Gericht verbietet Bild.de Schleichwerbung

Schleichwerbung ist eine schlimme Sache, findet die „Bild“-Zeitung. Wenn die ARD sie betreibt. In ihrem Online-Angebot Bild.de, das die Axel Springer AG gemeinsam mit T-Online betreibt, findet sie die Vermischung von Werbung und redaktionellen Inhalten dagegen unproblematisch.

Weil man das den Seiten von Bild.de ansieht, hatte der Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV) in einem konkreten Fall gegen Bild.T-Online geklagt: Die Schleichwerbepraxis verstoße gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb und den Mediendienstestaatsvertrag.

Vor dem Berliner Landgericht argumentierte Bild.T-Online nach Darstellung des VZBV, gerade jüngere Internetnutzer gingen von einem generellen Werbecharakter des Internet aus. Eine klare Abgrenzung zwischen Werbung und redaktionellen Beiträgen sei deshalb nicht erforderlich. Folgt man einem Gespräch des damaligen Vorstandsvorsitzenden von Bild.T-Online, Peter Württemberger, im Dezember 2004 mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, beruht das Geschäftsmodell von Bild.T-Online wesentlich auf dieser Annahme.

Das Landgericht Berlin erklärte die Praxis am vergangenen Dienstag für rechtswidrig: Werbung müsse als „Anzeige“ gekennzeichnet oder eindeutig zu erkennen sein. Auch ein sogenannter „Teaser“ zwischen redaktionellen Inhalten müsse den Lesern eindeutig klarmachen, dass er zu einem Werbeangebot führt — er dürfe dies nicht erst nach dem Klick erfahren. Der VZBV fasst das Urteil so zusammen: Eine Internetseite sei so zu gestalten, dass der Nutzer die Wahl hat, ob er sich mit Werbung beschäftigen will oder nicht.

Wenn Bild.de in Zukunft bei Schleichwerbung ertappt werde, wie sie sich auch vorgestern noch fand, könnte das nach diesem Urteil teuer werden, heißt es bei den Verbraucherzentralen.

Eine Sprecherin von Bild.T-Online sagte, sie könne das Urteil nicht kommentieren, da es dem Unternehmen noch nicht vorliege.

Nachtrag, 30. Juli: Inzwischen gibt es eine Stellungnahme von Bild.T-Online. Das Unternehmen widerspricht „entschieden“ der Darstellung der Verbraucherzentralen. Es sei in dem Verfahren nicht um „Schleichwerbung“ gegangen, sondern um die Frage, ob eine nicht als Werbung gekennzeichnete Werbe-Ankündigung als Werbung erkennbar gewesen sei. Bild.T-Online habe ausdrücklich auf die „Notwendigkeit einer eindeutigen Trennung von Redaktion und Anzeigen“ hingewiesen, es sei lediglich darum gegangen, wann eine Werbung im Internet klar erkennbar sei.

Die Pressemitteilung von Bild.T-Online endet mit den Worten: „Bild.T-Online wird weiterhin gemäß der journalistischen Leitlinien von Axel Springer großen Wert darauf legen, daß Werbung auch als solche klar erkennbar ist.“ Zur genaueren Bedeutung des Wortes „weiterhin“ klicken Sie bitte hier,
hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier oder hier.

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Allgemein  

Beim Zeus?

Wir wissen auch nicht, warum die „Bild“-Zeitung aus ihrer Meldung vom 16. Juli 2005, dass sich der Hannover-96-Stürmer Jiri Stajner beim Spiel mit einem neuen Fußball-Modell Hautabschürfungen zugezogen hat, am 27. Juli 2005 einfach noch einmal einen Artikel gemacht hat, der so tut, als sei das gerade erst geschehen („Gefährlicher Ball — 96-Star beim Kopfball verletzt“). Vielleicht war einem Kollegen aufgefallen, dass im Original-Artikel ein Fehler fehlte. Gut, das ließ sich leicht nachholen:

[Der Ball] heißt „Janus“, nach dem griechischen Gott mit zwei Gesichtern.

Danke an Frank P. für den Hinweis!

