Archiv für 6 vor 9

Prantl, Nerds, Resolutionen

1. „‚Das Internet‘ gibt es nicht“

(spiegel.de, Christian Stöcker)

„Es wird viel geschimpft auf ‚das Internet‘ in diesen Tagen. Es macht dumm, es ist der Feind des Geistes, es tut demokratisch, ist es aber nicht, behaupten seine Kritiker. Alles Quatsch, findet Christian Stöcker – ‚das Internet‘ existiert gar nicht.“

2. „Leidenschaft statt Larmoyanz, Haltung statt Beliebigkeit“

(sueddeutsche.de, Heribert Prantl)

Der anlässlich der Jahrestagung von Netzwerk Recherche gehaltene Vortrag von Heribert Prantl (pdf, 48kb) wurde in einen lesenswerten Text gegossen. Prantl hält Zeitungen wie FAZ, Spiegel, Zeit, Welt, Frankfurter Rundschau und die taz für „systemrelevant“. Dennoch spricht er sich ausdrücklich gegen Staatsfinanzierungen aus: „Keine Solidaritätsabgabe für die Presse, keine Staatsbürgschaft, kein Hilfspaket und keinen Notgroschen. Den Zeitungen fehlte es gerade noch, dass es bei ihnen zugeht wie beim ZDF (…).“

3. „Die korrigierte Resolution im Wortlaut“

(blogbar.de, Don Alphonso)

Schutz im Internet“ fordern die deutschen Verleger, unter anderem Axel Springer, Bauer, Gruner + Jahr, der Spiegel- und der Zeitverlag. Don Alphonso kommentiert die einzelnen Sätze der Resolution.

4. „10 Sätze zur Zukunft des Journalismus“

(agorazein.de)

„10 Sätze zur Zukunft des Journalismus, auf die ich beim Netzwerk-Recherche-Tag 09 vergebens gehofft habe.“

5. „Schlechte Quoten für das RTL-Special zur Becker-Hochzeit“

(meedia.de, Stefan Winterbauer)

„Die Hochzeitsvorbereitungen von Ex-Tennisspieler Boris Becker und seiner Verlobten Lilly Kerssenberg interessierten am Sonntag nur 1,29 Millionen 14- bis 49-jährige Zuschauer. (…) Der Fall Becker ist ein Lehrstück für Selbstvermarktung, die an ihre Grenzen stößt.“

6. „Can Computer Nerds Save Journalism?“

(time.com, Matt Villano)

„A cadre of newly minted media whiz kids, who mix high-tech savvy with hard-nosed reporting skills, are taking a closer look at ways in which 21st century code-crunching and old-fashioned reporting can not only coexist but also thrive.“

Springer, Autismus, Nachtkritik

1. Interview mit Mathias Döpfner

(faz.net, Claudius Seidl und Harald Staun)

Der Vorstandsvorsitzende des Springer-Verlags erklärt, dass der Begriff „Enteignet Springer“ „von einem Mitarbeiter der Stasi, Walter Barthel, erfunden und verbreitet wurde“: „Ich finde, es wäre an der Zeit, dass sich die uneinsichtigen Protagonisten der 68er-Bewegung mal bei unserem Haus entschuldigen. Ich glaube, dem Axel-Springer-Verlag ist Unrecht widerfahren in dieser Auseinandersetzung, die bis heute negativ auf unser Haus wirkt.“

2. „Geldbündel für ‚Enteignet Springer‘?“

(meedia.de, Georg Altrogge)

Schriftsteller Peter Schneider und Publizist Manfred Bissinger erzählen Details über die Geldübergaben deutscher Verleger an die Kampagne „Enteignet Springer“. Sowohl Rudolf Augstein als auch Gerd Bucerius sollen je 50000 DM gespendet haben.

3. Interview mit Nikolaus Merck

(tagesspiegel.de, Adrian Pickshaus)

Der Chefredakteur des Theaterkritik-Portals nachtkritik.de erzählt, was Kritiker im Internet erwartet: „Zunächst ist da natürlich die erschreckende Erfahrung, dass plötzlich jemand antwortet. (…) Damit haben vor allem diejenigen Probleme, die nie den Resonanzkörper einer Redaktion kennengelernt haben, vor dem sie spielen konnten. Die treffen dann auf das Kommentarwesen bei nachtkritik.de – und sind erst mal geschockt. Aber mit der Zeit bekommt man ein dickes Fell.“

4. „Schleichwerbung beim Schweizer Fernsehen“

(augenreiberei.ch)

Die Augenreiberei macht sich Gedanken über Schleichwerbung im Schweizer Fernsehen und bringt viele verschiedene Beispiele aufs Tapet.

