2,5 Millionen Zeugen

Kürzlich berichtete Bild.de betont wohlwollend über McDonald’s über die Nachwuchsschauspielerin Julia Dietze, und angekündigt wurde die (irgendwie aschenputtelig anmutende) Dietze-Story wie folgt:

Oder auch so:

Und so, wie der Text online angekündigt wurde, steht’s (wie zum Beweis) auch drin:

„In der TV-Werbung für McDonald’s kostet bei ihr alles “n Euro’ (…). Übernächste Woche ist sie bei PRO 7 in einer Hauptrolle zu sehen.“

Und ja, es stimmt: Am 3. Januar 2005 startete McDonald’s seine „Einmaleins“-Kampagne, und Dietze ist in einem dazugehörigen Werbe-Spot zu sehen. Außerdem spielt das „1-Euro-Mädchen“ die weibliche Hauptrolle im ProSieben-Film „Mädchen Nr. 1″, den der Sender am Donnerstag, dem 9. Juni 2005 ausstrahlen wird.

Nur: Falsch ist die Geschichte trotzdem, wofür es mindestens 2,5 Millionen Zeugen gibt. Soviele Zuschauer nämlich sahen den Film bereits bei seiner Erstausstrahlung am Donnerstag, dem 18. September 2003, weshalb es (in „Bild“-Logik) eigentlich heißen müsste:

Mit Dank an Jörg F. für den sachdienlichen Hinweis.

braucht Ihre Unterstützung!
Wir investieren viel Zeit und Herzblut in dieses Blog, verdienen aber kaum Geld damit. Damit wir trotzdem unsere Miete bezahlen können, würden wir uns freuen, wenn Sie unsere Arbeit finanziell unterstützen. Wie das geht, erfahren Sie hier.

Wahlkampf II

Macht Macht schön?

Die „Bild“-Zeitung behauptet, dass Angela Merkel „binnen einer Woche“ (also mutmaßlich seit der gewonnenen Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen) „eine auffällige Metamorphose durchgemacht“ habe und aus ihrem „müden Blick“ ein „strahlendes Lächeln“ geworden sei — und beweist dies mit einem Vorher-Foto, das laut „Bild“ vor über einem Jahr entstand, und einem Nachher-Foto, das laut „Bild“ vor einer Woche entstand, unmittelbar nach der NRW-Wahl.

Nachtrag, 12.50 Uhr. In einem Interview mit tagesschau.de sagt die Merkel-Biographin Evelyn Roll:

Es müsste eigentlich allen auffallen, dass sich das Bild von Angela Merkel ständig verändert. Es gibt immer beides: Sie macht, wenn sie sich konzentriert oder nicht zeigen will, was in ihr vorgeht, immer das doofe Gesicht. Aber sie macht immer auch — und so ist sie auch im persönlichen Umgang — dieses heitere, gelassene Gesicht. Ich denke, man kann immer an den Fotos, die von Angela Merkel in den Medien sind, erkennen, wie ihre ungefähren Popularitätswerte sind. Im Moment sehr hoch, dann suchen die Redakteure eher diese strahlenden, verschmitzten Bilder von ihr aus. Und wenn Hängepartie ist, dann Hängegesicht.

Danke an Christian R. für den Hinweis!

Allgemein  

Symbolfoto VIII

Am Mittwochabend stürzte bei einem Auftritt von Schlagersängerin Nicole in Lüdenscheid eine Beleuchtungskonstruktion ins Publikum. Und, um es positiv zu formulieren: Das Foto, das „Bild“ dazu am Freitag abdruckt, zeigt tatsächlich Nicole und nicht Plumpaquatsch, und das grenzt angesichts dessen, was „Bild“ im übrigen über den Unfall schreibt, an ein Wunder.

Um zu illustrieren, was passierte, zeigt das Blatt dieses Foto:

Darunter steht:

Dieser Beleuchtungsträger stürzte ins Publikum, verletzte acht Menschen.

„Dieser Beleuchtungsträger“ hat mit dem ganzen Unfall nichts zu tun. Umgekippt ist eine Traverse, die auf zwei Stativen befestigt war, die links und rechts vor der Bühne standen (genauer nachzulesen hier). Die Scheinwerfer hingen also oben quer über der Bühne. Die betroffene Konstruktion ist der, die „Bild“ zeigt, nicht einmal ähnlich.

