Archiv für 6 vor 9

Panik, Kritikkritik, Kika

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. Franz Josef und das Panikorchester
(blog-cj.de, Christian Jakubetz)
Christian Jakubetz analysiert noch einmal die bisherige Medienhysterie um EHEC: „Natürlich hat die „Bild“ mal wieder besonders übertrieben, aber es wäre zu einfach, wenn jetzt alle wieder mit den Finger nur auf sie zeigen würden. Tatsächlich gab es in den Redaktionen in den letzten Wochen kaum jemanden, der einfach mal zur Besonnenheit riet.“

2. Zu wenig Geld für eine Nachricht
(journalist.de)
„10 Euro für eine Meldung sind genug. Das findet zumindest der Chefredakteur von pcwelt.de, wenn es um die Bezahlung seiner freien Autoren geht.“

3. Konzertkritiker
(nullsummenspiel.tumblr.com)
Auch Konzertkritiker müssen sich hin und wieder Kritik gefallen lassen, Konzertkritikerkritik quasi: „Blöd nur, wenn man als Kritiker zu einem Konzert gerufen wird, von dem weiß, dass es irgendwie wichtig ist, man vom eigentlichen Gegenstand der Berichterstattung – der Musik – nicht so ganz in Kenntnis gesetzt ist.“

4. Wenn Zeitungen dumm machen
(print-wuergt.de, Michalis Pantelouris)
Michalis Pantelouris zeigt auf, dass die hysterische Berichterstattung vieler deutscher Medien über die Griechenlandkrise einen direkten Einfluss auf die Lage Griechenlands und Europas hat.

5. Von Selbstbeweihräucherung und Nestbeschmutzung
(blog.tagesschau.de, Kai Gniffke)
„Tagesschau“-Chefredakteur Kai Gniffke sinniert angesichts des KiKa-Skandals darüber, wie es ist und wie es seiner Meinung nach sein sollte, wenn man über Fehler im eigenen Haus berichtet.

6. Konstantin verrät erste Details zu KNDM.de
(meedia.de, Alexander Becker)
„kritisch – nachhaltig – direkt – meinungsbildend“

Sprachnörgler, Strippenzieher, Spring Break

6 vor 9

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1. Die unverbesserliche Seichtigkeit der Sprachnörgler
(wissenslogs.de/sprachlog, Anatol Stefanowitsch)
Im dritten Teil seiner Serie (Teil 1, Teil 2) beschäftigt sich Anatol Stefanowitsch weiter mit den laut Bild.de „10 am häufigsten falsch verwendeten Wörtern“, die er sich für seinen Gastbeitrag bei uns angesehen hatte.

2. Maxim – YouTubes Wurmfortsatz
(kioskforscher.posterous.com, Markus Böhm)
Markus Böhm hat sich durch die komplette März/April-Ausgabe des Herrenmagazins „Maxim“ gequält. Sein Fazit: „Das Intelligenteste an diesem Magazin ist Daniela Katzenberger.“

3. Unter kakanischen Strippenziehern
(faz.net, Michael Hanfeld)
RTL-Vorstandschef Gerhard Zeiler hat seine Bewerbung als Direktor beim Österreichischen Rundfunk (ORF) abgesagt. „Gegen die staatliche Einflussnahme auf den öffentlich-rechtlichen Sender ORF erscheinen sogar die hiesigen Verhältnisse als harmlos (was sie nicht sind).“

4. (Nicht) ganz ohne Nebenwirkungen: Zwei BILD-Reporter im Sonderzug Richtung Koma
(mediensalat.info, Ralf Marder)
Während „Bild“ gerne vor „Komasaufen“ bei Jugendlichen warnt, berichten ein „Bild“-Reporter und eine „Bams“-Reporterin auffallend unkritisch von „18- bis 30-Jährigen“, die „vier Tage Suff, Sex und Sonne an der Küste Istriens“ suchen — beim „Spring Break Europe“ in Kroatien.

