Archiv für 6 vor 9

Pressehaus Stuttgart, Walder, Hartmann

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Steuerhinterziehung im Pressehaus Stuttgart“
(swr.de)
Ein ehemaliger Abteilungsleiter löst mit einer Selbstanzeige Ermittlungen der Staatsanwaltschaft aus: „Demnach sollen den Mitarbeitern in der Druckerei von ‚Stuttgarter Zeitung‘ und ‚Stuttgarter Nachrichten‘ über viele Jahre Gelder zugeflossen sein, für die keine Lohnsteuer und Sozialabgaben gezahlt wurden.“

2. „Kein Verständnis für Gejammer“
(persoenlich.com, Christian Lüscher)
Mit der Einführung des Newsrooms beim Ringier-Verlag verlieren alle bisherigen Ressortleiter der „Blick“-Gruppe ihre Funktion, können sich aber (wie andere) bis zum 13. November darum bewerben. Marc Walder, Chef von Ringier Schweiz: „Ich habe kein Verständnis für Gejammer oder Polemik, denn wenn das grösste Medienhaus die Bedürfnisse des Lesers nicht versteht und darauf reagiert, dann haben wir alle – ich inklusive – bald keinen Job mehr.“

3. „Whiteface zu Halloween: Dieses Jahr mal als Wallraff“
(noahsow.de)
Noah Sow nimmt die neuste Wallraff-Aktion auf und feiert Halloween als „Whiteface“ Günter Wallraff.

4. Interview mit einem ‚Digital Native'“
(telemedicus.info, Anja Assion)
Ein Gespräch über den Medienkonsum einer 14-jährigen Gymnasiastin – herkömmlicher Journalismus kommt darin nicht vor: „Ein normaler Tag im Internet… Nun, als erstes gehe ich zu SchülerVZ und schaue dort, ob es etwas Neues gibt. Dann checke ich meine Mails und außerdem ein Forum, in dem ich aktiv bin. Auf all diesen Plattformen, besonders SchülerVZ, findet man mich auch mehrmals am Tag.“

5. „News von heute erst morgen“
(media-blog.ch, Edi)
Edi hat die Tageszeitung „Bote der Urschweiz“ abonniert, erhält sie aber täglich einen Tag zu spät. Ein Rabatt soll ihm dafür trotz vergünstigten Tarifen bei den Postbeförderung nicht gewährt werden: „Ist das Leserservice? Welcher andere Trottel bekommt die Tageszeitung von heute erst morgen?“

6. „Waldi Hartmann und der Vulkanausbruch“
(derwesten.de, Andreas Winkelsträter)
Waldemar Hartmann erklärt, wie es dazu kam, dass er Sportreporter wurde: „Ich hatte ne Kneipe in Augsburg. Und in der verkehrten einige Journalisten, meist Sportjournalisten, weil da auch viele Fußballer waren. (…) Und so bin ich da ein bisserl hineingeschlittert.“

Rückblicke, Grosse-Bley, Journalistenpreise

6 vor 9

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1. „Wir erinnern uns zu Tode“
(perlentaucher.de/blog, Thierry Chervel)
Thierry Chervel, und der muss es wissen, denn er liest täglich ausführlich darin, über den aktuellen Zustand der Kulturteile: „Unsere Feuilletons – aber ist es im Fernsehen so viel anders? – bestehen aus Rückblicken. Der Jahrestag ist der cache-sexe der Ideenlosigkeit.“

2. „Memo an alle Blick-Ressortleiter“
(blog.persoenlich.com, Roger Schawinski)
Roger Schawinski schreibt einen Brief, in dem er sich als Ralph Grosse-Bley ausgibt, der Anfang 2009 von „Bild“ zu „Blick“ geholt wurde und dort de facto als Chefredakteur waltet: „Bewegt eure Ärsche und beweist, dass dieses Land genauso verrottet, verdorben und kaputt wie das von Bild täglich präsentierte Deutschland ist, auch wenn wir hier noch ein klein wenig mehr nachhelfen müssen.“