5. „The Paper Chase“

(vanityfair.com, Graydon Carter)

Graydon Carter, Chefredakteur der Vanity Fair, fragt seine Leser, ob sie nicht etwas müde seien, in den Zeitungen so viel über den baldigen Untergang der Zeitung zu lesen: „It’s no wonder readership is down. Who has the patience to hear endless whining about someone else’s misfortune when your own fortunes are rickety?“

6. „Autismus bringt das Genie hervor“

(nzz.ch, Lena Stallmach)

„Eine Hemmung in der linken Hirnhemisphäre“ verbessere die Gedächtnisleistung, schreibt die NZZ. Im Beitrag eingebunden sind zwei Videos, in einem davon (youtube.com, Video, 5:18 Minuten) zeichnet der Autist Stephen Wiltshire nach einem Rundflug über Rom das Panorama der Stadt aus dem Gedächtnis originalgetreu nach.“

Enteignet Springer, Twitter, Lebrument

1. „Augstein finanzierte ‚Enteignet Springer'“

(meedia.de, ga)

In einem online (noch?) nicht zugänglichen Feuilleton-Artikel in der Frankfurter Allgemeinen schreibt Peter Schneider, dass in die „Enteignet Springer“-Kampagne „beträchtliche Summen“ von „Spiegel“-Chefredakteur Rudolf Augstein und „Stern“-Chefredakteur Henri Nannen geflossen seien. Auf Anfrage von Meedia sagt Peter Schneider: „Springer war der größte Haifisch im Becken, das weckte auch Konkurrenzgefühle. Sicherlich waren da nicht nur noble Motive im Spiel, sondern auch der Versuch, einen marktbeherrschenden Verlag kleiner zu machen.“

2. „‚Angemessene‘ Vergütungen“

(bildjournalisten.djv-online.de)

„Was die Verleger jetzt anbieten – 22 bis 33 Euro fürs Bild“.

3. „Chinas Medien zum Tiananmen-Massaker“

(faz.net, Mark Siemons)

Noch immer wird in China jede Diskussion zum Tian’anmen-Massaker „im Keim erstickt“: „Seit zwanzig Jahren herrscht ein Schweigegebot, das in einem immer groteskeren Missverhältnis zu den Bemühungen der regierenden Partei steht, sich ein rechtliches und souveränes Ansehen zu geben – und diese von innen her vergiftet.“

4. „Rote Köpfe im Präsidium des Verbands Schweizer Presse“

(kleinreport.ch)

Hanspeter Lebrument, Präsident des Verbands Schweizer Presse, plant offenbar ein „politisches Manifest“: „Die rasant voranschreitende Medienkonzentration könne nur mit verbesserten Rahmenbedingungen gestoppt werden.“

5. „Die Dialektik des Jens Jessen“

(falk-lueke.de)

Das Netz als Feind“ hiess es vor zwei Wochen, „Das Netz trügt„, heisst es heute. Falk Lüke dazu: „Abgesehen davon, dass mich der EBolschewismusvergleich angesichts des Leninbildes in Herrn Jessens Büro leicht amüsiert: Soziale Umgangsformen einzufordern und eine zweifelsohne höchst pluralistische Gruppe wie die der Internetnutzer pauschal als ‚großmäulig‘ abzutun, das ist in einem Absatz schon mehr als Dialektik: Es ist einfach nur verlogen.“

6. „How Twitter Will Change the Way We Live“

(time.com, Steven Johnson)

Während deutschsprachige Publikationen über immer neue Technologien meckern, ehrt Time die Website twitter.com mit einer Titelgeschichte.

Tages-Anzeiger, TV-Flops, Güner Balci

1. „Die Nabelschau“

(medienspiegel.ch, Andrea Masüger)

Der publizistische Direktor der Südostschweiz Medien rechnet den Personalabbau beim Tamedia-Blatt Tages-Anzeiger durch und hält ihn für gar nicht so vermessen: „Was derzeit in der Medienszene und in der Öffentlichkeit rüberkommt, ist aber etwas ganz anderes. (…) Die Kürzungsrunde beim ‚Tages-Anzeiger‘ gilt als Anschlag auf die journalistische Qualität. Die Belegschaft demonstriert und die Gewerkschaften verfassen ihre stereotypen Communiqués im Duktus der Sechzigerjahre, in denen Verleger noch immer den Klassenfeind Nummer 1 repräsentieren.“

2. „10 Strategien für den Journalismus 2.0“

(medialdigital.wordpress.com)

Mit dabei: „Diskussion ermöglichen“, „Multimedial denken“, „Die Weisheit der Masse nutzen“, „Hyperlokal denken“, „Neue Technologien umarmen“ und „Tue, was Du am besten kannst, und verlinke zum Rest“.