5. Five Lessons In Breaking News Reporting Learned From The Joplin Tornadoes
(mediabistro.com/10000words, Lauren Rabaino, Englisch)
Brian Stelter, sonst Medienjournalist bei der „New York Times“, fand sich unvermittelt in Joplin, Missouri, wieder, wo ein Tornado weite Teile der Stadt zerstört hatte. Er erklärt, welche fünf Lektionen er dort für seine Arbeit gelernt hat, und warum Papier und Stift immer noch das verlässlichste Werkzeug für Reporter sind.

6. Pluralis Journalistis
(wirres.net, Felix Schwenzel)
Felix Schwenzel über Journalisten, die sich scheuen, „ich“ zu schreiben, und ein Extrembeispiel im Berliner „Tagesspiegel“. Wir wünschen uns, dass der Satz „Wir haben es mit unserer Partnerin ausprobiert“ zum geflügelten Wort wird.

Diamanten, Desinformationen, Homöopathie

6 vor 9

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1. „Diamonds are Gala’s best friends“
(klatschkritik.blog.de, Antje Tiefenthal)
Die Zeitschrift „Gala“ setzt ihren Werbekunden und Veranstaltungspartner Tiffany & Co. auch im redaktionellen Teil groß in Szene: „Auf der sieben Seiten langen Strecke trägt das Model neben Kleidung von verschiedenen Herstellern auch Schmuck — und der stammt ausschließlich von Tiffany & Co. Die gezeigten Klunker haben insgesamt einen Wert von über einer Million Euro.“

2. „Kachelmann und die Desinformations-Industrie“
(nzz.de, Rainer Stadler)
„Was bleibt nach dem Gerichtsfall um Jörg Kachelmann? Nichts.“

3. „Stuss und Fehlurteil“
(berlinonline.de, Ulrike Simon)
Kachelmann-Anwalt Johann Schwenn behauptet im ZDF über den Burda-Verlag: „Der Verlagsvorstand Philipp Welte hat jeden deutschen Chefredakteur von Bedeutung angerufen und versucht, ihn für eine negative Berichterstattung gegen Kachelmann zu gewinnen.“

4. „‚Nie wieder Malaria‘ – Tagesschau.de über Homöopathen in Afrika“
(beim-wort-genommen.de, Jonas Schaible)
Jonas Schaible vermisst in einem Artikel über „Homöopathen ohne Grenzen“ jede kritische Einordnung und findet stattdessen PR-Formulierungen und eine Verklärung der „Wunderheilerinnen“.

5. „Quo vadis, Gurke?“
(juliane-wiedemeier.de, Juliane Wiedemeier)
Der Fluch der täglichen Katastrophenbebilderung: Wie die Hintergrundgrafikengestalter der „Tagesthemen“ die Suche nach dem Ehec-Erreger in Szene setzen.

6. „Ich kann mir die nicht alle vorstellen, es sind einfach zu viele“
(zeit.de, Harald Martenstein)
Harald Martenstein schafft es nicht mehr, sich all die als glückliche Menschen vorzustellen, von denen die Medien ihm sagen, er müsse sie sich als glückliche Menschen vorstellen.

Kachelmann, Objektivität, Prinz Philip

6 vor 9

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1. „Bild gewinnt. Gegen den Journalismus“
(print-wuergt.de, Michalis Pantelouris)
Michalis Pantelouris kommentiert die Verleihung eines mit 10.000 Euro dotierten Medienpreises an die „Bild“-Mitarbeiter Nikolaus Blome und Paul Ronzheimer: „Für mich bedeutet die Auszeichnung der Werke dieser beiden auch eine weitere und vielleicht entscheidende Niederlage des Journalismus, wie ich ihn verstehe.“ Siehe dazu auch unseren Artikel „Pleite-Journalisten“.

2. „Vorgerichterstattung und Nachverurteilung: Das Kachelmann-Urteil im Fernsehen“
(faz-community.faz.net, Stefan Niggemeier)
Kachelmann I: Stefan Niggemeier schaut sich die TV-Berichterstattung rund um die Urteilsverkündung an. Mit dabei: n-tv, N24, RTL, Jo Groebel.