3. „Wie virale Werbung in die Medien eindringt“
(nzz.ch, Tobias Feld)
„Das Internetvideo einer tanzenden Hochzeitsgesellschaft wurde im Sommer millionenfach angeklickt. Die Medien berichteten darüber. Dabei war das Video Teil einer Werbestrategie.“

4. „Das Holzbein einer Humpeldemokratie“
(unsereuni.at, Christian Eisner)
„‚Presse‘ und ‚Kronen Zeitung‘ nehmen tagtäglich Stellung zu den Studierendenprotesten. Die Art und Weise wie beide Medien das tun erinnert stark an deren Berichterstattung in den 60er Jahren. Im Vordergrund stehen Sach- und Personenschäden, die Einzelereignisse darstellen. Die gesamte Bewegung und ihre Botschaften werden hingegen wenig thematisiert. Es wird immer nur von utopischen Forderungen gesprochen.“

5. „Journalistenpreise in Deutschland“
(dradio.de, Ulrike Köppchen, Audio, 28:21 Minuten)
Eine Bestandesaufnahme der schätzungsweise 300 Journalistenpreise in Deutschland. Bei vielen sei zu vermuten, dass es „weniger um Förderung des Qualitätsjournalismus geht als um preiswerte PR für bestimmte Produkte und Anliegen“.

6. “Leitlinien des Sportjournalismus“
(jensweinreich.de)
Der Verband Deutscher Sportjournalisten VDS löst einen „Ehrenkodex“ von 1995 mit neuen “Leitlinien des Sportjournalismus“ ab und schreibt darüber in der Monatszeitschrift „Sportjournalist“. Jens Weinreich dazu: „Ich muss allerdings sagen, dass die hübschen Leitlinien im selben Heft konterkariert werden, u.a. auf Seite 26, wo die Aufnahme von Dirk Thärichen in den VDS verkündet wird.“

Westfalenpost, Pressehäuser, Stehtische

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1. „PR-Journalismus in der Westfalenpost“
(schiebener.net, zoom)
Zoom fragt sich, warum ein Artikel von suedwestfalen-pr.de nahezu unverändert in der „Westfalenpost“ und auf dem Portal derwesten.de erscheint.

2. Interview mit Werner D’Inka
(hr-online.de, Thomas Schernbeck und Andreas Bauer)
Die FAZ will nicht bei der Redaktion sparen, sondern bei den „Druck- und Herstellungskosten“. Herausgeber Werner D’Inka: „Wir können alle Seiten vierfarbig drucken, müssen es aber nicht. In letzter Zeit sehen Sie auf unseren Seiten häufiger wieder Schwarzweiß-Bilder.“

3. „Briten wollen Zeitungen nicht einmal geschenkt“
(welt.de, Tina Kaiser)
London ist mit Zeitungen überschwemmt. Mit „The London Paper“ und „London Lite“ verschwinden nun zwei Gratiszeitungen vom Markt.

4. „Wenn es im obersten Stock raucht …“
(miriammeckel.de)
Miriam Meckel analysiert die „Zeit“-Infografik „Die Woche im Pressehaus“.

5. „Der Stehtisch“
(faz-community.faz.net/blogs/ding, Andrea Diener)
Andrea Diener war an den Münchner Medientagen und machte Beobachtungen. „Wichtige Herren sitzen auf Podien und schwadronieren lauwarmes Zeug über Wachstum und Konsolidierung, Internationalisierung und Regionalisierung, Expansion und Konzentration, Usability und Content, Strategien müssen her, mit Zielgruppen kommuniziert werden, überall Umbruch, überall Diversifizierung.“

6. „The Vertical Newspaper“
(floriansteglich.com, Video, 1:55 Minuten)
Peter Bluijs, der Journalist beim niederländischen „De Telegraaf“ war, präsentiert die „vertikale Zeitung“.

