Archiv für 6 vor 9

Ossis, Pressemitteilungen, ExpertInnen

1. „Unsprache in Zeitschriften“

(keentech.de, Michael Hensel)

Michael Hensel hat die Ausgabe 9/2009 der Zeitschrift PC Action gelesen und wurde überrascht über die „Pauschalisierung und Beleidigung“, die er darin fand. Das Heft schreibt über in den Westen einfallende Ossis, die „Begrüßungsgeld in Milliardenhöhe abstaubten, die Mauer abrissen und heute faul auf dem Hartz-IV-Bescheid liegen.“

2. „Venezuela schließt 32 Radiosender“

(fr-online.de, Klaus Ehringfeld)

„Um 7.48 Uhr stellten am Samstagmorgen 32 Radio- und zwei regionale Fernsehsender ihren Betrieb ein, nachdem ihnen ein entsprechender Bescheid der staatlichen Telekommunikationsbehörde Conatel zugegangen war. (…) Weitere 206 vor allem Radiostationen stehen auf dem Prüfstand der Regierung.“

3. „Scheinbare Vielfalt“

(taz.de, Steffen Grimberg)

„38 Tageszeitungen gab es in der DDR. Der Inhalt wurde vom Zentralkomitee der SED bestimmt. Nach der Wende bedienten sich dann die großen Zeitungshäuser aus der BRD.“

4. Zeitschriften machen, die Leser lieben

(print-würgt.de, Michalis Pantelouris)

Michalis Pantelouris analysiert den Leser unrentabler Zeitschriften: „Er fühlt sich nach jeder Lektüre leerer als vorher und von uns abgezockt. Und das zu Recht: Wir haben Jahre lang Anzeigenumfelder geschaffen und redaktionelle Qualität heruntergefahren.“

5. „Expertise im Journalismus: verdecktes Lobbying?“

(weblog.medienwissenschaft.de, Jennifer B.)

„Kein Individuum ist frei von Interessen. Auch ‚ExpertInnen‘ nicht.“

6. „10 Words I Would Love To See Banned From Press Releases“

(techcrunch.com, Robin Wauters)

Robin Wauters listet 10 Wörter auf, die er in Pressemitteilungen nicht mehr lesen will. Wir kennen sie alle, sie lauten „Leader“, „innovativ“, „revolutionär“, „strategische Partnerschaft“, „Synergien“ und so weiter…

Kummer, WAZ, Zeit im Bild

1. „Moritz trinkt immer noch“

(freitag.de, Tom Kummer)

Tom Kummer plaudert aus, was seine Journalistenfreunde Schirach, Borcholte, Ankowitsch, Canonica, Niermann, Lottmann, Friebe, Fetisch, von Uslar, Baum, Nickel, Timmerberg, Matussek, Munz, Wedekind, Diez, Kämmerling, Liebs, Amend, Adorján, Pitzke, Gorris, Biller, Richter, Brüggemann so treiben auf Facebook. Ein zweiter Artikel, wer darauf die Freundschaft gekündigt hat, wäre interessant.

2. „Kuscheln bei der WAZ“

(ftd.de, Lutz Knappmann)

„Die WAZ Mediengruppe bricht mit ihrer jahrzehntealten Kultur: Statt auf Konkurrenz setzt sie neuerdings auf Kooperation. Die Zusammenarbeit der Zeitungen im Ruhrgebiet ist dabei erst der Anfang.“

3. „Das ‚manipulierte‘ Interview“

(zib.orf.at, Wolfgang Wagner)

Die Redaktion der ORF-Sendung „Zeit im Bild“ stellt sich der Kritik an einem gekürzten Interview und stellt neben der Sendefassung auch die Originalfassung online. „Sowohl Interviewer als auch Interviewter neigen – wahrscheinlich wegen des niedrigeren Adrenalinspiegels – zu weitschweifigeren Formulierungen.“

4. „YouTube Inspired T-Shirts“

(shirtstastegood.com)

Die Website shirtstastegood.com verkauft T-Shirts, auf die Standbilder aus bekannten YouTube-Videos gedruckt sind.

5. „Schweinegrippe-Alarm bei Radio DRS“

(tagesanzeiger.ch, Dani Glaus)

„Ein Mitarbeiter von Radio DRS hat wohl die Schweinegrippe mitten ins Nervenzentrum der Informationsabteilung getragen.“

6. Brand im Studio

(probablybadnews.com)

Die Journalisten von abc2 News informieren ihre Zuseher auch dann, wenn es heiss wird.

