Archiv für 6 vor 9

Skandale, Verschwörungstheoretiker, Fotos

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Die Medien-Gier nach dem täglichen Skandal“
(ndr.de, Video, 10:21 Minuten)
Die Medienkarawane skandalisiert Woche für Woche neue Themen, nur um sie gleich wieder zu vergessen. Nur wenige bleiben bis zum Ende dran und berichten, wie sich eine Sachlage entwickelt, wie eine Geschichte ausgeht, ob es sich nach Berücksichtigung aller Fakten überhaupt um einen Skandal handelt, wer wie verantwortlich ist, welche Konsequenzen daraus folgen.

2. „Die wütende Stimme Amerikas“
(zeit.de, Heike Buchter, mit Videos)
Fox News habe in den Vereinigten Staaten „zu einem Trend geführt, Inhalte mit einem bestimmten Dreh zu versehen“, schreibt Heike Buchter. „Das gilt nicht nur für die Art, wie Ereignisse eingeordnet und bewertet werden, sondern auch für die Themen, die aufgegriffen werden.“

3. „Sport Bild-Watch (11)“
(el-futbol.de, Sidan)
Sidan fragt sich „ernsthaft und immer noch, was Sport Bild gegen Griechenland hat“. „Der Stachel aus dem Kleinkrieg mit Ioannis Amanatidis scheint doch ziemlich tief zu sitzen, anders kann man sich diese chronischen Kindergarten-Dissattacken auf Griechenland nicht erklären.“

4. „Verschwörungstheoretiker sind Menschen wie du und ich“
(dradio.de, Matthias Hanselmann)
Matthias Hanselmann redet mit Michael Butter von der Uni Freiburg über Verschwörungstheoretiker: „Verschwörungstheorien füllen im Grunde eine Lücke, die durch Säkularisierung entsteht, wo aber das Bedürfnis noch da ist, den Zufall, das Chaos auszuschließen. Und deshalb ist es für Verschwörungstheoretiker vielleicht manchmal einfacher zu akzeptieren, dass es irgendwelche dunklen Gestalten gibt, die im Geheimen die Geschicke lenken, als einzugestehen, dass die Welt vielleicht chaotisch ist, Dinge durch Zufall passieren.“

5. „Die Sache mit den Fotos“
(offensichtlich.wordpress.com, Daniela Warndorf)
Daniela Warndorf stört es, wenn sie an Anlässen ungefragt fotografiert wird und diese Fotos darauf im Web publiziert werden. „Ein ‚Ich möchte selber kontrollieren können, wann wo welche Bilder von mir im Netz stehen‘, erntet meist nur mitleidige Blicke.“

6. „The Most Amazing Press Release Ever Written“
(techcrunch.com, englisch)
„PR Professional Distributes Groundbreaking Press Release“

Wikileaks, Kopftücher, Eltern im Streik

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1. „Meldung über Facebook-Aus“
(taz.de, Félice Gritti)
Die Falschmeldung „Facebook Will End On March 15th!“ auf weeklyworldnews.com ruft über 11.000 Kommentare hervor: „Das Gerücht verbreitete sich über Twitter in rasendem Tempo: ‚Is facebook shutting down‘ schaffte es bei Google trends in die Spitzenränge der am häufigsten getätigten Suchanfragen – virale Verbreitung at it’s best.“

2. „Wer hat Angst vor Wikileaks?“
(blog.zdf.de, Mario Sixtus)
Mario Sixtus hält fest, dass sich Informationen, die sich von ihren stofflichen Wirtskörpern befreit haben, nicht mehr festhalten lassen. „Wer heute Informationen besitzt, die ein anderer geheim halten will, der kann diese auf einem USB-Stick in ein x-beliebiges Internet-Café an einem y-beliebiegen Ort tragen, sie dort zu einem kirgisischen One-Click-Hoster hochladen, danach den durch einen libyschen URL-Shortener gejagten Link mit Hilfe eines Mail.ru-Accounts an die internationalen Top-100-Twitterer schicken und dann gemütlich dabei zusehen, wie die Informationsbombe zündet. Und es gibt genau einen Weg, dieses Szenario aus dem Möglichkeitsraum auszusperren: das Internet abschalten.“