3. „In 10 Jahren gibt es keine Tageszeitungen mehr“

(netzwertig.com, Marcel Weiss)

„Werbebudgets verlagern sich Richtung Internet. Damit bricht die Haupt-Einnahmequelle für den Print-Sektor weg. Print wird dadurch mittel- bis langfristig defizitär und ökonomisch nicht mehr tragfähig.“

4. „Die größten Misserfolge der TV-Saison“

(dwdl.de, Uwe Mantel)

Wie viel doch in nur einer TV-Saison durchrauscht, also wieder eingestellt wird und als Flop abgebucht werden muss. Der Branchendienst DWDL hat 82 TV-Flops gesammelt und präsentiert sie in einer Bildergalerie.

5. „Und, wer bezahlt Journalimus?“

(zeit.de, Eva Schweitzer)

Der „Kern der Krise“ im Spannungsfeld Journalismus und Geldverdienen im Internet ist gefunden: „Wer lesen will, wie viel Geld Lobbyisten von AIG an den Kongress gegeben haben, klickt noch lange nicht auf die Fotostrecke mit Paris Hilton.“

6. Gespräch mit Güner Balci

(kuechenradio.org, Audio, 107 Minuten)

Eine sehr interessante Diskussionsrunde über extrem gewalttätige Wiederholungsdeliquenten, über Migrationspolitik, über Deutsche und Ausländer. Mit einer, die sich tatsächlich mal auskennt: Der in der Berlin Neukölln aufgewachsenen Journalistin und Buchautorin („Arabboy„) Güner Yasemin Balci.

Erwachsen auf Probe, Verzettelung

1. „Die Hysterie um ‚Erwachsen auf Probe'“

(faz-community.faz.net/blogs/fernsehblog, Stefan Niggemeier)

„Ist es nicht toll, in einem Land zu leben, in dem es mehr Kinderschutzvereine gibt als Kinder? Und in dem die größte Gefahr, die diesen Kindern droht, die Produktion und Ausstrahlung einer Fernsehsendung ist?“

2. Interview mit Helmut Thoma

(tagesspiegel.de, Joachim Huber und Kurt Sagatz)

Auch Helmut Thoma äussert sich zur RTL-Sendung „Erwachsen auf Probe„: „Als ob da Babys an völlig Unbekannte gegeben würden. Es sind doch alle Teilnehmer gecastet, und es steht dauernd jemand dabei. Im realen Leben ist die Gefahr viel größer, dass Eltern an einen jungen Babysitter geraten, der noch völlig unerfahren ist.“

3. „Das Magazin – Schluss mit Kommentieren im Web“

(persoenlich.com)

Finn Canonica, Chefredakteur des „Magazins„, versteht das „Gerede um die Möglichkeiten des Citizen Journalism“ nicht und ist „skeptisch geworden gegenüber den journalistischen Möglichkeiten im Internet“. Deshalb stellt er ohne Ankündigung nach zwei Jahren die Online-Kommentare ein, die ihm „manchmal sehr ‚dahingerotzt'“ erschienen. Mehr dazu im Henusode Blog und beim Journalistenschredder.

4. „Journalismus am Nullpunkt“

(heinz.typepad.com)

„Journalismus kann sich nicht mehr so finanzieren wie bisher, und zugleich verändern sich seine Rolle und seine Formen radikal. Wer heute Journalist wird, weiß weder, wovon er in Zukunft leben wird, noch wie seine Arbeit aussehen wird.“

5. „Sex sells, again and again“

(presseverein.ch)

„Blech, Blut und Busen. Im Boulevard braucht’s niedere Reize. Ob Pornosprüche im Dutzend auf 20 Minuten oder anzügliche Schlagzeilen zu irgendwelchen Themen beim Blick. Die verlegenen Verleger hatten sich das anders vorgestellt.“

