Allgemein  

Vexierbild.T-Online.de

Schauspielerin Keira Knightley wird immer dünner, meint Bild.de, „erbarmungswürdig dünn“ sei sie inzwischen: „Busen? Lediglich mit Vergrößerungsglas erahnbar. (…) Gesund? Sieht anders aus.“

Das ist im Prinzip nicht neu, denn schon im Juli 2006 kommentierte Bild.de in einer Bildergalerie das Auftreten Knightleys bei der Premiere von „Fluch der Karibik“ mit den Worten:

Welche Piraten haben diesen Busen geklaut? Der Fluch des Dünn-Seins? Hollywood-Jungstar Keira Knightley erschreckend flach!

Schlimm. Warum machen diese Hollywood-Schauspielerinnen das? Wem gefällt denn sowas?

— ach kuck mal, da ist ja noch eine Fotogalerie auf Bild.de. Direkt unter der anderen. Auch da ist dieselbe Keira Knightley beim selben Anlass im selben Kleid zu sehen. Und was hat Bild.de darunter geschrieben?

Keira Knightley: so schön, so zart, so sexy. Ein echtes Goldstück, diese Keira, höchst luftig und höchst sexy.
Zart wie eine Elfe.

Danke an Sigrid N., Simon K. und Christian B.!

6 vor 9

Elf Millionen Freunde könnt ihr sein
(tagesspiegel.de, Marc Felix Serrao und Kurt Sagatz)
StudiVZ war nur der Anfang: Was Investoren an Web-2.0-Portalen interessiert – und warum Internetnutzer dort Mitglied werden.

Schäbiger Ausverkauf einer journalistischen Institution
(faz.net, Nina Rehfeld)
Der ?Rolling Stone? war einmal eine Institution, jetzt ist die Rockzeitschrift Handlungsort einer Seifenoper von MTV. Sechs junge Leute wetteifern um einen Redakteursjob. Und landen statt in der Popkultur im Musikgeschäft.

Das Internet macht doof
(tagesspiegel.de, Henryk M. Broder)
Wenn alle mitreden, löst sich die Meinungsfreiheit in Kakophonie auf.

Henry Broders sinkende Schamgrenze
(blog.handelsblatt.de, Thomas Knüver)
Das Internet macht dumm, schreibt der bekannte Publizist Henryk M. Broder im „Tagesspiegel“. Stimmt anscheinend. Dumm macht es vor allem ihn.

Wie man seinen Kulturteil ruiniert
(taz.de, Tobias Rapp)
charts, internet etc.

Seuche Internet
(titanic-magazin.de)
Die Seuche Internet ist auf dem Vormarsch! Haben Sie sich schon angesteckt?

„Bild“ mit überhöhter Geschwindigkeit erwischt

"Mann rast mit 240 km/h bei Frost über A23"

Eine seltsame Überschrift für eine kurze Nachricht über einen Autofahrer, der laut Polizeimeldung „mit einer vorwerfbaren Geschwindigkeit von 168 km/h“ geblitzt wurde, finden Sie nicht? Zumal die Polizeimeldung selbst den Titel trägt:

"Mit 168 km/h unterwegs- Punkte in Flensburg und Fahrverbot"

Und wer „raste bei Frost mit 240 km/h über die A23“?! Auch das steht in der Polizeimeldung: der Fahrer der zivilen Videostreife nämlich, der „beim Aufholen zum Audi (…) teilweise 240 km/h gefahren“ sei.

Und nun zum Vergleich noch ein paar Überschriften anderer Medien: „Polizei holt Raser mit 240 km/h ein“ („Hamburger Abendblatt“), „Polizei stoppt Raser auf A 23 nur mit Mühe“ (NDR.de), „A 23: Raser konnte nur mit Mühe gestoppt werden“ (Krabbenpost.de), „A23: Raser war 68 km/h zu schnell“ (HL-Live.de).

Mit Dank an Sascha S. für den Hinweis und seinen Vater für den Scan.

Ein Kreuz mit dem Hakenkreuz

Wie die „Bild“-Redaktion ihre „Leser-Reporter“ so bei Laune hält, ist natürlich ihre Sache. Und im Grunde kann man ja schon froh sein, wenn sie es nicht mehr ganz so vehement auf Promi-Busen, Großbrände oder Unfälle abgesehen hat — sondern auf Keksdosen, Christbaumschmuck oder, wie heute, auf Hakenkreuze.

