Kurz korrigiert (132)

Anders als die „Bild“-Zeitung heute in einem großen Artikel über Fabien Barthez schreibt, hat nicht Zinedine Zidane dem französischen Torwart bei der Weltmeisterschaft 1998 „immer auf die Glatze“ geküsst, sondern Laurent Blanc.

Danke an Daniel F., Andreas G., Bernhard C. und freemagusto.

Ein Braunbär, ein Schwarzbär und eine Ente

Manchmal, nicht immer, macht es einem die Zoologie leicht. Dieser Bär hier rechts zum Beispiel ist so schwarz, dass man sich fragen könnte: Höm, wieso heißt der überhaupt Braunbär? Und die Antwort lautet: Heißt er gar nicht. Er heißt Schwarzbär.

Insofern ist es doppelt quatsch, wenn „Bild“ zu diesem süüüßen informativen Foto schreibt:

New York — Guck mal, Herr Minister Schnappauf! Es gibt auch Orte, wo Braunbären in Ruhe leben können!

Dieser Bär versucht, in eine Hängematte in einem Garten in New Jersey (USA) zu klettern, um ein Schläfchen zu halten — und wird dabei nicht abgeschossen, wie sein europäischer Artgenosse „Bruno“.

Denn erstens ist das, wie gesagt, gar kein Braunbär. Und zweitens können Schwarzbären in den USA nicht „in Ruhe leben“, sondern werden gejagt, teilweise als Freizeitvergnügen, teilweise illegal, teilweise (gerade auch in New Jersey) aufgrund von vermeintlichen Konflikten mit Menschen — ganz wie „Bruno“.

Vollends abwegig wird der „Bild“-Artikel aber durch die Überschrift:

Wenn Bruno das noch erlebt hätte

Denn „Bruno“ hat das noch erlebt. Oder hätte es jedenfalls erleben können, wenn er in den Alpen amerikanisches Fernsehen empfangen oder einen Internet-Anschluss gehabt hätte. Jedenfalls wurden die Aufnahmen vom Schwarzbär in der Hängematte bereits Mitte Juni veröffentlicht, als „Bruno“ noch lebte.

Danke an Torben F., Andreas K., Maja I. und vor allem Fabian L.!

Die besten Infos über Blitze, die „Bild“ kennt

Blitze - Was ist los am Himmel?

…fragte „Bild“ gestern und schrieb:

Leitet ein Mensch denn Strom? Ja, weil er zu ca. 65 Prozent aus Wasser besteht. Und das ist der beste Stromleiter, den wir kennen

Falsch ist das in dieser Formulierung natürlich nicht. Aber anders als die „BILD-Medizin-Expertin“ Friderike Stüwert und ihre Redaktion kennen wir und die Wissenschaft jede Menge Stromleiter, die besser sind als Wasser: Kupfer, Eisen und Silber zum Beispiel leiten millionenmal besser als Meeres- oder Leitungswasser. Reines, destilliertes Wasser leitet sogar noch viel schlechter, so dass es außerhalb der „Bild“-Redaktion oft auch als „Nichtleiter“ bezeichnet wird.

Aber Frau Stüwert hatte noch mehr Fragen und Antworten, zum Beispiel diese:

Warum brennen Häuser nicht ab? Sie haben Blitzableiter auf dem Dach ...

Tja, da könnte man sagen, dass schon die Frage ganz offensichtlich falsch gestellt ist. Aber auch die Antwort ist lustig. Denn die allermeisten Eigenheime haben nach Angaben von Experten eben keinen Blitzableiter auf dem Dach.

Danke an Jan S., Marcel A., Peter K., Michael L., Jo M., Uwe P., Thomas W., Daniel S., Enno H., Stephan T., Daniel D., Balu, Peter N., Stefan B., Marcel A. und Tim S.!

Symbolfoto XL

Mag sein, dass der brasilianische Fußballspieler Ronaldinho tatsächlich gerade mit seiner Freundin Alexandra Paressant in Marbella ausspannt. Aber das Foto, mit dem „Bild“ die Meldung illustriert, ist definitiv nicht aus diesem Urlaub: Es wurde lange vorher beim Dreh eines Werbefilms für die Kaugummimarke Trident aufgenommen.

