Titelseitenaufmachergeheimnis

Ließe sich die Größe eines Geheimnisses an der Größe der dazugehörigen „Bild“-Überschrift messen, die „neue Liebe von Marcel Reif“, die „schöne Ärztin“ Dr. Marion Kiechle, sie hätte ein Mordsgeheimnis. „Bild“ nennt es nicht nur ein „pikantes Geheimnis“ bzw. ein „brisantes Geheimnis“, nein, „Bild“ räumt diesem Geheimnis sogar den besten Platz auf der Titelseite ihrer heutigen Ausgabe ein:

"Die neue Liebe von Marcel Reif: Das Geheimnis seiner schönen Ärztin"

Und was ist nun dieses pikante, brisante Geheimnis? Ist die „schöne Ärztin“ Marcel Reifs Cousine? Ist sie in Wahrheit ein Mann? Guckt die zielstrebige Tochter eines Kaufmanns und einer Telefonistin privat etwa gerne Liebesfilme, läuft Ski, fährt Snowboard und ist bekennender Bayern-München-Fan? „Bild“ beantwortet die Frage auf einer halben Zeitungsseite so:

"TV-Reporter Marcel Reif: Neue Freundin hat erst vor 9 Monaten geheiratet"

Moment mal! Gestern, als „Bild“ bundesweit erstmals über Reif und Kiechle berichtete, hatte die Zeitung das selbst schon zum größten Teil ausgeplaudert:

Beide haben schon einige Ehe-Erfahrungen hinter sich. (…) [Kiechles] dritte Ehe mit dem berühmten Zahnarzt Dr. Oded Bahat (…) ist gerade zerbrochen. Die Scheidung läuft.

P.S.: Das „Geheimnis“ der „schönen Ärztin“ ließ sich übrigens auch schon länger auf der Internetseite der Frauen- und Poliklinik der TU München nachlesen.

Taschenspielertricks mit Vatter Staat (2)

Wir fassen zusammen: Vorgestern veröffentlichte „Bild“ einige Zahlen, die wie jedes Jahr und bereits im Juni vom Bundesarbeitsministerium veröffentlicht worden waren. „Bild“ machte die Zahlen zur Titelschlagzeile, stellte mit den Zahlen unzulässige Vergleiche an und kam zu irreführenden Schlüssen (wir berichteten). Im Laufe des Tages mussten Nachrichtenagenturen ihre voreiligen Übernahmen der „Bild“-Version um deutliche und berechtigte Dementis erweitern, und verschiedene Medien erkannten im „Bild“-Bericht eine „Farce“, eine „ungenießbare Suppe“ und „viel Falsches“.

Und „Bild“?

„Bild“ fasst das alles heute ebenfalls zusammen — in einem Satz:

""Der Nettolohn-Skandal*, von BILD enthüllt**, löst hitzige Diskussionen aus."

*) „Skandal“ hier offenbar im Sinne von bewusste Verwirrung.
**) „enthüllt“ hier offenbar im Sinne von verursacht.

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Wenn einer kommt, kommen sie alle
(sueddeutsche.de, Caspar Busse und Claudia Tieschky)
Wegen des Erfolges der Schweizer Gratisblätter sind deutsche Verleger in Sorge: Entsteht da gerade eine große Geldvernichtungsmaschine?

Irrwege der Kulturrevolution
(taz.de, Alexander Cammann)
„Konkret“ feiert 50jähriges, der Exmaoist Schmierer liefert eine große 68er-Interpretation in der „Kommune“. Und wie immer geht es um Stalin, Ulrike Meinhof und China.

Fortsetzung der Politik mit digitalen Mitteln
(nzz.ch, sig.)
Dem Wahlkampf im Internet fehlt es an Raffinement und Subversion.

Wie Nicht-Leser belesen wirken können
(dradio.de, Wiebke Hüster)
Wer die Klassiker der Weltliteratur nicht kennt, muss trotzdem nicht auf ein Gespräch über sie verzichten. Der Literaturprofessor und Psychoanalytiker Pierre Bayard will Nicht-Lesern die Angst nehmen, über Literatur zu sprechen. Seiner Meinung nach ist Lesen oft auch als Nicht-Lesen zu verstehen. (+ Gespräch dazu, mp3, 7:00 Minuten).