6. „Cogitus interruptus – Googeln, Bloggen und Twittern“

(nzz.ch, Eduard Kaeser)

Der Physiker und Philosoph Eduard Kaeser schreibt über die neuzeitlich alltägliche Verzettelung: „Ehe ich michs versah, war meine Hauptaufmerksamkeit auf zwei oder drei Nebenspuren verzettelt. Ich fand nicht mehr zur Konzentration auf die ursprüngliche Arbeit zurück. ‚Cogitus interruptus‘ nenne ich das für mich. Dagegen kenne ich zwei Mittel: Sex oder Joggen. Sie fügen mich wieder zusammen.“

Steul, SPD, Facebook, Songs

1. „Welt des Journalismus“

(zweitens-magazin.de, max)

max wird betreffend einem „Einleger für die FTD“ kontaktiert, lässt sich „ein Probeexemplar und die Unterlagen ‚für eine ziel- und themengerechte Ansprache potentieller Kunden‘ zuschicken“ und berichtet von seinen Erfahrungen: „Damit sich unser ‚Beitrag von anderen abhebt‘ wird unser Firmentext ’nach redaktionellen Aspekten bearbeitet‘, uns ’selbstverständlich zur Freigabe vorgelegt‘ und dann ‚farblich unterlegt in das Gesamtbild der Reportage eingefügt‘. Und dies alles gegen einen ‚Druckkostenzuschuß‘.“

2. „SPD-Werbung im redaktionellen Korsett von bild.de“

(pottblog.de, Jens)

Die SPD schaltet Werbung auf bild.de. Doch nicht einfach so: „Der gesamte Bericht ist im typischen bild.de-Layout gehalten, selbst der aktuelle TV-Spot zur Europawahl wurde im ‚Bild-Videoplayer‘ eingebunden.“

3. Interview mit Willi Steul

(cicero.de, Christoph Seidl)

Der neue Intendant des Deutschlandradios skypt mit seiner Familie, findet aber „Kommunikation über so etwas wie Facebook“ eine „schreckliche Vorstellung“: „Ich bin ein intellektuell den modernen Medien ausgesprochen aufgeschlossener und neugieriger Mensch, wäre es anders, wäre ich im falschen Beruf. Aber ich bin 58 Jahre alt.“

4. „Verlernt, zu verweilen“

(3sat.de/mediathek, Video, 3:53 Minuten)

„Erinnern Sie sich an die Zeiten, als die Menschen am Morgen noch raschelndes Papier lasen?“

5. Schweizer Beamten droht Facebook-Verbot

(nzz.ch, Heidi Gmür)

„Die Beanspruchung des Internets in der Bundesverwaltung durch Facebook ist enorm: ‚Von den analysierten zweihundert meistbesuchten Websites betreffen 16 bis 25 Prozent der heruntergeladenen Daten allein Facebook‘, sagt Claudio Frigerio, Pressesprecher des Bundesamtes für Information und Telekommunikation (BIT).“

6. „Ten Songs About Print Journalism“

(pastemagazine.com)

Zehn Lieder über Printjournalismus, von “Newspapermen Meet Such Interesting People” (Pete Seeger) bis “Yesterday’s Papers” (The Rolling Stones).

Zuckerberg, Murdoch, Promi-Anwälte

1. „Intimsphäre vs. Pressefreiheit“

(sueddeutsche.de, Hans-Jürgen Jakobs)

Der Chef von sueddeutsche.de schreibt über „die unheimliche Nähe von Medienanwälten, Presse und Prominenz“: „Die Macht der Presse ist heutzutage auch eine Frage, wie viel Geld man in einen Rechtsstreit stecken kann.“

2. „Reinigendes Getwitter“

(coffeeandtv.de, Lukas Heinser)

Lukas Heinser macht sich Gedanken über Menschen, die twittern, ohne sich Gedanken zu machen. Er findet es erstaunlich, dass man „Volksvertretern offenbar erst einmal erklären muss, was mit ’nicht-öffentlich‘ gemeint sein könnte“. Und er fragt sich: „Wann kommen die ersten Tweets aus den geheimen Sicherheitsausschüssen? (‚Hinweise auf gepl. Anschläge im Raum Berlin. Schmutzige Bombe, BKA ist dran‘)“.

3. Bei „Freundchen“ Mark Zuckerberg

(zeit.de, Christoph Amend und Götz Hamann)

Das Zeit-Magazin verbringt Zeit mit dem Gründer von Facebook. Immer, wenn das Gespräch persönlich werden könnte, gehen sofort die Berater von Zuckerberg dazwischen.

