Archiv für 6 vor 9

6 vor 9

1. „Google will alle Zeitungen der Welt online bringen“
(blog.handelsblatt.de/indiskretion, Thomas Knüwer)
„Alle Zeitungen. Der Welt. In Original-Optik. Volltext durchsuchbar. Online.“ Soweit das Blog. Die Meldung für die Zeitung hier: „Google plant riesiges Online-Zeitungsarchiv

2. „Die wechselhafte Rolle der Medien im US-Wahlkampf“
(medienheft.ch, Gerti Schön)
„Das Wahl- wie auch das Medienvolk, hin- und hergerissen zwischen Barack Obamas Charisma und Sarah Palins mädchenhafter Dreistigkeit, muss sich nun der Substanz der Kandidaten und ihrer Programme zuwenden und aufhören, sich auf Jon Stewarts abendliche Satireshow ‘Daily News’ zu verlassen. Denn hier, bei dem Kabelsender ‘Comedy Central’, hat man die besten Chancen, die Widersprüchlichkeiten in den Aussagen der Politiker schonungslos serviert und die allgemeine Verzerrung der Realität durch eine Dosis Realsatire ersetzt zu bekommen.“

3. „Die neuesten Leserzahlen der Schweizer Presse“
(persoenlich.com)
„Bei der Auswertung der Reichweiten der Printmedien ‘Mach Basic 2008-2′ zeigt sich, dass die Gratiszeitungen weiter im Vormarsch sind. Die Sonntagszeitungen können das Niveau halten — nur der ‘SonntagsBlick’ hat erneut signifikant Leser verloren. Die grossen Tageszeitungen haben tendenziell an Reichweite eingebüsst. „

4. Dr. Kai Gniffke fragt: „Bin ich naiv?“
(blog.tagesschau.de, Kai Gniffke)
„Ich fürchte, ich bin naiv. Nicht nur weil ich mich zum Beispiel immer mal wieder dabei erwische, dass ich an das Gute im Menschen glaube. Ich bin wohl ein völlig naiver Journalist: Ich glaube doch tatsächlich, dass es unser Job ist, über Politik zu berichten, aber eben nicht zu unseren Aufgaben zählt, Politik zu machen.“

5. „Hat DER SPIEGEL erneut einen Sozialdemokraten abserviert?“
(pottblog.de, Jens Matheuszik)
Jens Matheuszik fragt sich, ob es einen Grund gab, dass das Cover des Spiegels nicht wie üblich schon am Samstagnachmittag online war. Über das Titelblatt schreibt er: „Dort konnte man noch – zusätzlich zum Hauptthema RAF – schnell den Steinmeier-Coup abbilden. (…) Da hat man meiner Meinung nach also von der Entscheidung schon vorher gewußt und dann auf die eigene Vorab-Veröffentlichung im Internet gewartet.“

6. „Liebeserklärung ans Internet“
(spreeblick.com, Sascha Lobo)
„Ich liebe das Internet, weil es die Welt verbessert. Viele Menschen vor uns haben dafür gekämpft, dass die Umstände besser werden. Einige haben es tatsächlich Stück für Stück geschafft. Aber keine Generation vor uns hatte eine derart mächtige Waffe der Weltverbesserung in der Hand wie das Netz.“

6 vor 9

1. „Der ‘Subway’-Journalismus von ProSieben“
(stefan-niggemeier.de)
Die PR-Agentur „foleys“ macht mit einer Pressemeldung klar, dass TV-Formate wie „Galileo“ auf PRO7 oder „Abenteuer Leben“ auf Kabel 1 nur am Rande etwas mit Journalismus zu tun haben: „Das Team von foleys PR initiierte und begleitete dabei alle Drehs, bereitete deren Inhalte vor, briefte die Protagonisten und TV-Teams und stand ihnen und den jeweiligen Franchisepartnern vor Ort mit Rat und Tat als verantwortliche Kontrollinstanz (und Pressesprecher) zur Seite.“

