Archiv für 6 vor 9

Wundersalben, Bären, Foursquare

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Wundersalbe, die II.“
(gesundheit.blogger.de, hockeystick)
Hockeystick über den Text „Der Wunderheiler“ von Werner Bartens im SZ-Magazin 18/2010: „Gegenüber den Wunderwirkungen der von Bartens gefeierten neuen Wundersalbe mutet der Anspruch ihres rosafarbenen Pendants, die Hautkrankheiten Neurodermitis und Psoriasis nebenwirkungsfrei zu heilen, geradezu bescheiden an.“ Mit dem rosafarbenen Pendant ist die Hautcreme Regividerm gemeint. Ein WDR-Film dazu führte zu einer Entlassung des Autors Klaus Martens.

2. „Reporter befragen Opfer via Handy im Krankenhaus“
(stuttgarter-zeitung.de, Helmut Hetzel)
Die niederländische Tageszeitung „De Telegraaf“ wird kritisiert, weil sie ein Telefoninterview mit einem neunjährigen Jungen führte, der den Absturz einer Afriqiyah-Airways-Maschine überlebte. „Reporter hätten in dem Krankenhaus angerufen, um sich nach dem Befinden des Jungen zu erkundigen, als plötzlich ein Arzt sein Handy an Ruben weitergereicht habe.“

3. „Dem Journalismus geht es erstaunlich gut“
(sueddeutsche.de, Wolfgang Blau)
„Zeit Online“-Chef Wolfgang Blau stellt fest, dass der Journalismus keine exklusive Profession mehr ist. Damit hätten sich aber viele der etablierten Journalisten noch nicht abgefunden und würden daher die Internetbeschimpfung als Mutprobe betreiben. Das Verhalten der Verlegerverbände erinnere an einen Bären, der wahllos um sich dresche, weil er von einer Wespe attackiert werde.

4. „Alle Redakteure raus! Ein Lob auf den Jahreszeitenverlag“
(blog.dummy-magazin.de, Oliver Gehrs)
Oliver Gehrs fragt, „ob denn wirklich jede Zeitschrift eine eigene Redaktion benötigt“. „Man muss sich ja manchmal wundern, wie viele feste Redakteure manche Blätter haben – beim Blick in das Impressum des ‚Stern‘ kann einem regelrecht schwindelig werden vor lauter Namen – einige darunter, von denen man höchst selten liest.“

5. „7 Ways Journalists Can Use Foursquare“
(mashable.com, Shane Snow, englisch)
Wie Journalisten einen Nutzen aus Foursquare, ein soziales Netzwerk für das mobile Internet, ziehen können.

6. Interview mit Günther Jansen
(jungewelt.de, Gitta Düperthal)
In einem Beitrag der Sendung „Report Mainz“ (Video, 6:34 Minuten) wird ohne nähere Erläuterung ein Mann gezeigt, der eine DDR-Fahne schwenkt. Es handelt sich dabei um Günther Jansen, Satiriker und Mitglied der Partei „Die Partei“.

Krokodil, Alles was zählt, Brutaloschläger

6 vor 9

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1. „Wie ein Krokodil zur Zeitungsente wurde“
(ndr.de, Video, 5:25 Minuten)
Wie Arne Poll, Volontär bei der WAZ, Ende April angeblich ein Krokodil sichtet, darauf aber nicht die Polizei informiert, sondern einen Artikel schreibt, den andere Journalisten aufgreifen. Stellung zu seiner Sichtung möchte er gegenüber dem NDR heute keine mehr nehmen.

2. „Linke Sache: Copy’n’Paste-Journalismus“
(blogs.sueddeutsche.de/schaltzentrale, Johannes Boie)
Johannes Boie liest auf bild.de Textpassagen, die er 2007 in einem Portrait von Franziska Drohsel auf jetzt.de geschrieben hatte.