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Scheiß Details!

Als die „Bild“-Klatschkolumnistin Christiane Hoffmann letzten Samstag für ihre „Ich weiß es!“-Kolumne mal wieder ein paar Paparazzi-Fotos betexten musste, war die Sache klar. Hoffmann schrieb:

„Wir sehen unseren Tennis-Helden Boris Becker (37) privat im Mallorca-Urlaub.“

Und auf die Frage, „wer (…) denn diese junge Frau an seiner Seite“ sei, hatte Hoffmann sogar lauter Antworten parat, wusste nicht nur, dass „das Mallorca-Mädchen“ eine „grazile Schönheit“ sei, sondern auch, wo sie geboren wurde, welche vier Sprachen sie spricht und wie oder wann sie mit was für einem Autotyp welcher Farbe mit Becker auf Malle rumfuhr. Und dann wusste es Hoffmann noch genauer:

„Sie heißt Elena, kommt aus Berlin und ist gerade mal 17 Jahre jung.“

Das war, wie gesagt, am letzten Samstag. Am Montag hatte „Bild“ die Berliner Wohnung der „hübschen Mallorca-Bekanntschaft“ ausfindig gemacht und ihr Klingelschild fotografiert. Außerdem hieß es:

„Das Mädchen ist süße 17.“

Und am gestrigen Dienstag hatte „Bild“ dann zwar nichts Neues zu berichten, berichtete aber trotzdem über „Elena L. (17)“.

Und heute? Heute, nachdem die Zeitschrift „Gala“ exklusiv und gut informiert Beckers Trennung vermelden konnte, ist „die schöne Elena“ auf der „Bild“-Titelseite plötzlich:

„(23)“

Wo Schwulsein nicht normal ist

Bei manchen Artikeln in „Bild“ ist es schwer, zurückhaltend und sachlich zu bleiben. Versuchen wir es trotzdem.

Auf Seite 1 der heutigen „Bild“-Zeitung ist neben der halbnackten Mandy (23), die sich gerade zwischen die Beine greift, und über einem Artikel „Nasa sucht Außerirdische auf Saturn-Mond“ ein Foto von einer Hinrichtung abgebildet.

Die Überschrift lautet:

Hier werden zwei Kinderschänder gehängt

Und der vollständige Artikel geht so:

Teheran — Ihre Augen sind verbunden, die vermummten Henker legen ihnen die Stricke um den Hals: Wenige Sekunden später sind diese beiden Kinderschänder tot. Die jungen Männer waren von einem iranischen Gericht zum Tode verurteilt worden, weil sie einen 13jährigen Jungen entführt und vergewaltigt haben sollen.

Wäre die „Bild“-Zeitung nicht die „Bild“-Zeitung, hätte sie vielleicht nicht einfach unkritisch die offizielle iranische Version der Geschichte übernommen. Sie hätte darauf hingewiesen, dass die beiden getöteten „jungen Männer“ zur Tatzeit noch minderjährig waren. Sie hätte die Gehenkten nicht zweimal „Kinderschänder“ genannt, als sei diese Tatsache in einem rechtsstaatlichen Verfahren bewiesen worden, denn es gibt Berichte, die diesen Vorwurf zweifelhaft erscheinen lassen. Sie hätte darauf hingewiesen, dass schon einvernehmliche homosexuelle Handlungen im Iran mit dem Tode bestraft werden können und genau dies auch der Grund für die Hinrichtung gewesen sein könnte.

Vielleicht hätte auch noch ein Wort des Entsetzens in den „Bild“-Artikel gepasst. Oder nur ein Zitat aus dem Statement von Amnesty International, das die Hinrichtungen verurteilt. Oder ein Hinweis auf die internationalen Zweifel an dem Verfahren und Proteste gegen das Urteil. Oder die Schätzung der britischen Homosexuellen-Organisation „Outrage!“, wonach von den 100.000 Menschen, die im Iran seit 1979 hingerichtet wurden, 4.000 wegen angeblicher homosexueller Handlungen hingerichtet wurden, darunter politische Gegner.

