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Der Zauber der permanenten Online-Revolution (nzz.ch)
Die rasch expandierende Blogger-Szene stellt für Chinas Regierung eine riesige Herausforderung dar.

Pimp my Text! (telepolis.de)
Das Zeitalter der Neuen Medien hat die akademische Textproduktion verändert – jetzt laden „Plagiat-Jäger“ scharf durch. Eine Qualitätssicherung ist auf diesem Weg jedoch schwer zu haben.

Generation Web 2.0 (eurams.de)
Internet-Nutzer sind nicht mehr alleine online. Web 2.0 heißt das Mitmach-Internet, in dem Millionen ihre Fotos, Videos und Vorlieben präsentieren. Ein Milliardengeschäft für die Werbebranche.

Vorfahrt für das Internet (fr-online.de)
Neue Strategien in der Zeitungsbranche: „web first“ und die „Heimdruckerzeitung“.

Der nette Herr Dschihad von nebenan (faz.net)
Was bleibt von meinem Nachbarn, der so gerne ein Massenmörder geworden wäre? Standen wir gemeinsam an der Ampel? Ich dachte an den Feierabend, er an den besten Weg, mich umzubringen.

Die Rote Liste der Deutschen Sprache (detlef-guertler.de)
In der 24. Auflage des Dudens vom Juli 2006 als „veraltend“ gekennzeichnete Wörter.

In eigener Sache

Die gute Nachricht zuerst: BILDblog gibt es ab sofort auch werbefrei.

Und das hat einen Grund. Noch vor ein paar Monaten hatten wir an dieser Stelle geschrieben:

Keine Sorge: Pop-ups, lautstark an den Bildschirm klopfende Frauen, explodierende Banner, Layer zum Wegklicken und ähnliche Werbeformen wird es bei uns nicht geben.

Doch wir müssen uns korrigieren. Denn anders, als wir versprochen hatten, wird es bei uns in den kommenden Tagen wahrscheinlich eine solche Werbeform geben — testweise und weil das die Finanzierung unserer Arbeit erheblich erleichtert. Wir bitten also um Verständnis für unseren Sinneswandel — und bieten alternativ allen, die BILDblog trotzdem lieber komplett ohne Werbung lesen möchten, hier (und oben rechts auf dieser Seite) die Möglichkeit dazu.

Einverstanden?

Man wird ja wohl noch antworten dürfen

Angesichts des Entwurfs eines neuen Schulgesetzes in Schleswig-Holstein fragte „Bild“ gestern:

Warum dürfen Lehrerinnen kein Kreuz mehr tragen?

Und das ist schon mal eine lustige Frage, denn die geplante Regelung betrifft männliche Lehrer genauso, aber gut.

Eigentlich bemerkenswert ist aber vor allem, dass „Bild“ die Antwort auf die Frage im Artikel schuldig bleibt. Ungefähr zwei Drittel des Textes geben den „Riesenkrach“ wieder, den das geplante Gesetz auslöst (der in „Bild“ schon zum „Gesetz“ wird). Aber warum sich die Landesregierung zur Empörung auch der „Bild“-Zeitung dafür entschied, nicht nur Kopftücher im Unterricht zu verbieten, sondern (außerhalb des Religionsunterrichts) alle religiösen Symbole, das erklärt das Blatt seinen Lesern nicht.

Wen stört ein Kreuz?Auch der „Bild“-Kommentar von Willi Schmitt stellt zwar nicht weniger als zehn Fragen, beantwortet aber keine einzige davon, und schon gar nicht die zentrale:

Warum fordert die Große Koalition aus CDU und SPD (…) auf einmal: kein Kopftuch mehr in Schulen, dafür aber auch kein Kreuz mehr?

Dabei lässt sich die Frage relativ leicht beantworten. Die „Süddeutsche Zeitung“ tat es am Freitag so:

Der Beschluss der Kieler Regierung entspricht dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 2003. Das hatte
den Ländern nahegelegt, entweder prinzipiell den Lehrkräften zu erlauben, ihren Glauben symbolisch zu bekennen — oder dies komplett zu verbieten.

(Auch die nordelbische Evangelisch-Lutherische Kirche zum Beispiel ist der Ansicht, dass ein Privileg für christliche Symbole, wie „Bild“ es fordert, „verfassungsrechtlich zweifelhaft“ wäre: Wenn die muslimische Lehrerin kein Kopftuch tragen darf, dürfte auch der Pastor nicht mit umgehängtem Kreuz über den Schulhof gehen. Ein Gesetz in Hessen, das den Beamten im öffentlichen Dienst das Tragen von Kopftüchern verbietet, christliche Symbole aber erlaubt, verstößt nach Ansicht der hessischen Landesanwältin gegen die Verfassung. Und das Stuttgarter Verwaltungsgericht hat vor kurzem einer muslimischen Lehrerin Recht gegeben, die gegen das baden-württembergische Kopftuchverbot geklagt hatte.)