Neu bei PI: Die 24 h-Kommentarfunktion!
(politicallyincorrect.de)
Um sich vor Strafanzeigen und Privatklagen besser geschützt zu wähnen, beschliesst Politically Incorrect, als meines Wissens erstes Blog, zukünftig alle Kommentarbereiche nach 24 Stunden zu schliessen.

Unter Alkohol
(frankenpost.de)
Mann bedroht Polizei mit ?bestem Stück?.

Über die Kreditwürdigkeit von „Bild“

Das Schöne an exklusiven Vorabmeldungen der „Bild“-Zeitung für nachrichtenhungrige Agenturen und Online-Medien ist, dass sie aus ihnen regelmäßig zwei Geschichten machen können. Eine, in der sie die „Bild“-Informationen weiterverbreiten. Und kurz darauf eine weitere, in der sie die „Bild“-Informationen richtigstellen.

Das hier ist auch so ein Fall. Gestern berichtete „Bild“-Chefreporterin Verena Köttker:

188 Milliarden Risiko-Kredite bei deutschen Banken!

Bonn — Bei den Banken in Deutschland schlummern Risiken in dreistelliger Milliardenhöhe! Nach internen, vorläufigen Zahlen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) beliefen sich die „faulen Kredite“ im vergangenen Jahr insgesamt auf rund 188 Milliarden Euro. (…)

Die Nachrichtenagenturen AP und ddp machten daraus schon am Sonntagmittag Meldungen. Die „Bild“-Behauptung wurde wie üblich ungeprüft von diversen OnlineMedien übernommen und fand sich am Montag unter anderem in der „Financial Times Deutschland“ — ohne den relativierenden Zusatz von AP: „Bei der BaFin war am Sonntag zunächst niemand für eine Stellungnahme erreichbar.“

An der „Bild“-Meldung stimmt nicht viel. Die 188 Milliarden Euro beziehen sich nicht auf das vergangene Jahr, sondern auf 2005. Es handelt sich nicht um eine „interne, vorläufige Zahlen“, sondern eine Angabe aus dem BaFin-Geschäftsbericht 2006 (Seite 131, pdf). Der ist bereits im Mai dieses Jahres veröffentlicht worden, und auch die 188 Milliarden Euro sind seitdem nicht unentdeckt geblieben: Der NDR zum Beispiel nannte sie in einem Bericht am 30. Mai 2007.

Und auch der Eindruck, den „Bild“, AP und ddp wecken, dass es sich bei den 188 Milliarden um eine besonders hohe Zahl handele, ist falsch. Der BaFin-Geschäftsbericht (siehe Ausriss) zeigt, dass sie einem deutlichen Rückgang gegenüber den Vorjahren entspricht.

Am Montagvormittag hatten die Agenturen dann endlich jemanden bei der BaFin für eine Stellungnahme erreicht. Eine Sprecherin sagte, dass sich die „faulen Kredite“ nach vorläufigen Berechnungen 2006 sogar nur noch auf 150 Milliarden Euro beliefen — das ist der niedrigste Stand seit acht Jahren.

Und AP und ddp meldeten plötzlich, irgendwie unter Bezug auf „Bild“ und gleichzeitig als Korrektur: „Volumen notleidender Kredite bei deutschen Banken gesunken“ und „Weniger faule Kredite bei deutschen Banken“.

Mit Dank an Alexander N. und die „Süddeutsche Zeitung“.

Als Augenzeuge augenscheinlich ungeeignet

Unter der (womöglich gut gemeinten) Überschrift „Geschäftsleute & Kunden sauer: Rechtsextreme legen City lahm“ berichtete die „Bild“-Zeitung gestern über eine NPD-Demonstration in Düren (siehe Ausriss).

Laut „Bild“ gab es in Düren deshalb:

  • „300 Gegendemonstranten des ‚Bündnis gegen Rechts'“,
  • „180 Rechtsextreme der NPD“
  • und „fast so viel Polizei wie Rechtsextreme“.

