Matthäus 23, 2-3

Nur dass es da jetzt nicht zu blöden Missverständnissen kommt:

Die „geschmacklose Werbung“, die den „toten Modezar“ „gar keine Ruhe“ finden und seinen Anwalt angeblich an Schmerzensgeld denken lässt, das ist die im kleinen Foto rechts.

Das im kleinen Foto links ist der „Gummi-Mosi“, eine Karikatur von Moshammer als Puppe, die ihn zwar „wie eine Witzfigur“ aussehen lässt, aber dem „toten Mosi“ beim Schlager-Grand-Prix einen „letzten glamourösen Auftritt“ verschafft hätte, aus der jedoch, weil die ARD abgewunken hat, „die Luft raus“ ist, weshalb „Bild“ den „schrägen Gummi-Mosi“ nun in einer lustigen Aktion an den „besten Mosi-Doppelgänger“ verschenkt.

Todsünde II

Heute spielen wir wieder das beliebte Spiel: Erkennen Sie die bezahlte Werbung, die sich hier als redaktioneller Beitrag getarnt hat (auch bekannt als Döpfners Todsünden-Memory):

Richtig: Es ist der nette Kai Pflaume oben rechts, der passend zum Valentinstag freundlicherweise „die besten Love-Songs aller Zeiten“ empfiehlt. Klickt man darauf, findet man immer noch kein Wort wie „Anzeige“ oder „Werbung“, aber den Autorennamen Nicole Geiger, der fast das Gleiche bedeutet. Interessanterweise befinden wir uns nun im Ressort „Lotto & Gewinnen“, aber zu gewinnen gibt es hier nur etwas für den Werbepartner von Bild, der sich auch dann noch nicht zu erkennen gibt, wenn man den Fehler macht, auf den Link namens „Hier geht’s zu den Lieblings-Lovesongs von Kai Pflaume!“ zu klicken. „Werbung“? Kein Wort davon. Der Schwindel, daß Bild.de mit den Worten: „einfach downloaden“ eigentlich meinte: „einfach bezahlen und dann downloaden“, fliegt erst auf, wenn man auch dort auf den Link geklickt hat — und sich plötzlich im Downloadportal „Musicload“ von Bild.de-Partner T-Online befindet.

Und: Egal, wie oft Bild.de das noch macht — verboten bleibt es doch.

Schnief

„Bild“ schreibt:

„Bis zu 90.000 Tote?
Horror-Grippe in Deutschland -
auch den Kanzler hat es erwischt

(…) Bundeskanzler Gerhard Schröder (60) sagte gestern alle Termine ab – Grippe! Was rollt da auf Deutschland zu? Experten rechnen mit bis zu 90.000 Grippetoten.

Die Influenza-Welle breitet sich rasant von Süden und Westen aus. In Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Baden-Württemberg sind bereits Tausende infiziert! Vor allem Kinder sind betroffen!

Das Virus kommt aus Italien, hat dort schon 1,5 Millionen Menschen erwischt. Prominentes Opfer bei uns: Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD).“

Und mal abgesehen davon, dass der „Bild“-Bericht (bewusst oder fahrlässig) hypothetische Warnungen von Wissenschaftlern und aktuelle Meldungen über eine „moderate“ Grippewelle vermischt, verschweigt „Bild“ ihren rund 12 Millionen Lesern zudem (bewusst oder fahrlässig), was beispielsweise die Nachrichtenagentur AP bereits gestern nachmittag unter der Überschrift „Schwere Erkältung – Aber nicht die gefährliche Influenza“ vermeldete: „Eine Erkältung, die häufig mit der Grippe (Influenza) verwechselt wird, hat sich auch Bundeskanzler Gerhard Schröder eingefangen.“ Entsprechend zitierte die Agentur auch den Regierungssprecher Bela Anda („Er hat eine fiebrige Erkältung, auch als Grippe bekannt.“), um anschließend noch einmal ausdrücklich zusammenzufassen:

„Nach Angaben aus der Regierung handelt es sich um einen grippalen Infekt und nicht um die wesentlich gefährlichere Influenza.“