Natürlich kann man darüber streiten, wie man am besten mit den symbolträchtigen Kopftüchern in der Schule umgehen soll. „Bild“ aber hat sich entschieden, kein Risiko einzugehen, dass die Leser womöglich zu einem anderen Urteil kommen als ihre Zeitung, die diese Debatte über die Grundwerte der deutschen Verfassung für eine „Gespenster-Diskussion“ hält, und lässt sicherheitshalber die entscheidenden Fakten einfach weg. „Bild“ macht aus der echten Frage, warum Lehrer kein Kreuz mehr tragen sollen, eine rhetorische — und lässt die Beschlüsse der Politiker dadurch, dass sie sie einfach nicht erklärt, schlicht unerklärlich erscheinen.

Danke an Alexander N. für den Hinweis!

Kurz korrigiert (258)

Gut, wir können verstehen, dass die Leute von Bild.de zögern, Inhalte von „Bild“ einfach zu übernehmen. Und doch: Manchmal wäre es die bessere Entscheidung.

Denn der Mann, in dessen Londoner Penthouse bei einer wilden Party in dieser Woche ein Mann zu Tode stürzte, heißt zwar Gottfried von Bismarck. Es handelt sich aber nicht um den gleichnamigen Ehrensenator der Technischen Universität Hamburg-Harburg, den Bild.de dazu abbildet (Ausriss links). Sondern um den über zwanzig Jahre jüngeren Playboy, der in der gedruckten „Bild“ zu sehen ist (Ausriss rechts).

Danke an Axel L., Frank S., Friedrich G. und Arne für die Hinweise!

Nachtrag, 27. August. Bild.de zeigt nun sicherheitshalber gar keinen Gottfried von Bismarck mehr.

Nachtrag, 29. August. Auf Bild.de findet sich heute eine „Richtigstellung“.

Hänschen Esser gesucht

Bislang ließ sich partout nicht in Erfahrung bringen, wie „Bild“ und/oder Bild.de die „BILD-Leser-Reporter“-Fotos überprüfen.

Doch jetzt sucht Bild.de für diese verantwortungsvolle Aufgabe „schnellst möglich“…

„eine(n) Praktikant/-in“.
 
Nachtrag.
Und nicht, dass sich da unqualifizierte Leute bewerben:

Anforderungen: ... gute deutsch Kentnisse ...

Mit Dank an Christian P., Johannes F. und die vielen, vielen anderen für den Hinweis.

Die Erde verliert einen Bruder

Am 17. August war „Bild“ sich sicher:

"Die Erde kriegt drei neue Geschwister"

Und im Text erklärte „Bild“:

Familienzuwachs für unser Sonnensystem: Die Erde kriegt drei neue Geschwister. Sie heißen Ceres, Charon und Xena. (…) Durch die steigende Zahl von Entdeckungen kleinerer Himmelskörper im äußeren Sonnensystem musste die Definition Planet überarbeitet werden. Ein Planet ist demnach ein Himmelskörper, der (…)
(Hervorhebungen von uns.)

Das war etwas voreilig. Denn die Internationale Astronomische Union (IAU) hatte am 16. August lediglich bekannt gegeben, dass auf der IAU-Hauptversammlung über einen Vorschlag abgestimmt wird, der neu definieren würde, was ein Planet ist. „Bild“ verschwieg das. (Wie man journalistisch korrekt mit einem solchen Vorschlag umgeht, kann man beispielsweise hier, hier oder hier nachlesen.)

Gestern wurde abgestimmt. Das Ergebnis: Die Erde bekommt keine „drei neuen Geschwister“, verliert dafür aber einen Bruder. Nämlich Pluto. Tja.

"Pluto kein Planet mehr"Immerhin schafft diese Nachricht (die sehr vielen anderen Medien übrigens eine größere Geschichte wert ist) es heute auf die „Bild“-Titelseite. Als 12-Zeilen-Meldung (siehe Ausriss). Für eine Erwähnung der ziemlich großen Falschmeldung von letzter Woche ist da natürlich kein Platz.

Mit Dank an Lexirien C., Alex P., Patrick S., Matthias B., Sven P. und Robert F. für die sachdienlichen Hinweise.

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Die Kriminalisierung der Kritik (nzz.ch)
In der Türkei häufen sich Prozesse gegen Autoren und Journalisten.

An der Oberfläche des Glamours (drs.ch)
Stars und Prominente sind sein Geschäft: Rund zweihundert Berühmtheiten hat Mark van Huisseling in den letzten vier Jahren zum Interview gebeten. Die Gesprächtprotokolle in der Wochenzeitung „Weltwoche“ enthalten aber vor allem auch die persönlichen Eindrücke van Huisselings. Ein Spötter auf dem Jahrmarkt der Eitelkeiten.

Medien-Windel (fr-online.de)
Ehre dem Auslober: Journalistenpreise treiben oft seltsame Blüten.