2. „Die traurige Nachricht vom vermeintlichen Bucherfolg“
(literaturcafe.de)
PR-Texte landen aber auch „mit steter Regelmäßigkeit in den Regionalteilen meist kleinerer Zeitungen“, zum Beispiel im Südkurier: „Völlig unreflektiert zitiert der Mitarbeiter des Südkuriers den PR-Text des Verlages und erwähnt mit keinem Wort, dass der Erfolg lediglich erkauft wurde. Kritischer Journalismus sieht anders aus.“

3. „SVP setzt auf Online-TV“
(tagesanzeiger.ch, Ruedi Baumann)
„Mit Videobeiträgen auf dem Internet und guter Präsenz auf You Tube will die SVP «schnell und ungefiltert» informieren. Mit ihrem SVP-TV sind sie wieder mal die Ersten.“

4. Der Chefredakteur der Rheinischen Post im Interview
(duesseldorf-blog.de)
Sven Gösmann, Chefredakteur der Rheinischen Post mit ihrem Onlineportal von RP Online, erklärt, wie man es anstrebt, „die Zahl der Page Impressions (PI’s) von derzeit 51 Mio. monatlich“ noch zu steigern: „Durch gute Inhalte, eine kontinuierliche technische und journalistische Entwicklung, eine intelligente Bewerbung des Auftritts in der Zeitung (wie auf den neuen Lokalseiten).“

5. „The news of FHM“
(coffeeandtv.de, Lukas)
„Welchen Nachrichtenwert hat es eigentlich, wenn sich leidlich bekannte Blondinen für ein Herrenmagazin ausziehen und dieses Magazin dazu eine kurze Pressemitteilung raushaut?“

6. „Münstersche Zeitung bringt TV-Programm als Retrospektive“
(pr-ip.de, Christoph Salzig)
Christoph Salzig bestellt die Münstersche Zeitung ab, nachdem er dieses Wochenende in der Zeitung „das TV-Programm von Sonntag, 6. Juli 2008 (für Samstag) und von Samstag, 7. Juni 2008 (für Sonntag)“ abgedruckt sieht.

6 vor 9

1. „Der PR fehlt ein Link“
(georgholzer.at)
Georg Holzer erklärt, wie er mit unerwünschter und unangebrachter PR umgeht: „Jeder Absender, der mir ab jetzt irrelevante Aussendungen schickt, landet im Spam-Filter.“ Nicht davon betroffen sind Informationen, die man ein für alle mal mit einem leicht aufzufindenden Unsubscribe-Link abbestellen kann. „Ist so eine Kleinigkeit im Sinne eines guten Miteinanders von Journalismus und PR zu viel verlangt? Ich glaub nicht.“

2. „N24 simuliert die eigenen Zuschauer“
(medienpiraten.tv, Peer Schader)
Peer Schader hat einen starken Verdacht, dass nicht alle Teilnehmer der N24-Sendung “Debatte 2.0″ echt sind.

3. „Schall und Rauch“
(flashfrog.wordpress.com)
Flashfrog bringt etwas Klarheit in die Begriffe „Realname“, „Pseudonym“ und „Anonymität“.

4. „Was erlaube´ DFL!“
(freitag.de, Katrin Schuster)
„Fußballspiele sind besser vor medialem Missbrauch geschützt als jeder Mensch.“

5. „Der journalistische Schein“
(blog.handelsblatt.de/indiskretion, Thomas Knüwer)
Thomas Knüwer fragt sich, was für ein Mehrwert ein Korrespondent bietet, der in einer dem Ereignis nahe gelegenen Stadt Nachrichtenkanäle guckt.

6. „Auch Basler Zeitung will keine Links“
(blogdessennamenmansichnichtmerkenkann.com, ugugu)
Schon drei Wochen nach tagesanzeiger.ch hat nun auch baz.ch den Absatz, dass man „vorgängig eine ausdrückliche, schriftliche Bewilligung“ benötigt, um einen Link auf ihr Internetangebot zu setzen, herausgenommen. Ohne die Intervention von Bloggern wären die Bedingungen vermutlich noch immer unverändert.