3. „Im Zweifel für den Angeklagten: Freispruch nach einer spektakulären Medienschlacht“
(swr.de, Audio, 15:11 Minuten)
Kachelmann II: Die Lager der Medien hätten sich geteilt in Burda und „Bild“ auf der einen, „Zeit“ und „Spiegel“ auf der anderen Seite. Hans Mathias Kepplinger: „Die Staatsanwaltschaft, nicht nur in diesem Fall, spielt zunehmend eine aktive Rolle, wenn es um die Kontakte zu den Medien geht. Im Grunde greifen die Staatsanwälte zunehmend Verfahren der Verteidigung auf. Die Verteidiger gehen schon seit seit langem aktiv an die Medien, um das Meinungsklima im Interesse ihres Mandanten zu beeinflussen. Und die Staatsanwälte verfahren auch so. Das ist beides eine problematische Entwicklung.“

4. „Und das wollen Journalisten sein?“
(faz.net, Michael Hanfeld)
Kachelmann III: Michael Hanfeld kritisiert eine einseitige und parteiische Berichterstattung der Konkurrenz. „Wer sich in den vergangenen Monaten über diesen Prozess allein aus ‚Spiegel‘, ‚Zeit‘, ‚Bild‘ oder ‚Bunte‘ informierte, war ziemlich schief gewickelt. Keine Rede mehr von der gebotenen journalistischen Distanz.“

5. „Die Mär vom unvoreingenommenen Journalismus“
(indiskretionehrensache.de, Thomas Knüwer)
Und auch Thomas Knüwer widmet sich dem Thema Objektivität: „Journalisten balancierten schon immer auf diesem Drahtseil. Einerseits sollten sie unvoreingenommen sein, andererseits Menschen mitnehmen, ja, mitreißen – und die Klientel eines Mediums bedienen. Der Sturm des Medienwandel pustet sie nun gleich reihenweise vom Seil.“

6. „Ninety gaffes in ninety years“
(independent.co.uk, Hannah Ewan, englisch)
Der Ehemann der britischen Königin, Prinz Philip, wird 90. Der „Independent“ zitiert dazu 90 Sätze aus seinem langen Leben.

Marcell D’Avis, Stefan Aust, Egon Erwin Kisch

6 vor 9

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1. „Kachelmann war ein exzellentes Objekt“
(heute.de, Panja Schollbach)
Michael Haller beobachtet einen „starken Trend zur Selbstkommerzialisierung“ im Journalismus: „Im Mittelpunkt der Berichte steht nicht mehr das Aufklärungsinteresse, sondern der Verkauf. Das Bedenkliche ist, dass der Journalismus – vom ‚Spiegel‘ über die People-Magazine bis hin zur ‚Bild‘-Zeitung und anderen Boulevardmedien – vor allem an vermeintlichen Intimgeschichten, also am Voyeurismus interessiert war.“

2. „Schwarze Socken und rote Rübenschweine“
(berlinonline.de, Stefan Aust)
Stefan Aust blickt zurück auf seine Tätigkeit beim ARD-Magazin „Panorama“: „Irgendwie war ja damals alles politisch. Und Qualität war bei uns schon, wenn ein Beitrag möglichst kontrovers war. Interviewpartner wurden so ausgewählt, dass sie die Meinung des Autors wiedergaben. Im Zweifel ist ja für jede Position ein eloquenter Kronzeuge aufzutreiben.“

3. „Über Kisch und Kitsch“
(journalist.de, Ralf Geißler und Matthias Daniel)
Claudius Seidl („Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“) und Stefan Willeke („Die Zeit“) sprechen über die Verleihung des Henri-Nannen-Preises. Und über Egon Erwin Kisch: „Kisch war ein sozialistischer Märchenonkel, mit Verlaub. Ein Mann mit einem durch und durch ideologischen Weltbild. Der wusste schon, was er von den Leuten zu halten hat, lange bevor er mit ihnen gesprochen hatte.“