Nutzwert, Schächter, Anderson

1. „News to use“

(print-würgt.de, Michalis Pantelouris)

Michalis Pantelouris macht sich Gedanken über den Nutzwert von Artikeln. Er unterscheidet zwischen „einer Kultur des Habens“ und „einer Kultur des Seins“: „In Zeitschriften, wenn sie gut sind, geht es nicht darum, mir bei der Einordnung dessen zu helfen was ich haben will oder wollen soll. Es geht darum, mir bei der Einordnung dessen Orientierung zu geben, was ich bin oder sein will.“

2. „Wie informiere ich mich richtig?“

(weltwoche.ch, Kurt W. Zimmermann)

Der Weltwoche-Kolumnist bietet fünf recht fragwürdige Tipps an, wie man eine Tageszeitung richtig liest. Tipp 1: „Lesen Sie keine geraden Seiten wie die Seiten 2, 4, 6 etc. Lesen Sie nur die ungeraden Seiten, also die Seiten 1, 3, 5 etc. Unser Hirn gewichtet stark rechts, genauso machen es die Redaktionen. Das Wichtige ist stets rechtsseitig platziert, also auf ungeraden Seitenzahlen, das Unwichtige stets links. Darum stehen in Zeitungen auch die Inserate links.“

3. „Die besten Recherchelinks für jedes Ressort“

(meedia.de)

„Mit Links zu Behörden, Datenbanken, Linksammlungen, Analysen, Archiven und Expertenportalen für die Ressorts Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Sport.“

4. „Reden wie Markus Schächter (3)“

(medienpiraten.tv, Peer Schader)

Die dritte Folge der Übersetzungshilfe, die nötig ist, um zu verstehen, was der ZDF-Intendant Markus Schächter sagt.

5. „Who needs newspapers when you have Twitter?“

(salon.com, Frank Hornig, englisch)

Ein Gespräch mit Chris Anderson, in dem er sich weigert, die Wörter „journalism“, „media“ oder „news“ zu verwenden. „I don’t think that those words mean anything anymore. (…) Here at Wired, we stopped using them.“

6. Der Fuchs springt!

(youtube.com, Video, 23 Sekunden)

Fast jeder kennt das Pangramm „The quick brown fox jumps over the lazy dog“, in dem alle Buchstaben des Alphabets einmal vorkommen. Aber wer hätte gedacht, dass der Fuchs tatsächlich springt? Wir warten auf ein Video von Franz, der im komplett verwahrlosten Taxi durch Bayern jagt.

Herman, Tele-Gym, Fellner, FKK

1. Interview mit Hans-Mathias Kepplinger

(derstandard.at, Doris Priesching)

Der Medienforscher Hans-Mathias Kepplinger stellt in einem langen, lesenswerten Gespräch fest, dass „der Anteil der Beiträge über Dinge, die uns gefährden können in den Medien im Laufe der Zeit immer mehr zugenommen hat, obwohl die Gefahren insgesamt abgenommen haben.“

2. Welt online wirbt mit FKK-Kompetenz

(carta.info, Robin Meyer-Lucht)

Welt.de schaltet Banner, mit denen für eine Erklärung des „neuen Trends“ und „neuen Kults“ FKK geworben wird. Den interessierten Leser erwartet nach dem Klick ein Artikel vom 23. Juli 2008, der das nicht erklärt.

3. Portrait von Niki Fellner

(falter.at, Stefan Apfl)

Ein Text über den „Kronprinz von ‚Österreich'“, den 24-jährigen Niki Fellner, Sohn von Wolfgang Fellner, der rund 70 Stunden pro Woche im Newsroom verbringt.

4. „Tele-Gym im BR: Schleichwerbung?“

(sueddeutsche.de, Marvin Oppong)

„Bauch, Beine, Po: Im Bayerischen Fernsehen hat das ‚Tele-Gym‚ der Fitnessfee Johanna Fellner viele Fans – und externe Helfer: Krankenkasse, Staat und der Adidas-Konzern mischten mit.“

5. „Hubert Burda und das Jammern der Verleger „

(sierralog.com)

Das Sierralog macht ein Gedankenexperiment und fragt sich, wie wohl Burda reagiert hätte, wenn 1998 jemand gekommen wäre und vorgeschlagen hätte: „Nun ja, ich habe daran gedacht ab sofort monatlich rund EUR 50,- breit gestreut in diversen Burda Medien zu Werbezwecken einzusetzen. Aber bitte semantisch einigermaßen sinnvoll und zahlen will ich dann, wenn es auch wirklich nützt …“

