„Bild“ verhöhnt französischen Schauspieler

Woher kommt bloß dieser Haß?

„Bild“ verhöhnt Frankreichs Superstar, druckt intime Strand-Fotos von Gérard Depardieu und seiner Freundin, Clementine Igou. Heimlich aufgenommen beim Urlaub auf Mauritius!

Es sind Aufnahmen aus dem Privatbereich, die kein Mensch von sich in der Zeitung sehen möchte. Sie zeigen das Paar Depardieu/Igou beim Nacktbaden.

Dazu bringt „Bild“ auf der letzten Seite prominent in der Mitte die hämische Schlagzeile „Depardieu lässt seinen Gérard schwingen“. Der Vorname Gérard bedeutet hier umgangssprachlich „Penis“.

Gérard Depardieu wird im Text als „Robbe“ bezeichnet. Seinen Körper hätten „Gott, Rotwein und deftige Küche“ geschaffen. (…)

Und mal abgesehen davon, dass die Fotos von Depardieu und Igou genau zu der Kategorie gehören, die nicht erst seit dem „Caroline-Urteil“ des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte verboten sind, könnte Ihnen der kursiv gesetzte Text oben möglicherweise bekannt vorkommen.

Kurz korrigiert (99)

Das ist natürlich ein bisschen blöd: Wenn man den Eindruck zu erwecken versucht, man kenne den genauen Standort fast jeden Stiefmütterchens, das Michael Schumacher auf seinem Anwesen in Gland pflanzen lässt…

…aber offenbar nicht einmal weiß, dass dieser Ort gar nicht am Zürichsee liegt, sondern ungefähr am anderen Ende der Schweiz, am Genfer See.

Danke an Dominik W., Cosmo, Markus K., Beat M., Jördis G. und Frank S. für den Hinweis!

Nachtrag, 11.12 Uhr. Bild.de hat das nochmal im Atlas nachgeschlagen — oder einfach richtig bei uns abgeschrieben.

Heide Simonis wehrt sich gegen „Bild“

Frau Simonis reicht es jetzt.

Die frühere schleswig-holsteinische Ministerpräsidentin hat vor dem Landgericht Berlin eine einstweilige Verfügung erwirkt. „Bild“ muss nach dem Beschluss, der BILDblog vorliegt, folgende Gegendarstellung auf der Titelseite drucken:

Zu der Überschrift in Bild vom 2.5.2006 „Heide Simonis jetzt ins Dschungel TV?“ stelle ich fest: Ich habe stets erklärt, daß ich zur Teilnahme an einer solchen TV-Show nicht zur Verfügung stehe.

Über Wochen hatte sich „Bild“ über die Teilnahme von Frau Simonis an der RTL-Show „Let’s Dance“ in Rage berichtet. Vorläufiger Höhepunkt war dieser gewaltige Aufmacher am Dienstag*:

Heide Simonis jetzt ins Dschungel-TV?

Die Frage hätte „Bild“ selbst aus vielerlei Gründen mit „Nein“ beantworten können — nicht zuletzt, weil Frau Simonis selbst die Teilnahme an solchen Sendungen längst ausgeschlossen hatte, auch gegenüber „Bild“. Am 11. April hatte die Zeitung schon nachgefragt: „Frau Simonis, haben Sie keine Angst, sich lächerlich zu machen?“ Und Heide Simonis hatte den Unterschied erläutert zwischen Tanzen (nicht peinlich) und Ameisen-Essen (peinlich) und erklärt: „Es gibt auch Grenzen. Ich würde z.B. nicht ins Big-Brother-Haus einziehen.“

Mit Fotomontagen illustrierte die „Bild“-Zeitung am Dienstag gleich ihre Fantasie und zeigte Frau Simonis mit Maden, halbnackt im „Big Brother“-Haus, beim Promiboxen. Auch diese Abbildungen will Simonis verbieten lassen, weil damit ihre „Menschenwürde und die Bild- und Persönlichkeitsrechte“ verletzt würden. Weil „Bild“ freiwillig keine Unterlassungserklärung abgeben wollte, entscheidet darüber nun das Landgericht Berlin. (Bei Bild.de ist der entsprechende Artikel bereits jetzt nicht mehr vorhanden.)

