Konzernen aufgekauft wurden. So ist die Redaktion der ‚Los Angeles Times‘ heute nur noch halb so groß wie vor 15 Jahren.“

4. „Finanzen100: Was Google kann, können wir auch“
(dwdl.de, Thomas Lückerath)
Finanzen100, ein neues Finanzportal der Burda-Tochter Tomorrow Focus, wird als „Kernangebot zunächst aggregierte Informationen aus fremden Quellen“ anbieten. Thomas Lückerath fragt nach der Doppelmoral – hatte doch Verleger Hubert Burda noch letzten Monat derartige Vorgehensweisen bei Google angeprangert und sogar Geld dafür gefordert.

5. „Online-Kommentare: Mehr löschen oder nicht?“
(30jahre.taz.de, Sebastian Heiser)
Die „taz“ weiß nicht recht, ob sie mehr oder weniger Leser-Kommentare online gehen lassen soll und stellt Meinungen von Lesern dazu zur Diskussion. Eine lautet: „Gustave Flaubert habe einmal gesagt, er sei gegen die Einführung der Eisenbahn, weil sie es noch mehr Leuten gestatte, zusammenzukommen und zusammen dumm zu sein. Womit alles wesentliche zum Internet (und erst recht zu all seinen Mitmachfunktionen) gesagt ist.“

6. Der geduldigste Reporter
(break.com, Video, 2:20 Minuten)
Aus Prag berichtet ein Journalist mit Nerven aus Stahl. Ein echter Profi.

Jackson, Landesbanken, Pollmer

6 vor 9

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1. „RTL trickst ‚Bild‘ & Co. mit Michael-Jackson-Fake-Video aus“
(bartlspielt.de)
Am Dienstag war auf YouTube ein Video zu sehen, in dem jemand, der an Michael Jackson erinnert, aus einem Leichenwagen steigt. Das Video online gestellt hat der TV-Sender „RTL“ für einen Bericht des Boulevard-Magazins „Explosiv“ namens “Wie leichtgläubig sind Verschwörungstheoretiker?”, der heute Abend um 18 Uhr gezeigt wird. Bild.de berichtete darüber und zeigt sich nun enttäuscht.

2. „Kaum Auskünfte – Sonderzahlungen bei den Landesbanken“
(ndr.de, Video, 6:49 Minuten)
Ein Report der medienkritischen Sendung „Zapp“ über das große Schweigen bei den deutschen Banken.

3. Udo Pollmer besucht Journalistenschüler
(axel-springer-akademie.de, Nina Trentmann)
Der Ernährungsexperte Udo Pollmer warnt Journalistenschüler der Axel-Springer-Akademie vor „Skandal-Studien“ und bringt ihnen bei, „wie manipulierbar wissenschaftliche Untersuchungen sind“. „Quatsch“ sei zum Beispiel „der von Journalisten viel zitierte Body Mass-Index“ – „genauso gut könne man bei einer Frau die Körbchengröße mit dem Schädelumfang verrechnen, um den IQ zu bestimmen.“

4. „Der neue alte Journalismus“
(kaliban.de)
„Ich sorge mich nicht um den Journalismus. Bedarf gibt es in dieser komplexen Welt genug. Man wird, jetzt und in Zukunft, seine Zielgruppen finden, wenn man Journalismus als Service versteht. Wenn man seinen Lesern objektiv und verständlich die Welt erklärt. Wenn man sich vorurteilsfrei bemüht, die Stärken jedes Medienkanals zu nutzen. Wenn man die Leser ernst nimmt und auf sie hört.“

5. „Briefkasten leer“
(presseverein.ch/blog)
Als hätten die Schweizer Zeitungsverlage nicht schon genügend Probleme, erhalten sie jetzt auch noch ein Ultimatum der Verträger ihrer Blätter. Rund 60 Zeitungsverträgerinnen und -verträger versammelten sich um 4 Uhr morgens vor dem Zürcher Volkshaus und verlangten eine Rücknahme der angekündigten Lohnsenkungen von bis zu 20 Prozent.

6. „25 things journalists can do to future-proof their careers“
(econsultancy.com/blog, englisch)
Was Journalisten tun können, um ihre Karriere in Zukunft zu sichern.