Axel Springer, Alena Gerber, René Walter

6 vor 9

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1. „Geschäftsmodell für Journalisten: Blogger abmahnen“
(netzpolitik.org, markus)
Blogger Philipp erhält eine Abmahnung in der Höhe von 2155 Euro von einem von einer Journalistin beauftragten Anwalt. Im Gemeinschaftsblog nomnomnom.de zitierte er drei Absätze aus einer Kolumne mit neun Absätzen. Markus meint: „Solche Fälle sollten bei nicht-kommerziellen Zwecken nicht zu solchen Abmahnungen führen.“

2. „Wie die Stasi den Medienkonzern Springer ausspähte“
(ardmediathek.de, Video, 44 Minuten)
Sehenswerter Film von Tilman Jens über die Ausspähung des Axel-Springer-Verlags von der DDR-Staatssicherheit. Der Film hat eine vom Springer-Konzern in Auftrag gegebene und von einem unabhängigen Forscherteam der FU-Berlin erarbeitete Studie als Grundlage, klärt auf über die Herkunft der Parole „Enteignet Springer“ und zeigt die Ausmasse der Überwachung des DDR-Feinds auf. Axel Springer war offenbar so wichtig, dass Ende der 60er-Jahre ein 10 Millionen Ostmark teurer Propagandafilm gegen ihn produziert wurde, in dem er unter anderem als impotenter Alkoholiker dargestellt wird.

3. „So spannte ‚Bild‘ die SVP vor den Busen“
(20min.ch, Marius Egger)
Um die zum Verlag gehörende Website usgang.tv ins Gespräch zu bringen, bringt „Bild“ Schweizer Rechtspolitiker dazu, ihre Vorurteile über Deutsche in der Schweiz auf die bisher kaum beachtete Moderatorin der Sendung zu lenken. Von Erich Hess entlockte „Bild“ diese Aussage über Alena Gerber: „Sie ist grundsätzlich eine ganz schöne Frau, aber man merkt eine deutsche Arroganz dahinter.“

4. „Gab’s in der DDR ein Kultmagazin?“
(medien-mittweida.de, Ellen Schaller)
„Wer glaubt, dass es in der DDR nur politische Presse zu lesen gab, der liegt falsch. ‚Das Magazin‘ überzeugte mit Reportagen, Kurzgeschichten, Umfragen und Kunstdrucken.“

5. „Interview mit René Walter“
(cicero.de, Constantin Magnis)
Kurzweiliges und unterhaltsames Gespräch mit dem Blogger von nerdcore.de, René Walter. Seine Informationen bezieht er mit einem Feedreader: „Ich hab einen recht rigiden Zeitplan, morgens ein bis zwei Stunden, abends ein bis zwei Stunden. Tagsüber behalte ich die Seite im Auge, falls was wirklich Wichtiges passiert, wenn Michael Jackson stirbt oder so.“

6. „Kommas – Welche Regeln muss ein Online-Redakteur kennen?“
(text-gold.de)
Eine kurze Auffrischung der Kommaregeln. Wichtiger Tipp am Schluss: „Um welchen Kommasetzungsfall es auch geht: Sie sollten stets Kommas während des Schreibens setzen und nicht nachträglich einfügen.“

Promis, Zwangsfernsehen, Printfeudalismus

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1. „Das Geschäft mit falschen Promi-Nachrichten“
(ndr.de, Video, 5:22 Minuten)
Ein Blick auf die englische Boulevard-Presse, die ungeprüft von Lesern telefonisch mitgeteilte Stories über Prominente druckt, wenn sie denn keine rechtliche Bedrohung darstellen. Einmal niedergeschrieben, werden die Unwahrheiten, zum Beispiel die Geschichte über die in Brand geratenen Haare von Amy Winehouse, hundertfach von anderen Medien verbreitet, immer mit Bezug auf das Ursprungsblatt.