"Warum verbietet niemand diese Hakenkreuze?"Aber bitte, liebe „Bild“-Redaktion, wenn ihr schon die Frage stellt, „Warum verbietet niemand diese Hakenkreuze?“ (siehe Ausriss), warum beantwortet ihr sie dann nicht so, dass der Leser noch was dabei lernt? Die Erklärung des in „Bild“ zitierten Oberstaatsanwalts weist doch schon in die richtige Richtung:

„Das Hakenkreuz wird nur dann strafrechtlich verfolgt, wenn es mit einem rechtsradikalen Symbolgehalt in Verbindung steht.“

Aber dass die Nazis das Hakenkreuz keineswegs erfunden haben, steht nicht in „Bild“. Auch nicht, dass es sich als religiöses Symbol beinahe weltweit in den unterschiedlichsten Kulturen findet. In China, Griechenland, bei den Kelten, den Germanen und nordamerikanischen Indianern. „Bild“ schreibt nicht, dass das Hakenkreuz häufig das Sonnenrad symbolisierte oder für das Leben schlechthin stand. Ebensowenig, dass die „Svastika“ in Teilen der altindischen Mythologie als Symbol des vollkommenen Lebens galt und die vier Arme, ausgehend vom Lebenszentrum, die Möglichkeiten menschlicher Entwicklung symbolisierten*.

Wenn ihr also, liebe „Bild“-Redaktion, nur ein kleines Bisschen über die Vorgeschichte des Hakenkreuzes erzählt hättet, würden die Leser vielleicht auch verstehen, wieso ein Teppich-Importeur aus „Versehen“ einen indischen Läufer mit Hakenkreuzen importieren konnte.

Mit Dank an Christian K., Carsten Z., Linda E., Michael S., Thomas M. und Takuro K. für den Hinweis.

*) Alle Informationen stammen von der Seite Shoa.de, einer gemeinnützigen Initiative, die sich der „wissenschaftlich-didaktischen Auseinandersetzung mit den Themen Drittes Reich, Antisemitismus und Holocaust sowie ihren Nachwirkungen bis in die Gegenwart widmet.“

Mehr dazu hier.

Allgemein  

„Bild“ klaut Bild

Wenn irgendwo etwas Schlimmes passiert, versucht „Bild“ für gewöhnlich irgendwie an Fotos von Beteiligten zu gelangen. Dabei ist „Bild“ offenbar jedes Mittel recht.

Am 2. Januar passierte etwas Schlimmes im Landkreis Böblingen. Ein Mann erschlug seine Mutter. Darüber berichtete „Bild“ am 3. Januar. „Bild“ war auch an ein Foto des Mannes, der als Künstler arbeitet, gelangt und druckte es in der Stuttgarter Ausgabe sehr groß und in der bundesweiten Ausgabe etwas kleiner ab. Am 4. Januar fand sich das gleiche Foto noch einmal groß zumindest in der Stuttgarter Ausgabe.

„Bild“ hat das Foto wahrscheinlich aus dem Internet und hätte es nicht abdrucken dürfen. Es wurde nämlich von einem freien Fotografen für die Baden-Württembergische Lokalzeitung „Gäubote“ anlässlich einer Ausstellungseröffnung aufgenommen. Und beim „Gäuboten“ teilt man uns mit:

Weder die „Gäubote“-Redaktion, noch der Fotograf haben dafür das Einverständnis gegeben — davon abgesehen, dass es nicht einmal den Versuch der „Bild“ gab, das Einverständnis überhaupt einzuholen.

Warum „Bild“ nicht versucht hat, das Einverständnis einzuholen, wissen wir nicht. Daran, dass sie nicht wusste, woher das Foto stammt, kann es jedenfalls nicht gelegen haben. In der Stuttgarter „Bild“-Ausgabe vom 3. Januar gibt es nämlich einen korrekten Fotonachweis (siehe Ausriss), der allerdings in der Bundesausgabe fehlt.