Aber vielleicht hätte es auch schon gereicht, wenn „Bild“ zwei Jugendliche, die möglicherweise nur deshalb sterben mussten, weil sie homosexuell waren, nicht nach ihrem Tod noch als „Kinderschänder“ bezeichnet hätte.

Wie es sich liest, wenn „Bild“ sich von staatlichen Entscheidungen distanzieren möchte, kann man übrigens auf Seite 2 derselben Ausgabe sehen:

„Schwul sein ist ganz normal“ — Riesen-Ärger um Homo-Fibel für Lehrer

(…) In dem Handbuch, das noch die im Mai abgewählte rot-grüne Landesregierung herausgegeben hat, werden Pädagogen dazu angehalten, im Unterricht Sätze zu vermitteln wie: „Mein Schatz, schwul zu sein ist ganz normal.“

Aber das ist natürlich ein ganz anderes Thema.

Vielen Dank an Michael M., Johannes S., Tobias B. und andere.

Nachtrag, 10.1.2006:
Im Anschluss an eine Beschwerde hat der Presserat die Veröffentlichung eines (zu obiger Überschrift gehörigen) Agenturfotos in „Bild“ missbilligt*. In der Begründung heißt es:

„Die Darstellung der beiden Männer, wie ihnen Schlinge um den Hals gelegt werden, ist – egal vor welchem Hintergrund dies passieren mag – unangemessen sensationell. Nach Meinung der Beschwerdekammer hätte dieses Foto in der Form nicht veröffentlicht werden sollen. Daher sieht die Beschwerdekammer in der Veröffentlichung des Fotos einen Verstoß gegen die Ziffer 11 des Pressekodex. Auch wenn dieses Foto von einer Agentur verbreitet wird, liegt es immer im Ermessen der Redaktion, selbst zu entscheiden, ob sie solches Material veröffentlichen will oder nicht. Eine Agentur kann und muss grundsätzlich Materialien liefern, wie in diesem Fall auch das Foto. Die Redaktion selbst muss dann jedoch entscheiden, ob eine Veröffentlichung des Agenturmaterials notwendig ist oder nicht.“

*) Eine Missbilligung ist für das betroffene Medium folgenlos.

C?

Frage: Worin unterscheiden sich die folgenden drei Teaser, die heute bei Bild.de im „Geld & Job“-Ressort stehen?



Antwort A: Einer ist mit Foto.
Antwort B: Zwei haben eine dreizeilige Überschrift.
Antwort C: Alle drei sind Anzeigen, die für eine (uns bereits einschlägig bekannte) Online-Rechtsberatung werben.

Mit Dank an Ingo S., der im Übrigen darauf hinweist, dass es viele der via Bild.de kostenpflichtig angebotenen „Mustertexte von Profis“ andernorts natürlich auch gratis gibt…

„Bild“ entdeckt den idealen Urlaubsort

Astronomen der Nasa haben in knapp 150 Lichtjahren Entfernung erstaunlicherweise einen Planeten in einem System aus drei Sonnen entdeckt, aber eines der größten Rätsel des Universums ist immer noch ungelöst: Warum es der größten deutschen Tageszeitung nicht gelingen will, Artikel über astronomische Themen zu veröffentlichen, die auch nur grob annähernd den Tatsachen entsprechen.

Es wäre eigentlich nicht so schwer. Denn eigentlich sagt die Nasa zu dem Bild aus dem Sonnensystem „HD 188753″, das sie verbreitet, alles, was man wissen muss: Dass es sich um die Illustration eines Künstlers handelt, zum Beispiel. Und dass die Landschaft, die das Bild zeigt, die eines hypothetischen Mondes ist, der um den neu entdeckten Planeten kreist. Der Planet selbst ist die rosafarbene Kugel links oben, es handelt sich um einen Gasriesen.