6 vor 9

1. „Wie PR-Agenturen immer wichtiger werden“
(ndr.de, Video, 7:05 Minuten)
Wer einen Wortbeitrag im Lokalradio konsumiert, kann sich alles andere als sicher sein, mit Journalismus informiert zu werden. Die Möglichkeit, einen vorgefertigten PR-Beitrag zu hören, ist gross.

2. „Wie das ZDF seine Nachrichten missbraucht“
(welt.de, Kai-Hinrich Renner)
„Im ‘heute journal’ erschien ein Beitrag über die Berliner Medienwoche. Es ging um die Internetpräsenz der öffentlich-rechtlichen Sender, um die momentan heftig gestritten wird. Der Bericht war jedoch alles andere als neutral. Und so bleibt ein bitterer Nachgeschmack.“

3. Das Magazin n+1 gibt eine Anthologie auf deutsch heraus
(jungle-world.com, Martina Mescher)
2004 gründeten Keith Gessen, Mark Greif, Benjamin Kunkel und Marco Roth die Zeitschrift n+1. Sie erscheint „seitdem zweimal jährlich in einer sehr überschaubaren Auflage“.

4. „Sackgasse ‘Lindenstraße'“
(spiegel.de, Markus Brauck)
„Erstmals seit 16 Jahren zieht eine komplett neue Familie in Deutschlands älteste Seifenoper. Dabei wäre es Zeit, die muffigen TV-Wohnblocks endgültig dichtzumachen.“

5. Interview mit Jörg Pilawa
(digitalfernsehen.de)
Jörg Pilawa sagt nach dem Abtritt von Thomas Gottschalk das Ende von „Wetten, dass..?“ voraus: „Ich hoffe, er macht das noch ein paar Jahre und dann, glaube ich, wird es nach ihm das Format so nicht mehr geben.“

6. Interview mit dem neuen CEO der NZZ, Albert P. Stäheli
(werbewoche.ch, René Worni)
„WW: Sie sind mit Espace-Verlagsleiterin Franziska von Weissenfluh verheiratet. Da geht die Konkurrenzlinie gleich mitten durch die Familie? – Albert P. Stäheli: Ja, meine Frau hat gesagt, auf einen Konflikt mehr oder weniger komme es ja auch nicht mehr an (lacht). Aber Spass beiseite: Espace Media ist keine Konkurrenz zur NZZ.“

6 vor 9

1. Die Chefredakteurin von brand eins im Interview
(meedia.de, Oliver Scheiner)
Gründerin und Chefredakteurin Gabriele Fischer: „Ich sehe zwar einige neue Titel im Zeitschriftenhandel, aber da ist nichts wirklich Neues dabei. Die sind alle nach dem Strickmuster ‘Der Weiße Hai Teil II’ gestrickt – alles Dritt- oder Viert-Verwertungen. Das sind für mich keine neuen Ideen.“

2. „Das neue Modebewußtsein der Magazine“
(taz.de, Tobias Rapp)
„Es gibt allen Grund zu der Annahme, dass langfristig nur zwei produktorientierte Kulturindustrien übrig bleiben werden. Kunst und Mode. Die Tonträger verschwinden. Sobald die Übertragungsgeschwindigkeiten und Speicherkapazitäten groß genug sind, wird die Filmindustrie in Schwierigkeiten kommen. Und mit dem ‘Kindle’ wird demnächst das erste elektronische Buch mit Massenappeal auf den Markt kommen. Bleiben Kunst und Mode.“

3. „Fernsehen spielt online fast keine Rolle“
(spiegel.de, Jan-Philipp Hein)
Fernsehkritiker David Harnasch alias B-Arbeiter sitzt mehrere Stunden an seinen Beiträgen, die wenige Minuten lang sind. Er soll einer der wenigen Fernsehkritiker sein, denn das Medium sei nicht mehr kritikwürdig.