3. „Daily-Soap Alles was zählt angeblich von der FSK zensiert“
(schnittberichte.com, Bob)
Gemäss Bild.de wurde die RTL-Soap „Alles was zählt“ von der FSK beschnitten, doch diese dementiert. „Es bleibt der Eindruck, dass RTL und Bild.de einen Skandal inszenieren wollten um die Daily-Soap Alles was zählt zu promoten.“

4. „iTunes: Die Bild-App ist eine Luxemburgerin“
(carta.info, Robin Meyer-Lucht)
Robin Meyer-Lucht kauft sich das PDF-Jahresabo für die Bild-App – und erhält dafür eine Abrechnung mit der luxemburgischen Mehrwertsteuer von 15 Prozent.

5. „www wie Wahrheit“
(dradio.de, Brigitte Baetz)
Wie Blogger die Medienwelt beeinflussen – mit Wikileaks und Stimmen von Stefan Niggemeier, Kai Gniffke, Jens Weinreich, Wolfgang Lieb und Alfons Pieper (auch als Audio, 18:11 Minuten).

6. „Ich, der gewalttätige Brutaloschläger ;-)“
(monsieurfischer.ch, Reto Fischer)
Reto Fischer findet ein Bild von sich in der „Aargauer Zeitung“, wie er einen Fußballspieler anrempelt. Nun müsse er „mit diesem unrühmlichen Auftritt in der Zeitung leben“, allerdings zeige die Momentaufnahme nicht, „was davor“ und „was danach passiert ist“. „Ich kann mir, wie gesagt, auch heute noch im Spiegel in Augen schauen und weiss dabei, dass ich kein Gewalttäter oder Hooligan bin.“

Große-Bley, Rüttgers, Delling

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1. Interview mit Ralph Große-Bley
(zeit.de, Ralph Pöhner und Peer Teuwsen)
Ex-„Bild“-Mitarbeiter und nun „Blick“-Chefredakteur Ralph Große-Bley, derzeit in den Schlagzeilen wegen einer zweiten Entschädigungszahlung an Thomas Borer, kennt ein „Sprichwort“, das an ein Zitat von Eric Schmidt erinnert: „Wenn Sie heute sehen, wie sich die Leute für irgendwelche Party-Sites fotografieren lassen, alkoholisiert, küssend, kniend, knutschend. Was man da zeigen darf, wird immer wieder aufs Neue eine spannende Frage sein. Es gibt ein Sprichwort: ‚Wenn du nicht willst, dass etwas über dich in der Zeitung steht, dann sorge dafür, dass es nicht passiert.'“

2. Interview mit Günter Netzer
(fr-online.de, Jan Freitag)
Günter Netzer über Gerhard Delling: „Er ist ein Spießer, so wie ich. Ein hochseriöser Junge, sprachlich auf dem allerbesten Stand. Man kann sich auf ihn verlassen. Delling hat diesen besonderen Humor, nie auf billigem Niveau.“

3. „Vertrauensvorschuss“
(taz.de, Max Dax)
Max Dax fragt sich, wie „der Vertrauensvorschuss, den Popkritiker benötigen, um als erkenntnisstiftende Instanz respektiert zu werden, wiederhergestellt werden“ kann.

4. „TV-Berichterstattung zur NRW-Wahl“
(funkkorrespondenz.kim-info.de, Dietrich Leder)
Dietrich Leder beurteilt die Fernsehbilder der NRW-Wahl mit dem abwesenden Jürgen Rüttgers: „Jene, die ihn – wie seine Parteifreunde Andreas Krautscheid oder Armin Laschet – in den Diskussionsrunden der nordrhein-westfälischen Spitzenkandidaten vertraten, rangen sich obskure Entschuldigungen ab, denen zufolge Rüttgers noch andere terminliche Verpflichtungen habe – am Wahltag!“ Eine gegenteilige Meinung dazu vertritt Lorenz Jäger auf faz.net; er sieht im Schweigen Rüttgers am Wahlabend „die Kunst der Abdankung“.

5. „Nominierte Grimme Online Award 2010“
(grimme-institut.de)
23 Websites wurden für den Grimme Online Award 2010 vorgeschlagen.