„Bild“ und die „Kunstfigur“

Am vergangenen Samstag schrieb „Bild“ mal wieder über die Sängerin Michelle. Michelles neue Platte ist seit gestern im Handel, vor ein paar Jahren war sie mal ein paar Jahre lang mit dem Sänger Matthias Reim zusammen, und man könnte meinen, die 32-Jährige hätte der „Bild“ (oder in „Bild“) (oder bei „Kerner“) schon so ziemlich alles erzählt, was es so zu erzählen gibt: Abtreibung, Schulden, Brust-OP, „Koma-Kollaps“, Psychiatrie, Selbstmordversuch, Hundediplom… Die Überschrift vom vergangenen Samstag indes lautete:

„Michelle: Für Sex mit Matthias Reim musste ich mich schminken“

Im Text stand dann als O-Ton von Michelle über sich und Reim:

„Wir trafen uns jede Nacht im Bett. Erst später begriff ich, daß er nicht mich, sondern die Kunstfigur Michelle liebte. Warum sonst hatte er vor dem Sex immer darauf gedrungen, ich solle mich schminken mit knallroten Lippen und ein verführerisches Kleid anziehen?“

Gute Frage. Statt einer Antwort steht bei Bild.de nun aber eine Gegendarstellung von Matthias Reim, die sich auf den „Sex“-Text bezieht und mit den Worten endet:

„Hierzu stelle ich fest: Diese Behauptungen entbehren jeglicher Grundlage.

Und man kann an dieser Stelle getrost hinzufügen, was gelegentlich auch andernorts (als „Anm. d. Red.“) unter einer Gegendarstellung zu lesen ist – nämlich, dass die Redaktion verpflichtet ist, eine Gegendarstellung „wie vorgelegt und unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt abzudrucken“. (Siehe beispielsweise auch: HbgPrG, §11) Denn unter Reims Gegendarstellung steht der Zusatz nicht. Stattdessen heißt es:

Matthias Reim hat Recht.
Die Redaktion“

Eine Frage hätten wir aber trotzdem noch: Wenn Reim also Recht hat und die Behauptungen „jeglicher Grundlage“ entbehren — wer hat sie sich dann ausgedacht: Michelle oder die Erschaffer der Kunstfigur Michelle?

„Bild“ vs. Taschenrechner

Unter der Überschrift „Wird ein Deutscher nächster Papst?“ hieß es gestern in „Bild“:

„Aussichtsreicher Anwärter auf das Amt des Papstes wäre Joseph Kardinal Ratzinger. Nach 944 Jahren gäbe es mit ihm erstmals wieder einen deutschen Papst, den 8. der Kirchengeschichte überhaupt.“

Und auf der Titelseite der „Süddeutschen Zeitung“ steht deshalb heute u.a. folgendes:

„Seit die Bildzeitung dem Papst ihre Volksbibel überreichte, tut sie, als wäre sie der Osservatore tedesco, und in dieser ihrer neuen Halbamtlichkeit richtet sie dem Heiligen Vater schon mal die Nachfolge aus. Wenn dieser stürbe, wäre ihrer Rechnung nach Kardinal Ratzinger der aussichtsreichste Kandidat – ‘der erste deutsche Papst seit 944 Jahren’. Was die Bild frei kalkuliert, haben wir mit dem Taschenrechner nachgeprüft: 2005 minus 944 ergibt 1061, das Jahr also, in dem Alexander II. auf Nikolaus II. folgte. Alexander stammte aus Mailand, Nikolaus aus Burgund, und so läuft die Sache wohl auf Gegenpapst Honorius II. hinaus, der ebenfalls 1061 ins Licht der Geschichte trat. Er war zwar aus Parma, aber wenigstens deutscherseits durchgedrückt worden, nämlich von Agnes, der Witwe Kaiser Heinrichs III. Dass sie mit ihrem Kandidaten kein Glück hatte und kurz darauf den Schleier nahm, sollte den Leuten im Bild-Konklave zu denken geben. (…)“
(Links und Hervorhebungen von uns.)