Beckedahl, Baumann, Marzahn

6 vor 9

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1. „Eine Erwiderung auf Detlef Esslingers Kritik an der Journalistik“
(journalistiklehrbuch.wordpress.com, Klaus Meier)
Klaus Meier nennt den Artikel „Journalistik, ein Leerfach“ von Detlef Esslinger zuerst hasserfüllt, dann doch lieber nur polemisch und meint: „Joseph Pulitzer würde sich im Grabe umdrehen, könnte er die ‚Süddeutsche Zeitung‘ lesen.“

2. „Markus Beckedahl, Deutschlands wichtigster Blogger“
(upload-magazin.de, Jan Tißler)
Ein Porträt des Machers von netzpolitik.org: „Er ist nicht die Rampensau, nicht der Showtyp. Er greift zum Mikro, wenn es die Sache erfordert und er wenn er es macht, dann merkt man: Er ist es selbst. Der Mensch, dem man dort zuhört, der ist echt.“

3. Rede von Udo Di Fabio
(solinger-tageblatt.de)
Bundesverfassungsrichter Udo Di Fabio kann sich nicht vorstellen, dass die Lokalzeitung jemals verschwindet: „Eine demokratische Bürgergesellschaft, echte Zivilgesellschaft entsteht nur über Räume, in denen lebensnahe Identitäten in Vereinen, im Sport, im Ambiente von Kunst, Kultur und Unterhaltung gepflegt und politische Entscheidungen beobachtet werden können: Welches Medium sollte die Lokalzeitung dabei auf kommunaler Ebene ersetzen?“

4. „Was passiert mit unserer Online-Identität, wenn wir tot sind?“
(blog.jacomet.ch, Andi Jacomet)
Andi Jacomet schreibt über den Tod des Journalisten Eric Baumann, der im Magazin eine lesenswerte Kolumne über seinen Hirntumor führte.

5. „Marzahner Plattenkritik“
(tagesspiegel.de, Andre Görke und Carl-Friedrich Höck)
Der „Tagesspiegel“ prüft anlässlich der Aussagen von ZDF-Reporter Wolf-Dieter Poschmann in zehn Punkten die Vorurteile über den Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf.

6. „Hoffentlich lernen das die Schüler besser“
(blick.ch)
Rechtschreibfehler kann man nicht nur auf Papier drucken oder ins Internet stellen, man kann sie auch groß auf die Straße schreiben.

Berliner Zeitung, taz-Boykott, Focus

6 vor 9

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1. „Zitiert: Offener Brief der Redaktion der ‚Berliner Zeitung'“
(mediencity.de)
In der Redaktionsversammlung beschliesst die „Berliner Zeitung“ einstimmig einen offenen Brief an ihre Verleger. Daraus: „Der Vorbesitzer Mecom hat die Zeitung ‚ausgequetscht wie eine Zitrone‘; so hat es Chefredakteur Vorkötter Ende Juni formuliert. Wir haben uns aber nicht drei Jahre den Zumutungen David Montgomerys und seines Statthalters Josef Depenbrock widersetzt, um nun ähnliche Pläne erneut vorgesetzt zu bekommen.“

2. „‚Focus‘ arbeitet an neuem wöchentlichen Ableger“
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Eine von mehreren Projektgruppen beim Wochenmagazin plant „einen völlig neuen ‚Focus'“: „Statt nur auf Fakten, Fakten, Fakten zu setzen, soll in dem neuen Ableger Platz sein, um in längeren Geschichten stärker in die Tiefe zu gehen.“

3. „Axel Springer wäre beinah ins Kloster gegangen“
(welt.de, Heimo Schwilk)
Welt.de (Verlag: Axel Springer) schreibt über ein Buch, in dem der Verleger erwähnt wird und spart dabei nicht mit Lob: „Der Autor Uwe Wolff widmet sich in einem längeren Kapitel dieser wenig bekannten Seite von Axel Springers Persönlichkeit. Wolffs Biografie ist ein Meilenstein in der Geschichte der Spiritualität des 20. Jahrhunderts und dabei spannend wie ein Roman geschrieben.“

4. Diskussionen zum Boykott der „taz“
(epd.de, dan)
Lorenz Maroldt, einer der Chefredakteure des Berliner „Tagesspiegel“, mahnt hinsichtlich des Leichtathletik-WM-Boykotts der „taz“, „es könne nicht sein, dass sich Journalisten mit einer solchen Aktion wichtiger nehmen als das Interesse ihrer Leser“. Und für Claudio Catuogno von der „Süddeutschen Zeitung“ stehen „auf der einen Seite die Einschränkung unserer persönlichen Freiheit und auf der anderen das wichtigste Sportereignis dieses Jahres auf der Welt“.

5. „Schuld ist immer der Pressesprecher“
(nzz.ch, sig.)
Die „NZZ“ arbeitet den „Fall Borer“ aus dem Sommer 2002 auf, bei dem der Verlag Ringier für Falschaussagen 10’000 Franken bezahlt hat: „Medienskandale fordern Opfer, aber anders, als man gemeinhin denkt. Die fehlbaren Journalisten sind jeweils sehr rasch wieder im Geschäft.“ So arbeiten Ralph Grosse-Bley und Frank A. Meyer derzeit in führenden Positionen bei Ringier.

6. „Laser + Sound test-0“
(youtube.com, Video, 2:10 Minuten)
Aus dem Ishikawa-Komuro Lab der Universität Tokio: Ein Notizblock und ein Laserstrahl.