3. „Keine Angst vor Kopftüchern“
(nzz.ch, ras.)
Die Bewerbung einer Westschweizer Journalistin, die „ihren islamischen Glauben mit einem Kopftuch zur Schau trägt“, führt bei der SRG zu einer Diskussion über das Tragen religiöser Symbole bei der Arbeit. Rainer Stadler hält Journalismus auch punkto Kleidung für einen freien Beruf: „Medienvertretern in Sandalen, mit abgewetzten Bluejeans, verwaschenen T-Shirts oder Dreitagebärten wurde der Zutritt zu Anlässen kaum je verwehrt. Zumindest jene, die professionell mit Journalisten zu tun haben, werden sich darum schwerlich durch ein Kopftuch provoziert fühlen.“

4. „Die Namen der beiden deutschen Reporter im Iran sind Marcus Hellwig und Jens Koch“
(perlentaucher.de, Thierry Chervel)
Thierry Chervel beschäftigt sich erneut mit dem irritierenden Verhalten der deutschen Medien, die Namen der im Iran festgehaltenen Journalisten von „Bild am Sonntag“ nicht zu nennen. „Von Anfang an hat der Verzicht auf die Namensnennung die Affäre in ein ungutes und unklares Licht gesetzt, als schwebe in dieser Affäre irgendetwas ‚Unnennbares‘ mit, als gebe es ein unsauberes Geheimnis.“

5. „Usher twittert fremd“
(fabian-soethof.de)
„Bild“ behauptet, Usher twittere auf twitter.de. Die Domain twitter.de gehört allerdings einer Firma namens Melbourne IT Digital Brand Services.

6. „Eltern-Streik“
(dasnuf.de)
Der Eltern-Streik, ein Experiment. „Tag 1: Wir lassen Geschirr und ähnliches stehen. Räumen aber Müll weg. Kleidungsstücke stapeln wir auf einer Stelle. Kind 1.0 zeigt keine registrierbaren Reaktionen auf die steigende Unordnung.“

Feuilletons, Luxusblogger, Dioxin

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1. „Best of Feuilleton 2010“
(umblaetterer.de)
Die 10 besten Texte aus den Feuilletons 2010 (Begleittext). Mit dabei ist Simone Meier, die als einzige eine „dezidiert kritische Rezension des Helene-Hegemann-Romans ‚Axolotl Roadkill'“ wagte, „bevor ab dem 5. Februar der Hype um das Buch in eine Plagiatsdebatte umschlug“. Und Stefan Niggemeier, dem ein „herausragender metajournalistischer Artikel über die Berichter­stattung nach der Loveparade-Katastrophe im Juli“ attestiert wird.

2. „ARD & Co.: Die vorhersehbare Talkshow“
(das-magazin-der-autoren.de, Wolfgang Michal)
Wolfgang Michal weiß, warum junge, unbekannte Leute vom deutschen Fernsehen nur äußerst ungern in Talkshows eingeladen werden. „Denn unbekannte junge Leute kennt ja niemand – sonst wären sie nicht so unbekannt. Unbekannte junge Leute, die keinerlei Talkshow-Erfahrung haben, sind außerdem nicht talkshow-erfahren…“

3. „Eure Luxusblogger-Probleme kotzen mich an“
(philibuster.de, Michael Stepper)
Michael Stepper kommentiert die Reaktionen von deutschen Bloggern auf den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag: „Was seid Ihr nur für Weicheier, dass Ihr zwar schimpft wie Rohrspatzen gegen Zensurversuche von Seiten der Politik, aber lieber einsam vor Euch hinjammert, anstatt endlich gemeinsam aufzustehen? In Tunesien, in Algerien, im Iran und vor allem in China haben Blogger richtige Probleme.“

4. „A Brief History of Conspicuous Product Placement in Movies“
(youtube.com, Video, 6:31 Minuten)
Eine Zusammenstellung von Filmen mit auffälligen Produktplatzierungen. Besonders viele Marken wurden in den Filmen von Michael Bay gesichtet.