Nachtrag, 14:09:
Ach ja, als letzter „deutscher Papst“ gilt Hadrian VI., der vor 483 Jahren inthronisiert wurde bzw. vor 482 Jahren starb (allerdings aus dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation stammte), wohingegen man, wenn man, ähm, unbedingt nach einem Papst sucht, der aus dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik stammt, zuletzt bei Viktor II. fündig wird, der – vor 950 Jahren inthronisiert – vor 948 Jahren starb. (Weitere Infos gibt’s – mit Dank an Alexander S. für den Hinweis – hier.)

Todsünde

„Ich habe nichts gegen redaktionell gestaltete Anzeigen, solange sie gekennzeichnet und deutlich unterscheidbar sind“, hat Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender des „Bild“-Verlags Axel Springer, gerade im Interview mit dem Fachblatt „Horizont“ gesagt. Und außerdem: „Eine für den Leser nicht nachvollziehbare Einflussnahme von Anzeigenkunden auf journalistische Inhalte ist eine Todsünde.“

Aber: Die „journalistischen Leitlinien“ Springers würden „das ganze Haus sensibilisieren, dass Verstöße nicht geduldet werden“.

Und tatsächlich erscheint in der „Bild“-Online-Ausgabe neuerdings (allerdings auch erst: neuerdings) an der ein oder anderen Stelle der nützliche Hinweis:

Ausriss: Bild.de
(Originalgröße)

Bis in die Gefälligkeitsrubrik des „Bild“-Partners T-Online hat sich die neue Regelung allerdings noch nicht herumgesprochen. Dort wird unter „Digital leben!“/“Meine Homepage“ weiter in redaktioneller Aufmachung u.a. auf „alle Vorteile einer T-Online-Homepage“ hingewiesen und unter „T-Online Services“, die wie jede andere Übersichtsseite auf Bild.de gestaltet ist, ohne vorherigen Hinweis direkt auf entsprechende Seiten bei T-Online verlinkt. Todsünde hin oder her.

Nachtrag, 10.2.2005:
Und wenn wir schon (fast) beim Thema sind: Auf der Titelseite druckt „Bild“ heute „Die neuen 7 Todsünden“, die „britische Forscher“ offenbar im Auftrag der BBC zusammengestellt haben (auf Platz 6: Habgier). Online ist der Beitrag mit dem schönen Hinweis auf die „Bild Volksbibel“ bebildert, zusammen mit dem verlinkten Hinweis: „Jetzt kaufen!“ Dumm bloß, dass das Stück längst vergriffen ist, wie eine freundliche „Weltbild“-Mitarbeiterin telefonisch bestätigt.

„Ignoranz“ wäre auch ein schöner Vorschlag für die neue Todsünden-Liste, oder?

Ausriss: Bild.de

Ach ja: Und die britischen „Forscher“, die die „Studie“ mit den „7 neuen Todsünden“ im Auftrag der BBC „erstellt“ haben, sind genau genommen britische Meinungsforscher, die für die BBC-Religions-Show „Heaven & Earth“ eine Umfrage unter 1000 Briten durchgeführt haben.

Mit Dank für den sachdienlichen Nachtragshinweis an Thomas H.

Auf dem Trittbrett ganz vorn: „Bild“

Ein bisschen seltsam ist es schon, was da heute bei Bild.de über Ben Kingsley steht:
Aus Bild erfuhr ich, daß meine Frau fremdgeht
Weiter heißt es dort, „Bild“ habe „am 20. Januar über den gehörnten Oscar-Preisträger Sir Ben Kingsley“ berichtet. Und:

„Aus der Zeitung erfuhren Millionen Deutsche von der Liebelei. Und Sir Ben Kingsley selbst…

Als die Story erschien, drehte Kingsley (‘Gandhi’) in New York. Eine Freundin wies ihn auf die Geschichte in einer deutschen Zeitung hin – über seine Ehefrau und einen Mann aus Berlin. ‘Ich war tief, tief geschockt, denn bis dahin hatte ich keine Ahnung’, sagte Kingsley der ‘Mail on Sunday’.“

Und seltsam ist der Bild.de-Bericht zunächst mal deshalb, weil Kingsley in der britischen Zeitung „Mail on Sunday“, auf die sich Bild.de ja ausdrücklich bezieht, die „Bild“-Zeitung mit keiner Silbe erwähnt. Stattdessen ist dort von einer „German newspaper“ bzw. „Berlin newspaper“ die Rede.