4. „Maischbergers Grafiken“
(fernsehkritik.tv, Video)
Fernsehkritik.tv analysiert eine in der ARD-Talkshow „Menschen bei Maischberger“ präsentierte Grafik, die „uns zeigt, dass besonders Rentner unter der Inflation leiden“. „Diese Grafik ist im Grunde nur dazu geeignet, Rentnern Angst zu machen, dass sie bald kein oder immer weniger Geld mehr bekommen vom Staat.“

5. „Die Standard-Antwort-E-Mail für unbeantwortete E-Mails“
(137b.org, zeitweise)

6. „Das real existierende 1&1-Aushängeschild“
(ftd.de, Georg Dahm und Thomas Wendel)
Ein Besuch bei Marcell D’Avis, „Leiter Kundenzufriedenheit“ des Internetdienstleisters 1&1, in Montabaur.

Theater, Panorama, Überwachung

6 vor 9

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1. „Mediale Vorverurteilung“
(dradio.de, Brigitte Baetz)
Vor der erstinstanzlichen Urteilsverkündung im Prozess gegen Jörg Kachelmann stellt Brigitte Baetz fest: „Die Medien übernehmen immer mehr die Rolle eines modernen Prangers. Der Grundsatz, dass jeder zunächst als unschuldig zu gelten hat, scheint in der Berichterstattung immer öfter in den Hintergrund zu rücken.“ Berichte in der NZZ und der FAZ stellen Vergleiche zum Theater an.

2. „Ex-‚Handelsblatt Online‘-Chefredakteur räumt Plagiate ein“
(sueddeutsche.de, Marc Felix Serrao)
Sven Scheffler, bisheriger Chefredakteur von handelsblatt.de, hat „mitunter ganze Absätze kopiert“. „Warum er abgeschrieben habe, wisse er beim besten Willen nicht mehr: ‚Das war ein Riesenfehler. Ich habe keine Ahnung, wie das passieren konnte.‘ Er wisse nur, dass er an dem Tag unter enormem Zeitdruck gestanden habe.“

3. „Mal ehrlich, ‚Frankfurter Allgemeine Zeitung‘!“
(titanic-magazin.de)
Die Titanic entdeckt eine Bildbeschriftung auf faz.net, die so auch in der Wikipedia zu finden ist. „Die Texte zum zweiten, dritten und vierten Foto der Klickstrecke stehen ja – genau so bei Wikipedia! Bis auf einige kosmetische Änderungen sogar wortwörtlich!“

4. „Tabloid complains about ‚perving‘ over Pippa“
(tabloid-watch.blogspot.com, MacGuffin, englisch)
Die Zeile „Sick Germans target royal sister“ auf der Titelseite von „Daily Star Sunday“ – und was „Bild“ damit zu tun hat.

5. 50 Jahre Panorama
(daserste.ndr.de/panorama)
Die ARD-Sendung „Panorama“ macht zum 50. Geburtstag Sendungen im Archiv zugänglich. Zu sehen sind nun Berichte wie „Klauen, lügen, schikanieren – Boulevardreporter auf Bilderjagd“ (1997), „Piep, peep und Provokation – Wie Kultstars gemacht werden“ (1998) oder „Blablabla vom Boulevard – Bild-Kampagne diffamiert Politiker und Parlamente“ (2003).

6. „Die Anti-Terror-Lüge“
(gutjahr.biz, Richard Gutjahr)
Richard Gutjahr prüft die Anlässe für Telekommunikationsüberwachung 2009.