5. „Erbarmet Euch der Werbeflächen!“
(herrmeyer.ch)
Thomas Meyer thematisiert die Sprache in der Werbung: „Firmengebäude, Fahrzeuge, Verpackungen, und überall muss etwas Schlaues gesagt werden. Meistens wird dann etwas draufgeschrieben, das professionell klingt, aber nichts aussagt.“

6. „Dioxin – eine Chronologie“
(youtube.com, Video, 1:42 Minuten)
Auf Dioxin-Skandale folgen Forderungen nach Konsequenzen. Immer wieder.

Spiegel, Giffords, Dioxin

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1. „Eure Doppelmoral kotzt mich an (1): DER SPIEGEL“
(gutjahr.biz, Richard Gutjahr)
Der „Spiegel“ kritisiert in der aktuellen Titelgeschichte „Facebook & Co“. Mit einer unersättlichen Datensammelwut würden solche Firmen „Milliarden-Geschäfte“ in die Wege leiten. Nicht erwähnt wird, dass auch, wer ein „Spiegel“-Testabo beantragt und ein bestimmtes Häkchen ankreuzt, einwilligt, „dass er nicht nur vom SPIEGEL Verlag, sondern auch von beteiligten Verlagsgesellschaften für alle aktuellen und künftigen Publikationen zugespamt werden darf. Darüber hinaus muss er befürchten, über Jahre hinweg von privaten Callcentern telefonisch belästigt zu werden, um ihm fernmündlich irgendein Abo unterzujubeln.“

2. „Feindbild: Internet!“
(wasmitmedien.de, Daniel Fiene)
Daniel Fiene beschäftigt sich mit der gleichen Titelgeschichte und fragt, was denn so schlimm sei an personalisierter Werbung: „Technik, die so genaue Nutzerprofile erstellen kann, könnte irgendwann zum Missbrauch eingesetzt werden. Willkommen im Hätte-Wenn-Und-Aber-Journalismus. Mit diesem Argumentation ließe sich auch eine Hass-Titelgeschichte rund um Feuerzeuge rechtfertigen. Schließlich kann ich damit nicht nur meine Ikea-Teelichter, sondern auch Bomben anzünden.“

3. „Mediendemokratie auf niederbayerisch“
(blog-cj.de, Christian Jakubetz)
Das Amt des Präsidenten der Bayerischen Landeszentrale für Neue Medien wird neu besetzt. Die Kandidatin Gabriele Goderbauer-Marchner wird in der Lokalpresse mit fragwürdigen Argumenten niedergeschrieben.

4. „How incorrect reports of Giffords’ death spread on Twitter“
(lostremote.com, Steve Safran, englisch)
Die Twitter-Konten @BreakingNews, @nprnews, @BBCBreaking und andere vermelden zwischenzeitlich den Tod der angeschossenen US-Politikerin Gabrielle Giffords.

5. „Misere der Meisterdenker“
(freitag.de, Hans Ulrich Gumbrecht)
Hans Ulrich Gumbrecht sieht „Kritik nur als Detailkorrektur auf der Linie eines immer breiteren Mehrheitskonsensus akzeptier- und denkbar“. „Ohne die stimulierende Kraft des riskantes Denkens, befürchte ich, könnten die zur Norm gewordenen ehemaligen Intellektuellen- und Minoritätenmeinungen so repressiv werden wie in der Vergangenheit – auf der anderen Seite des für immer verschwundenen Eisernen Vorhangs – eine zum Staats-Sozialismus entartete Sozialdemokratie.“

6. „Ein Bild von einem Ei“
(juliane-wiedemeier.de)
Wie die „Tagesthemen“ das Thema Eier und Dioxin über eine Woche hinweg illustrieren.