Danke an Agathoklis P. für den Hinweis!

Lachen mit „Bild“

Dieser Teaser (siehe Ausriss) befindet sich zur Zeit auf der News-Seite von Bild.de. Klickt man drauf, kommt man zu einer Fotogalerie. Darin finden sich dann u.a. Bilder von einer Ente an der Leine, einer „Frosch-Attacke“, einem „Schlamm-Volleyball-Turnier“ oder von einem Flitzer bei Wimbledon. Definitiv nicht skurril oder witzig ist allerdings das 10. Foto der Galerie:

Mit Dank an Kait für den sachdienlichen Hinweis.

Nachtrag, 8.7.: Bild.de hat das Foto mittlerweile aus der Galerie entfernt.

Symbol-Bild am Sonntag II

„Er ist abgedruckt worden, aber völlig falsch.“

Torwart Jens Lehmann über den Spickzettel, der ihm vor dem Elfmeterschießen gegen Argentinien half. Die Nachrichtenagentur dpa berichtet, er habe „amüsiert“ zur Kenntnis genommen, was angeblich alles darauf gestanden haben soll.

„Erfolgreiche WM mit Klinsmann kaum möglich“

Klar: Hinterher ist man immer klüger.

Aber damit niemand auf den Gedanken kommt, die „Bild“-Zeitung und ihre prominenten Kolumnisten hätten schon immer an den Erfolg der deutschen Nationalmannschaft und ihres Trainers geglaubt, eine nicht ganz untypische Auswahl von Kommentaren der letzten zwei Jahre.

„Sport Bild“-Kolumnist Lothar Matthäus, zitiert in „Bild“, 29. Juli 2004:

Wenn er von einem Zehn-Jahres-Plan redet, sucht Klinsmann jetzt schon eine Ausrede. … Dann kann man nach einer Pleite im Jahre 2006 sagen: ich habe doch gleich gesagt, es geht nicht so schnell.

„Bild“-Kolumnist Paul Breitner, 1. August 2004:

Klinsmann hat auch gesagt, er wolle lernen. Er muss lernen, und zwar sehr viel und sehr schnell. Obgleich ich erhebliche Probleme damit habe, dass ausgerechnet die Nationalmannschaft als Lehrstätte für Bundestrainer-Azubis dienen soll.

„Bild“, 10. Oktober 2005:

Klinsi nur noch Krisi

BILD sagt, was JETZT passieren muß.

Klinsmann muß sich helfen lassen (…)

Der Krisen-Klinsi braucht nun Hilfe von erfahrenen Trainern. Von Franz Beckenbauer, der seine Unterstützung anbietet. Von Christoph Daum, mit dem sich Klinsi in Istanbul getroffen hatte. (…)

Schluß mit Experimenten

Richtig: Klinsi hat in seiner Amtszeit 11 Neulinge geholt. War bitter nötig nach dem EM-Desaster 2004. Doch in der WM-Saison muß die Zeit der Experimente vorbei sein.(…)

Schluß mit Gummi-Twist

Keine Frage: Die US-Fitmacher helfen den Spielern mit neuen Methoden auf die Sprünge. Gummi-Twist – warum mal nicht? (…)

Allerdings: Noch immer handelt es sich um eine Fußball- und keine Fitness-Mannschaft. (…) Ja, starten wir denn bei der Bodybuilder-WM?

Klinsmann muß nach Deutschland kommen

(…) Spätestens im WM-Jahr muß Klinsi Woche für Woche in der Bundesliga seine Spieler beobachten. Man kann als Boss eine WM in Deutschland nicht aus Huntington Beach/Kalifornien vorbereiten. E-Mail und Telefon sind kein Ersatz für eigene Beobachtungen und persönliche Gespräche.

„Bild“, 3. März 2006:

Der Bundestrainer lacht — und unser Fußball ist nur noch zum Weinen.

Drei Monate vor der WM haben wir keine konkurrenzfähige Elf mehr.

Kommentar von Sportchef Alfred Draxler, „Bild“, 3. März 2006:

Macht es Sinn, nur 98 Tage vor der WM noch schnell den Bundestrainer auszuwechseln?