Wer weiß, vielleicht ahnte man bei „Bild“, wie man beim „Gäuboten“ reagieren würde. Vergangenen Montag erschien jedenfalls unter der Überschrift „Ungefragt und gegen unseren Willen“ im „Gäuboten“ ein Kommentar zum Thema. Darin heißt es:

Ohne unser Wissen und erst recht ohne unsere Billigung hat „Bild“ in der vergangenen Woche ein „Gäubote“-Foto von dem Täter, das ihn vor einem Nackt-Gemälde zeigt und im Dezember von unserem Fotografen Gabriel Holom aufgenommen wurde, großformatig abgedruckt und auch im Internet verwendet. Der Foto-Vermerk „Gäubote/Holom“ unter diesem Bild legt den Schluss nahe, Fotograf und „Gäubote“ hätten dieses Bild aus freien Stücken und womöglich noch gegen Geld der „Bildzeitung“ zur Verfügung gestellt. Genau das aber ist nicht Fall. Weder Fotograf noch „Gäubote“-Redaktion sind um Erlaubnis gefragt worden. Wären wir gefragt worden, so hätten wir aus Gründen unseres Selbstverständnisses nicht zugestimmt. Vielmehr hat die „Bildzeitung“ — trotz des urheberrechtlichen Schutzes – dieses Bild eigenmächtig aus dem „Gäubote“-Internetarchiv beschafft. Ein klassischer Raubdruck. Komplize einer solch‘ billigen Darstellung wollen wir nicht sein. Gegen Verantwortliche der „Bildzeitung“ sind deshalb rechtliche Schritte eingeleitet worden.

Außerdem will der Fotograf seine urheberrechtlichen Ansprüche geltend machen, wie man uns beim „Gäuboten“ sagt. Und der „Gäubote“ hat beim Presserat eine Beschwerde gegen „Bild“ eingereicht, in der es u.a. heißt:

„Mit dem Foto-Vermerk in der Bildzeitung ‚Gäubote/Holom‘ wird außerdem indirekt eine Unterstützung und Billigung der vorliegenden Bild-Veröffentlichung durch uns suggeriert, die den ‚Gäubote‘ als seriöse lokale Tageszeitung in ihrem Ruf schädigt. Wir selbst haben aus ethischen Gründen auf die Veröffentlichung des Fotos (Aktbild mit [dem Künstler]) verzichtet, da uns diese Darstellung im Kontext der Bluttat als unangemessen und billige Effekthascherei erschienen ist.“

6 vor 9

Miserabler Bericht über StudiVZ
(blog.zeit.de/meckern)
Onkel Brumm vom Meckerblog ist bestürzt über einen unkritischen Artikel von Zeit Campus mit falschen, verschleiernden und irreführenden Komponenten. „Besonders delikat wird es dadurch, dass ZEIT online und Campus zum Holtzbrinck-Konzern gehören – so wie jetzt eben auch StudiVZ.“

Das digitale Ende der Schamgrenze
(welt.de, Matthias Wulff)
Exekutionen, Sexvideos und grausame Unfälle – wenn neue Anbieter so etwas im Internet zeigen, erfreuen sie sich rasant steigender Nachfrage. Das Web macht Kommunikation zu einer herrschaftsfreien Veranstaltung. Das mag man für geschmacklos halten. Doch wer hat je behauptet, dass zensurloser Diskurs nur die sympathischen Seiten des Menschens herauskehrt.

Zum Geburtstag ein Machtkampf
(zeit.de, Manfred Bissinger)
Der „Spiegel“ wird sechzig. Die Geschäfte gehen gut, doch intern wird gestritten, wer das Magazin in Zukunft führen soll.

Swantje Waterstraat: Die Autorisierung von politischen Interviews in der deutschen Presse
(berlinerjournalisten.com)
Berliner Journalisten publiziert exklusiv Auszüge aus einer Diplomarbeit, die im Juni 2006 an der Berliner Universität der Künste vorgelegt wurde. Die übergeordnete Forschungsfrage lautete: Welche Bedeutung hat die Autorisierung in der Interaktion der am politischen Presseinterview beteiligten Akteure in Deutschland?

Trauriger Rekord
(jungewelt.de, Gerold Schmidt)
Journalisten leben in Mexiko inzwischen gefährdeter als in jedem anderen lateinamerikanischen Land.

Männerbefreiung
(blick.ch, Lena Tichy und Andy Limacher)
Emma, das Magazin von Frauen für Frauen, feiert diesen Monat seinen dreissigsten Geburtstag. Doch nun taucht Konkurrenz auf: Benno im Gespräch.