6. „Ein britischer Forscher fordert mehr Privatsphäre für Tiere“
(zeit.de, Frauke Lüpke-Narberhaus)
„Tiere bauen Nester, verstecken sich in Höhlen, klettern auf Bäume. Sie wollen nicht gesehen werden. Statt dieses Verlangen zu respektieren, stellen ihnen Paparazzi mit Zoomobjektiven, Nachtsichtgeräten und Peilsendern nach.“

Streifenwagen, Altpapier, Lotterleben

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1. „Wie Deutschlands Polizei mit Fernsehsendern kooperiert“
(dradio.de/dlf, Klaus Deuse)
In Hessen und Sachsen gibt es eine „Tarifliste für polizeiliche Filmdienste“, in der vom Polizeihund über den Streifenwagen bis zum Schlagstock alles aufgeführt ist. „Für das Engagement eines Polizeimeisters verlangt das hessische Innenministerium um die 70, für das eines echten Kommissars an die 90 Euro pro Stunde.“

2. „Aktuelle NRW-Wahlergebnisse? Bei @popkulturjunkie“
(medialdigital.de, Ulrike Langer)
Ulrike Langer vergleicht die aktuelle Ergebnisberichterstattung des ZDF zur NRW-Wahl mit jener von @popkulturjunkie Jens Schröder. „Es bleibt die interessante Frage, warum das ZDF mit seinem gesamten Apparat, seinen direkten Drähten nach Düsseldorf und wesentlich mehr Rechenleistung nicht schaffte, was ein einzelner Journalist mit Bordmitteln und Engagement hinbekam: Zuverlässig und auf dem aktuellen Stand berichten.“

3. „Der Aufstand der Radios“
(tagblatt.ch, Nick Joyce)
Alternative Radios verzichten auf eine Promotionsplattform – im Gegenzug werden sie von den grossen Labels nicht mehr mit Interviews und Presse-CDs beliefert. Sie überlegen nun, „verstärkt auf das Repertoire jener Labels zuzugreifen, die ihnen Neuveröffentlichungen auflagenfrei zur Verfügung stellen.“

4. „Und alle so: Whiskey!“
(evangelisch.de, Klaus Raab)
„Das Altpapier“ ist zurück. In der ersten auf evangelisch.de erschienen Ausgabe geht es um fehlenden Whiskey „in den Konferenzen der Wochenzeitung Die Zeit“.

5. „Spiegel kritisiert guten Journalismus von Stefan Niggemeier“
(frankfurter-magazin.de, Heiner Hänsel)
Heiner Hänsel über die „Spiegel“-Spalte „Kritiker in der Kritik“.

6. „Lotterleben“
(titel-magazin.de, Isabel Bogdan)
Isabel Bogdan beschreibt die Arbeitssituation jener, die nicht das Haus verlassen, um zu arbeiten. „Sich immer wieder selbst zu motivieren, sich zusammenzureißen, zu arbeiten, obwohl man noch schnell die Fenster putzen könnte oder noch ein Stündchen schlafen, das Dokument auf- und das Internet zuzumachen, obwohl einem kein Chef über die Schulter guckt, all das ist verdammt harte Arbeit. Und das ist mein Ernst.“

Gerüchte, Kriegsreportagen, SRG

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1. „Kobuk enttarnt ‚Österreichs‘ faulsten Lehrer“
(kobuk.at, Hans Kirchmeyr)
Das Portal oe24.at zeigt mit Pfeil auf ein unkenntlich gemachtes Symbolbild eines Lehrers und schreibt dazu: „Das ist Österreichs faulster Lehrer“.

2. „Wie der Boulevard Gerüchte streut“
(11freunde.de, Alex Raack)
Ein paar Gedanken zu Schlagzeilen wie „Also doch“ und „Was läuft da mit“: „Ganz krude wird es, wenn sich die Bild-Zeitung ganz offenherzig bei den Vielschreibern aus dem transfermarkt.de-Forum bedient, quasi der Großküche für Gerüchte. Schnell landen dann mal Wunschgedanken und Tagträume von meinungsfreudigen Fußball-Fans als brandheiße News auf der Online-Präsenz des Springer-Riesen.“

3. „Zehn Gründe, warum das Schreiben im Internet viel einfacher ist“
(magda.de, Wolfgang Michal)
Wolfgang Michal zählt zehn Gründe auf, warum Schreiben ohne Gatekeeper und Kürzungszwang, dafür mit Emotion, Aktualität, Links und Verbesserungsmöglichkeiten einfacher sein kann.