2. „Axel Springer und die Stasi“
(faz.net, Michael Hanfeld)
Michael Hanfeld über den Film „Bespitzelt Springer!“ von Tilman Jens, der die Überwachung des Axel Springer Verlags durch das Ministerium für Staatssicherheit der DDR zum Thema hat. Sein Fazit: „Vor der Stasi war Springer nackt.“

3. „Kein politisches Zwangsfernsehen“
(sprengsatz.de, Michael Spreng)
Für Michael Spreng gehen die Vorwürfe von Bundestagspräsident Norbert Lammert an ARD und ZDF ins Leere. Die Übertragung sei auf „Phoenix“ zu sehen gewesen, ausserdem unterliege auch der Bundestag „den Gesetzen der Mediengesellschaft“: „Veranstaltungen müssen spannend und kontrovers, zumindest aber interessant sein und einen Erkenntnisgewinn vermitteln“.

4. „Abt. Das Ende des Journalismus“
(infam.antville.org, vanpipe)
Bild.de liefert ein Beispiel, wie eine Geschichte auch ganz ohne Empörung inszeniert werden kann – und Schweizer Online-Portale steigen dankbar darauf ein: „Weder in der Schweizerischen Mediendatenbank noch in Blogs noch auf Google News finden sich Hinweise darauf, dass irgendjemand sich darüber geärgert haben könnte, dass ein deutsches Wiesn-Playmate namens Alena Gerber die obskure Web-Sendung usgang.tv präsentiert.“

5. „Qualitätsmedien und Analysen“
(ballverliebt.eu, Philipp Eitzinger)
Fußball: Philipp Eitzinger war in London und freute sich über detailierte Pass-Analysen im „Guardian“. „Solche Grafiken und Artikel“ könne man „in den heimischen Medien lange suchen“.

6. „Nicht mein Beruf“
(rebellmarkt.blogger.de, donalphons)
Donalphons über den Niedergang der Printbranche: „Es wird dem Printfeudalismus ergehen wie dem echten Feudalismus, ein paar Paläste werden stehen bleiben und gegen Geld zu besichtigen sein, aber die Kaschemmen wird man wegreissen, weil es weder finanzierbar sein wird, noch gefragt. Irgendwann wird auch der Trick einer Berliner Tageszeitung nicht mehr laufen, Leute umsonst arbeiten zu lassen – weil die Leute irgendwann verstehen, dass in dem Beruf nur für wenige etwas zu holen ist.“

Lammert, GEZ, Auflagen

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1. „Return to Sender“
(kaidiekmann.de)
„Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann dementiert die Vorwürfe, „Bild“ habe ohne Erlaubnis Inhalte des Magazins „Lettre International“ online gestellt: „Lieber Herr Berberich: Da müssen Sie etwas übersehen haben. Denn natürlich haben wir das Interview nicht geklaut, sondern uns vorher die Erlaubnis zur Veröffentlichung geholt.“ Als „Beweis“ für eine Erlaubnis stellt Diekmann ein von der Zeitschrift verschicktes Fax online.

2. „Es geht auch ohne Leistungsschutzrechte“
(heise.de/tp, Peter Mühlbauer)
„Lettre International“ ist allerdings gar nicht der Meinung von Kai Diekmann (siehe Link 1). Man „sei man von der Bild-Zeitung mehrmals angerufen und nach einer Erlaubnis zum Onlinestellen gefragt worden, habe das aber stets explizit verboten.“

3. Norbert Lammert im Bundestag
(bundestag.de, vorläufiges Protokoll)
Norbert Lammert, Präsident des deutschen Bundestages, macht das Parlament darauf aufmerksam, dass „eine Übertragung der Konstituierung dieses Deutschen Bundestages im Hauptprogramm der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten nicht stattfindet“. Stattdessen seien „Schaumküsse“, „Alisa – Folge deinem Herzen“ und „Bianca – Wege zum Glück“ zu sehen. „Mir fehlt jedes Verständnis dafür, dass ein gebührenpflichtiges Fernsehen, das dieses üppig dotierte Privileg allein seinem besonderen Informationsauftrag verdankt, auch an einem Tag wie heute mit einer souveränen Sturheit der Unterhaltung Vorrang vor der Information einräumt.“

4. „Rosarot ist die Hoffnung“
(faz.net, Hanno Charisius und Georg Rüschemeyer)
Die „Frankfurter Allgemeine“ arbeitet das „gewaltige Echo“ auf, das der Film „Heilung unerwünscht“ von Klaus Martens erzeugt hat.