Dr. rer. pol. Gabriele Pauli, Dipl. Kauffrau

Gabriele Pauli, 1957 in Schweich an der Mosel geboren und seit 1977 CSU-Mitglied, ist seit 1990 Landrätin des Landkreises Fürth in Bayern. Man könnte sie „beliebt“, „erfolgreich“ oder „populär“ nennen. Die „Bild am Sonntag“ nannte sie gestern „redegewandt und siegesgewohnt“. Aber das sind offenbar nicht die entscheidenden Attribute für „Bild“ und „BamS“. Wir zitieren.

„Bild“ vom 22.12.2006:

Die attraktive CSU-Landrätin Gabriele Pauli (49) erhebt schwere Vorwürfe gegen Stoibers Staatskanzlei.“

„Bild“ vom 23.12.2006:

„Sex-Spitzel-Affäre um diese schöne CSU-Frau

„In der Sex-Spitzel-Affäre um die schöne Landrätin Gabriele Pauli gab es den 1. Rücktritt.“

„Gestern Paukenschlag in der Sex-Spitzel-Affäre um die schöne CSU-Landrätin Gabriele Pauli!“

„Angeblich hatte der enge Stoiber-Vertraute (…) sich nach möglichen ‚Männerbekanntschaften‘ und Alkoholproblemen der attraktiven Politikerin erkundigt.“

„Doch damit ist die ’schöne Landrätin‘ nicht zufrieden:“

„CSU-Generalsekretär Markus Söder griff die schöne Landrätin gestern massiv an:“

„Wer ist die attraktive CSU-Frau, die an Stoibers Denkmal rüttelt?“

„BamS“ vom 24.12.2006:

Die schöne CSU-Landrätin Gabriele Pauli gibt im Spitzel-Streit nicht nach.“

Die schöne Fürther Landrätin und Stoiber-Rivalin Gabriele Pauli (49)“

„Bild“ vom 29.12.2006:

„Kommt es jetzt zum offenen Duell zwischen der schönen Landrätin und Stoiber in den Tegernseer Bergen?“

„Will Mitglieder über Stoiber entscheiden lassen: die schöne CSU-Rebellin Gabriele Pauli (49)“

„BamS“ vom 30.12.2006:

SCHÖNE REBELLIN – Die Fürther CSU-Landrätin Gabriele Pauli (49) will Stoiber in seiner Heimat besuchen“

„Bild“ vom 6.1.2007:

Die schöne Stoiber-Rebellin: Hat sie das Zeug zur Minister-Präsidentin?“

„Gabriele Pauli (49) – vor dem 18. Dezember kannten außerhalb Frankens nur CSU-Insider die flotte Landrätin (…).“

„Will die attraktive Christsoziale am Ende selbst Edmund Stoiber in der Münchner Staatskanzlei beerben?“

Die attraktive Landrätin aus Fürth wurde 2002 mit 65,42 % wiedergewählt.“

„BamS“ vom 7.1.2007:

Schöne Landrätin soll konstruktiv in der CSU mitarbeiten“

„Bild“ vom 8.1.2007:

„In der BamS hatte Stoiber seiner Partei-internen Gegenspielerin, der schönen Fürther Landrätin Gabriele Pauli, eine Aussprache angeboten.“

Und dann ist da heute natürlich noch dies:

Weitere Pauli-Attribute in „Bild“ und „BamS“: „aufsässig“, „aufmüpfig“.

Die Welt ist eine Killerkeksdose

„Bild“ hat in den vergangenen Tagen in Keksdosen, an Christbäumen und auf Filmplakaten potentielle geheime Botschaften der Terroristen entdeckt, die den Anschlag auf das World Trade Center verübt haben. Wir können mit freundlicher Unterstützung unserer Leser eine kleine Auswahl dessen zeigen, was „Bild“ sonst noch fälschlicherweise für solche geheimen Botschaften halten müsste.

Wir haben (genau wie „Bild“) die Echtheit der Objekte nicht überprüft.

6 vor 9

Schweizervolk, hilf!
(beobachter.ch, Dominique Strebel und Christoph Schilling)
Die Geschichte des Beobachters ist eine Geschichte des Kampfes. Die Schweizer Verleger wollten das neue Blatt zum Verschwinden bringen. Doch Gründer Max Ras brachte das Volk auf seine Seite.