Zu dem Unglück kam es, weil Unbekannte an den beiden Stativen jeweils zwei von vier Fußstützen abmontiert hatten, und zwar die, die in den Zuschauerraum hineinragten. Möglicherweise geschah das in böser Absicht. Die naheliegendste Erklärung aber ist, dass jemand sie einfach für Stolperfallen hielt. Diese Möglichkeit fehlt in „Bild“ komplett.

„Bild“ beschreibt den Vorfall außerdem so, als sei das Gerüst mit großer Geschwindigkeit in die Zuschauer gestürzt („kracht auf einen Tisch“). Dabei senkte sich die Konstruktion, weil sie teilweise noch gehalten wurde, langsam nach unten, wie in Zeitlupe, und verletzte mehrere Menschen. Die „Westfälische Rundschau“ beschreibt es so: „Zudem reckten mehrere Zuschauer ihre Arme hoch und versuchten, die Verstrebungen abzubremsen.“ Auch in der „Bild“-Zeitung kommt die Zeitlupe vor, aber nur in einem Zitat von Nicole, das klingt, als habe die Dramatik ihre Wahrnehmung verzerrt:

„Alles passierte wie in Zeitlupe. Überall waren Schreie und Blut.“

In einem weiteren Artikel am Samstag stimmen zwar ein paar mehr Fakten über den Unfallhergang. Dafür geht aber die Fantasie vollends mit „Bild“ durch.

Wollte ein Irrer Nicole töten?

lautet nun die Überschrift. Und im Text (online unter der bezeichnenden Adresse „…/nicole__anschlag.html“) heißt es:

Jetzt kommt ein furchtbarer Verdacht auf: Trachtet etwa ein Irrer Nicole nach dem Leben?

„Bild“ kann im Text niemanden aufbieten, der diesen „furchtbaren Verdacht“ äußert. Kein Wunder: Dieser „Irre“ müsste schon ganz besonders irre sein. So irre, dass er, um jemanden umzubringen, der auf einer Bühne steht, die Gerüstkonstruktion so sabotiert, dass sie gar nicht auf die Bühne fallen kann.

Danke an Tobias N. für den Hinweis!

„Bild“ macht Sonne geil

Im Juli vergangenen Jahres veröffentlichten Forscher von der Wake Forest Universität eine Studie über den Effekt von ultravioletter Strahlung. 14 Testpersonen ließen sich auf zwei Sonnenbänken bräunen. Eine enthielt ultraviolette Strahlung ähnlich dem Sonnenlicht, die andere nicht. Das Ergebnis: Nach dem Sonnenbad mit UV-Licht waren die Probanden entspannter als nach dem ohne UV-Licht. Die Forscher sahen in diesem Entspannungs- und Wohlfühleffekt eine Erklärung dafür, warum Menschen trotz der bekannten Gesundheitsgefahren immer wieder das Sonnenbad suchen. Sie vermuteten, dass das UV-Licht Glückshormone, Endorphine, im Körper freisetzt.

Spannende Studie? Nicht spannend genug für „Bild“. Dort lautet die Überschrift und die Kernaussage:

Sonne macht geil!

Neben eine entsprechende Illustration schreibt „Bild“:

Bianca (24) reißt sich das Röckchen vom Leib – und kann doch nichts dafür. Die Sonne ist stärker als sie: Das Licht macht uns alle geil, US-Forscher haben es jetzt bewiesen.

(Das Wort „jetzt“ ist hier in seiner üblichen „Bild“-Bedeutung als Ausdruck für einen unbestimmten Zeitpunkt in der ferneren Vergangenheit zu verstehen.)

Am Ende der Studie meinten 95 Prozent: Das UV-Licht ist einfach besser. Sie fühlten sich glücklicher, entspannter — und hatten Lust auf Flirts und Sex. Sonnenlicht setzt im Gehirn das Glückshormon Endorphin frei, kurbelt dazu die Produktion von Sexualhormonen an. Wir fühlen uns tatsächlich geiler!