Gratiszeitungen, Poschmann, Street View

6 vor 9

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1. „Umsonst ist der Tod“
(ftd.de, Lutz Knappmann)
Die Werbekrise verschärft den Wettbewerb zwischen den Gratisblättern – einige werden derzeit eingestellt. Nach Deutschland wage sich nach dem „Kölner Zeitungskrieg“ niemand mehr. „Seither gibt es hierzulande keine Gratiszeitung mehr. Und so wird es wohl auch bleiben.“

2. „Empörung über ZDF-Reporter wächst“
(sueddeutsche.de)
ZDF-Sportreporter Wolf-Dieter Poschmann sagt über den Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf: „Wenn man in Marzahn aufgewachsen ist und das unbeschadet überlebt hat, ist man zu allem fähig“. Die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Petra Pau, ist empört, ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz sieht die Aussage als „humoristische Randnotiz“.

3. „Was soll die Empörung über Google Street View?“
(blog.jacomet.ch, Andi Jacomet)
Andi Jacomet ärgert sich über den „Riesenaufstand“ zur Einführung von Google Street View in der Schweiz: „Wieso gibts keinen Aufschrei, wenn die Tagesschau Strassen-Alltagsszenen sendet oder Zeitungen klar erkennbare Personen in Menschenansammlungen abdrucken, was täglich zig-fach vorkommt, wie diese Woche im ‚Bund‘?“

4. „alpha- und beta-journalismus“
(gig.antville.org, Andrea Diener)
Andrea Diener über eine Buchrezension in der „Frankfurter Rundschau“: „Ich weiß ja, daß das für die Kollegen vom Qualitätsjournalismus wirklich schwer vorzustellen ist, aber es gibt tatsächlich so etwas wie eine Lust am Schreiben, die auch mit dem offiziellen abendlichen Ablegen des Redaktionsbleistiftes im modernsten Newsroom Deutschlands noch nicht restlos versiegt.“

5. „Presseeinfalt“
(wortfeld.de, Alexander Svensson)
Alexander Svensson schiesst am U-Bahn-Kiosk ein Foto von verschiedenen angebotenen Frauenzeitschriften.

6. Tippfehler im Titel der Zeitung
(probablybadnews.com)
Die Zeitung „Valley News“ macht einen gravierenden Tippfehler auf der Titelseite („Valley Newss“).

Loetscher, Murdoch, Computerbild

1. Blanke Nerven bei den Zeitungsverlegern
(merkur.de, Thomas Mrazek)
Thomas Mrazek liest die „Hamburger Erklärung“, in der steht, dass es im Internet keine rechtsfreien Zonen geben darf und analysiert: „Die Nerven liegen blank. Und das nicht unbedingt staatsmännisch wirkende Jammern in eigener Sache hat handfeste Gründe.“

2. „Hoffnung in Lachsrosa“
(spiegel.de, Isabell Hülsen)
Die Antwort auf die Misere sehen viele Zeitungsverleger in den Paid-Content-Ankündigungen von Rupert Murdoch. Er ist der 78-jährige Chef von News Corp., mag E-Mails nicht, meidet das Internet und kommt selbst mit seinem Handy nicht zurecht.

3. „Der Dalai Lama hatte Sex mit Barack Obama“
(zeit.de, Harald Martenstein)
Harald Martenstein liest den Stern und konstatiert einen „Moralismus, der so rigide ist, dass er ins Unmenschliche und damit Unmoralische kippt.“

4. „Ungewöhnlicher Virus auf aktuellen Heft-CDs“
(avira.de)
Das Sicherheitsunternehmen Avira warnt vor der in Ausgabe 18/2009 beigelegten CD beziehungsweise DVD des Computermagazins Computerbild. Dort und auch auf dem Download-Portal der Chip befinde sich Malware.

5. „Schlechte Berufsaussichten im Printjournalismus“
(publicom.ch)
Der Printjournalismus landet bei einer Befragung zu den Berufsaussichten in Kommunikationsberufen ganz unten. Niemand der Befragten schätzt „die Aussichten für Absolventen“ als gut ein, immerhin 8 Prozent glauben an ziemlich gute Aussichten.

6. „So bewarb sich Hugo Loetscher bei der ‚Weltwoche'“
(tagesanzeiger.ch, Hugo Loetscher)
Ein Nachdruck der 1963 verschickten Bewerbung an die Wochenpublikation Weltwoche verschickten Bewerbung des am Dienstag verstorbenen Schweizer Schriftstellers.