Tatsächlich sprechen das „Bündnis gegen Rechts“ und die örtliche Presse nicht von 300, sondern von rund 1200 Gegendemonstranten — eine Zahl, der sich die Dürener Polizei auf unsere Nachfrage hin anschließt. Auch die „Bild“-Behauptung, es sei „fast so viel Polizei wie Rechtsextreme“ vor Ort gewesen, ist laut Polizei „augenscheinlich falsch“. Genaue Zahlen wollte man zwar nicht nennen, doch sprechen auch hier Gegendemonstranten, Presse und NPD übereinstimmend von ca. 1200 Polizeibeamten.

Inwiefern die Rechtsextremen (deren Route ums Stadtzentrum herum gelegt worden war) in Düren die Geschäftsleute und Kunden sauer machten und die City lahmlegten, wissen wir nicht: „Bild“ nennt keinen Beleg für diese Behauptung, Augenzeugen berichten uns das Gegenteil, und die „Dürener Nachrichten“ schrieben:

[Die Polizei] lobt ausdrücklich die Dürener Bürger, die (…) für die Einsatzmaßnahmen volles Verständnis gezeigt hätten. (…) Auch die Dürener Geschäftsleute hätten die Polizei auf vielfältige Weise unterstützt.

Dass die Dürener Innenstadt „großteils gesperrt“ war, wie „Bild“ schrieb, lag nach Polizeiangaben übrigens nicht zuletzt daran, dass Düren sich am Tag der NPD-Demo mit einem „autofreien Tag“ an einer europaweiten Aktion beteiligt hatte.

Mit Dank an Jens F. für Hinweis und Scan.

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Papier oder Blog?
(taz.de, Benjamin Imort)
CD oder MP3? Zeitschrift oder E-Zine? Musikmagazine haben ein Problem: Die Leser informieren sich im Netz – und so entwickeln die Magazine neue Strategien.

Surfen im Reich der Mitte
(dradio.de, Philip Banse)
Die Internetbranche in China kann Zuwachsraten von 20 Prozent pro Jahr vorweisen. Fast im ganzen Land können sich Menschen einloggen und im Netz surfen. Doch viele Seiten werden von staatlichen Stellen gesperrt. Die Mächtigen im Reich der Mitte setzen auf Wachstum und Kontrolle.

Zuschauerschwund beim Verlegerfernsehen Presse-TV
(persoenlich.com, David Vonplon)
Presse-TV, das Fernsehfenster von Ringier, NZZ, Basler Zeitung und Jean-Frey, ist unter Druck: Im Kampf um die Gunst des Publikums kann kaum ein Format am Samstag- und Sonntagabend auf SF 2 gegen die starke Konkurrenz in- und ausländischer Sender bestehen. Die Einschaltquoten erodieren. Trotzdem wollen sowohl SRG als auch Presse-TV an einer Zusammenarbeit festhalten — wenn auch in anderer Form.

„Unser System kann den Inhalt einer Internetseite erkennen“
(faz.net, Holger Schmidt)
Eines Tages soll es eine Suchmaschine geben, die nicht nur Wörter findet, sondern Inhalte versteht. Im Interview mit der F.A.Z. spricht der Sprachwissenschaftler David Crystal über das Ergebnis von 15 Jahren Arbeit, das semantische Web und die Ignoranz von Google.

Artikel auf dem Prüfstand
(focus.de, Torsten Kleinz)
Mit einem neuen Redaktionskonzept will die Mitmach-Enzyklopädie Wikipedia die Verlässlichkeit und Qualität seiner Artikel erhöhen. In Zukunft werden anonyme Änderungen vor der endgültigen Veröffentlichung geprüft. Für den Verein Wikimedia Deutschland ist dies ein wichtiger Schritt zur ?Wikipedia 1.0?.

Unterhaltung mit Botschaft
(tagesspiegel.de, Andrea Nüsse)
Ramadan-TV: Eine Serie um Vergewaltigung und ?König Faruk? sind in der Fastenzeit die Renner. Nach dem Fastenbrechen schlägt die Stunde der arabischen Telenovas.