6. „Eva Herman gewinnt im Berufungsprozess gegen Axel-Springer-Verlag“

(olg-koeln.nrw.de, PDF)

„Der 15. Zivilsenat verbot dem Verlag, die Moderatorin weiter falsch in der Weise zu zitieren, wonach sie den Nationalsozialismus in Teilen gutgeheißen habe, nämlich in Bezug auf die Wertschätzung der Mutter. Außerdem muss der Springer-Verlag eine Geldentschädigung von 25.000,- Euro zahlen und in einer weiteren Veröffentlichung richtig stellen, dass Frau Herman die Äußerung so nicht getätigt hat.“

Böhm, Aigner, Cerf, @BonitoTV

1. „Offener Brief von Karlheinz Böhm an den Gong Verlag“

(menschenfuermenschen.de, Karlheinz Böhm)

Karlheinz Böhm dementiert in einer Pressemitteilung einen Artikel in der Zeitschrift die aktuelle vom 18. Juli 2009. Er habe sich nicht „zum Sterben in die Berge“ zurückgezogen. „Ich habe mich doch sehr über den Artikel über meinen Gesundheitszustand gewundert und mich gefragt, wie Ihre Redaktion nach einem kurzen Wortwechsel mit meiner Tochter zu dieser unseriösen Diagnose kam.“

2. „Ring frei, Frau Ministerin“

(axel-springer-akademie.de, Manuel Bewarder)

Ilse Aigner, Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, wird von Studenten der Axel-Springer-Akademie interviewt: „Aigner spricht darüber, wie eine Kampagne für eine bildhafte Kennzeichnung von Lebensmitteln angestoßen werden könnte. ‚Vielleicht könnte ich Sie in den Medien dazu gut gebrauchen?'“

3. Interview mit Vinton G. Cerf

(faz.net, Marco Dettweiler und Roberto Zicari)

„Die Copyright-Problematik entsteht doch dadurch, dass das Netz durch Kopieren funktioniert. Ein Browser kopiert eine Datei von einem Webserver und interpretiert sie dann für die Darstellung im World Wide Web. Copyright hat historisch immer so funktioniert, dass der Vertrieb von Werken in physischer Form wie Bücher, CDs, DVDs, Magazine, Zeitungen, Videokassetten oder LPs kontrolliert wurde. Digitale Informationen können nun mal leicht kopiert und verteilt werden. Dadurch entsteht ein Problem mit dem herkömmlichen Urheberrecht.“

4. „Recherche? ‚FAZ‘ fällt auf falschen Schmidt rein“

(dwdl.de, Thomas Lückerath)

„Seit Monaten ist bekannt und im Web leicht recherchierbar, dass unter @BonitoTV weder Harald Schmidt noch sein Team twittert. Und doch fiel jetzt jemand auf eine fiktive Pressekonferenz rein – und das ausgerechnet bei der ehrenwerten ‚Frankfurter Allgemeine Zeitung‘.“

5. „Neuer Schlagabtausch Meyer/Köppel“

(tagesanzeiger.ch, David Vonplon)

„Im ‚SonntagsBlick‘ beschimpft Frank A. Meyer die ‚Weltwoche‘ als ‚rechtsradikales Sektenblatt‘. Verleger Roger Köppel will das nicht akzeptieren. Droht nun ein juristisches Nachspiel?“

6. „Helft Gruner + Jahr!“

(freischreiber.de)

„Gruner + Jahr kämpft mit Umsatzeinbußen – Freischreiber hilft!“

Lüthi, Konken, Pantelouris, Metaphern

1. Interview mit Barbara Lüthi

(sonntagszeitung.ch, Ursula Zenger)

Die Schweizer Fernsehjournalistin Barbara Lüthi erzählt von ihrem Korrespondenten-Dasein in China. „Das Internet verändert China, es ist eine grosse, subversive Kraft. Zurzeit gibt es rund 300 000 Blogs, in denen die ‚Charter 08‘ diskutiert wird, ein neuer Vorschlag für eine politische Reform. Andere Leute stellen ihre Beschwerden oder Anliegen ins Netz, samt Handynummer. Oder ein Bauer filmt mit dem Handy einen Aufstand und rennt ins nächste Internetcafé, um die Bilder zu verbreiten. Die werden zwar rasch gesperrt. Aber ein, zwei Stunden genügen, damit wir das aufgreifen.“

2. „Braucht mich noch einer?“

(print-würgt.de, Michalis Pantelouris)