Hallo? Wo kommt plötzlich der ganze Sex her? Nicht aus der Studie jedenfalls. Endorphine werden zwar generell mit der Produktion von Sexualhormonen in Verbindung gebracht. Aber der Zusammenhang zwischen UV-Licht und Endorphinen war bei der Studie nur eine Theorie, nicht Teil der Untersuchung. Die offizielle Pressemitteilung zitiert den Forschungsleiter Steven Feldman so:

Weil wir die Endorphine nicht gemessen haben, wissen wir nicht sicher, dass diese Substanzen für das Phänomen verantwortlich sind.

Sagen wir es direkt: Die Wahrheit war „Bild“ einfach nicht geil genug.

Danke an Stefan R. für den sachdienlichen Hinweis!

Wahlkampf

Neuerdings ist ja Wahlkampf. Und am vergangenen Dienstag stand in der „Süddeutschen Zeitung“ ein Artikel über die Grünen, der mit einer launigen Passage (siehe Ausriss) anfing.

Tags drauf, am Mittwoch, schrieb „Bild“:

„Laut ‘Süddeutscher Zeitung’ trauen immer weniger Parteifreunde dem Metzgerssohn (geschätzt: 112 Kilo) noch zu, daß er den körperlichen Streß eines Wahlkampfes packt.“

Viel mehr als das „Süddeutsche“-Zitat hatte die „Bild“-Zeitung nicht zu bieten – außer eine Titelseite, die gestern so aussah:

Und heute? Heute ist Joschka Fischer laut „Bild“ schon „130 Kilo“ schwer und in einer „BILD-Fotomontag“ sogar noch schwerer:

Was uns daran erinnert, was „Bild“ vergangenen Dienstag an anderem Ort geschrieben hatte. Da nämlich hieß es vorwurfsvoll:

"Journalisten, die Politik machen, sollten Politiker werden!"

Mit Dank an Marc D. für die Pointe.

Warum „Bild“ einen ARD-Mann lobt

Ja, das sah natürlich ein bisschen komisch aus. Da schreiben wir am Mittwoch, dass die „Bild“-Zeitung eigentlich jede Gelegenheit nutzt, blind (und mit falschen Argumenten) auf ARD und ZDF einzuprügeln, und wer ist am Donnerstag „Gewinner des Tages“ in „Bild“? ARD-Moderator Jörg Pilawa. Einfach so, weil er erfolgreiche Sendungen macht.

Mensch, dachten wir, vielleicht ist „Bild“ gar nicht so. Vielleicht teilen die die Welt gar nicht so streng in Freund und Feind, wie wir glauben. Vielleicht denken die doch nicht nur in Kampagnen. Vielleicht kann da sogar ein ARD-Moderator einfach mal gelobt werden, weil man ihn gut findet. Obwohl er bei der bösen ARD ist. Ohne irgendeinen blöden Hintergedanken.

Dachten wir. Bis wir gesehen haben, wer für das neue „Volks-Bausparen“ von Bild.de wirbt.

Einmal dürfen Sie raten.

Pennen mit „Bild“

Am Montag erklärte „Bild“ RTL zum „Gewinner des Tages“. Die Begründung:

Als SPD-Chef Franz Müntefering um 18.28 Uhr Bundestags-Neuwahlen ankündigte, übertrug nur der Privat-Sender RTL dieses Ereignis live. Die gebührenfinanzierten ARD und ZDF verschnarchten die politische Sensation, brachten erst später Zusammenfassungen.

BILD meint: Mit den Öffentlich-rechtlichen pennen Sie in der ersten Reihe!

Nein, so war es nicht. Das mit dem Verschnarchen stimmt zwar, passierte aber auch RTL. Müntefering begann seine Rede — wie „Süddeutsche Zeitung“ und „Berliner Zeitung“ berichten — nämlich schon um 18.20 Uhr, und die entscheidenden Worte sagte er um 18.24 Uhr. Live zu sehen waren sie weder bei ARD und ZDF noch bei RTL. Erst um 18.28 Uhr schaltete der Sender zu seinem Berliner Korrespondenten, der dann erklärte, was gerade passiert war.

Und diese Minutenzählerei könnte einem natürlich völlig egal sein, wenn hinter dem Fehler von „Bild“ nicht System stünde: Wenn es darum geht, auf die Öffentlich-Rechtlichen zu schimpfen, nimmt „Bild“ es einfach mit der Wahrheit nicht so genau (vgl. hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier oder hier).