Killerkeime, Handschellen, Franz Josef Wagner

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1. „Alarm im Darm des Journalismus“
(taz.de, Michael Ringel)
„Ganz Deutschland“ fürchtet sich vor EHEC? Michael Ringel zweifelt daran. Und erinnert sich an den Norovirus. „Noro klang wie Dr. No und war der Darmschrecken, bevor Ehec auftauchte. Noro kostete bislang weitaus mehr Menschen das Leben als Ehec, aber in unseren aufgeregten Zeiten braucht es eben immer neue Säue, die das Mediendorf in Atem halten.“

2. „Angriff der Killerkeime“
(fagri.de)
Ein Tod durch EHEC ist im Vergleich zu anderen Todesarten eher unwahrscheinlich. Trotzdem fürchten sich die Menschen. „Ein Grund dafür ist, dass der Mensch nicht die Größe der Gefahr selbst wertet, sondern wie andere darauf reagieren. Wenn nun aber die Medien durch die Bank auf ihren Titelseiten suggerieren: ‚Wir haben ein Problem!‘ wird dies zum allgemeinen Konsens.“

3. „Facie prima“
(ad-sinistram.blogspot.com, Roberto J. De Lapuente )
Viele Medien zeigen Dominique Strauss-Kahn in Handschellen. Roberto J. De Lapuente fragt, was dagegen spricht, ein neutrales Foto zu verwenden: „Solche Fotos sind ein Affront gegen die Unschuldsvermutung und untergraben den fairen Verlauf des Rechtsstaates. Selbst wenn eine mögliche Unschuld am Ende herauskäme, die Bilder brennen sich ein.“

4. „Der rasende Regierungssprecher“
(zeit.de, Steffen Seibert)
@RegSprecher Steffen Seibert schreibt seine Erfahrungen mit Twitter und Twitter-Nutzern auf: „Der dogmatische Teil der Twittergemeinde, und der meldet sich gerne bei mir, erregt sich ebenso lustvoll über abweichendes Verhalten wie manch Schrebergärtner über Wildwuchs in der Parzelle nebenan.“

5. „Blogs als Quelle für traditionelle Medien: Keine Lust mehr, euer Fußvolk zu sein“
(basicthinking.de, Jürgen Vielmeier)
Jürgen Vielmeier stellt fest, dass viele traditionelle Medien Blogger nicht richtig zitieren.

6. „BILD-Kolumnist Franz Josef Wagner und seine Mutter“
(mediensalat.info, Ralf Marder)

Horror-Keime, Versuchungen, Enzensberger

6 vor 9

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1. „EHEC – nix gelernt“
(zapp.blog.ndr.de, Zapp Redaktion)
EHEC als „Horror-Keime“, „Killer-Keime“ und „Gefährliche Bakterien“. Für die Zapp-Redaktion wiederholt sich die Geschichte mit der Angst, „nicht genauso, aber ähnlich“: „Von wegen Sex sells – Angst sells.“

2. „Nun also doch EHEC“
(blog.tagesschau.de, Kai Gniffke)
„Tagesschau“-Chefredakteur Kai Gniffke bloggt erneut zu EHEC. Anfang und Schluß des Beitrags lauten so: „Gestern habe ich hier ausführlich begründet, warum wir in der 20Uhr nicht mit EHEC aufgemacht haben. Seither hat es keine weiteren bestätigten Todesfälle gegeben und auch die Fallzahlen sind nicht dramatisch gestiegen. Trotzdem war EHEC heute auf Platz 1 in der Tagesschau. (…) Ich werde schon in wenigen Wochen sicher wieder auf irgendeinem Podium eines Medienkongresses sitzen und darüber diskutieren, dass die Medien bei EHEC (oder war es SARS oder H2N1?) mal wieder übertrieben haben.“

3. „Gruselkeim statt Kernschmelze!“
(blog-cj.de, Christian Jakubetz)
„Dreifache Kernschmelze in Fukushima? Nimmt man mal so mit, weil man im Journalistensprech sagen würde: Hatten wir schon. Hatten wir oft genug. Will keiner mehr lesen. Dagegen: Ein neuer, unheimlicher, gruseliger Killerkeim? Dem bereits eine 83jährige Frau zum Opfer gefallen ist? Endlich was neues, nachdem Rinderwahn, Schweinegrippe, Vogelgrippe und all die anderen unheimlichen Epidemien durch sind und nicht mal mehr Berufshysterikern Angst machen.“