Natürlich nicht! Obwohl Jürgen Klinsmann dieser Tage einiges tut, daß man auf diese Idee kommen könnte. (…)

Eine desolate Mannschaft, die weder seine Taktik noch seine Personal-Politik begreift. Und völlig verunsicherte Spieler, deren Selbstvertrauen unter Null sackt, sobald sie das Trikot mit dem Bundesadler anziehen. (…)

Wenn Klinsmann jetzt wirklich in dieses Flugzeug steigt, dann sollte er am besten gleich ganz in Amerika bleiben. Dann hat er nämlich nicht begriffen, wo ein deutscher Bundestrainer 98 Tage vor einer WM hingehört — nämlich nach Deutschland!

Analyse von Willi Schmitt, „Bild“, 4.3.2006:

Klinsmann hat, soviel steht fest, immer hartnäckig auf seinem Vorteil bestanden. (…)

Beim 1:4 gegen Italien hat jeder gesehen, daß der Jürgen noch viel lernen muß – so schutzlos darf man eine Elf nicht in Konter laufen lassen. Warum hört er nicht mal auf alte Taktik-Füchse wie Hitzfeld oder Rehhagel? Das wäre Stärke, keine Schwäche. (…)

Viele beschleicht eine Ahnung: Wenn es schief läuft bei der WM, dann fliegt unser blonder Held einfach davon, zurück in das sonnige Nichts.

Wieder mal.

„Bild“, 4. März 2006:

So, als sei nichts geschehen, düste Jürgen Klinsmann gestern wieder ins sonnige Kalifornien. Jetzt will der Bundestag den Nationaltrainer nach Berlin vorladen — weil es bei der WM um ein „nationales Anliegen“ gehe. Ob Grinsi-Klinsi dann das Lachen vergeht?

Kommentar von Sportchef Alfred Draxler, „Bild“, 7. März 2006:

Der verantwortliche DFB-Präsident Theo Zwanziger muß jetzt sogar darüber nachdenken, ob die Krise des deutschen Fußballs nur noch mit einem Auswechseln des Bundestrainers zu beheben ist. (…)

Klinsmann hat mit seinem unprofessionellen Verhalten inzwischen für so viel Unruhe gesorgt, daß eine erfolgreiche WM mit ihm als Bundestrainer kaum noch möglich sein dürfte.

Wann „Bild“ pietätvoll ist

„Bild“ berichtet heute über die Gedenkfeier zum Tode Hannelore Kohls. Bemerkenswert daran ist, dass sie dabei gewisse Umstände, die sie sonst detailreich beschreibt, komplett verschweigt nicht mal erwähnt:

Die Gründerin der ZNS-Stiftung für Unfallverletzte war am 5. Juli 2001 nach schwerer Krankheit aus dem Leben geschieden.

Dafür könnte man „Bild“ loben. Man könnte sich aber auch fragen, warum sie nur bei Freunden des Hauses so zurückhaltend ist.

Mit Dank an Uwe R. für den sachdienlichen Hinweis.

Heute anonym VII

Puh, zum Glück nennt „Bild“ nicht den echten Namen des 15-Jährigen Jungen, der auf die „Oppenheim-Oberschule in Berlin-Charlottenburg“ geht, „aus dem Libanon“ stammt und angeblich „das schlechteste Zeugnis aller 340 000 Schüler in der Hauptstadt“ hat. Fragt sich nur, warum man sich bei Bild.de die Mühe gemacht hat, das Gesicht des Jungen zu verpixeln. Macht „Bild“ doch auch nicht:

Mit Dank an Christopher R. auch für den Scan.

Kurz korrigiert (131)

Nennen Sie Fußballer, die vor dem heutigen Halbfinale mit Gelb vorbelastet sind! Sie haben 15 Sekunden Zeit:

Dalli, Dalli!

„Bild“ hat elf Spieler genannt. Im Prinzip richtig, einen Zidane müssen wir aber abziehen, der war doppelt:

Mit Dank an Volker L. und Klemens K. für den Hinweis.

Blättern:  1 ... 670 671 672 ... 803