4. „Die GEZ-Verschwendung mit Oliver Kahn“
(welt.de, Antje Hildebrandt)
„Kaum sind die Klagen über Gebührenverschwendung beim Zweiten Deutschen Fernsehen verstummt, bahnt sich neuer Ärger an: Für das Abschiedsspiel des ehemaligen Nationaltorhüters soll der Sender doppelt so viel wie für ein gemeines Spiel im Uefa-Cup gezahlt haben – und das, obwohl der eigentliche Star fehlte.“

5. „Blogger als Journalisten: Was ‘die Neuen’ können“
(medianet.at, Matthias G. Bernold)
„Dass die Blogger in die erlauchten Kreise der renommierten Medien eindringen konnten, hat auch mit deren Schwäche zu tun. Als der zweite Irakkrieg losbrach – ließen sich selbst hervorragende Zeitungen wie die New York Times in die Regierungspropaganda einspannen. Es waren unabhängige Blogger, die Widersprüchlichkeiten anprangerten.“

6. „Gutes Fernsehen erst nach Mitternacht?“
(ringfahndung.de)
„Jeder darf sich jetzt gerne selber fragen, wieso drei der vier Fernsehtipps des Hamburger Abendblattes von heute (Ausriss) nach Mitternacht beginnen!“

6 vor 9

1. „Wladimir Putin, unser Held“
(ksta.de, Tobias Kaufmann)
„Hat Wladimir Putin einem Fernsehteam das Leben gerettet, als er gerade noch rechtzeitig einen sibirischen Tiger niederschoss? Eher unwahrscheinlich. Aber schön ist die Geschichte trotzdem.“

2. „Thomas Roth zum Putin-Interview im Ersten“
(tagesschau.de, Thomas Roth)
Der Journalist, der Putin für die ARD interviewt hat, meldet sich nach bisher 494, zum Teil empörten Kommentaren im Tagesschau-Blog zu Wort. Das ganze, sehr interessante Interview werde dann ausgestrahlt, wenn alle schlafen, nämlich morgens um 6:20 Uhr. Die Langfassung des Videos und eine vollständige Abschrift sollen nachgereicht werden.

3. Gratiszeitung Nyhedsavisen wird eingestellt
(fr-online.de, Hannes Gamillscheg)
„Nyhedsavisen, ein Eindringling aus Island, hatte mit einem an alle Hausstande verteilten Gratisprodukt den dänischen Zeitungsmarkt aufmischen wollen. Am Montag drehte der letzte der Investoren den Geldhahn zu, und alles ist beim alten. Nur dass die großen Zeitungsverlage im Abwehrkampf gegen die Neulinge Hunderte Millionen Kronen verpulvert haben, die sie auch hätten brauchen können, um ihre unter Auflagenschwund leidenden Abonnement- und Boulevardblätter attraktiver zu machen.“

4. „‘Penthouse’-Chefredakteur Molzer im Interview“
(dwdl.de, Daniel Häuser und Peter Böhling)
Kurt Molzer: „Der Mann wird ja bevormundet in den anderen Heften. Nach dem Motto: Zieh dir diese Schuhe und das Hemd an, weil du selbst einfach zu blöd dazu bist. Aber wer braucht diese Tipps eigentlich? Ich mache das Heft für einen Mann, der keine albernen Lebensweisheiten braucht.“

5. „Google – Die Besserwisser“
(morgenpost.de, Ulli Kulke)
Eine erste Vorschau auf das 10jährige Firmenjubiläum von Google.

6. „Der wichtigste Deutsche – ein Blogger“
(denquer.de, Stefan Oßwald)
Vanityfair.de macht Jagd auf Page Impressions mit einer Liste der 100 wichtigsten Deutschen. Zu manipulieren ist sie mit den einfachsten Mitteln, zum Beispiel mit dem VanityFakeVoter.

6 vor 9

1. ARD bringt nur stark gekürztes Putin-Interview
(spiegelfechter.com, Jens Berger)
Thomas Roth von der ARD interviewt Wladimir Putin eine volle Stunde – ohne jede Themenbeschränkung. Gezeigt werden aber nur 9 Minuten. Zum Glück gibt es Blogs, welche die 27 Minuten, die im russischen TV ausgestrahlt werden, übersetzen. „Warum die ARD für dieses interessante und hochbrisante Stück Fernsehjournalismus keine halbe Stunde Sendezeit über hatte, bleibt fraglich.“