5. „Der GEZ-Gebühr droht das Aus“
(handelsblatt.com, Hans-Peter Siebenhaar)
„Die Ministerpräsidenten der Bundesländer wollen eine grundlegende Reform der Finanzierung von ARD und ZDF diskutieren, im Raum steht eine pauschale Haushaltsabgabe anstelle der geräteabhängigen Gebühr.“

6. „A Graphic History of Newspaper Circulation Over the Last Two Decades“
(theawl.com)
Die wochentägliche Auflage einiger US-Zeitungen von 1990 – 2009 im grafischen Vergleich.

D’Inka, Reiter, Brûlé

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1. „Schlichter Diebstahl“
(kress.de, Christian Meier)
Die Zeitschrift „Lettre International“ meldet aufgrund eines ungefragt verwendeten Interviews mit Thilo Sarrazin Schadenersatzansprüche gegenüber „Bild“ und Bild.de an. „‚Bild.de‘ hat gegen unser explizites Verbot das gesamte Interview eingescannt und auf seine Website gestellt.“

2. „Abwärtstrend – nach Print nun auch Online?“
(medienspiegel.ch, Martin Hitz)
Martin Hitz vergleicht mit Hilfe von Google Trends die täglichen Besucher einiger Nachrichtenportale. Und bemerkt in den letzten beiden Jahren einen klaren Abwärtstrend.

3. „Die Medienkrise ist auch eine Krise der kommerziellen Blogs“
(carta.info, Matthias Schwenk)
Matthias Schwenk hat für kommerzielle Blogs drei Tipps bereit: 1. Themengebiete umfassend abdecken, 2. Meinungs-Bloggen reicht nicht, 3. Präsenz zeigen und vor Ort recherchieren.

4. Rede von Werner D’Inka
(rhein-zeitung.de)
FAZ-Herausgeber Werner D’Inka spricht anlässlich der Verleihung des von 5000 Euro und einer aussergewöhnlichen Trophäe begleiteten Journalistenpreises „Sophie von La Roche“. D’Inka über Blogger: „Die besten und geistreichsten Blogger sind so etwas wie Kolumnisten, die oft originelle Sichtweisen vertreten, die sich aber nicht mit der Mühe ernsthafter Nachrichtenarbeit plagen und stattdessen das abschöpfen, was Zeitungsredaktionen kostenlos ins Netz stellen.“

5. Interview mit Udo Reiter
(dwdl.de, Jochen Voß)
MDR-Intendant Udo Reiter entdeckt Twitter für sich: „Man muss sich darauf einlassen, um eine Idee davon zu bekommen, was da passiert. Vorher hatte ich den gängigen Eindruck, diese ganze Twitterei sei ein einziges Lockendrehen auf der Glatze.“

6. „Print and the revolution“
(monocle.com, Tyler Brûlé, englisch)
„Monocle“-Herausgeber Tyler Brûlé über die deutschen Zeitschriftenverlage: „While the German ad market has been every bit as ugly as the UK’s or US’s, the lack of pages hasn’t had the same effect on media houses in Berlin, Hamburg and Munich.“

Matthäus, Adenauer, Atombomben

6 vor 9

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1. „Wie Loddar Maddäus die BILD-Zeitung hinters Licht führte“
(mleiter.twoday.net, Markus Leiter)
Ein ausführlicher Hintergrundbericht eines von der argentinischen Zeitung „Olé“ befragten Experten zum gestern von „Bild am Sonntag“ dementierten Wechsel von Lothar Matthäus zum argentinischen Erstligisten Racing Club Avellaneda. Matthäus wird auf der auf der Website des Clubs bereits als neuer Trainer präsentiert.