Michalis Pantelouris erinnert sich an goldene Zeiten „in der Hochzeit der ersten Internet-Blase“, welche die meisten Online-Journalisten nie erlebt haben dürfen. Verleger Dirk Manthey (heute meedia.de) hat „nicht nur das Fitnessstudio, den Golfclub und eine wöchentliche Massage bezahlt, er hat auch jedem einzelnen Angestellten eines Magazins eine Magnum-Flasche Champagner geschickt, wenn ihm eine Ausgabe besonders gut gefiel.“

3. „Worte des Vorsitzenden Konken“

(netzfundbuero.de, Slideshow)

10 Zitate von Michael Konken, seit 2003 Vorsitzender des DJV, zum Beispiel „Das Internet ist eine Plattform auch für Schmierfinken ganz besonderer Art“. Wer Mitglied des DJV ist und das Internet nicht zwigend als Feind des Journalismus sieht, kann sich ja seine Mitgliedschaft nach der Lektüre nochmals überlegen.

4. „Berichten deutsche Medien über Googles Antwort? Nicht wirklich.“

(netzwertig.com, Marcel Weiss)

„Viele deutsche Medien haben über die ‚Hamburger Erklärung‘ der Verleger berichtet. Über Googles Antwort herrscht mehrheitlich Schweigen.“

5. „Stell dir vor es ist Browser-Krieg und niemand geht hin“

(netzwelt.de, Michael Knott)

Was hat es eigentlich mit den Kriegs-Metaphern im Journalismus auf sich? „Da ziehen Schnäppchenjäger freiwillig in Rabattschlachten, Hacker bereiten IT-Administratoren Kopfschmerzen durch DDOS-Attacken, Microsoft-Chef Steve Ballmer bläst zum Angriff auf Yahoo – eigentlich kann der Suchmaschinenbetreiber da gleich die Flinte ins Korn werfen.“

6. „Fünf Irrtümer über die Piratenpartei“

(futurezone.orf.at, Günter Hack)

5 „populäre Irrtümer“ über die Piratenpartei im Detail widerlegt.

DJV, ZDF, Palin, von der Leyen

1. Deutsche Familienministerin fordert Internet-Verhaltenskodex

(rp-online.de, Eva Quadbeck)

Die Erziehung der Bürger durch den Staat schreitet voran. Nach den Netzsperren möchte Ursula von der Leyen bei den „sozialen Netzwerken im Internet“ „einen Verhaltenskodex entwickeln“. Die Wahl ihres von der Netzgemeinde gewählten Übernamens „Zensursula“ hält sie für „patent“.

2. „Eine Woche neues ‚Heute‘-Studio“

(taz.de, Daniel Bouhs)

„Im neuen Nachrichtenstudio übertreibt es das ZDF mit Effekten. Aufwändige 3D-Grafiken bringen nicht zwangsweise Erkenntnisgewinn.“

3. „Antwort des DJV auf Björn Sievers“

(carta.info)

Der DJV antwortet auf den offenen Brief von Björn Sievers und stellt fest: „Google hat sein erfolgreiches Geschäftsmodell auf der systematischen Auflistung und Verlinkung zu Beiträgen Dritter aufgebaut, für die das Unternehmen keinen Cent bezahlt.“

4. „Ulrich Deppendorfs Schweißausbruch am Ufer des Sommerlochs“

(faz-community.faz.net/blogs/fernsehblog, Stefan Niggemeier)

Stefan Niggemeier kommentiert eine Online-Diskussion (ab hier) zwischen Kai Gniffke und Ulrich Deppendorf: „Wenn schon seine harmlosen Frotzeleien über den Virtualitätspomp des ZDF Anlass genug für Deppendorf sind, sich um eine Retourkutsche in zwei Jahren (!) zu sorgen, mag man sich nicht ausmalen, was ernste Kritikversuche für Schweißausbrüche bei ihm auslösten – und wie oft er entsprechende Formen des Journalismus womöglich verhindert.“

5. Werbung und Moral

(wirres.net, Felix Schwenzel)

Felix Schwenzel macht sich in einem längeren Beitrag Gedanken über Werbung und Moral: „das doofe ist ja, ich finde werbung auf blogs und in zeitungen und zeitschriften gut. werbung finanziert leute wie heribert prantl, günter wallraff, jens weinreich und ermöglicht ihnen das zu schreiben was wir alle schätzen. werbung ermöglicht, dass ich mir günstige tageszeitungen, die FAS, die brandeins oder die dummy regelmässig leisten kann. (…) ich hätte es auch gerne, dass werbung stefan niggemeier, markus beckedahl, lukas heinser, malte welding, peer schader, herrn paulsen oder mir (und anderen) ermöglicht weiterhin unabhängig und frei ins internet zu schreiben.“

6. „Palin’s Resignation: The Edited Version“

(vanityfair.com)

Vanityfair.com setzt den Rotstift an. Und zwar „korrigiert“ die Website die Rücktrittsrede von Sarah Palin.