2. „Verstörender Auftritt eines Präsidenten“
(tagesspiegel.de, Sebastian Bickerich)
„Was um alles in der Welt trieb Georgiens Präsident Michail Saakaschwili, nicht nur in Südossetien die Russen zu provozieren, sondern im ZDF am Donnerstag um 22:15 Uhr mit abgehalfterten Ex-Politikern und dem lallenden Peter Scholl-Latour zu debattieren?“

3. Interview mit ZDF-Intendant Markus Schächter
(dwdl.de, Thomas Lückerath)
„Das Fernsehen bleibt noch lange Zeit das Leitmedium. Aber die Konvergenz führt dazu, dass man bald nicht mehr weiß, auf welchem Weg die Bilder auf den Schirm kommen.“

4. „Was für grosse Flaschen“
(nzz.ch, ras.)
Rainer Stadler zeichnet die „Karriere des Worts ‘Massenbesäufnis'“ nach. Ihn „irritiert, dass der Konsument tagelang eine Medienkampagne abwarten muss, bis er über Kernfragen informiert wird, dass ihm Angst eingejagt wird, bevor überhaupt etwas vorgefallen ist. Erst alarmieren, dann kritisieren und zuletzt informieren: Das bedeutet eine Umkehrung der klassischen journalistischen Verhaltensregeln.“

5. „Wohnen wie wir“
(dasmagazin.ch, Max Küng)
„Darauf hat man lange gewartet: ‘Apartamento‘, ein neues Wohnmagazin aus Spanien, zeigt, wie normale Menschen heute wirklich wohnen.“

6. „Die Medien demokratisieren!“
(volkszustandsbericht.wordpress.com, Eckart Spoo)
„Dem WAZ-Konzern ist es gelungen, drei der vier in Thüringen erscheinenden Zeitungen in seinen Besitz zu bringen. Wer könnte in Thüringen noch gegen die Interessen dieses Unternehmens Politik machen?“

Wochenrückblick Nr. 35

Von Zürich nach Berlin, von Peking nach Denver und vom Fernsehen in den Geschichts-Workshop – unser Rückblick auf die 35. Kalenderwoche.

Olympia ist vorbei, die Feuerwerke gehen weiter (und diesmal in echt). Vor 84.000 Anhängern in Denver nahm Barack Obama seine Nominierung entgegen und ist somit der offizielle Präsidentschaftskandidat der Demokraten – das Medienereignis (und unser Bild) der Woche.

Die beiden jungen Frauen, die beim Spiel Deutschland gegen Österreich anlässlich der Fussball-Europameisterschaft des Deutschlandlieds erste („Deutschland, Deutschland über alles | Über alles in der Welt, …) statt dritte Strophe („Einigkeit und Recht und Freiheit | Für das deutsche Vaterland!“) aus dem Internet kopierten, mussten einen Geschichts-Workshop besuchen. Die falsche Strophe lief auf dem Staatssender SF2 als Teletextuntertitelung für Gehörlose.

Read On…

6 vor 9

1. Tiere!
(Matthias Breitinger, Netzeitung)
„Jeder dritte deutsche Haushalt besitzt ein Tier – und viele davon schauen dann womöglich auch gern einen entsprechenden TV-Sender, dachten sich zwei Fernsehmacher. Der Erfolg binnen eines Jahres gibt ihnen offenbar recht.“

2. Strib kündigt Associated Press
(paulgillin, Newspaper Death Watch)
Die Star Tribune, größte Zeitung um US-Staat Minneapolis, hat der Nachrichtenagentur AP gekündigt – zu teuer. In zwei Jahren ist dann Schluss. Medienblogs in den USA sehen schon einen Trend, weil die gedruckten regionalen Zeitungen immer mehr auf lokale und regionale Nachrichten setzen, brauchten sie den Service der Agentur nicht länger. Außerdem gebe es überregionale Nachrichten ja auch im Internet, zum Abdruck. (Gegen Geld, nicht so wie die Blogger.)