Wir brauchen einen neuen Feminismus (zeit.de)
Wie emanzipiert ist Deutschland? 15 Frauen ziehen Bilanz und sagen: Es ist wieder Zeit zu kämpfen.

Das Gegenteil von Ökosex (taz.de)
Jede Woche testen RedakteurInnen der „Zeit“ Autos. Heute testen wir die „Zeit“-Tester. Ergebnis: Was zählt, sind die Autogefühle. Die ökologische Absurdität der Automodelle interessiert keinen.

Die Online-Ohnmacht der Terrorfahnder (heute.de)
Islamisten haben Propaganda und Werbung ins Internet verlagert.

Kulz kolligielt (257)

Bild.de zeigt heute ein paar Anfang August schon andernorts veröffentlichte Erlkönig-Fotos des Ssangyong Chairman und warb dafür auch den Tag über auf der Startseite.

Und um den fernöstlichen Automobilhersteller nicht beständig beim Namen zu nennen, hat sich Bild.de offenbar für ein Synonym entschieden (s.o.). Das steht dann in Sätzen wie „Die Chinesen kopieren die Mercedes E-Klasse!“, „Erwischt! So klauen die Chinesen bei Mercedes“ oder „Die Chinesen waren schon immer gut im abkupfern“.

Zu dumm nur, dass „die Chinesen„, die bereits seit 1991 mit Mercedes ko-o-pe-rie-ren, von anderen Medien — zum Beispiel der „Auto-Bild“ — „die Koreaner“ genannt werden, weil doch Ssangyong ein seit 1954 in Süd-Korea beheimatetes Unternehmen mit chinesischer Beteiligung ist.

Mit Dank an die vielen Hinweisgeber.

Nachtrag, 25.8.2006: Erst jetzt wird uns klar, dass die Geschichte vom „Chinesen-Mercedes“ eigentlich die Bild.de-Übernahme einer entsprechenden Meldung aus der gedruckten „Bild“ vom Mittwoch war — und wie irreführend die Behauptung „BILD erwischte den Erlkönig (…)“: Handelte es sich doch, wie auch der „Bild“-Fotonachweis „Fotos: AUTOMEDIA“ belegt, nur um den verspäteten Abdruck andernorts längst veröffentlichter Aufnahmen.

Gong!

Ach ja, die „Tagesschau“. Seit 1952 gibt es die Sendung. Vieles hat sich seitdem verändert: Der Kalte Krieg ging zuende, Deutschland ist nicht mehr geteilt, und das Fernsehen gibt’s inzwischen in Farbe. Aber die Anfangszeit der Abendausgabe der „Tagesschau“, die blieb immer gleich. Heute Abend spricht Eva Herman zum „vorerst letzten Mal“ die „Tagesschau“, und „Bild“ macht die älteste Nachrichtensendung des deutschen Fernsehens deshalb auf der Titelseite zum TV-Tipp:

Zum Glück weiß ja jedes Kind, wann die „Tagesschau“ anfängt.

Mit Dank an Marpfaff für den sachdienlichen Hinweis.

Nachtrag, 25.8.: „Bild“ stellt heute in der Korrekturspalte klar, dass die „Tagesschau“ um 20 Uhr anfängt.

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Mit Roger nach rechts (taz.de)
Zwischen Gewissensprüfungen und Verkaufsgerüchten: Die Rückkehr von „Welt“-Chefredakteur Roger Köppel zur Zürcher „Weltwoche“ sorgt für kräftig Wirbel in der Schweizer Medienszene.

Verwesungsgeruch (faz.net)
„Popelnde Superstars“ will Mike Hammer den Lesern zeigen. Doch sein Magazin „Shock“ hat noch viel weniger Appetitliches auf Lager. Das amerikanische Klatschblatt für harte Männer kennt – fast – keine Tabus.

Vorbild Kohl (zeit.de)
Merkel nach der Sommerpause: Wie geht’s weiter? Keiner weiß es. Adrian Pohr kommentiert das aktuelle Meinungsbild.

Wie die Stasi Grass beschattete (welt.de)
„Aufgefallen wegen Provokation“: Was Mielkes Spitzel über den Autor sammelten, gereicht ihm heute zur Ehre. WELT.de konnte die Unterlagen einsehen, die der DDR-Geheimdienst jahrelang über den Schriftsteller anlegte. Daraus geht hervor, dass die Stasi den Freundeskreis von Grass in der DDR ausspionieren wollte.

Ich?! Ein Schandfleck? (jungle-world.com)
Flucht ins Netz: Im Iran existiert eine lebhafte Blogger-Community. Frei und sicher dürfen sich die Tagebuchschreiber aber auch im Internet nicht fühlen.

Glück (de-bug.de)
In ihrem Magazin „Glück“ inszenieren die beiden Kölnerinnen Nicole Rüdiger und Elke Kuhlen nackte Männer für Heterofrauen.

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