Hamburger Erklärung, DJV, Hagemann

1. Hubert Burda will einen Anteil an den Werbeeinnahmen von Google

(manager-magazin.de, Klaus Boldt)

Verleger Hubert Burda fordert einen „fairen Anteil“ an den Werbeeinnahmen von Google und anderen. Er gibt zwar zu, dass Google für „rund die Hälfte des Traffics der journalistischen Websites“ verantwortlich ist (und damit zu einem guten Teil für die Werbeerlöse dieser Websites). Dennoch will er für jeden „Marktteilnehmer einen Fair Share“.

2. „Hamburger Bankrott-Erklärung“

(stefan-niggemeier.de)

Stefan Niggemeier beschäftigt sich mit den Verlegern und ihrer Hamburger Erklärung (pdf): „Es ist ein Dokument der Hilflosigkeit, ein ziellos-hysterisches ‚So tu doch einer was‘, bei dem es auf Inhalte nicht ankommt, solange nur möglichst viele mitschreien. Kein Wunder, dass die einzelnen Verlage nicht wissen, was sie genau da unterschrieben haben, oder keine Lust haben, sich dazu öffentlich zu äußern.“

3. „Warum ich aus dem DJV austrete“

(handelsblatt6.blogg.de, Thomas Knüwer)

Thomas Knüwer tritt aus dem Deutschen Journalisten Verband DJV aus und erklärt, warum: „Der DJV mag sich nicht mit der Zukunft beschäftigen. Mehr noch: Er hasst die Zukunft. Wer aber die Zukunft hasst, der hat auch keine solche.“

4. Interview mit Matthias Hagemann

(handelszeitung.ch, Thomas Pfister)

Der Verwaltungsratspräsident der „Basler Zeitung Medien“ glaubt daran, 2010 wieder in die schwarzen Zahlen zu kommen. Offenbar auch ohne die jüngere Generation: „Abozeitungen sind per definitionem ein wenig elitär. Sie sprechen immer nur etwa 50% der Bevölkerung an, nämlich die, die lesen können und es auch wollen. Dazu kommt auch die Technologieaffinität der jüngeren Generation – die gehen eben online für die Infos.“

5. „Die Wandlung der Freaks“

(taz.de, Meike Laaf)

„Blogger, Hacker und Internetuser mischen sich mehr und mehr politisch ein. Wie konnte aus den eigenbrötlerischen Sonderlingen von früher eine politische Bewegung werden?“

6. In der Einzelgänger-Ecke

(blog.jacomet.ch)

„Der Discounter hat ein Herz für Singles und Scheue: Einzelgänger finden im Denner Sedrun neu eine Ecke speziell für sie!“

Landlust, SZ-Magazin, G+J, Brüno

1. Interview mit Karl-Heinz Bonny

(dwdl.de, Jochen Voß)

Das Magazin Landlust erscheint im westfälischen Landwirtschaftsverlag – und ist ein enormer Erfolg. Geschäftsführer Karl-Heinz Bonny glaubt, das liege daran, dass Landlust eben keinen Lifestyle mache, sondern ein „Lebensart-Magazin“ sei: „Das Landleben ist tatsächlich so, wie sie es in der ‚Landlust‘ finden. Sie werden bei uns keine gestellten Szenen oder Studioaufnahmen sehen, sondern nur echte Geschichten.“

2. „Bezahlte Werbung oder journalistischer Bericht?“

(falter.at, Donja Noormofidi und Gerlinde Pölsler)

„Wie auch dem PR-Ethikrat zu Ohren gekommen ist, soll die Krone Inserenten als Dankeschön schon mal zusätzliche Gefälligkeitsartikel anbieten. Ein langjähriger Pressesprecher einer öffentlichen Institution bestätigt, er selbst habe des Öfteren in der Steirerkrone inseriert und vereinbart, dass jeweils noch ein journalistischer Artikel zu einem Thema seiner Wahl gedruckt werde.“

3. „SZ-Magazin: Qualitätskreativität ohne Quellenangabe“

(carta.info, Leonard Novy)

Gemäss Eigenwerbung ist das Magazin der Süddeutschen Zeitung „kreativer Journalismus auf höchstem Niveau“. Aber warum selbst denken, wenn man die Ideen auch aus dem Atlantic Monthly kopieren kann?