Demokratisierung, Autorisierung, Flattr

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1. „Mir reicht’s langsam! Brief an Bodo Hombach“
(julius01.de, Julius Endert)
Julius Endert schreibt an WAZ-Geschäftsführer Bodo Hombach. Es sei ziemlich vermessen, „die eigenen Erzeugnisse per se als qualitätshaltig gegenüber dem Rest im Netz abgrenzen zu wollen“ – „grundsätzlich ist es so, dass der Wert eines Inhaltes vom Empfänger und nicht vom Absender bestimmt wird“.

2. „Das Drama der Demokratisierung“
(dirkvongehlen.de)
Die Demokratisierung der Publikationsmittel führt zu wunderlichen Abgrenzungsaktionen bei Gastronomiekritikern, Fotografen, Journalisten. Dirk von Gehlen fragt, ob das erforderlich sei – andere, längst demokratisierte Berufsgruppen hätten das doch auch nicht nötig. Man könne sich „nur schwer einen professionellen Koch vorstellen, der öffentlich erklärt, ‚wenig Geschmack‘ an einer privat angerichteten Speise zu finden und überhaupt in diesem von einem Amateur zubereiteten Mahle nichts Neues entdeckt zu haben.“

3. „Kurzfazit: Sieben Monate Flattr im Einsatz“
(netzpolitik.org, markus)
Markus Beckedahl resümiert den Einsatz von Flattr nach sieben Monaten: „Aus kommerziellen Gründen müssten wir eigentlich nur noch Unterhaltung fahren. Eine Formel um reich zu werden scheint auf jeden Fall Boulevard zu sein. In der Netzpolitik heißt das möglichst polemisch sein, wenig Arbeit und Recherche reinstecken und ein klares Feindbild haben.“

4. „Im Namen der Zwiebel“
(tagesspiegel.de, Rainer Moritz)
Rainer Moritz erinnert an die Vorzüge der 2001 eingestellten ZDF-Sendung „Das Literarische Quartett“: „Man konzentrierte sich auf zentrale Bücher, folgte nicht dem grassierenden Trend, alles über den grünen Klee zu loben und mit drei Halbsätzen abzuhandeln, polemisierte unverhohlen, ging zu persönlichen Angriffen über, mühte sich darum, ästhetische Fragen anzusprechen, verzichtete auf kreuzdämliche Einspielfilme und lud sich als Gast nicht lesebeflissene ‚Tatort‘-Kommissare, sondern kompetente, diskussionsfreudige Literaturkritiker ein.“

5. „Zehn Minuten lang eine gute Show“
(volksfreund.de, Sarah-Lena Gombert)
Ein Kurzinterview mit Florian Silbereisen erscheint nicht, weil seine Managerin bei der Autorisierung eingreift: „Sie wisse zwar, dass Silbereisen gewisse Dinge gesagt habe, erklärt mir die Managerin beim erneuten Telefonat. Doch sie habe ihm bereits mehrfach gesagt, dass er das in Interviews nicht sagen soll. Darum hat sie einen völlig harmlosen Satz kurzerhand gestrichen.“

6. „leben in berlin“
(kunstlehrerin.wordpress.com)
Die Vorteile (Pluspunkte) und Nachteile (Minuspunkte) des Lebens in Berlin.

Österreich, Datenjournalismus, Punkt 12

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1. „Falsches Foto von Mordopfer“
(diepresse.com)
„Österreich“ wurde am Mittwoch vom Landesgericht für Strafsachen in Wien zu einer Entschädigungszahlung von 20.000 Euro verurteilt. Die Tageszeitung wies ein von Facebook stammendes Foto einer unbeteiligten Studentin als Abbildung einer ermordeten Prostituierten aus.