Das ist interessant, was „Bild“ unter Berichterstattung versteht: Fragen stellen, die bekannten Antworten ignorieren und das Gegenteil suggerieren. Auch am Mittwoch. „Bild“ schrieb:

Bereut Heide Simonis ihre Teilnahme am RTL-Spektakel bereits? Gestern teilte die Deutschland-Vorsitzende von „Unicef“ mit: Nach „Let’s Dance“ hängt sie ihre Tanzschuhe an den Nagel. Weitere TV-Show mit ihr soll es nicht geben. Simonis: „Noch drei Runden tanzen, dann ist das Thema erledigt.“

Man könnte denken, die Zitate von Simonis seien die Antwort auf die „Bild“-Frage, ob sie ihre Teilnahme an der Show bereue. Und es klingt, als bereute sie es. Dabei gab Simonis gegenüber dpa eine klare Antwort auf die Frage von „Bild“:

Ihre Teilnahme an „Let’s Dance“ bereue sie trotz der teils hämischen Kommentare nicht, sagte Simonis (…)

*) Durch diesen „Bild“-Artikel ließ sich auch eine vermeintlich seriöse Zeitung wie der „Kölner Stadtanzeiger“ online zu der Schlagzeile animieren: „Heide Simonis soll in den Dschungel“. Erst im Nachhinein wurde der Artikel geändert. Er heißt jetzt: „Heide Simonis will nicht in den Dschungel“.

Kurz korrigiert (98)

Schon möglich, dass der WM-Mannschaftsbus „uns“ (also „Bild“) nicht gefällt. Das ist aber noch lange kein Grund, in einem Artikel zum Thema „Was soll der Stuß mit unserem Bus?“ zu behaupten:

„Gebaut wurde er von Mercedes, drauf steht aber WM-Sponsor Hyundai (baut keine Busse).“
(Hervorhebung von uns.)

Denn: Hyundai baut sehr wohl Busse, exportiert/bringt sie aber offenbar nicht nach Europa, wie beispielsweise N24.de bereits vor gut neun Monaten und das „Hamburger Abendblatt“ vor gut neun Wochen berichteten.

Mit Dank an Christian W. und Jörg für den Hinweis.

Nachtrag, 15.45 Uhr: Bei Bild.de wurde die sachlich falsche Textpassage inzwischen ersatzlos gestrichen.

Allgemein  

„Bild“ hält sich 15 Zeilen lang an den Pressekodex

Es ist ja nicht so, dass der Name der Journalistin, die vor wenigen Tagen offenbar gemeinsam mit einem befreundeten Arzt in einem Kölner Hotelzimmer Selbstmord beging, nicht aus verschiedenen Medienberichten bekannt wäre. Dennoch könnte man es durchaus begrüßenswert finden, dass „Bild“ gestern ein Foto der Toten unkenntlich machte und sie zudem „Silke L.“ nannte (siehe Ausriss). Schließlich heißt es ja in Richtline 8.5 des Pressekodex ausdrücklich:

„Die Berichterstattung über Selbsttötung gebietet Zurückhaltung. Dies gilt insbesondere für die Nennung von Namen und die Schilderung näherer Begleitumstände. (…)“

Noch begrüßenswerter allerdings wäre das Bemühen um Zurückhaltung gewesen, wenn „Bild“ die zunächst als „Silke L.“ anonymisierte Frau — gerade mal 15 Zeilen später — nicht doch noch (siehe Ausriss) bei vollem Namen genannt hätte…

Mit Dank an Benjamin S. für Hinweis und Ausrisse.

„Bild“ kennt Nationalhymne nicht

„Bild“ schreibt heute auf der Titelseite unter Berufung auf die Boulevardzeitung „B.Z.“, der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele wolle,

„(…) daß es von der dritten Strophe unserer Nationalhymne eine türkische Version gibt.“

Das ist falsch.