„Unser Kampf ist heute intensiver, als er je war“
(persoenlich.com, David Vonplon)
80 Jahre nach seiner Gründung gehört der Beobachter zu den erfolgreichsten Zeitschriften der Schweiz. Sein Modell, das engagierten Journalismus für Benachteiligte mit professioneller Leserberatung verbindet, hat sich bewährt. Doch kämpft der Traditionstitel heute auch gegen die Überalterung seiner Leserschaft, die Reichweite des Blatts stagniert.

Wie wichtig ist der „Spiegel“ noch?
(welt.de, Ulrike Simon)
Der Spiegel feiert seinen 60. Geburtstag. In Hamburg wird deshalb ein große Party ausgerichtet. Aber der Glanz der einstigen Institution in der deutschen Presselandschaft ist zunehmend verblasst. Nicht mehr Enthüllungs – Storys bestimmen das Blatt, sondern die bunte Reportage.

Berufsziel Freiheit
(jetzt.sueddeutsche.de, Dirk Schoenlebe)
Junge Journalisten im Irak kämpfen mit Worten für die Zukunft ihres Landes. Susanne Fischer bildet sie aus.

Geldsegen auf Umwegen
(netzeitung.de, Maik Söhler)
Schön: Bei der VG Wort können Autoren und Blogger jetzt auch Online-Texte melden und Tantiemen kassieren. Unschön: Die Art, wie das zu geschehen hat.

Spam der alten Schule
(taz.de, R. Wolff)
Dänemark ist genervt von seinen Gratiszeitungen: Nun will sogar die Regierung gegen die Papierberge vorgehen.

Post vom Presserat (2)

In der „Bild“-Zeitung vom 7. August 2006 hieß es in der redaktionellen Rubrik „Blieswoods Lebensregeln“ zum Thema „Sagen Sie ja!“:

Ja zum Gefühl Fußball! Ist Ihr Herz noch rund von der WM? Zeit, dass sich die Bundesliga dreht (nur noch 4-mal aufwachen!). Schenken Sie sich ein TV-Abo von „Arena“! Noch nie war Fußball so billig (14,90 Euro/Monat). Schwarz-Rot-Geil: Wir machen weiter! Olé, Olé, Olé!

Wir hielten das schon damals für Schleichwerbung — einen Verstoß gegen Ziffer 7 des Pressekodexes also, wonach Verleger und Redakteure „auf eine klare Trennung zwischen redaktionellem Text und Veröffentlichungen zu werblichen Zwecken achten“ — und beschwerten uns deshalb beim Presserat (Originaldokument rechts).

Heute nun teilte uns der Presserat mit, dass er unsere Ansicht teilt:

Der Beschwerdeausschuss hält den Verstoß gegen Ziffer 7 des Pressekodexes für so schwerwiegend, dass er (…) die Maßnahme der Missbilligung wählt.

Soweit das. (Eine „Missbilligung“ ist für die Zeitung leider folgenlos).

Interessanter an der „Entscheidung des Beschwerdeausschusses 1 in der Beschwerdesache BK1-217/06“ (Originaldokument rechts) ist, wie „Bild“ beim Presserat auf unsere Beschwerde reagierte. Statt sich inhaltlich mit dem Schleichwerbevorwurf auseinanderzusetzten, beantragte die Rechtsabteilung der Axel Springer AG unsere Beschwerde „wegen offensichtlichen Missbrauchs nicht zu behandeln und zurückzuweisen“, weil BILDblog damit „journalistische Berichterstattung manipuliere“:

Man inszeniere die Wirklichkeit, die man zum Gegenstand der journalistischen Berichterstattung mache, und verstoße damit gegen journalistische Grundsätze wie Wahrhaftigkeit und Glaubwürdigkeit. (…) Eine ernsthafte Absicht, mit den Beschwerden Antworten auf offene Fragen der Berufsethik zu erhalten, die der Klärung bedürften, liege nicht vor.

Dergleichen ist für uns nichts Neues — zumal sich der Presserat auch dieses Mal wieder nicht der Springer-Auffassung anschließen wollte. Nur der Springer-Vorwurf, dass wir „den Presserat mit einer Flut von kommerziell, also sachfremd, motivierten Beschwerden anriefen“, irritiert uns nachhaltig: In den zweieinhalb Jahren BILDblog waren es ungefähr acht.

Themawechsel: Wir suchen übrigens noch Leute, die sich bei Bedarf beim Presserat über „Bild“ beschweren.

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