2. „Die Story sichtbar machen“
(politik-kommunikation.de, Maximilian Steinbeis)
Der langjährige Parlamentskorrespondent Maximilian Steinbeis plädiert dafür, von der langweiligen Personalisierung wegzukommen und sich um den spannenderen Datenjournalismus zu kümmern. Es interessiere ausserhalb der Hauptstadtdunstglocke niemanden, „wenn irgendein langweiliger Politiker Ärger mit irgendeinem anderen langweiligen Politiker hat.“

3. „Datenjournalismus und die Zukunft der Berichterstattung“
(netzpolitik.org, Lorenz Matzat)
Auch Lorenz Matzat tritt für den Datenjournalismus ein: „Journalismus, der sich selbst ernst nimmt, muss sich diesem Feld widmen. Mit der ihm eigenen Spezifik und seinen Werkzeugen.“

4. „Geschichte muss mehr sein als Entertainment“
(zeit.de, Christian Staas)
Das deutsche Geschichtsfernsehen habe sich aus der Debattenkultur verabschiedet, kritisiert Christian Staas. Er regt an, das Fernsehen „könnte die Technik der Montage nicht nur zum Addieren einander stützender Aussagen benutzen, sondern Widersprüche in Szene setzen – zwischen Zeitzeugenerinnerung und Historikersicht, zwischen großer und kleiner Geschichte, zwischen einzelnen Bildquellen. “

5. „Die arme Familie Grüttner“
(tina-andi.blogspot.com, Andreas)
Andreas fragt sich, warum ein RTL-Reporter in einer kalten Wohnung vor einem nicht angefeuerten Kamin sitzt.

6. „Warum mir 02 keinen Vertrag geben möchte II: Nachricht von Arvato Infoscore“
(mindsdelight.de, Marco)
Marco erhält einen Brief von Arvato Infoscore: „Ich wohne also alleine in Neukölln, bin 24 Jahre alt und zahle meine Rechnungen nicht. In Wahrheit weiss Arvato das alles aber gar nicht. Sie nehmen sich nur die Daten, die ich O2 beim Vertragsgesuch gab, schauen in ihrer Tabelle über Neukölln nach und gehen einfach davon aus, dass ich meine Rechnungen nicht bezahle.“

Viel Spaß, Talkshows, Schweinegrippe

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1. „Die Zeitschrift mit dem Frausrufezeichen“
(stefan-niggemeier.de)
Die Zeitschrift „Viel Spaß“ löst den Konflikt zwischen Frage und Fakt mit einem neuen Satzzeichen.

2. Interview mit Peter Frey
(faz.net, Michael Hanfeld)
Der Chefredakteur des ZDF, Peter Frey, erinnert daran, dass TV-Talkshows den ältesten Zuschauerschnitt haben. Darauf verstärkt zu setzen sei „waghalsig und kein Schritt in die Zukunft“. „Die Versuchung der Talkleute besteht darin, Erfolg durch die stets gleichen Namen zu suchen. Manchmal habe ich den Eindruck, dass Politiker der Generation Siebzig-plus da Sonderverträge haben.“

3. „Wer wird wie oft zu Talkshows eingeladen?“
(zettelsraum.blogspot.com, Zettel)
Zettel glaubt, aufgrund von Auswertungen zu eingeladenen Gästen in Talkshows 2010 (siehe auch meedia.de, 22.12.2010) einen Überhang an linken Politikern erkennen zu können.

4. „Sieben Leitlinien für die SRG“
(nzz.ch, Roger de Weck)
Roger de Weck, neuer Generaldirektor der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft SRG, legt in sieben Leitlinien seine Sicht auf den öffentlichen-rechtlichen Rundfunk dar.