4. „Der Tod kam wie am Fließband“
(einestages.spiegel.de, Hans-Jörg Michaelsen)
Hans-Jörg Michaelsen über Ernie Pyle, der abseits der militärischen Führung über den Krieg schrieb. „Seine Reportagen wurden nicht nur in der Heimat, sondern auch in den vordersten Kampflinien gelesen. Sie erreichten die Soldaten per Feldpost aus der Heimat. Smarte Generäle sucht man in seinen Berichten vergebens. Stattdessen erwähnte Pyle die Namen und Heimatorte der einfachen Soldaten, für deren Eltern und Nachbarn war das eine Sensation. Man sprach wochenlang davon.“

5. „Leistungsschutzrecht für Presseverlage“
(irights.info)
Der Redaktion von iRights.info wurde ein Entwurf (PDF-Datei, 36 kb) eines möglichen Leistungsschutzrechts zugespielt, das einen „Formulierungsvorschlag der Presseverleger sowie Änderungsvorschläge der Gewerkschaften DJV und dju/ver.di“ enthält. „Würde der Gesetzgeber diesen Forderungen Folge leisten, würde das unweigerlich zu einer nie da gewesenen Rechtsverwirrung führen und die Berichterstattung und Informationsvermittlung sowie -beschaffung in einer Weise beeinträchtigen, die bislang nur in Ansätzen absehbar ist.“

6. „Fernsehapparatschiks“
(sonntagszeitung.ch, Roger Schawinski)
Roger Schawinski kommentiert die anstehende Wahl eines neuen Generaldirektors der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft SRG. „Wie wird es ausgehen? Niemand weiss es. Die SRG wird geführt wie der Vatikan. Oder der Kreml zu Sowjetzeiten. Ein Idealkandidat ist nicht in Sicht.“

Wir in NRW, Musikblogger, Sixx

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1. „Die Macht der Blogger“
(taz.de, Stefan Reinecke)
Stefan Reinecke über das Verhältnis der nordrhein-westfälischen Regionalzeitungen zur CDU und das Blog „Wir in NRW“, das „womöglich die Wahl am Sonntag mitentscheiden“ kann. „Die Zeitungslandschaft in Nordrhein-Westfalen ist ein spezieller Fall. Die Interessen von politischer Macht und Verlagshäusern, von Staatskanzlei und Medienkonzernen sind ungewöhnlich eng miteinander verzahnt.“

2. „Was sollte Medienjournalismus leisten?“
(nachdenkseiten.de, Albrecht Müller)
Redemanuskript von Albrecht Müller, der bei einer Internationalen Tagung im Mediencampus Leipzig acht Wünsche an den Medienjournalismus formuliert und diese mit vielen kleinen Beispielen unterfüttert.

3. „Hühnchen mit Perlenkette“
(Spiegel Online, Peer Schader)
Heute startet der neue Frauensender Sixx. Peer Schader stellt das Programm und die Senderchefin Katja Hofem-Best vor: „Mir war wichtig, einen Sender zu entwickeln, der nicht die üblichen platten Frauenklischees bedient, der nicht rosa ist und so ein Blümchen-Image hat, sondern dass sehr viel Humor dabei ist.“

4. „Über die Furcht vor der Kommerzialisierung“
(netzwertig.com, Martin Weigert)
Martin Weigert findet es nicht schlimm, wenn Blogs professioneller und wirtschaftlicher werden, und sieht das Problem darin, den Lesern dies ordentlich zu vermitteln: „Denn Gewinnstreben passt nicht in das Muster der unbequemen, intellektuellen und leicht revolutionären Gegenöffentlichkeit. Man darf gerne Dinge bewegen, aber tue dies doch bitte auf Basis ideeller, intrinsischer Motive.“