Taschenspielertricks mit Vatter Staat

"Netto-Löhne: So niedrig wie vor 20 Jahren! Staat greift ab wie noch nie"

Mit dieser „Bild“-Titelgeschichte von heute über einen „Netto-Lohn-Skandal“ hat ihr Autor Dirk Hoeren offenbar einen Nerv getroffen. Teilweise schon in der vergangenen Nacht verbreiteten diverse Nachrichtenagenturen (AFP, dpa, Reuters, AP) die Geschichte weiter. „Spiegel Online“ und viele andere Medien übernahmen die Meldungen zunächst.

Dabei ist das, was da heute die „Bild“-Titelseite füllt, eigentlich gar keine Geschichte. („Spiegel Online“ nennt sie inzwischen „Farce“, „Panikmache“ und „Lehrstück über die Tücken der Statistik“, Zeit.de sieht darin mittlerweile „viel Falsches und ein wenig Richtiges“.) „Bild“-Mann Hoeren hat eigentlich bloß mal ins Statistische Taschenbuch 2007 des Arbeits- und Sozialministeriums geschaut, hat ein paar Zahlen herausgegriffen und verglichen. Das gleiche hätte er (oder jeder andere) genau so gut auch schon letztes Jahr machen können. Oder 2003. Oder 2000. Oder 1997. Oder oder oder.

Denn das Statistische Taschenbuch wird seit 40 Jahren veröffentlicht. Und egal, welches halbwegs aktuelle Jahr man nimmt, irgendwie ging’s uns immer schon mal besser [xls]. 2003 etwa, waren die Nettoreallöhne kaum höher als 1989. 2000 waren sie ein bisschen niedriger als 1980 und 1997 niedriger als 1981. Und 2006 waren sie eben kaum höher als vor 20 Jahren, wie „Bild“ unangemessen groß, aber zutreffend schreibt*.

Und wer hat Schuld? Vatter Staat natürlich! Denn der „kassiert so viel Steuern und Sozialabgaben wie noch nie zuvor“ bzw. „greift ab wie noch nie“:

Der Staat greift dreister in die Tasche! Die Gesamtabzüge vom Bruttolohn erreichten 2006 einen neuen Rekord — im Schnitt zahlte ein Arbeitnehmer 9291 Euro an Lohnsteuer und Sozialbeiträgen — mehr als jemals zuvor. Zum Vergleich: 1986 lagen die Abzüge noch bei 5607 Euro. Sie sind damit um fast 66 % gestiegen, die Bruttolöhne dagegen nur um 48 %.

Nun ja, ein „Rekord“ oder „Skandal“ sind die von „Bild“ genannten 9.291 Euro eigentlich nicht. Denn was die staatliche In-die-Tasche-Greiferei anbelangt, ist nun mal nicht die absolute Zahl entscheidend, sondern die sogenannte „Netto-Quote“ (also der Anteil des Bruttolohns, der beim Arbeitnehmer ankommt). Die lag 2006 bei 65,2 Prozent — und war in sechs der letzten zehn Jahre sogar niedriger (und pendelt seit Jahren um den aktuellen Wert [xls]).

Warum der mutmaßliche Hauptgrund für den Tiefstand der Nettoreallöhne seit der Wiedervereinigung („Die Unternehmen geizen mehr! … Die Teuerungsrate überholt die Lohnentwicklung!“) erst später im „Bild“-Artikel auftaucht und auf der Titelseite gar nicht, weiß aber wohl nur Dirk Hoeren.

*) Wohl zu Recht weist das Bundesarbeitsministerium in einer Reaktion auf den „Bild“-Bericht darauf hin, dass ein Vergleich zwischen 1986 und 2006 wegen der dazwischen liegenden Wiedervereinigung „absolut unzulässig“ sei.

Mit Dank an Holger R. und Kai B. für die Inspiration.

Nachtrag, 25.9.2007: Auch andere Medien sehen den „Bild“-Bericht kritisch. So schreiben etwa die „Nürnberger Nachrichten“: „Bild vergleicht in der Tat Zahlen, die sich nicht vergleichen lassen, blendet zentrale Entwicklungen einfach aus, zieht falsche Schlüsse und verrührt längst bekannte Statistiken zu einer eigentlich ungenießbaren Suppe.“ Bei Stern.de heißt es, „Bild“ habe „die Zahlen und Statistiken schlichtweg falsch gelesen und bewertet.“ Sueddeutsche.de hingegen hält’s für „eine nette Schlagzeile – mehr nicht“.