Allgemein  

Keiner stoppt „Bild“

„Bild“ ist eine sehr moralische Zeitung. Sie hat Wertevorstellungen, die man teilen kann – aber nicht muss. Das ist so.

Im vergangenen Sommer berichtete „Bild“ über die 14-jährige Anne, die von zuhause auszog, um mit ihrem 42-jährigen Freund zusammenzuleben. Die Mutter war verzweifelt, „Bild“ witterte einen Skandal und berichtete mehrere Tage empört über Details des Falls. Während „Bild“ berichtete, kehrte Anne zu ihrer Mutter zurück. „Bild“ schien zufrieden, der Skandal beendet.

Bis zum vergangenen Montag. „Bild“ fand heraus, dass Anne, inzwischen 15 Jahre, zu ihrem Freund zurückgekehrt ist und fragte:

„Was treibt die kleine Anne (15) nur immer wieder in die Arme dieses tätowierten Liebesmonsters? Und warum unternehmen die Behörden nichts? Es ist ein Skandal.“

Protokoll eines Behörden-Skandals: Ihre Liebe ist verboten! Aber keiner tut etwas dagegen

„Bild“ schrieb weiter, der 42-Jährige hätte Anne „geschlagen, geschwängert, die Jugend geraubt“. Weder Polizei noch Jugendamt würden etwas dagegen unternehmen:

„Die Polizei ist machtlos. (…) Das Jugendamt gibt auf.“

Am Dienstag schilderte „Bild“ die Situation unter der Überschrift „Warum stoppt keiner diese verbotene Liebe?“ noch drastischer:

„Die kleine Anne wurde von ihrem Liebhaber Manfred W. geschlagen und geschwängert, sie muß seinen kleinen Sohn Justin (19 Monate) großziehen, putzt für ihn, geht kaum noch zur Schule (…). Die Behörden reden sich raus, berufen sich auf ihre Vorschriften.“

Außerdem fragte die Zeitung:

„Warum tut die Polizei eigentlich nichts? Sex zwischen einem Erwachsenen und einer 15jährigen ist laut Paragraph 182 verboten.“

Das stimmt nicht. Entgegen der Auffassung von „Bild“ verbietet Paragraph 182, Abs. 2 den Geschlechtsverkehr zwischen Jugendlichen und Personen über 21 Jahren nicht grundsätzlich, sondern nur dann, wenn der Erwachsene „die fehlende Fähigkeit des Opfers zur sexuellen Selbstbestimmung ausnutzt“.

Weder die Staatsanwaltschaft Cottbus noch das zuständige Jugendamt gehen davon aus, dass das in diesem Fall passiert ist. Wie die Staatsanwaltschaft bestätigt, war der 42-Jährige zwar wegen Missbrauchs der 15-Jährigen im vergangenen Jahr angezeigt worden. Anne bestritt den Missbrauch: Sie habe freilwillig mit dem Mann geschlafen. Das Verfahren wurde eingestellt.

Marion Losehand vom zuständigen Jugendamt sagt, es gebe keine Möglichkeit, Anne dazu zu zwingen, sich von ihrem Freund fernzuhalten, auch wenn das die Mutter gerne sähe. Das Jugendamt stehe mehrmals monatlich in Kontakt mit Anne, ihrer Mutter und dem 42-Jährigen. Es gebe kein Indiz dafür, dass Anne gezwungen werde, bei dem Mann zu bleiben. Sie hat sich offenbar aus freiem Willen dazu entschieden.

Man kann damit – wie „Bild“ – nicht einverstanden sein, gesetzlich „verboten“ – wie „Bild“ behauptet – ist daran aber nichts.

Das ist das eine. Das andere ist, dass „Bild“ den Eindruck erweckt, sie wäre im Gegensatz zu den Behörden an Annes Wohlergehen interessiert. Der Zeitung macht es aber nichts aus, umfassend über Anne zu berichten, in ihrer Privatsphäre herumzuschnüffeln, sie beim Einkaufen auf der Straße zu fotografieren, das Foto anderntags in der Zeitung abzudrucken und die Situation für die 15-Jährige damit noch zu verkomplizieren – bereits zum zweiten Mal.