5. „Über Parallelen zwischen Napoleon und den Guttenbergs“
(zeit.de, Harald Martenstein)
Harald Martenstein denkt darüber nach, wie Journalisten die Selbstinszenierung von Politikern aufnehmen. „Was mir auf den Geist geht, sind die Myriaden von Kollegentexten, in denen aus jeder Politikerhandlung eine Karrieretaktik herausgelesen wird. Wenn ein gewisser Brüderle eine Rede hält oder eine Rede absagt, dann gewiss nur deshalb, weil er den Job eines gewissen Westerwelle haben möchte.“

6. „Medien nur mäßig begeistert von Comeback der Schweinegrippe“
(der-postillon.com)
Siehe dazu auch „H1N1 ist die neue Allerweltsgrippe“ (zeit.de, Dagny Lüdemann).

Kai Diekmann, Pferdekutschen, Götz George

6 vor 9

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1. „Kai Diekmann im Glashaus“
(fr-online.de, Ulrike Simon)
Ulrike Simon schreibt zum zehnjährigen Wirken von Kai Diekmann als „Bild“-Chefredakteur. Viele Medien würden Diekmanns Kampagnen kritisieren: „Von der politischen Seite 2 lassen sie sich dennoch inspirieren. Und braucht Diekmann aus der Branche Mitstreiter in eigener Sache, kann er der Unterstützung sicher sein.“

2. „Gratiskultur Print“
(stefan-niggemeier.de)
„Bild“ findet weniger Käufer, aber Umfragen gemäß mehr Leser: „Man muss diese Leute nicht gleich Raubkopierer nennen, um festzustellen: In der Printwelt hat sich eine gewaltige Kostenloskultur entwickelt. (…) Und die Verlage stören sich nicht daran, sondern sind auch noch stolz darauf.“

3. „Wirre Aussagen zum Medienwandel von der neuen ARD-Vorsitzenden“
(neunetz.com, Marcel Weiß)
Marcel Weiß kommentiert Aussagen der Vorsitzenden der ARD, Monika Piel, im „Handelsblatt“ und im „Tagesspiegel“: „Ich kann beim besten Willen nicht nachvollziehen, in welcher Situation Google gefährlich für die ARD ist. Google hilft wie bei den privaten Angeboten auch bei den Öffentlich-Rechtlichen bei der Verbreitung ihrer Inhalte. Da diese Inhalte vom Gebührenzahler finanziert sind, ist eine maximale Verbreitung wünschenswert.“

4. „… im Osten“
(thomastrappe.wordpress.com)
Wenn der freie Journalist Thomas Trappe über Rumänien schreibt, „über die deutsche Minderheit in Siebenbürgen“, fügt er Pferdekutschen hinzu – da so ein Abnehmer der Geschichte wahrscheinlicher wird: „Tatsächlich habe ich drei größere Geschichten für Ost- wie Westzeitungen geschrieben, die allesamt nichts mit der Pferdezucht zu tun hatten, aber unabhängig voneinander mit Kutsche und Pferd bebildert wurden.“

5. „Die Neujustierung der Meinungsfreiheit“
(geografitti.de, ttm)
Für Timo Thalmann ist die Meinungsfreiheit im Umbruch, an eine bedingungslose Verteidung durch die traditionellen Journalisten glaubt er nicht: „Das Internet ist für einen Vollblutjournalisten alter Schule eine permanente narzisstische Kränkung. Vor allem deswegen ist diese eigentlich dafür prädestinierte Berufsgruppe als Verteidiger der Meinungsfreiheit nahezu ein Totalausfall. Dabei müssten sie allen Schreibern im Netz beispringen, wenn Abmahnungen und Klagen die Freiheit einschränken.“

6. „Es gilt das gestrichene Wort“
(noz.de, Joachim Schmitz)
„Kein Interview mit Götz George“

Johnny Eisenberg, Seymour Hersh, Photoshop

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1. Interview mit Johnny Eisenberg
(freitag.de, Ulrike Winkelmann)
Rechtsanwalt Johnny Eisenberg spricht über „Bild“, Politiker und Privatsphäre: „Ich habe noch keinen einzigen Politiker gesehen, der in einer echten Krise das Geld hatte oder aufbringen wollte, der Bild Paroli zu bieten und die 80.000 Euro oder so Prozesskosten zu riskieren.“