2. „Als die Journalisten frech wurden“
(zeit.de, Tim Schanetzky)
Ein historischer Artikel über die kritische Öffentlichkeit zur Adenauerzeit: „Neue Formen von Öffentlichkeit erprobte seit 1957 auch ein Kohlenhändler aus Darmstadt. Erich Nold erregte beträchtliches Aufsehen, weil er nichts anderes tat, als die Hauptversammlungen der großen Industrie-Aktiengesellschaften zu besuchen – und dort Fragen zu stellen.“ Hier ein aktuelles Beispiel eines Journalisten, der eine Frage stellt (youtube.com, Video, 1:13 Minuten).

3. „Warum ich endlich aus der Comedia ausgetreten bin“
(thomashaemmerli.ch)
Der derzeit in Saigon lebende Thomas Hämmerli tritt aus der Journalistengewerkschaft „Comedia“ aus: „Als ich länger im Ausland weilte, schlug ich vor, Leuten wie mir das Organ als PDF zu mailen. So könnte ich es – bei Bedarf – lesen, es entfielen Druck- und Versandkosten und öko wärs obendrein. Die damals zuständige Schnepfe beschied mir, gerade als Gewerkschaft seien wir dagegen, Texte ohne Zusatzlohn digital zu verbreiten. Ich war sprachlos, hatte ich doch gemeint, man publiziere ein Mitteilungsblatt, weil man eine Botschaft verbreiten möchte.“

4. „Wie die Rezession den Wirtschaftsjournalismus zum Umdenken zwingt“
(medienheft.ch, Indrani Das)
Ein Radiosymposium beleuchtete den aktuellen Zustand des Wirtschaftsjournalismus. Wolfgang Storz stellte fest, „dass sich die Mehrheit der deutschen Wirtschaftsjournalisten“ bei der Auswahl von Experten, die Geschehnisse einordnen, „auf zwei Quellen berufen: ‚Rürup und Sinn – das wär’s‘.“

5. Interview mit Günter Wallraff
(cicero.de, Marc Etzold)
Günter Wallraff äussert sich zu seiner Rolle als Hans Esser bei „Bild“. Er glaubt, es wäre so heute nicht mehr möglich. „Es war die gröbste Schmutzrolle meines Lebens. Da sollten andere nochmal ran. Aber es dürfte schwieriger sein. Als ich damals in der Redaktion gearbeitet habe, musste ich ja nicht mal meine Papiere vorzeigen. Mittlerweile wird dort jeder durchleuchtet.“

6. „Explosives von SR DRS“
(medienspiegel.ch, Audio, 24 Sekunden)
Schweizer Radio DRS, Nachrichten: „Nach Angaben der Behörden zündeten die Attentäter nahe von Regierungsgebäuden zwei Atombomben.“

Stats Monkey, Presserat, Simpsons

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1. „Journalismus: Jetzt auch aus Textbausteinen vom Kollege Automat“
(carta.info, Jürgen Kalwa)
Jürgen Kalwa weist auf die Software „Stats Monkey“ der Northwestern University in Evanston, Illinois hin, die, gefüttert mit Zitaten und Resultaten, einen kompletten Artikel für den Sportteil erzeugt.