Denn in der „B.Z.“ heißt es heute auf der Titelseite (und ähnlich auch auf Seite 3):

„Grünen-Fraktionsvize Hans-Christian Ströbele (66) will unsere Nationalhymne ‚Einigkeit und Recht und Freiheit‘ in einer offiziellen Übersetzung, damit sie auch in türkischer Sprache gesungen werden kann. Das sei ein ‚Zeichen der Integration‘ und ein ‚Symbol für die Vielsprachigkeit Deutschlands‘, sagte er der B.Z.“

Von einer „dritten Strophe unserer Nationalhymne“ ist dort allerdings nirgends die Rede. (Zwar findet sich in einer weiterverbreiteten „B.Z.“-Vorabmeldung auch ein O-Ton Ströbeles, in der es heißt, Ströbele würde es „als Zeichen der Integration werten, wenn türkisch-stämmige Mitbürger die dritte Strophe auf türkisch singen könnten“. Doch anderen Medien — so sie sich nicht mit Witzischkeiten aufhalten — gelingt es mühelos, Ströbeles Satz auf das „Deutschlandlied“ zu beziehen.) Denn anders als „Bild“ ist der „B.Z“ und anderen Medien offenbar bekannt, dass „unsere Nationalhymne“ gar keine dritte Strophe kennt.

Mit Dank an Stefan P. für den Hinweis.

Allgemein  

„Bild“ von Außerirdischen entführt

Am 25. Mai wird ein Komet große Teile der Erde zerstören.

„Schon?“, werden Sie jetzt vielleicht fragen. Oder auch: „Schon wieder?“ Aber diese Weltuntergangsgeschichte von „Bild“ ist noch besser als die bisherigen.

Fakt ist: Der in mehrere Stücke zerbrochene Komet „73 P Schwassmann-Wachmann“ zieht im Mai relativ nah an der Erde vorbei. „Relativ nah“ bedeutet konkret: in rund zehn Millionen Kilometern Entfernung, das ist nur 25 mal so weit wie bis zum Mond.

Und „Bild“ titelt:

Komet rast auf Erde zu - Forscher in großer Sorge: 200 Meter hohe Flutwelle im Atlantik?

Der „Forscher“, der eine „gewaltige Flutwelle“, das Ausbrechen von Unterwasser-Vulkanen und eine „Katastrophe“ apokalyptischen Ausmaßes vorhersagt, heißt Eric Julien, und „Bild“ gibt sich einige Mühe, ihn als ernstzunehmenden Wissenschaftler zu präsentieren. Die Zeitung nennt ihn „französischen Kometenforscher und Autor“ und schreibt, er sei „früher für das französische Militär tätig und danach Manager des Flughafens Paris-Orly“ gewesen.

Klingt respektabel.

Was „Bild“ nicht schreibt: Julien ist Ufo-Forscher und Verfasser des Buches „Die Wissenschaft der Außerirdischen“. Er nennt sich auch Jean Edermann, erhielt von Außerirdischen eine Botschaft „über die dreidimensionale Natur der Zeit“, während ein lärmendes Ufo über seinem Haus schwebte, traf ätherische Geschöpfe in seinem Haus, lernte, sich „mental an einen Ort in der Gegenwart wohlwollender Außerirdischer“ zu projizieren und vermutet, dass die Sichtungen von Ufos damit zusammenhängen könnten, dass Atomwaffentests auf der Erde die Sicherheit von Außerirdischen gefährden, die kreuz und quer durch Raum und Zeit reisen.

Klingt — anders.

„Bild“ verrät auch mit keinem Wort, wie der Kometen-Ufo-Forscher zu seiner Prognose gekommen ist — dabei ist das bekannt und durchaus bemerkenswert: Julien sagt, er habe vor drei Jahren eine Vision von einer großen Katastrophe gehabt und vor drei Wochen von Außerirdischen das dazugehörige Datum genannt bekommen: eben der 25. Mai. Gestützt werde seine These unter anderem durch einen Kornkreis, der am 25. Juni 1995 in England auftauchte. Die Katastrophe sei eine Art „öffentliche Warnung“ der Weltreisenden vor einem Atomschlag der USA gegen den Iran.

Und lustig ist nicht nur, dass „Bild“ all diese interessanten Details weglässt, obwohl die doch helfen würden bei der wichtigen Entscheidung, ob man vor der Apokalypse schnell noch seinen Jahresurlaub nehmen soll. Lustig ist auch, dass Julien wenigstens weiß, wovon er spricht: mit ungefähr 40 Kilometer pro Sekunde werde der Kometentrümmer auf die Erde zurasen, warnt er. Bei „Bild“ werden daraus 40 Meter pro Sekunde — mit der Geschwindigkeit könnte sich der Komet bequem in den fließenden Verkehr auf deutschen Autobahnen einreihen.