So schön strahlt der 3-Sonnen-PlanetMan hätte das alles nur lesen und abschreiben müssen. „Bild“ aber nennt die Illustration ein „Foto“. „Bild“ verwechselt den hypothetischen Mond mit dem Gasriesen selbst und tut so, als sei dessen Felswüste die attraktive Oberfläche des Planeten. „Bild“ verwechselt den Namen des Planeten mit dem des Sonnensystems. (Und am Zeitdruck kann es nicht gelegen haben: Die Nachrichtenagentur dpa berichtete — schön auf deutsch — schon am 13. Juli; bei Spiegel Online steht die Geschichte auch schon seit zehn Tagen.)

Und dann strickt „Bild“-Redakteur Attila Albert noch eine lange, fantastische Geschichte darüber, wie es wäre, auf diesem Planeten zu leben:

Es wäre der ideale Urlaubsort. (…)

Am Strand müßte sich keiner ärgern, daß eine Seite verbrannt und die andere blaß ist. Die drei Sonnen bräunen Sie ganz gleichmäßig, besser als im Solarium. (…)

Wer Blumen züchtet, müßte sich nicht mehr über krumme Stiele ärgern. (…)

Nie schlechtes Wetter! Bei drei Sonnen ist es auf dem neuentdeckten Planeten jeden Tag hell und warm.

„Warm“ ist ein interessanter Begriff in diesem Zusammenhang. Die Temperaturen auf dem Planeten werden auf rund 1000 Grad Celsius geschätzt.

Anke Engelke und der Müll

Wenn Anke Engelke das Haus verlässt, um die Mülltonne hereinzuholen, sich mit Freunden zu treffen oder Einkaufen zu gehen, muss sie damit rechnen, fotografiert zu werden. Denn es gibt Zeitungen wie „Bild“, die Geld für solche Fotos zahlen. Sie bestücken damit Rubriken wie die des „Bild“-Kolumnisten Daniel Cremer („Köln klatscht“). In der Ausgabe vom 8. Juli 2005 waren dort drei Fotos von Anke Engelke abgebildet, die vor ihrer Haustür entstanden waren. Cremer verfasste dazu folgenden Text:

Schwangerschafts-Gymnastik mal anders. TV-Star Anke Engelke (39) gehört zur Sorte der aktiven werdenden Mütter.

Wir sehen, wie die hochschwangere Komikerin brav einkaufen geht (von wegen man soll nicht schwer tragen) und auch noch die geleerte Mülltonne auf ihren angestammten Platz rollt.

Nun könnte man fragen, ob uns all das etwas angeht. Oder aber, ob man solche Paparazzi-Fotos nach deutschem Recht überhaupt zeigen darf. Die Antwort auf die zweite Frage ist relativ eindeutig Nein. 1999 entschied das Bundesverfassungsgericht, dass auch Top-Prominente („absolute Personen der Zeitgeschichte“) einen Anspruch auf Privatsphäre haben und dass diese Privatsphäre sich nicht auf ihre eigene Wohnung beschränkt.

Eine Person der Zeitgeschichte hat, wie jedermann, das von Dritten zu respektierende Recht, sich an Orten außerhalb des eigenen Hauses zurückzuziehen, an denen sie für sich allein oder jedenfalls von einer breiten Öffentlichkeit abgeschieden sein will. Sie kann dies auch an Orten tun, die für jedermann frei zugänglich, also öffentlich sind.

Zwischen dem Informationsinteresse der Öffentlichkeit und dem Schutz der Privatsphäre müsse abgewogen werden, so das Gericht. Im konkreten Fall damals (es ging um Caroline von Monaco) sei es um „bloße Neugier und Sensationslust sowie ein bloßes Interesse an Unterhaltung“ gegangen.

Solche Motive, insbesondere das bloße Unterhaltungsinteresse der Leser, das hier an rein privaten Vorkommnissen aus dem Leben der Klägerin befriedigt werden soll, können aber, wie in der Rechtsprechung stets betont worden ist, nicht als schützenswert anerkannt werden.

Dieses Urteil des höchsten deutschen Gerichts fiel, wie gesagt, schon 1999. Das sogenannte „Caroline-Urteil“ des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte von 2004, gegen das viele Verleger und insbesondere die „Bild“-Zeitung massiv gekämpft haben, hat diese Rechtsprechung nur noch verschärft.