4. „Die alltägliche Versuchung“
(ankommen.nordbayerischer-kurier.de, jbraun)
Joachim Braun, Chefredakteur des „Nordbayerischen Kuriers“, wird ein „Wagner-Wochenende in Bayreuth“ angeboten: „Anreise per Flugzeug oder im Testwagen, Übernachtung in einem Luxushotel ein paar Kilometer außerhalb der Stadt, eine Ehrenkarte für die Bayreuther Festspiele – ja, richtig, Normalsterbliche müssen dafür zehn Jahre anstehen. Dazu eine persönliche Einweisung in Wagner und der Transfer von zu Hause nach Bayreuth, vom Hotel zum Grünen Hügel – natürlich – wieder im Testwagen, und das alles mit Partner oder Partnerin.“

5. „Wieviel Schleichwerbung passt in eine einzige Tageszeitung?“
(kobuk.at, Alex Calanducci)
Redaktionelle Inhalte und die dazu passende Werbung in der Tageszeitung „Österreich“.

6. „Die Sprache des Spiegel“
(spiegel.de, Hans Magnus Enzensberger, 1957)
Meedia.de erinnert an einen Essay von Hans Magnus Enzensberger in der „Spiegel“-Ausgabe 10/1957 („mit dessen Einverständnis hier eine unwesentlich gekürzte Fassung“): „Objektivität ist ein Kriterium, das auf die Story schlechterdings nicht anwendbar ist. Maßgebend für das Gelingen einer Story ist einzig und allein ihr Effekt.“

Spiegel, EHEC, Brisant

6 vor 9

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1. „Eine Anmerkung zum Thema Qualitätsjournalismus“
(internet-law.de, Thomas Stadler)
Die Berichterstattung der „Süddeutschen Zeitung“ über den Prozess vor dem Münchner Landgericht: „Ottried Fischer hat keineswegs eine Klage gegen einen Reporter verloren, weil er eine solche gar nicht angestrengt hatte. Der besagte Reporter war vielmehr im Rahmen eines Strafverfahrens von der Staatsanwaltschaft angeklagt worden. Fischer ist in diesem Strafprozess lediglich als sog. Nebenkläger aufgetreten. Die feinsinnige Unterscheidung zwischen Klage und Anklage zwischen Zivil- und Strafprozess darf man von einer Zeitung, die den Anspruch erhebt, eine der besten des Landes zu sein, erwarten.“ Die Berichterstattung von Stern.de analysiert der Trittbretttreter im Beitrag „Journalistische Redundanz – und andere Kunstfehler“.

2. „Spiegel. Sex. Power. Bullshit.“
(stefan-niggemeier.de)
Stefan Niggemeier analysiert die aktuelle „Spiegel“-Titelgeschichte, die sich dem Thema „Sex & Macht“ widmet. Ullrich Fichtner und Dirk Kurbjuweit schreiben über „Die Affäre Strauss-Kahn u.a.“.

3. „EHEC – der neue Erreger“
(blog.tagesschau.de, Kai Gniffke)
„Haben nicht viele Journalisten bei früheren Fällen insgeheim damit gehadert, dass den Phänomenen Schweinegrippe, SARS, Vogelgrippe und BSE ein bisschen zu viel Ehre angetan worden war?“ fragt Tagesschau-Chef Kai Gniffke. Allerdings sei EHEC „seit gestern das zentrale Gesprächsthema in Deutschland“ und müsse darum „in einer Nachrichtensendung vorkommen – nüchtern, sachlich und seriös. Aber sehr bewusst haben wir uns dagegen entschieden, das Thema an die Spitze der Sendung zu setzen.“

4. „Oberlehrer im Blindflug“
(theeuropean.de, Alexander Kissler)
„Politikerhass und Obszönität“ seien die beiden Mittel, mit denen die öffentlich-rechtlichen Satireformate „Neues aus der Anstalt“, „Satire Gipfel“ und „heute show“ versuchen, Lacherfolge zu erzielen, meint Alexander Kissler: „Ganz offensichtlich genießt es eine wachsende bürgerliche Klientel, sich ihr Vorurteil von der Politik als einer Veranstaltung für Dödel bestätigen zu lassen.“

5. „Blöd On Blöd“
(coffeeandtv.de, Lukas Heinser)
Das ARD-Boulevardmagazin „Brisant“ feiert den 70. Geburtstag von Bob Dylan.