5. „Der Musikblogger – ein unverstandenes Wesen“
(lieinthesound.de, SomeVapourTrails)
SomeVapourTrails schreibt eine Polemik über Musikblogger, die ihre Texte immer mehr auf Konsumierbarkeit, Hypes und Promoter zuschneiden. „Für jeden Geschmack ist der passende Humbug vorhanden. Eingebildete Leser mit Indie-Attitüde werden ebenso vollgekotzt wie kleine Gören mit DSDS-Fieber. Letztlich liefert nämlich der auf Zeitgeist gestlyte Musikblog der gehobenen Tageszeitung, das Popkultur predigende wie desavouierende Magazin oder der mit Geheimtipps nicht geizende Miniblog den vermeintlich anspruchsvollen wie intellektuellen Hörern doch auch eine sehr berechenbare, vorgekaute Kost.“

6. „A list of words you can’t say on radio in Boston“
(facebook.com, Shout Out Louds, englisch)
Die schwedische Band Shout Out Louts hat sichtlich fasziniert eine Liste mit Wörtern abfotografiert, die man im amerikanischen Radio nicht sagen darf. Manche werden vorsichtshalber durchkonjugiert: „COME, COMING, CAME (in a sexual reference to ejaculation)“

Popper, Street View, al-Gaddafi

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1. Interview mit Tom Schimmeck
(jungle-world.com, Martin Reeh)
Tom Schimmeck kritisiert, dass „richtig viele Flächen, auf denen zuvor ernsthafter Journalismus betrieben“ wurde, von „Poppern“ übernommen worden sind, beispielsweise im SZ-Magazin. Zudem glaubt er, dass bei vielen Journalisten die Lust gewachsen ist, „dazuzugehören und mitzumischen“.

2. „Ein Persönlichkeitsrecht für Jägerzäune“
(mspr0.de)
Blogger mspro fragt sich, warum Journalisten dem Angriff von Datenschützern auf den Dienst „Google Street View“ so wohlwollend entgegen sehen. „Das Recht in der Öffentlichkeit fotografieren zu dürfen gehört uns allen! Die Daten, die uns öffentlich zu Verfügung stehen, helfen uns allen. Sie werden helfen, uns zu orientieren und werden uns Fahrten ersparen. Sie werden die Welt ein Stück weit transparenter machen.“

3. „Deutsche Medien betreiben Griechen-Bashing“
(evangelisch.de, Henrik Schmitz)
Henrik Schmitz gehen die differenzierten Beiträge zur Schuldenkrise in Griechenland unter „in der geballten Macht von ‚Bild‘, ‚BamS‘ und ‚Glotze'“: „Das Bild bleibt haften: Erst leben die Griechen über ihre Verhältnisse, dann retten wir sie mit unseren Steuergeldern und dann erdreisten sie sich noch, gegen eigene Sparmaßnahmen zu demonstrieren.“

4. Interview mit Lorenz Lorenz-Meyer
(derstandard.at, Ina Freudenschuß)
Für Lorenz Lorenz-Meyer ist die netzpolitische Öffentlichkeit „noch sehr selbstreferentiell, sehr auf Netzthemen bezogen“: „Es gibt unglaublich wichtige Themen wie die Finanzkrise oder den Afghanistan-Krieg, zu denen von dieser Nachwuchs-Intelligenz eine Stellungnahme gut und zu erwarten wäre, aber es kommt noch nichts.“

5. „Sponsoring: Ist ORF-Magazin ‚On‘ gekauft?“
(diepresse.com)
„Die Patronanzsendung entsteht eventuell nicht in redaktioneller Unabhängigkeit.“

6. Interview mit Bernhard Zand
(weltwoche.ch, Daniel Glaus)
Daniel Glaus befragt Bernhard Zand, der sich zusammen mit Volkhard Windfuhr in einem Wüstenzelt mit dem libyschen Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi zum „Spiegel“-Gespräch getroffen hat. „Ich glaube nicht, dass er irre ist. Er übertreibt ganz bewusst und setzt seine ganze Theatralik als Mittel zum Zweck ein. Er vertritt auch noch die abenteuerlichsten Theorien in Ruhe, er wurde in unserem Gespräch nie emotional und bringt jeden Gedanken zu Ende.“