Dass sich inzwischen nicht nur „Bild“-Reporter, sondern auch das Fernsehen für Annes private Angelegenheit interessiert, „tut dem Fall nicht gerade gut“, so Losebach vom Jugendamt.

Vielleicht sollte die 15-Jährige tatsächlich mal in Schutz genommen werden. Fragt sich bloß, vor wem alles.

Allgemein  

Gnadenlos ehrlich

Anlässlich der deutschen Pleite beim Eurovision Song Contest veröffentlichte die „Bild“-Zeitung am Montag — wie berichtet — einen Artikel, der über viele, viele Zeilen Klischees über Ausländer verbreitete. Er lief darauf hinaus, dass die Deutschen im Grunde für alle in Europa zahlen, und sich die Polen, Rumänen, Spanier, Türken, die von uns leben, nicht einmal mit Dankbarkeit und Punkten beim Grand-Prix revanchieren.

Der Autor Hauke Brost fühlt sich missverstanden. Er hält sein Stück für offensichtliche „Satire“. Im Gästebuch auf seiner Homepage schreibt er:

Leute, es war ein satirischer Beitrag, wie er oft in BILD stattfindet, und ich stehe voll dazu. Aber man muß BILD natürlich lesen, um solche Feinheiten mitzukriegen.

Heute veröffentlicht die „Bild“-Zeitung vier Leserbriefe zu Brosts Text. Einer davon lautet:

Noch nie hat mir ein Artikel in BILD so aus der Seele gesprochen. Kompliment an Hauke Brost für diese gnadenlos ehrlichen Zeilen.

Der zweite ist kürzer:

Dieser Artikel wird bei uns eingerahmt!

Der dritte geht wörtlich so:

Sie haben vielen Lesern die Augen geöffnet. Die Deutschen sind nicht ausländerfeindlich. Aber die 0 Points sind deutschfeindlich.

Tja, da haben offenbar nicht nur viele „Bild“-Leser die angeblichen „Feinheiten“ übersehen, sondern auch die Leserbriefredaktion der „Bild“-Zeitung, sonst hätte sie nicht ausgerechnet Briefe zum Abdruck ausgewählt, die den Text nach Aussage des Autors komplett missverstanden haben.

P.S.: Der vierte Leserbrief, den „Bild“ veröffentlicht, ist anders. Ein gewisser „Markus Maria Profitlich, Hamburg“ schreibt:

Sie sind eine doofe Zeitung!

Jungbrunnen „Bild“

In der Online-Redaktion von „Bild“ wird sehr, sehr verlässlich gearbeitet: Kaum haben die Kollegen der Printausgabe eine brandheiße Geschichte im Blatt, steht der Aufreger auch schon online.

Heute zum Beispiel der „Krieg der Schumis“, den „Bild“ ausruft, weil sich die Schumacher-Brüder beim Formel-1-Rennen in Monaco am vergangenen Sonntag in die Quere kamen und nun Ralf Schumachers Frau Cora der „Bild“-Zeitung ein paar halbwegs druckfähige Zitate dazu geliefert hat („lebensgefährlich…“, „unnötig und gefährlich…“).

Dabei sind sie bei „Bild“ womöglich mit dem Alter der „starken Frau“ etwas durcheinander geraten. Auf der Titelseite steht:
...Cora (29)...

Im Text schreibt „Bild“ hingegen:
...Cora (28)...

Und im Beitrag neben Coras Foto steht:
...Cora (27)...

Und weil in der Online-Redaktion von „Bild“ so unglaublich verlässlich gearbeitet wird, haben die Redakteure bei Bild.de ohne mit der Wimper zu zucken einfach alle drei Altersangaben in die Internetversion des Beitrags übernommen: eine in den Teaser, eine in den Text, eine in die Bildunterschrift.

Dank an Mischa B. für den sachdienlichen Hinweis.

Nachtrag, 12.25 Uhr: Inzwischen hat man sich bei Bild.de für die goldene Mitte entschieden, die Altersangabe im Teaser korrigiert und sie in der Bildunterschrift herausgenommen. Cora Schumacher ist 28.

Blättern:  1 ... 659 660 661 ... 712