Und die „Bild“-Zeitung?

Macht heute noch eine „nette Schlagzeile“ (siehe Ausriss), bleibt bei ihrer „absolut unzulässigen“ Darstellung, dass „die Nettolöhne heute genauso niedrig wie vor 20 Jahren“ sind, und schreibt:

Der BILD-Bericht über die Netto-Lohnentwicklung in den letzten 20 Jahren löste in Deutschland Riesen-Wirbel aus!

The Short Happy Life of Tom Cruise

„Bild“-Überschrift vom 20.8.2007:

„Bild“-Überschrift vom 22.8.2007:

„Bild“-Überschrift vom 28.8.2007:

„Bild“-Überschrift vom 6.9.2007:

„Bild“-Überschrift vom 8.9.2007:

„Bild“-Überschrift vom 18.9.2007:

„Bild“-Überschrift von heute:

(Eins von den Dingen passt natürlich nicht zu den anderen.)

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Hört auf euren Mittelfinger
(zeit.de, Sebastian Reier)
Die papierene Musikpresse macht sich Gedanken um ihre Zukunft. Wenn sich alles gratis im Internet abspielt, wie sollen dann Verleger, Vertriebe und Künstler Geld verdienen?

Auch ein Internet Profi kann sich irren
(andreasvongunten.com)
Eine Replik auf Andrew Keen’s Anti-Web 2.0 Aufsatz im Magazin 38/07.

Das Rund ist leer
(taz.de, Markus Völker)
Die Frauenfußball-WM in China wird in dreimal mehr Länder übertragen als noch die WM 1999. Doch ist das Interesse wirklich gestiegen?

„Landkarten sind reif für Veränderung“
(welt.de, Martin Dowideit)
Mit Google Earth kann fast jeder Winkel der Erde im Internet erkundet werden. John Hanke heißt der Erfinder und Chef dieses Projekts. WELT ONLINE sprach mit ihm über unscharfe Luftaufnahmen, die Macht der Nutzer und Eingriffe in die Privatsphäre.

TalkTäglich mit Matthias Ackeret und Klaus J. Stöhlker
(telezueri.ch, Video, Dialekt, ca. 25 Minuten)
Bundesrat Christoph Blocher revolutioniert den Wahlkampf in der Schweiz. Jede Woche wendet sich der SVP-Magistrat eine knappe Viertelstunde lang mit seiner eigenen TV-Sendung direkt ans Volk. Befragt wird er von Matthias Ackeret, der bereits ein Interview mit Christoph Blocher in Buchform veröffentlicht hat. Medienrechtler und Politiker kritisieren das Projekt. Im ?TalkTäglich? diskutiert Matthias Ackeret mit Klaus J. Stöhlker kontrovers über ?Teleblocher?.

Ich lese gern Zeitung
(youtube.com, Video, 1:49 Minuten)

medienlese – der Wochenrückblick

Während zwei von sieben Schweizer Ministern bereits eigene Medien machen, findet nun auch Aussenministerin Micheline Calmy-Rey Blogs cool. So sehen das aber nicht alle. Andrew Keen, „Internet-Profi“, warnt im Magazin-Text „Die Revolution ertränkt ihre Kinder„, dass das Internet nicht „Freund, sondern Feind der Kreativität“ sei. Er glaubt, dass mit Blogs der Medieninhalt personalisiert wird, „sodass wir nichts mehr lesen, was über unsere eigenen Gedanken hinausgeht“. Aber ist es nicht umgekehrt? Müssten nicht Leute, die seit Jahren die gleichen eingefahrenen Medienkanäle nutzen, mal wieder etwas lesen, was über ihre eigenen Gedanken hinausgeht? Beta schreibt dazu in einem Kommentar: „Interessant finde ich bloss, dass das Magazin den Text druckt. Blickt da der Adel der Schweizer Medien mit Besorgnis von der Burg herunter?“

Read On…

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