Seltsam ist Kingsleys „Aus BILD erfuhr ich“-Zitat auch deshalb, weil bereits am 17. Januar tatsächlich die in Berlin beheimatete Zeitung „B.Z.“ (übrigens wie „Bild“ ein Springer-Blatt) ein Paparazzi-Foto von Kingsleys Ehefrau Alexandra mit ihrem neuen Freund gedruckt hatte und am 19. Januar sogar ein Interview mit der Kingsley-Gattin, in dem sie sagt: „Ich habe mich von Ben getrennt.“

Die Trennungs-Story schaffte es (mit Quellenangaben wie „German tabloid BZ„) mehr oder weniger schnell in die internationale Klatschpresse und stand selbstverständlich auch in „Bild“ — am Erscheinungstag des „B.Z.“-Interviews allerdings noch als vages Gemunkel („sagt der Mann am Nachbartisch zum BILD-Reporter“), am Tag nach Erscheinen des „B.Z.“-Interviews so:

„Mit einem Zweifach-Nicken beantwortete Alexandra zwei Fragen eines ‘BZ’-Reporters: Sind Sie getrennt? Ist Sammy Ihr neuer Freund? Nick! Nick!“

Illustriert war die „Bild“-Berichterstattung von Christiane „Ich weiß es!“ Hoffmann zudem mit besagtem Paparazzi-Foto (Bildnachweis: „BZ Exklusiv-Foto“).

Mit anderen Worten: Es wäre ziemlich unwahrscheinlich schon seltsam, wenn Kingsley von Ende seiner Ehe ausgerechnet „aus BILD erfuhr“, wie Bild.de behauptet.

Aber es wird noch seltsamer.

Anders als bei Bild.de steht nämlich in der gedruckten „Bild“-Zeitung selbst kein Wort davon, dass Kingsley irgendwas „aus BILD erfuhr“! Unter der Überschrift „Jetzt spricht der verlassene Hollywood-Star“ wird dort (vom selben Autor wie bei Bild.de) bloß der „Mail on Sunday“-Text zusammengefasst. Und zu der Frage, wie Kingsley auf „Berlins heißeste Affäre“ aufmerksam wurde, heißt es schlicht (oder perfide):

„Der Oscar-Preisträger (‘Ghandi’) erfuhr vom Ehe-Ende (BILD berichtete) aus der Zeitung.“

Mit Dank an die Britische Botschaft Berlin für die freundliche Unterstützung.

Nachtrag, 8.2.2005:
In der heutigen „Bild“ (Berlin/Brandenburg) heißt es unter der Überschrift „Kingsley gegen Kingsley“ übrigens nur noch, Ben Kingsley habe „von der neuen Liebe erst durch ein Foto auf einer Internetseite“ erfahren. Und nach einer abermaligen, wenngleich deutlich distanzierteren Zusammenfassung des ursprünglichen „Mail on Sunday“-Artikels heißt es außerdem:

Diese Darstellung lasen gestern auch Alexandra
Kingsley und Sammy Brauner in BILD.

(Hervorhebung von „Bild“)

Nachtrag, 9.2.2005:
Mit Dank an Florian S. für den Hinweis sei hier noch nachgetragen, dass sich mitnichten nur Bild.de (wie zuerst angenommen) die seltsame „Aus BILD erfuhr ich“-Schlagzeile zusammenreimte, sondern dass sie so auch beispielsweise in Köln in der gedruckten „Bild“-Ausgabe stand.

Hysterie und Unwissen

HIV-positiv! So lebt Andy Bell mit seiner schrecklichen Bedrohung

Das steht über dem Interview, das die „Bild am Sonntag“ mit dem Sänger von Erasure geführt hat. Es ist eine angemessen irreführende Überschrift für einen grob irreführenden Text, denn Andy Bell hat in einem öffentlichen Statement und mehreren Interviews vor allem eins klar gemacht: Er nimmt seine Infektion nicht als „schreckliche Bedrohung“ wahr.