Schwalmtal, Spreng, Moskau

1. „‚Ich bin Presse‘, ‚Maul zu‘, ‚geh sterben'“
(blog.rhein-zeitung.de, Christian Lindner)
Der Chefredakteur der Rhein-Zeitung zeichnet den Fall des Bloggers und Twitterers JO31DH nach, der gestern abend „im Minutentakt“ twitterte, was er über Polizeifunk über die Schiesserei in Schwalmtal hörte. Sein Twitter-Konto @JO31DH ist inzwischen nicht mehr zugänglich.

2. „Das Dilemma“
(homofaber.com)
„Wir bei der HAZ haben das zwar verfolgt, was dort über Schwalmtal geschrieben wurde. Und wir sind per Twitter auch schnell auf das Forum gestoßen, in dem ein 18-jähriger Nachbar ein scharfes, hoch aufgelöstes Foto veröffentlichte, das den Polizeieinsatz in dieser Wohnsiedlung in Schwalmtal zeigte, mit zwei SEK-Polizisten an einer Hauswand und einem offenbar getöteten Menschen zu ihren Füßen. Man gewinnt keinen Journalistenpreis, indem man dieses Foto zurückhält.“

3. „Gladbeck reloaded?“
(ostrop.wordpress.com, Philipp Ostrop)
Philipp Ostrop hält fest, was Twitterer @JO31DH denn publiziert hat: „Polizei gibt im Amoklauf Notvarianten 1 und 2 frei”, “Das SEK ist eingetroffen am Einsatzort“, “Der Hubschrauber wird auf dem Pletschweg landen”, etc.

4. Interview mit Michael Spreng
(meedia.de, Oliver Scheiner)
Michael Spreng wünscht sich fast „die alten Elefantenrunden zurück, in der alle großen Parteienvertreter miteinander diskutieren“. Denn da die großen Volksparteien permanent an Zustimmung verlieren, „werden wir schon bei der Wahl 2013 keine richtigen Kanzlerkandidaten mehr haben. Daher sind Formate wie das TV-Duell und auch das TV-Triell obsolet.“

5. „If You Want Press, Don’t Send A Press Release“
(thefuturebuzz.com, englisch)
Ganz einfach: Wer Presse will, soll keine Massen-E-Mails verschicken. Sondern besser einfach die Informationen anbieten und abholen lassen. Und dazu Beziehungen pflegen.

6. „Wie deutsche Journalisten uns Angst vor Russland machen“
(russland-wirtschaft.de, Daria Boll-Palievskaya)
Ein erheiternder Beitrag über eine Journalistin der Rheinischen Post, die einen Artikel darüber schrieb, wie ihr Koffer nicht in Moskau ankam.

Paid Content und breite Mitarbeiter

1. „Justizministerium sperrte Blog von ‚Falter‘-Autor“

(futurezone.orf.at)

Das Blog des Journalisten Florian Klenk war beim Justizministerium in Österreich „einige Tage lang für seine Mitarbeiter gesperrt“. Während der Journalist glaubt, es liege an den kürzlich im Blog erschienenen justizkritischen Artikeln, vermutet das Justizministerium technische Gründe.

2. „Warum Paid-Content-Versuche gut sind“

(stefan-niggemeier.de)

Stefan Niggemeier denkt, dass Versuche mit bezahlten Inhalten dem Journalismus online gut tun könnten, denn so könnten sich die Verlage wieder auf die Bedürfnisse der Leser konzentrieren. „Dass der deutsche Online-Journalismus in einem so trostlosen Zustand ist, liegt nicht nur an den geringen Einnahmen. Es liegt auch daran, dass er in weiten Teilen gar nicht für Leser gemacht ist, sondern für die Klickzähler der IVW und für Google.“

3. „Bezahl-Inhalte: Die Online-Men bitten zur Kasse“

(onlinejournalismus.de, Thomas Mrazek)

Es gibt nichts Neues unter der Sonne, darum ein Retro-Link aus dem Sommer 2002: „Ein schwacher Werbemarkt zwingt die Betreiber von Internet-Angeboten, Erlöse aus dem Verkauf von Inhalten zu erzielen. Doch dass die Nutzer dabei mitziehen, erscheint mehr als fraglich.“

4. 8 Lektionen, die Zeitungen von Bloggern lernen können

(writetodone.com, Leo Babauta, englisch)

„1. Smaller is better. 2. If you charge, people won’t come. 3. If you charge, others will offer it for free. 4. You’ve got competition now. 5. Your main asset is credibility, not money or size. 6. You’ve got the skills — but you need to adapt. 7. Connect with readers and bloggers, don’t snub them. 8. Become lean and distributed.“

5. „Radebrechen mit Tamedia AG“

(bruderbernhard.ch)

Die Pendlerzeitung 20 Minuten sucht per Inserat Mitarbeiter, die „breit“ sind.

6. „Wenn Unternehmen twittern“

(trendopfer.de)

Wenn Unternehmen twittern, tun sie das sehr spontan. Jedenfalls bis die Bedenkenträger davon Wind kriegen.

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