Danke auch an Benjamin W.!

USA warnen vor Terror und mexikanischen Pools

Manchmal, da sind die Leute von „Bild“ schon auf genau der richtigen Fährte zum Kern einer Geschichte und kommen dann kurz vor dem Ziel doch noch vom Weg ab.

Wie bei diesem Artikel in der aktuellen „Bild am Sonntag“:

USA warnen vor Terror bei Fußball-WM

Fünf Wochen vor Anpfiff der Fußballweltmeisterschaft haben die USA vor Terroranschlägen in Deutschland gewarnt! (…)

Nach BamS-Informationen wurden Bundesregierung und Sicherheitsdienste von der am Freitag veröffentlichten Mitteilung völlig überrascht. Aus Washington war kein Hinweis gekommen — obwohl es üblich ist, vor Terrorwarnungen die betreffenden Staaten in Kenntnis zu setzen.

An dieser Stelle hätten die drei Autoren des Artikels ahnen können, dass an ihrer Geschichte etwas faul ist. Denn wenn es „üblich ist“, vor Terrorwarnungen die betreffenden Staaten in Kenntnis zu setzen, das in diesem Fall aber nicht geschah, könnte das natürlich einfach bedeuten, dass es sich hier gar nicht um eine neue „Terrorwarnung“ handelte.

Und genauso ist es.

Das für Reisehinweise zuständige „Bureau of Consular Affairs“ des amerikanischen Außenministeriums hat weder eine aktuelle Reisewarnung, noch eine spezielle Bekanntmachung über Gefahren durch Terror und Gewalt herausgegeben, und auch in seinen Konsularinformationen über Deutschland ist die WM nicht erwähnt.

Der „Bild am Sonntag“-Artikel bezieht sich auf eine Informationsbroschüre zur Fußball-WMin exakt gleicher Form warnt die Behörde aktuell zum Beispiel Studenten, die in den Frühjahrsferien nach Mexiko reisen, dass dort regelmäßig US-Bürger tödlich mit den Auto verunglücken, von Balkonen oder in Gruben fallen oder im Hotelpool ertrinken.

Die Broschüre zur Fußball-WM enthält nur ganz allgemeine Warnungen wie die, dass solche Massenereignisse „grundsätzlich“ ein Ziel von Terror-Anschlägen sein können (und dass „emotionsgeladene Sportereignisse“ generell „unvorhersehbar“ seien). „Konkrete, glaubwürdige terroristische Drohungen“ gebe es nicht. Dieser Satz findet sich schließlich auch im „Bild am Sonntag“-Artikel — aber erst, nachdem die drei Autoren gründlich den gegenteiligen Eindruck erweckt haben.

Danke an Jörn W. für den Hinweis!

Die Top-Form der „Bild am Sonntag“

Die „Bild am Sonntag“ wird heute 50, und die Axel Springer AG feiert das mit einer angemessen euphorischen Pressemitteilung, Überschrift: „Im Jubiläumsjahr in Top-Form.“ Im Text selbst formuliert es Frank Mahlberg, der Verlagsleiter der Zeitung, noch etwas konkreter:

BILD am SONNTAG ist eine Erfolgsgeschichte und publizistisch wie wirtschaftlich in Top-Form.

Wirtschaftlich mag das stimmen — nach Angaben des Verlages hat die Zeitung 2005 mehr Gewinn gemacht denn je. Woran Herr Mahlberg die publizistische „Top-Form“ der „Bild am Sonntag“ misst, ist dagegen eher rätselhaft. Im ersten Quartal 2006 ist die verkaufte Auflage der Zeitung um über 6 Prozent auf 1,8 Millionen zurückgegangen. In den vergangenen acht Jahren verlor die „Bild am Sonntag“ rund 730.000 Käufer — fast 29 Prozent. Zum Vergleich: Die Auflage der „Welt am Sonntag“ blieb in diesem Zeitraum konstant. Und auch die Schwesterzeitung „Bild“ verlor in diesen acht Jahren „nur“ etwa 21 Prozent ihrer Käufer.