3. Internet macht Fernsehen den Garaus
(Lutz Hachmeister, Rheinischer Merkur)
„Tödliche Konkurrenz“ ist der Artikel des Medienwissenschaftlers überschrieben, in dem das Ende des Fernsehens mit seinen riesigen Sendern und einem Programm nach Sendeplatz: „Das Fernsehen und seine Macher werden gemeinsam untergehen, wenn die Fragen nach Modernität und Zeitgenossenschaft nur technologisch beantwortet werden.“

4. YouTube in der Türkei zensiert
(Gerd Höhler, Frankfurter Rundschau)
„Jeder Provinzrichter“ könne in der Türkei die Sperrung von Internetseiten veranlassen. In den vergangenen Jahren sei YouTube immer wieder betroffen gewesen, weil sich dort diffamierende Videos über Atatürk sind sehen lassen. Aber wie das mit dem Internet eben so ist: Zensur scheitert stets, weil man sich über „Umwege“ einloggen kann.

5. Bild berichtet aus der Zukunft
(spYri, BildBlog)
Michelle Obama hielt am Montagabend eine Rede auf dem Nominierungsparteitag – um 4.36 Uhr unserer Zeit, Dienstagmorgen. Trotzdem schreibt Bild in der Ausgabe vom Dienstag schon von einer „mitreissenden Rede“.

6. Videos und Blogs vom Parteitag
(Beth Lawton, Digital News Blog)
Was amerikanische Zeitungen an neuen Medien auf dem Parteitag der Demokraten ausprobieren, beschreibt das offizielle Blog der Newspaper Association of America: „Newspapers Ramp Up Digital Media for Convention“.

6 vor 9

1. „Verlogen – Reporter enthüllen Kriegspropaganda im Kaukasus“
(ndr.de, Video, 6:09 Minuten)
In den russischen Medien wird Micheil Saakaschwili, in den georgischen Medien wird Wladimir Putin als neuer Hitler dargestellt. Kann einer mit so einem Blick und solchen Augenbrauen nicht böse sein? Ausserdem: Fox News befragt ein Mädchen. Als sich das überraschend bei den Russen bedankt, wird sehr schnell eine Werbepause eingeschaltet.

2. „Bundesratsbunker: Debatte um kalten Kaffee“
(tagesanzeiger.ch, Reto Hunziker)
„Auf ‘Spiegel Online’ hat ein Schweizer Journalist den genauen Standort des Bundesratsbunkers genannt. ‘Blick’ zog nach. Dabei ist die Sache längst bekannt.“

3. „Im Mainstream angekommen“
(taz.de, Ben Schwan)
„Über 500 Blogger sind beim demokratischen Nominierungskonvent akkreditiert – so viele wie noch nie. Wer dabei sein darf, wird unter anderem von Google umsorgt.“

4. Matthias Horx im Interview
(diepresse.com, Isabella Wallnöfer)
„Die Gefahren, die der Zeitung drohen, drohen ihr nicht von der Technik, sondern von einer Art Selbstaufgabe. In den letzten zehn Jahren gibt es eine gewaltige Boulevardisierung, eine Vertrashung der Medienkultur. Zeitungen werden als Angsterzeuger, als Propagandainstrumente, als Reizsignalgeber benutzt. Das führt zu einem Niedergang der Zeitungskultur, vor allem, weil sich viele seriöse Zeitungen nun auch dieser reißerischen und Infotainment-Tendenz anschließen, weil sie Angst haben, sonst Auflage zu verlieren. Man begeht gewissermaßen Selbstmord aus Angst vor dem Tod.“

5. „Eitelkeit und Debattierkunst“
(weltwoche.ch, Andreas Kunz)
„Seit 15 Jahren spiegelt die Sendung ‘Arena’ die Schweizer Politlandschaft. Entsprechend mutlos wurde sie nun überarbeitet. Das neue Dekor fördert den konfektionierten Service public. Attraktive Rededuelle werden noch seltener.“

6. „Entwaffnende Ehrlichkeit“
(weltenweiser.blog.de, Myscantonic)
„Bei der Onlineausgabe der Internet World Business übt man sich in geradezu entwaffnender Ehrlichkeit. Neuer Trend: Ehrlicher Journalismus?“

Blättern:  1 ... 168 169 170 ... 229