Meyer-Landrut, Tunnelbau, Lotterie

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1. „Der schönste Mix“
(berlinonline.de, Daniel Bouhs)
Das ZDF sucht derzeit per Ausschreibung einen Dienstleister für die „Produktion von Audio-PR und Auswertung aktueller ZDF-Sendungen“. Daniel Bouhs fragt: „Steht solch eine Praxis einer Programmanstalt gut zu Gesicht, die im Wesentlichen von der Allgemeinheit finanziert wird und deshalb mehr als andere einen sauberen Journalismus fördern sollte?“

2. „Alter Hut statt ‚Enthüllung'“
(fastvoice.net, Wolfgang Messer)
Eine Nacktszene von Lena Meyer-Landrut wird als Neuigkeit präsentiert, ist aber schon länger bekannt. Die FAZ dazu: „Es muss ein Skandal her, es braucht Sex and Crime, es muss auch die letzte jugendliche Lichtgestalt in den Dreck gezogen und mit bigotten Kommentaren überzogen werden.“

3. „Abschied vom Besten“
(online-merkur.de, Kathrin Passig)
Kathrin Passig zum Ausspruch von Christoph Keese, es sei die Leistung seines Arbeitgebers Axel Springer, die Rangreihenfolge der Informationen im Netz zu organieren. „Es gibt diese allgemeingültige Rangreihenfolge nicht, und dass Redaktionen eine Weile so tun durften, als gebe es sie, beruhte auf einem Mangel an besseren Lösungen, der mittlerweile behoben ist.“

4. „10 wahnwitzige Dokus bei N-TV und N24“
(fernsehkritik.tv, Video, insgesamt 41:23 Minuten)
Fernsehkritik.tv kommentiert (ab 20:43 Minuten) zehn Dokus, die auf den TV-Sendern N24 und N-TV zu sehen waren. Es geht darin um Themen wie die Ufos der Nazis, den Klimawandel, das Leben von Jesus, Heuschreckenplagen oder den Luftkrieg. Zum Thema Tunnelbau fallen aus dem Off folgende, dramatische Sätze: „Die Grösse der Aufgabe überstieg beinahe jede Vorstellungskraft. Ein Projekt, das den Beteiligten Unmögliches abverlangte – bis sie schliesslich triumphierten. (…)“

5. „Layout Fail“
(failblog.org, englisch)
„Look closely…does that spell what I think it spells?“

6. „Sie haben gewonnen, Herr Hase!“
(20min.ch, Amir Mustedanagic)
Amir Mustedanagic versucht, an die 3 Millionen Euro zu kommen, die er angeblich in der spanischen Lotterie gewonnen hat.

Wilhelm, Polanski, Burka

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1. „Klartext oder Ressentiment?“
(dradio.de, Joachim Scholl)
Nikolaus Blome („Bild“) und Sven Scheffler („Handelsblatt“) erklären, wie sie mit den Schulden von Griechenland umgehen und ob es sich dabei um eine Kampagne beziehungsweise eine Gegenkampagne handelt.

2. „Warum ein Regierungssprecher nicht Intendant werden sollte“
(epd.de)
Der Regierungssprecher Ulrich Wilhelm soll diese Tage zum Intendant des Bayrischen Rundfunks gewählt werden. Die Medien empören sich darüber nur verhalten. „Was würde die deutsche Presse ? zu Recht! – schäumen, wenn der französische Präsident Nicolas Sarkozy oder gar der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi es wagen würden, ihren Regierungssprecher zum Chef eines Staatssenders zu machen?!“

3. „Verlage vs. Journalismus“
(dondahlmann.de)
Don Dahlmann bemerkt, dass „Qualitätsjournalismus“ in der westlichen Welt gerne mit den Verlagen gleichgesetzt wird, diese aber „die leere Hülle des Journalismus und der Pressefreiheit zunehmend instrumentalisieren, um die eigenen wirtschaftlichen Ziele durchsetzen zu können“. „Ich schreibe kaum noch für sie. Zum einen, weil es sich nicht lohnt. Würde ich nur Zeitungen nach Zeilenhonorar arbeiten, ich hätte Probleme meine Miete zu zahlen. Zum anderen sehe ich nicht ein, dass die Rechte an meinen Texten bis zum St. Nimmerleinstag bei irgendeinem Verlag liegen.“

4. „Ich kann nicht länger schweigen“
(nzz.ch, Roman Polanski)
Der im Herbst 2009 in Zürich verhaftete Filmregisseur Roman Polanski legt seine Sicht der Lage dar.