Aber so ein Geburtstag ist bei Springer natürlich kein Zeitpunkt, plötzlich die Faktenliebe zu entdecken. Und so behauptet Claus Jacobi, „Bild“-Kolumnist und bei Axel Springer traditionell für solche Jubelartikel zuständig, heute in der (ebenfalls zum Verlag gehörenden) „Berliner Morgenpost“:

Mit einer verkauften Auflage von fast zwei Millionen Exemplaren ist die „BamS“ noch immer die größte Sonntagszeitung Europas.

Ist sie nicht. Die britische Sonntagszeitung „News of the World“ verliert zwar auch Käufer, hat aber aktuell immer noch 3,5 Millionen — fast doppelt so viele wie „Bild am Sonntag“. Und auch die „Mail on Sunday“ hängt mit 2,3 Millionen verkauften Exemplaren „Bild am Sonntag“ locker ab.

„Bild“ benutzt Kinder für Recherchen II

Was bisher geschah: „Bild“ hatte am Mittwoch ein Foto des im ägyptischen Dahab getöteten Jungen auf der Titelseite und im Innenteil. Am Donnerstag druckte „Bild“ dasselbe Foto noch einmal im Innenteil ab. „Bild“ bekam dieses Foto von dem Journalisten Alexander Blum, der nach Zeugenaussagen in Tübingen Kinder behelligt haben soll, die gerade alleine zuhause waren, um ein ebensolches Foto zu bekommen. Er soll sich dabei zunächst auch als Mitarbeiter des „Schwäbischen Tagblatts“ ausgegeben haben.

Gestern veröffentlichte das „Tagblatt“ weitere Details:

Ein Tübinger „Bild“-Zuarbeiter verschaffte sich über eine Teilnehmer-Liste vom Stadtlauf aus dem Internet die Namen möglicher Schulfreunde und überrumpelte Eltern und Kinder zu Hause. Einmal tischte er die Lüge auf, er sei von einer Lehrerin geschickt, ein andermal gab er sich ahnungslosen Kindern gegenüber als TAGBLATT-Mitarbeiter aus und gab vor, er müsse ein Bild des Mitschülers beschaffen, das versehentlich aus unserem Zeitungs-Archiv gelöscht worden sei.

Auch uns gegenüber berichtete ein Nachbar, der Fotograf habe versucht, unter Vorspiegelung falscher Tatsachen an ein Foto zu kommen.

Bereits am Mittwoch und am Donnerstag hatten wir den „Bild“-Pressesprecher Tobias Fröhlich wiederholt um eine Stellungnahme gebeten. Wir wollten wissen:

— Gehört es zu den Gepflogenheiten der Axel Springer AG (und damit auch zu den Gepflogenheiten von „Bild“ und Bild.de), dass Mitarbeiter wie im o.g. Fall Kinder gezielt zur Informationsbeschaffung ausnutzen?

— Wird die Axel Springer AG weiterhin mit Alexander Blum zusammenarbeiten?

— Wird „Bild“ weiterhin mit Alexander Blum zusammenarbeiten?

— Woher stammt das Foto des 10-jährigen Jungen?

— Wer hat „Bild“ die Einwilligung gegeben, das Foto des 10-jährigen Jungen in „Bild“ abzudrucken?

Auf diese Fragen erhielten wir keine Antwort. Fröhlich sagte am Ende nur, er werde sich eventuell melden — falls es aus der Sicht von „Bild“ etwas dazu zu sagen gebe.

Heute berichtet auch die „tageszeitung“ über den Fall. Und sie hat sogar eine knappe Stellungnahme des „Bild“-Sprechers bekommen:

Also spricht Springer-Sprecher Tobias Fröhlich: Der Fotograf habe „glaubhaft versichert, er habe sich nicht als Mitarbeiter des Schwäbischen Tagblatts ausgegeben. Wir gehen davon aus, dass seine Recherchen auch insgesamt korrekt verlaufen sind.“

Welche Gründe Springer dafür hat, den Aussagen des Fotografen zu glauben und nicht denen mehrerer Zeugen, wissen wir nicht. Und auch die Antworten auf die von uns gestellten Fragen stehen immer noch aus. Vielleicht hat die Sorge, ob ihre Mitarbeiter wirklich nur lautere Recherche-Methoden anwenden, bei der „Bild“-Zeitung keine so große Priorität.

Mehr dazu auch hier.

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