6. „Why I Will Never, Ever Hire A ‚Social Media Expert'“
(businessinsider.com, Peter Shankman, englisch)

Ottfried Fischer, Sportblogs, Vorlesungen

6 vor 9

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1. „Journalismus und Skepsis: Der Knabe, der doch nicht magnetisch war“
(scienceblogs.de/zoonpolitikon, Ali Arbia)
Ali Arbia greift die Story eines Jungen aus Kroatien auf, der angeblich magnetisch ist: „Wenn sich Journalistinnen und Journalisten sich schon nicht ein Minimum an Skepsis leisten um offensichtliche billige Tricks zu hinterfragen, wie sollen dann ihre Leserinnen und Leser, deren Beruf dies meist nicht ist, eine entsprechende Kompetenz entwickeln?“

2. „Grübler und Schüler“
(fr-online.de, Sarah Mühlberger)
Sarah Mühlberger porträtiert Sportblogs. Im Artikel erwähnt sind: FuPa.net, Hartplatzhelden.de, Allesaussersport.de, Gruebelei.de und die Blogs auf spox.de.

3. „Wie frei ist die deutsche Presse wirklich?“
(doppelpod.com, Christian Y. Schmidt)
Ein Vortrag von Christian Y. Schmidt über die ökonomischen und politischen Abhängigkeiten der deutschen Presse (im Video ab Minute 7). Die Journalisten in Berlin hält er „eng verflochten“ mit den Politikern: „Journalisten stellen gegen gute Honorare Bücher vor, die Politiker geschrieben haben, Politiker und Journalisten besuchen dieselben Partys und Empfänge, und manchmal heiraten Journalisten und Politiker gar, so wie die Bild-Zeitungs und Focus-Journalistin Doris Köpf (Schwerpunkt: Innenpolitik) den damaligen Bundeskanzler Schröder.“

4. „Kein Beweis für Nötigung“
(faz.net, David Klaubert)
David Klaubert berichtet aus dem Münchner Landgericht: „Ottfried Fischer hat viel auf sich genommen für diesen Prozess, der für ihn auch ein Feldzug gegen die Berichterstattung der ‚Bild‘-Zeitung ist – ein vergeblicher Anlauf, wie es nun scheint, denn das Münchner Landgericht hat in zweiter Instanz das Urteil gegen den Angeklagten Wolf-Ulrich Sch. aufgehoben.“

5. „Für Fußball keine Gebühren verpulvern“
(meedia.de, Alexander Becker)
Alexander Becker spricht mit Claudius Seidl über seine Bewerbung als ZDF-Intendant (Facebook-Gruppe). Die aktuelle Logik des öffentlich-rechtlichen Fernsehens schätzt er so ein: „Es muss das ZDF geben, weil wir das Fernsehen nicht nur kommerziellen Anbietern überlassen dürfen. Wir produzieren aber den gleichen Mist wie die kommerziellen Sender, weil wir von allen Gebühren verlangen und deshalb allen etwas bieten müssen.“

6. „Hier rein, da raus“
(zeit.de, Martin Spiewak)
Martin Spiewak schlägt vor, Uni-Vorlesungen abzuschaffen: „Statt dem Dozenten zu folgen, verschicken die Studenten E-Mails, mehren die Zahl ihrer sozialen Kontakte bei Facebook – oder laden sich das Skript der nächsten Vorlesung aus dem Netz. Sinnloser lässt sich akademische Zeit kaum vergeuden.“

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