5. „Ja, Kruzifix: Die ZEIT hat einen an der Waffel“
(blog.dummy-magazin.de, Arne Semsrott)
Arne Semsrott empfiehlt dem „Zeit“-Feuilleton, das der niedersächsischen Ministerin Aygül Özkan mehr Demut gegenüber dem Kreuz empfiehlt, Zurückhaltung: „Denn Frau Özkan hat sich nicht gegen das christliche Symbol an sich, sondern lediglich gegen seine Verwendung in staatlichen Institutionen ausgesprochen.“

6. „Auf dem Weg in die Illegalität – mit der Burka durch Wien“
(profil.at, Robert Treichler)
Robert Treichler zieht sich eine Burka an und geht damit zum Blumensteckkurs und an eine FPÖ-Veranstaltung. Und ins Restaurant: „Ein Kellner kommt, obwohl er sieht, dass wir bereits bedient werden, und beginnt auf Arabisch mit uns zu sprechen. Wir erklären ihm, dass wir ihn nicht verstehen. Er zieht ein bisschen enttäuscht wieder ab.“

Luxushotels, Zeilenhonorare, Yasmin

6 vor 9

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1. „Interessiert eigentlich jemanden, was in Griechenland wirklich passiert?“
(print-wuergt.de, Michalis Pantelouris)
Michalis Pantelouris bemängelt die Vor-Ort-Recherche von „Spiegel Online“ in Athen, die sich statt auf der Straße auf der Dachterrasse eines Luxushotels abspiele. In einem zweiten Beitrag wird geklärt, wann griechische Beamte in Rente gehen können.

2. „Journalisten nicht wie Bittsteller behandeln“
(kress.de, Matthias Spielkamp)
Kress.de dokumentiert eine Rede von Matthias Spielkamp, die unter anderem die manchmal nur aus wenigen Cents bestehenden Zeilenhonorare von freien Journalisten zum Thema hat. Nachtrag, 5. Juni: Inzwischen ist der Text nur noch hier kostenlos zu lesen.

3. „SF: 20 Unterschriften für eine Beschwerde gesucht“
(arlesheimreloaded.ch, Manfred Messmer)
Manfred Messmer dokumentiert eine Beschwerde von Journalist Markus Schär an die „Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen“ UBI. Das Schweizer Fernsehen SF habe „keinen einzigen Beitrag zur Kritik an der Klimaforschung gebracht, auch nicht zur Debatte um den Weltklimarat IPCC und seinen Chef Rajendra Pachauri, die Anfang Jahr weltweit grosses Aufsehen erregte und über die jedes ernstzunehmende Medium berichtete“.

4. „An meine Kritiker“
(zeit.de, Helene Hegemann)
Romanautorin Helene Hegemann kritisiert angesichts der Plagiatsdebatte um ihr Buch „Axolotl Roadkill“, dass viele Journalisten sich weigerten, „die eigentlich wichtigste Tatsache“ mit einzubeziehen: „nämlich dass es sich bei der als Plagiat bezeichneten Menge von (nicht abgeschriebenen, sondern modifiziert in einen komplett anderen Kontext gesetzten) Stellen um zusammen genommen circa eine einzige von 206 Buchseiten handelt. (…) Die genaue Zahl der Stellen wurde konsequent ausgespart, und zwar ausschließlich, weil sie die Luftblase des perfekten Skandals zum Platzen gebracht hätte.“

5. „Yasmin – zurück im Alltag“
(nzz.ch, Alan Niederer)
„Was von der medialen Kritik an der Antibabypille geblieben ist.“

6. „Die anonyme Welt der Geheimnisverräter“
(jungle-world.com, Elke Wittich)
Elke Wittich setzt sich kritisch mit Wikileaks auseinander. Julian Assange, einer der Sprecher der Whistleblower-Plattform, antwortet hier auf den im Text angesprochenen Artikel „Inside WikiLeaks’ Leak Factory“.

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