In mehreren Interviews? Schreibt „Bild am Sonntag“ nicht, dass Bell dort „exklusiv und zum ersten Mal verrät, wie er damit umgeht, wie er mit der Krankheit lebt“? Ja, schreibt „Bild am Sonntag“. Es entspricht nur, wie sich u.a. hier, hier, hier und hier leicht nachprüfen lässt, nicht der Wahrheit.

Vielleicht hatte Andy Bell schlecht geschlafen, bevor er den „BamS“-Reporter traf. Vielleicht hatte er die Nacht durchgemacht, vielleicht war es das 17. Interview an diesem Tag, vielleicht war er genervt, weil ihm jemand gesagt hatte, dass der Online-Auftritt von der Zeitung, deren Reporter er traf, wenige Wochen zuvor über seine Erklärung, er habe HIV, aber nicht Aids, die Überschrift gesetzt hatte: „Andy Bell: Ich habe AIDS“.

Vielleicht war Andy Bell also wirklich zufällig gerade matt, müde und traurig, wie der „BamS“-Artikel ununterbrochen betont. Nur liest es sich in der „BamS“ so, als könne ein HIV-Positiver gar nichts anderes sein als matt, müde und traurig :

Andy bleibt zunächst meist stumm. Matt sitzt er da, lächelnd. (…)

Die Augen sind dabei auf die Tischplatte gesenkt.

Überhaupt wirken [Bell und sein Kollege Vince Clarke] etwas bedrückt, fast niedergeschlagen. Statt Pizza oder Fleisch zum Lunch ordern sie Obst. „Äpfel, Bananen und vor allem Weintrauben. Das ist gesünder“, sagt Bell auf einmal leise. Und senkt dabei wieder die Augen. (…)

Dann verstummt Andy wieder. Das Sprechen hat ihn sehr angestrengt.

Sogar die Musik von Erasure klingt für den „BamS“-Autor plötzlich nach HIV. Bells Gesang bekomme plötzlich einen „melancholisch-nachdenklichen Touch“:

Warum – das dürfte jetzt allen Fans klar sein . . .

Diesem Gedanken widerspricht schon Bell selbst im Artikel („dafür trage ich das Virus schon zu lange in mir“).

Das ist interessant: Bell geht mit Erasure auf große Welt-Tournee, aber im „BamS“-Interview ermüdet ihn schon ein bisschen Sprechen. In anderen Interviews und seinem Statement betont Bell, dass es ihm besser geht denn je, aber im „BamS“-Interview starrt er dauernd unglücklich Tischplatten an. In anderen Interviews erklärt Bell, dass die Infektion „kein großes Ding“ sei, dass er eine „gute Zeit“ habe und dass es einfach nicht seine Art sei, Dinge tragisch zu nehmen, aber im „BamS“-Interview scheint er schon am selbstgewählten Verzicht auf eine Pizza zu zerbrechen.

Sagen wir es so: Die Möglichkeit, dass die allein in Deutschland rund 43.000 Menschen mit HIV und Andy Bell nicht als wandelnde Elende durch die Welt laufen, sondern weitgehend ganz normale Leben leben, war für die „BamS“ wohl unvorstellbar. Als Andy Bell seine Infektion öffentlich machte, begründete er das auch damit, dass es „noch so viel Hysterie und Unwissen rund um HIV und Aids“ gebe. Wenn er daran etwas ändern wollte, hätte er natürlich nicht mit „Bild am Sonntag“ reden dürfen.

(Angaben ohne Gewähr)

Opernball in Wien, „Bild“ und „Bild am Sonntag“ waren mit mindestens zwei Reporterinnen vor Ort. Eine berichtete am Samstag über das Gezicke zwischen dem Baulöwen „Richard ‘Mörtel’ Lugner (61)“ und seinem Ehrengast „Geri Halliwell (30)„. Eine andere berichtet heute über das Gezicke zwischen dem Baulöwen „Richard ‘Mörtel’ Lugner (72)“ und seinen Ehrengast „Geri Halliwell (32)„.

Das Alter der beiden Hauptpersonen der Veranstaltung — eine der beiden Berichterstatterinnen wusste es nicht. Und zwar diese hier:

Danke an Denis L. für den sachdienlichen Hinweis!

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