2. „Lust am Frust“
(merkur.de, Antje Hildebrandt)
Doku-Serien des Privatfernsehens werden vermehrt mit Laiendarstellern besetzt: „Kriterien wie Glaubwürdigkeit spielen in der Krise kaum noch eine Rolle. Der Zuschauer trifft immer häufiger auf alte Bekannte. Auf Familien wie die Birkhahns aus Schleswig-Holstein, die keinen Hehl daraus machen, dass sie den TV-Teams für einen Hunderter genau das erzählen, was sie hören wollen.“

3. „Trennung von Werbung und Redaktion“
(presserat.info)
Der deutsche Presserat gibt einen Leitfaden heraus, der anhand von praktischen Beispielen aufzeigt, was geht und was nicht geht bei der Trennung von werblichen und redaktionellen Inhalten. Vom geräuschvollen Umblättern der virtuellen Seiten sollte man sich nicht irritieren lassen.

4. „Wiederholte Schleichwerbung für rosa Wundermittel bei der ARD“
(blog.esowatch.com)
„Wie blöd sind eigentlich Redakteure, Filmemacher und leider auch die Patienten, die die absurde Geschichte über die preiswerte Heilung von Neurodermitis aus dem Hobbylabor sofort glauben, sobald nur laut jemand die Pharmalobby als Schuldigen hinstellt. Haben die alle zu viele Hollywoodthriller geschaut?“

5. „Lesen Sie dies bitte ohne Unterbrechung!“
(ftd.de, Horst von Buttlar)
Horst von Buttlar glaubt, dass Journalisten so oft unterbrochen werden, dass sie kaum noch zum arbeiten kommen.

6. Interview mit John Ortved
(artsbeat.blogs.nytimes.com, Lisa Tozzi, englisch)
Die Simpsons laufen seit vielen Jahren beim Fox Network von Rupert Murdoch und erreichen bald den Bekanntheitsgrad von Disney-Produkten. John Ortved fragte Murdoch einst: “Rupert, how much money has ‘The Simpsons’ made for you?” And he just sat back, smiled and was like, “Let’s just say it’s a lot.”

Koalitionsverhandlungen, 9Live, Zeit Campus

6 vor 9

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1. „Wie die Koalitionäre Journalisten instrumentalisieren“
(ndr.de, Video, 7:02 Minuten)
Obwohl die Koalitionsverhandlungen von CDU, CSU und FDP noch nicht abgeschlossen sind, finden täglich Pressekonferenzen statt, auf denen nichts bis kaum etwas mitgeteilt wird. Unzählige Kamerateams und Korrespondenten sind vor Ort und berichten über Vermutungen.

2. „Auf dem Balkan-Boulevard“
(stuttgarter-nachrichten.de, Dan Alexe und Vladimir Jokanovic)
Ein Bericht über Boulevardblätter in Serbien und Rumänien, die nur wenige Cents kosten und mit deutlichen Schlagzeilen aufmachen.

3. „ZAK verhängt Geldbußen gegen 9Live“
(alm.de)
Der TV-Sender 9Live wird von der Kommission für Zulassung und Aufsicht der Landesmedienanstalten (ZAK) mit einer Geldstrafe von 95’000 Euro bestraft. Die Vorwürfe: „Irreführende Äußerungen, Intransparenz, Vorspiegelung von Zeitdruck und fehlende Informationen in sieben Gewinnspielsendungen.“

4. „Es bedurfte nur eines Tweets“
(freitag.de, Alan Rusbridger)
„Guardian“-Chefredakteur Alan Rusbridger schreibt über die Folgen eines Tweets, den er am 12. Oktober publizierte.

5. „Das Leistungsschutzrecht – oder: Wie bastle ich mir ein Gesetz“
(print-würgt.de, Michalis Pantelouris)
Michalis Pantelouris denkt das Leistungsschutzrecht nach: „Es wird also in Zukunft Texte geben, die ein besonderes Recht genießen gegenüber dem Angebot eines Elektronikmarktes oder dem Newsletter einer Bio-Käserei. Da stellt sich schon die erste Frage: Warum?“

6. „Über Campus und Karriere“
(vids.myspace.com, Nico Semsrott, Video, 3:27 Minuten)
Nico Semsrott hat den „Zeit Campus Ratgeber Berufseinstieg“ geklaut und getestet.

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