4. „Gruner + Jahr prüft Kurzarbeit“

(horizont.net)

„Europas größter Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr denkt offenbar konkret über Kurzarbeit nach, zumindest für einen Teil der rund 4000 Mitarbeiter in Deutschland.“

5. „Twitter-Attacke bremst ‚Brüno‘ aus“

(welt.de, Hannes Stein)

„Die Macht des geschriebenen Wort ist groß: Gerade mal einen Tag lief Sacha Baron Cohens ‚Brüno‘ in den amerikanischen Kinos, als die Besucherzahlen dramatisch einbrachen. Kritiken brachten den Film ins Stolpern – Kritiken geschrieben von Tausenden von Twitter-Usern.“

6. „Extrablatt, Extrablatt“

(twitpic.com, Cartoon)

„Herr Kruse und die Krise.“

Schäbige Verleger, Jessen im Remix

1. „Ein schäbiges Stück“

(dradio.de, Lars Reppesgaard)

Lars Reppesgaard nennt die Versuche der Verleger, andere dazu zu verpflichten, ihre wegbrechenden Einnahmen zu übernehmen, schäbig: „Es ist ein schäbiges Stück, das die Unternehmen hier inszenieren. Anders als die Musikindustrie, die mit ansehen musste, wie sie durch Tauschbörsen und Kopierschutzhacker wirklich enteignet wurde, haben sich die Zeitungs- und Zeitschriftenverlage freiwillig der Internetlogik unterworfen.“

2. „Betrug am Leser“

(carta.info, Gabriele Bärtels)

Die freie Journalistin Gabriele Bärtels nennt die Journalistenbranche „von innen verfault“ und erzählt von ihren Erlebnissen mit Redaktionen: „Ich habe ja weitgehend aufgehört, für Frauenmagazine zu schreiben. Ich konnte es nicht länger ertragen, für die Psycho-Ressorts lebende Fallbeispiele zu suchen, die genau das aussagten, was die Redaktion hören wollte, wohin man die Fallbeispiele notfalls mit Suggestivfragen bringen musste.“

3. „Trends in der Online-Werbung“

(faz-community.faz.net/blogs/netzkonom, Holger Schmidt)

Die Werbung wandert ins Internet, Gewinner sind Social Networks und Suchmaschinen: „Ganz trüb sind die Erwartungen für die klassischen Medien: Gerade einmal 2 Prozent der Befragten erwarten bessere Resultate von der Werbung in Gelben Seiten und nur 4 Prozent trauen dies den Zeitungen zu.“

4. Verschwörungstheorien, Schlammschlachten, Schreihälse

(sueddeutsche.de, Christopher Schmidt)

Die Süddeutsche Zeitung hat sich mal wieder eine publizistische Website im Internet angesehen, nämlich nachtkritik.de: „Im Schutz der Anonymität wird in den Kommentarforen ein regelrechter Kulturkampf ausgetragen. Persönliche Diffamierungen werden von den Redakteuren konsequent herausgefiltert, dafür gedeihen hier die wildesten Verschwörungstheorien und finden Schlammschlachten statt, in denen sich die Schreihälse gerne auch gegenseitig an die Gurgel gehen. Daneben entspinnen sich aber immer wieder anspruchsvolle Debatten.“

5. „Die Rathauszocker“

(zeit.de, Roland Kirbach)

Deutsche Lokalpolitiker haben Teile der Infrastruktur an US-Investoren verkauft (zeit.de, 12. März 2009). In einem zweiten Artikel zum Phänomen Cross-Border-Leasing stellt Roland Kirbach fest, dass in der Sache kein Staatsanwalt ermittelt. Und dass die Städte „mit den Banken um Zinsen gewettet“ haben.

6. „Das Internet befindet sich am Scheideweg“

(youtube.com, Video, 6:40 Minuten)

Schon einige Zeit online, aber weitgehend unbeachtet. Dabei könnte aus elektronischer Musik und der Stimme von Zeit-Feuilletonchef Jens Jessen ein neuer Club-Hit entstehen. Der dem Remix zugrunde liegende Videoblogeintrag erschien am 29. Mai 2009 auf zeit.de.

Blättern:  1 ... 168 169 170 ... 252