4. Interview mit Rupert Murdoch

(foxbusiness.com, Video, 6:39 Minuten)

Für Rupert Murdoch ist der endgültige Abschied vom Papier in der Zeitungsbranche nur noch zwei oder drei Jahre entfernt. Dann finde der Umstieg auf „panels“ statt. In etwa 10 bis 15 Jahren werde sich die Öffentlichkeit daran anpassen.

5. „Verdeckte PR“

(spiegel.de)

„Die Bahn hat allein im Jahr 2007 1,3 Millionen Euro ausgegeben, um die Öffentlichkeit mit bezahlten Beiträgen in Radioprogrammen und Internet-Foren zu manipulieren – wobei nicht erkennbar war, dass die Bahn Auftraggeber der Artikel und Meinungsäußerungen war. “

6. Höchstleistungen eines Fussball-Kommentators

(youtube.com, Video, 1:21 Minuten)

Deutschsprachige Fussball-Kommentatoren äussern sich zur Veränderung des Spielstands nicht selten mit einem kurzen „Tor!“. Langweiler! (Video unbedingt mit Ton ansehen).

Geistesaristokratie, Spiegel, Experten

1. „Geistesaristokratie“

(zeit.de, Gero von Randow)

Der bereits bei netzwertig.com ausführlich analysierte Artikel „Das Netz als Feind“ von Adam Soboczynski erhält nun auch Zeit-intern eine Gegenstimme. Gero von Randow schreibt: „Es ist schon seit einiger Zeit auffällig, dass dieses Thema unter Journalisten starke Gefühle weckt. Man könnte meinen, dieser Netzwut läge Angst zugrunde.“

2. „Journalistenfrust – Gerichtsurteile behindern Berichterstattung“

(ndr.de, Video, 9:50 Minuten)

Da es sich herumgesprochen hat, dass sich das Landgericht in Hamburg oft eher für das Persönlichkeitsrecht und eher gegen die Meinungsfreiheit ausspricht, klagen sich in ihrem Persönlichkeitsrecht verletzt sehende Bürger gerne dort. Was zur absurden Situation führt, dass sowohl Kläger als auch Angeklagter über 500 Kilometer fahren müssen, um zu klären, wer im Recht ist.

3. „Die besten Recherche-Tools für Journalisten“

(meedia.de, Felix Disselhoff)

„Es gibt jede Menge kostenlose Dienste, die für Sie das News-Geschehen sortieren, die Blogosphäre durchforsten und Ihnen Audio- und Videobeiträge automatisch auf den Rechner schicken.“

4. „‚Spiegel‘ löst politisches Beben in Libanon aus“

(nzz.ch, hoh.)

„Ein Bericht des Magazins ‚Der Spiegel‘ hat im Zedernstaat ein politisches Erdbeben verursacht. ‚Der Spiegel‘ gibt vor, dass hinter dem Attentat an dem Ex-Regierungschef Hariri nicht die Syrer, sondern der Hizbullah stecken könnte. Kritiker werfen dem Magazin vor, beinahe einen Bürgerkrieg vom Zaun gebrochen zu haben.“

5. „Die CDU profiliert sich als Anti-Internetpartei“

(perlentaucher.de/blog, Thierry Chervel)

„In den USA wird das Netz bei allen Problemen – etwa dem Zeitungssterben – als Reich einer neuen Freiheit begrüßt. Im alten Europa ist es das Reich des Bösen. Es untergräbt nicht nur alles Bestehende. Es ist die Sphäre aller dunklen unbeherrschbaren Kräfte in der Gesellschaft.“

6. „Niemand ist eine Insel“

(zeit.de, Harald Martenstein)

Harald Martenstein ist einer von vielen, die immer wieder als Experte zu allem möglichen angefragt werden. Er gibt zu: „Von den meisten dieser Themen verstehe ich nicht mehr als du oder ich.“

Ringier, Tages-Anzeiger, Herzinger

1. Interview mit Michael Ringier

(handelszeitung.ch, Alice Chalupny)

Der grösste Schweizer Verleger sieht die Zukunft seines Verlags offenbar nicht zwingend mit Journalismus verknüpft. Auf die Feststellung „Ringier wird mehr und mehr zu einem Versandhändler“ entgegnet Michael Ringier: „Der Versandhandel ist ein gutes Geschäft. Hubert Burda verkauft ja auch Schirmständer – was solls? Solange das Geschäftsmodell erfolgreich ist?“