2. „Verlegerforderung Leistungsschutzrecht: Ja, habt ihr denn überhaupt keinen Stolz?“
(carta.info, Mario Sixtus)
Mario Sixtus schreibt den Printverlegern einen Brief zum von ihnen geforderten Leistungsschutzrecht: „Liebe Verleger, das tut jetzt vielleicht ein wenig weh, aber einer muss es mal deutlich sagen: Euch hat niemand gerufen!“

3. Interview mit Seymour Hersh
(taz.de, Thomas Leif, Lars-Marten Nagel)
Seymour Hersh empfiehlt investigativen Journalisten, sich weniger um die Spitzenpolitiker zu kümmern: „In der zweiten oder dritten Reihe hingegen finden sich manchmal Menschen, die tatsächlich an der Wahrheit interessiert sind. Aber die Leute an der Spitze der Regierung, du meine Güte!“

4. „Keine Zensur!“
(zeit.de, Alice Bota)
Alice Bota sieht die Einschränkung der Pressefreiheit als europäisches Problem: „Wer behauptet, die internationale Aufregung um Ungarn sei aufgebauscht, der hat sich allzu sehr an die scheinbare Selbstverständlichkeit gewöhnt – so wie der gesunde Mensch, der sich nicht vorstellen kann, krank zu werden.“

5. „Top 20 Photoshop Disasters of 2010“
(psdisasters.com, Bilder, englisch)

6. „Der Zugnomade“
(faz.net, Uwe Ebbinghaus)
Friedhelm W. „lebt, schläft und arbeitet in Zügen. Die DB-Lounge ist seine Küche, sein Wohnzimmer und sein Bad.“

Weihnachtsmann, Rebell.tv, Alois & Annely

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1. „Sport Bild-Watch (9)“
(el-futbol.de, Sidan)
Sidan blickt mit „Sport Bild“ auf das Jahr zurück: „(…) bei den Bayern lief wie immer alles rosarot in diesem Jahr. Der schlechte Start in diese Saison, der große Rückstand auf die Tabellenspitze? Kann man im Sport Bild-Jahresrückblick lange suchen.“

2. „Verleger, hört endlich auf zu jammern!“
(meedia.de, Stefan Winterbauer)
Stefan Winterbauer mag die Klagen der „lieben Verleger“ über die App der „Tagesschau“ nicht mehr hören. „Hört auf zu jammern, reißt Euch am Riemen und denkt nach über sinnvolle neue Inhalte, die eben nicht das Standard-Nachrichtenangebot abdecken.“

3. „Virginia und der Weihnachtsmann“
(blog.gwup.net, Bernd Harder, Patrick Pricken)
Eine aktualisierte Antwort an Virginia auf die Frage, ob es den Weihnachtsmann gibt: „Virginia, deine kleinen Freunde haben Recht. Es gibt keinen Weihnachtsmann. (…) Die Welt ist wunderbar genug, da muss man keinen Weihnachtsmann erfinden.“

4. „Der ganz besondere Blick“
(medien-monitor.com, Nora Weis)
Nora Weis verbringt einen Tag mit der 23-jährigen Verena Günnel, die unter anderem für das Magazin Ohrenkuss arbeitet, das von Menschen mit Down-Syndrom gestaltet wird.

5. Die Liebesgeschichte von Alois & Annely
(zeit.de, Erwin Koch)
Alois und Annely treffen sich erstmals am 19. November 1950. Am 19. Mai 2003 stirbt Alois.

6. „rebell.tv …“
(umblaetterer.de, Marcuccio)
Rebell.tv von Stefan M. Seydel wird am 31. Dezember 2010 vom Netz genommen. Eine letzte Möglichkeit, in den rund 3000 Videos, 500 Podcasts und 16.000 Blogeinträgen zu stöbern.

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