„Bild“ aber veröffentlicht munter Fotos aus dem Privatleben von Anke Engelke, die nur das Unterhaltungsinteresse der Leser bedienen. Doch das ist nicht das eigentlich Merkwürdige an dieser Geschichte. „Bild“ hatte nämlich zwei Monate zuvor schon einmal Fotos aus dem privaten Alltag von Anke Engelke veröffentlicht. Nachdem ihr Anwalt intervenierte, gab die Axel Springer AG, in der „Bild“ erscheint, eine Unterlassungserklärung ab und verpflichtete sich rechtsverbindlich, die Fotos nicht mehr zu veröffentlichen oder zu verbreiten.

Umso erstaunlicher, dass „Bild“ kurz darauf die neuen Paparazzi-Fotos von Engelke am Mülleimer brachte. Als der Anwalt erneut protestierte, gab Axel Springer erneut eine Unterlassungserklärung ab. Treuherzig erklärte der Verlag („mit freundlichen kollegialen Grüßen“), dass die verschiedenen Fotoserien „aus unterschiedlichen Zeiten der Schwangerschaft“ stammten und somit einen ganz anderen Fall darstellten.

Aus Sorge, dass „Bild“ dieses Spiel unendlich so weitertreiben könnte, erwirkte Engelkes Anwalt am Dienstag vor dem Landgericht Berlin eine einstweilige Verfügung gegen Springer. Die untersagt es dem Verlag jetzt grundsätzlich, „Bildnisse aus dem privaten Alltag der Antragstellerin zu veröffentlichen (…), wie in BILD Köln am 8. Juli 2005 geschehen“.

„Bild“ will gegen diese Verfügung vorgehen. „Bild“-Sprecher Tobias Fröhlich betonte gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“, sein Blatt habe das Recht, solche Aufnahmen von Engelke in „privaten Situationen“ zu zeigen:

Anke Engelke ist einer unserer populärsten TV-Stars und eine absolute Person der Zeitgeschichte, deshalb möchten wir natürlich auch weiterhin über sie als Star, aber auch über sie als Mensch berichten. Zudem hat Anke Engelke ihren neuen Liebhaber im Fernsehen präsentiert und auch aus ihrer Schwangerschaft nie ein Geheimnis gemacht.

Fröhlich sagt, „Bild“ werde sich juristisch gegen das Verbot wehren, Anke Engelke auch beim Mülltonnenreinholen zu zeigen — „im Interesse unserer Leser“.

Wie „Bild“-Reporter auch mal weghören

Nur zur Erinnerung: Vor zwei Wochen hatte „Bild“ mal „Mist ohne Ende“ geschrieben. Dort stand (illustriert mit einem Foto von „Lukas Podolski mit BILD-Reporter Jörg Althoff im Münchner Szene-Viertel Schwabing“): Podolski, derzeit Stürmer beim 1. FC Köln, habe auf die Frage, wann er zum FC Bayern München komme, geantwortet: „Nächstes Jahr!“ Laut „Bild“ eine „Sensations-Antwort“. Desweiteren hatte es dort geheißen: „BILD spürte Lukas Podolski (…) auf“, „spät abends“, „in einer In-Bar“. Und nachdem „Bild“ Podolskis „Geheim-Besuch in München enthüllte“, gab’s tags drauf laut „Bild“ sogar einen „Riesen-Wirbel um Poldi“, weil er, so „Bild“, „verbotenerweise das Nationaltrikot trug“. Angeblich waren da „alle sauer auf den Fußball-Liebling“.
(Kursiv gesetzte Passagen könnten nicht den Tatsachen entsprechen!)

Wer allerdings genauer wissen will, wie „sinnentfremdend dargestellt“ das alles war, oder sich bloß von Podolski selbst allerhand Aufschlussreiches über die Methoden der „Bild“-Zeitung erzählen lassen möchte, klicke jetzt einfach mal hier.

Mit Dank an Klemens J. für den Link.

Nachtrag, 5.8.2005:
Auf Podolskis Homepage ist sein Text leider nicht mehr nachzulesen – dafür aber in voller Länge hier.

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