2. „Zukunft ohne Presse?“

(stern.de/blog, Karsten Lemm)

„Jahrzehntelang konnten Tageszeitungen, aber auch Zeitschriften wie der Stern, gut davon leben, dass Informationen eine relativ knappe Ware waren (…) Das funktioniert nicht mehr. Informationen sind praktisch wertlos geworden – eine Folge des Überangebots aus Daten, Fakten, Gerüchten, Nachrichten, Meldungen und Meinungen, die überall im Netz herumschwirren. Simple Marktwirtschaft.“

3. Tagi-Mitarbeiter demonstrieren gegen den Personalabbau

(persoenlich.com)

Journalisten des Tages-Anzeigers traten gestern vor das Gebäude, in dem sie arbeiten und demonstrierten gegen den geplanten Stellenabbau. „Eine derart massive Amputation“ sei derzeit nicht nötig und vergrössere nur den Profit der Eigentümer, so die Personalkommission. Weitere Berichte bei tagesanzeiger.ch, klartext.ch und presseverein.ch.

4. „oe24-Netzwerk zwei Monate aus ÖWA ausgeschlossen“

(diepresse.com)

„Das ‚Österreich‘-Onlineportal wird zwei Monate lang nicht in der Österreichischen Webanalyse (ÖWA) ausgewiesen – wegen ‚groben Verstößen gegen die Richtlinien‘.“

5. „Einnahmen ohne Zuschauer“

(heise.de/tp, Peter Mühlbauer)

„Fernsehsender wollen Geld von elektronischen Programmzeitschriften“

6. „Wie ich im Internet zum Juden erklärt wurde“

(welt.de, Richard Herzinger)

Richard Herzinger schreibt einen langen Artikel über die doch eigentlich recht banale Tatsache, dass sein Wikipedia-Eintrag kurzzeitig falsche Angaben beinhaltete.

BND, Neon, n-tv, Wirtschaftswachstum

1. Der BND und die Medien

(jungle-world.com, Thomas Blum und Markus Ströhlein)

Zwei Mitarbeiter der Jungle World besuchen einen Vortrag von Ernst Uhrlau, Präsident des Bundesnachrichtendienstes, vor Vertretern des deutschen Fachjournalisten-Verbands. Sie notieren sich unter anderem die Frage „Wie nutze ich Journalisten als Instrument?“ oder die eigenwillige Definition „Transparenz bedeutet für mich nicht Durchsichtigkeit.“

2. Interview mit Timm Klotzek

(meedia.de, Georg Altrogge)

Lesenswertes Interview mit einem der beiden Chefredakteure der Zeitschrift Neon, welche als eine von wenigen steigende Leserzahlen aufweisen kann. Klotzek glaubt, dass Zeitschriften in „absehbarer Zeit gar nicht mehr zuständig sind“ für Serviceaufgaben. „Wenn man wirklich Service will, wird man durch das Internet besser bedient. Zeitschriften sind für Inspiration oder Überraschung da oder für eine Verbindung zu ganz anderen Themen, wie wir sie geschaffen haben.“

3. „Digitale Infantilisierung greift den präfrontalen Cortex an“

(heise.de/tp, Florian Rötzer)

„Medien und Web 2.0-Seiten verformen unsere Gehirne, sagt eine anerkannte britische Neurowissenschaftlerin, Belege dafür hat sie nicht.“

4. Interview mit Hans Demmel

(dwdl.de, Thomas Lückerath)

Der Geschäftsführer des Nachrichtensenders n-tv glaubt, dass man mit „Twitter, Facebook oder Blogs wahnsinnig vorsichtig“ sein muss. Es helfe aber, „auf Themen aufmerksam zu werden“. Deshalb gibt es bei n-tv einen „einen Netzreporter, der diese Plattformen beobachtet und die Nachrichten mit der gebotenen Vorsicht einordnet“.

5. „Heeeere’s . . . Conan!!!“

(nytimes.com, Lynn Hirschberg)

„Can Conan O’Brien’s brand of late-late-night, smart-guy, outsider humor work on ‚The Tonight Show‘?“

6. „Muss unsere Wirtschaft unbedingt wachsen?“

(zeit.de, Wolfgang Uchatius)

Wolfgang Uchatius geht der Frage nach, wie wichtig das dauernd gepredigte Wirtschaftswachstum ist.

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